Sommer läßt grüßen: Weiße Tomatenmousse mit Oliventapenade

Montag, 19. August 2013

Der Spätsommer bringt die rötesten, süßesten, vollreifsten Tomaten hervor, die die Wärme des Tages in Geschmack verwandelt haben. Superlativ total! Genau jetzt sollte man in Tomaten baden. Und sich kulinarisch keine Grenzen setzten in Bezug auf alles, das nur ansatzweise mit Tomate zu tun hat.

Diese Tomatenmousse ist mir bei Juliane sofort aufgefallen. Hat sie mich doch erinnert an diese schöne Pasta (pffff, das Bild muß ich dringend mal austauschen...)

Also habe ich diese Mousse in Begleitung eines kleinen Gurkensalates als Vorspeise Freunden beim letzten gemeinsamen Abendessen serviert. Ein hübscher, leichter, sommerlicher Auftakt! Und wie Juliane meint: absolut überzeugend.

Einige Stolpersteine habe ich euch aus dem Weg geräumt. Überhaupt nicht bin ich mit den Mengenangaben hingekommen. Was sind denn das für Tomaten, die noch nicht einmal zur Hälfte aus Saft bestehen? Von 800g Tomaten habe ich etwa 600ml Saft erhalten. 

Auch die Gelatine-Vorgabe ist mir ein Rätsel: auf 450ml 8Blätter Gelatine. WoW. An einer solchen Crème müßte der Löffel fast abprallen. Üblicherweise verwende ich für 450ml 3Blatt Gelatine - etwa wie bei dieser Mousse, die man sogar stürzen kann. Also habe ich drastisch runter gekürzt. Gute Entscheidung. Und ein klein wenig habe ich die Tapenade verändert.

Den Tomatensaft solltet ihr vor dem Mischen mit der Sahne wirklich lange quirlen, sonst droht die Gefahr, dass sich die Mousse später in den Gläsern etwas absetzt. So, jetzt könnt ihr nachmachen und verwöhnen. Mit bester Empfehlung! Übrigens auch für ein Buffet eine gewinnende Idee.
Zutaten - je nach Gläschen etwa 6-7 Stück*:

Für die Tomaten-Mousse:
800g reife Tomaten
1 Knoblauchzehe
Salz, Pfeffer
1 EL Zucker
1 kleiner Bund frischer Basilikum
2 EL Weißweinessig
4 Blätter weiße Gelatine
100ml Schlagsahne 

Für die Oliventapenade:
1 Bio-Zitrone
2 Stängel glatte Petersilie
1 Knoblauchzehe
150g schwarze Oliven (halb grün)
80g in Öl eingelegte Tomaten (selbst getrocknete)
60g Kapern
2 Sardellenfilets
1/2 TL Thymian
1-2 EL Olivenöl
Pfeffer
frischer Basilikum für die Garnitur
Zubereitung:

Die Tomaten waschen, halbieren, den Strunk entfernen und die Tomaten in grobe Würfel schneiden. Knoblauch schälen und in Scheiben schneiden. Basilikum waschen, trocken schütteln und die Blätter von den Stängeln zupfen. Blätter grob hacken. Tomaten, Knoblauch und Basilikum in einen Topf geben. Weißweinessig und Zucker ebenfalls zugeben. Tomaten mit Salz und Pfeffer würzen und alles mit einem Stabmixer fein pürieren. Dann die pürierten Tomaten einmal aufkochen. Topf vom Herd nehmen.

Ein Sieb mit einem Passiertuch auslegen und in eine Schüssel hängen. Pürierte und aufgekochte Tomaten-Sauce in das Sieb gießen und in die Schüssel abtropfen lassen, am besten über Nacht. Der abgetropfte Tomatensaft ist dann fast klar. Damit das auch so bleibt, keinesfalls das verbleibende Tomatenpüree ausdrücken!! Sonst war die Mühe umsonst. Bei mir kamen auf diese Weise ca. 600ml klarer Tomatensaft zustande.

Am nächsten Tag die Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Den Tomatensaft 300ml lauwarm erhitzen und die tropfnasse, eingeweichte Gelatine im warmen Saft auflösen. Den Topf mit dem Tomatensaft und der Gelatine in eine Schüssel voller Eiswasser setzen und den Tomatensaft mit den Quirlen des Handrührgeräts in ca. 10 Minuten schaumig rühren. Die Masse mit Salz und Pfeffer würzen, beiseite stellen.

