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Sonntag, 29. März 2020

Ungeheuer - Apfelkuchen oder Apfel mit Kuchen


Ich gebe es zu: auch ich bin über die Frage der Verhältnissmäßigkeit der Maßnahmen gestolpert. Das hat zum einen damit zu tun, dass in Deutschland Erkältung und Grippe schnell in einen Topf geworfen werden und man deshalb beide Begriffe gerne miteinander vertauscht - was zwangsläufig die anfängliche, mediale Verharmlosung verstärkte. (Im Gegensatz zu Frankreich, wo begrifflich deutlich zwischen beiden Krankheiten unterschieden wird -  entsprechend der unterschiedlichen Krankheitsverläufe). Zum anderen leuchten mir viele der Einschränkungen schlicht nicht ein. Keiner konnte mir bisher schlüssig erklären, warum im Falle einer Pandemie nationalen Grenzen dicht gemacht werden. Warum konzentriert man sich nicht grenzüberschreitend mit vereinten Kräften auf erkannte Krisenherde - das wäre doch viel sinnvoller, viel solidarischer und vorallem VIEL effektiver. Und zwar für die Weltgesundheit!

Wie sehr dieser Virus wüten kann, sieht die Welt in Italien. Und doch revidiere ich meinen Verdacht nicht, dass die Enteignung sowie der finanzielle Ruin der Kleinen zugunsten internationaler Monopolisten (s. etwa hier und hier) ein verdecktes Motiv für die außergewöhnlichen Maßnahmen sind. Ein Reset unseres Finanzsystems steht schon lange an (Stichwort *Jubeljahr*). Es deutet gar darauf hin, dass es noch viel ungeheuerlicher sein könnte. Doch um bereit zu sein, sich mit derlei Skrupellosigkeit auseinanderzusetzen, muss man es mit dem Anspruch des Regisseurs Kurosawa halten: *Ein Künstler schaut niemals weg*, denn man blickt tief in die Bösartigkeit der Menschen. Wahrlich, die Hölle muss niemand mehr erfinden, die Erde ist bereits die Potenz davon.

Eigentlich kann man sich gar nicht hindenken wie perfide höhere Interessen umgesetzt werden, hätte Arte nicht hilfreich und parallel zur momentanen Krise die Dokumentation *Bloß keine Tochter* ausgestrahlt. Der Film zeigt, dass der gravierende Frauenmangel kein nationales, selbst verschuldetes Phänomen einzelner (asiaischer) Länder ist, sondern Folge gezielter Bevölkerungspolitik von Industrienationen nach dem Zweiten Weltkrieg sowie deren Angst vor einer Bevölkerungsexplosion. Hilfspakete wurden an die Auflage von Geburtenkontrolle gekoppelt. Das Thema der indischen Massen-Zwangskastrationen und -sterilisationen der untersten Kaste beschreibt ebenso der von mir kürzlich gelesene Roman *Das Gleichgewicht der Welt*, der mich fassungslos zurücklies.

Warum soll die Angst vor dem Bevölkerungswachstum der führenden Riegen mit dem Klimawandel weniger geworden sein? Ein Virus wie dieser könnte zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: während man Kapital umschichtet, wird gleichzeitig die Bevölkerung dezimiert. Ja, ich weiß, eine wahrlich ungeheuerliche Vermutung.

Nun wird eine Diskussion angestoßen, in der man Volksgesundheit gegen Wirtschaftskraft gegeneinander abwägen will. Zwei Prinzipien, die sich aus ethischen Gesichtspunkten noch nicht einmal berühren dürften (ein guter Moment, um sich den kaputt gesparten Gesundheitssektor - nicht nur in Deutschland - in Erinnerung zu rufen). Müsste man sich in Entweder-Oder-Manier für einen Wert von beiden entscheiden, kreiert man eine klassische Zwickmühle. Bref: das Covid-Virus ist das eine, was die Politik daraus macht das andere.


Über einen Gedankengang, der mehr und mehr gestreut wird, geriet mein Blut derart in Wallung, dass es mir den Schlaf raubte. Denn um die obige Überlegungen auf die Spitze zu treiben, wird nun auf beispiellose Weise versucht, Alt und Jung gegeneinander auszuspielen: Es könne nicht sein, sagte der Vize-Gouverneur von Texas in einem Fernsehinterview auf Fox News, dass die Wirtschaft der Coronakrise geopfert werde. Man müsse wenigstens diskutieren, ob nicht die älteren Bürger geopfert werden sollten. Unter der Rubrik: *Die Alten sterben sowieso*. Eine Idee, die wohl mehrere für nachdenkenswert halten: *Retten wir Leben oder verlängern wir das Sterben?*. Oder: *Altenheime sind wahre Zeitbomben*. Oder manche Länder wie Malta isolieren nun Menschen über 65...

