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Dienstag, 19. Januar 2016

Raubtier-Granola

Mein letztes Buch wußte mich zu überraschen: ich dachte, mich erwartet (warum auch immer) eine ähnlich erotische Geschichte à la *Salz auf meiner Haut* (an das ich mich nur höchst nebulös erinnere). Aber nein (lediglich periphär), in dem Buch mit dem poetischen Titel *Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins* folge ich dem klaren, tiefen Blick Milan Kunderas, der sich wahrlich viele spannend-kluge Fragen stellt. Etwa, ob die nicht vorhandene Aufmerksamkeit des Menschen gegenüber Zufällen nicht einhergeht mit einer Blindheit für die Dimension der Schönheit. Ist das ein nicht ein funkelnder Gedanke?

Solche Überlegungen verflicht er mit einem ansonsten recht ernüchterten Menschenbild . *Die wahre menschliche Güte kann sich in ihrer absoluten Reinheit und Freiheit nur denen gegenüber äußern, die keine Kraft darstellen. Die wahre moralische Prüfung der Menschheit, die elementarste Prüfung (die so tief im Inneren verankert ist, dass sie sich unserem Blick entzieht) äußert sich in der Beziehung der Menschen zu denen, die ihnen ausgeliefert sind: zu den Tieren. Und gerade hier ist es zum grundlegenden Versagen des Menschen gekommen, zu einem so grundlegenden Versagen, dass sich alle anderen aus ihm ableiten lassen*. Eine Verbesserung der Verhältnisse könnte Milan Kundera 30 Jahre später wohl nicht feststellen – im Gegenteil. 

Aber wie sagte bereits Abraham Lincoln:* Du willst den wahren Charakter eines Menschen kennenlernen? So gib ihm Macht!* Es fällt uns – ob der drückenden Notwendigkeit – nichts anderes ein, als uns mehr und mehr dem pflanzlichen Essen zuzuwenden – bei weitem mehr als uns dazu Appetitlichkeit oder Geschmack veranlassen. 

Diese Granola entdeckte ich als Beispielrezept eines Arztes am Ende seines Vortrags zu den Vorzügen einer veganen Ernährung. Meine letzte ausprobierte Granola ließ sich wie eine Süßigkeit knabbern – war aber ebenso zuckrig wie fettig. Diese hier zeigt, dass eine knusprige, leckere Granola weder das eine (Zucker) noch das andere (Fett) braucht. Im Glas trocken aufbewahrt hält sie sich hervorragend. Die weckt den Leoparden in euch – promis  :)
Zutaten:

500g Haferflocken
100g Hirseflocken
(m: 30g davon Amaranth, gepoppt)
100g Kokosflocken
100g gehackte Mandeln

150g Aprikosen, getrocknet
100g Feigen, getrocknet (m: eigene)
50g Datteln
250ml Wasser

Zubereitung:

Die trockenen Zutaten miteinander vermengen. Die Trockenfrüchte grob schneiden, mit heißem (m: kochendem) Wasser übergießen und 15min ziehen lassen - dann fein pürieren.

Das Fruchtmus mit der Haferflockenmischung zusammen fügen und ein Mal gründlich händisch durchkneten. Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen und 90-100min bei 100° (Umluft) trockenen lassen. Dabei alle 30min wenden.

In einem gut verschlossenen Glas hält sich die Granola sehr lange.
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