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Sonntag, 30. August 2015

Dokumenta 1000

tausend Mal berührt.... tausend Mal

dokumentiere ich für euch mein Essen (also absolut überwiegend). Eine Zahl, die aller Wahrscheinlichkeit nach viele Hochglanzblogs niemals erreichen. Das macht mich durchaus zufrieden ob meiner Stetigkeit. Da streiche ich mir mit einem Anflug von tiefer Selbstverliebtheit gerade mal kurz die stürmischen Locken aus dem erhitzten Gesicht. Oder so. Und ja, fleißig kann man das wohl ebenfalls nennen. Und jetzt mal ohne Untertreibung: extremly erfahren am heimischen Kochtopf.

Ich fühle mich als Streetworker unter den Foodies. Ganz dicht am Alltag. Als eine, die sich einsetzt für das gewöhnliche, alltägliche, gute Essen. Basisarbeit. Gute Ernährung kann ganz unaufgeregt sein. Oder wie wurde mein Blog auch schon genannt: unprätentiös. Genau. Eine meiner diesjährigen Sommererkenntnisse: unspektakulär als neues Lieblingsattribut - dahinter verbergen sich nämlich leichterdings *Das-Leben-ist-schön-Momente*. Aus sich selbst heraus.

Weswegen ich für die heutige Gelegenheit gar nicht in die Ferne schweifen will, wenn das Gute in meinem Fall (Momentchen, die Locken  ;) so nahe liegt. Wir reden also von einem weiteren DUBB. Recht am Anfang meiner Holzlöffel-Karriere wurde mir dieses Cantuccini-Rezept von einem Feriengast weitergegeben und seither schaue ich mich nach keinem weiteren um. Warum auch? SO müssen Cantuccini sein. IMMER. 

Oftmals bot ich sie seither als allerletzten Gang an. Entrée, Hauptspeise, Käse, Dessert. Und zum abschließenden Rausschmeißer-Café wird in Frankreich gerne noch eine winzige Süßigkeit gereicht. In schick eine hübsche Praline. Aber die mache ich ja nie selbst. VIELzuviel Aufwand. Für diesen Zweck gehe ich dann in der Pâtisserie vorbei. Oder aber ich reiche eben klassisch Cantuccini zum Café. Das paßt gut zu mir: lieber eine Nummer schlichter - deshalb nicht zwingend schlechter. Aber handgemacht. Eine Süßigkeit, die ich nebenher ohne viel Heckmeck zaubern kann. So wie ihr.

Und in der Keksdose bleiben sie einige Tage knusprig wie direkt aus dem Ofen. Doch knallharte Gebißbrecher sind sie nie. Was soll ich sagen, ich möchte fast das Wort *perfekt* bemühen...

Ach und bei der Gelegenheit: Ob wohl alle bisherigen Mitspieler beim DUBB mir ihr Foto dazu schicken würden. Das wäre ganz zauberhaft. Und ich wäre in der Lage, den ersten Schwung zu veröffentlichen!

Freitag, 28. August 2015

Auberginentrend '15: Auberginen-Pizza türkischer Art

Bei den vielen Rezepten hier mittlerweile in der Datenbank lohnt es sich auch zu schauen, wie man die Rezepte anderweilig, neu oder untereinander kombiniern kann.

Für mich bleibt der Pizzateig aller Pizzateige der von Wild Yeast. Um mal etwas Neues auszuprobieren, wandelte ich den Kartoffelteig mit Süßkartoffeln ab. Abgesehen davon, dass Süßkartoffeln immer etwas schwieriger zu verarbeiten sind (mehr Wasser in der Frucht), schmeckte man sie nicht wirklich raus. Ein fehlgeschlagenes Experiment also, dass ihr nicht nachzuahmen braucht. Sucht euch euren Lieblingspizzaboden raus. Der von Marlene gefällt mir ebenfalls

Für den Belag habe ich mich von Bettina Matthaeis Buch *Gemüse kann auch anders* inspirieren lassen. Gut geworden. Und ausversehen vegan. Ein weiterer schöner Belag wäre dieses Lieblingsrezept mit Auberginen. Diese Sauce habe ich uns dieses Jahr bereits zur frischen Maispolenta von Ottolenghi gemacht. Ihr seht, ich halte mich an meine eigenen Vorschläge.
Zutaten:

400g Auberginen
Salz
250g weiße Zwiebeln
3 Knoblauchzehen
1 Bund glatte Petersilie
4 Stängel Minze
4 Frühlingszwiebeln (m: ersetzt durch Schnittlauch)
2 TL Zitronenschalen-Abrieb
3-4 EL Olivenöl
2 EL Tomatenmark
500g passierte Tomaten (m: Mix aus frischen Tomaten und Ofentomaten)
Pfeffer
1 TL Kreuzkümmel
1 TL Ceylonzimt
1 TL Chiliflocken (m: Harissa)
2 TL Paprikapulver
Muskatnussabrieb 

Zubereitung:

Die Aubergine waschen und 1cm große Stücke würfeln. Mit Salz bestreuen und 10min ruhen lassen - dann das Salz abspülen und mit Küchencrepp trocknen (m: bei meinen frischen Auberginen überspringe ich stets den Salzschritt).

Die Kräuter fein hacken und mit dem Zitronenabrieb mischen.

Zwiebeln fein würfeln, ebenso den Knoblauch. Die Zwiebeln in Olivenöl glasig dünsten, die Aubergine zufügen und weitere 6-8min bei starker Hitze braten, bis sie gar sind. Den Knoblauch dazugeben, kurz mitbraten. Die Tomaten (m: frische Tomaten gehäutet und gewürfelt, plus Ofentomaten) ebenfalls in die Pfanne geben und bei mittlerer Hitze sämig einköcheln lassen. Mit Salz, Pfeffer, einer Prise Zucker würzen. Abschmecken mit Kreuzkümmel, Zimt, Harissa, Paprika und frischem Muskat.

