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Sonntag, 29. November 2015

Begegnungen - Husarenkrapferln

Alles wirkliche Leben ist Begegnung, sagt Martin Buber, *Der Mensch wird am Du zum Ich*. Die tiefsten Gefühle erleb(t)e ich mit/ durch/ wegen eines anderen Menschen. Da kommt Droge nicht mit. Roger Willemsen nimmt es (gerade für seine vielen Interviews) gerne von der phänomenologischen Seite und achtet darauf *was am Gegenüber zur Erscheinung kommt* - ein interessiertes, distanziertes fast sachliches Augenmerk.

*Die Beziehung zum Du ist unmittelbar. [...] Das Du begegnet mir von Gnaden - durch Suchen wird es nicht gefunden* meint Buber weiter. Kismet wird das auch genannt. Ich glaube daran, dass jede tiefe Begegnung mit einer Botschaft einher geht. Einer meiner Lieblingszitate zum Thema *Liebe* ist mal wieder von Goethe (klar, wer sonst ;): *Gegen große Vorzüge eines anderen gibt es kein Rettungsmittel als die Liebe*. Und für den Habib gesprochen trotzen diese ein Mal erkannten Vorzüge (auch samt ihren Kehrtseiten) den Stürmen des Lebens, der Lauheit des Alltages und den menschelnden Unzulänglichkeiten. Ohne ihn wäre ich heute nicht ich, wie ich bin. Halleluja kann ich dazu nur sagen! Das Du hat große Kraft und wirkt im besten Sinne heilend... Für mich ist Begegnung vielleicht das größte Mysterium im Leben.

* Sodann aber verlangt es einen Mal um Mal, seinem Mitmenschen zu danken, selbst wenn er nichts Besonderes für einen getan hat. Wofür denn? Dafür, daß er mir, wenn er mir begegnete, wirklich begegnet ist; daß er die Augen auftat und zuverlässig vernahm, was ich ihm zu sagen hatte; ja, daß er das auftat, was ich recht eigentlich anredete, das wohlverschlossene Herz.* (Buber) Diesen Dank gebe ich *unmittelbar* weiter an liebe Feriengäste von diesem Sommer: für die schönen, gemeinsamen Momente und für die Offenheit, mit der sie uns entgegen traten. Ebenso für das geschenkte Kochbuch *Die gute Küche*, das man gut und gerne das Standartwerk für sämtliche österreichischen Gerichte nennen muß und woraus das heutige Rezept stammt - Merci, liebe Susi und lieber Axel. Seit euch gehören Aussprüche wie *urgut*, *babba* und *bist du deppert* zum Repertoire :)...

In diesem Sinne: auf die Begegnung und die Bereitschaft dazu - euch allen einen schönen ersten Advent!
Zutaten 42 Stück:

250g Mehl
180g Butter
100g Staubzucker (m: 80g Rohrzucker, fein zermahlen)
50g Mandeln, gemahlen (m: geschälte)
2 Eigelb
1 Zitrone, der Abrieb davon
1 EL Vanillezucker (m: 1/2 Vanilleschote, das Mark davon)
1Pr Salz
150g Marillenmarmelade zum Füllen 
(m: halb Aprikosenmarmelade/ halb Jostabeerenmarmelade)
Puderzucker zum Bestäuben

Zubereitung:

Alle Zuaten zu einem glatten Teig verkneten, in Folie einpacken und im Kühlschrank 3 Stunden ruhen lassen. Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen.

Auf einer leicht bemehlten Arbeitsflache aus dem Teig zwei Rollen formen von ca. 3cm Durchmesser und Scheiben (42 Stück) abschneiden. Diese nacheinander auf den Handflächen rund rollen, mit Abstand aufs Backpapier setzen (laufen ziemlich auseinander) und etwas flach drücken (ich hatte die Krafperln auf ein Blech gesetzt, aber der Platz reicht ihnen nicht - s. Foto).

In der Mitte mit dem Finger oder dem Ende eines Holzlöffels eine Vertiefung eindrücken. 

Nun gehen unsere Vorgehensweisen auseinander. Ich habe die Plätzchen direkt mit Marmelade gefüllt - laut Kochbuch werden die Plätzchen leer gebacken und dann mit passierter Marmelade (im Papierstanitzel - schönes Wort :) gefüllt.

Bei 200° (O/U-Hitze) ca. 20min backen bis sich die Krapferln leicht golden färben. Auskühlen lassen und mit Puderzucker bestäuben

*Anmerkung m: Da die Plätzchen beim Backen gut auseinander laufen, würde ich sie wieder VOR dem Backen mit Marmelade füllen.

Ich merks an den Aufrufzahlen: Ihr seid gerade verrückt nach Plätzchen. Hier unter den Boards findet ihr sämtliche gebackenen Kekse von mir. Und klar das wunderhübsche *Hilda* lohnt sich auch dieses Jahr wieder. Die Florentiner mit kandiertem Ingwer darin sind übrigens ebenfalls das Rezept eines Feriengastes (coucou liebe Ulrike) - und erhalten hiermit nochmals meine ausdrückliche Empfehlung!

Freitag, 27. November 2015

Rote Bete-Radis-Salat

Selten zeige ich unsere Salate, weil sich die Vinaigrettes doch sehr ähneln. So essen wir - unbemerkt aller Mitleser des Blogs - deutlich mehr Salat, als man meinen möchte.

