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Sonntag, 21. Juni 2020

Hochstapler: bunter Burger


In meinem bunten Burger versteckt sich ein Hochstapler in doppeltem Sinn, denn er kann die Brust noch so sehr aufpumpen, so halten ihn doch *Reste* zusammen. Genau genommen hatte ich mit einem Rest von Süßkartoffeln, die im Ofen gegart wurden (Teller folgt noch), überhaupt erst die Idee zu diesem Burger. Wenn es sich irgendwie vermeiden lässt, wird bei uns nicht weggeworfen, sondern eingeforen und harrt dann seiner Weiterverwertung. Gleiches gilt für den Tomaten-Apfel-Ketchup, den wir damals ebenfalls nicht sofort komplett verputzten. So bilden die Süßkartoffeln auf dem unteren Teil des Buns die süßlich-zitronige Creme während der Ketchup den fruchtig-säuerlichen Part auf dem oberen Teil übernimmt. Wir wollen ja ein ausgewogenes, spannendes und harmonisches Geschmackserlebnis kreieren, und nicht etwa der Willkür Tür und Tor öffnen - da darf man sich zu der Architektur schon Gedanken machen!

Eigentliches Grundgerüst meiner Burger-Vorstellung formierte das Drei-Gespann *Süßkartoffel-Bohnen-Avocado* - kann man gar nix mit falsch machen, die Drei funktionieren immer zusammen. Meine Avocado hatte sich jedoch am Stichtag geweigert, anständig reif zu sein - so mussten wir ohne sie auskommen. Und richtig vermisst habe ich sie dann beim Zubeißen auch nicht.

Kann man also wie ich auf Reste zurückgreifen, dann gilt es am Burgertag nur die Buns und die Patties zuzubereiten (und den Salat, wie es mir beim Schreiben wieder in Erinnerung kommt, es sei denn, man bringt ihn am Vortag auf den Weg) - so man kann nicht mehr von aufweniger Küche reden. Zumindest kam es mir nicht so vor. Für die Patties könnt ihr euch entscheiden, ob ihr anstelle von schwarzen Bohnen Kichererbsen verwendet - schmeckt beides gut, erstere sehen etwas hübscher darin aus, finde ich. Es ist eine Grundsatzgeschichte bei mir, dass ich nahezu immer meine Hülsenfrüchte selbst koche (seit Amy Chaplin stets mit einem Stück Kombu Alge) und sie dann einfriere. Ihr könnt ebenso Bohnen aus der Dose verwenden - wie ihr wollt. Wichtig - und zwar mit Achtung und Ausrufezeichen versehen! - ist, dass der Bohnen-Puffer definitiv überwürzt wird. Der Pattie bildet das Herzstück des Burgers und muss geschmacklich die Hauptrolle tragen - dafür braucht der Wumms! Sprich: viel hilft viel! Und bloss beim Abschmecken nicht schüchtern sein!

Begleitend gabs bei uns einen schlichten Krautsalat dazu - identisch wie hier: ganz unspektakulär aber schön frisch und knackig. Voilà, voilà, bleibt mir nur noch, viel Spaß beim Nachbasteln zu wünschen und guten Appetit! Und zum Schluß auf die alte Regel der Ernährungswissenschaften hinzuweisen: Bunt ist gesund!

Ein schönes Sommersonnenwende-Wochenende euch allen!


Zutaten 4 Burger:


Patties:
200g Kidney-Bohnen
200g schwarze Bohnen (oder Kichererbsen)*
1 kleine, rote Zwiebel
3 Knoblauchzehen
1 Ei (Grösse L)
1/2 - 1 TL Harissa
1 TL Dijon-Senf
1 EL Oliven-Tapenade
1 EL Tomatenmark
1/4 TL Pimenton de la vera
2 EL fein gehackte Kräuter
(m: Rosmarin, Oregano, Thymian)
1 EL Tamari-Sauce
2-3 EL Vollkornmehl (evt. plus/m: Einkorn)*

1 Tomate (m: eine große Rose de Berne)
1 Stück Gurke
4 Blätter Salat
4 Scheiben-Käse
12 Blätter Basilikum


1 Salzzitrone
1 EL Majo
Piment d'Espelette
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Für die Süßkartoffel-Crème alle Zutaten miteinander vermengen und abschmecken - eine Gabel oder ein Löffel reicht dafür, die derart gegarte Süßkartoffel ist bereits cremig.

Für die Patties kommt es darauf an, ob Bohnen selbst gekocht oder aus der Dose verwendet werden. Bei den (gut gespülten und abgetropften) Bohnen aus der Dose kann man einen Kartoffelstampfer verwenden, um die Bohnen etwas zu zerkleinern und zu zerdrücken. Für die selbstgekochten (die einfach eine andere Konsistenz wie die aus der Dose haben) nahm ich meinen Zauberstab zu Hilfe, um sie damit grob zu pürieren. Achtung: es soll kein Brei herauskommen, die Masse soll immernoch stückig, aber eben teils feiner sein (das hilft, dass die Patties besser zusammenhalten, aber noch einen guten Biss haben). Zwiebeln und Knoblauch fein würfeln (wer mag, drückt den Knofi durch die Presse ;). Dann alle Zutaten gut miteinander vermengen und noch besser/ schärfer/ würziger abschmecken.

