Insider-Geschichten: türkisches Pilav mit Halloumi

Sonntag, 16. August 2020

Zur Einweihungsfeier unserer neuen *Sonne & Lavendel*-Homepage habe ich mir beim morgendlichen Hulahupsen ausgeheckt, eine Festwoche zu veranstalten und zwar mit Insider-Geschichten rund um das Vermieten von Ferienwohnungen. Ich öffne für euch quasi - dem obersten Hotelerie-Gebot der Diskretion zu trotz - das Nähkästchen. Zumindest ein bißchen.

Ich beginne mal ganz allgemein. All jenen, die Ferienwohnungen oder ein Ferienhaus besitzen, werde ich nichts Neues erzählen. Denn sämtliche haben ähnliche Erfahrungen gemacht - es hat sich im Austausch zigfach bestätigt, dass es nicht nur uns so erging.

Und zwar erinnert sich die entfernteste bucklige Verwandtschaft wie längst vergessene Bekannte an die doch gute Verbindung, die man angeblich einst gehabt hätte und zwar just in dem Moment, in dem es bei denen um die Urlaubsplanung geht. Selbstverständlich bevorzugt für die Hauptsaison, die in Europa sowieso recht kurz ist. Da erreichen einen überrumpelnde Telefonate, zuckersüße Mails oder man steht gar als plumper Überraschungsgast vor der Tür à la *man war gerade in der Gegend*. Sehr beliebt bei uns war auch die verniedlichende aber sehr direkte Formulierung: *Wir kommen euch mal in eurem kleinen Häuschen besuchen* oder aber (mit kleiner Drehung von hinten durch die Brust): *Sollen wir mal vorbeikommen?*

Das wäre ja alles so-weit so-schön würde nicht vergessen werden, dass wir vom Vermieten der Ferienwohnungen leben müssen. Das ist unser Beruf. Zuerst kommt der finanzielle Ernst dann der Spaß. Das mögen gerade die, vor deren geistigem Auge der ultimative Schnäppchen-Urlaub aufploppt, hervorragend verdrängen können. Wir weniger. Oder ganz mit Katharina Thalbach: *Wir leben im Kapitalismus, da regiert das Geld, Mammon ist der Gott. Ich bete für andere Werte, aber muss leider auch zahlen.* Und dass das Vermieten von Ferienwohnungen so möglich ist, wie es heute möglich ist, dafür hat vor allem der Habib viele viele Jahre hart geschuftet!

Hinzu kommt, dass solche Besuche sehr schnell zur Belastungsprobe einer Freundschaft werden können. Denn die Erwartungshaltungen kleben gerne an der Decke, *wenn sie doch jetzt gerade eindlich einmal zu Besuch sind*. Leichterdings wird ausgeblendet, dass wir zur gleichen Zeit keinen Urlaub haben - und wir daher die gemeinsamen Momente irgendwie zurecht stückeln können müssen. Außerdem reden wir seltenst von einem Kurzbesuch wenn extra nach Südfrankreich runtergefahren wird. Sprich: ein gemeinsames Abendessen mit Bekannten ist eigentlich immer launig, aber auf einen Schlag eine gemeinsame Woche zusammen zu verleben, kann selbst unter best buddies zu Reibereien führen.

Ihr könnt euch also vorstellen, wie praktisch oder unpraktisch es manchmal ist, Ferienwohnungen zu haben. Es hat Vorteile, es hat Nachteile - mal so rum mal andersrum. Oder ums in Fränzi-Manier zusammenzufassen: c'est la vie! In unserem Fall das von einem Paar, das gemeinsam Ferienwohnungen in Südfrankreich vermietet.

Einen Gewürzreis (nach Schubeck) gibt es im Blog-Rezeptefundus bereits, diesen hier entdeckte ich über Petra - die just ein weiteres schönes Pilav bei sich vorstellte. Dieser hier gefiel mir deshalb direkt richtig gut, weil Reis und Fadennudeln zusammengebracht werden. Eine Kombi, die in unseren Breitengraden bereits exotisch anmutet. 

Mir hat dieser Reis hervorragend geschmeckt - auch im Zusammenspiel mit dem lauwarmen Bohnensalat samt viel Bohnenkraut und dem gebratenen Halloumi, den mir ein Feriengast als freundliches Mitbringsel ins französische Outback mitbrachte (coucou Barbara). 