Schön ist die Kombi von Rote Bete und Meerrettich. Und mir bietet es Gelegenheit, wieder auf die wirklich einfach herzustellende Meerrettich-Crème zu verweisen, die sich bis heute im Glas im Kühlschrank hält (über 9 Monate!!!). Sie verliert mit der Zeit lediglich etwas an Schärfe. Für mich wirklich eine praktische Sache, denn es erspart mir bei dem garstigen Wetter den Meerrettich frisch im Garten stechen zu müssen.

Wenn euch mal diese hübschen Winter-Radieschen auf dem Markt begegnen, dann greift zu. Sie schmecken im Prinzip ähnlich Radieschen und haben eine Hello-Kitty-Barbie-rosa Farbe. Ein Schmuckstückchen. Vielleicht auch der ausschlaggebende Grund, warum ich für diesen Salat in der gleichen Farbfamilie geblieben bin (außer ein paar kontrastierenden Blättchen)...
Zutaten:

2 rote Bete
1/2 TL Kümmel
1 Lorbeerblatt
2 Winter-Radis
1/2 Granatapfel
einige Blätter Radicchio
1 Schalotte
1 EL Walnussöl
2 EL Olivenöl
2 EL Himbeeressig
Salz, Pfeffer
1 Pr Zucker
1-2 EL Pinienkerne, geröstet 

Zubereitung:

Die rote Bete mit dem Kümmel und den Lorbeerblatt in kochendem Wasser garen. Währenddessen die Vinaigrette herstellen. Dafür die Schalotte fein würfeln und mit Öl, Essig, Meerrettich und den Gewürzen mischen. Alles zu einer homogenen Sauce verqurilen. Unter kaltem Wasser die gekochte Rote Bete abschrecken und von der Schale befreien (ich mache das immer mit den Fingern) und in dünne Streifen schneiden. Noch warm mit der Vinaigrette mischen und mindestens 10min ziehen lassen.

Vor dem Servieren den in Streifen geschnittenen Chicoree sowie die Granatapfelkerne untermischen. Mit den Pinienkernen bestreuen.

Dienstag, 24. November 2015

Goldmarie's Apfelkuchen

Die Grimmschen Märchen-Schallplatten kannte ich als Kind auswendig (par coeur heißt das so schön französisch *aus dem Herz*). Herje, hundselenderbarmenswürdig stöhnte der vollhängende Apfelbaum unter seiner Last die Goldmarie an, die an ihm vorbei Richtung Frau Holle lief. *Empathie* ordnet man so gerne leichtfüßig der Menschheit zu. Doch nee, dadurch setzen wir uns noch lange nicht ab vom Tier. Sogar über ihre Art hinaus (!), sind viele Tiere befähigt, mitzufühlen, sich Tieren anderer Rassen in Not anzunehmen (s. hier etwa zum *rästelhaften Phänomen der Tieradoption*).

Der Habib seufzt manchmal: *Der Mensch ist eine Fehlkonstruktion*. Und mittlerweile verstehe ich, was er meint. Das liegt mit an der Ausstattung des Raumschiffes: die Bordinstrumente schlagen nur dann aus, wenn irgendetwas NICHT in Ordung ist. Läuft alles soweit rund, dann piepst nix, dann macht rein gar nix irgend einen Ausschlag. Ein gesunder Körper meldet nicht immer wieder: hey, alles roger, dein Körper ist zu allem fähig. Oder hey, völlig durchgechillte Psyche. Los gehts! Wenn die Luft frisch und sauber ist, die man einatmet, dann weißt die Nase einen nur dann darauf hin, wenn man sein Bewußtsein darauf lenkt. Ja, man kann sich sogar soweit an seine Umgebung adaptieren, dass man sich in kürzester Zeit an alles gewöhnt und auch fieses Stinken nicht mehr registriert. Sinne sind getuned auf Veränderung oder Fehlermeldungen.

In diesem bereits verlinkten wunderbaren Plädoyer von Roger Willemsen (ab: 29:40) gegen das Lau-Sein, zitiert er - in ähnlichem Sinne - Friedrich Hebbel: *Der Finger, der schmerzt, individuiert sich* - ein Finger wird erst in dem Moment bewußt, in dem er weh tut -. *Könnten wir nicht in diesem Sinne die Schmerzen Gottes sein?* - Gott als die Vorstellung eines großen, bei sich seienden, bewußtlosen Ganzen. Und dieses Ganze materialisiert sich in lauter unterschiedliche Individuen, die auf unterschliedliche Weise Schmerz empfinden.

Menschlichkeit als Befähigung zur Selbstwahrnehmung (Individiualsierung) und darüber hinaus als Veranlagung, ebenso alle anderen Lebewesen wahrnehmen zu können. Menschlichkeit als das gefühlte Mitschwingen im Großen Ganzen. Rein theoretisch, rein möglichkeitsmäßig. Ein großer, ein faszinierender Gedanke!