Jetzt alles andere Gemüse: Salat, Gurke, Tomaten, Basilikum richten.

Mit feuchten Händen vier etwa gleichgroße Kugeln formen und diese dann zu nicht zu dünnen, runden Puffern drücken. Von einer Seite golden braten, wenden, dann den Käse auf das Pattie auflegen außerdem einen Deckel auf die Pfanne und den Bohnen-Bratling von der anderen Seite golden braten und dabei den Käse schmelzen lassen.

In dieser Zeit damit beginnen, den Burger zu richten:
Buns aufschneiden und die obere Bun-Hälfte und bestreichen mit
* Tomaten-Apfel-Ketchup
Auf die untere Hälfte kommt
* Salat
* Süßkartoffelcrème
* fertig gebackenes Bohnen-Käse-Pattie
* Tomate
* Gurke
* Basilikum
obere Bun-Hälfte auflegen: und los gehts!

Pyramiden-Hundswurz

Kommentare :

  1. um wieviel abwechslungsreicher deine Burger-Kreationen doch sind, verglichen mit den ewig gleichen, langweiligen Big-Meat-Cheese-Versionen der amerikanischen Ketten.

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    1. Was die amerikanischen Börgerketten angeht, muss ich bekennen, Robert, dass sich mein Erfahrungsschatz um einen äußerst minimalen handelt. Und ich glaube, in den Metropolen dieser Welt gibt es mittlerweile sehr ambitionierte, kleine Läden, die auch tolle Kreationen auf den Teller bringen - ich aber bin halt Hinterwäldlerin und muss selbst ran, wenn ich (alle 2 Jahre) mal Lust auf Burger habe!

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  2. Oja, DAS könnte dann tatsächlich mein erster Burger sein! Und ja, das sei hier auch nochmal gesagt: Natürlich gibt es saunette Amerikaner und nirgendwo sonst ist der Rohkost / Gesunde Ernährungshype wohl so groß wie in den Staaten. Leider aber verhältnismäßig immer noch verschwindend und es gibt leider einfach einen großen Teil an "Unkulturen", die in den USA ihre Wiege haben. Aber wie immer gilt: Verallgemeinern kann man nicht und "hüben wie drüben" gibt es "Dösköppe" aber nie ausschließlich....
    Saaag, die rote Bete in den Buns: Vorgegart oder roh? Viele Grüße von Hannah

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    1. Das, liebe Hannah, setze ich von meiner Leserschaft voraus, dass sie die Vielfalt von sich aus mitdenken... schließlich hasse ich Klischees und Vorurteile - das sollte *man* ja in all den Jahren Bloggerei mitbekommen haben!

      Und *gegarte* Rote Bete - hatte ich das noch gar nicht beantwortet??? Zumindest habe ich direkt das Rezept ediert (Zutatenliste) nachdem du aufgemerkt hast. Um die Rote Bete roh zu verwenden, bräuchte es eine Superhyperduper-Mixer, den ich nicht habe, um sie wirklich richt fein püriert zu bekommen. Müsste dann aber auch funktionieren...

      herzliche Grüße zurück...

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  3. Ich fange in der Mitte an und die Patties haben uns heute als Salat-Plus-Essen sehr gut geschmeckt - vielleicht noch nen Tacken leckerer als die vom Blumenkohlrisotto. Ob es das Ei ist? Ich werde die anderen demnächst zum Vergleich brutzeln. In einem gewissen Buch gab es übrigens auch dafür ein Rezept - aber pffft!!!! ;-) Liebe Grüße von Hannah

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    1. Die vom Blumenkohlrisotto? Jetzt bringst du mich aber ins Stuzten, Hannah - man verliert ja auf seinem eigenen Blog den Überblick ;-)
      Aber ich glaube, das Ei ist in dem Pattie wichtig, denn es gibt ihm ddoch entschieden mehr Halt - und damit auch ein besseres *Mundgefühl*. Tsss, und das Buch ist ja sowas von gestrichen... pfff, eigentlich schon vergessen ;-)

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  4. Beitrag vom 7. Januar 2018 - die veganen Bulettengeschwister ;-)

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    1. Ahja, genau, mir dämmerte was - die zwei sind sich echt sehr ähnlich! Aber dann hat definitiv dieser hier die Nase vorn! Für den Vegan-Tag bin ich ja strikt - und kürze dann das Ei wenn möglich raus. Aber ich finde doch sehr oft, dass es den Buletten gut tut, wenn ein Ei mehr Bindung gibt. An manchen Tagen wird halt darauf verzichtet...

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