Im alten Ägypten in der Zeit vor Echnaton definierte
man Gott als heilige Familie, den Vater Amun, die Mutter Muth als den Geist von
Amun, der sich ständig erneuert und den Sohn Chem, dessen Symbol der Falke
Horus ist und der als Teil Amuns für die Erde, die Lebewesen und die Materie
mit göttlichem Inhalt zuständig ist und die Erde beseelt.
Das jüngste Gericht ist
Bestandteil vieler Religionen, wie dem Islam, dem Christentum, dem Hinduismus usw. Aus dem ursprünglichen
Totenbuch vor der Zeit Echnatons kennen
wir die Abbildung, dass dem Verstorbenen das Herz entnommen und auf eine Waagschale gelegt wird. Maat
legt auf die andere Schale eine Feder
und Horrus richtet. Nur, wessen Herz
leichter als eine Feder ist (symbolisch gemeint, ein Prinzip der Wahrheit, das selig macht oder verdammt),
kann ins erlöste Reich der ewig lebenden
Toten eingehen,
ansonsten bleibt der Tote vorerst im irdischen Bereich einer geistige Parallelwelt zu unserem irdischen Leben.
[Reinkarnation spielt und
spielte in alle Religionen eine zentrale Rolle. Ohne Reinkarnation ergibt alles
keinen Sinn. Einzig die katholische Kirche hat erst 553 n.C. auf dem 5. Konzil
in Konstantinopel auf Betreiben von Theodora, einer ehemaligen Hure, Tochter
eines Bärenbändigers und Lieblingsfrau
im Harem von Kaiser Justinian die Reinkarnation abgeschafft; nicht durch den
Papst, sondern durch Manipulation einiger weniger Bischofe. ]

In der Zeit mit und nach
Echnaton allerdings verfielen die alten Werte, Gottvater Amun wurde gegen Aton
ausgetauscht, das Wesen der Religion, die alte Symbolik konnte nicht mehr
gelesen und gedeutet werden, viele machten ihr eigenes Ding. (ähnlich dem heutigen Zerfall). Die
Göttin Ammit wurde erfunden, die
schaurige Leichenfresserin, die ewige Verdammnis denen brachte, deren
Herz schwerer als eine Feder war. (Ammit heißt heute eine Metal-Oper). In den Darstellungen des
Herzwiegens taucht sie auf als Monster mit Krokodilkopf und Löwenkörper. Kriegskunst, kriegerische Auseinandersetzungen und Sex wurden hochstilisiert (das Zusammenleben von Paaren auf allen gesellschaftlichen Ebenen und die Verherrlichung der menschlichen Schönheit ((ab Nofretete)) wurde eingeführt), kommerzielles Denken begann, all das war dann langsam auch das Ende des einflußreichen, tausende Jahre währenden ägyptischen Reiches.

Am 1.11. feiern/feierten
wir Allerheiligen, fast überall auf der Welt, am 2.11. Allerseelen. Gedenken
die Christen an Allerheiligen aller Verstorbenen, die im erlösten Reich der Toten leben, so beten und gedenken sie an Allerseelen ihrer Ahnen
und aller Seelen, die es nicht in eine erlöste Welt geschafft haben und einem“ fegefeuerartigen“ Zustand durchlaufen.
Die Fränzis gehen in der
Regel an diesem Tag zu den Gräbern Ihrer
Ahnen, beten und schmücken diese, früher
mit Blumen aus Perlen, Marmortafeln… später mit Plastik- Porzellan- und Stoffblumen und seit den achtziger
Jahren mit einer Flut von Chrysanthemen.