Dazu also Goldmarie's Apfelkuchen, zu dem mich Miss Boulette ansteckte und der eigentlich auf die Küchenschabe zurück geht. Egal was MB als nächstes von Uschi nachmacht - ich werde wieder nachziehen (so wie bereits beim Kartoffel-Strudel). SameSame but different gilt für diesen Apfelkuchen, denn Salzkaramell zu Apfel-Quitte ist hier schon länger Winner-Team. Der Applaus für diese Kombi verstärkt sich hiermit stürmisch. Vorallem der lochstickerei-gewirkte Rand mit Karamellschicht überzogen war der Knaller, weil super krachig!
Zutaten:

180g Mehl
40g gemahlene Mandeln
100g Butter
80g Quark
40g Zucker (1/2 Muscovadozucker 1/2 Puderzucker)
1 Pr Salz
1 TL Orangenschalen-Abrieb
wenig kaltes Wasser

1 1/2 Quitten
1 1/2 Äpfel
2 EL Zucker
1 EL Butter

Karamell
30g Zucker
1/4 TL fleur de sel
1 EL Butter
1 EL Sahne
Zubereitung:

Tarteteig wie gewohnt herstellen und eingewickelt kühl stellen. 

Quitte schälen, vierteln, entkernen und in dünne Spalten schneiden, in Wasser mit etwas Zitronensaft bis zur weiteren Verwendung aufbewahren. 2 EL Zucker mit Zitronensaft und etwas Wasser aufkochen und die Quittenspalten darin bissfest dünsten, heraus nehmen. Apfel ebenfalls schälen, entkernen und in dünne Spalten schneiden.

Den Ofen auf 190° Umluft vorheizen. 


Tarteteig ausrollen, auf Backpapier rüberziehen und auf ca. 3mm Dicke dünn wellen - ca. 30cm Durchmesser. Einen Rand von 3cm lassen. Zusammen auf ein Backblech setzen (m: Lochbackblech). Die Apfel- und Quittenspalten dachziegelartig auf dem Boden verteilen und gleichmäßig mit Zucker und Butterflöckchen bestreuen. Den Teigrand mit einem Sternausstecher mittig und mit Abstand Sterne ringsherum ausstecken -  aus dem Umkreis jeweils halbe Sterne. Den Rand nach innen umklappen. Die ganzen Sterne an der Unterseite mit Wasser anfeuchten und wieder auf den Rand kleben (zwischen die ausgestockenen Sterne). 
Die Tarte auf der mittleren Schiene ca. 25min backen.

Währenddessen das Karamellsirup zubereiten: Zucker flach in einem kleinen Topf ausstreuen und erhitzen ohne umzurühren. Sobald sich ein schöner Karamellton zeigt von der Flamme ziehen und die Butter einrühren (durch die geringe Menge geht das schnell: also Obacht - sonst wird das Karamell zu dunkel und damit zu bitter). Salzflocken zugeben. Umrühren bis die Butter schmolzen ist. Wieder auf die Herdplatte ziehen und die Sahne zufügen. Vorsichtig umrühren, bis sich eine homogene, glatte Masse bildet. Beiseite stellen und vor dem Bepinseln ernuet leicht erwärmen, falls der Sirup zu fest ist.

Die Tarte rausholen und vorsichtig mit dem Karamellsirup bestreichen (vorsichtig, damit die Apfelscheiben auf ihrem Platz bleiben) und die Tarte für ca. 6-8min wieder in den Ofen schieben bis die Oberfläche bluttert und weiter karamellisiert. Komplett auskühlen lassen, anschneiden und servieren.

Sonntag, 22. November 2015

Weder hachis parmentier noch sheperd's pie

Ein typisches Kinderessen - hüben wie drüben, in Frankreich wie in England: unten Hack oben Pü. Soweit das Grundgerüst, soweit das kulinarische Kinderglück. Und was Kindern schmeckt, das gefällt auch Ausgewachsenen. Hier bei uns in der Drôme findet man in den Restos hachis parmentier oft als *menu d'enfant* (Kinder-Mittagsteller) auf der Karte. 

Für den Habib und mich wurde daraus - bien sûr - eine vegetarische Variante gebastelt, die man mit zwei Wimpernschlägen kompletto pflanzlich halten kann. Herauskommt eine Art Schmorgericht mit Daunendecke. 

Oder anders gesagt: Wollsocken, Gummistiefel, Teelichter, Badewanne, Kamin, Hoodie könnten alle keine besseren Dienste leisten. So krault man den Zausel November seidig, bricht dem Stinkstiefel die Zähne, bevor er richtig das Knurren beginnen konnte, lacht dem Miesepeter ins Gesicht.
Zutaten 2P:

100g schwarze Bohnen, über Nacht eingeweicht
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 Karotte
1 Selleriestange (2 EL, fein gehakt)
1 rote Chili, entkernt
1/2 rote Paprika
100g Erbsen (m: gefroren, teils Saubohnen)
200ml Ofentomaten
1 Lorbeerblatt
3 Zweige frischer Thymian
1 Schuß Rotwein (ca. 50ml)
Salz, Pfeffer
1 Pr Zucker
1 Msp Pimentón de la vera
2 TL Sojasauce
1 EL Olivenöl

400g Kürbis (m: Butternut)
200g Kartoffeln
1 Stich Butter
Salz, Pfeffer
1 Pr Zucker
Muskatnuss-Abrieb
1/4 TL Curry

2 EL Parmesan, fein gerieben

Zubereitung:

Eingeweichten Bohnen über Wasser kalt abspülen und mit neuem Wasser bedecken. Mit aufgelegtem Deckel in ca. 60-70min weich kochen (gegebenenfalls Wasser nachschütten, damit die Bohnen nicht anhängen. Abschütten, Kochwasser auffangen. 1/4 der Bohnen mit 2-3 EL Bohnenkochwasser pürieren.

