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Donnerstag, 4. Oktober 2018

Wunschkonzert: Kürbis-Knödel mit Mangold-Gemüse


Wie oft stehe ich in der Küche und weiß' nicht recht, was kochen. Ein echtes Luxus-Problem. Der Habib ist meistens keine Hilfe, denn sein Beitrag in solchen Situationen lautet üblicherweise: Alles recht.

Oft gucke ich mich dann im eigenen Fundus um. Dieses Risotto mit dem ersten Kürbis des Jahres gabs gerade wieder. Ebenso wie die Tarte Tatin Surprise. Und wie den Evergreen-Rotweinkuchen. Oder die Kürbis-Spätzle mit Linsen. Ist ja nicht so, dass ich gar keine Ideen hätte. Nur eben nicht täglich. Oder ich koche uns etwas ganz einfaches. Wie Bratkartoffeln mit Rahm-Spinat und Spiegelei. Herje, ein Kindheitslieblingsessen, was immer lecker bleiben wird!

Perfecto fand ich, wie an einem solchen *Hach, was-kredenze-ich-uns-Tag* die Inspiration ins Haus flog. In Form einer lieben Feriengästin als auch Blogleserin (Coucou Sylke). Sie fragte mich hier nach einem Rezept für Kürbisknödel. *Ohhh, Kürbisknödel*, dachte ich sofort, eine super Idee und ich wußte direkt, wie ich sie machen wollte - und zwar in Anlehnung an diese Kürbis-Gnocchi.

Gut, Ganzgenaue könnten jetzt einwerfen, grundeigentlich handelt es sich um Kürbis-Kartoffel-Knödel. Wollte man reine Kürbisknödel machen - siehe etwa diese Kürbisgnocchi - dann ist das mit deutlich mehr Aufwand verbunden. Also ich kann mit dieser Paarung gut leben. Sehr gut sogar. Wir haben richtig zugeschlagen. Gerade wenn die Knödel noch knusprig gebacken wurden, sind sie völlig unwiderstehlich.

Die Konsistenz des Teiges könnte misstrauisch machen. Aber auf meine Rezepte ist Verlaß - nur Mut! Die Knödel lassen sich nur mit feuchten Händen formen und 100% rund bekommt man sie auch nicht (weil der Teig eben etwas zu weich dafür ist). Aber aus geschmacklichen Gründen wollte ich nicht mehr Mehl zufügen (was ihr natürlich machen könnt, wenn ihr auf die ideale, runde Form besteht). Für den Zusammenhalt der Knödel sowie einen schönen Biss braucht es nicht mehr.

Herrlich fand ich ein Mal mehr die Verbindung von Kürbis und Mangold. Das gewisse Eßwas machte mein geschätzter Noilly Prat - der drehte ein einfaches Essen ins Besondere! Echt, volle Begeisterung! Und weil das nun eine ausgesprochen befruchtende Geschichte war, rufe ich hiermit laut nach mehr! Ja, ich starte *das Wunschkonzert*! Liebe Leserschaft, ihr sucht schon eine Weile nach einem gelingsicheren Rezept für ein bestimmtes Gericht - dann wenden Sie sich vertrauensvoll an mich. I will try my very best!


Zutaten 2-3P:

300g Kürbis (m: Butternut)
200g Kartoffeln
100g Mehl (m: Dinkel-Vollkorn)
1 Ei
1/2 TL Koriander, frisch gemahlen
70g Ziegenfrischkäse
Salz
1 Schalotte
1 EL Petersilie, fein gehackt
Butterschmalz

250g Mangold
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
ein großzügiger Schuß Noilly Prat
1 EL Mascarpone
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
Olivenöl 

frisch gehobelter Parmesan

Zubereitung:

Die Kartoffeln in einem Topf knapp mit Wasser bedecken und weich garen. Abgießen, noch warm pellen und direkt durch die Kartoffelpresse drücken. (Der Teig sollte noch warm vermengt werden).


