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Sonntag, 16. Oktober 2022

World Bread Day 2022 - Dinkel-Kamütelchen


Schön, wenn's einem daheim so richtig hyggelig vorkommt, oder? Hyggelig, das so schöne, eingedeutschte, dänisch-norwegische Wort für wohliglich, gemütlich, heimelig, nestig, weich-warm-gut! Olfaktorisch ist Brotbacken in dieser Hinsicht eine Wucht mit Knusperkruste - denn die Nase weiß sofort was es geschlagen hat: es riecht eindeutig hyggelig! Wohlfühlen dank Brotbacken... manche Dinge sind so gar nicht schwierig.

Alleine das Wort *Brot* triggert in mir ganz viele Assoziationen. Als ich vor über 15 Jahren mit dem Brotbacken begann, galt das noch als recht nerdiges Hobby. Ein paar viele geschlossene Handwerksbäckereien und Pandemiejahre später, ereifern sich nun nicht mehr nur echte Ökos, Prepper oder Brotliebhaber für diese Freizeitbeschäftigung. Seit ich blogge, nehme ich an Zorras World Bread Day teil - mein liebstes Event und auch mein einziges übergreifendes Foodie-Event, das mit meiner regelmäßgen Mitwirkung stattfindet. Vielen Dank an dieser Stelle, Zorra, für deinen jährlichen Einsatz für dieses Event auf deinem Blog *1 x umrühren aka Kochtopf*

Für mich kulminiert alleine in dem Begriff *Brot* ganz viel von dem, was existenzielles Leben auf der Erde ausmacht. Nicht von ungefähr gehört in so vielen Ländern Brot zu den absoluten Grundnahrungsmitteln. Ein frommer Wunsch bleibt, mit allen sein Brot zu teilen. Da könnte sich die Welt - wenn es nach mir ginge - ein Scheibchen abschneiden von der französischen Kultur. Geht man hier ins Restaurant wird stets ein kleiner Brotkorb und eine Karaffe Wasser auf den Tisch gestellt. Wer hungrig kommt, soll sich satt essen können - mit Brot und Wasser als Basis.

Heute möchte ich mich außer an Zorras Event noch der Aktion der internationalen Umweltorganisation *Navdanya* (Neun Samen) anschließen *Unser Brot, unsere Freiheit*. Die Organisation warnt schon seit Jahren davor, dass die Welternährung nicht monopolisiert in die Hände weniger Industriekonzerne gelangen darf. *Echte Nahrung ist das Recht aller Lebewesen. Zu essen bedeutet lebendig zu sein. Echte Nahrung zu essen, bedeutet gesund zu sein. Echte Nahrung ist der Schlüssel zur Gesundheit unseres Planeten sowie auch zu unserer eigenen Gesundheit und unserem Wohlbefinden

Navdanya erinnert daran, dass Nahrung und Lebensmittel auf unserem Planeten den Kreislauf des Lebens bestimmen. Im Lebensnetz sei Nahrung das Geschenk der Erde, das große verbindende Element zwischen Boden, Pflanzen, Tieren und Menschen.

Außerdem weißen sie darauf hin, dass die derzeitige Preiskrise und die sich abzeichnende Hungerkrise das Symptom eines Systems darstellt, das aus dem Ruder gelaufen ist: * Nach Angaben der FAO, der Weltbank und des Internationalen Expertengremiums für nachhaltige Ernährungssysteme (IPES) besteht derzeit keine Gefahr einer weltweiten Nahrungsmittelknappheit. Da Lebensmittel zu einem finanziellen Vermögenswert und einer Ware geworden sind, ist die übermäßige Spekulation aufgrund der Finanzialisierung von Lebensmitteln die Ursache der Krise. Das bedeutet einen steilen Anstieg der Preise für die Verbraucher und größere Unternehmensgewinne für Finanzakteure und Agrarkonzerne.

Wer hier länger mitliest weiß, dass ich sehr skeptisch bin, ob das Ruder im großen Ganzen noch rumzureißen ist (s. meine Reihe WW-Klimakterium), weil ich mich umfänglich Gus Speth, Prof. für Nachhaltige Entwicklung, anschließe (ich zitiere zum zweiten Mal):Früher dachte ich, dass die größten Umweltprobleme der Verlust der Artenvielfalt, der Kollaps der Ökosysteme und der Klimawandel wären. Ich dachte, 30 Jahre gute Wissenschaft könnte diese Probleme angehen. Ich habe mich geirrt. Die größten Umweltprobleme sind Egoismus, Gier und Gleichgültigkeit, und um mit ihnen fertig zu werden, brauchen wir einen kulturellen und spirituellen Wandel. Und wir Wissenschaftler wissen nicht, wie man das macht.”

