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Donnerstag, 30. August 2018

DUBB: Streuselkuchen


Tarte brioche aux prunes, mirabelles et crumble - würde die heutige Zuckerbäckerei ins Fanzösische übersetzt heißen. Die eigentliche Ausgangsbasis bleibt der Streuselkuchen. Für mich ein urdeutscher Kuchen - selbst wenn die Herkunft nicht ganz einwandfrei geklärt ist... möglicherweise schlesisch?

In meiner Geschichte zählen Blechkuchen mit Obstbelag zu den Süßigkeiten, die ich wenn möglich verschmäht habe. Alleine beim Wort *Blechkuchen* war ich draußen. SEHR trocken habe ich sie in Erinnerung. Selbst das saftigste Obst konnte den totgebackenen Boden nicht retten und meist waren die Ränder dunkelbraun verbrannt. Ich aß - wenn nötig und nicht zu umgehen - ein Stück aus Anstand.

Eben solche Vorurteile schob ich vor mir her bis mich Stefanies Streuselkuchen eines besseren belehrte. Für mich eindeutig und unangezweifelt das beste Rezept für Streuselkuchen on this earth. Jawohl. Oder in meiner Bloggersprache: DUBB! Daher backe ich ihn nun schon zum xten Mal - stets mit dem gleichen Ergebnis: kaum einigermaßen ausgekühlt kann ich die Finger nicht davon lassen. Abwandelbar ist er nach Lust und Laune. Soll hießen: entweder man backt ihn ganz pur als Streuselkuchen und bestäubt ihn dann anschließend mit Puderzucker. Oder man legt noch - wie ich jetzt - eine Portion Obst dazwischen. Und da passen Aprikosen genauso rein wie Äpfel oder Birnen. Ganz nach Saison oder Phantasie. Ein weiteres Plus macht seine Frischhaltequalität. Welcher Hefekuchen schmeckt am nächsten Tag noch? Dieser hier dank Vorteig!

Den Boden habe ich zusätzlich mit meinem eh gleichfalls DUBB-würdigen Pflaumenmus bestrichen (das ich gerade wieder in der Kardamom-Version in großem Schwung einkochte) und in die Streusel mein geliebtes Sugar-Spice eingearbeitet. Ich sage nur *Zuckerklebefalle*!


Zutaten für ein Blech Streuselkuchen:

Pâte Fermentée:
175g Dinkel 630
125g Wasser
2g Hefe
3g Salz


Teig:
Pâte Fermentée 
325g Mehl Dinkel 630
175g Milch
3g Salz
10g Hefe
50g Zucker
100g Butter
 
Zum Bestreichen:
ausreichend Pflaumenmus
(ca. 5 EL)

Pflaumen und Mirabellen
(ca. 1kg)*

Streusel:
320g Dinkel 630
30g Dinkelflocken
50g gehobelte Mandelblättchen
250g Butter
200g brauner Zucker 

Zubereitung:

Die Zutaten für den Pâte fermente miteinander verkneten und 1 Std. bei Raumtemperatur gehen lassen. Danach für mindestens 12 Stunden im Kühlschrank fermentieren. 

Alle Zutaten bis auf die Butter für 5 min auf langsamer Stufe in der Küchenmaschine kneten. Dann weiter 7 min auf mittlere Geschwindigkeit kneten. Zuletzt die Butter hinzufügen und weiterkneten, bis sie komplett in den Teig eingearbeitet ist. (m: etwas kürzer geknetet)

Den Teig 1 Stunde gehen lassen.

Währenddessen die Zutaten für die Streuel zu einem bröseligen Teig verkneten. Wenn der Teig sich nicht zu dickeren Bröseln verkneten lässt, ein wenig Wasser hinzufügen.

Den Teig auf Backblechgröße ausrollen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Mit Pflaumenmus bestreichen und etwa 1 Stunde gehen lassen.

In der Zeit das Obst entsteinen und klein schneiden. Nach dieser Gehzeit den Boden mit dem Obst belegen und mit den Streuseln bedecken.
Rechtzeitig den Ofen auf 180°C vorheizen.
Den Kuchen bei 180°C für ca. 50 min mit Dampf backen - nach 10min den Dampf ablassen.

*Anmerkung m: mit Obst belegt braucht der Kuchen etwa 15min länger im Ofen! Die Obstmenge in Gramm/Kilo kann ich nicht mehr genau sagen - ich habe einfach dicht an dicht belegt...

