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Sonntag, 7. Juli 2019

Base-Jumper: die Tarte für alle Fälle


Die Überschrift klingt zweideutig fies, oder? Nun, Extremsport und ich.... das gibt kein Match. Ich verstehe die Kameraden einfach nicht. Ich kann's nicht nachvollziehen. Für mich sind das Gefühlskrüppel, die den ultimativen Adrenalinkick brauchen, um überhaupt noch etwas zu spüren. Tote Hose total... innerlich. Man muss alles, was man hat, in die Waagschale legen - bref: das eigene Leben - damit es irgendwo noch ein wenig kitzelt. Nicht wirklich die Type, auf die ich abfahre. In diesem Interview mit einem Ex-Jumper kann man gut nachlesen, dass da eindeutig emotional ordentlich was hakt - daraus resultiert dann ein Suchtverhalten...

Und diesem Draufgängertum für ein Stück Fame auf den Social Media kann ich sowieso nichts abgewinnen. Was soll das? Man kann wohl auch mit einer anderen Haltung an ein solches Hobby rangehen (Pauschalurteile funktionieren halt nie): das zeigt die verunglückte Susanne - an der Gefahr ändert das nichts. Tja, aber echt jetzt? Für Sport, Fun, Rausch oder Adrenalin soviel Risiko eingehen? Das steht dann dafür, wenn man daran krepiert?

Also wenn das eigene Leben schon aufs Spiel setzen (was ich absichtlich - wie ja nun ausgeführt - sowieso für äußerst fragwürdig halte - das Leben ist schließlich lebensgefährlich genug - aber halt *wenn*), dann schon eher aus tiefster Neugier. Genauer gesagt, wenn alles auf Rot sezten, dann für die Ultima-Ratio-Frage schlechthin: *Was kommt nach dem Tod*. Eine Frage, die sich unter anderem die Logen gestellt haben. So soll einst unter den Freimaurern ein Einweihungsriten vollzogen worden sein (Goethe wird dies nachgesagt), bei denen man bei lebendigem Leib begraben wurde. Entweder man ging dabei drauf, oder wurde verrückt oder es ging einem ein Licht auf. Viel mehr Möglichkeiten gab es nicht. Waghalsig. Sehr waghalsig. Aber die Motivation leuchtet mir mehr ein.

Womit wir bei einem Pudelskern gelandet wären (s. wie weiter oben bei Susanne): die Motivation. Was treibt wen zu was?! Bon, auch dem Habib mit seinen vielen Wüstendurchquerungen (ohne Piste, ohne GPS) wurde gerne nachgesagt, dass man die Gefahr ja nicht extra suchen muss - ein solcher darf sich dann nicht wundern, wenn er darin untergeht. Der pure Leichtsinn also, wer das Glück so herausfordert.

Ja, tatsächlich spielen bei Gelingen oder Misslingen solcher *hochkarätiger Unternehmungen* definitiv mehrere Faktoren mit. Ein günstiger Moment. Gute Vorbereitung. Gottesfurcht. Gesunde Selbsteinschätzung... Alles kein Garant. Aber eine super Gelegenheit, mal wieder einen Liebling unter meinen Kalendersprüchen abzusetzen: *Mut besteht nicht darin, die Gefahr blind zu übersehen, sondern sehend zu überwinden.* Ja, Baby! Überwindung und Bewußtsein. Immer gute Stichwörter!

 
Als echter Garant für eine Basic-Tarte stellte sich dieses Modell heraus. Kardamom scheint mir ein Schätzchen zu sein, bei der alle *Hurra* rufen. Und welches immernoch ein leichtes Erstaunen in unseren Breitengraten hervorruft (ohhh,  ist da Kardamom drinne?) - was heutzutage in unserer abgebrühten *Habe-schon-alles-gesehen-und-alles-erlebt-Gesellschaft* SEHR viel ist. Auch die leicht marzipanige Mandelcrème finde ich ganz ausgezeichnet - ebenfalls zu sämtlichem Obst. Für mich sosehr ein Keeper wie ein echter Allrounder, diese Tarte! Und die Aprikose als Tartebelag fasziniert mich eh: egal ob Thymian, Rosmarin oder Lavendel - zu Aprikose gesellen sich alle herbes de provence gerne!
 
Zutaten - 1 Tarte:

240g Mehl*
120g Butter
30g Rohrzucker
1 Ei
wenig kaltes Wasser
(je nach Wunsch/ Obst:
Tonkabohnen-Abrieb
Limettenschalen-Abrieb
Vanille...)*

140g gemahlene Mandeln*
80g Butter, weich
75g Rohrzucker*
2 Eier
7 grüne Kardamomkapseln*

+/-500g Obst (entsteinte Kirschen, Aprikosen...)
 


Zubereitung:

Aus den Zutaten für den Tarteboden einen homogenen Teig kneten und mindestens 1 Stunde kühl stellen. Tarteform buttern, Teig auswellen, Tarteform mit einem Rand auskleiden, mit einer Gabel mehrfach einstechen, in eine Tüte packen und etwa 30min in die Tiefkühle stellen (m: gerne über Nacht)

Ofen auf 200° (Umluft) vorheizen. Tarteboden mit Backpapier auskleiden und mit Hülsenfrüchte beschweren und 10 min in den Ofen schieben. Backpapier und Hülsenfrüchte entfernen und bei 190° weitere 10min backen.

