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Dienstag, 4. September 2018

Heikel: Gemüse-Frikadellen aus der sonnigen Aubergine


In puncto vegetarische Küche verfüge ich mittlerweile über etwas Erfahrung. Gerade weil ich Gnocchi sehr gerne esse und dementsprechend oft zubereitet habe, weiß ich, dass es sich dabei um ein heikles Gericht handelt. Es braucht ein funktionierendes Rezept, sonst kann man die tüchtig vermasseln. Oberätzend, wenn die Gnocchi auf der Zielgeraden im Wasser auseinanderfallen. Schließlich wurden die kleinen Dinger mit Liebe handgerollt. Passierte mir gerade erst wieder mit einem Rezept von Tim Mälzer. Und das, als ich mein neues Gnocchi-Brett (coucou Hannah!) ausprobierte. Da verlasse ich mich lieber auf meine bewährte und große Auswahl! Nur manchmal juckt halt doch der Reiz des Neuen...

Ähnlich heikel erwiesen sich Gemüse-Frikadellen. Auch die sollten zusammenhalten und sich nicht kurz vorm Servieren in der Pfanne in ihre Bestandteile auflösen. Alles schon erlebt. Meine vegetarischen Buletten habe ich unter *Puffer* zusammengefasst. An denen arbeite ich mich ähnlich ab wie an Gnocchi. Dieses Rezept in der SZ aus Auberginen fiel mir direkt in die Augen. Ein schönes Spätsommeressen! Aber ich habe so meine Zweifel, dass die, so wie dort beschrieben, wirklich klappen. Mit Blick auf Zutatenliste und Zubereitung würde ich fast wetten, dass die Masse viel zu feucht zum Formen wird. Die Grundidee gefiel mir aber und so wandelte ich sie nach Blog-Rezepte-Garantie ab - soviel Nischen-Selbstgewußtsein muss sein.

Schließlich habe ich über die Matrix alle meine Kochkenntnisse. Und von Anfang an - selbst als blutige Anfängerin - konnte ich mich auf die Blog-Rezepte immer verlassen. So will ich jetzt - wo ich die Seiten von Leser zu Blogger gewechselt habe - diesen Anspruch an meine Rezepte natürlich weitertragen. Kochen soll Spaß machen. Dafür müssen die Rezepte gelingsicher sein. Dann wird das auch was mit *sich das Leben ein Quäntchen schöner kochen*.


Zutaten 6 Stück/ 2P:

400g Aubergine*
60g Brot (m: Baguette), fein gewürfelt
20ml Milch
1 Ei, groß
60g Ziegenfrischkäse
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
2 TL Thymian
1 TL Oregano
1 EL Basilikum, fein geschnitten
1 EL Polenta (Instant)
Piment d'Espelette
Salz, Pfeffer

1 Ei
Semmelbrösel
Salz, Pfeffer 
Sonnenblumenöl

350g grüne Bohnen
400g Tomaten
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
1 Zweig Minze
1/2 Salzzitrone
3 EL Olivenöl
2 EL Cirde-Essig
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den Backofen auf 220°C vorheizen.

Die Auberginen schälen und in gut 1 cm dicke Scheiben schneiden. Das Backpapier mit etwas Olivenöl bepinseln, die Auberginen einlagig darauf verteilen, salzen und mit weiterem Olivenöl bepinseln. Das Blech für etwa 35 Minuten in den Backofen schieben, bis die Auberginen goldbraun sind (wenn nötig wenden - nicht unbedingt wichtig). Aus dem Ofen nehmen und leicht abkühlen lassen. Kleinwürfelig schneiden.

Parallel das Brot klein würfeln und mit der Milch einige Minuten marinieren und leicht einweichen lassen. Knoblach fein hacken. Ziegenkäse würfeln. Nun alle Zutaten für die Buletten miteinander verkneten und gut würzig abschmecken. Mit feuchten Händen 6 Frikadellen formen, auf einen Teller setzen und im Kühlschrank ein Viertelstündchen ruhen lassen.

In der Zwischenzeit den Salat zubereiten. Die Bohnen gipfeln, wenn nötig in mundgerechte Stücke schneiden und in Salzwasser bißfest garen (wer mag gibt in das Kochwasser eine Messerspitze Natron, damit die Bohnen ihr Grün beibehalten). Schalotte fein hacken, ebenso den Knoblauch. Von der Salzzitrone das Fruchtfleisch entfernen und die Schale in feine Streifen schneiden. Auch die Minzblätter in feine Streifen schneiden. Bei den Tomaten den Strunk entfernen und je nach Größe halbieren, vierteln oder achteln. Die Marinade aus Öl, Essig, Salz und Pfeffer zubereiten. Die abgeschüttenen und gut abgetropften Bohnen direkt mit dem Dressing vermengen. Die übrigen Zutaten nun auch unter den Salat mischen.

Das Ei in eine kleine Schüssel schlagen und verquirlen. Semmelbrösel in eine weitere Schüssel geben. Die Buletten nacheinader durch das Ei, dann durch die Semmelbrösel ziehen.

Öl in einer Pfanne erhitzen. Wenn an dem Stiel eines Holzlöffels Blasen aufsteigen, ist das Öl heiß genug zum Braten. Die Frikadellen von beiden Seiten in ca. 4min goldbraun knusprig braten.

Salalt mit Auberginen-Bulettchen servieren. Schmecken lassen ;-)!
 
*Anmerkung m: bei den Auberginen griff ich auf die von Petra inspirierte und übernommene Zubereitungsweise zurück.  

Verwandte Auberginen-Bratlinge finden sich hier!

Inspiration: SZ-Kochquartett


Kommentare :

  1. Liebe Micha, Gnocchi, die auf der Zielgeraden auseinanderfallen sind wirklich oberätzend - ich weiß warum ich manche Gerichte nur nach (deinem) Kochblog(s) nachkochen würde... Zumal du mir sofort Rede und Antwort stehen würdest, wenn ich heulend ankäme, wenn was nicht klappen würde. Auf eine Antwort von Tim Mälzer müsstest du vermutlich lange warten, ebenso wird es sich beim SZ Magazin verhalten - mutmaße ich jetzt einfach mal... obwohl, wenn DU die anschreibst, ist es vielleicht auch nochmal was anderes... Nunja, schade um die Gnocchi, die aufwändigen, aber die Pflanzenpflanzerln sehen auch himmlisch gut aus - wie machst du das eigentlich, dass du nur Rezepte bloggst, die ich unbedingt nachkochen / essen will? Liebe Grüße von Hannah

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  2. ... und wenn ich angekrochen komme und nach der Salzzitrone frage, hilfst du mir auch ;-)? Machst du die selbst oder kann man die fertig kaufen? Ich sehe vollkommen, dass Rede und Antwort Stehen ganz schön anstrengend sein kann. Danke dafür. Hannah

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    1. Hast du mich nicht vor Kurzem schon mal nach der Salzzitrone gefragt? Nun, Hannah, für dich suche ich die eingelegte Zitrone gerne nochmals raus. Und zwar habe ich sie schon selbst gemacht: https://salzkorn.blogspot.com/2014/10/entree-lachsterrine-mit-zitronenconfit.html und zwar nach einem Rezept von Robert.

      In Südfrankreich bekomme ich die allerdings auch sehr gut auf dem Markt zu kaufen beim Araber - also habe ich mal eigene Zitronen im Vorrat... und mal nicht... ;-)
      viele sonnige Grüße...

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