Wenn es nur irgendwie geht, dann hält man die Nase gen Sonne - damit die Schatten hinter einen fallen. Manchmal denke ich, dass man eine derartige Scheuklappen-Haltung nahezu egozentrisch durchziehen muss. Der Lebensfreude zu liebe. Denn wenn man sich von all den schaurigen Nachrichten dieser Welt nicht erschlagen läßt, dann ist die Erfahrung, in einem Körper zu leben, ein großes Abenteuer - so als Geistwesen, die wir eigentlich sind.
Wohltuend begegnet mir ein Mal mehr Sibylle Berg - ja nicht zum ersten Mal. Jetzt bei den *SRF Kultur Sternstunden Philosophie* (YT-Link). Sehr gespannt hörte ich ihr, wie sie versucht ihre Ideen als Abgeordnete im EU-Parlament einzubringen - meine Empfehlung für das Gespräch habt ihr. Mir hat Sibylle Berg wieder vor Augen geführt, warum ich mich so lange so sehr wohl gefühlt habe unter dem sog. *Künstler-Volk*. Sibylle Berg bezeichnet sich selbst als Künstlerin - und das gibt (nicht nur ihr) direkt SO viel mehr Freiheit innerhalb der Gesellschaft. Herrlich!
Auf diese Weise schafft sich Frau Berg auch die Möglichkeit, sich nicht an Zahlen abzuarbeiten - oder sich denen sklavisch zu unterjochen, sondern stattdessen für Werte einzustehen: *So ein bißchen hat es heute ja fast etwas Anrüchiges, wenn man sagt 'Ich bin für Frieden. Ich habe diese Utopie. Ich habe das Ziel. Ich träume davon.'* Ganz so empfinde ich das ebenfalls. Befremdlich genug, dass gegenseitiges Totschlagen heute überhaupt noch Grundlage für einen Diskurs hergibt..
Umso mehr erfreue ich mich an Menschen wie Sibylle Berg, die mit viel Ruhe, mit viel Klarheit und viel Selbstbewußtsein für die große Idee der Menschlichkeit einstehen. Wie würde die Asi-Jugend sagen: *Ich küsse dein Herz, Schwester!*.
Was wäre die Winterküche ohne Hülsenfrüchte und meinen besonderen Liebling darunter, die Linse! Dieses Gericht zählt zu den zubereitungsfreundlichen, weil alles in einen Topf geworfen wird - fertig. Während das Essen gart, kann man nebenher die Küche wieder aufräumen.
Zutaten 2P:
1 Zwiebel3 Knoblauchzehen
1 kleine Stange Sellerie
1 Karotte
2 EL Tomatenmark
2 Lorbeerblätter
4 Blätter Salbei
2 TL Thymian
150g Linsen (m: Puy)
200g Pasta (m: Gnocchetti)
2 EL Tamari
2-3 TL weißer Balsamico (oder Apfelessig)
1/2 TL Harissa (oder Chili Crisp)
Salz, Pfeffer
Olivenöl
ca. 800ml Wasser
1 TL Gemüsebrühe-Pulver
(optional Parmesan, gerieben)



Danke für den Podcast-Hinweis. Schon runtergeladen, aber nicht gehört. Ich war mich auch nicht sicher, ob mir das Gespräch gefallen würde. Das bin ich immer noch nicht, aber wenn du es empfiehlst, bin ich doch sehr überzeugt, dass ich es schätzen werde, Micha.
AntwortenLöschenGrüße,
Sarah
Gerade heute morgen aufgegriffen: 1.6 % der Menschen gehört 48,2 % des weltweiten Vermögens... wenn man sich doch mal wieder an den Zahlen abarbeiten will - statt vom Wesentlichen auszugehen. Und je nachdem wie man zu Kapitalismus als solchem steht, wird man auch die Haltung von Sibylle Berg befinden... liebe Grüße zurück!
LöschenDanke, dass Du auch immer wieder anstrengende gesellschaftliche Themen aufgreifst. Sarah Bosetti unterfüttert die Zahlen und das damit verbundene Machtgefälle hervorragend indem sie auch noch den Begriff der "Neiddebatte" enttarnt.
AntwortenLöschenhttps://www.youtube.com/watch?v=QiViFyPsOnE
Ja, Marion, dieses Auseinanderklaffen der Schere ist ja schon lange kein Geheimnis mehr. Nur WIE eklatant dieser Graben ist, das schockt dann doch. Frau Bosetti genießt meine Gunst nicht - was aber nicht gleichbedeutend heißt, dass wir nicht ab und an gleicher Meinung sind :) Daher danke fürs Erweitern das Blickfelds!
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