Merken wir eigentlich noch, wie verkommen wir sind? Wie sehr wir von jedem guten Weg abgekommen sind. Wie sehr ohne Werte und Moral? Jeder Mensch durchläuft den gleichen, biologischen Zyklus - wie kann in der Bewertung eines Menschenleben unterschiedlich gewichtet werden, an welcher Stelle der einzelne in diesem Zyklus steht? Sollte man vielleicht Waffen an die Jugend verteilen, um dem Elend der Alten ein schnelleres Ende zu bereiten? Ersticken soll ja ein sehr qualvoller Tod sein. Und im Falle von Covid zudem ein einsamer. Wohlangemerkt sei: Covid verschont die Jungen nicht, auch sie können daran sterben - nur im Vergleich weniger häufig.

Sämtliche indigenen Völker zeichnen sich darin aus, dass sie ihre Alten besonders ehren. Gut, sie leben auch im Einklang mit der Natur - eine Harmonie, von der der moderne Mensch sich schon längst abgewandt hat. Die degenerierte Industriegesellschaft verdreht diesen Respekt in die andere Richtung: Kinder laufen nicht mehr selbstverständlich mit sondern werden helikoptert - was sich widerspiegelt in einem angezogenen und ausgeprägen Eigensinn und Starrsinn, wie Heidi Keller, Professorin für Psychologie, darlegt: *Wenn Kinder bei uns sich malen, füllen sie das ganze Blatt, Kinder in kamerunischen Dörfern malen sich winzig klein. Sie sehen sich dort als Teil eines sozialen Gefüges, wir sind sehr raumgreifend.*
  
Mir ist, als hätten die Industrienationen die amerikanische Konsum-Kultur so verinnerlicht, dass uns gar nicht bewußt wird, dass wir das *America-first*-Prinzip bereits individualisiert haben: *Ich zuerst - nach mir die Sinnflut.*

Doch - um wieder etwas Licht ins Dunkel fallen zu lassen - jede Krise beinhaltet auch eine Chance, wie Frau Novemberregen so trefflich schreibt: Es sind merkwürdige Zeiten, in denen alles unglaublich beschleunigt passiert, aber gleichzeitig auch alles in einer unglaublichen Klarheit reduziert ist, alle Sterne brillieren, alle Sollbruchstellen brechen, es gibt sehr wenig "dazwischen" im Moment.* Der Putz brökelt - jeder kann nun zeigen, was darunter zum Vorschein kommt. Für Wahrheitssuchende gibt es viel zu entdecken...


Wie heißt es so schön: Poesie ummantelt die bittere Pille der Wahrheit mit Zucker. Es gibt Kuchen zum heutigen Text. Mit der Symbolfrucht der Erkenntnis: einen Apfelkuchen mit extra viel Apfel. Man könnte auch sagen Apfel mit etwas Teig...

Zutaten - eine Springform:

125 Butter
90g Rohrzucker
3 Eier
1/2 P Backpulver
200g Mehl (m: D630)
50g geröstete, gemahlene Haselnüsse
1 1/2 kg Äpfel (m: ca. 1 1/4 kg)
(Saft 1/2 Zitrone) 
1/2 Tonka-Bohne, Abrieb davon

40g Butter
2 EL Rohrzucker  mit Zimt
(oder Sugar-Spice)

Zubereitung:

Eine Springform buttern und mit Mehl bestäuben.

Äpfel schälen und in große Stücke schneiden (je nach Größe der Äpfel in Achtelstücke) und mit dem Zitronensaft beträufeln.

Butter mit dem Zucker cremig aufschlagen und dann nacheinander die Eier umrühren. Zuletzt Mehl zusammen mit dem gesiebten Backpulver unterrühren (m: 2 EL Ofen-Apfelmus untergemischt).

Äpfel unter den Teig mischen und dann in die vorbereitete Springform feben und etwas glätten (so gut das eben geht).

