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Sonntag, 19. Juni 2022

kleine Köstlichkeit zum 11ten: Blondies mit confierten Erdbeeren


11 Jahre blogge ich jetzt. Und es fällt mir schwer, dazu eine Bilanz zu ziehen. Bloggen spielt in meinem Selbstverständnis keine Rolle. Ich identifiziere mich nicht über das Blog. So war das schon immer. Zumal ich keine typische Foodbloggerin bin. Gerichte mit Geschichte. So irgendwie. Aber das hat gar kein richtiges Genre. Keine echte Zielgruppe. Das mag für manche nicht Fisch nicht Fleisch sein, aber wie sagt der Badener: *So ischs worre* (So ists geworden). Das Blog mutierte irgendwie organisch zu dieser seltsamen Mischform. So sitze ich irgendwie zwischen zwei Stühlen - ganz wie als Deutsche, die in Frankreich lebt und nicht mehr Deutsche aber auch noch kein Franzose ist. Spitzen-Gelegenheit mal wieder auf einen echten Lieblingspost zu verlinken!

Ich kann noch nicht einmal mehr sagen, mit welcher Motivation ich das Projekt *grain de sel - Salzkorn* gestartet habe. Vielleicht, weil ich damals eine begeisterte Foodblog-Leserin war. Ich mochte es sehr, mich für mein tägliches Kochen von Blogs inspirieren zu lassen. Und Foodblog-Rezepte waren wirklich immer verläßlich. Also damals. Vor über 11 Jahren. Das wußte ich als Koch-Novitzin zu schätzen. Vielleicht kam mir irgendwann der Gedanke, das kann ich doch grad so, foodbloggen. Das kann ich vielleicht sogar besser als andere. Ganz wie Jane Goodall, die berühmte Schimpansenforscherin. Sie wurde in einem Interview mal gefragt, wie sie denn zu diesem eigenartigen Berufswunsch kam, in den afrikanischen Urwald zu ziehen, um Affen zu beobachten. Und ich liebte ihre Antwort so sehr, dass ich sie mir leichterdings behalten habe. Jane Goodall erwiderte darauf, sie hätte als junges Mädchen *Tarzan* im Kino gesehen und war sich ganz sicher, dass sie Tarzan eine bedeutend bessere Jane gewesen wäre. Augenblicklich war ich in Jane Goodall verliebt! Sehr gerne verlinke ich auf das von ihr iniziierte, weltweite Projekt, das Jugendliche zum Mitgefühl für alle Lebewesen und Interesse an unterschiedlichen Kulturen ermutigen will: *Roots & Shoots*. Eine gute Idee!

Das macht mir an meiner Art zu bloggen wohl die meiste Freude, dass ich - ganz mit dem vor 10 Jahren laut gemachten Gedicht - mir schrankenlos Gedanken machen und mich dabei Mitteilen kann. Und das schriftliche, laute Formulieren ist eine prima Übung für die eigene Klarheit.

Aber das mache ich ja nun 11 Jahre. Wenn ich morgen damit aufhöre, fehlt mir möglicherweise nichts. Jetzt schon blogge ich bereits bedeutend weniger als zu Beginn. Da war die Schlagzahl ja totally überambitioniert.

Es bleibt also weiterhin beim jährlichen Fazit: so lange mein Leben mir Energie übrig läßt, das Leben nicht zu sehr stürmt und tobt, so lange wird nebenher weitergebloggt. Danke für Eure treue Begleitung!

 


Das Sammeln der Walderdbeeren war einer dieser Momente, die losgelöst sind, frei, kindlich, behaglich, behütet: alles ist gut, alles hat seine Ordnung, alles hat seinen Sinn. Die guten Mächte sorgen sich um jene, die sich beharrlich mit dem Herzen an sie wenden. Wer diese Gewißheit im Herzen trägt, dem kann nicht viel passieren. Ganz mit Teresa von Avila: *Nichts verwirre dich, nichts erschrecke dich, Gott verändert sich nicht...* So habe ich denken müssen an das Kinderbuch *Das Rosenresli* von Johanna Spyri, die Schweizer Schriftstellerin, die alle dank der *Heidi* kennen. Mag die Welt laut sein, in Willkür und Lüge wenig Orientierung bieten, die einfachen Regeln der Tugenden und Ethik kann man eh nur mit dem Herzen befolgen.

150g Walderdbeerchen habe ich gesammelt. Und Fuchsbandwurm hin oder her, die ein oder andere verschwand doch direkt im Mund. Man sagt, früher wurde die Landbevölkerung von den Fürsten ausgeschickt um die Beeren zu sammeln, streng verboten, sie dabei selbst zu genießen, denn sie waren dafür bestimmt, die fürstliche Gicht zu lindern, durch die die Blaublüter ihre übermäßigen Wildbraten reuen mussten. Walderbeeren schmecken wir das Konzentrat von Erdbeeren. So kam ich auf die Idee, dass sie wohl sehr gut durch confierte Erdbeeren zu ersetzen sind - so, wie man sie auch benötigt für das weltbeste Erdbeer-Eis! Es sind richtig kleine Köstlichkeiten geworden, diese Blondies, zumindest wenn man dem Habib Glauben schenken mag, der bei jeder Verkostung diese Worte wiederholte.

 

Zutaten Blondies mit confierten Erdbeeren/ Waldbeeren

180g Butter, gebräunt
100g weiße Couverture, fein gehackt
Bittermandel-Tropfen
2 EL Rosenblütenwasser
1 Pr Salz
50g Vollrohrzucker
50g Rohrzucker
50g Mandeln, geschält, geröstet, gehackt
150g Mehl (m: 100g Einkorn-VK/ 50g D1050)
2 Eier 
150g Walderdbeeren*

Zubereitung:

Zuerst die Butter in einem Topf bei mittlerer Temperatur erhitzen. Aufschäumen lassen, dann bei kleinerer Hitze simmern lassen. Wenn die Butter anfängt sich zu klären, auf jeden Fall dabei bleiben und unter Rühren den Bräunungsgrad der Butter überwachen. Sobald die Butter schön bräunlich ist, sofort vom Herd ziehen, und die gehackte Couverture zufügen (es gilt aufzupassen, weil wenn die Butter in dem Topf zu dunkel wird, schmeckt sie nachher verbrannt).

Eine Auflaufform oder ein Brownieblech (ca. 18 x 25 cm) fetten (oder mit Backpapier auslegen). Den Backofen auf 160 Grad Ober-/Unterhitze (Umluft: 140 Grad) vorheizen. Kuvertüre hacken. Butter in einem Topf schmelzen. Topf vom Herd ziehen, Kuvertüre zugeben und darin auflösen lassen. Beiseite stellen. 

Eier, Rosenwasser, Salz, und die zweierlei Zucker schaumig schlagen .

Kuvertüre-Mix zugeben. Zuletzt das Mehl sowie die gehackten Nüsse unterrühren. Blondie-Teig in die vorbereitete Form geben und glatt streichen. Mit den Erdbeeren bestreuen. Die Blondies im vorgeheizten Backofen ca. 30min backen - möglicherweise etwas länger (Stäbchenprobe). Auskühlen lassen. Schmecken am nächsten Tag besser.

Anmerkung m: Walderdbeeren durch normale Erdbeeren ersetzen - ca. 250g und zwar folgendermaßen: 

Ofen auf 135° vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen, die Erdbeeren halbieren, auf das Blech legen und ca.15-20 Minuten im Ofen rösten und dann abkühlen lassen/ mit Blaubeeren oder Himbeeren werden die Blondies ebenfalls gut schmecken

 

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