Der Friedhof war bei uns
im Süden Frankreichs nur den Katholiken vorbehalten. Andersgläubige wie
Reformierte, Hugenotten, Waldenser usw. durften nicht in geweihter Erde
beerdigt werden, sondern mussten irgendwo draußen auf dem privaten Feld oder am Wegrand
bestattet werden, oft mit freien Predigern. Denn nur die Katholiken haben eine église, eine Kirche, die Kirche der
anderen heißt bis heute temple,
Tempel, indem ein culte stattfindet,
eine kultische Handlung, und nur die Katholiken halten bis heute une messe, eine Messe. Glaubenskriege
und Terror mit radikalchristlichen Milizen gab es und gibt es auch bei uns bis
heute (u.a. Irland, Ku klux klan, Natzis...., oder auf psychischer (z.B. der Diplomatie usw.) oder
mentaler Ebene wie beispielsweise trickreicher Juristerei. Dazu gehört auch die Verunglimpfung einzelner Religionen, wie z.B. des Islams,
die Ausbeutung...
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| Hugenottengräber |
Nun aber hat die französische
Bürokratie erkannt, dass man mit Friedhofsgräbern gut Geld verdienen kann und
erlies vor etwa 25 Jahren ein Gesetz, dass alle ab einem bestimmten Stichtag
Geborenen nach ihrem Tod zwangsläufig auf einem Friedhof zu beerdigen sind.
Halloween bezieht sich
auf das keltische Neujahrsfest, das in vorchristlicher Zeit am 31. Oktober zu
Ehren des Totenfürsten Samhein und aller Verstorbenen abgehalten wurde und man
war überzeugt, dass bei diesem Fest die Toten anwesend waren. Der Hexenkult im Mittelalter bediente sich
dieser Vorlage und missbrauchte sie für Ihre geheimnisvollen, schaurigen Machenschaften
(Walpurgisnacht). Halloween kannte in Frankreich kaum jemand (auch nicht in Deutschland), bis zu jenem Tag
1986, als eine Woche vor Allerheiligen eine Woche lang alle Kassiererinnen in
fast allen französischen Supermärkten als Gespenster und Draculas an der Kasse
saßen, direkt an der Kasse der ganze Halloween-Schnick Schnack in Kindergroesse
zum Schnäppchenpreis. Mehr oder weniger über Nacht war der Halloween-Klamauk in
Frankreich eingeführt. In Deutschland wurde 1986 eine Megaparty mit
Geisterquatsch von einem Amerikaner mit deutschen Wurzeln organisiert, und
seitdem werden wir diesen Mist am Reformationstag auch bei uns nicht mehr los. Man kann sich nur wundern.

In allen Kulturen dieser Erde ist die
Verehrung der Ahnen, der Verstorbenen ein zentraler Bestandteil. In Madagaskar
z.B. spart man das ganze Jahr für das Fest mit den Ahnen. Ein Ochse wird
geschlachtet, die Verstorbenen werden ausgegraben und nehmen so direkt an der
Feier teil …..
Vielleicht haben auch wir
einen Gedanken für unsere Verstorbenen übrig, ohne Klamauk. Zu den Verstorbene
gehören vielleicht unsere Kinder, Ehe- oder Liebespartner, Eltern, Großeltern,
Nachbarn, Freunde, Kollegen, ….. Oder können wir das nicht mehr? Wer keine
Beziehung zum Leben aufbauen kann, der hat auch keine Beziehung zum Tod. Denen,
die es verlernt haben, besonders innerhalb
einer Familie oder einer Beziehung anständig und ehrlich miteinander umzugehen ("Wahrheit die seelig macht oder verdammt"), denen bleibt schlussendlich nur noch das Entsorgen der Leichen!? Und dann
könnte man eigentlich wieder getrost Halloween feiern! Manche Tibeter beispielsweise füttern u.a. die Geier mit menschlichen
Leichenteilen – aber - sie haben eine
tiefe geistige Haltung zum Tod, zum Jenseits, zur Wiedergeburt und zu ihren
Toten.
Wir beklagen, daß unsere Generationen zu zerbrechen beginnen. Wäre es so schwer, sich zusammenzusetzen über Generationen hinweg und von unseren Verstorbenen zu erzählen, vielleicht zu beten oder zu bitten...?
Ihnen an solchen Tagen einen Stuhl und einen Teller bei Tisch aufzudecken und sie zu bitten, anwesend zu sein?

Die Fränzis gehen auf den
Friedhof und schmücken ihre Gräber an
Allerheiligen/Allerseelen, so wie das auch in Deutschland vor noch nicht allzu
langer Zeit Brauch war.
Gastbeitrag meines Habibs