Den Belag auf einer Pizza (m: zwei Pizzataler) verteilen und im vorgeheizten Backofen mit Backstein knusprig backen. Vor dem Servieren mit den frischen Kräutern bestreuen.

Schön auch die Variante, in der der Pizzaboden ganz dünn ausgewellt wird (besonders gut dafür geeignet der Pizzateig nach Marlene) und man die Pizza einrollte und so gut von Hand essen kann.

Mittwoch, 26. August 2015

Auberginen-Ziegenfrischkäse-Börek

Zu den wenigen Fertigprodukten, die ich immer mal wieder kaufe, gehört Filoteig. Auch wenn man den eigentlich recht simpel selbst machen kann (beispielsweise ähnlich wie hierfür). Ein bißchen Wickelei und schon wird alles zur knuspernden Knabberei. Das kann man nur mögen. Die Auberginen-Börek bietet sich nicht nur als schöne Vorspeise an, sondern funktioniert auch prima als Fingerfood - etwa wenn wir mit den Gästen zusammen grillen. 

Am allerbesten schmecken die kleinen Börek direkt aus der Pfanne. Doch auch kalt und dadurch etwas weniger knusprig sind die immernoch super. Ach, und ich habe raten lassen, mit was die Börek gefüllt sind. Und: es wurde geraten - schwer geraten.

Wenig Aufwand - schöner Effekt. Ich mag diese Börek! Vorallem in der Kombi mit dem minz-knoblauchigem Tomatensalat.

Wer das Börek noch eine Nummer flotter auf den Tisch bringen will, der mache es wie Nesrin und schiebt sie in den Ofen.
Zutaten*:

1 mittelgroße Aubergine
1 Ziegenfrischkäse (ca. 125g)
1/2 Zitrone, Abrieb davon
Salz, Pfeffer
Cayenne
1 Packung Filo-Teig
geschmolzene Butter

verschiedene Tomatensorten (m: eigene)
1/2 Cantaloupe-Melone
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
einige Blätter frische Minze, fein geschnitten
Salz, Pfeffer
4 EL Olivenöl
2 EL Himbeer-Essig 

Zubereitung:

Den Grill auf 220° vorheizen. Die Aubergine mit einer Gabel (m: Fleischgabel) mehrfach einstechen. Die Aubergine unter dem Grill in ca. 25min garen - während der Hälfte der Zeit wenden.

Die Aubergine etwas abkühlen lassen, dann halbieren und mit Hilfe eines Eßlöffels das Fruchtfleisch rauslösen. Das Auberginenfleisch mit Ziegenfrischkäse mittels einer Gabel mischen. Mit Salz, Pfeffer, Zitronenschale und Cayennepfeffer abschmecken.

Den Filoteig mit der Aubergine so wie hier füllen - allerdings nahm ich hier anstelle des Öls geschmolzene Butter.

Tomaten vom Strunk befreien und in Schnitze schneiden. Die Melone bebenfalls in kleine Stücke schneiden. Aus den restlichen Zutaten ein Dressing zubereiten und den Salat damit marinieren. 

*Anmerkung m: ergab etwa 15 Stück

Montag, 24. August 2015

Der purbeste Bananenkuchen

*Pffffhhhh* schnaubt ihr jetzt wahrscheinlich, *bester Bananenkuchen. Die hat hier gerade mal einen Bananenkuchen vorgestellt und der schmeckt mindestens genauso sosehr nach Quitte wie nach Banane. Und beim zweiten redet se schon vom weltbesten.* Jaha, Freunde: langsam, langsam mit dem Urteilen. So weit so richtig. ABER: unterwegs zählt Bananenkuchen zu den Kuchen, die besonders gerne den Touris angeboten werden. Ob Guatemala, Indien, Sansibar (uswusf.). Will heißen: als Bananenkuchen-Esser dürft ihr mich als äußerst erfahren bezeichnen.

Nur zuhause backe ich tatsächlich selten welchen. Braune Bananen kommen in diesem Haushalt nicht vor. Mit Müsli PLUS einem leidenschaftlichen Bananen-Snacker (dem Habib) erreichen die Bananen bei uns diesen Zustand schlicht nie. Außer in diesem Wüsten-Sommer.

Ich habe noch hin und her überlegt, ob mit oder ohne Schokolade (Rezept von Nigel Slater oder Dan Lepard), aber mich dann für pur entschieden. Nicht ohne dabei das allerbeste aus dem Lepard-Rezept rausgeholt zu haben. Trick 17: ich habe die Butter vorher gebräunt (Nicky zeigt schön, wies geht). Und das Mark einer Vanille-Schote dazugeben. Saftiger und buttriger und feiner kann kein Bananenkuchen werden. In diesem Universum.
Zutaten - 20cm-Kastenform:

200g Butter, gebräunt
175g Vollrohrzucker (= Muscovado)
250g Mehl 
3 TL Back-Pu
4 Eier
1 Zitrone, Abrieb und Saft
1 Vanilleschote, das Mark davon
200g reife Bananen

Zubereitung:

Die Kastenform mit Backpapier auslegen.

Butter, Zucker und 100g des Mehls schaumig rühren. Das Vanillemark dazugeben. Die Eier einzeln und nacheinander gründlich unterrühren. Die Bananen mit einer Gabel mittelfein bis grob zerdrücken und unter den Teig heben.

