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Sonntag, 17. November 2019

Gespenstisch: Kürbis-Kartoffel-Roulade mit Spinat und Pilzsauce


Nachdem der Spuk um Helloween vorüber ist, kann sich der Kommerz wieder ganz auf Weihnachten konzentrieren. Und ich kann - ohne Allerheiligen zu berrühren - meine Gespenstergeschichten zum Besten geben. Mit Gespenstergeschichten bin ich nämlich aufgewachsen. Untrennbar zu meiner Kindheit gehören bergeweise Hörspiele, und HUI BUH - das harmlose Schlossgespenst, rasselte sich mit seiner rostigen Rasselkette in mein Vertrauen. Für andere Schauergeschichten als auf Kindergarten-Niveau bin ich bis heute nicht gemacht.

Mehr darf man mir nicht zumuten. Wußtet ihr, dass sich nichts schneller auf andere überträgt als Erschrecken? Nach jahrelanger einschlägiger Erfahrung scheint mir in den meisten Menschen auch ein kleines Fluchttier zu stecken. Eigentlich hätte ich überlegen können, meine natürlichen Begabung beruflich einzusetzen. So als TÜV-geprüfte Erschreckerin in Geisterbahnen (nie drinne gewesen) etwa. Was hätte ich eine Karriere hinlegen können... aber vermutlich hätte mich das in Zeitraffer altern lassen (irgendetwas ist ja immer).

Gut, und privat ist das nicht immer ein Vergnügen. Gerade für andere und gerade als  Auto-Beifahrer macht man sich auf diese Weise nicht zwingend beliebt. An nervenschwachen Tagen ist es lediglich der Abenteuer-abgebrühten Haltung meines Habibs zu verdanken, dass ich nicht doch trampen muss. Wobei, komm', mittlerweile kann ich auch unbeeindruckt. Cool. Voll! Echt! Stumpfer Rettich total!

Nur halt nicht immer. Mir bleibt sowieso gänzlich schleierhaft, wie sich Mensch freiwillig solch einen Mist wie Gruselschockerpsychothriller aller Art reinziehen kann. Zeugs, das einem das Blut in den Adern stocken läßt, den Schlaf raubt und alle Nerven kostet. Sonst nur tote Hose? Eine andere Erklärung habe ich nicht. Ich bin ja schon in den ersten Minuten in Filmen wie *Helloween* völlig am Ende, wenn ich dieses Atmen hinter der Maske höre - kennt ihr? (nicht, dass ich den je ganz angeschaut hätte). Oder *Aktenzeichen XY* - nix für mich. Da sehe ich sonst anschließend in allen nur noch Verbrecher. Nicht schön.

Schon eine gute Weile meide ich konsquent alle Inhalte, in der Menschen zu Schaden kommen. Ich hatte es davon: der bad energy wegen. Und weil ich mich lieber mit dem Schönen-Wahren-Guten auseinandersezten will. Wenn ich schon die Wahl habe.

Eine Ausnahme habe ich aber noch für euch zum Thema Gespenstergeschichten, und diese ist gar eine GROSSE Lese-Empfehlung für alle trüben Tage als wundererheiterndes Gegenmittel. Und zwar *Das Gespenst von Canterville* (hier ganz zu lesen). Ich liebe den Humor von Oscar Wilde und finde zu witzig, wie er den Spieß umdreht und es die neuen, amerikanischen Hausbesitzer sind (*augenscheinlich Leute von ganz niederer Bildung und völlig unfähig, den symbolischen Wert eines Hausgespenstes zu würdigen*), die dem uralten, englischen Schlossgespenst gar scheußlich zusetzen (*Die furchtbaren Aufregungen der letzten vier Wochen fingen an ihn anzugreifen, seine Nerven waren völlig kaputt, und beim geringsten Geräusch fuhr er erschreckt in die Höhe*). Und es wäre nicht Oscar Wilde, wenn selbst diese Anekdote nicht noch gen Ende seinen Tiefgang finden würde...


Zurück zum Tagesgeschehen, das seit gestern abend wieder möglich ist. Hatte ich euch schon mal aufgefordert, mit meinen Rezepten zu spielen? Ja? Na, dann wiederhole ich mich. Ihr habt doch hoffentlich ein paar Pilze in der Reserve gesichert? Geschwister im Blog-Universum ist diese rosa Kartoffelroullade - ein schönes Festtagsessen, egal ob in zartem rose oder feinem orange. Und egal zu welcher Gelegenheit, bei uns um die Rückkehr der Elektrizität nach zwei Tagen zu feiern...