Zwiebeln, Knoblauch, Sellerie, Karotte, Paprika (geschält) und Chili präparieren, sprich fein würfeln. Erbsen kurz in kochendem Wasser garen und abschütten.

Die Zwiebel in dem Olivenöl glasig dünsten. Restliches, feingeschnittenes Gemüse dazugeben und weitere 3-5min mitbraten. Mit dem Rotwein ablöschen und einreduzieren lassen. Die Ofentomaten zufügen, Thymian und Lorbeerblatt ebenfalls, Deckel auflegen und bei kleiner Hitze das Gemüse weich kochen (ca.20min). Bohnen, pürierte Bohnen und Erbsen untermischen. Mit den Gewürzen pikant abschmecken.

Kürbis und Kartoffeln schälen und würfeln und über Wasserdampf garen (oder in Salzwasser garen, abschütten und mit Hilfe eines Küchentuchs zusätzliches Kochwasser ausdrücken). Mit der Butter pürieren und mit den Gewürzen abschmecken.

Ofen auf 190° (O/U-Hitze) vorheizen.

Eine Auflaufform buttern. Gemüse einfüllen und glatt streichen. Dann die Kürbiscrème darüber schichten und mit Parmesan bestreuen. Für ca. 15min im Ofen gratinieren.

Dienstag, 17. November 2015

Zu Tisch mit #3... BSL - Petersilien-Schupfnudeln mit Kohlrübenmus

Heute koche ich mich in ein Grüppchen. Janz jeflechter Eskapismus. Nachdem ich mir GMK und RW an den Tisch gewünscht habe, drehe ich den Spieß heute um. Ich schmuggle mich einfach in diese Runde, aus der festen Überzeugung heraus, dass das chemisch spitzenprima harmoniert. Und Harmonie kann ich gerade nicht genug von bekommen. Doch, unter die drei kann ich mich einfügen, mitlachen, mitfragen, ohne dass da was spannt - das ist geselliges Miteinander wie ich es mag.

Zugegeben, den Bjarne Mädel finde ich schon lange toll. Spätestens seit *Tatortreiniger*. Super Ausstrahlung, herrlichen Witz. Eine Lässigkeit, auf die wir Mädels doch stehen, nich? Zur Not würde ich das Essen auch mit ihm alleine verbringen. Aber die Mädels dazu gefallen mir ebenfalls. Von Sarah habe ich das Buch *Mängelexemplar* gelesen. Einfach, weil es mir in Asien quasi hinterher lief und ständig in einem der Backpacker-Unterkünfte stand (genau hier dann zugegriffen). Ich war nicht ganz und gar d'accord mit dem Ratschluß, den sie aus ihren Erfahrungen (Panikattacken) gezogen hat, aber das gäbe ja durchaus Anlaß zu interessierten Fragen. Und die Linda hatte ich so heiter, entspannt, bodenständig und charmant überhaupt nicht auf dem Plan. Eine umso überraschendere, freudige Begegnung also und jemand, mit dem ich sofort in Urlaub fahren würde.

Selbstverständlich ordne ich mich Sarahs Konzept von *Plus Zwei* (hier *Plus Drei*  ;) unter: das Essen gibt Rahmen, aber Anlaß ist das Gespräch - es bringt lediglich zusammen an einen Tisch. 

Zum einen habe ich daher dieses Gericht dafür ausgesucht, weil wir wirklich noch in angeberischen Mengen Butterrübchen (in Frankreich Navets) im Garten haben. Möglicherweise kann man zudem mit so alten Gemüsesorten wie Butterrüben den ein oder anderen Städter sogar noch neue Geschmacksmomente schenken. Und kaum ist die große Tabouleh-Zeit rum, in der jeder zweite Feriengast nach Petersilie verlangte, DANN wächst er wieder wie Unkraut, die Petersilien-Wutz. 

Eigentlich eines dieser typischen *Arme-Leute-Essen*, die ich besonders mag. Und Begeisterung kann ja manchmal so leicht anstecken wie Gähnen. Vorallem in einer gut gestimmten Runde...
Zutaten 2P:

400g Kartoffeln (am Vortag gekocht)
100g Mehl (m: T65)
1/2 Bund Peterslie
1 Ei
Muskatnuss
2 Schalotten,
1 TL Butter
Salz, Pfeffer

Butterschmalz

4 Kohlrübchen (m: navets)
Gemüsebrühe
50ml Sahne
Muskatnuss
1 EL Butter
2 EL Orangensaft, frisch
1/2 TL Zucker
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Die Kartoffeln schälen und durch die Kartoffelpresse drücken. Petersilie von den Stielen befreien, grob hacken und mit dem Ei zusammen fein pürieren. Schalotten fein würfeln und in der Butter glasig dünsten. Alle Zutaten zu einem homogenen Teig verkneten. Auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche aus dem Teig nacheinander drei Stränge von ca.2-3cm Durchmesser rollen. Jeweils in kleine Stücke von 2cm schneiden und diese zu Bubenspitzle rollen. In reichlich kochendem Salzwasser garen. Aus dem Wasser heben, wenn sie nach oben gestiegen sind. Auf einer Platte zwischenlagern.