In einer zweiten Schüssel die Sahne steif schlagen. Sahne unter die Tomaten-Mousse heben (Obacht: beides, Sahne und Mousse sollten etwa die gleiche Temperatur haben). Nicht zu stark rühren, damit die luftige Konsistenz erhalten bleibt. Tomaten-Mousse portionsweise in kleine Schüsseln oder Weck-Gläser füllen, mit Frischhaltefolie abdecken (oder mit einem Deckel verschließen) und mindestens 2 Stunden im Kühlschrank kaltstellen.

Für die Oliventapenade die Oliven grob hacken. Tomaten und Kapern abtropfen lassen, ebenfalls grob hacken. Knoblauch schälen und grob hacken. Petersilie waschen, trocken schütteln und die Blätter von den Stängeln zupfen. Petersilienblätter grob hacken. Zitrone heiß abwaschen, abtrocknen und von der Hälfte der Zitrone die Schale fein abreiben. Anschließend die Zitrone halbieren und eine Hälfte auspressen. Restliche  Zitronenhälfte anderweitig verwenden. Petersilie, Knoblauch, Oliven, Tomaten und Kapern in ein hohes Gefäß geben. Zitronenschale, Zitronensaft, Thymian und Olivenöl zugeben und alles mit dem Stabmixer kurz pürieren, bis eine fast glatte Paste entstanden ist (m: nicht püriert, alles klein geschnitten). Paste mit frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer würzen. Bis zur Verwendung abgedeckt im Kühlschrank kalt stellen.

Vor dem Servieren 2-3 TL Oliventapenade auf jede Tomaten-Mousse-Portion geben und das Tomaten-Mousse mit frischem Basilikum garniert servieren.

*Edit nach Kommentaren: Es hängt stark von den Tomaten ab, wieviel Saft sie hergeben. Für dieses Rezept braucht ihr 300ml Saft. Von meinen Tomaten haben mir 400g Tomaten dafür gereicht - im Gegensatz zu anderen. Also bin ich bei den Zutaten bei den ursprünglichen Angaben geblieben.
Quelle: Juliane von Schöner Tag noch/ bzw. Essen & Trinken

... Sonntagsbonus zum Sonntagssüss-Tartelette - heute bei Katja

Sonntag, 18. August 2013


Katja, die Powerfrau, hat mich heute zu sich eingeladen. Und es gibt ja Blogs, die verstehen es, dass man sich beim ersten Öffnen Willkommen fühlt. So richtig. Mit größter Leichtigkeit kann ich mir vorstellen, bei Katja im Wohnzimmer zu sitzen, auf dem Sofa mit den Kissen, zu plaudern, mich an ihrer Klarheit erfreuen, als würde man sich ewig kennen, und mich dabei wohl und freigelassen fühlen. Ob das ein Zauber ist, den eine Raumfee naturgemäß verbreitet?

So entfernt zum Foodblog ist das Thema nicht, zu dem Katja mich gebeten hat, mir *Gedanken für sie zu machen. Und mindestens genauso vielfältig. Denn Kochen, das tue ich am liebsten *ZUHAUSE*.
Myrtilles sauvages - wilde Heidelbeeren. Das klingt für mich nach Heidi auf der Alm-Schaukel, nach lichtem Wald, nach Süße und Rauheit in einem.

Genau so sollte heute meine typisch französische Tarte mit den unkultivierten Beeren schmecken. Daher habe ich sie kombiniert mit Rosmarin, Demi-Sel-Butter und dem ungesalzenem Ziegenfrischkäse, dem Faiselle (ersetzt ihr durch Ricotta). Noch etwas Mandeln, Orangenabrieb und Vollrohrzucker dazu und mein Kuchen wurde genau so, dass ich nur noch den Ziegen-Peter und den Großvater dazu rufen mußte.
Zwar haben wir Zuchtheidelbeeren im Garten, aber als die *Bergfrau* von Crest wilde Heidelbeeren Feil bot, konnte ich nicht widerstehen. Überhaupt wäre sie meine erste Wahl, würde es gelten, in einem Film die *Kräuterhexe* zu besetzen. 

