Shanti mit Kohlenhydraten: Möhrennudeln mit Linsen-Nuss-Sauce

Donnerstag, 11. Juni 2015

Ich hatte eine Phase, in der ich gerne *Das perfekte Dinner* angeguckt habe. Real life bei anderen in der Küche. Bis irgendwann das Fremdschämen überhand nahm. Vorallem in der Reihe *Wer schlägt den Profikoch*. Mit einem Blick auf eben diesen Teller war IMMER klar, dass solche filigrane, dreidimensionale Landschaften nur ein versternter Professioneller zu zaubern vermag. Und dann wurde von allen anderen so getan, als hätte man Tomaten auf den Augen - dem eigenen Vorteil zuliebe. Schlimm.

Worüber ich aber eigentlich ein bißchen erzählen wollte, war als mal eine Kandidatin kochte, die dieser fiesen *Low Carb*-Bewegung angehörte. Sie lief als wandelndes, erschlanktes Beispiel für diese Art der Ernährung Werbung und mir wurde schon schwummerant, als ich ihr nur beim Kochen zu sah: Fleischberge zu einem ganzen Hühnerstall an Eiern. Vorallem der Brotersatz, den sie zuammenrührte, blieb mir als besonders gruselig in Erinnerung. Wie verzweifelt muss man sein? Aber halten wir es mit dem Fränzi-Kalauer: Chacun à son goût.

Bei aller Abwehrhaltung bleibt Fakt: Kohlenhydrate setzen nun mal besonders leicht an. Und seit wir morgens Müsli anstelle von Brot essen, und ich zwischendrin immer wieder darauf achte, dass wir mehr Gemüse als Kohlenhydrate auf dem Teller haben, sitzen die Hosen lockerer. Trotz all dem Süßkram, den ich ja zwischendrin ebenfalls für uns bastle.

Bewährter und bekannter Trick 17 für derlei Kochkapriolen sind Gemüsenudeln - das kennt ihr. Genau dafür habe ich mir diesen extra truc ausgeguckt, den Spirelli von GEFU, der eben Gemüse zu Spaghetti wandeln kann. In zweierlei Nudelbreiten. Der braucht nicht viel Platz und ist wie gemacht  für Handwerker wie mich. Tatsächlich ein Gerätchen, nach dem ich öfters greifen werde. 

Mit ihm konnte ich das nächste schöne Rezept aus Bettina Matthaeis Buch *Gemüse kann auch anders* zubereiten. Damit wir richtig satt werden, gab ich entgegen des Originals noch ein paar Spaghetti dazu. Die Linsen-Nuss-Sauce erinnerte mich sehr an mein Dhal. Ich fands köstlich und wieder eine weitere, Super-Rezept-Idee von Bettina.... für den Sommer, Karottenliebhaber und den tierfreitag.
Zutaten 4P:

1/4 TL Safranfäden
Salz
100g rote Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
40g getrocknete Aprikosen
40g Cashew-Kerne
150g rote Linsen
2 EL Olivenöl
2 TL Currypulver
600-700 Gemüsebrühe
1 Lorbeerblatt
600g möglichst dicke Möhren
100ml Kokosmilch
Pfeffer
Cayenne
2 EL frisch gehacktes Koriandergrün (m: Pimpinelle)
(m: 300g Spaghetti mit Tomatenmark eingefärbt)

Zubereitung:

Den Safran zusammen mit 1 Pr Salz im Mörser zerreiben und mit 2 EL Wasser mischen. Zwiebeln und Knoblauch schälen und hacken. Aprikosen fein würfeln. Cashews in einer Pfanne ohne Fett rösten und bis auf einen kleinen Rest hacken. Linsen in einem Sieb waschen.

Die Zwiebeln im Öl glasig dünsten, den Knoblauch die letzten 1-2min mitbraten. Die Aprikosen dazugeben, mit 1 TL Curry bestäuben und gut mischen. Die Linsen untermischen, 600ml Brühe dazugießen und aufkochen. Lorbeerblatt und Safranwasser dazugeben und alles zugedeckt bei kleiner Hitze ca. 20min gareben, bis die Linsen sehr weich sind. Inzwischen die Möhren schälen und zu Gemüsenudeln schneiden. 