Zum Servieren in Butterschmalz knusprig braten.

Die Kohlrübchen schälen, würfeln (ca. 2cm) und knapp mit Gemüsebrühe bedecken. Gut weich garen (ca. 10-15min). Die Kohlrüben abschütten und gut ausdampfen lassen. Die Butter in einer Pfanne schmelzen lassen und die Kohlrüben darin ca.10min braten - dabei nur leicht Farbe annehmen lassen. In einen Topf umfüllen und zusammen mit der Sahne und dem Orangensaft sehr fein pürieren (gegebenenfalls für die richtige Konsistenz noch etwas Sahne zufügen). Salzen, pfeffern und mit Zucker und Muskatnuss würzen.

Zusammen mit den Petersilien-Schupfnudeln servieren.

Sonntag, 15. November 2015

Si



Je suis Beyrouth, je suis Damascus, je suis Paris, je suis Mamako, je suis Brazzaville, je suis Kaboul, je suis Bagdad, je suis Abjua, je suis Donezk, je suis Islamabad, je suis Palestine, je suis Sinai, je suis ...

Auf ein Mal höre ich ständig, wie das Wort *Krieg* in den Mund genommen wird. (M. Sarkosy redet gar von dem totalen Krieg.) Krieg in Europa? Ich will nicht auch fliehen müssen - wer will das schon... Fällt Politikern nichts besseres ein als Krieg? Als würden sich Attentäter davon beeindrucken lassen - sie sind bereits bereit zu sterben. Und wollten die nicht auch irgendwann nur einfach in Ruhe und Frieden irgendwo leben dürfen? Die Zeichen stehen auf Sturm... es macht mir kalt. Wo sind die Menschen, die Krieg NIE für eine Lösung halten?

Krieg kennt keine Gewinner. Damit kennt sich vorallem Amerika aus. Der Dokumentarfilm *Amerikas verletzte Seelen* zeigt diesen Wahnsinn. Für mich einer der beeindruckensten Antikriegsfilme: man leidet mit den Tätern.

Freitag, 13. November 2015

Keine Meuterei um Bounty

An den Ami-Schokoriegeln kann man erkennen, wie sich diese Kultur in die verwildersten Ritzen dieses Planeten gedrückt hat. (Wäre die Welt schön, wenns nur der amerikanische Süßkram wäre...) Gibts den vor Ort nicht, dann gibts auch kein WiFi. Es ist, wie es ist. Halt wie Coka Cola  - worldwide Kult.

Und jeder weiß sofort, was gemeint ist. So wurde ein Kollege von einer Kollegin und mir *Schniggas* genannt, weil er aussah wie der aus der Lion-Werbung (Mädchenlogik). Überhaupt könnte man die Menschheit formidable einteilen in die unterschiedlichen Gruppen der verschiedenen Schoko-Riegel. Der Habib gehört beispielsweise der Snickers-Fraktion an. Ich wiederum bin Teil der Raider heißt jetzt Twix-Geschichte (eine Werbestrategie, die mir bis zum heutigen Tag Rätsel aufgibt).

Dank der Omi zu Kindheitszeiten im gleichen Haus, hatte ich süßeste Möglichkeiten, mich durch sämtliche Fabrikate zu schlecken (Omi versaute die Ernährungserziehung durch Zucker-Sabotage). Eine Bounty-Phase reihte sich da natürlich auch ein. Und wenn man nun den Ehrgeiz hätte, Bounty zuhause mehr oder minder originalgetreu nachzubauen, dann hätte ich das Rezept dazu. In DUBB-Qualität.  Aufgegriffen von Inés, entwickelt von Maitre David Lebovitz.

Obwohl wir ein paar von den kleinen Dingern abgegeben haben, möchte ich dennoch lieber nicht verraten, mit welcher Affengeschwindigkeit wir sie verdrückten. Fast schon unanständig. Voilà, das wäre mein Vorschlag, um die Eiweiße zu verwerten, die sich beim Pasteis-Backen ergeben. Eine echte Win-Win-Situation... für die Eier und ihre Umgebung.
Zutaten (2 Bleche*):

7-8 Eiweiß (250 ml / ca. 260 gr)
470g Zucker (m: Rohrzucker, fein gemahlen*)
1/2 TL Salz
40g Honig (m: Akkazie)
350g Kokosflocken
70g Mehl
1TL Vanilleextrakt 

120g dunkle Kuvertüre

Zubereitung:

In einem großen Kochtoopf alle zutaten miteinander vermischen. Bei mittlerer Hitze unter Rühren erhitzen, bis die Mischung etwas getrocknet ist. Wenn sie am Topfboden anfängt zu bräunen und zu etwas zu zischen (und zwar nicht bei dem allerersten zarten Geräusch), vom Herd ziehen und abkühlen lassen.

Ofen auf 175 Grad Heißluft vorheizen.

Zwei Backbleche mit Backpapier belegen. Mit einem Teelöffel Teighäufchen aufs Backpapier setzen; die Makronen laufen nicht auseinander, sie können also dicht stehen. Mit nassen Fingern rund oder in Pyramiden formen.