Im vorgeheizten Backofen bei 200 °C Ober-/Unterhitze auf der unteren Schiene ca. 50 bis 55 Minuten backen. Nach 45 Minuten mit viel flüssiger Butter bestreichen (m: Butterflöckchen darauf verteilt) und mit Zucker samt Gewürz der Wahl (Zimt oder Sugar-Spice) bestreuen. 


Sollte der Kuchen zu dunkel werden mit etwas Backpapier abdecken.

Anmerkung vom Original-Rezept: Es scheint zwar, dass es zu viele Äpfel sind im Verhältnis zum Teig, aber keine Angst. Der Teig sucht sich seinen Weg durch die Äpfel und dient eigentlich nur als zusammenhaltende Form für die Äpfel.  


Anmerkung m: Ich hatte das Back-Pu vergessen - hat trotzdem funktioniert, doch empfehlenswerter ist es, den Teig damit etwas aufzulockern. Ein wirklich safiger Kuchen, der sich ganz prima mit Schlagsahne essen lässt. Ach, und auf dem einen Bild mit den Wildtulpen ganz links: da wohnen wir...

Inspiration: CK
 
die Wild-Tulpe - jedes Frühjahr eine Erscheinung

Kommentare :

  1. Schon jetzt und nicht erst nach dem Virus wird die Welt neu geordnet. Eine kräftige Inflation ist nicht mehr abzuwenden, Einschnitte in demokratische Grundrechte werden ausgeweitet und nicht mehr voll zurückgenommen und vieles mehr.
    Die Welt wird sowohl im Kleinen als auch grenzübergreifend neu geordnet - das ist ganz sicher. Und ganz sicher ist ebenfalls, dass die neuen Regeln nicht Sorge tragen für den kleinen Mann, sondern von weltumspannenden Multi – Firmen (die schon heute keine Steuern zahlen). Zu diesen Ängsten sagent uns die Politik nichts. Vielleicht besser so, denn Worte und Taten gehören in der Politik selten zusammen.
    Wilhelm

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    1. Gerne würde ich Ihnen, Wilhelm, antworten, dass das schon sehr extrem tönt, was Sie schreiben und Sie wohl vom Schlechtesten ausgehen. Aber ich kann mich nur neben Sie stellen. Dann lasse ich mich mit ihnen gemeinsam als dummer Schwarzmaler beschimpfen, wenn alles anders kommen sollte - allein mir fehlt der Glaube. Wäre das hier ein Wunschkonzert, hätte ich andere Visionen - Sie vermutlich auch!

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  2. Ach, ja: In der Krise zeigt sich der Charakter! (H. Schmidt)
    Meine beiden Töchter plus Schwiegersohn arbeiten in der Medizin , als Arzt oder an sehr, sehr exponierter Stelle. Sie haben im Moment 18-20-Stundentage und Diskussionen über Grenzen offen oder nicht bringen sie leicht zum Kochen. Deutschland nimmt seit Tagen schwerstkranke Patienten aus Italien und Frankreich auf, mehr Soidarität sehe ich nirgendwo. Und die Alten, ach, die haben doch ihr Leben hinter sich und kosten nur unnötig Rente...Wie durfte ich in einem Bericht aus dem Elsass lesen: Man habe entschieden, über 80 nicht zu beatmen, aber für eine schnelle Sterbehilfe zu sorgen. Früher nannte man soetwas anders. Ich finde es ausgesprochen fatal, den Ursprung einer solchen Erkrankung anderer Stelle zuzuordnen, als sie es ist. Und alle Verschwörungstheorien helfen leider nicht einen Schritt weiter. Die wirklichen Helden stehen im Krankenhaus an den Intensivbetten und sehen zu, wie die Menschen trotz allem langsam ersticken. Ich möchte mit keinem tauschen. Und ich persönlich finde jede Form der Einschränkung für eine solche Zeit gerechtfertigt und nehme alle kleinen und großen Erschwernisse dafür in Kauf. Darüber hinaus überlasse ich den Fachleuten, zu entscheiden, was richtig und falsch ist. Den Wirklichen, nicht den Neu-Erstandenen, die täglich irgendwo ihre tollen Wahrheiten verkünden. Bleiben Sie Beide, so gut es geht, gesund! Herzlich, Sunni

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    1. Um ganz ehrlich zu sein, Sunni, verstehe ich Ihren Kommentar nicht ganz - da geht einiges etwas durcheinander. Sie finden, mit 80 hat man ausgedient? Ich merke, dass Sie sich mit meiner Position nicht weiter auseinander gesetzt haben: Sie haben weder die Arte-Doku gesehen, noch den Roman gelesen, weder die Nachdenkseiten aufgeschlagen oder Dirk Müller zugehört. Um miteinander diskutieren zu können, erwarte ich - für diesen Post - mehr als Geschichten aus Familien-und Bekanntenkreis. Deshalb dürfen Sie Ihre Eindrücke natürlich gerne behalten - ich will hier niemanden von irgendetwas überzeugen. Danke für Ihre Wortmeldung mit herzlichen Grüßen...