Das restliche Mehl mit dem Backpulver vermischen und den Teig nochmals gut verrühren.

Den Kuchen bei 160° (O/U-Hitze) 60min backen. Gegebenenfalls gegen Ende den Kuchen etwas abdecken, sollte er zu dunkel werden (Stäbchenprobe).
Inspiration: Tina von Lunch for One

TIPP für alle Gartenliebhaber: die kleingeschnittene Bananenschale dient als wunderbarer Dünger. Ich gebe sie bevorzugt an unsere hundertundeins Rosenstöcke. Und so verwertet man die Banane in schönster Indianer-Marnier!

Samstag, 22. August 2015

Optimierung: Pasta mit Feige, Gorgonzola und Kräuter

Zu meinen persönlichen Unwörtern des Jahrzehnts küre ich *SELBSTOPTIMIERUNG*. Was soll da bitte rauskommen? Mehr Zuwachs in allen Breiten- und Längengraden? Ausschöpfen der körpereigenen Ressourcen? Die Idee des Kapitalismus auf die Einzelperson übertragen? Etwas Silikon im Körbchen? Überfärbte silberne Haare? Mehr Kondition? Fitness? Schönheit? Stil? Esprit? Das befriedigt (phasenweise) ja wohl nur dann, wenn man das entsprechende Publikum um sich schart, welches soetwas auch zu würdigen weiß. Wenigstens ein paar, die brav dafür die Applaus-Robbe miemen. Der Spiegel im eigenen Badezimmer kann dabei nur die Schneewittchen-Aufgabe übernehmen. Irgendwo hinter den sieben Bergen gibt es IMMER jemand, der noch viel optimierter ist.

Mir kommt es vor, als würde man einen Oldtimer tunen wollen, ohne den Führerschein zu haben. Wofür die ganze Fassadenpoliererei? Denn innere Werte wie Anstand, Wahrhaftigkeit, Demut, Mut uswusf die können wohl unmöglich damit gemeint sein. Aber vermutlich gibts selbst dafür mittlerweile Seminare. *Wege zur Aufrichtigkeit in 2 Tagen*. *Ablegen aller Betriebsbindheit - ein 5 Stunden Workshop*. *Zufriedenheit und Schönheit bis an Ihr Lebensende - ab 5000 Euro die Einzeltherapie*. *Wie schütte ich selbstständig alle 5 Minuten Endorphine aus - so style ich mein Leben richtig*.

Nicht, dass Sie es nicht schon wußten: aber ohne Ruhe und Natur kommt man sich schwerlich bis überhaupt nicht näher. Und beide sind die schlechtesten Groupies, die ich kenne. Und die besten Anregungen zu innerem Wachstum. Naja, und ich wüßte niemanden, der diskreter darauf hinzuweisen vermag, wo sich der hauseigene Müll stapelt. Die innere Stimme ist naturbedingt eine leise. Und je mehr wir auf äußere Wirkung aus sind, umso weniger läßt die sich hören. Aber es bleibt eine gute Frage: *Was macht das Herz größer und weiter?*

Ich habe meine geschätzte rosa Pasta mit Feigen verbessert und (minimal) neu aufgelegt. Eindeutig eines meiner liebsten Rezepte mit frischen Feigen. Und so schnell auf den Teller gezaubert... Einziges Problem: ich esse mit zu viel Appetit. Weshalb ich die Pasta in kurzem Abstand einfach ein zweites Mal zubereitet habe.
Zutaten 2P:

250g Pasta (m: Linguine)
6 frische Feigen
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
60g Gorgonzola (m: fourme d'ambert)
1 EL Crème fraîche
2 Zweige Rosmarin
1 TL frischer Thymian
1 EL Petersilie, fein geschnitten
Salz, Pfeffer
Harissa
1 Zitrone, Abrieb davon
1/2 Bund Basilikum

Zubereitung:

Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Die Spaghetti darin al dente garen.

Währenddessen den Knoblauch fein hacken. Ebenso die Kräuter - den Basilikum in mittelfeine Streifen. Den Gorgonzola in kleine Würfel schneiden. Die Feigen - je nach Sorte - schälen und klein würfeln. 

In einer Pfanne Käse mit Knoblauch und Kräutern (außer dem Basilikum) und zusammen mit der Feige bei kleiner Hitze schmelzen lassen. 2 Eßlöffel vom Pastawasser dazugeben. Die Crème unterrühren. Salzen und pfeffern. Mit Harissa und Zitronenabrieb abschmecken. 

Die Pasta abschütten und mit der Sauce mischen. Den Basilikum unter die Pasta heben und servieren.

Mittwoch, 19. August 2015

Klabauter-Pudding: Graupenrisotto mit Tomate, Ziegenfrischkäse und Oregano

Zu den öffentlichen Gestalten, die meine Kindheit begleiteten, gehört ganz eindeutig Pumuckl und der Meister Eder. Für Erwachsene eine mittlere Zumutung falls sie über die hohe, hysterisch sich überschlagende Stimme von Hans Clarin (den Pumuckel-Sprecher) stolpern. Also mir dringt diese Stimme heutzutage auch schnell genau an die Stelle ins Gehirn, wo sich sonst Migräne ein Plätzchen sucht.

Als Kind aber fand ich den Klabauter-Pumuckel zum Schießen. Eine meiner liebsten Folgen war die, in der der Meister Eder dem Pumuckl seinen weltersten Pudding kochte. Der geriet dem Meister Eder mächtig schief, klumpte, hing an uswusf. Aber der Pumuckel fand den Pudding genauso SENSATIONELL.