Zutaten 2-4P:

250g mehlige Kartoffeln (m: Charlotte)
1 kleines Ei
120g Mehl (m: 100g Einkorn-VK/ 20g D630)
30g pürierter, gekochter Kürbis (m: Muskat)
Salz
1/4 TL Koriander, gemahlen

ca. 180g Spinat 
2 Knoblauchzehen
1 EL Crème fraîche
2 EL Sahne

4 EL Veggie-Jus
100ml Gemüsebrühe
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
optional: 1 TL getrocknete Pilze, gemahlen)
1/2 TL Thymian, getrocknet
100ml Sahne
1 EL Tamari
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
3 schöne Steinpilze*
Salz, Pfeffer
Butter

Zubereitung:

Die Kartoffeln am Vortag kochen und über Nacht auskühlen lassen. 

Kürbis schälen, würfeln und in wenig Wasser garen - zuletzt sollte alles Wasser vedampft sein und der Kürbis anfangen, am Topfboden hängenzubleiben. Auskühlen lassen (normalerweise fällt der Kürbis dabei musig zusammen - pürieren ist überflüssig.

Spinat putzen, von den Stengeln befreien, in etwas kochendem Wasser zusammenfallen lassen, blanchieren, gut ausdrücken und fein hacken. Den Knoblauch vom Trieb befreien und ebenfalls fein hacken. Den Knoblauch in der Butter kurz andünsten, Spinat zufügen, Crème und Sahne unterrühen und mit den Gewürzen abschmecken.

Ein großes Stück Frischhaltefolie sowie ein gleichgroßes Stück Alufolie vorbereiten. Ersteres auf letzeres bereit legen. 

In einem großen Bräter reichlich Wasser erhitzen.

Die Kartoffeln schälen, durch die Kartoffelpresse drücken (oder fein reiben) und gut mit dem Kürbis-Püree vermengen. Zusammen mit den restlichen Zutaten zu einem homogenen Teig verkneten (dabei zügig arbeiten - der Teig mach nicht ZU durchgeknetet werden, sonst wird er matschig-speckig). Auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einem Rechteck von etwa 30 x 15cm ausrollen. Auf die vorbereiteten Folien setzen.

Mit dem Spinat *bestreichen*/ füllen - dabei an der oberen langen Kante einen Rand von etwa 1-2cm lassen. Nun vorsichtig mit Hilfe der Frischhaltefolie einrollen, sodass die langen Seiten ein wenig aufeinandertreffen (passiert eigentlich durch Menge der Fülle und Größe der ausgerollten Teigfläche automatisch) und die Enden wie Bonbons eindrehen. Ebenso mit der Alufolie verfahren. Die Rolle schön gerade in den Bräter geben und bei simmernder Hitze etwa 30min garen. Die Roulade vor dem Anschneiden ca. 10min ruhen lassen, dann auswickeln und schneiden.

Parallel die Sauce zubereiten. Dafür die fein geschnittene Schalotte, den fein gewürfelten Knoblauch andünsten. Restlichen Zutaten zufügen und einreduzieren lassen - wer mag, bindet die Sauce mit einer Roux (oder einer Mehlschwitze).

Zuletzt die geputzen und in Scheiben geschnittenen Steinpilze in der Butter von beiden Seiten anbraten, salzen und pfeffern. Alles zusammen anrichten.

*Anmerkung m: die Zubereitung der Sauce ist ihrem Verbrauch geschuldet - ich spare auf diese Weise von dem kostbaren Jus, den ich stets im Vorrat habe (aber deutlich weniger einreduzieren lasse). Je nachdem ob dieses Gericht Teil eines Festtagsessen ist - oder einfach für den gehobenen Alltag :) - reicht es für 2-4 Personen/ Pilze können auch durch Champignons ersetzt werden./ Begleitung machte ein Rotkohl-Salat mit Granatapfel, Walnüssen und Granatapfel-Sauce (etwas anders wie dieser)


Kommentare :

  1. Mit der Rückkehr der Elektrizität gibst du mir das Stichwort. O.K. - an meinem Zweitdomizil sind es heftige Regengüsse, die regelmässig den Strom und die Internetverbindung teils für Stunden, aber auch bedeutend länger zum Erliegen bringen. In jedem Zimmer ein kleines Lager an/von Kerzen ist ein Muss. ;-)

    Sprich, ich bin am Packen. Hast du noch getrocknete Pilze?

    Ich wünsche dir/Euch schöne Festtage und einen guten Rutsch in's 2020!
    Peter

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    1. Dir auch, Peter, ein schönes Restjahr im Land des Lächelns (und vielen Dank: Pilze habe ich noch :) liebe Grüße...

