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Mittwoch, 27. Oktober 2021

Entscheidungsfreudig: Schwarzwälder Zupflinzer

Wie entscheidungsfreudig seid ihr? Geht euch leicht von der Hand? Nich so euer Ding? Ich glaube selbstbeobachtungstechnisch folgendes Schemata bei mir erkannt zu haben: je bedeutungsloser und konsequenzärmer eine Entscheidung ist, um so schwerer fällt sie mir. Klaro und eine große Auswahl macht es mir auch nicht leichter...

Ich bin Mädchen, ich mag Klamotte. Das hat ein bißchen was vom Verkleidenspielen als Kind, sich hübsch machen und sich künstlerisch ausdrücken. I like. Auch, weil ich einfach anziehe, was mir gefällt. Und wie ihr wisst, bin ich schon seit vielen Jahren überzeugte Vintage-Shopperin. Mindestens 90 Prozent meines Kleiderschrankes ist gebraucht gekauft. En guter Teil meiner Anziehsachen ist bestimmt schon 20 Jahre in meinem Besitz und wird weiterhin gerne getragen. Manchmal braucht es eine kleine Pause - aber kein Grund, sie deshalb gleich mit Verbannung zu belegen. Manche Teile sind mit Erinnerungen behaftet - und das macht sie mir dann noch wertvoller. 

Aber nur weil diese Stücke günstig in der Anschaffung sind, schlage ich nicht direkt zu. Darüber muss ich meistens mehrere Nächte drüber schlafen. Mit *brauchen* im Sinne von *bedürftig* hat das schließlich nichts zu tun. Dieses *Haben-Wollen* ist eine reine Luxusabwägungsgeschichte. Und das dauert bei mir und dauert und dauert...

Ähnlich geht es mir, wenn ich Süßkram backe. Wie mich auf einen bestimmten Kuchen festlegen, wo es doch so viele zuckrig-verlockende Möglichkeiten gibt? Und sehrsehr oft kommt dann als Resultat meiner Überlegungen ein Kuchen wie heute raus: sauber gepuncht - von allem etwas. Einfach weil ich mich nicht entscheiden konnte, wollte ich mal wieder am liebsten alles auf einmal: Streusel, Schokolade, Nuss, Obst, Quark. Aber was dann backen? Käsekuchen? Die beste aller Linser? DEN Schokokuchen? Doch was fürs Blog, was ich noch nicht ausprobiert habe?



Angefeuert wurden die Pläne, weil wir am Wochenende ein Dorffest besuchten mit klassischer Ausstattung: kleiner Streichelzoo (Hasen, Ziegen, Esel, Schweine, Kühe), jede Menge Traktoren, Clairette-Verkostung.... und ein Kuchenstand der Grundschule um ein bißchen Geld in die Kasse zu spülen. Aber ehrlich: doch nicht mit grandios langweiligen, staubtrockenen, flachen, farblosen Rührkuchen. Null Ehrgeiz, die Mädels, ehrlich! Gibt es denn gar keine Hausfrauenehre mehr? Ich denke da stets zurück an die Kuchentheken der Dorffest meiner Kindheit. Volles Feuerwerk! Die haben sich damals wirklich überschlagen. Jede Menge Torten, die alle aussahen wie vom Konditor. Gut Torten backe ich nun nicht, aber im Vergleich zu den Fränzis: das kann ich ohne jede Bescheidenheit besser!

Ganz simple könnte man sich heute um den Clou bringen - Gewürze, Nuss und Kirschen rauskürzen - und schwupps: fertig ist ein klassischer Zupfkuchen mit einer verschlankteren Quarkfüllung. Aber eben keine Schwarzwälder Zupflinzer. Sowieso bin ich großer Fan, ein Glas Schattenmorellein in Kuchenware zu verbasteln - deshalb habe ich euch 4 Vorschläge aus meinem Sammelsurium herausgesucht.
 
Meine Geschmackssynapsen waren bei der Verkostung übrigens mehr als zufrieden mit mir: super lecker - immer noch das Beste, wenn man selbst bäckt! 
 
Geschwister im Blog-Universum für alle Käsekuchen-Nicht-Muffel sind by the way:


Zutaten - 1 Springform:

Teig:
200g Mehl*
100g gemahlene Mandeln
30g Kakao
150g Butter, kalt
120g Rohrzucker
2 TL Back-Pulver
1 Ei
1 Pr Salz
1/4 TL Nelke, gemahlen
1 TL Zimt, gemahlen
1/4 TL Kardamom
2 EL Kirschwasser

Quarkfüllung:
300g Quark
100g Crème fraîche
2 Eier
20g Speisestärke
80g Rohrzucker
1P Vanillezucker

4 EL Kirsch-Marmelade 

1 Glas Schattenmorellen, gut abgetropft

Zubereitung:

Schattenmorellen gut abtropfen lassen.

Aus den Zutaten für den Schokoteig mit den Knethaken des Rührgeräts einen homogenen Teig kneten und eingewickelt kurz kühl stellen, bis er sich leichter verarbeiten lässt. Eine Springform buttern. Die großzügigere Hälfte des Teiges (m: etwa 300g Teig habe ich für die Streusel übriggelassen) auswellen und die Springform mit Rand damit auskleiden. Springform für ca. 10min in die Tiefkühle stellen, den Streuselteig kalt stellen.

Ofen auf 180 (O/U-Hitze) vorheizen.

Währenddessen die Quarkmasse zubereiten. Dafür alle Zutaten klümpchenfrei und sorgfältig verrühren.

Den Boden des Kuchens mit Marmelade bestreichen. Die abgetropften Kirschen darauf verteilen. Die Quarkmasse gleichmässig darauf verteilen und etwas glatt streichen. Den restlichen Streuselteig in großen Stücken abzupfen und auf der Kuchenoberfläche verteilen.

1 Stunde backen.

Dann in der Form auskühlen lassen. Dann aus der Form lösen und mit Puderzucker bestäuben. Der Kuchen schmeckt (mir) am besten gekühlt.

Anmerkung m: Ich habe 25g des Mehl mit Haferflocken ersetzt - damit die Streusel später crunchy werden - muss man aber nicht machen. Der Kuchen funktionert auch, wenn man ihn ohne Kirschen backt. Wer mag, kann auch anstelle des Teiges die Kirschen mit Kirschwasser marinieren. Und wenn man die Nüsse im Teig durch Mehl ersetzt, wird der Kuchen auch gut - nur anders.


 

Kuchen backen leicht gemacht mit einem Glas Schattenmorellen:


      

      

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