Diesem Graupenrisotto verhalf zum Erfolg, dass es mir leicht anbrannte. Was ihm eine so spezielle wie köstliche *Rauchnote* verlieh. Denn eigentlich war ich recht skeptisch. Zu den ganz wenigen Dingen, die mir nicht richtig schmecken wollen, zählt Tomatenrisotto. Obwohl ich Risotto-Fan bin und ohne Tomaten nicht leben wollte. Aber: es ist, wie es ist. In der Kombi sperrt sich bei mir was. Ersetzt man den Reis nun durch Graupen: siehe da, so funktioniert es wieder. Wobei die Ofentomaten ja sowieso alles pimpen...
Zutaten 4P:

200 g Perlgraupen
1 EL Butter
2 EL Olivenöl
2 Stangen Sellerie, in Würfel geschnitten
2 Schalotten, gewürfelt
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
4 Thymianzweige
1/4 TL Pimentón de la vera
1 Lorbeerblatt
abgeriebene Schale von  1/2 Zitrone
Harissa
400g Tomaten, gehäutet, in Würfel geschnitten
250g Ofentomaten
700ml Gemüsebrühe
1 EL Kümmelsamen (m: Schwarzkümmel)
200g Ziegenfrischkäse
1 EL frische Oreganoblätter, gehackt
1 EL frische Minzblätter, gehackt (m: fürs Foto vergessen)
1 EL Zitronensaft
Salz 

Zubereitung:

Butter und 1 EL Öl in einem Topf erhitzen, darin Schalotten, Sellerie und Knoblauch anschwitzen.
Graupen, Thymian, Paprikapulver, Lorbeerblatt, Harissa, Tomatenstücke, Tomaten, Ofentomaten, Brühe und ½ TL Salz zugeben, alles zum Kochen bringen und 45 Minuten bei kleiner Hitze köcheln lassen, dabei ab und zu umrühren. Eventuell noch etwas Wasser zugießen, die 

Flüssigkeit sollte zum Großteil aufgenommen sein, aber die Graupen dürfen noch etwas Biss haben.
Inzwischen die Kümmelsamen ohne Fett in einer Pfanne anrösten und danach im Mörser zerstossen. 

Den Ziegenfrischkäse in Würfel schneiden oder zerbröckeln und mit 1 EL Öl, Zitronensaft, Kümmelsamen, Minzblätter und Oregano mischen und marinieren.

Das fertige Risotto noch einmal abschmecken, den Zitronenabrieb unterrühren, Lorbeerblatt und Thymianzweige entfernen und das Risotto mit dem marinierten Feta servieren.
 Inspiration: Jerusalem - Ottolenghi

Dienstag, 18. August 2015

Hausfrauenkunst: Kartoffel-Meerrettich-Salat mit Auberginenschnitzel

*Volle Hausfrauenkunst* hieß es an der Aka gerne abfällig. Das war quasi unterste Schiene. Schlimmer noch als Kunsthandwerk. Wieso ich meine erste Ausstellung *Hausmannskunst* nannte. Immer schön unter der Welle durchtauchen. Das sind sozusagen gute erste Übungen, wenn man den Freischwimmer erst am Ausprobieren ist. Als Kind konnte ich mich damit in der Brandung übrigens stundenlang beschäftigen. Hat man den Drive raus, dann bringt einen der Schwung der Welle wieder zum Stehen. Man muß nur unter Wasser im richtigen Moment sanft mitgehen und den Kopf leicht nach hinten legen. Je größer die Welle, umso mehr Spaß. Also Atlantik-Größe.

Viele, viele Auberginen-Rezepte warten in der Halte vorgestellt zu werden - und als Erinnerung für mein eigenes Gedächtnis kommende Auberginen-Saison. Die Auberginenschnitzel kenne ich allerdings noch von meiner sizilianischen Freundin. In RICHTIG fettig. Klar, schmeckt auch. Ich habe sie dennoch entschlackt. Und ich zeige euch eine vegane Alternative dazu, die ich auf diesem inspirierenden Blog entdeckt habe. Ebenfalls sehr gut.

Dazu gabs den Kartoffelsalat in leicht abgewandelter Form nach Sabine. Die Meerrettich-Crème nenne ich ab sofort *Highlander*. Die scheint mir *for ever* leben zu wollen, bzw. zu können. Wirklich wundersam. Und der gekaufte aus dem Glas kommt mir dementsprechend nicht mehr ins Haus. Definitiv eines der Dinge à la Ofentomaten, die ich nun immer in selbstgemacht brauche. Ich fands köstliche Hausfrauenküche. Oder Hausmannsküche? Who cares?
Zutaten:

400g festkochende Kartoffeln (m: Charlotte)
1/2 Salatgurke
1 Schalotte, fein gewürfelt
2 EL Crème fraîche
2 TL Meerrettichcrème
50 ml Milch
70ml Gemüsebrühe
Zucker
2 EL Zitronensaft
1 Bund Basilikum
etwas Olivenöl 

1 mittelgroße Aubergine
1 großes Ei
2-3 EL Mehl
2-3 EL Semmelbrösel (m: 1/3 davon Panko)
Olivenöl

Zubereitung:

Die Kartoffeln am Vortag kochen.

Am nächsten Tag die Kartoffeln pellen und in dünne Scheiben schneiden. In eine Schüssel geben. Gie Gurke schälen, in Scheiben schneiden (m: halbiert) und zu den Karoffeln in die Schüssel fügen.