Den Kürbis waschen, entkernen und grob würfeln. Einen Topf mit etwa 2cm hoch Wasser füllen, die Kürbiswürfel darin bei geschlossenem Deckel weich garen. Das Wasser soll dabei komplett verdampfen und so am Topfboden hängen bleiben, dass der Kürbis dabei noch keine Farbe angenommen hat. Den Kürbis in ein Tuch geben und gründlich auspressen (m: war bei mir nicht notwendig). Kürbisfleisch mit Hilfe einer Küchenmaschine  zusammen mit dem Ei fein pürieren (meinen Kürbis konnte ich mit dem Löffel zerdrücken). Die Schalotte fein würfeln in etwas Öl glasig dünsten, kurz vor Ende die fein gehackte Petersilie zufügen.

Die durchgepressten Kartoffeln mit dem Kürbispüree, dem Mehl, dem Ziegenfrischkäse, der Schalotte und den Gewürzen zu einem glatten Teig mischen. Salzen, pfeffern. Mit nassen Händen ja 12-13 Knödel formen. Reichlich Salzwasser zum Sieden bringen und die Knödel darin so lange garen, bis sie an die Wasseroberfläche steigen (dauert einige Minuten). Mit einer Schöpfkelle herausholen und auf einer Platte zwischenlagern. Etwas abkühlen und abtrocknen lassen. Dann halbieren und in Butterschmalz auf der Schnittfläche goldig braten.

Parallel den Mangold auf den Weg bringen. Mangold waschen, Stiele von Blättern trennen. Zwiebel und Knoblauch fein würfeln. In Olivenöl beides glasig dünsten, dann die fein gehackten Mangoldstiele zufügen und weitere 5min braten. Weiter den in feine Streifen geschnittenen Mangold zufügen. Den Mangold zusammenfallen lassen. Dann mit einem schönen großen Schluck Noilly ablöschen und etwas einreduzieren lassen. Mit Salz, Pfeffer und Mascarpone sowie Piment abschmecken. Zusammen mit den Knödel servieren. Mit gehobeltem Parmesan servieren.


Kommentare :

  1. Das hört sich ja himmlisch an!
    Hab lieben Dank für das tolle Rezept. Genau meine Kragenweite.

    Liebe Grüße, Tanja 🌻

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    1. Treffer - versenkt!
      Sehr schön, Tanja, das freut mich.
      Dann drücke ich uns zwei die Daumen, dass das Rezept im Praxistest genauso eine Punktlandung hinlegt!

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  2. Oje, vor diesem (Luxus)Problem "Was koche ich heute?" stehe ich auch regelmäßig. Und ich hab ja auch genügend Inspiration durch Kochbücher - oft wird man dann von der Auswahl fast schon überfordert, wenn es dir von überall entgegen schreit "Koch mich!". In dem Fall greife ich auch zu Altbekanntem zurück - nächste Woche gibt es deine herzhaften Dampfnudeln mit Walnussfüllung und Pilzsauce, die sind hier zum Herbstklassiker geworden. Oktober ohne die geht nicht!
    Lg, Miriam

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    1. Ohja, Miriam, gute Idee, die Dampfnudeln sind wirklich sehr fein. Das ruft auch hier mal wieder nach Wiederholung ;-)
      liebe Grüße...

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  3. Oh ja das kenne ich auch nur zu gut, gerade Mittags, wenn ich für die Kinder kochen werden es aber meist Standardgerichte wie Kartoffelsuppe, Frikadellen oder Milchreis mit heißen Kirschen :-) Deine Knödel sehen sehr lecker aus, ich werde sie auf jeden Fall ausprobieren. Viele liebe Grüße Steffi

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    1. Ganz genau, Steffi, in den Fällen greift man schnell auf etwas Altbewährtes zurück, das gut ankommt. Wem sagst du das ;)

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  4. Liebe Micha, freut mich, auch mal als Inspiration gedient haben zu dürfen, während ich mich doch so oft von Dir inspirieren lasse. Die Knödel werden auf jeden Fall ausprobiert! An Kürbis-Semmelknödeln bastele ich aber trotzdem nochmal herum, da die südtiroler Knödelvariante bei meiner Familie immer begeistert aufgenommen wird.
    Habt ein schönes Wochenende, liebe Grüße, Sylke

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    1. Ach super, Sylke, dann führt ein Missverständnis gleich zur nächsten Muse: keine Kürbisknödel wie ich verstanden habe, sondern als Serviettenknödel. Das sollte noch einfacher sein. Und ich werde gerne wieder berichten. Denn etwas Baguette ist hier immer mal wieder übrig - das sollte sich in Bälde einrichten lassen!

