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Sonntag, 3. Juli 2022

Barbusig: mediterrane Auberginen-Frikadellen

 

Der Mistral machte dieser Tage seinem Namen als alpinem Fallwind alle Ehre und bescherte uns Mädels einen fröstelnden Markttag in unseren auf einen Windstoß viel zu dünnen Sommerkleidchen.

Umso mehr wurde dabei mal wieder offensichtlich, dass die südfranzösischen Mädels hier auf dem Land* eine BH-Sperre haben. Altersunabhängig. Größenunabhängig. Formenunabhängig. Nicht nur die jungen, prallen, runden Apfelbrüste läßt man frei. Brustwarzen auf sämtlichen Ebenen des Oberkörpers drücken sich durch den Stoff und es fällt dabei unweigerlich auf, dass grundeigentlich keine Brust einer anderen gleicht. Warum hüpfen hier die Tittis so ungebändigt? Genau darüber habe ich mir Gedanken gemacht.

Bestimmt hängt das mit der Emanzipation zu tun: Frau kann, Frau macht. Wer soll es ihr verbieten? Als Ausländer fällt einem vermutlich die berühmt-berüchtigte französische Erotik ein. Daran wurde die ganze Welt ja wieder spätestens während dem confinement/ Lockdown erinnert: in Deutschland war das Klopapier ausverkauft und in Frankreich die Kondome. C'est la difference! Fremdgehen ist ein Kavaliersdelikt ein französisches Hobby - das Patchwork-Modell ist ja nicht einfach so vom Himmel gefallen (und dabei erinnern wir uns an die ebenfalls weitbekannt gewordene am Vespa-Lenker mitfahrende Corissanttüte). Doch, ihren selbstverliebten Ruf wissen die Fränzis definitiv zu streuen. Aber das alleine kanns auch nicht sein. Selbst wenn ich jetzt nicht ausschließen will, dass die ein oder andere verwegene Omi ohne Büstenhalter bereit ist *aller aux fraises* (schöner, alter Ausdruck für den ebenfalls schönen alten Ausdruck *Schäferstündchen haben*) - durchaus möglich. 

Allerdings - jetzt kommt ein Widerspruch - sind Französinnen ausgesprochen prüde, wenn es um Nacktheit geht. Das muss doch erstaunen, oder? In der Sauna werden schön die Badesachen anbehalten. Und selbst am Bach sieht man die wenigsten oben ohne liegen. FKK-Anhänger gibt es schon überhaupt nahezu keinen einzigen. Hättet ihr das gedacht?

Also wird mit den Reizen nur gespielt. Die kleine Andeutung von Nacktheit kitzelt sogar vielleicht  mehr die Phantasie als alles zu zeigen. Es verleiht den Mädels definitiv eine frivole, freiheitsliebende Ausstrahlung, wenn sie so ungeschminkt zu ihrer Weiblichkeit stehen. Und ungeschminkt deshalb, weil mir hier noch nie eine gemacht-getunte Hupe begegnet wäre. Alles schön naturbelassen. Die wenigsten Brustwarzen schauen gen Himmel - die Mehrheit guckt frech-bescheiden gen Boden. Lauf der Dinge: die Mädels werden weiterhin früh Mutter. C'est la vie. Mit Fassadengedöns haben sie es hier nicht so - siehe Autos. Das läßt sich wohl auf den Busen übertragen. Wobei - das gilt es ebenfalls in diesem Zusammenhang zu erwähnen - sämtliche Körperhaare entfernt werden. Buschige Achseln oder Beine gelten als grobe Verwahrlosung (à la Charles Aznavour) - zu öksig für die französische Ästhetik und die Grenzen des Hippietums wären damit zweifelsfrei ausgelotet.

Meiner Überlegung nach ist das Hauptmotive Bequemlichkeit. So ein BH drückt, presst, spannt und engt ein. Das muss ja nicht sein. Über allem in Südfrankreich liegt das Motiv des *laissez faire*: die Seele einfach baumeln lassen. Und der Rest baumelt halt dann mit. 



Je weniger häufig ich blogge, umso begeisterter greife ich auf meinen eigenen Fundus zur Anregung zum täglichen Kochen zurück. Auberginen-Frikadellen mag ich sehr, aber das Rezept muss passen. Diese unkomplizierte, vegane Idee, die ich euch heute vorstelle, ist eine Kombi aus diesen Buletten und den Brotlingen. Ein Puffer egal welcher Art wertet eine Veggie-Teller immer auf - also zumindest in meinem Gemüse-Universum. Auf dem Teller ebenfalls zu sehen: ein Rest von etwa diesem Nudelsalat und einem same-same-but-different Nasi Goreng. Und klar, was Frisches: die ersten Tomaten und Gurken - ganz schlicht dazu.


Zutaten 8 Stück:

1 Aubergine (ca. 300g)
100g Brot, altbacken (mindestens 4 Tage alt)
2 EL Semmelbrösel
1 Zwiebel, fein gewürfelt
2 Knoblauchzehen, fein gewiegt
3 Zeige Rosmarin, fein gewiegt
1 TL Thymian, getrocknet
1 TL Oregano, getrocknet
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
optional: 1 TL Tapenade 
Olivenöl
 
 
Zubereitung:

Auberginen etwa 1/2 cm große Würfel schneiden und in Olivenöl bei mittlerer Hitze mit Geduld garen. Kurz vor Ende Zwiebeln, Knofi und Kräuter zufügen und weiterbraten, bis die Zwiebeln glasig sind.

Brot in einer Schüssel mit kochendem Wasser übergießen, so dass es bedeckt ist und ca. 5min einweichen lassen.

Das eingeweichtes Brot in einem Sieb abgießen und so gut es geht ausdrücken - also soviel Wasser wie möglich ausdrücken und in eine Schüssel geben. Auberginen-Zwiebeln-Mischung zufügen, ebenso die Semmelbröseln unter die Brot-Auberginen kneten. Mit Salz, Pfeffer und den restlichen Gewürzen pikant abschmecken. Wichtig ist, dass die Masse nicht zu feucht ist und gut formbar. Nach Bedarf mehr Semmelbrösel dazugeben. Zu Brotlingen formen (mit eingeölten Händen) und in einer Pfanne mit reichlich Öl von beiden Seiten knusprig braten.
 
 
*Anmerkung m um sämtlichen Missverständnissen vorzubeugen: ich erzähle *tendenziös* und zwar für mein Zuhause der Drôme, dem Einfallstor zur Provence)
 
 
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