Für das Dressing die feingewürfelte Zwiebel in einem kleinen Topf dem Olivenöl glasig dünsten. Milch, Gemüsebrühe und Zitronensaft dazugießen. Salzen und pfeffern. Eine Prise Zucker zufügen und kurz aufkochen. Die Crème fraîche unterrühren und vom Herd ziehen. Nun noch den Meerrettich zufügen und die Marinade sofort über die Kartoffelscheiben geben. Gut mischen und mindestens 15min ziehen lassen. Eventuell noch etwas Gemüsebrühe dazugeben.

Vor dem Servieren nachwürzen und den mittelfein geschnitten Basilikum unterheben.

Für das Auberginenschnitzel die Aubergine in ca. 1cm dicke Scheiben schneiden. Die Scheiben von beiden Seiten dünn mit Olivenöl bestreichen und in der heißen Pfanne gar dünsten. Die Scheiben erkalten lassen.

Die Scheiben nacheinander zuerst in Mehl, Ei (gut gesalzen und gepfeffert) und Semmelbrösel wenden und in heißem Olivenöl knusprig backen.
vegane Auberginen-Alternative:

2 Auberginen
1 1/2 EL Mehl 
2 EL Semmelbrösel 
1 EL Panko
Gewürzmischung: je 1/4 TL Kurkuma, gemahlener Koriander, Paprika, Kreuzkümmel, Salz, Pfeffer, Chiliflocken

Zubereitung:
Die Auberginen mit einer Gabel mehrmals rundherum einstechen und dann für ca. 20-30 Minuten (je nach Größe) im vorgeheizten Backofen unter dem Grill bei 220° garen. Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen. Die Schale abziehen und dabei den Stielansatz nicht entfernen.

Die nackigen Auberginen auf Küchenpapier legen und dadurch zusätzlich etwas Flüssigkeit entziehen. Mit Hilfe eines Pfannenwenders unten leicht platt drücken. Die Auberginen im Ganzen von beiden Seiten in der Panade aus Brotbrösel, Mehl, Gewürzen, Salz und Pfeffer wenden. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und bei mittlerer Flamme schön goldbraun braten.

Sonntag, 16. August 2015

Der Morgen macht den Tag

Die Werbung weiß, wie man Satzköder unter Gehirnwindungen schwimmen läßt. Die ziehen ihre Fische damit an Land - nur keine Sorge. Und die ganz verflixten verhäckeln sich sogar mit tiefer Wahrheit.  

*Und was die Mitte bringt ist offenbar: das was zu Ende bleibt und anfangs war* sagt der Goethe. Daher alle Sensoren auf maximale Leistung hochgefahren, wenn es um *erstes Date*, *ersten Arbeitstag*, *erstes Mal* usw. geht. Ab da sind die Weichen gestellt. Das haut bereits für einen einzigen Tag hin. So in etwa ungefähr.

Zumindest wenn ich auf meine bescheidene Erfahrung von ca. einem dreiviertel Jahr zurückgreife, kann ich beispielsweise bestätigen: Beginnt man mit einem anständigem Essen morgens, dann kommt das einem Motivations-Startblock für den ganzen Tag gleich. Wir springen mit schönem, geschmeidigem Köpfer in das Becken der guten Vorsätze.

Bon, vielleicht sind der Habib und ich auch lediglich hängengeblieben bei diesem Müsli. Denn es vereint drei äußerst vereinnahmende Prinzipien: es schmeckt uns, es tut uns wohl, es hält uns bis zum Mittagessen satt. Seit ich mit dem Müsli begonnen habe, kann man die Tage zählen, an denen der Habib und ich stattdessen Brot samt Frühstücksei vorzogen. Das finde ich mächtig erstaunlich. Vorallem weil ich unsere Frühstücksgewohnheiten kenne - aus erster Hand.

Dabei wurde das Müsli schlichter und schlichter gestaltet, bis nur noch Porridge und Obstsalat übrig blieben. Was damit zusammenhängt, dass wir den Winter über die Walnüsse in bester Nager-Großsippen-Manier vertilgten: stattliche 15 Kilo.

Tja, so herrliche kann gesunde Ernährung sein. Mit den reifen Pfirsichen, Aprikosen und den Mara de Bois empfinde ich dieses Müsli sogar als schwelgen im Luxus.

Kinners und wenn schon so einen Nutella-Quatsch, dann bitte auf diese Weise. Also wenn ich da was mitzureden hätte...
Zutaten 2P*:

4 EL Haferflocken
2 EL Haferkleie
300ml Hafermilch*
2 kleine EL Joghurt (optional)*
2 TL Ahornsirup (optional)
3 EL gehackte Nüsse (m: Winter Walnuss/ Sommer Mandeln)
2 TL Ceylon-Zimt
Obstsalat (m: Winter 1 Apfel, 1 Banane, 1/2 Birne/ Sommer: was der Garten, die Region hergibt)

Zubereitung:

Die Obst für den Obstsalat klein schneiden.

Die Haferflocken zusammen mit der Kleie mit der Hafermilch und ca. 250ml Wasser (hängt mit von der verwendeten Hafermilch ab) aufkochen. Eventuell Wasser nach und nach zugeben. Porridge gehört zu den Gerichten, bei den die richtige Konsistenz eine GANZ entscheidende Rolle spielt: es darf weder zu flüssig noch zu fest geraten (kühlt es aus, dickt es übrigens wieder ein). Solange köcheln lassen, bis sich das Porridge verdoppelt hat.

Nun auf zwei Müsli-Schalen verteilen (im Winter habe ich die Schalen mit heißem Wasser vorgewärmt), Joghurt (wer mag) dazu geben, ebenso Zimt darüber streuen und gehackten Nüsse. Wer mag süßt mit etwas Ahornsirup. Getoppt wird alles mit den kleingeschnittenen Früchten.