Sämtliche ihrer Waren - behauptet sie - kämen direkt vom *Montagne* (Berg). Sie weiß das stimmungsvoll zu unterlegen mit einer schaurig-schrillen Stimme (s. auch letztes Bild zum Hausmarkt). Es wundert mich nicht, dass ihr Stand besonders bei Touristen sehr beliebt ist. Erfüllte Klischees machen meist zufrieden mit der Welt...
Zutaten - 1 Tarte oder 4 mittelgroße Tartelettes:

Tarteteig
200g Mehl
50g gemahlene Mandeln
60g Zucker
(m: halb Rohr-/ halb Vollrohrzucker)
125g demi-sel beurre
(ersatzweise Butter + 1/2 TL Salz)
1 EL Abrieb Orangenschale
1 Ei
etwas kaltes Wasser

250g Heidelbeeren
120g Ziegenkäse-Faiselle
(ersatzweise Ricotta)
1 EL crème fraîche
1 kleines Ei (oder 1 Eigelb)
1 EL Rosmarin, gehackt
2 EL Vollrohrzucker
Zubereitung:

Aus den Zutaten für den Tarteboden einen homogenen Teig kneten und mindestens 1 Stunde kühl stellen.

Den Rosmarin in einem Mörser mit dem Vollrohrzucker feiner zermahlen.

Ofen auf 190° Umluft vorheizen.

Das Ziegenkäse-Faiselle (m: abgetropft) mit der Crème, dem Ei und der Hälfte des Rosmarin-Zuckers vermengen.

Nun den gut gekühlten Teig in vier gleich große Portionen teilen (backt ihr eine Tarte in der 28cm-Form übergeht ihr diesen Schritt). Diese etwa 18cm breit rund ausrollen und auf ein mit Backpapier vorbereitetes Blech setzen. Je einen 1 EL Crème in die Mitte setzen. Um einen gleichmäßigen Rand zu lassen, habe ich eine Schüssel von 12cm Durchmesser als Schablone verwendet, die ich leicht auf die Teigstücke gedrückt habe. 

Auf die Crème die Heidelbeeren verteilen und den restlichen Zucker. Die Ränder rustikal nach innen drücken. Im Backofen zweite Schiene von unten ca. 25-30min backen. Sollten die Tartelettes zu dunkel werden, schaltet den Ofen etwas runter.

Pasta a la Gios Nonna siciliana

Freitag, 16. August 2013

Manche Gerichte sind ganz und gar verwoben mit einem Menschen. Wie diese Pasta für mich, die im Übrigen zu einem der ganz, ganz wenigen Rezepten meines überschaubaren Fundus zählte, die ich als Aussteuer mit nach Frankreich gebracht habe. Wie schon öfters erwähnt, bin ich nämlich erst in Frankreich mit der Küche *aktiv* warm geworden.

Giovanni, Italiener, mit Oma auf Sizilien war ein guter Freund zu WG-Zeiten. Von kleinerer Statur, mit selten herrlich-ansteckendem Lachen, dunklen Locken, und einem kleinen Komplex, ob seines allgemein üppigen Körperhaarwuchses. Völlig unbegründet meiner Meinung nach. Wer so erheiternd Lachen kann, der gleicht damit einiges aus. Auch drei Haare auf dem Rücken.

Und dann hatte er diese italienische Pasta in petto. Ein Familienrezept aus Sizilien. Beeindruckend lässig auf den Tisch zu bringen. Beim ersten Kosten wußte ich: wir werden beieinander bleiben, diese Pasta und ich. Auch als Salat zum Grillen und Picknicken. Ja, in meiner jungen Küche ist sie ein geliebter Sommer-Klassiker.

Original nimmt man hierfür große Muschelnudeln - klassischerweise. Die habe ich allerdings in der Provinz nicht bekommen. Tant pis. Wenn man nach langer Reise wieder durch einen europäischen Supermarkt spaziert, sind Regalschluchten mit verschiedenen Pastaformen regelrecht absurd. 
Zutaten:

200g Pasta (große Muschelnudeln)
300g Coktailtomaten, halbiert
1 Bund Basilikum, grob gehackt
200g gekochte, weiße Bohnenkerne
3 Knoblauchzehen, fein gehackt
Zitronensaft
Basilikumöl (oder Olivenöl)
Salz, Pfeffer
1 Mozzarella (optional), in kleine Stücke geschnitten

Zubereitung:

Pasta in reichlich Salzwasser al dente garen.

