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Sonntag, 2. März 2014

Viele Stracci auf einen Streich

Was sich die Deutschen aufs Brotbacken verstehen (und da bin ich mit stolzgeschwellter Brust *deutsch* - beim Reisen sind Nationalitäten großes Thema), das haben die Fränzis ungeschlagen in der Pâtisserie zu Meisterschaft gebracht.  Während ich nach wie vor nach DEM französischen Kochbuch Ausschau halte, wäre es zu einfach in der Zuckerbäckerei stapelweise wirklich gute Literatur (schlicht jenes) aufzutun. Allein, für getürmte Süßigkeiten stundenlang in der Küche zu stehen, fehlt mir jegliche Ambition. Keinerlei Ehrgeiz treibt mich ebenso zur Pralinenherstellung. Das hat wohl mit Magnetismus zu tun.

Oder mir liegt bis zum heutigen Tag die über und über verzierte und mehrfach gefüllte Buttercrèmetorte der Patentante Trudel, die ich jährlich bis zu meinem 16.Geburtstag erhielt, wie ein Wackerstein im Magen. Ein Stückchen dieses Kuchens und selbst der filigransten Ballerina dünkte anschließend die Fata Morgana eines Nilpferdes.

Nein, Süßigkeiten backe ich am liebsten nebenher – sei es Kuchen oder Kekse, das habt ihr wohl spätestens bei der diesjährigen Weihnachtsbäckerei bemerkt. Und wenn es mir das Leben schon so bequem eingerichtet hat, dann halte ich bei einem seltenen Gelüst nach opulenterer Zuckerbäckerei einfach an der nächstgeschätzten Pâtisserie, und nehme eine köstliche Kleinigkeit mit.

Ausgesucht habe ich mir für heute italienisches Gebäck (wobei die Fränzis auch Süß lässig können, gell, Crème brûlée, Tartes und Tartelettes, Fondant, Petit four aux noix...). Bei den Stracci von Gerd hat mich neben der einfachen Zubereitung die Kombi aus Olivenöl, Rotwein und Zimt angesprochen. Ungewöhnlich. Anders. Das mußte ausprobiert werden. Für mich macht hier vorneweg der frischgeriebene Zimt das gewisse Eßwas. Wie ich bei Nicky gesehen habe, gibt es dafür sogar extra Reiben. Und da sich Geschmack nun mal äußerst schwer beschreiben läßt, gebe ich euch folgenden Hinweis: nicht nur heiße Schokolade paßt als Getränk zu den zimtigen Stracci.
Zutaten - 2 Bleche:

250g Mehl

90ml Rotwein
45ml Olivenöl
45g Butter, weich
1 Pr Salz
80g brauner Zucker (m: mit Vanille versetzt)
1 TL Zimt, frisch gerieben

50g brauner Zucker (evt. plus)

1/2 - 1TL Zimt, frisch gerieben zum Bestreuen

Zubereitung:

Das Mehl in die Schüssel der Küchenmaschine sieben und nach und nach das Öl, die weiche Butter, den Wein, den Zucker, sowie das Salz, und den Zimt vermengen, 5 Minuten kneten lassen und dann soviel Mehl zugeben bis nichts mehr an der Schüssel kleben bleibt.

Den Teig auf Backpapier ganz, ganz dünn - etwa 2mm - ausrollen und den Teig mit Zucker bestreuen. Mit einem scharfen Messer oder Pizzaroller Rauten schneiden.

Den Backofen auf 160° aufheizen und die Stracci in 15 Minuten schön keksbraun backen. Sollten sie zu schnell Farbe nehmen, mit Aluminiumfolie abdecken (war bei mir nicht nötig). In einer gut schließenden Dose aufbewahren.

*Anmerkung m: Anbei *Das Wiener Schokoladenmädchen* (La Belle Chocolatière de Vienne) von Jean-Étienne Liotard 1743
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