Wohl bekomms!

Kommen wir nun zu dem Kalkül hinter dem Müsli. Die Ingredienzien wurden durchaus mit Verstand gewählt: Hafer zu 2/3, Haferkleie zu 1/3 - Hafer ist besonders reich an Vitaminen, Mineralen und Aminosäuren, in der Haferkleie versteckt sich davon nahezu 80% des ganzen Haferkorns. 

Den Zimt verwendete ich ausnahmsweise in erster Linie als Heilmittel und nicht als Gewürz. Zimt gilt als kleines Wuntermittel: er wirkt unter anderem entspannend, entzündungshemmend und blutdrucksenkend, regt die Fettverbrennung an und besitzt hohe Mengen an Antioxidanzien. Ich kaufe ausschließlich Ceylon-Zimt und nicht den Cassia-Zimt wegen dessen deutlich höhrem Cumarin-Gehalt (eine gute Erklärung etwa hier).

Die Entscheidung für Hafermilch fiel aufgrund des vegangen Einsteigs. Grundeigentlich bin ich ja ein Milchmädchen (ich liebe sämtliche Milchprodukte). Für Hafermilch spricht etwa der bereits verwendete Hafer im Müsli. Wer allerdings an anständige Kuhmilch kommt - bitte sehr. Zum Thema *Milch* komme ich aber nochmals gesondert. Verwenden wir Joghurt, dann mache ich ihn selbst.

Nüsse - das wissen wir alle - nennt man gerne Nervennahrung. Nur 20g Mandeln am Tag vermindert angeblich Herz-Kreislauferkrankungen um stattliche 50%. Walnüssen sagt man nach, dass sie die Konzentration verbessern und das Immunsystem stärken.

Ahornsirup zog ich dem Honig vor, weil ihm bluthochdrucksenkende Wirkung nachgesagt wird und er weniger Kalorien hat und reicher an Mineralien ist.

Freitag, 14. August 2015

Cookie-Content: Choclate-Chip-Cookies

Besorgt um mein Cookie-Content wurde kurzerhand eine Landung Schoko-Cookies in den Ofen geschoben. Die backen sich glücklicherweise geschwindig nebenher. Und Schoko-Cookies gehören ja zu den ganz wenigen Dingen, die nun wirklich multipel einsetzbar sind. Sie helfen mit sofortiger Wirkung gegen einen akkuten Schoko-Jieper, sagen als Geste mehr als tausend Worte, sie gelten als international anerkannte Erpresser-Währung und dienen am Fluss gegen jedes Hungerloch. Um nur einen kleinen Auszug an Beispielen aufzuzählen... Ihr könnt die Liste bestimmt ohne mich fortführen.

Für dieses Mal habe ich mir keinen geringeren Keks rausgesucht als die Lieblingscookies der Blogistan bekannten Cookie-Queen Sandra. Und ohne damit wohl jemand überraschen zu können: heraus kamen wunderbare Schokoladenkekse.

Allerdings *über den Bergen bei den sieben Zwergen* müssen die sich im Reich der Schokoladenkekse bei uns mit Platz drei begnügen. Die Köngin bleiben die Sablés au Chocolat et fleur de sel, dicht gefolgt von den Daniel-Humm-Schoko-Cookies. Vielleicht einfach nur deshalb, weil sie deutlich schokoladiger sind...
Zutaten (ca. 31 Stück - 2 Bleche):

120gr Butter
90g Vollrohrzucker

1 Ei
1 TL Vanilleextrakt
180g Weizenmehl, Typ 405 (m: D 630)
½ TL Salz
¼ TL Backpulver
¼ TL Natron
120g Schokolade 50-60% (m: 70%)
   

Zubereitung:

In einer Schüssel Mehl, Backpulver, Natron und Salz vermengen. Auf die Seite stellen. Die Schokolade hacken.


Butter und beide Zuckersorten in einer Schüssel mit dem Mixer für 4-5 min. rühren, bis die Masse heller wird. Nun das Ei für 1-2 min. unterrühren, dann das Vanilleextrakt. Nun bei mittlerer Geschwindigkeit die Mehlmischung auf 2x unterrühren, aber nur solange bis sich gerade alles verbunden hat. 


Jetzt die Schokolade kurz unterrühren und den Teig dann für mindestens 12 Std. bis maximal 36 Std. in den Kühlschrank geben.

Den Backofen auf 175°C Ober-/Unterhitze vorheizen und zwei Backbleche mit Backpapier belegen.

Mit 2 Esslöffeln oder dem Eisportionierer Kugeln auf die Backbleche verteilen, etwas Abstand lassen, die Cookies werden größer. Die Bleche nacheinander für 8 min. auf der mittleren Schiene backen, dann den Ofen öffnen, das Blech herausziehen und die Cookies mit einem Glasboden oder ähnlichem Flach drücken. Das Blech wieder in den Ofen schieben und die Cookies für weitere 3-5 min backen, bis sie  goldbraun sind. Aus dem Ofen nehmen, kurz (ca. 5 min.) auf dem Blech abkühlen lassen, dann auf Gittern komplett auskühlen lassen.

apropos Content...
 Quelle: Sandra von From Snuggs-Kitchen

Mittwoch, 12. August 2015

Urlaubstag - 12 von 12






















Nachmittags drückt sich der Teer wie Perlen aus dem Asphalt. Fährt man mit dem Auto darüber, zerknallen sie mit dem Geräusch von kleinen, platzenden Kaugummiblasen. So warm war heute wieder. Der Morgen kündigt es an. Anstelle nach Die zu fahren, kaufen wir auf dem kleinen Markt unter den Lindenbäumen in Beaufort unseren Ziegenkäse. Und stoppen bei Daniel im Resto du Midi zum obligatorischen café. Viel Fleiß überkommt mich nicht. Ein paar Tomaten ernte ich.