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    2. Ich dagegen glaube, Sunnis Kommentar ganz gut zu verstehen und teile ihn: Verschwörungstheorien helfen nicht (und bislang habe ich diese auch immer eher bei Reichsbürgern und anderem rechten Gesindel verortet), die Ma§nahmen zur Corona-Pandemie basieren auf wissenschaftlichen Erkenntnissen - Sie kennen vielleicht den Podcast des Virologen Drosten? Falls nicht, gro§e Empfehlung! Quellen wie Dirk Müller dagegen, der als Fondsmanager selbst wenig erfolgreich ist, die Berichterstattung seriöser Medien verunglimpft und häufig durch AFD-nahe Kommentare auffiel, würde ich wohl eher misstrauen.
      Bleiben Sie gesund!
      Susanne

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    3. Mir ist klar, Susanne, dass Menschen, die in der großen, warmen Blase des Mainstreams zuhause sind, sich schnell bedroht und angegriffen fühlen von kritischen Äußerungen: alle außerhalb sind halt Extremos. Das hat zum einen mit dem Energie-Erhaltungssatz zu tun (ein spannendes Phänomen - ich hatte es schon ausführlich darüber), mehr aber noch hängt es damit zusammen, dass solche Menschen gewohnt sind, vorgefasste Meinungen zu übernehmen.

      Pauschal findest du meine Position völlig abwegig, ohne dich mit meinen Quellen auseinander gesetzt zu haben (s. Sunni). Welchen Einwand gibt es gegen Arte? Und im Falle von Dirk Müller offenbart sich, wie oberflächlich du ihn dir angeschaut hast (Hören-Sagen?) - denn wäre es anders, dann wüßtest du, dass er mit seinem Fond gerade jetzt (wo die Börse abschmiert) sehr erfolgreich ist. Wie zufrieden hingegen Christian Drosten mit der Berichterstattung der sog. *seriösen Medien* ist, kann man im Deutschlandfunk nachlesen: https://www.deutschlandfunk.de/covid-19-virologe-christian-drosten-erwaegt-rueckzug-aus.2849.de.html?drn:news_id=1116032

      Mein Blog steht für eigenständiges Denken, das versucht über Logik Inhalte miteinander zu verknüpfen. Dazu möchte ich auch meine Leser ermutigen.

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  3. Darauf habe ich gerwartet, dass man dich mit deinen System kritischen Gedanken in die Verschwörungstheoretiker-Ecke schiebt ;-)

    Das ist nämlich immer leichter, als sich über unbequeme Inhalte tiefere Gedanken zu machen. Ich habe die Arte-Doku auch gesehen und war entsetzt, was Menschen Menschen antun. Mit solchen Beispielgeschichten muss man alles für Möglich halten. Leider.

    Meine Rückendeckung hast Du, Micha, ich bin froh, dass es Blogs wie den Deinen gibt! Das wollte ich dir schon längst mal gesagt haben! Vielen Dank, dass Du uns an Deinen Gedanken teilhaben lässt. Lass Dich nicht durcheinander bringen!

    viele herzliche Grüße aus Berlin, Marianne

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    1. Da ist echt was dran, Marianne, die Systemkritiker schiebt man gerne in die Schublade der Verschwörungstheoretiker, wenn nicht - wie in anderen Ländern - direkt ins Gefängnis. Ist die Arte-Doku nicht ein Brett? Ich dachte bereits bei der Lektüre von *Das Gleichgewicht der Welt*, was stimmt mit Indien nicht. Ich wäre aber nie auf die Idee gekommen, dass hinter diesen Abscheulichkeiten noch andere, verdeckte Drahtzieher stecken... Abseits vom Mainstream weht ein rauherer Wind - da tut Unterstützung besonders gut. Vielen Dank für den freundlichen Kommentar!

      mit besten Grüßen zurück nach Berlin!