Das Lorbeerblatt aus den Linsen entfernen. Kokosmilch dazugießen. Die Linsen pürieren, dabei evtl. noch etwas Brühe dazugeben. Mit Salz, Pfeffer, Cayenne und restlichen Curry abschmecken.

(m: Spaghetti aufgesetzt). Die Möhrennudeln in kochendem Salzwasser ca. 2 min blanchieren (m: zu den Spaghetti gegeben), abgießen und mit der Linsensauce anrichten. Mit der Cashewkernen und dem Koriandergrün (m: Pimpinelle) bestreuen.

Gesagt-Getan: Roggen-Kamutbrot 60:40

Dienstag, 9. Juni 2015

Bei vollkornigen Broten bin ich gleich zur Stelle. Sie sind schließlich der Grund, weshalb ich mit dem Brotbacken begonnen habe. Witzigerweise stehen sich damit meine deutschen Feriengäste, die ebenfalls Brot zuhause backen, und ich polar gegenüber. DIE starteten zumeist auf der Suche nach dem perfekten Rezept für Baguettes mit ihrer Eigenbrödelei - was mich nun überhaupt nicht interessiert. Weil Baguettes kaufe ich hier in meiner Lieblingsbäckerei nach wie vor gerne.

Aber eben diese Brote, die ich in der Hand wiegen kann und dabei über ihr Gewicht staune - das sind die Jungs, für die ich mich auch zur Hitzezeit in die Backstube stelle.

Den Weizen tauschte ich wie so oft in letzter Zeit durch Kamut-Vollkorn aus. Urkorn hat bei mir einfach die Nase vorn. Und umgerechnet wurde Lutzens Brot noch auf zwei kleinere Backformen. Seit Günther mich darauf gestoßen hat, dass sich die meisten Vollkörner in den kleinen Brotbackformen besonders wohl fühlen, versuche ich es ihnen so gemütlich wie möglich zu machen. Fazit: sehr saftig, tolle Frischhalte-Qualität.
Zutaten 2 Kastenformen:

Roggensauerteig
360g Roggenvollkornmehl
360g Wasser (45°C)
70g Anstellgut
7g Salz

Brühstück:
90g Kamutschrot (mittelgrob)
220g Wasser (siedend)
11g Salz

Hauptteig:
Sauerteig
Brühstück
150g Roggenvollkornmehl
270g Kamutvollkornmehl
260g Wasser (60°C)

Zubereitung:

Die Sauerteigzutaten vermengen und 12-16 Stunden bei 20-22°C reifen lassen.
Das kochende Wasser mit Salz und Schrot verrühren, mit einer Folie direkt auf der Oberfläche abdecken und nach dem Auskühlen ca. 12-24 Stunden im Kühlschrank lagern.

Am Backtag Brühstück und Wasser in die Schüssel geben, Mehl zufügen und den Sauerteig zuoberst (sollte nicht direkt mit dem heißen Wasser in Berührung kommen). 15 Minuten auf niedrigster Stufe mischen und weitere 2 Minuten auf zweiter Stufe zu einem weichen, aber bindigen Teig kneten (Teigtemperatur ca. 30°C).

60 Minuten bei ca. 24°C nachquellen lassen.

Den Teig in zwei gefettete Kastenformen (ca. 20 x 10 x 8 cm) geben, die Oberfläche mit Wasser abstreichen und 90 Minuten bei ca. 24°C gehen lassen (Vollgare).

Nochmals mit Wasser benetzen und bei 250°C fallend auf 200°C ca. 60 Minuten mit Dampf backen.