Währenddessen die Kardamomkapseln öffnen, die schwarzen Kerne daraus entfernen und mit 1 EL Zucker fein mörsern. Eier, Mandeln, Butter, Zucker und Kardamom mit Hilfe eines Handrührers verrühren (braucht nicht weiter ausführlich sein), die Crème auf dem Boden verstreichen, das entkernte/ entsteinte/ vorbereitete Obst darauf verteilen und für weitere 30min bei 180° backen. Abkühlen lassen und dann: genießen.

Anmerkung m: Je nach Obstsorte kann man den Tarteboden parfümieren (bei Kirschen nahm ich Limette, bei Aprikose Tonka... als Bsp)/ eine weitere dicke Empfehlung: ruhig mal anteilig oder ganz Vollkornmehl verwenden. 

Für die Crème finde ich ungeschälte, gemahlene Mandeln (im Vergleich mit den geschälten) die bessere Wahl. Zuckermäuler können den Zucker auf 100g erhöhen. Für die Aprikosen-Tarte nahm ich zusätzlich 1 EL fein geschnittene Lavendelblätter. Außerdem gab ich noch 1 EL Amaretto dazu - optional, versteht sich! Obst kann man mengenmäßig dem anpassen, was man hat - die Tarte verträgt mehr oder weniger Obst gut. Ach und: am nächsten Tag, wenn die Gewürze durchgezogen sind und die Tarte gut gekühlt ist, entwickelt sie erst richtig ihren Reiz!



Geschwister im hauseigenen Blog-Universum (u.a.):






Kommentare :

  1. Hmmm, sieht lecker aus! Fürs nächste Wochenende vorgemerkt, jetzt wo ich mich grad auf deine Johannisbeeren-Tarte von neulich eingeschossen habe! Verschiedene Beeren ausprobiert, immer lecker!
    Liebe Grüße, Margot

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    1. Wie schön, dich wieder hier zu lesen, Margot! Das wir beide ähnliches auf dem Teller mögen, das weiß ich ja aus erster Hand :) Die zwei Tartes - Johannisbeere und Kirschen - hatte ich übrigens zusammen auf den Tisch gebracht. Und da gabs eine Mehrheit für die Kardamom-Tarte. Aber ich wollte mich nicht festlegen... liebe Grüße gen München!

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  2. Liebe Micha,
    jetzt war ich so begeistert von deiner Johannisbeer-Tarte und nun kommst du schon mit dem nächsten genialen Rezept um die Ecke!
    Ich habe diese Tarte genau so gebacken und sie schmeckt super lecker (Mürbeteig mit Ur-Dinkel). Ich werde sie sicher noch mit einem anderen Obst backen. Die Kardamom Note ist klasse..,lieben Dank für's Rezept!
    Bis zur nächsten Tarte....Lotte


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    1. Uijuijui, Lotte, du bist schnell! Natürlich freue ich mich sehr über dein Feedback - ach, das ist doch das Foodblogger-Ambrosia! Und umso schöner, wenn sich unser Geschmack anscheinend deckt! So schicke ich meine Repte besonders gerne in die Welt! viele liebe Grüße...

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  3. Hallo Micha! Welche Größe soll die Tarte Form haben? Danke!

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    1. Gebacken bereits in einer 26er Form sowie 28er Form - beides gut. Im letzteren Fall wird der Boden lediglich etwas dünner - am Geschmack ändert das nicht viel.

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  4. Mmhm,beim Lesen hatte ich den unbeschreiblich intensiven Duft von frisch gemörsertem Kardamom in der Nase. Danke für das Rezept, die Mandelcreme werde ich unbedingt mal ausprobieren.
    Deine eingängigen Gedanken zu Extremsportlern & Co kann ich gut nachvollziehen, irgendwie können einem solche Menschen nur leid tun. Wie anstrengend muss das Leben sein, wenn man sich ständig messen und übertrumpfen muss und dabei die vielen wunderschönen kleinen und großen Wunder drumherum gar nicht wahrnehmen kann.
    Liebe Grüße aus dem hohen Norden
    Lydia

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  5. Liebe Micha, heute nachgebacken - köstlich - kommt ins Standardrepertoire! Eine klitzekleine Anmerkung - nur für den Fall, dass du dieses Rezept doch mal zur Drucklegung für dein Buch aufnimmst: Die 80 g weiche Butter tauchen in der Verarbeitung nicht auf. Ist selbsterklärend, aber wenn ich mich hiermit als deine Nachkochlektorin anpreisen darf ;-) Liebe Grüße!

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    1. Vielen Dank, Hannah, für deinen so charmanten, wie freundlichen und obendrein noch dezenten Hinweis! So macht mir Lektorat Spaß! Habe es direkt ediert - viele bises...

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  6. Liebe Micha, ich möchte die Tarte mit Boskoop Äpfeln backen - würdest du diese zuvor leicht dünsten oder "roh" aufgefächert auf die Crème legen?
    Novemvergrüße von Hannah

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    1. Du kennst mich, Hannah, ich bin ein Süßbäcker-Faultier: ich würde die Äpfel einfach so dünn aufgeschnitten auf die Crème legen. Letztlich macht Versuch klug, aber das müsste eigentlich auf jeden Fall funktionieren ;) ganz herzlich zurück...

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