Zutaten 2P*:

2 EL Butter
1 EL Olivenöl
75g geschälte Mandelstifte
2gehäufte EL Fadennudeln
1 kleine Zwiebel, sehr fein gewürfelt
1 kleine Karotte, sehr fein gewürfelt
150g Langkornreis (m: Halb-Vollkorn)
100g Erbsen, gefroren
1/2 TL gemahlener Piment 
1/2 TL Kardamom
1 Messerspitze Kurkuma
Salz und frisch gemahlener Pfeffer
(m: 2 EL Tamari-Sauce)

Zubereitung

Für den Reis: In einem flachen Topf Butter und Olivenöl erhitzen und Mandelstifte etwas andünsten. Es fängt bald an zu Schäumen, die Hitze etwas reduzieren. Sobald die Mandelstifte anfangen, Farbe anzunehmen, die Fadennudeln dazu geben und weiter braten, bis diese gut gebräunt sind. Zwiebeln und Karotten einrühren und andünsten. Reis dazu geben und anbraten. Der Reis sollte immer noch etwas schäumen. Die Gewürze unterheben. Mit 300 ml Wasser aufgießen und zum Kochen bringen. Salzen und Pfeffern und den Reis mit dem Deckel schließen (ich brauchte etwas mehr Wasser, weil ich meinen Halb-Vollkorn-Reis verwendete, der gut 35min braucht, bis er gar ist)
 
Hitze reduzieren. Sobald die Flüssigkeit aufgesogen ist (dauerte bei mir etwa 20 min - kurz vorher gab ich die Erbsen dazu und nicht wie im Original mit dem Wasser zusammen) und den Herd ausschalten. Zwischen Deckel und Topf zwei-drei Lagen Papiertücher klemmen, mit dem Deckel fest schließen und Reis auf der warmen Herdplatte 15-20 Minuten ruhen lassen. (m: mit Tamari-Sauce abschmecken).

Anmerkung m: die Portion ist recht großzügig für zwei

Durch die Art und Weise der Garmethode den Deckel mit zwei Küchentüchern fest zu verschließen, ziehen die Gewürze wunderbar in den Reis - diese Machart hat sich ohne Umschweife fest in meinem Kopf verankert und wird euch in Kürze wieder hier begegnen.

Mich erinnerte dieses Reisgericht außerdem an das Ottolenghi Mejara, was ich auch mal wieder auf den Tisch bringen könnte...

Inspiration: Semilicious

 

6 Kommentare

  1. Das kann man sich lebhaft ausmalen, wie derlei Selbsteinladungen von statten gehen :-))! Den Reis werde ich uns morgen kochen, der wird auch meiner türkischen Hälfte gut gefallen!

    viele liebe Grüße, Susi

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    1. Was haben uns andere mit Ferienwohnungen Anekdoten erzählt, Susi, die genauso mit der Tür ins Haus fallen - das gehört wohl dazu ;)
      Ich bin gespannt, ob es für das Pilav Unterschiede gibt von Region zu Region... bestimmt, so groß wie die Türkei ist!
      viele liebe Größe zurück...

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  2. achja, gut bekannt: "ihr benötigt euer weekendhaus ja nur noch selten, da könnten wir doch..." Hübsch ist es geworden, das Heimchen!
    Dass diese Art von Reisgerichten gut schmecken, verwundert nicht.

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    1. Du, Robert, kennst das auch? Ja, so geht das - was könnte man da alles an Geschichten rauspacken. Danke für die freundlichen Worte zum Heimchen - es wird bereits wohlig eingewohnt... ganz so, wie es sein soll!
      Habe ich es falsch in Erinnerung, dass ihr asiatische/ arabische/ chinesische eigentlich nicht so mögt? liebe Grüße gen Basel

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    2. ... nicht kennt und deshalb kaum kocht ;-) LG

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  3. Oh eine spannende Idee die dir beim hulahupsen da kam! So können wir alle ein bisschen bessere Feriengäste werden...
    Der Gewürzereis klingt nach einem super Vorratsessen, mit den Zutaten die man ja fast immer im Schrank hat. Das wird ausprobiert!
    Viele Grüße Alexandra

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