Sonntag, 7. Oktober 2012

Bonjour Bretagne - far breton

Als Kind war ich mit meinen Eltern öfters in der Bretagne. Dort angekommen bin ich immer als erstes ans Meer gerannt. Die Atlantikküste ist wild und rau, felsig mit schäumender Gischt und damals langen, unbebauten Stränden. Das Meer habe ich stets begrüßt, in mir, für mich, das Meer, das so groß ist und so weit und so respekteinflößend. Auch das Verabschieden habe ich nie vergessen. Und schneckige Muscheln in gelb und dunkellila habe ich gesammelt, die lilanen innen oft mit glizzerndem Perlmut. Ein Mal habe ich geträumt, wie ich am Strand Muscheln sammle - ein Lieblingstraum, man müßte ihn abonnieren können...

Später dann machte ich für einige Wochen ein Praktikum in einer Kunsttischlerei nahe an der französischen Grenze. Mit den Gesellen und dem Azubi habe ich die Mittagspausen verbracht. Außer dem Azubi und mir waren sie alle aus Frankreich und zwar aus der Bretagne. Lief nicht *Télephone*, *Indochine* oder eine andere 80er Jahre Fränzi-Band lief bretonische Musik währenddessen.

Bref, ich fühle mich der Bretagne verbunden. So habe ich mich sehr gefreut, als ich dieses Rezept des *far breton* von einer Bretonin bekommen habe. Abgesehen davon, dass der Far eben so schnell wie ein Clafoutis zusammengerührt ist, schmeckt er einfach himmlisch - nach Bretagne.
Zutaten - Tarteform à 30cm-Durchmesser:

750ml Milch
200g Zucker
250g Mehl
4 Eier
1-2 EL Rum
25-30 gedörrte Pflaumen (je nach Größe)

Zubereitung:

Ofen auf 160° vorheizen.

Die Pflaumen entkernen. Mehl und Zucker abwiegen. Milch erhitzen. Eier verrühren und nach und nach Mehl und Zucker klümpchenfrei unterrühren, abwechselnd mit der Milch.

Eine Tarteform von 30cm-Durchmesser buttern und mit Mehl bestäuben. Die entkernten Pflaumen darauf verteilen. Die Tarteform in den Ofen auf das Ofengitter stellen und dann die Milch-Eimischung vorsichtig darüber gießen. Damit ersparrt man sich den Wackel-Drahtseilakt, mit randvoller Tarteform größere Wege zurücklegen zu müssen.

45 Minuten backen. Auskühlen lassen und mit Puderzucker bestäuben. Schmeckt auch am nächsten Tag noch genau so gut.

Kommentare:

  1. Auch ich habe wunderschöne Erinnerungen an Urlaube in der Bretagne, auch wenn ich dort nie einen Far breton gegessen habe, ich war schon als Kind eher die Herzhafte ;-)

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  2. In der Bretagne war ich noch nie (möchte aber schon).
    Far breton hingegen kenne gut und mag ihn sehr.
    Der Schokozwerg hat so wunderbare Honigpflaumen gepostet, die könnte ich mir auch gut vorstellen in der molligen Eiercreme. :)

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  3. Hmmmm, lecker, ich liebe Far breton! Jetzt hätte ich am liebsten sofort einen, aber im Ofen ist schon ein Zopf, also muss das bis zum nächsten Wochenende warten. ;)

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  4. OH, der steht schon ganz lange auf meiner Liste, aber die gedörrten Pflaumen haben mich immer ein wenig abgeschreckt. Wird das nicht zu süß? (Das aus meiner Feder ... ;))

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  5. die pruneaux sollte man aber am besten doch eine Nacht im Rhum einweichen.....téléphone et indochine, et oui, c'était encore de la musique!

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  6. wie gern würde ich ein Stück davon essen <3 sieht sehr lecker aus

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  7. Weißt Du, was mir an diesem Post - neben dem köstlichen Anblick des Far Breton - den Nachmittag versüßt hat? Die Idee, dass man schöne Träume abonnieren können sollte. Da hätte ich auch ein paar, die ich sofort bestellen würde!

    Liebe Grüße aus dem herbstlichen Berlin,
    MOnd

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  8. @Sabine: Wobei der far in seiner Rustikalität für Herzfhafte durchaus noch gehen sollte ;)...

    @Sybille: Bei dem far bin ich eigenwillig: so und zwar genau so und nicht anders muß er schmeckenm. Wobei sicher Möglichkeiten zum Abwandeln geboten sind bei einem solch schlichten Rezept.

    @Gourmande: Ohja, jetzt fängt auch wieder die Zeit der Hefegebäcke an :)

    @Schokozwerg: Neinnein, der far ist alles andere als süß und die gedörrten Pflaumen, die ich kenne, sind es ebenfalls nicht sonderlich. Nö, der far zählt eher zu den weniger süßen Kuchen.

    @Bolli: Siehe Sybille - aber mit der Musik sind wir uns tatsächlich mal einig!

    @LaBellaVita: Der schmeckt durchgezogen am nächsten Tag auch SUPER!

    @Mond: Wir könnten eine Sammelbestellung, selbstverständlich nach individueller Auswahl, aufgeben...

    Ja, Mensch, das wäre schön! Ganz liebe3 Grüße zurück...

    @Natalija: Indeed :)

    @

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  9. Oh, lecker! Er hat etwas von einem Clafoutis, ist aber etwas fester, oder? Mit den Pflaumen (dann noch in Rum eingeweicht) schmecht das bestimmt toll! A propos Pflaumen...heute habe ich Dein Pflaumenmus aus dem letzten Jahr nachgekocht, es ist wirklich super lecker geworden! :)

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    1. Die Konistenz, Kathrin ist meinem Clafoutis nicht unähnlich, nur dicker. Ich mag die Pflaumen vorher nicht in Rum eingelegt haben, aber das ist Geschmacksache.

      Und welches Pflaumenmus hast du gemacht: das mit Schokolade oder das mit Cardamon? Ich kann mich ja immer noch nicht entscheiden, welches ich lieber mag ;)...viele liebe Grüße...

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    2. Es war eine schwierige Entscheidung, aber am Ende bin ich bei der Kardamomvariante gelandet. :) Beim nächsten Mal probiere ich es aber auch mit Schokolade aus!Liebe Grüße

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