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  5. Hihi,da ist sie wieder,die Kürbis-Mangold-Kombi!Dachte ich doch vorgestern noch daran als ich den Mangold düstete um die Pizza damit zubelegen (zumindest meine Seite ;-) )ob man vielleicht auch Kürbis dazu legen könnte....Ein Versuch wäre es wert...Nun,mein Mangold im Garten ist dieses Jahr ein echter Riese,es bleibt also noch genügend um die ein oder deine neue Mangold-Kürbis-Kombi auszuprobieren.
    Sonnige Grüße und ein schönes Wochenende
    Petra S.

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    1. Also ich finde die Kombi wirklich herrlich. Und wenn dein Mangold, Petra, im Garten so sehr nach *Mach was aus mir ruft*, dann hast du hiermit meine wärmste Empfehlung... sonnig-nebelige Grüße zurück

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  6. Liebe Micha, auf der Seite der Blogleser stehend, habe ich im Fall der Kocheinfallslosigkeit den Riesenvorteil, dass ich einfach bei dir vorbeigucke und immer fündig werde. Beim Herumstreifen finde ich dann nicht nur ein Rezept, sondern gleich lachen mich wieder einige an, bekommen ein gedankliches Lesezeichen und so bin ich gewappnet... meinen Mann zu fragen hat ähnlich viel Sinn wie wenn du deinen Habib frägst. Übrigens eine interessante Vorstellung: Wie fühlt es sich wohl an die Entscheidung für das was auf den Tisch kommt so vertrauensvoll aus der Hand zu geben? Nie zu wissen, was mittags auf dem Tisch steht, aber letztlich zu wissen "alles recht". Da ich schon lange auf der "kochenden Seite" stehe, kenne ich das so gar nicht... Deine Knödel sind sofort vorgemerkt - wunderbar sehen die aus! Die Idee mit dem Wunschkonzert finde ich auch prima, jedoch hat sie einen Haken für mich: Dein Blog lässt bei mir keine Wünsche offen. Egal was ich eingebe, bekomme ich immer ein Rezept serviert. Mh, ich habe also wirklich überlegt für was ich denn gerne ein Rezept hätte, das es nicht schon bei dir gäbe. Mir ist nichts eingefallen. Eine Idee ist mir dann soeben (beim Sichten meiner Vorräte) dann noch gekommen. Mir ist ein Päckchen "Nackthafer" in die Hände gekommen und ferner eines mit Lupinenschrot. Wenn du ne Idee hättest, was man damit Schmackhaftes kochen kann, melde ich mich damit beim Wunschkonzert und sende viele Grüße mit!
    Hannah

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    1. Bald ist das Blog bei 1500 Posts. Da kommt schon orgentlich Holz zusammen. Und dementsprechend habe ich mich schon wirklich durch viel gekocht.

      Ein Haferbrot interessiert mich deshalb nicht so sehr, weil wir ja jeden Morgen bereits unsere Portion Hafer im Porridge verdrücken. Aber mir ist vor Jahren ein schönes Rezept begegnet - bei Interesse suche ich dir das gerne raus und schicke es dir per Mail. Auch Lupinenschrot habe ich selbst schon mal in ein Brot als Backzutat getan. Da muß ich auch nochmals nachgucken, was das für eines war. Sehr überzeugt hatte es mich allerdings nicht. Ich glaube, Lupinenschrot benutzte ich wirklich nur ein einziges Mal.... herzliche Grüße...