Die Cocktailtomaten waschen und halbieren. Die Knoblauchzehen schälen und fein hacken. Den Basilikum waschen, trocken schleudern und in grobe Streifen schneiden.

Weiße Bohnen (entweder am Vortag eingeweicht und ohne Salz in reichlich Wasser in 1 - 1 1/2 Stunden weichkochen/ oder bereits gekocht) mit den  restlichen Zutaten (außer dem Basilikum) in einer Schüssel miteinander vermengen. Mit Salz, Pfeffer, Basilikumöl (oder Olivenöl) sowie Zitronensaft abschmecken. Die heißen Nudeln untermischen. Den Mozzarelle und den Basilikum unterheben.

Diese Pasta schmeckt am besten lauwarm.
Das ist leichte Sommerküche. Best of *leichte Sommerküche* :).

Ohne Wasser kann man keine Nudeln abkochen. Ohne Wasser kann man überhaupt nicht kochen. Geschweige denn leben. Daher nimmt dieses Gericht bei Uwes Wasser-Event teil.
HighFoodality Blog-Event Wir kochen alle nur mit Wasser

Deftig - Chili con verdura

Mittwoch, 14. August 2013

Logo, dass ich als nächstes mit einem Gericht für ofengeröstete Tomaten um die Ecke komme (durch ein Sieb streiche ich die Tomaten übrigens nicht mehr). Und das ist vielleicht sogar DAS Rezept für ofengeröstete Tomaten. Denn worin liegt der Clou eines guten Chilis? Klar, dass es schön scharf ist und dass es geduldig vor sich hin geschmort hat. Und genau diesen Geschmack geben die Ofentomaten für die vegetarische Version. Aber derart löst sich das Gemüse trotzdem nicht breiig in seine Bestandteile auf.

Bei dieser Variante habe ich von meinen Vorräten im Eisfach profitiert. Saubohnen finde ich sehr praktisch, wenn diese bereits gepuhlt zur Verfügung stehen - verkürzt das Kochen eindeutig. Allerdings sind sie hier optional, oder austauschbar etwa mit Erbsen. Obligatorisch dagegen finde ich die Paprika. Wenn ich schon dabei bin, dann lege ich gleich 3 Stück unter den Grill. Ein Teil bleibt so meist zum Einfrieren. Auch mit dem Paprika hatte ich es deshalb heute einfach.

Dann gehts ans Spielen: je nach Lust sucht ihr euch das Gemüse dazu aus und schaut, wie flüssig ihr euer Chili gerne hättet. Und natürlich wie scharf. Es liegt an euch, ob ihr mit frischen Chili-Schoten oder Chiliflocken oder wie ich am liebsten mit Harissa schärfen wollt. Aber es sollte schon fetzen - hey, das Gericht heißt Chili!

Toll finde ich den Bulgur dazu. Schwer empfehlen kann ich euch Einkorn-Bulgur. Das Getreide, das ich gerne unter meine Tarteböden und als helles Mehl unter meinen Pastateig mische. Einkorn hat einen feinen, nussigen Geschmack.

Achja, und falls es euch nicht aufgefallen ist: das Gericht ist vegan.
Zutaten*:

1 Zwiebel
3 Knoblauchzehen
150g schwarze Bohnen
2 Lorbeerblätter
1 Maiskolben, gekocht - der Mais davon
2 Bundkarotten 
1 (sehr) kleine Zuchini
50-100ml Gemüsebrühe (m: Paste/ evt. etwas mehr)
1 rote Paprika
70g ausgelöste fêves (ersatzweise Erbsen, oder weglassen)
1 Msp  geräuchertes Paprikapulver (Pimenton)
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
Zucker
Olivenöl 
1 EL gehackte Petersilie

140g Bulgur (m: halb Hartweizen/ halb Einkorn)
400ml Wasser
Olivenöl
Salz
Zubereitung:

Die schwarzen Bohnen in dreifacher Menge Wasser mindestens 8 Stunden einweichen (m: über Nacht 15 Stunden). Abgießen und mit frischem Wasser und den Lorbeerblättern zum Kochen bringen. Zugedeckt 60-70 Minuten köcheln (probieren: sie sollten gerade eben gar sein), dann abgießen (m: brauchten bei mir um einiges kürzer, möglicherweise durch das lange Einweichen).