DUBB - ein gesalzenes

Sonntag, 7. Juni 2015

http://salzkorn.blogspot.fr/2014/05/die-ultimative-tarte-tatin-aux-pommes.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2012/11/forever-schokoladenkuchen-des-cafe-p.html
http://salzkorn.blogspot.fr/2013/06/les-meilleurs-amarettini.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2011/10/weier-rappe-zarte-cantuccini.html
http://salzkorn.blogspot.fr/2012/05/1001-mal-zum-brullen.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2015/01/eis-wie-seide-bitterorangen.html


















Bei Süßem fallen mir auf meinem Blog zig DUBB-Beispiele ein, die ich immer und immer wieder zubereite. Mit großer Begeisterung. Darunter sind einfach Klassiker, die ich mir schwer besser vorstellen kann. Daher gehe ich auch nicht auf weitere Suche nach NOCH genialeren Rezepten, sondern tripple auf der einen Stelle à la *Never change a winning system*. Gerade dann, wenn ich Gäste erwarte, greife ich eh am liebsten auf erprobtes und bewährtes.

Das mag mit daran liegen, dass Kuchen-Backen oder Süßkram überhaupt dem Malen nach Zahlen nahe kommt. Man MUSS sich ans Rezept halten. Beim Kochen selbst gibt es viel mehr Abzweige - und wenn es nur das finale Abschmecken ist, bin ich wesentlich leichter am Experimentieren.

Heute zeige ich aber ein salziges Rezept, das in regelmäßigen Dauerschleife bei uns auf dem Tisch steht. Würde ich euch raten und suchen lassen unter meinen (mittlerweile unglaublichen über 800) Rezepten, würde bestimmt keiner darauf tippen. Das Gericht erlebte aber auch eine Reneissance seit ich recht penibel versuche meine Mindestens-2-vegange-Essen-pro-Woche-Quote durchzuziehen. Seither schätze ich es wieder neu. Vorneweg weils uns einfach sehr gut schmeckt, aber auch, weil es variabel in der Gemüseauswahl ist und schnell gemacht. Naja, die knackig-gestiftete Karotte halte ich stets für unverzichtbar.

Manchmal gibt es wie im Original etwas Rohkost dazu, manchmal wirds auch nicht vegan, sondern das Spiegelei bleibt als Begleitung. Meistens allerdings erhöhe ich die Gemüsemenge und reduziere den Reis deutlich. Nasi Goreng zwei Mal im Monat ist keine Seltenheit mehr. Grundgerüst bleibt die Sauce aus Soja-Sauce, Ketchup und Harissa (oder Sambal oelek oder asiatische Chili-Knoblauch-Sauce). Oft gebe ich auch noch etwas Curry dazu. Das ist weit davon entfernt, große Kochkunst darzustellen, aber ich bekomme von diesem bekömmlichen Essen einfach nicht genug. Daher darf mein Nasi Goreng in den Olymp des DUBB. 

Hey, und wo bleiben eigentlich eure Vorschläge für das DUBB. Ihr könnt mir doch nicht erzählen, dass ihr keine Rezepte kennt, die ihr SO gut findet, dass ihr euch und eure Tischgesellschaft nicht immer und immer wieder damit verwöhnt?!
http://salzkorn.blogspot.fr/2011/08/asiatisch-fur-quereinsteiger-nasi.html

Salat Plus, die xte: Quinoa-Käse-Buletten

Donnerstag, 4. Juni 2015

Uns drückt die Hitze in die faule Gelähmtheit. Es ist schwitzig. So schwitzig, dass ich gestern noch nicht einmal was gekocht habe. Aber wenn, dann hätte ich vermutlich ein Salat Plus-Essen gerichtet. Wie dieses. Der Feldsalat verrät, dass diese Buletten bereits etwas her sind.

Aber meine Empfehlung dafür bleibt umso heißer, euch damit schöne Burger-Brötchen für draußen zu basteln. Mit ein paar Scheiben Tomaten, dem Salat von gestern, ein paar roten Zwiebelringen... eben ganz nach eurem Geschmack. Denn die Quinoa-Bratlinge fand ich kalt fast noch einen Ticken besser. Und überraschend knusprig. So gut sind sie, dass sie unter die Favoriten unter den Veggie-Patties kommen. Eine Variante wird also demnächst folgen...