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  7. Ahhh, liebe Micha, darf ich einen Wunsch hinterherschieben - der zudem nicht ganz so öksig klingt UND in die Jahreszeit passt?! Apfelstrudel!!! Ich würde so gerne mal Apfelstrudel backen. Bislang war ich mit den Ergebnissen nicht sooo zufrieden. Kann aber auch am von mir verwendeten Mehl (Mischung D1050 und Einkorn VK) liegen. Das ist doch ein Wunsch, den man gerne spielt - oder? Ich grüße dich und deinen Habib und alle, die ebenfalls gerade viele Äpfel zu verwerten haben! Hannah

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    1. Apfelstrudel, liebe Hannah, habe ich selbstredend schon gemacht. Ein echter Klassker: schau mal hier:
      https://salzkorn.blogspot.com/2014/10/ein-dreifaches-hoch-auf-die-apfelernte.html
      Und den Teig bei einem Strudel Richtung Vollkorn zu drehen, das ist etwas Erfahrung, was die Konsistenz des Teiges ist. Zu weich darf er nicht sein, und nicht zu fest - dann geht das wunderbar. Gerade erst vor Kurzem ausprobiert. Allerdings hatte ich die Füllung zu feucht gemacht, und der Strudel riß dann deshalb...

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    2. sag ich's doch: Du lässt keine Wünsche offen! Auf den war ich echt noch nicht gestoßen... Dafür liegt er jetzt ganz zuoberst, quasi neben dem Apfelkorb. Liebe Grüße von Hannah

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  8. ... ich nochmal - aus aktuellem Anlass ;-) Diese Knödel nachzukochen, liebe Micha, sind ein echter Vertrauensbeweis!!! Hätte ich das Rezept aus einem Kochbuch, hätte ich mit Sicherheit nochmal mind. 50 g Mehl an den Teig geschmissen, denn die Konsistenz stimmt misstrauisch... Aber weil es von dir kam und du schon darauf hinwiest, habe ich dir blind vertraut, obgleich das Vertrauen dann nochmal auf die Probe gestellt wird, weil die Klöße recht lange brauchen, um hochzusteigen (auch hier hat mir dein Hinweis Händchen gehalten)... Das Ergebnis: Perfekt in Konsistenz und Geschmack! Gut dass die Kürbissaison erst begonnen hat. Mach ich wieder. Danke fürs Rezept und für die Strapazierfähigkeit deiner Kommentarfunktion! Hannah

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    1. Schön, dass du gleich zur Tat geschritten bist, Hannah - und ja, beides (Weichheit des Teiges und Dauer des Kochens) fand ich im wahrsten Sinne *bemerkenswert*... Es freut mich natürlich, dass euch die Knödel auch geschmeckt haben - logo :)!

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  9. Liebe Micha,
    bitte veröffentliche diesen (letzten!) Kommentar zu diesem Rezept nicht, sondern ggf. kannst du es ja einfach editieren: In der Zubereitung wird Parmesan in die Masse gemischt, der taucht oben bei den Zutaten nicht auf. Vielleicht hast du ihn ganz weggelassen. So oder so war es prima. Und ich verrate nochwas: Ich hatte sogar die Abkürzung genommen und Kartoffel und Kürbis zusammen im Schnellkochtopf gedämpft. Ja, ich weiß - das war echt wagemutig, aber hat geklappt!... die Hannah

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    1. Das mit dem Parmesan hatte ich schon ediert - Copy&Paste von den Gnocchi um mir etwas Tipperei zu ersparen. Im Schnellkochtop beide zusammen zu garen ist durchaus eine Idee - wenn man den Kürbis später dann gut ausdrückt (gerade im Fall von Muskatkürbis). Sonst kann der Teig - der ja feuchtigkeitsmäßig an der Grenze ist - schnell ZU feucht werden... liebe Grüße

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  10. Kürbisknödel habe ich auch noch nicht gemacht (nur Kürbis-Schupfnudeln, die übrigens auch lecker sind). Tolles Rezept, das ich mir unbedingt merken muss :)
    Liebe grüße,
    Ela

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