Inzwischen Mais in reichlich Salzwasser aufsetzen und in 20-30 min garen. Abgießen und die Maiskörner vom Kolben schneiden. Die fêves aus ihren Hülsen befreien, 2 min in kochendes Wasser geben, abschrecken und aus ihrer Hülle lösen.

Paprika vierteln und unter den Grill legen, bis sich die ersten schwarzen Stellen zeigen. In ein feuchtes Tuch einschlagen und abkühlen lassen. Die Haut abschälen und die Paprika in dünne Streifen schneiden.

Zwiebeln und Knoblauch fein würfeln. Karotten schälen und in Scheiben schneiden. Die Zucchini ebenfalls in Scheiben schneiden

Die Zwiebeln im Öl glasig dünsten, Knoblauch kurz mitdünsten. Die Ofentomaten und die Brühe dazugeben und aufkochen. Bohnen zugeben. Ebenso die Karotten, die Paprika und die Zucchini. Mit Salz, Pfeffer, Zucker und Harissa kräftig abschmecken. Das Ganze zugedeckt etwa 25 Minuten köcheln lassen. 

Den Bulgur in etwa 2 1/2 facher Menge Salzwasser ( darf auch ruhig etwas mehr sein) aufsetzten und je nach Bulgurart 7-10 Minuten köcheln lassen. Wenn der Bulgur gar ist,  abschütten und mit 2 EL Olivenöl mischen.

5 Minuten vor Ende der Garzeit des Chilis den Mais und die Saubohnen dazugeben. Mit Pimenton, Chili und Salz nochmals abschmecken. Vor dem Servieren, die gehackte Petersilie unterrühren.

*Anmerkung m: Menge des Chilis reicht für 4P, Bulgur für 2P

12 von 12 im August

Montag, 12. August 2013

1                                                                                                                                                                            2
3
4                                                                                                                                                                           5
6
7                                                                                         8                                                                                 9
10                                                                                                                                                                     11
12


1 - Sonnenaufgang zum Hula                    
2 - In übler Erinnerung ist mir, wie jeder Morgen unter der Woche gehetzt begonnen wurde. Ich genieße es, jeden Tag mit Frühstück zu beginnen. Sehr.
3 - Bevor es zu heiß wird, die Tomaten aus dem Treibhaus ernten. Großer Erntetag. Zum Teil auch geerntet Gurke, Aubergine, Zucchini...
4 - Erster Riesenschlag Verveine zum Trocknen in die Sonne gelegt
5 - Kein Stress. Wir gehen einen Kaffee-Trinken. Bei Daniel. In Beaufort.
6 - Wie mache ich *Tomate* ein. Nach dem großen Ernten - ein Special für Foodies *siehe unten. Ein Glücklichmacher für mich.
7 - Der Ethnolook steckt an. Ich habe mir bei Mama Bukina Faso Stoff gekauft (Markt zeige ich euch noch). Nun habe ich nach einem Schnitt für ein Kleid Ausschau gehalten. Dieses hier vielleicht. Aber ob ich mich traue? Das Nähen ist Äonen her. Oder hat jemand eine Schnitt-Idee für ein schönes Kleid? Ich würde mich freuen! 
8 + 9 - Gartenarbeit. Unkraut rupfen. Immer. Samen bergen. Mangold. Akelei.
10 + 11 - Der Hang. Weil Hanglage. Nicht einfach zu mähen. Und sehr ermüdend. Wie hat der Habib das nur mit dem Bauen gemacht?? Also Beine hochlegen. Mit dem neusten Schuhschick aus Gokarna - Indien.
12 - Der Habib führt mich zum Essen aus. Zu Mireille und Philippe. Ich liebe diesen Ort. Parzifistisch. Alternativ. Mitten im grünen Garten. Schnörkellos. Sitzend unter der Trauerweide. Sehr gelacht. Und Mireilles Gartenküche liebe ich auch. Da muß ich euch mal richtig mitnehmen.