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  2. oh, zwei Tage ohne Strom ist hart, zudem um diese Jahreszeit. Da weiß man umso mehr, was für ein Privileg eine verlässliche Stromversorgung ist.
    Und unser Videoabend ist gebongt ;-)- ich vertrage auch nichts über Kindergartengrusel. Eine einzige Horrorfilmerfahrung habe ich - "Das Schweigen der Lämmer" - und bis heute sind diese visuellen Eindrücke so präsent, dass ich sie gar nicht wecken möchte. Allein die joggende Jodie Foster und das Gefühl dabei sind Szenen, an die ich nicht denken sollte, wenn ich laufen gehe. Und immerhin ist es sicher 25 Jahre her, dass ich diesen Film geguckt habe. Gerade gegoogelt stelle ich fest, dass dieser Film sogar gar nicht in die Rubrik "Horror" fällt, sondern "Drama/ Mystery". Ich möchte also gar nicht wissen, was dann ein Horrorfilm ist.
    "Das Gespenst von Canterville" geht bei mir auch gerade noch, zumal in der gelungenen Aufführung der Schultheater AG, die ich mir gerade jetzt dieses Jahr angesehen hatte. Jedoch just mit diesem Stück verbindet mein Mann prägende kindliche Angstgefühle... Mehr Grusel braucht es also echt nicht.
    Deine Roulade sieht köstlich aus! Was ist das für ein Pilz auf dem Foto unten? Bei Lamellenpilzen kenne ich nur Parasol und Pfifferling... Liebe Grüße von Hannah

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    1. Also ohne Strom geht eigentlich nix mehr, Hannah. Es trifft einen doch sehr empfindlich...

      Und klar, an *Schweigen der Lämmer* erinnere ich mich auch. Führte irgendwie kein Weg dran vorbei - Gott sei Dank hat er aber keine Spuren hinterlassen. Dafür knabberte ich jahrelang an *Der weiße Hai*. Ich konnte ewig nicht im Meer baden, ohne daran zu denken. Auch nicht im Mittelmeer. Vermutlich muss ich den Film noch SEHR jung geschaut haben. Ist aber auch überwunden...

      Der Pilz ist lediglich Foto-Motiv - keine Ahnung, wie er heißt. Wir pflücken konsequent nur eine ganz kleine Auswahl (Pfifferlinge, Steinpilze, Maronen, Birkenpilze - also Kerlchen, bei denen wir uns richtig sicher sind). Wir haben da schon ganz unschöne Erfahrungen gemacht mit Feriengästen. Eine Geschichte, die keiner hören will ;)

      liebe Grüße zurück...

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  3. Puh, Gruselfilme, Horror und Psychothriller … das ist auch absolut nichts für mich und ich verstehe den Reiz an diesem Genre 0. Warum soll ich mir freiwillig sowas ansehen? Das krieg ich ewig nicht mehr aus meinem Kopf. In meiner Schulzeit hat ein Lehrer die Klasse mit "Friedhof der Kuscheltiere" beglückt und ich kann mich noch mit Grauen daran erinnern. In meinen Augen absolut unverantwortlich, das in der Klasse vorzuführen. Ich denke, ich war damals 15 Jahre alt und bin damals wie heute absolut ungeeignet dafür. "Das Schweigen der Lämmer" und "Sieben" waren auch noch Filme in diese Richtung (Gruppenansehzwang aus meiner Jungend) und danach habe ich mich diesen Filmen erfolgreich verwehrt.

    Liebe Grüße, Alpenveilchen

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    1. Wir zwei, Alpenveilchen, scheinen ebenfalls eine gleiche Generation zu sein. Also dass du *Friedhof der Kuscheltiere* in der Schule aufgezwängt bekommen hast, finde ich auch skandalös. Der blieb mir erspart. Zum Glück. An den anderen beiden kam man aber eigentlich genauso schlecht vorbei. Habe ich auch gesehen - man will ja in dem Alter mitspielen. Braucht aber meiner Meinung nach kein Mensch den Müll fürs Hirn und Gemüt. Jetzt kann ich gut *Nein* sagen, und bitte, dann sollen halt andere, wenn sie glauben, sie brauchen das... liebe Grüße zurück

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    2. Ja, auf den Müll fürs Hirn verzichte ich wirklich mit Vergnügen. Warum soll ich mich mit solchen "Vibes" freiwillig umgeben, wo es doch viel mehr Freude macht, sich mit Dingen so beschäftigen, die mich positiv stimmen. LG Alpenveilchen

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