Quelle: ein echtes DUBB-Rezept - Stefanies Streuselkuchen aka Hefe und mehr

... Edit: heute entdeckt: ein nahezu eineiiger Zwilling im Blog... Ist mir dieses Jahr bereits mit den Schoko-Sablés passiert: auch ein doppeltes Lottchen. Sollte ich mir Sorgen machen?!


Kommentare :

  1. Just in diesem Moment bin ich mit der „Schleckselproduktion „ fertig geworden.Und nun dieser köstliche Kuchen .Mit diesem Rezept werde ich am Wochenende meine Liebsten verwöhnen.Liebe Grüße aus Niederbayern.Gabi,Reinhard und Lea.

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    1. Oh, ich freue mich von Euch zu lesen! Ja, die Schlecksel-Produktionszeit ist genau jetzt. Und ich erinnere mich nur zu gut, wie sehr, Gabi, du das mochtest. GANZ herzliche Grüße an alle!!!!

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  2. Vielen Dank für dieses schöne Rezept - benutzt man hierfür Trockenhefe oder frische Hefe? Besten Dank und liebe Grüße, Eva

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    1. Eva, ich verwende IMMER Frischhefe. Und sollte das ausnahmsweise mal anders sein, dann vermerke ich das. Ich vermute aber, dass das nicht vorkommen wird. liebe Grüße zurück...

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  3. Super! Wird sofort am Wochenende nachgebacken. Wie geht "mit Dampf backen"? Reicht eine Schale Wasser oder braucht es einen besonderen Ofen? Vielen Dank und herzliche Grüße! Monika

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    1. Gute Frage, Monika! Nun, ich habe einen Ofen, mit dem ich Dampfstöße in den Ofen geben kann - was bei Hefeteigen und Broten hilft, sie beim Backen nach oben zu drücken. Macht man das händisch (also kippt einfach etwas Wasser auf den heißen Ofenboden), kann man damit dem Ofen ziemlich schaden. Notfalls muß der Kuchen ohne Dampf gebacken werden. Da es sich hierbei aber ja um ein SEHR gutes Rezept handelt, wird der Unterschied ob mit oder ohne Dampf nicht riesig sein ;-)

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  4. Ich neige auch dazu, langweilige Blechkuchen in die Verbannung zu schicken - zu viele Erinnerungen an trockene Kuchen in der Kindheit wahrscheinlich.

    Aber: Streuselkuchen geht immer! Und mit frischen Früchten ist der total beliebt. Schönes Rezept!

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    1. Wir scheinen das gleiche Kindheits-Trauma-Blechkuchen-Rezept im Kopf zu haben, Barbara ;-)! Aber *Word* - dieser Streuselkuchen von Stefanie hat damit Nullkommanullgarnix zu tun... der ist einfach supi!

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  5. Herrlicher Kuchen, ganz sicher, vielen Dank! Wir lieben Streuselkuchen. Er wird am Sonntag im Garten auf dem Tisch stehen, ebenso wie die Samosas und das leckere Roggenbrot ganz kurzfristig, vielleicht noch eher. Herzliche Grüße aus Wuppertal, Stephanie

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    1. Oh, im Garten auf dem Tisch - was ein schönes Bild, Stephanie. Ich hoffe, ja ich wünsche dir, dass der Kuchen euch so gut schmeckt wie mir! liebe Grüße...

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  6. Mich hat ein Pflaumenkuchen vom Blech mit Hefeteig auch nie überzeugt... Wie bei dir meist sehr trocken... Nein, danke! Wenn shcon Kuchen, dann ein richtig leckerer.. Deswegen war es nie eine Frage. Zwetschgenkuchen muss mit Mürbeteig sein.
    Bis Anfang der Woche! Ich wurde bekehrt und habe einen richtigen leckeren Zwetschgen-Streuselkuchen vom Blech gegessen.Schön frisch und gar nicht trocken! So gut, dass ich ihn zwei Tage später direkt nachgebacken haben :-) Und die Hefekuchen ja am zweiten Tag nicht mehr schmecken habe ich einfahc meinen Kollegen das Blech vorgesetzt. Win-Win! Aber die Variante mit Vorteig werde ich das nächste Mal defintiv asuprobieren! KLingt sehr spannend und kann ich mir auch bei Zimtschnecken super vorstellen.
    Eine Frage habe ich noch, wie wiegst du denn 3 g Hefe ab? Hast du eine so genaue Waage?
    Viele Grüße
    Alexandra