Zutaten 9Stück:

120g Quinoa, roter
60g Käse, gerieben (m: Cantal)
2 Frühlingszwiebeln
1 EL Petersilie, fein geschnitten
1 EL Mehl
1 EL Semmelbrösel
1 Ei
Salz, Pfeffer

Öl zum Braten

Zubereitung:

Den Quinoa unter fließendem Wasser spülen und in der doppelten Menge (240ml) kaltem Wasser aufsetzen, zum Kochen bringen. Etwa 15-20min zugedeckt sanft köcheln lassen (Vorsicht gen Ende hängt der Quinoa gerne an - umrühren). Dann etwas abkühlen lassen

Die Frühlingszwiebeln fein hacken, die Petersilie fein schneiden, den Käse reiben. Den Quinoa mit allen Zutaten (Kräuter, Ei, Mehl, Semmelbrösel) vermischen. Mit nassen Händen zu neun Laibchen formen und so wie sie Platz haben im heißen Fett in der Pfanne von beiden Seiten knusprig braten.

Ururfranzösisch - célerie rémoulade

Dienstag, 2. Juni 2015

Zu den urururfranzösischen Essereien zählt für mich eindeutig célerie rémoulade. Dieser Rohkost-Salat gehört schon IMMER zur französischen Picknick-Grundausstattung - schon immer. Schon als es noch in den Ferien mit den Eltern zumeist Richtung Bretagne ans Meer ging. Dazu ein Baguette, eisgekühlte Kronenbourg-Bierchen mit Drehverschluß, ein Glas Cornichons, demi-sel-Butter und ein Stück Port-Salut (auch so ein französischer Lieblingskäse von mir für aufs Brot, nee wat herrlich, so ein Port-Salut) - dann brauchts nur noch ein lauschiges Plätzchen auf einer Wiese im Schatten eines Baumes... und schon lebt sichs so entspannt wie Gott in Frankreich... PROMI!

Célerie rémoulade ist vermutlich das französische Äquivalent zum deutschen Majo-Wurstsalat oder zum Majo-Kartoffelsalat. Selbst wenn es sich um einen Rohkostsalat handelt, bekommt man ihn im supermarché an der Theke (oder auch im Kühlregal) meist als ordentliches Kaliber. Sprich: fein geraspelter Sellerie in schwerer Majo-Tunke. Fettig, aber SO gut.

An dieser Stelle muß ich mich schwer begeistert zeigen über mein neues Küchen-Schätzchen: den V5 Hobel von Börner - der Porsche unter den Reiben. Von 0 auf 100 in 3sek - mit dem macht man jeden Gemüse-Salat-Rohkost-Stich! Die scharfen Klingen flösen mir noch etwas Respekt ein, aber feiner, dünner, anständiger als damit kann man aller Wahrscheinlichkeit nach Gemüse nicht von Hand hobeln. Was bei diesem Salat einen entscheidenden Genußfaktor ausmacht.

Mein Salat kommt dem gekauften sehr nahe - ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es dafür ein besseres Rezept gibt. Natürlich habe ich ihn für uns etwas verschlankt, aber ich denke, ihr habt das Prinzip verstanden: mehr Majo geht immer - it's up to you. Schöne Sommersprossen-Tage euch... Und nehmt euch den célerie rémoulade mit nach draußen...
Zutaten 4P:

400g Sellerie (eine mittlere Knolle), fein gestiftet
125ml Mayonnaise*
(alternativ teils ersetzt durch Crème fraîche)
2 TL Dijon-Senf
2 EL Weißweinessig
1 EL Kapern,gehackt
1 Frühlingszwiebel
Salz, Pfeffer
etwas Zitronensaft

Zubereitung:

Aus Mayonnaise,Senf,Merrettich, Essig, Zitronensaft und Kapfern ein homogenes Dressing herstellen. Mit dem geraspelten Sellerie vermengen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Eine Stunde durchziehen lassen.

