SOCIAL MEDIA

Sonntag, 16. Oktober 2011

Waldspaziergang am World Bread Day

Dass Brotbacken mir sehr viel Freude bereitet, habe ich hier bereits in aller Ausführlichkeit erzählt. Zudem erfüllt es auch dieses Selbstversorger-Ding, dass meinem Motto *libre et indepandant* sehr entgegenkommt. Wenns nach mir ginge, dann wäre unsere Stromversorgung undsoweiter völlig autark - ein echtes Zukunftsziel. Wie sagt es Goethe so treffend: Freiwillige (!) Abhängigkeit ist der schönste Zustand, den es gibt. Ganz einig mit J.W.von Goethe.

Neben der Achtung, die ich vor diesem Grundnahrungsmittel habe, ist es auch schlicht der Spaß am Backen - und das will ich mit diesen Laugenkastanien zeigen. Die sind nicht nur ein optischer Reißer auf jedem Buffet, sondern im selben Maße schmackhaft (*hauseigene Kundenrezession: Die sind gut, die Dinger. Am besten wenn sie noch warm sind*). 

Es ist ja Saison. Gestern war ich im Wald Kastanien sammeln. Ich liebe den Wald jetzt zur Herbstzeit, aber ich habe auch großen Respekt vor ihm. Vorallem, wenns um Orientierung abseits der Wege geht. Jeder, der sein Herz schon lauter schlagen hat hören, als die Blätter im Wind rauschen, weiß wovon ich rede.
Mein Glück, dass ich mir mit meinem Habib einen der letzten waschechten Abenteurer geangelt habe, der schon viele Male nur mit dem 4x4 und Kompaß halb Afrika durchquert hat. Wüste ist das ganze Thema schwer verschärft. Dank ihm schaue ich beim Walddurchstreunern nicht nur aufs Gelände, sondern achte auch auf den Sonnenstand, sodass ich mich selbst mit erhöhtem Puls wieder zurück zum Weg angeln kann. Auf den Weg wieder gestoßen, habe ich dieses Mal vor lauter Erleichterung ein Kreuz geschlagen.

Mein Rezept für die Laugenkastanien, letztlich fast identisch mit dem der Brezeln, ist mit pâte fermentée und langer kalter Führung. Es gibt aber auch verkürzte Wege, zu finden bei Jutta, der Urzünderin der Laugenkastanien (Danke Jutta für die schöne Idee!) oder eine Version von Marlene, die den Triumphzug der kleinen Kerlchen im ST-Forum voran getrieben hat.

Zutaten - für 2 Bleche

pâte fermentée:
(mit Gabel verkneten, 2 Stunden bei Raumtemperatur anspringen lassen und mindestens 24 Stunden im Kühlschrank reifen lassen)
100g Dinkel 630
60g Wasser
2g Salz
5g ST-ASG

Hauptteig:

160g alter Teig (pâte fermentée)
200g T65 (alternativ Weizen 550)
100g Dinkel 630
100g helles Einkornmehl (alternativ Weizen 812)
5g Hefe
10g Salz
10g Honig 
190g Wasser
30g Milch
25g Butterschmalz
Zubereitung:

Alle Zutaten ca. 8-10 Minuten zu einem glatten Teig verkneten, nicht zu sehr auskneten. Teig in 4 Stücke teilen - 5 Min. entspannen lassen und zu ca. 2-3,5 cm dicken Strängen formen . Backblech mit Backpapier auslegen und die Stränge darauf ca. 20 Minuten ruhen lassen (abgedeckt), danach über Nacht (12-16 Stunden) in den Kühlschrank stellen (unabgedeckt).

Am nächsten Morgen die Stangen (abgedeckt) ca. 20-30 Min. in der Tiefkühltruhe anfrieren, damit sie sich leichter belaugen lassen.  Die angefroren Stränge evtl. teilen und in verdünnte 4 %ige Lauge tauchen, danach 1,5 - 2 cm breite Scheiben abschneiden und mit der Schnittfläche auf ein mit Backfolie ausgelegtes Backblech legen.

Backen im vorgeheizten Ofen bei ca. 225° ohne Schwaden 5 Minuten, dann weitere 10 Minuten bei 220°. Insgesamte Backzeit 15 Minuten bei O/ Unterhitze.

Tipp: Zum Belaugen Einweghandschuhe tragen. Und für die Lauge keinesfalls Plastikgefäße verwenden, sonder Gefäße/ Schüsseln aus Glas. Vor dem Servieren kurz aufbacken: verbesserte die Rösche und den Geschmack.
Inspiration: Jutta und Marlene

Dies ist mein Beitrag zum World Bread Day, womit ich Zorras Einladung folge!
Bezugsquelle von Lauge für Laugengebäck: Teetraeume-Versand
Bezugsquelle helles Einkornmehl: Isaak-Naturkost-Versand

Kommentare :

  1. Hui ... das ist aber was Leckeres ,o)

    Danke noch für den morgentlichen Spaziergang und das im Nachthemnd ;o)hihi

    Lg Kerstin

    AntwortenLöschen
  2. Micha, wie schön! Zunächst einmal Danke für die Überraschung. Ich hatte erst einen Kaffee und denke mir so bei Beginn des Lesens: "Huch, die Kastanien da im Wald sehen ja genau so aus wie Laugenkastanien." Ach nee, tatsächlich??? Ich bin ein Blindfisch!