.... mehr 12er im August wie jeden Monat bei Caro



*Die Tomate und ich:

Ihr wißt längst: mein Liebling sind die ofengerösteten Tomaten. Die werden im Vorrat nicht alt. Im Gegensatz zu Ketchup (oder Chutney). Das mache ich selten ein. Außerdem wecke ich wie bei den Ofentomaten beschrieben auch 

*Tomate pur* und *Tomate mit Kräutern und Knoblauch* (aus gehäuteten Tomaten). Und Tomate-Konkasse. Und sehr beliebt und viel verwendet sind

getrocknete Tomaten. Dafür nehme ich Eiertomaten, gehäutet und entkernt und lasse sie im Dörrautomat bei 70 trocknen bis sie wie ledern sind. Dann beobachte ich sie noch 3-4 Tage bei Raumtemperatur, ob auch wirklich alles getrocknet ist (Obacht weiterhin, wenn sie ins Schraubglas verfrachtet sind). Einen Teil lege ich in Öl ein, mit Kräutern (Lorber, Thymian, Oregano, Rosmarin, Knofi - wie ihr wollt). Die halten ewig. Überhaupt hält sich eingemachte Tomate prima. Ja und dann sind da noch 

Cocktailtomaten. Die confiere ich im Ofen bei 100° - eine Stunde mit Kräutern, etwas Olivenöl, Salz, Pfeffer, Zucker. Und friere sie portionsweise ein.
Es wird sowas von Zeit, dass ich endlich aus meinem neuen Schätzchen *Das große Buch der Gewürze - Von Bittersüß nach Feuerscharf* vorkoche. Was habe ich mich mitgefreut, als ich gelesen habe, dass sich Bettina über die GAD-Goldmedaille freuen kann, die zur Frankfurter Buchmesse verliehen wird! Ein toller Erfolg! Und so verdient!

Und *mein* Günther mit seinem Buch *Gut Brot will Weile haben* erhält obendrein die Silbermedaille! Das müssen wirklich kluge Leute sein, die von der Gastronomischen Akademie Deutschlands! Aber zu seinen Rezepten gerne später wieder...

Als erstes habe ich mir aus dem Gewürze-Buch ein Rezept herausgesucht, das genau die Züge hat, worin meine Zuneigung zu Bettinas Kochkunst wurzelt: ihre wunderbaren Kombinationen von Obst mit Herzhaftem.

Heute bin ich ausnahmsweise nicht in der Spur geblieben, sondern habe mich nur inspirieren lassen. Bettina nimmt nämlich keine Bourbonvanille wie ich, sondern eine Tahitivanille, die ich nicht vorrätig hatte. Ja, riesig sind die Unterschiede nicht, aber fein beim Würzen. Auch sieht ihre Version getrocknete Aprikosen vor. Da wir aber gerade mitten in der schönsten Aprikosensaison sind, mußte ich zu frischen greifen. Auch bin ich meiner Schuhbeck-Entenbrust-Zubereitungsweise treu geblieben. Never change a winning team - bei Fleisch mag ich keine Spielchen treiben.

Zugedichtet habe ich außerdem das Basilikumpesto, was nicht nur farblich ein toller Abrunder war. Fein, lecker, köstlich, gut. Bettina ist halt ne Bank! Schon blöd, wer dieses Buch noch nicht hat... Und ich träume nun davon, irgendwann ein Gewürzseminar bei ihr zu besuchen!
Zutaten*:

meine Version mit frischen Aprikosen:
1 Entenbrust
300g Aprikosen (etwa 6 Stück)
1 1/2 Orangen, der Saft davon (etwa 150ml)
1 Bourbon-Vanilleschote
1/4 TL Zimt
Piment d'Espelette
Salz, Pfeffer

600g Kartoffeln, am Vortag gekocht
1 TL frischer Majoran, fein geschnitten
1/2 TL getrockneter Majoran
Salz, Pfeffer

Basilikumpesto (m: selbstgemacht)

Zubereitung:

Den Backofen auf 100° (Ober-/ Unterhitze) vorheizen. Ein Offengitter auf die mittleren Schiene und darunter ein Abtropfblech schieben.

Die Aprikosen entsteinen und würfeln. Vanilleschote längs halbieren und das Mark auskratzen. Die Hälfte des Vanillemark mit dem Zimt, Salz und Pfeffer mischen. Entenbrust parieren, Federkiele mit einer Pinzette herauszupfen, die Hautseite im Abstand von 1 cm kreuzweise einritzen.

1 EL Öl in einer Pfanne erhitzen und die Entenbrust darin mit der Hautseite nach unten bei mittlerer Hitze etwa 5 Minuten anbraten. Wenden und die zweite Seite nur kurz anbraten, sodass sich die Poren auf der Fleischseite schließen. Die Entenbrust aus der Pfanne nehmen, mit der Gewürzmischung einreiben und 1 Stunde im Ofen durchziehen lassen.