*Anmerkung m: die Mayonnaise kann man natürlich selbst herstellen (s. etwa bei Petra). Meinen Merrettich kann ich euch nur erneut ans Herz legen. Im Gegensatz zur Majo hält der sich auch angebrochen wirklich EWIG im Glas.

Den Sellerie Salat darf man sich auch merken für einen bunten Vorspeisen-Teller. Dann würde ich die Portion für 4P halbieren.

Der Salat hält sich ca. 2 Tage im Kühlschrank.

Inspiration: Ricardo-Cuisine  - mit begeistertem Dank an die Börner GMBH, die mir einen V5 zur Verfügung stellte

Die Ringellogik - Scones-Cookies mit Erdbeeren, Mohn und Ziegenkäse

Sonntag, 31. Mai 2015

Von wegen World-Wide-Web. Manchmal dünkt mir dieses Universum so groß wie ein Flipperkasten. Meine Kugel dozzt irgendwie stets an wiederkehrende Ecken - was mir allerdings wie im Spiel Bereicherung einbringt. Nicht im Sinne von Punkten, sondern von Gedanken - ja, eben wie Lichter, die dabei angehen. Ihr versteht schon.

Ines ist es, die mich auf einen Artikel von Okka verweist und ich verknalle mich im selben Augenblick wie sie in den Satz *Mein Ringelshirt ist meine Rüstung*. Diese Tage, an denen der Gegenwind einen frösteln macht, die am inneren Wohlsein kratzen, man sich weniger als mäßig hübsch fühlt, und man wie Lines seine Kuscheldecke hinter sich herziehen will.... da wirkt ein geliebtes Ringelshirt Wunder. WER KENNT DAS NICHT?? 

Ganz begeistert bin ich davon, wie Okka in einen einzigen Satz eine regelrechte Zeitgeist-Mädchen-Philosophie verstauen kann. Schutzsuchen im Ringelshirt - sich wappnen, ohne vor Alltagstücken klein beizugeben. Das rührt mich regelrecht an. Und direkt fällt meinem Gedächtnis-Flipperball ein, dass Anke diese textile Trutzburg wohl ebenfalls kennen muss. Alles ein großer Tennisverein meint Nina, sagte Julie zu mir, als sie hier war.

Von Susanne lasse ich mich zu diesen Scones inspirieren - die diese Idee wiederum von Deb aufgegriffen hat (jetzt wirds klar, wovon ich rede, oder?). Bei Scones habe ich bisher keinen appetitlichen Ausschlag gezeigt, aber die Idee, mal welche mit Ziegenfrischkäse zu backen, gefällt mir. Am Schluß sind es eher dicke Kekse/ Cookies geworden, denen es etwas an Süße fehlte... also für einen Keks. Das habe ich im Rezept vermerkt... Und ja, ihr erkennt richtig: es muß weiterhin schnell gehen in der Küche - ich bin mit Gartenbändigen beschäftigt.
Zutaten 16 Stück:

140 g Einkorn Vollkorn
140 g Dinkel 630
1 EL Backpulver
70g Zucker (besser 100-120g)
1/2 TL Salz
85 g Butter
150g Erdbeeren, klein geschnitten
200 g Ziegenfrischkäse
80 ml Sahne
1 EL Mohn
1 TL Kardamom
1 EL Milch/Sahne zum Bestreichen

Zubereitung:

Ofen auf 220° (O/U-Hitze) vorheizen.

Mehl, Backpulver, Zucker, Salz und Gewürz in einer Schüssel mischen. Sahne und Ricotta verrühren. Die Butter in kleine Stücke schneiden und mit den Händen so in die Mehl-Mischung einarbeiten, dass die Butterspähne noch sichtbar bleiben. 

Mit einem Teigspatel die Sahne/Ricotta Mischung unterheben (m: noch 2 EL Wasser an den Teig gegeben). Die Erdbeeren so zügig wie vorsichtig mit bemehlten Händen in den Teig einarbeiten. 