    Wie du die Kastanien in Szene gesetzt hast, ist wunderschön. Zeitschriften wie Landlust würden sich bestimmt freuen, so ein Foto präsentieren zu dürfen.

    Im Laugenkastanienwald wäre ich jetzt auch gerne, beim Spazieren im Schlafanzug als Pendant zu Kerstins Nachthemd :-)

    Ich grüße euch und vermisse euch.

    AntwortenLöschen
  3. Das schoene Kstanje farbige Herbst:))Soweit weg von mir...Es istFruehling hier;0

    AntwortenLöschen
  4. Super, Micha! Sie sehen so verdammt echt aus. Lasst sie Euch schmecken...

    AntwortenLöschen
  5. "Wie du die Kastanien in Szene gesetzt hast, ist wunderschön. Zeitschriften wie Landlust würden sich bestimmt freuen, so ein Foto präsentieren zu dürfen."

    Kann mich Jutta, der Urmutter der Laugenkastanien ;-) nur anschließen - die sehen wirklich wunderschön aus.

    AntwortenLöschen
  6. Mein Mann hat mir nicht geglaubt, dass das keine echten Kastanien sind. Ich habs auch nicht gleich gesehen.
    Fantastisch!!

    AntwortenLöschen
  7. @Kerstin: Mit dir halbnackig im Wald
    - aber immer gerne ;)

    @Jutta: Und mit dir im gleichen Aufzug hätte ich bei bester Gesellschaft keinerlei Bedenken: du als alter Geocaching-Hase würdest uns sicher durchs Unterholz geleiten.

    Vielen Dank für deine schönen Worte, Jutta! Hach, vielleicht-vielleicht klappt das mit Würzburg. Euch würde ich ja zugerne wieder sehen. Viele herzliche Grüße zurück!

    @Dzoli: Der Frühling ist auch bunt nur ganz anders!

    @Wolfine: Das hast du aber hübsch gesagt! Danke, Wolfine! Happ und weg - so wird man auch satt ;)

    @Heike: Ja, war ich so stolz, wieder aus dem Wald rausgefunden zu haben ;)

    @Marlene: Mit deiner und Juttas Vorlage - ja, was soll da noch schief gehen?? Danke, Marlene!

    @Anna: Vielleicht kommt da noch meine vergangene Theaterzeit durch - Inszenierung ist alles! Aber es schmeichelt mir sehr, dass es funktioniert hat. Vielen Dank, Anna!

    AntwortenLöschen
  8. Wun-der-schön! Schon bei Jutta wollte ich sie nachbacken, spätestens jetzt _muss_ es passieren. Du hast sie so schön in Szene gesetzt, besser gehts nicht.

    Schau mal, dass du das mit Würzburg auch so gut gebacken kriegst ;-)

    AntwortenLöschen
  9. Liebe Micha,

    deine Kastaniensemmeln schauen wirklich wie richtige Kastanien aus. Ich hab das auch schon einmal ausprobiert und kann allen nur empfehlen es nachzubacken. Da Ergebnis ist wirklich genial.

    Es grüßt mit dem alten Waldlergruß

    Martin

    AntwortenLöschen
  10. @Petra: Oh, vielen Dank für dein Kompliment. Da niemand für mich eine derartige *Chefanimateurin* :) ist wie du, freue ich mich besonders, wenn ich dich zu etwas anstiften kann.

    @Martin: Dich würde ich auch in den Wald mitnehmen! Und vielen Dank für deine Empfehlung - von einem echten Meister wiegt die doppelt!

    Waldlergruß zurück!

    AntwortenLöschen
  11. Ich sage es hier öffentlich und ich hoffe die anderen Teilnehmer werden nicht böse, aber dies ist mein liebster WBD-Beitrag. Superschöne Fotos und die Marroni-Laugenbrötchen so genial in Szene gesetzt und der Text dazu gefällt mir auch. Vielen Dank dass du meiner Einladung zum World Bread Day 2011 gefolgt bist!

    AntwortenLöschen
  12. @Zorra: Das ist ja ein durchunddurch zauberhaftes Kompliment von dir! Mir bleibt nur, dir den Dank zurückzugeben für all die Arbeit und Mühe, die du in ein solches Event steckst! Danke Zorra!

    AntwortenLöschen
  13. Wonderful bread, it's so beautiful.

    AntwortenLöschen
  14. @Moira: Thanks a lot!

    @Susana: Merci beaucoup - and beautiful portugal :)

    AntwortenLöschen
  15. Fabelhafter Beitrag. Die Brötchen sehen ja wirchlich wie Kastanien aus. KLASSE!

    AntwortenLöschen
  16. @Lien: Diese Kerlchen verfehlen ihre Wirkung nicht. Danke, Lien!

    @kouky: Merci! Ils sont mignons, n'est-ce pas :)!

    AntwortenLöschen
  17. Die sehen wunderschön aus! Schmeckt man besonders den Geschmack des Einkorns?
    Viele Grüße,

    Marcela

    AntwortenLöschen
  18. @Marcela: Nein, nicht wirklich!
    Ich habe erst ganz frisch zum ersten Mal helles Einkornmehl gekauft und wollte es schlicht ausprobieren. Danke für dein Kompliment!

    AntwortenLöschen
  19. What a beautiful chestnuts you made. At first we thought they were real chestnuts. They also look delicious.

    AntwortenLöschen