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  4. Uff.... Zum einen unglaublich, was man hier bei dir verpasst, wenn man mal einige Wochen lang zu nicht sehr viel kommt. Zum anderen ... Uff. Ich weiß nicht, was ich denken soll...
    Alles Liebe, Micha, pass auf auf dich und deinen Habib ...

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    1. Ja, Maria, ich finds auch schwer verdauliche Kost. Hätte ich in dieser Situation, mit dem Vorverdacht nicht obendrein diese ARte-Doku angesehen - ich hätte es weggeschoben. Wobei ich davon überzeugt bin, dass viel Übel auf der Welt überhaupt passieren kann, weil ein Großteil der Menschen lieber wegschaut. Wäre dem anders, würde (beipsielsweise) BEI WEITEM nicht mehr so viel Fleisch gegessen werden...

      Passt ihr auch auf euch auf - es sind unruhige Zeiten!

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  5. Liebe Micha,
    dein Beitrag ist so vielschichtig und schneidet so viele Themen an, dass ich erstmal eine ruhige Minute brauchte, um zu schreiben. Ich glaube einer Tatsache müssen wir ins Auge sehen - auch wenn es (uns friedliebenden Menschen) umso schwerer fällt: Der Mensch ist zu Grausamkeit gegenüber seinen Artgenossen und sowieso allem fähig, wie man sie sonst nirgends mehr in der Natur findet. Auf deinen Link hin habe ich begonnen die Arte Doko anzusehen und aufgehört. Ich wollte ganz ehrlich nicht mehr weitergucken und jetzt gerade erst recht nicht. Eigentlich nie, aber, wie du schon schreibst - wegschauen gilt nicht. Aber, ach, viel lieber würde ich meinen Blick in dem leuchtenden Gelb der Wildtulpen vor strahlend blauem Himmel versenken. Wie SCHÖN bitte ist dieser Anblick! Das wollte ich doch auch unbedingt kommentieren. Diese Schönheit einerseits und anderseits gibt es auch die Hölle. Gar nicht weit. Gleichzeitig.
    Zum Interview mit der (kinderlosen) Heidi Keller möchte ich anmerken: Da hat sich irgendwas bei mir innerlich gesträubt und ich finde ihre Argumentation nicht ganz schlüssig. Klar, ich gebe ihr recht - hierzulande werden Kinder oft helikoptert, ungesund instrumentalisiert und in den Mittelpunkt gestellt. Keine Frage. Is so. Nicht immer, aber bestimmt mehr als in deinem Dorf in Kamerun. Dass dort aber die Kinder der selben Altersgruppe sich winzig klein und hier die Kinder sich riesig groß malen, wage ich anzuzweifeln. Sagst du einer Dreijährigen: "Mal mal dich!", wird sie dich verwundert angucken und ihr übliches Kritzelkrakel malen - meistens übers ganz Blatt. Vielleicht erklärt sie dir dann: Das bin ich, und das ist die Katze und hier grün und da Regenbogen... Und ich könnte mir vorstellen, dass das bei einer Dreijährigen in Kamerun nicht anders ist - einzig - die Verfügbarkeit von Papier und Stiften ist bestimmt nicht die Normalität, die wir unseren - in dieser Hinsicht privelegierten - Kindern hier bieten. Schaue ich hingegen Bilder von 6 jährigen an - sieht man da doch ganz oft "Vater-Mutter-Bruder/Schwester-ich" - oder täusche ich mich? Und ja, auch ich möchte meine Kinder immer ermutigen selbstbewusst durchs Leben zu gehen. Ist das nicht auch das, was wir an den Federica de Cesco Protagonistinnen so fesselnd fanden? Selbstbewusstsein darf halt nicht verwechselt werden mit Narzissmus, Ignoranz, Egoismus... Dafür ein gut Blatt gut auszufüllen spricht ferner: Kind länger beschäftigt. Papier optimal ausgenutzt... ;-) Sooo, zu GUTER Letzt: Der Kuchen sieht sehr, sehr lecker aus und deine Teller- und Tischwäschesammlung muss wirklich gigantisch sein! Rezept ist gespeichert für die Verwertung der letzten Herbstschrumpeläpfel. Ganz herzliche Grüße an euch! Hannah