20 Minuten backen, bei Heißluft beide Bleche zugleich.

Auf dem Blech völlig abkühlen lassen.

120 gr dunkle Kuvertüre im Wasserbad schmelzen. Die Unterseite der Makronen damit bepinseln, auf einem Kuchengitter trocknen lassen.

Anmerkung m: ergab bei mir 2 Bleche von 36 Stück und etwas größeren von 25Stück/ Zucker könnte man vermutlich noch auf 450g drücken).
Quelle Kaltmamsell bzw. David Lebovitz

Dienstag, 10. November 2015

Too beautiful: Sauerkraut-Fencheltarte

So langsam wird es gespenstisch. Eben noch bin ich aus dem Schwärmen gar nicht mehr rausgekommen, aber nun gehe ich auf Habacht. Morgen ist Sankt Martin und ich renne in kurzen Hosen durch den Garten. Dieser November ist ZU schön. Doch, das gibts. Ich erinnere mich an Ferien in Südfrankreich im zartesten Knospenalter als mich ein holländischer Beau umschwärmte. Er hatte goldene, lange Locken, Augen wie Daniel Craig und den Körper eines braungebrannten Sufers. Und der war ZU schön. Gut, zugegeben, makellos war er nicht: er hatte eine fiese Fistelstimme. So in etwa Jogi Löw in zwei Oktaven höher. Oder eben so wie dieser November...

Ähnlich gehts im Garten zu: schönste Bedingungen um den Garten winterfest zu machen. Aber unmöglich die Rosen etwas zurückzuschneiden, wenn sie voller Blüten und Knospen sind. Oder die Dahlien anfangen auszugraben - in voller Blüte, Beete umzustechen mit bunten Cosmeen darauf, das Treibhaus leer zu räumen mit roten Tomaten an den Pflanzen... 

Gestern kam mir lächelnd in den Sinn, wie der Habib zu unseren Anfängen - getrennt von einer Landesgrenze - am Telefon meinte: *Überlege dir doch mal eine Blume*. Den ganzen Abend sinnierte ich, welche ich auswählen würde. Und hatte NATÜRLICH Wurzelware vor Augen. Ich war regelrecht empört, als sich rausstellte, dass der Habib von Fleurop-Schnittblumen redete!

Unser Garten ist mittlweile gespickt von Pflanzen, die uns Freunde und liebe Stammgäste schenkten. Rosen, Beeren, ein Apfelbaum, eine Rebe... Ihre botanischen Namen haben wir allesamt vergessen, sie heißen bei uns unverwechselbar nach den Überrbringern. Und ich kann nicht an ihnen vorbeilaufen, ohne an die jeweiligen Menschen zu denken. Merke: Du willst einer Person im Gedächtnis bleiben, dann schenke ihr etwas beständiges für den Garten.

Unbeindruckt vom Wetter gab es das erste Sauerkraut, draußen in der Sonne auf der Terrasse. Allerdings mit südlichem Dreh dank Ziegenfrischkäse und Fenchel.
Zutaten 24cm Tarte (2-3P):

50g Dinkel-Vollkorn
100g Dinkel 1050
30g Butter, flüssig
80g Milch
7g Hefe
Salz

300g Sauerkraut, gegart
1 Fenchelknolle (150g)
70g Ziegenfrischkäse
70g Bergkäse (m: halb Comté/ halb Raclettkäse)
2 Eier
70ml Milch
1 EL Crème fraîche
Salz, Pfeffer
1/4 TL Kümmel, gemahlen
1/2 TL Fenchel, gemahlen
1/2 TL Zucker
1 EL Öl

Zubereitung:

Sauerkraut garen (m: samt Schalotte, Thymian, Lorbeer und Wacholder). Abtropfen lassen.

Die Zutaten für den Teig gründlich verkneten und an einem warmen Ort 30 min ruhen und die Hefe anspringen lassen.

Fenchel putzen, vom Strunk befreien, das Grün zur Seite legen und den Fenchel in sehr dünne Streifen schneiden. Das Öl in einer Pfanne erhitzen, darin den Fenchel ohne Farbe annehmen zu lassen garen. Mit Zucker, Kümmel und Fenchel würzen. Salzen und pfeffern

Form buttern, Teig auswellen und die Form damit auslegen. Mehrfach mit einer Gabel einstechen.

Ofen auf 180° Umluft vorheizen.

Sauerkraut etwas ausdrücken und feiner hacken. Fenchel ebenfalls feiner hacken.

Eier mit Milch, Crème und Käse verrühren (evt. salzen und pfeffern) und mit dem Gemüse vermischen. Den Guß auf den Teigboden gießen und glatt streichen. 45min im heißen Ofen backen. Vor dem Anschneiden 10min ruhen lassen

Sonntag, 8. November 2015

Bravo: Tomatenpolenta mit Steinpilzen und confierten Kirschtomaten

Man kann über die Zeitschrift *Bravo* denken, wie man will, aber ich wäre ohne sie VÖLLIG unvorbereitet auf das andere Geschlecht losgelassen worden. Bemerkenswert eigentlich für eine Kultur, die *Freizügigkeit* für einen errungenen Wert der Industrieländer hält. Dieses erhellt-dankbare Verhältnis zur Bravo bescherte mir übrigens eine der peinlichsten Unterhaltungen auf Reisen, nämlich mit einer jungen, muslimischen Ärztin während uns die Fähre von Sansibar nach Daressalam übersetzte. Thema: *Wie wird bei euch sexuell aufgeklärt*. Tja, und ich offenbarte die Doppelseite unter Leitung der - immerhin seriös klingenden - Koriphäe *Doktor Sommer*. 