Das Entenbrustfett in die Pfanne geben, in der später die Bratkartoffeln gebraten werden.

Den Bratensatz in der Pfanne mit dem Orangensaft ablöschen. Aufkochen. Die Aprikosen und die ausgekratzten Vanilleschoten zugeben und etwa 10 Minuten köcheln lassen. Nun in einen kleineren Topf umfüllen, Schoten entfernen, pürieren und solange weiter einköcheln lassen, bis die Konsistenz schön sämig ist. Restliches Vanillemark einrühren, salzen, pfeffern und mit Piment d'Espelette abschmecken. 

Die Kartoffen in dem Entenfett zusammen mit dem Majoran knusprig backen. Salzen und pfeffern. Die Aprikosensauce auf dem Teller mit der aufgeschnittenen Entenbrust anrichten. Die Bratkartoffeln dazugeben ebenso das Basilikumpesto.

*Anmerkung m: Die Saucenmenge reicht für 4 Personen
Inspiration: Bettina Matthaei *Das große Buch der Gewürze*/ Alfons Schuhbeck *Meine bayrische Küche*

Allrounder - Mandelkuchen

Sonntag, 11. August 2013

Dieser Kuchen ist der Zaunkönig unter den Kuchen: klein, farblos... aber trotzdem total süß. Gut, hinkt ein bißchen, der Vergleich. Aber ihr versteht, wie ich es meine. Oder (falls doch nicht) ums ganz deutlich mit Essen&Trinken zu sagen: *Er ist schnell gemacht, sieht ein wenig unscheinbar aus und übertrifft doch alle Erwartungen.*

Dieser Kuchen ist ein wunderbarer Begleiter zu sämtlichem Obst (bei mir schon etwas her mit Erdbeere und Rhabarber). Macht ein Kompott aus Pfirsichen dazu - herrlich. Oder Aprikosen. Oder den späten Erdbeeren. Oderoder. Alles toll.

Auch als Mitglied eines Dessert-Ensembles finde ich den Kuchen universell einsetzbar. Man sticht Ringe aus, oder bäckt einen kleinen Kuchen. Dazu etwas Obst und ein Eis (mit Vanille oder Crème fraîche). Kann man überhaupt nichts mit falsch machen.

Wer sich wundert, weshalb mein Kuchen so gelb ist, den erinnere ich daran, dass ich meine Eier von dort herbekomme, wo auch die Putzerhühner ausgebildet werden.
Zutaten:

200g Mandeln, geschält und gemahlen
1 Zitrone
200g Butter, zimmerwarm
170g Zucker
Salz
4 Eier
2 TL Backpu
60g Mehl

Zubereitung:

Mandeln überbrühen, häuten und trocknen lassen. Fein mahlen.

Die Schale der Zitrone fein abreiben. Die Zitrone halbieren und 6 EL Saft auspressen. Butter, 120g Zucker und 1 Prise Salz mit den Quirlen eines Handrührers mindestens 8min cremig-weiß rühren. Die Eier trennen. Die Eigelbe nacheinander in die Butter-Zucker-Masse rühren.

Eiweiße und 1 Prise Salz mit den Qurilen des Handrührgeräts halb steif schlagen, den restlichen Zucker langsam unter Rühren einrieseln lassen und weiterschlagen, bis sich der Zucker auflöst.

2 EL gemahlene Mandeln beiseite stellen. Mehl, restliche Mandeln, Zitronenschale und Backpulver mischen. Die Mehlmischung abwechselnd mit dem Zitronensaft in die Butter-Zucker-Masse rühren. Den Eischnee in drei Portionen unter die Masse heben. Eine Springform (26cm) ausfetten und mit den 2 EL Mandeln ausstreuen. Den Teig einfüllen und im vorgeheizten Backofen auf der 2.Schiene von unten bei 180° (Umluft 160°) 35-40min backen.

Den Kuchen erst 10 Minuten in der Form auf einem Kuchengitter ruhen lassen, dann aus der Form lösen und abkühlen lassen. Zum Servieren mit Puderzucker bestäuben.
Quelle: Essen und Trinken 05/2013 - auch gebacken von Jutta, Barbara, Karin und Mel