SOCIAL MEDIA

Mittwoch, 14. Juli 2021

ein Kessel Buntes zum National-Feiertag


**** Gerade mit dem Tribe bleiben Begegnungen nie ohne Inspiration - so wurde beispielsweise eine Kindheitserinnerung wieder ins Bewußtsein hochgeschoben. Und zwar sammelte ich auf dem Rückweg von der Grundschule die schönste Raupe ever auf, behielt sie während ihrer Verpuppung bei mir und in höchster Erwartung entschlüpfte ihr ein grau-brauner Nachtfalter (möglicherweise der Totenkopffalter) - eine Entwicklung, die mir lange zu denken gab. Und definitiv ein Erlebnis, dass man nie wieder vergißt. Und zu dem eben ein Feriengast (coucou Uwe) vielen Kindergartenkindern verhilft. Von Gefangenschaft kann keine Rede sein, denn die Raupe verpuppt sich im Glas ja schnell und die Wartedauer von wenigen Tagen bis das Wunder der Metamorphose geschieht, ist absolut kindergerecht. 

Ich habe meine Raupe rausgefischelt aus den Brennnesseln vom Nachbarn, die ich zum Trocknen auslegte. Die Ansiedelung der Brennnessel im eigenen Garten hat leider nicht funktioniert, wird aber wiederholt - alleine schon wegen der vielen verschiedenen Schmetterlinge. Nach genau 12 Tagen Puppenstadium war ich das gleiche, begeisterte Publikum wie einst als Kind. Wie zart die Flügel sind und wie lange sie trocknen müssen - *meinen* Admiral habe ich dabei kaum aus den Augen gelassen! Man muss schon eine taube Nuss sein, um das nicht zutiefst faszinierend zu finden!

**** Und wenn wir schon bei Faszination Natur im eigenen Garten sind: ich habe zum ersten Mal einen Feuersalamander gesehen - seither kannte ich den nur aus dem kostenlosen Comic eines Schuhladens. Genau genommen schwammen 7 Baby-Lurchis durch unser Regen-Bassin, denn im Wasser verbringen sie die ersten Monate ihres Lebens, das bis zu 50 Jahre (!) dauern kann!

 


**** Ich bin bekennender Spatzen-Fan. Kinners, und selbst wenn ihr mit Spatzen wenig anfangen könnt (was ich natürlich wenig nachvollziehen kann), dann schaut euch dieses Filmchen an und ihr werdet direkt Mitglied der ersten Reihe im Fan-Club. Wie HINREISSEND bitte ist die Anhänglichkeit eines Spatzen, der Vertrauen zu einem Menschen geschöpft hat:

 

 

**** Den Dalai-Lama haben wir in Daramshala schon beobachtet, wie er als unerwartet ernster Mönch zu seinem Volk sprach. Das miterleben zu dürfen, hat sich ebenso tief bei uns eingeprägt, wie in Tibet dank den vielen Pilgern eine Vorstellung von der tibetischen Spiritualität zu erhalten. Am 6. Juli wurde der Dalai Lama 86 Jahre alt und zu diesem Anlaß teilte er ein Video mit einer so schönen wie schlichten Botschaft: mögen alle, die mich mögen, sich wie ich der Gewaltlosigkeit und dem Mitgefühl verpflichten - etwas, wozu man weder Philosophie, Religion noch Meditation benötigt. Anständig zu sein, ist nicht weiter kompliziert oder bedarf einer komplexen Gehirnleistung. *Was du nicht willst, was man dir tut...* Simple as that - kennen wir alle, wissen wir alle!



Diese Anregung von dem geistigen Oberhaupt der Tibeter verknüpfe ich mit einer kleinen Geschichte aus meiner Welt. Und zwar kann ich mich grün ärgern, wenn fremde Menschen in meinem Garten Blumen abschneiden. Selbst ich schneide selten Blumen ab, weil sie doch so viel schneller verblühen und sich dann nicht alle anderen daran miterfreuen können. Es ist ja nun nicht so, dass ich unseren Garten nicht gerne öffne und hey, ich teile sehr gerne Küchen-Kräuter und biete sie auch gerne an. Aber - jetzt sagt doch ihr mal! - muss man wirklich erklären, dass man sich generell nicht einfach bedient an Blumen aus fremden Gärten? Ehrlich gesagt: ich glaube nicht. Also ich bin schon lange dort angelangt, dass es eben NICHT um Erläuterungen, Rechtfertigungen und Ausflüchte geht, sondern bin ganz und gar bei Trude Simonsohn: *Die Menschen, die Unrecht tun, wissen dass sie unrecht tun - sie tun es trotzdem.* Eine Erkenntnis, die meine Auffassung und Beurteilung von Menschen enorm verändert hat - dann ist fertig mit Larifari-Rumlavieren!

Eine andere kleine Anekdote fällt mir dazu ein, an der ich genauer beschreiben kann, worum es mir geht. Und zwar kaufte ich einst auf dem Flohmarkt ein *Domino-Spiel*. Sofort hatte ich wieder vor Augen wie in einem ägyptischen Café ein Tisch voller Männer eine Partie Domino spielte und eine Traube von anderen Männern dabei zuschaute - ein Bild, wie man es in ganz Europa so nicht zu Gesicht bekäme! Nun, ich versicherte mich bei dem Verkäufer zwei Mal, ob das Spiel auch bestimmt vollständig wäre. *Jaja*, bekräftigte er und zuhause stellte ich dann fest, dass ein Stein fehlt. Nach Maß-und-Zahl beurteilt würde man sagen, Mädel jetzt hab' dich nicht so, was biste denn nur ein Kleingeist, ein Nägelkauer und Erbsenzähler - haste halt 2 Euro in den Sand gesetzt. So what?! Schaut man sich das Szenario geistig an, dann zeigt sich bilderbuchhaft dass jede Lüge unlöslich mit einem Schaden für jemand zusammenhängt, stets der Anfang allen Übels - im Kleinen wie im Großen.


Eindrücke aus Lhasa




Daramshala in Indien

 
 

**** Wie sinnig es sein kann, azyklisch unterwegs zu sein, demonstriert gerade mein deutsch-amerikanisches Yoga-Pärchen, mit dem ich oft auf der Matte stehe, Bre und Flo. Kaum hatten sie alles verkauft um entschlossen als Digital-Nomaden auf Weltreise zu gehen, kam der weltweite Lockdown. Dumm gelaufen könnte man direkt meinen. Jein. Denn ihr Yoga-Kanal ist in den Zeiten, als sämtliche Yoga-Studios und Fittis schließen mussten, regelrecht explodiert. Und sie haben sich nicht beeirren lassen, durchquerten der Pandemie zum Trotz u.a Peru und Equador. Ja und wenn sonst an einem einzigen Tag bis zu 3000 Touristen sich durch Machu Picchu drückten, mussten sie diesen magischen und spektakulären Ort nur mit wenigen anderen Besuchern teilen. Alles richtig gemacht!

 


Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...