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    1. Mir gings wie dir, Alexandra: eindeutig Team Mürbteig. Eindeutig. Aber - wie im richtigen Leben - es kommt auf das richtige Rezept an. Der Vorteig macht wenig mehr Aufwand, aber er lohnt mit der tollen Frischhaltequalität. Und es freut mich natürlich, dass der Kuchen so supi ankam. Win-Win-Win quasi - mich eingerechnet ;)
      1g Hefe ist übrigens ungefähr so groß wie ein Reiskorn - falls deine Waage bei so kleinem Gewicht nicht mitspielt...

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    2. Super Tipp mit dem Reiskorn, das ist umsetzbar! Danke!

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  7. Liebe Micha, auf deinem Blog gesehen, den Text gelesen (dass du bisher keinen Hefeteigboden dafür mochtest, an meinen Mann gedacht " Hefeteig unter Pflaumen....da kann ich ja gleich Brot essen, das geht für mich gar nicht") und sofort die Zutaten gekauft. Heute nachgebacken (weil für mich geht Pflaume nur mit Hefe! :-) ) und dann folgenden Kommentar vom Herzallerliebsten bekommen: "DER IST EINFACH NUR GUT" und gleich hat er 2 große Stücke davon gegessen.
    Dieser Kuchen hat echtes Suchtpotential!!
    Danke, dass du das Rezept mit uns geteilt hast.
    Liebe Grüße Eva

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    1. Oh, über deine Rückmeldung, Eva, freue ich mich besonders. So viele Kuchen von dir habe ich schon nachgebacken. Und dein Kirschkuchen ist einer meiner liebsten - eigentlich, pfffhhh, was heißt eigentlich: auf jeden Fall - auch ein DUBB. Und das Lob muß ich an Stefanie weiterreichen. Es ist ihr tolles Rezept. Danke für dein freundliches Feedback!

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  8. Hallo Micha, welchen Kirschkuchen meinst du??
    Ja, Stefanie gebührt das Lob fürs Streuselkuchenrezept, die für die Obstvariante!!
    Wäre mein kürzlich veebloggter Bienenstich-Apfelkuchen nicht auch was für DUBB?? Den kann ich dir wärmstens empfehlen!! https://deichrunnerskueche.de/2018/08/bienenstich-apfelkuchen.html

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    1. Ha, ich hatte gar nicht mitbekommen, dass du wieder bloggst, Eva. Als erstes bist du wieder in meinem Blogroll - logo. Und dein Apfelkuchen ist umgehend auf die Liste gewandert - wenn du SO schwärmst. Fest vorgenommen habe ich mir beim nächsten Backen deinen dunklen Kirschkuchen (https://salzkorn.blogspot.com/2015/01/schokolade-nuss-kirschen-dunkler.html) als hochverdientes DUBB zu verbloggen. Ich mag den Kuchen... einfach immer wieder!

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  9. https://deichrunnerskueche.de/2018/09/nachgebacken-streuselkuchen-mit-pflaumen-ein-traum-von-einem-kuchen.html

    DANKE!!

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  10. (Neuer Versuch mit frisch geleerten Cache - ich hoffe, das Internet frisst den Kommentar nicht wieder.)

    Liebe Micha,
    ich freue mich sehr, dass du den Streuselkuchen zum DUBB erklärt hast. Deine Zwetschgenvariante würde mir auch schmecken!
    Für mich fällt er defenitiv auch unter DUBB, und es gab ihn gerade erst zu meinem Geburtstag für die Kollegen - die waren auch begeistert. Und die 175g Mehl im Vorteig hatte ich dieses Mal durch Emmer-Vollkorn-Mehl ersetzt. Das nussige Aroma steht ihm auch sehr gut!

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  11. Liebe Mich
    Herrlich- wieder einmal ein tolles Rezept für meine Rezeptsammlung. Die Kinder putzen gerade die letzten Krümel weg und ich schleck mir auch noch die Mundwinkel sauber ; )
    Danke für die sorgfältige Beschreibung. Einfach immer gelingsicher deine Rezepte.
    Herzlich, Pierina

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