Die Mittagshitze vertreibt mir der Schatten der Eiche. Zum zweiten Mal lese ich *Kim* von Rudyard Kipling. Es schnellte direkt in die Top Ten meiner Lieblingsbücher (Merci, liebe Andrea). Ein wunderherrliches Buch das vor Freude am Leben, am Beobachten, an den Menschen, an Indien nur so sprudelt. Was minutiöse Details, entsprungen einem wachen Menschengeist, der unterscheiden kann zwischen Lüge und Wahrheit. (Und wohltuend wenn Kolonialismus solche Früchte trägt - wie ganz anders *Tage in Burma* von George Orwell). DICKE Empfehlung!

Der Fluss läd zum Baden ein. Ich entscheide mich für den Nachmittags-Flohmarkt. Anstelle von der ein oder anderen Geschmacklosigkeit zeige ich euch ein über längere Zeit gejagtes Objekt der Begierde: die boîte à sel - die Salzfäßchen, die ich aufgrund meines Blognamens anfing zu sammeln. Nun reicht mir aber meine kleine Kollektion. Ich habe es nicht mitgenommen. Dafür drei Marmeladengläser.

Den sonnigen Abend bei Philipp und Mireille verbraucht. So entspannt rustikal-romantisch in ihrem Garten. Das letzte Mal waren wir mit ihnen dort. In den Pool gesprungen und Abend gegessen. Nun müssen wir nur noch auf die Sternschnuppen warten...

Mehr 12er wie jeden Monat bei Caro ...

Bewahren: Ketchup nach Daniel Humm

Eines der ganz großen Geheimnisse birgt der Mythos Zeit. Alles ist in Bewegung, alles fließt und schwimmt. Und ist dabei relativ. Das Zeitempfinden eines Kindes gleicht mitnichten dem eines alten Menschen. Komme ich von Frankreich nach Deutschland nehme ich direkt den höhren Takt wahr, der dort das Leben antreibt. So wie überhaupt in den Städten. *Entschleunigung* zählt nicht von ungefähr zu den Lieblingswörtern des *Life-Style-Betriebs*. Wohl dem, der dabei weiß, was in diesem wogenden Meer zu bewahren ist.

Durch das Blog probiere ich natürlich immer wieder gerne neue Rezepte aus, um unsere Gartenschätze für den Winter zu erhalten. Viel interessanter allerdings finde ich bei anderen Gärtnern, welchen Rezepten sie jährlich treu bleiben.

Daher zeige ich euch heute einen weiteren Versuch zum Thema *Ketchup* und zwar aus dem sehr geschätzen Buch *I ❤ NY*  Daniel Humm. Aber nicht, ohne euch darauf hinzuweisen, was ich bereits erledigt habe. Und zwar mit alt*bewährten* Rezepten.

Vorneweg horte ich Tomaten. Da bin ich besonders emsig, weil wir ja nur unsere eigenen Tomaten essen und im Winter auch keine mehr kaufen. Ohne Ofentomaten gehts nicht, das wissen treue Leser (12 Gläser wurden seither mit '15 markiert). Außerdem habe ich Tomaten getrocknet und eingeweckt. Tomate pur und mit Knoblauch und Kräutern (je 5 große Gläser - das wird noch mehr). Harissa wird nur noch nach eigenem Rezept verwendet (mit toller Haltbarkeit - nun bereits zum dritten Mal). Und Gemüseconfit steht auf der To-Do-Liste. Pfirsich-Kompott (ohne Zucker und Vanille, pur im eigenen Saft) bereichern nun mit 12 Gläser die Speiß (weiß und gelb - was sind sie süß und saftig diesen Sommer). Und meine Kräuter trockne ich selbstverständlich selbst: Verveine (unser absoluter Alltagstee), Thymian (eine Fisselarbeit), Oregano, Majoran... Und was sind eure liebsten Einmach-Rezepte?
Zutaten:

8 große Fleischtomaten (m: cœur de bœuf, ca. 1kg)
180ml Rapsöl
1mittelgroße Zwiebel, gewürfelt
2 Knoblauchzehen
180g brauner Zucker
250ml Apfelessig
2 1/2 EL Branntweinessig
3 EL Salz

Zubereitung:

Den Backofen auf 230° vorheizen. Die Tomaten vierteln, entkernen und in 2 EL von dem Öl wenden. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und die Tomatenviertel darauf setzen. In etwa 15min weich schmoren. Die Tomaten durch die Flotte Lotte geben.

In einem Topf die Zwiebelwürfel in 2 EL des Öls glasig dünsten. Kurz vor Ende den Knoblauch dazugeben und ebenfalls mitbraten. Das Tomatenpüree hinzufügen, ebenso den braunen Zucker und  den Essig. Bei starker Hitze nun auf ca. 750ml einkochen - dabei umrühren und darauf achten, dass nichts anbrennt.

Das Tomatenmus bei hoher Geschwindigkeit im Mixer rühren und bei laufendem Motor das restliche Rapsöl angießen. Durch ein Sieb streichen . Mit Salz und Branntweinessig abschmecken. In einem Schraubglas im Kühlschrank hält der Ketchup ca. 1 Woche (m: eingeweckt 1 Jahr plus haltbar...)