Gegen diesen Starposterquatsch war ich - by the way - immun (ein Cheerleaderherz schlägt nicht in meiner Brust). So ganz um Promis kam ich dennoch nicht. Obwohl sich mein ausgeprägten Hang zum Schwärmertum auf die Echtzeit konzentrierte, hing ein kleines, ausgeschnittenes Bild von River über meinem Schreibtisch. Neben dem ewig adorablen Paul (oder dieses - funktioniert bis zum heutigen Tage). Und hey, jetzt kommts, ein Gedicht aus der Bravo (jaha, ich habe nicht nur die Bilder geguckt) blieb mir ebenfalls im Ultralangzeitgedächtnis, eines von diesen eingesendeten, das ganz meinem eigenen Schmacht entsprach:

Wenn ich dich sehe,
dir begegne,
schlägt mein Herz Purzelbäume.

Doch schaust du mich an,
blicke ich schnell zu Boden.
Die Angst, dass du die Sehnsucht 
in meinen Augen siehst,
ist größer,
als der Wunsch,
dich zu betrachten.    

So genug Rückblende, jetzt aber wirklich zum Essen. Bei der Zubereitung dieser Polenta mußte ich mir regelrecht auf die Finger hauen, um mein veganes Vorhaben nicht kurz vor Zieleinlauf über den Haufen zu werfen. SOO kurz war ich davor, einen Stich braune Butter, etwas Sahne oder geriebenen Parmesan unterzurühren.

Wodurch mir aufgefallen ist, dass vegetarisches Essen im Vergleich zu veganem Essen ganz schnell deutlich fettiger wird. Ohne Rechtfertigung. Der Habib bestätigte mir am Tisch, dass nichts fehlt ohne Gedanken aufkommen à la *und jetzt noch...* Die vermiedene Butternote in der Polenta wurde einfach durch einen Löffel Mandelmus ersetzt - und verlieh ebenfalls einen gewünschten Schmelz. Fast möchte ich schreiben: Bravo  ;)
ebenfalls vorbei: die Steinpilz-Schwemme...
Zutaten 2P:

125g Polenta *
250g passierte Tomaten (m: eigene mit Kräutern)
250g Gemüsebrühe
1 Lorbeerblatt
2 Knoblauchzehen, fein gehakt
2 TL Tomatenmark
1 Pr Zucker
Salz, Pfeffer
Harissa
1 EL Mandelmus
(evt. etwas Brühe plus zum Nachschütten)

250g Steinpilze
250g confierte Tomaten
1 EL Petersilie, fein geschnitten
Salz, Pfeffer
Olivenöl 

Zubereitung:

Zuerst die Kirschtomaten confieren. Dafür den Ofen auf 110° Umluft vorheizen. Mit 1 TL Thymian bestreuen, 1 EL Olivenöl beträufeln, salzen, pfeffern und etwas zuckern und 50min im Ofen garen.

Tomaten mit Gemüsebrühe, Lorbeerblatt und fein gehaktem Knoblauch erhitzen, das Tomatenmark einrühren und die Polenta einrieseln lassen  Unter stetigem Rühren die Polenta 30 Minuten köcheln lassen, eventuell noch etwas Brühe anschütten. Salzen, pfeffern und mit einer Prise Zucker und Harissa würzen. Vor dem Servieren das Mandelmus untermischen.

Pilze mit Messer, Bürste und mit angefeuchtetem Küchenpapier putzen, in Scheiben schneiden. Im Olivenöl von beiden Seiten anbraten. Salzen, pfeffern und kurz vor dem Servieren confierte Kirschtomaten und Petersilie untermischen. Zusammen mit der Polenta anrichten.

*Anmerkung m: auf Anraten meines Habibs weiße ich hier ausdrücklich darauf hin, dass ich diese Tessiner Polenta (Sabine sei Dank - Küsse :*) verwende, was wirklich einer komplett anderen Qualität (sprich: Geschmack) von Polenta entspricht!

Mittwoch, 4. November 2015

Vitalknaller Brokkoli - im Salat

Tatsächlich wird dem Brokkoli nachgesagt, dass er zu den gesündesten Gemüsen überhaupt zählt. Das liegt zum einen an dem hohen Magnesiumgehalt (prima für Stoffwechsel, Herz und  Muskeln) sowie seinem Vitamin C-Reichtum (stärkt das Immunsystem), aber auch an Inhaltsstoffen (wie Sulforaphan), die entzündungshemmend ja gar Krebs entgegen wirken können. Obendrein zählt Brokkoli zu den äußerst kalorienarmen Gemüsen (100g - 34kcal). Hey, und er schmeckt. Lauter gute Gründe, wieso ich uns den Brokkoli in letzter Zeit öfters auf den Speiseplan gesetzt habe.