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    1. Du hast natürlich recht, Isabell, dass ich mit meinem Beitrag nicht unbedingt etwas zur Corona Debatte beitrage. Dies wissend, hatte ich ja vorweg genommen, dass ich Michas Beitrag derart vielschichtig und voller diskussionswürdiger Themen empfinde. Dass ich mich in meinem Kommentar dann wiederum nur auf eines der "Randthemen" konzentriert habe, mag an meiner aktuellen Lebenssituation / - phase liegen, die den Fokus vielleicht manchmal etwas (gnädig) verschiebt. Ich hätte der Corona Diskussion einfach nichts Wertvolles hinzuzufügen. Alles, was es da zu sagen und zu hinterfragen gibt, haben Micha, sowie einige "Vorkommentator(innen) bereits gesagt. Ich sehe mich nicht in der Lage dem noch etwas hinzuzufügen. Wiederum lebenssituationsbedingt komme ich nämlich auch nicht dazu mich umfassend und sehr genau mit dem Thema zu befassen, insofern bin ich sehr froh, wenn ich hier mitlesen kann und Menschen zuhören kann, die sich in kluger Art unabhängige und tiefe Gedanken machen. Dazu gehört auch dein Beitrag. Und dennoch wollte ich einfach auch gerne die schönen Tulpen und das Rezept kommentieren - weil ich es auch sehe und höre und froh bin, dass es neben "Corona" noch andere Themen gibt. Alles Gute wünscht Hannah

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    2. Tatsächlich, Hannah, ist die zentrale Quelle, mit der ich meinen Verdacht untermauere die Arte-Doku - wer die nicht gesehen hat, wird mich schwer(er) nachvollziehen können in meinen weiteren Schlußfolgerungen. Sämtliche bestärkende Mails, die ich zu diesem Thema erhalten habe, hatten diese Doku ebenfalls verfolgt.

      Und um nochmals (für dich ;) auf den Heidi Keller Artikel einzugehen: als vielgereiste Kinderlose teile ich ihre Beobachtung, dass Kinder in anderen (nicht indstriellen) Kulturen sehr viel weniger Aufmerksamkeit (Raum) benötigen. Denen ist klar, dass sie existentiell von ihren Eltern (Versorgern) abhängig sind - sonst gibt es nichts zu essen. Ein unbewußtes Wissen, so wie die Kinder in den Industrieländern merken, dass deren Erzieher sehr oft emotional von ihnen abhängen. Es sind die Kinder, die häufig die Entscheidungsträger sind (etwas, was eigentlich Erwachsenenaufgabe wäre). Darin, derlei Inhalte abzugreifen, gleichen Kinder in ihrem guten Instinkt Tieren. Deshalb liebe ich die Hundtrainer-Serie mit Martin Rütter sehr - dabei wird hauptsächlich thematisiert, wie man klare Grenzen zieht. Außerdem bin ich davon überzeugt, dass man lediglich *Äußerlichkeiten* (Benimm) anerziehen kann (und sollte). Das *Eigentliche* reproduziert sich über Vorleben. So braucht es, damit sich *echtes Selbstbewußtsein* (im Gegensatz zu seinem falschem Zwilling, wie du das bereits abgegrenzt hast) einstellt, vorallem Harmonie - nur in dieser Athmosphäre kann Gutes gedeihen. Zum anderen halte ich einen individuellen Draht nach drüben (sprich: Spiritualität) für zentral (s. auch Federica de Cesco ;)

      Und ja, sind diese Wild-Tulpen nicht eine Augenweide...
      liebe Grüße an alle...

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    3. ... ich wollte noch angemerkt haben: soweit die Theorie :))