Die Masse auf einer bemehlten Arbeitsfläche etwa 2,5 cm dick (m: 1,5-2cm) auswellen (auch hier mit bemehlten Händen, der Teig ist sehr feucht) und mit einem runden Aussecher (6cm) Kreise ausstechen und auf ein Backblech mit Backpapier setzen. Für die letzten beiden Cookies setzte ich den Teig in den Ausstecher und drückte sie in Form.

Die Cookies mit Milch/Sahne und einer Prise Salz bepinseln unnd 15min backen. Dann auf Umluft umschalten (180°) und weitere 3min backen bis die Ecken leicht bräunen.
Quelle: Susanne von Milas Deli

Konsequenterweise: Cremiger Limetten-Lauch mit Soba-Nudeln

Freitag, 29. Mai 2015

Welche Provokation sich hinter dem Vorschlag, sich ein Mal die Woche vegetarisch zu ernähren, verstecken soll, blieb mir bis heute verborgen. Oder gar sich darin in seinen ureigenen, freiheitlichen Grundrechten bedroht zu fühlen... da staune ich. Ad hoc würden mir mindstens 10 heißere Themen einfallen, die MEINE Persönlichkeitsrechte gefährden... mais bon. Am Schluß gibt es wirklich Gegner des guten Geschmacks.

Dass eben für diese Art der Ernährung grundeigentlich der gesunde Menschenverstand spricht, hat Maria anschaulich vorgeführt - ich glaube, dass den meisten, die sich mit Essen etwas tiefer auseinandersetzen, vieles davon bereits bewußt ist. (Und ich rede jetzt nur mal von der Idee, ein oder zwei Tage die Woche sein Essen in diese Richtung zu verändern). Nun, ich behaupte gerne, dass wir Menschen intuitiv oft einen erstaunlich guten Riecher haben. Trotzdem ists dann immernoch ein großer Schritt, solche Ahnungen in das Bewußtsein zu ziehen. Aber um einen regelrechten Siebenmeilensprung handelt es sich, wenn es darum geht, die neu gewonnene Klarheit in die Konsequenz, sprich das Tun zu bringen. Ohhhh, da werden wir Menschen schreckhaft...

Wie gut, dass ihr mich habt, denn ich habe eine wunderbare, neue Inspirationsquelle für euch - und natürlich auch für mich. Denn nichts ist besseres Aushängeschild und lieblichere Werbung für die vegetarische, beziehungsweise vegane Küche wie Rezepte, die einfach köstlich schmecken. Womit wir bei Bettina Matthaei gelandet sind (bei mir mit eigener Ruprik), die ein neues Buch rausbrachte: Gemüse kann auch anders

Melissa hat das Buch letzten Monat ausführlich beschrieben und zeigt sich SEHR begeistert. Wie ich. Halt ein typisches Bettina Matthaei-Buch mit kreativen, neuartigen, köstlichen, ausgeklügelten Ideen. Wunderschön fotographiert: natürlich, appetitlich, jede Zutat erkennbar. Jawohl, ich bin Groupie! Über ihr *Mezze* lasse ich ebensowenig kommen wir über *Vegetarisch vom Feinsten*(einem meiner absoluten Lieblingskochbücher). In gleiche Tradition stellt sich Kathi, die auch schon daraus vorkochte. Nach 15 Minuten stand diese Pasta auf dem Tisch: heute also waschechtes Fast-Food - in köstlich, cremig, würzig... vegan! Für den Tierfreitag. Und meine Konsequenz.
Zutaten 4P*:

250g Lauch (nur die weißen Teile)*
2 Bio-Limetten
4 EL geschälter Sesam
1 EL Kreuzkümmel
1/2 Bund Koriander*
200g Seidentofu
2 EL Sesampaste
2 EL Mandelmus
3 EL Birnen-Fruchtessig 
(ersatzweise Apfelessig)
3 EL Teriyaki-Sauce
1-2 EL Ahornsirup
Salz
gemahlener Szechuanpfeffer
300g Soba-Nudeln
Chiliflocken
weißer Pfeffer