Die Gründerin von Navdanya International, die Physikerin und Trägerin des alternativen Nobelpreises Dr. Vandanya Shiva, hofft auf das schöpferisch Potenzial des Menschen: "Lasst uns unser schöpferisches Potenzial mit den höheren planetarischen Gesetzen und den höheren Gesetzen der Menschheit in Einklang bringen, die Leben und Wohlergehen für alle ermöglichen."

Und ich möchte präzisieren, dass einzig ein geistigen Wandel Veränderung zu bewirken vermag und jeder kann dafür nur bei sich selbst, seiner eigenen Gedankenwelt beginnen:

*Du bist es, der diese Welt erschafft - jeden Augenblick* (Buddha Shakyamuni)

 


Mittlerweile bin ich sehr bequem geworden, was das Brotbacken angeht. Meine Lieblingsbrote habe ich euch vor Kurzem vorgestellt - und um die kreise ich in der letzten Zeit beharrlich.

Backe ich Brötchen, dann gerade nur noch die Sonntagsdinkelbrötchen in tausendundeiner Abwandlung. Sie passen halt zu gut zu unseren Lebensgewohnheiten. Riesig anders sind die heutigen Brötchen, die von Björn inspiriert sind, nicht: wieder ziemlich vollkornig, wieder mit Übernachtgare, wieder mit hellem Dinkel. Sie sind wieder so bequem zuzubereiten, dass sie totally Beginner friendly sind - man braucht zudem keinerlei Spezial-Equipment. Da kann sich jeder bedenkenlos ausprobieren.

Unterschiedlich ist, dass man zeitlich flexibler ist und dass man weniger Platz im Kühlschrank benötigt, weil nur die Teigschüssel darin geparkt wird.


Zutaten - 9 Stück:

Quellstück:
60g Altbrot
20g Goldleinsaat
20g Sonnenblumenkerne, geröstet, gehackt
100ml Wasser

Autolyseteig:
240g Kamut-Vollkorn
300g Dinkel 630 (m: davon 30g R1150)
50g ASG (m: 2 Tage davor aufgefrischt)
420g Wasser

Hauptteig:
Quellstück
Autolyseteig
13g Salz
4g Hefe
20g Wasser
1 TL Rübensirup
1 EL Walnussöl 
Mohn zum Bestreuen

Zubereitung:

Die Quellstückzutaten vermengen und 1 Stunde quellen lassen.
Die Zutaten des Autolyseteigs 3 Minuten langsam verkneten und 1 Stunde abgedeckt quellen lassen.
Quellstück, Salz, Wallnussöl und Hefe zum Hauptteig geben (nicht die 20g Wasser) und 4 Minuten langsam kneten, dann 20 Minuten abgedeckt Teigruhe. Ein zweites Mal für 3-4 Minunten kneten - dabei schlückchenweise die 20g Wasser anschütten - bis ein glatter Teig entstanden ist.
Den Teig in eine eingeölte Teigwanne legen und ca. 60 - 70 Minuten bei Raumtemperatur anspringen lassen. Nach 30 und nach 50 Minuten einmal in der Schüssel dehnen und falten.
Die Teigwanne gut abgedeckt für 12 bis 24 Stunden bei 5°C im Kühlschrank weiter reifen lassen.
Am Backtag aus dem Kühlschrank nehmen und den Teig auf die bemehlte und mit Mohn bestreute Arbeitsfläche stürzen.
Vom rechteckigen Teig drei gleich breite Streifen abstechen und diese vorsichtig etwas länglich ziehen Jeden der Streifen mit einer Teigkarte in drei gleich große Teiglinge teilen.
Die Teiglinge mit Hilfe zweier Teigkarten etwas in Form schieben, aufnehmen und auf ein vorbereitetes Backblech setzen und nochmals mit Mohn bestreuen. Abdecken.
Den Ofen einschalten und 30-40 Minuten auf 250 °C Heißluft-/Umluft vorheizen.
Die Bleche in den Ofen einschießen und gut schwaden. Die Temperatur auf 240 °C herunterstellen. Die Brötchen 18 bis 20 Minuten dunkel abbacken und aus dem Ofen nehmen. Mit Wasser besprühen.    *Anmerkung m: unsere Frühstücksbrötchen sind verhältnismäßig groß. Wir essen morgens eine Hälfte davon und abends die zweite...
Inspiration: Björn von Brotdoc 

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