Bekannt ist er ja als Beilage mit brauner Butter. Ich habe uns nun wiederholt diesen Salat aufgetischt. Wenn er schon so gesund ist, dann darf die Salatsauce ruhig etwas üppig ausfallen.

Wichtig ist, dass die Röschen schonend über Dampf gegart werden. Man sollte den Brokkoli auf keinen Fall in kochenden Wasser werfen, denn viele Vitalstoffe sind hoch wasserlöslich und verschwinden somit unnötigerweise im Kochwasser. Damit er seine schöne grüne Farbe erhält, muß man ihn blanchieren - als kurz in ein Eiswasserbad geben. Voilà. Manchmal mische ich auch noch ein paar Blumenkohlröschen darunter. Auch gegarte Artischocken mag ich gerne dabei. 

Demnächst also mehr mit Kollege Brokkoli...
Zutaten 2P:

1 Brokkoli
3 Eier, hart gekocht
2 EL Mayonnaise
2 El Joghurt
1 EL Ketchup
2 Spritzer Worcester-Sauce
2 EL Zitronensaft
Salz, Pfeffer
Cayenne
Schnittlauch

Zubereitung:

Brokkoli in Röschen teilen. Den Strunk schälen und von allem holzigen Teilen befreien und ebenfalls klein schneiden. Über Dampf bissfest garen (nicht zu weich - auch den Vitalstoffen zuliebe). Amschließend sofort blanchieren.

Aus Mayonnaise, Joghurt, Ketchup und Zitronensaft ein Dressing rühren. Mit Salz, Pfeffer und Cayenne abschmecken. Den gedämpften Brokkoli damit vermengen

Die Eier schälen und klein schneiden und ebenfalls unter den Brokkolisalat mischen. Mindestens 10min marinieren lassen. Mit Schnittlauch bestreuen.

Montag, 2. November 2015

Neuheit - Ofen-Orzo mit Aubergine und Mozzarella

Wenn der Werbung liebstes Wort *Neuheit* mich irgendwo ganz besonders abschreckt, dann wenn ich einen Gartenkatalog durchblättere. Ich brauche keine blauen Rosen, keinen gefüllten Mohn, keine gestreiften Tulpen, keine lilanen Mailglöckchen, keine weißen Erdbeeren, keine Kreuzung aus Himbeeren und Brombeeren uswusf. Würde man die Artenvielfalt nur irgendwie erhalten wollen, bräuchte es keine weitere Kreativität in der Pflanzenzucht - zumindest, wenn man meinen Ansprüchen genügen wollte.

Wenn demnächst DIE Pflanze auf den Markt gebracht wird, die in der Lage ist, den Hunger dieser Welt zu beenden, dann ändere ich meine Meinung.

Kulinarisch ist gerade die *One-Pot-Pasta* in aller Munde. Ich weiß gar nicht, ob Debb diesen neuesten Trend überhaupt im Kopf hatte. Mich sprach die Verwendung von Auberginen an, von denen ich aus dem Treibhaus nach wie vor ernten kann. Naja, und wenn ein Gericht Käsefäden zieht, dann klingeln meine Appetitlichkeitssensoren sowieso. Heraus kam eine absolut köstliche, schlonzige Pasta, die ich genauso wieder zubereite.
Zutaten 2P:

1 mittlere Aubergine (m: 450g)
3 EL Öl
1 Karotte, fein gewürfelt
1 Selleriestange (ca. 2 EL, fein geschnitten)
1 Schalotte, fein geschnitten
2 Knoblauchzehen, fein geschnitten
140g Orzo-Nudeln (Pasta in Reisform)
2 Tomaten, gehäutet, in Stücke geschnitten
150ml Gemüsebrühe
1 Schuß Weißwein
2 TL frischer Oregano
Salz, Pfeffer
1 Pr Zucker
Harissa

1 Mozzarella, gewürfelt


Zubereitung:

Die Aubergine würfeln (Debb: 2cm/ m: 1cm) mit Salz bestreuen und 30min ruhen lassen, dann unter kaltem Wasser abspülen und trocken tupfen (m: mit meinen erntefrischen Auberginen überspringe ich diesen Punkt immer).

Den Ofen auf 180° (O/U-Hitze) vorheizen.

In einer Pfanne 1 EL Öl erhitzen und die Hälfte der Auberginenwürfel mit Geduld (ca.8min) farbig rösten. Mit der anderen Hälfte genauso verfahren und zur Seite in eine Schüssel geben. Den letzten Löffel Öl erhitzen, feingeschnittene Karotte mit kleingewürfeltem Sellerie 3min rösten, dann Schalotte und Knoblauch weitere 5min mitbraten. Den Orzo zufügen, ebenso den Oregano kurz mitwenden und mit einem Schuß Weißwein ablöschen und einreduzieren lassen. Ofentomaten, Tomaten, Aubergine, Mozzarella, ordentlich Salz (ca. 1/2 TL), Gemüsebrühe zufügen mit Harissa, der Prise Zucker und Pfeffer würzen.

Gut vermischen und in eine ofenfeste Form geben (m: in meiner Pfanne gelassen). Mit Folie abdecken und 20min garen (m: 25min), dann abdecken und weitere 20min ohne Folie backen (m:10min).

*Anmerkung m: Wenn ihr schon derartige Pasta kauft, dann habe ich noch dieses Pilz-Risoniotto für euch und diese Minestrone