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  6. Jetzt sind wir in der glücklichen Ausgangslage in einer Demokratie unsere freie Meinung äußern zu können und die sei auch jedem Kommentator unbenommen. Zu einer sinnvollen Diskussion trägt hingegen nur bei, wer sich zum Thema äußert.
    Nun ist diese Krise sicher besonders, da sie alle Menschen weltweit betrifft und uns zumindest hier in Deutschland seit Ende des 2. Weltkrieges – glücklicherweise- zum ersten Mal wieder mit der Angst konfrontiert, die uns Menschen auf die Urinstinkte des Überlebens zurückwirft. Gesundheitliche, familiäre, finanzielle, existenzbedrohende, wirtschaftliche Ängste - zumindest eine Seite wird bei jedem von uns angesprochen (und zusätzlich von den Medien geschürt).
    So fällt jede Information, die wir aufnehmen, auf einen individuellen emotionalen Nährboden, der diese unterschiedlich verarbeitet. Dazu empfehle ich gerne, sich mit 4 Ohren Modell nach Friedemann Schulz von Thun auseinanderzusetzen. Danach enthält jede Information vier Botschaften gleichzeitig:
    Sachebene (Daten, Fakten, Sachverhalte)
    Selbstkundgabe (Gefühle, Werte, Eigenarten und Bedürfnisse)
    Beziehungsseite (wertgeschätzt oder abgelehnt, missachtet oder geachtet, respektiert oder gedemütigt)
    Appellseite (Wünsche, Appelle, Ratschläge).
    Möglicherweise ist das Hören mit dem Beziehungsohr eine denkbare Erklärung für manche auch für mich nicht nachvollziehbare Kommentare.
    Auch ich habe mich zu Beginn der Corona Epidemie (da hatte das Virus noch nicht mal einen eigenen Namen) gefragt, was macht diese Epidemie anders als die Vogel- oder Schweingrippe zuvor und wurde das Gefühl nicht los „die verschweigen uns doch was die Chinesen“. Was rechtfertigt solche einschneidenden Maßnahmen im Vergleich zu der viel höheren Letalität von Vogel- oder Schweingrippe, dessen Erreger der gleichen Virusfamilie entstammt. Keiner will sich vorstellen, dass das Virus willentlich in Bewegung gesetzt wurde, aber ist es erst mal unterwegs, stellt sich die Frage nach dem Maß der Maßnahmen: angemessen für die Erkrankten, für die Gefährdeten, tragbar für die Gesellschaft, wer hat einen Nutzen davon, was bedeutet das für mich etc.. Spendet Jeff Bezos seinen Zugewinn durch die Krise (meinetwegen nach Abzug seiner zusätzlichen Betriebskosten) an die Einzelhändler, deren Umsätze jetzt zusätzlich bei ihm landen, damit es diese auch nach der Krise noch gibt? Das wäre doch mal was (und auch nur ein Beispiel).
    Um sich das Ausmaß der Maßnahmen zu erklären, ist eine „von oben eingefädelte Umverteilung“ eine der Möglichkeiten und in Hinblick auf die im Post zitierten Quellen keineswegs undenkbar. Hier wird regierungsseitig darüber nachgedacht, Handydaten auszuwerten, um dem Weg des Virus zu folgen. Wer garantiert, dass die Daten nur dafür verwendet werden? Was ist mit dem Datenschutz? Gilt der hier nicht? Wer stellt sicher, dass der Datenschutz anschließend (und wann ist das?) auch wieder in Kraft gesetzt wird? Oder wird die Pandemie in dem Fall nur benutzt und die Daten zweckentfremdet? Woher wissen sie, dass das nicht passiert? Und wenn die lieben Kommentatoren so sicher sind, dass Micha mit ihren Überlegungen falsch liegt, auf welche Quelle berufen sie sich? Auf die Wissenschaft jedenfalls nicht. Die Wissenschaft entscheidet politisch nichts, auch Herr Drosten nicht (sagt er selber im Interview mit der Zeit vom 20.März). Wissenschaftler forschen und werden an ihren Ergebnissen, an ihren nachprüfbaren, wiederholbaren, belastbaren Daten gemessen (übrigens ungeachtet ihrer politischen Gesinnung). Aufgrund ihrer Erfahrung (Irren inbegriffen) schaffen sie die fachliche Grundlage für politische Verfügungen. Ihrer Expertise zu folgen oder nicht, liegt in der Hand der vom Volk gewählten Mandatsträger. Die medizinische Beratung ist sicher nicht die einzige, die für die Entscheidung über die Maßnahmen berücksichtigt wurde, die anderen sind nur für uns nicht präsent.