Montag, 10. August 2015

Köfte - für Freiluft-Esser geeignet

Leichterdings könnte ich euch mit Tartes zuballern. Ihr wißt schon, mit Gemüse, das gerade ständig weg muß. Tomate und Zucchini und so. Aber ich will euch und mich nicht langweilen. Sie sind halt gar so bequem zum Grillen dazu zustellen. Vielleicht zeige ich euch eine Auswahl und ihr könnt euch raussuchen, ob ich eine weitere der unzähligen Varianten vorstelle.

Zu einem gemeinsamen Grillen habe ich mich nun für Köfte entschieden - herrliches, türkisches Fingerfood. Und ja, ausversehen vegan. Der Clou sollte sein, dass die Köfte mit einer gewissen Schärfe daherkommen. Das steht den kleinen Burschen ausgesprochen gut zu Gesicht. Und wie es so ist bei kleinen Häppchen, sind sie schneller verschwunden, als ich sie auf den Tisch stellen konnte. Glatt übertrieben - aber bis die erste Wurst gebraten war, also da war von Köfte keine Spur mehr. So wahr ich hier schreibe!
Zutaten - ca. 33 Stück:

250g Bulgur, fein geschrotet*
480ml Gemüsebrühe
2 gekochte Kartoffeln (mittelgroß)
2 Schalotten, fein gewürfelt
2 Knoblauchzehen, fein gewürfelt
2 EL Tomatenmark
2 EL Paprikamark*
1 Msp Pimentón de la vera
2 EL Olivenöl
1/2 Bund Petersilie
1-2 TL Harissa
1 EL Grenadine (Granatapfelsirup)
Salz, Pfeffer
Zitronensaft
Zubereitung:

Die Gemüsebrühe zum Kochen bringen, den Bulgur einrieseln lassen. Vom Herd ziehen und mit geschlossenem Deckel 10min quellen lassen. Währenddessen die Petersilie und den Knoblauch fein wiegen und die Schalotten fein würfeln. Die Kartoffeln fein reiben oder durch die Presse drücken. Alle Zutaten miteinander in einer Schüssel vermengen und sehr gründlich von Hand verkneten, bis man merkt, dass die Masse anfängt gut zusammen zu halten. Pikant abschmecken.

Für das Formen die Hände leicht einölen und  dann längliche Frikadellen formen. Auf eine Platte setzen, gerne mit etwas Salat (läßt sich sehr gut vorbereiten).

*Anmerkung m: Das Paprikamark habe ich durch eine gerillte, gehäutete, rote Paprika ersetzt, die ich püriert habe

Typischerweise wird die Köfte ohne Kartoffeln dafür mit extra fein geschrotetem Bulgur zubereitet (gibts beim Türken). Dann allerdings muß die Köftemasse mit viel Hingabe und Geduld geknetet werden - etwa 20min. Mit den Kartoffeln klappt das Formen aber ganz wunderbar und der Geschmack war ganz und gar überzeugend. Köstlich (nur falls ihrs oben oberlesen haben solltet  ;)

Sonntag, 9. August 2015

Sommerlandleben

Wenn die Tage länger als die Nächte sind, dann spürt die Landbevölkerung Lust nach Erlebnis. Draußen. Auf einige der malerischen Märkte habe ich euch bereits mitgenommen (hier, da und dorthin), ebenso wie auf das alljährliche Ziegenkäsefest in Saou.

Dabei feiert jedes Dorf nun zur Sommerzeit sein eigenes Fest, manchmal sogar Festival. Oft mit abschließendem Feuerwerk. So hat sich ein Dorf Mozart verschrieben, das andere dem Jazz, wieder ein anderes den Zirkusakrobaten. Oderoder. Frankreich ist ja bekannt für seine große Straßenkünstlerszene, und wer davon einen kleinen Eindruck bekommen will, der pilgere nach Avignon. Ich will euch aber zeigen, dass durchaus dort wo Fuchs und Hase sich Gute Nacht sagen, jeder auf seine Kosten kommen kann. Ob Märchenerzählungen, Reggea Ausdruckstanz, Death-Metal-Headbangen oder indischer Gesangskunst - es wird ALLES angeboten.

Zu meinem Favorit dieses Jahr zählt das wöchentliche kleine Fest im Nachbardorf: ein kleiner Regionalmarkt mit selbstgemachten Verveine-Bonbons und bunten Tomaten aus dem Garten, ein Stand mit Krimskrams zum Tauschen oder einfach mitnehmen, mindestens ein oder zwei Personen, die sich für Klamauk zuständig fühlen, zwei Bands, eine Scheune, eine Lichterkette - fertig. Von 3 bis 333 Jahren ist hier alles Willkommen. Auch drunter und drüber. Es kostet keinen Eintritt, für den Crêpe zahlt man 2 Euro und der Hund darf ebenfalls unterm Tisch liegen. Sehr entspannt, sehr unspektakulär, sehr hippie. Unter freiem Sternenhimmel.  Einfach und schön. Gänsehaut-Momente inklusive, wenn alle Anwesenden beim Charles Aznavour-Cover mitsingen. Getanzt wird natürlich - wir haben ja sonst nichts. Und für die Behindis vom Heim drei Kilometer entfernt findet sich genauso Platz auf der Tanzfläche.

Ganz köstlich habe ich mich auch bei dieser Musik-Veranstaltung mit den drei Schweinen unterhalten. Für alle die demnächst zufällig in Brüssel sind, empfehle ich diese kleine Theatergruppe mit einem dicken Ausrufezeichen weiter! Da steckt Herzblut drinne!!

Und dann muß ich euch natürlich noch diese formidable Entdeckung zeigen - das glaubt ihr mir ja sonst nie. Die indische Antwort auf Conchita Wurst. Ungeschminkt. Und etwa reicher an Erfahrung. Es gibt sie wirklich: