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Montag, 5. Juli 2021

Barbie: Käsekuchen-Muffins mit Streusel


Wie bestimmt viele Mädchen meiner Altersklasse habe ich ausgiebig mit Barbie gespielt. Richtig lange. Wenn ich mich umschaue, wann die Pupertät heute einsetzt, hatte ich - körperlich und spielerisch - eine sehr ausgedehnte Kindheit.

Es war eine echte Barbie. Die von Mattel, die in pinkenem Karton mit Sichtfenster verkauft wurde und kein billiges Plagiat. Ein teures Kinderspielzeug. Ich hatte daher eine einzige Barbie. Und ich kann sogar noch sagen welche: die Langhaar-Barbie, der die Haare bis in die Kniekehlen fielen. Dieser habe ich ihre Endlos-Haare mit so viel Hingabe gebürstet, dass die vorderen Haarpartien zum Ende ihrer Laufbahn sehr ausgedünnt waren. Ich habe meine Barbie geliebt. Sie besaß auch nur ein einziges Kleid, die waren damals ebenfalls unverhältnismäßig teuer. In einem Anfall ihrer schwer zu zügelnden Gehässigkeit hatte meine zweieige Zwillingsschwester das Kleid mit dem Locher (um Papier zu lochen für den Akten-Ordner) malträtiert. Die Geld-Oma, edle Spenderin der Barbie, hat angesichts meiner Verzweiflung das Kleid mühselig wieder geflickt, aber von außen betrachtet sah Barbie nun immer aus wie Aschenputtel - trotz Atombusen und Permanent-Make-up. Ungeachtet dessen war sie für mich stets die Heldin meiner ersponnenen Träume.

Ich kann gar nicht mehr sagen, was ich meine Barbie habe erleben lassen. Vieles in meiner Kindheit ist von einem trüben Schleier überzogen und ich kann mich kaum erinnern. Aber ich weiß noch, dass die Geschichten in dem enthobenen Reich der Phantasie stattfand: mein Kuschelhase musste beispielsweise als Pferd erhalten, was keinen Augenblick den Ereignisfluss störte.

Meine jüngere Schwester hatte dann die komplette Barbie-Plastik-Traumwelt: ein Haus, ein Capriolet, zwei Kens, ein Pferd... Aber ob sich damit dann schöner spielen ließ? Grinsend fällt mir ein, dass es Ken - von meiner jüngeren Schwester Detlef getauft - seiner Barbie selten recht machen konnte. Wenn sie ihren Detlef anherrschte, dröhnte es durch ihre Zimmertür.

Keine Ahnung, warum mir Barbie heute wieder in den Sinn kommt. So sweet wie Süßigkeiten... je ne sais pas! Auf jeden Fall halte ich dagegen, dass das Schönheitsideal von Kindern durch das Spielen mit Barbie - und ihren sehr seltsamen körperlichen Proportionen - gestört werden könnte. Ich sehe heute ja auch nicht aus wie Daniela Katzenberger oder eine der Kardashians. Meine Barbie war deshalb wunderschön, weil ich sie wunderschön fand (meine Barbie) und nicht weil jemand mir erklärte, dass GENAU SO schön geht. So wie eben alles erst den Wert erhält, den man ihm - höchstpersönlich - verleiht. Aber das verstehen nur die, die nicht von Graf Zahl gefressen wurden.

 


Variable Muffins schlage ich euch heute vor. Ich habe sie zubereitet während der Holunderblüte - und daher entsprechend parfümiert. Aber setzt euren Vorlieben keine Grenzen. Die Streusel kann man auch prima mit Tonka-Bohne würzen. Oder Kardamom. Ich habe halt mal wieder auf mein Sugar-Spice zurückgegriffen. Und den Quark wiederum könnte man mit Orangenschalen oder Zitronensaft mischen - wirklich wie ihr wollt. Das hier ist lediglich ein Vorschlag für das Grundgerüst von saftigen, knusprigen Muffins.

 

Zutaten 12 Muffins/ ein Muffinblech:

Boden und die Streusel:
125 g Butter weich
75 g Rohrzucker
1 Eier
250 g Mehl
1 TL Backpulver gestrichen
1 Pr Salz
1 1/2 TL Sugar Spice (optional oder anders Parfum) 

Füllung:
500 g Quark (original mageren, m: normalen)
100 g Rohrzucker
125 g Butter geschmolzen
25ml Holunderblüten-Sirup 
1-2 EL Orangenblüten-Wasser
2 Eier
1 Packung Vanillepudding-Pulver
 
Zubereitung:
 
Den Backofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen und ein 12er Muffinblech mit großen Papierförmchen (nicht mit den billig-kleinen! Hier benötigt ihr große/ richtige Förmchen) auslegen.
 
Die Butter und den Zucker zusammen mit dem Gewürz für den Teig etwa 1 Minute lang zusammen hell aufschlagen. Das Ei gut einrühren und zuletzt Mehl und Backpulver dazugeben. Alles kurz zu einem groben Krümelteig vermixen.
 
Etwa 20 g vom Teig abnehmen und zu einer Kugel rollen. In eines der Papierförmchen legen und mit den Fingern flach als Boden andrücken. Mit den anderen Förmchen genauso verfahren.
 
Für die Füllung den Magerquark mit dem Zucker zusammen glattrühren. Die geschmolzene Butter unter Rühren einfließen lassen und wieder alles glattrühren, außerdem Holunderblüten-Sirup wie Orangenblüten-Wasser. Einzeln die Eier hinzufügen und unterrühren. Zuletzt das Vanille-Puddingpulver dazugeben und alles zu einer glatten Masse verrühren.
 
Die Füllung gleichmäßig auf die Papierförmchen aufteilen und dann den Rest des Mürbeteiges als Streusel daraufbröseln.
 
Die Muffins im vorgeheizten Ofen etwa 25-30 Minuten lang auf mittlerer Schiene backen. Herausnehmen und einige Minuten in der Backform ruhen lassen. Dann die Muffins aus der Form entfernen und zum Auskühlen auf einen Rost stellen. Bei Raumtemperatur etwa 1 Stunde abkühlen lassen.

Inspiration: KaffeeundCupcakes 

 

6 Kommentare :

  1. Um Gottes Willen - hoffentlich hast Du zu diesen "Menschen" den Kontakt abgebrochen. Was "Familie" sensiblen Mitgliedern antut - unverzeitlich! Ich kenne das selbst zu gut. Rechthaberisch werden dann noch "Ausreden" erfunden, aber ich bin sicher, es gibt eine höhere Gerechtigkeit!!!

    Tanja aus Berlin. und ich bewundere, was dennoch aus Dir geworden ist.

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  2. Oh, wie wäre ich neidisch auf deine Barbie gewesen. Meine Mutter fand Barbies doof und kaufte mir eine Sindy-Puppe. Die hatte einen grösseren Kopf und weniger Busen als Barbie, wenn ich mich richtig erinnere. Dafür gab's noch ein Auto und Pferd dazu. Mann hatte Sindy glaube ich nicht. ;-)

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  3. Die Barbie...Wunschtraum meiner jüngeren Tochter und damals unter Schwierigkeiten erfüllt, damit sie ihr 2 Tage später die Haare mit der Papierschere abschnitt, "Damit die endlich mal ordentlich aussieht!". Von Ideal keine Spur :-))) Die Muffins duften fast bis hierher sehr, sehr gut. Und Streusel sind natürlich das I-pünktchen!Die kommen in die Rubrik NACHBACKEN. Herzlich, Sunni

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  4. Liebe Micha, jetzt möchte ich doch hier rmal schreiben, dass auch ich eben eine - aber Eineiige - Zwillingsschwester hab bzw hatte: da ich ob ihrer ganz fürchterlichen Gehässigkeit den Kontakt immer wiedermal und dann nach dem Tod unserer Mutter völlig abgebrochen habe.
    Was geschah,versuch ich in eine Vergebung zu verwandeln.Versuche!
    Kontakt will ich dennoch nichtmehr.
    Abgrenzung ist NOT-wendig für mein Leben.
    Die entstandenen Verletzungen möchte ich nicht vergessen,nein einfach heilen.
    Eventuell vergess ich dann.
    Es bleibt noch Zeit.
    Ich übe...
    liebe Grüssle
    Maria

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    1. Wie gerne an dem *Hanni und Nanni*-Klischées festgehalten wird - doch die Realität zeigt, dass sehr viel andere Geschichten geschrieben in der Wirklichkeit, wenn man denn nur aufmerksam und mit echtem Interesse hinschaut. Ja, Familie kann ein Segen sein - muss es aber nicht. Wie jede Beziehung. Lange durfte man ja auch als Frau nicht lautmachen, dass Muttersein nicht zwangsläufig mit Glück einher geht. Vielleicht wird eine differenziertere Haltung auch Zwillingen gegenüber bekannter - ich mit meiner Biographie kann es Zwillingen nur wünschen!
      Danke für deine Wortmeldung, Maria!

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  5. Meine Eltern hätten meine Schwester dazu verdonnert, mir von ihrem Taschengeld ein neues Kleid zu kaufen. Und noch was als Entschädigung, oder so. Ich würd es ähnlich machen, wenn meine zwei Kleinen auf solche Ideen kommen irgendwann. Bis dahin: Muffins backen und genießen :) liebe Grüße von Lara

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