    Ich musste den Kommentar leider teilen, Herzlichst Isabell

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  7. Nach vielen Diskussionen mit meinem Lebenspartner und dem Versuch sich in seriösen Medien ein eigenes Bild zu machen, sind wir persönlich zu dem Schluss gekommen, dass es einen wesentlichen Unterschied zu allen vorherigen Epidemien und der jährlich wiederkehrenden Influenzawelle gibt:
    Es gibt eine messbare Therapieoption: Ein intensivpflichtig erkrankter COVID 19 Patient ein Beatmungsgerät, mehr Patienten als Beatmungsgeräte bedeuten nicht alle Patienten erhalten Beatmung. Wer therapiert wird, entscheidet der behandelnde Arzt. Und wer legt die Kriterien fest? Alter und wenn ja ab welchem? Rentner? Nicht mehr Reproduktionsfähige? Aussicht auf Genesung? Geld? Versicherungsstatus? Reihenfolge? Lebensleistung? Hautfarbe? Die Liste ist beliebig erweiterbar und hängt eng mit Ethik der Gesellschaft zusammen. Was macht unsere Gesellschaft aus, wie wird ihr Wert bemessen, nur nach dem Bruttosozialprodukt, oder auch nach dem Bruttonationalglück wie in Bhutan oder zumindest in Anteilen davon?
    Um genau diese menschliche Auslese nicht treffen zu müssen, muss die Zahl der Beatmungsgeräte auf die Quote des beatmungspflichtigen Prozentsatzes der COVID 19 Infizierten angehoben werden. Vom Start weg hatte Deutschland mit ca. 25.000 Intensivbetten in Bezug auf die Bevölkerung schon mal eine deutlich bessere Position als die meisten anderen Länder. Also gilt es Zeit zu gewinnen, die Ausbreitungsgeschwindigkeit zu verlangsamen, um die Anzahl der Beatmungsplätze in der Zwischenzeit aufzustocken, so dass JEDER beatmungspflichtige Patient behandelt werden kann.
    Um es knackig zu machen: Keine Geräte, viele Tote.
    Offensichtlich sind wir Deutschen prädestiniert, als Lemminge immer schön in der Masse zu marschieren und es ist ein Segen, dass es Menschen wie Dich gibt Micha, die sich trauen, auch nicht massentaugliche Meinungen zu äußern, um so einen Austausch zu beginnen, von dem wir meiner Meinung nach alle nur profitieren können.
    Ich wünsche allen ein gutes Durchkommen durch diese Krise, gesundheitlich, wirtschaftlich und seelisch, herzlichst Isabell

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    1. Vielen Dank fürs echte Mitdenken, Isabell! Es freut mich natürlich besonders, wenn ich dazu anregen kann, sich selbst Gedanken zu machen. Ich behaupte ja nicht, dass ich recht habe (lieber wäre mir sogar nicht). Aber ich lege da, wie ich zu diesem Verdacht komme.

      Und dabei ist mir bewußt, was die Psychologie festgestellt hat, nämlich dass ein einmal gefälltes Urteil alle weiteren Informationen zu dem dazugehörigen Thema derlei einsortiert, als dass sie das ein Mal gefällte Urteil stützen. Es gilt also auch sich selbst immer wieder auf den Prüfstand zu stellen - so wie du mit deinen 4 Ebenen einer Botschaft darauf hinweist, dass man seine individuellen Filter zu überprüfen hat.

      Außerdem bin ich mir durchaus bewußt, dass der Ausnahmezustand um Covis-19 eine komplexe Angelegenheit ist. Mir fehlen Informationen (wie sie etwa Geheimdienste ect.pp. haben) und ich maße mir bestimmt nicht an, SÄMTLICHE Maßnahmen als falsch zu beurteilen! Wer bin ich? Eine kleine Blog-Betreiberin. Deshalb darf ich aber doch trotzdem kritisch hinterfragen, oder? So wie du und dein Lebensgefährte es auch machen. Ethik und Werte sollte man sie generell nicht von anderen vorgeben lassen, sondern selbst wissen, wofür man einsteht.

      Die Lemminge jetzt und hier wären auch die gleichen Lemminge in China oder Russland - das hat mit dem System nichts zu tun. Das ist Charaktersache. Ja, ich bin froh, dass ich meine Zweifel offen aussprechen kann (selbst wenn die Aufrufzahlen verdeutlichen, dass ich offensichtlich *Stichwörter* triggere).

      Wie symbolisch - befanden der Habib und ich - dass Christian Drosten gestern die Stimme zu einem weiteren Podcast versagte und dass, wo er bereits Ende letzter Woche sein Unwohlsein laut machte, politisch instrumentalisiert zu werden...

      Herzlichen Dank nochmals, Isabell, dass du dir die Zeit genommen hast, diese Zeilen einzutippen. Schön, dich unter meinen LeserInnen zu wissen...

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