Zubereitung:

Den Lauch ordentlich putzen (Obacht: gerne sandig), längs halbieren und in sehr dünne Streifen schneiden (wirklich dünn - sonst stimmt die Garzeit nicht mehr). Eine Limette heiß waschen und die Zesten abreiben. Den Sesam in einer Pfanne ohne Fett solange rösten, bis er duftet und Farbe annimmt, abkühlen lassen, mit dem Schwarzkümmel mischen und zur Seite stellen. Vom Koriander die Blättchen abzupfen (m: mit Pimpinelle ersetzt).

Seidentofu, Sesampaste und Mandelmus mit dem Schneebesen glatt rühren. Dann Essig, Teriyaki-Sauce und Ahornsirup unterrühren. Die Creme mit Salz und pfeffer würzen.

Die Nudeln in leicht gesalzenem Wasser 4min (oder nach Packungsangabe kochen), dann den Lauch hinzugeben, unterrühren und weitere 2-3min kochen.

Nudeln und Lauch abgießen, abtropfen lassen und mit der Tofucreme in einer vorgewärmten Schüssel vermengen. Mit dem Limettensaft abschmecken. Nach Belieben mit Chiliflocken und pfeffer scharf würzen.

Die Hälfte der Sesammischung unter die Nudeln heben, den Rest mit Korianderblättchen und Limettenzesten darüber streuen.

*Anmerkung m: In Kürze fängt der Lauch an zu schießen - daher schnell nachmachen. Die Portion ist für 4 Personen nicht üppig, aber ausreichend. Den Lauch habe ich deutlich erhöht (für uns zu zweit 200-250g). Bei frischem Koriander zaudere ich immer - nicht mein Lieblingskraut. Auch als Gartenpflanze: er fängt unglaublich schnell an, Samen auszubilden - anstelle von Blättchen...
Quelle: Bettina Matthaei - Gemüse kann auch anders. Mit Dank an den GU-Verlag, der mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte

Vorbereitetes Fast-Food: Flammkuchen mit Muhammara, Artischocken und Ziegenfrischkäse

Dienstag, 26. Mai 2015

Der Mai gehört zu den arbeitsintensiven Monaten im Garten. Im besten Fall wächst alles - im Guten wie im Schlechten. Wie eine indische Gottheit könnte ich mehrere Arme gebrauchen, die gleichzeitig jäten, umtopfen, aussäen, pikiieren, hacken, gießen, mähen, Erdbeeren pflücken,  Tomaten ausgeizen und anbinden,  Setzlinge auspflanzen und immer wieder endlos jäten.

Ein Pizza-Service, ein Falafel um die Ecke wären manchmal nicht unpraktisch. Und SEHR verführerisch. Da aber auf der französischen campagne solche Ausfallschritte nicht möglich sind, zwingt mich meine Umgebung vielleicht auch mit zur selbstinszenierten Ernährung. Zumindest ein bißchen. Also habe ich vorgesorgt, wenns schnell gehen muß, das sogenannte *vorbereitete Fast-Food* (ja, ich weiß, das geht Richtung schwarzer Schimmel): den Flammkuchenteig nach Marlene, der im Kühlschrank auf seinen Einsatz wartet, die bereits gehäuteten Paprika in der Tiefkühltruhe und confierte Artischocken im Glas. So wird aus diesem Essen echtes *Fast Food* - eben auf dem Land und mit Köpfchen. Und mit vollem Genuß-Potenial.
Zutaten 2 P:*


2 rote Paprika
40g Walnusskerne, grob gehackt
2 TL Tomatenmark
1 EL Olivenöl
1 TL Harissa
Salz, Pfeffer
1 Msp Zimt
1 Pr Zucker
2 TL Zitronensaft
1-2 EL Semmelbrösel

einige grüne Oliven
1 Ziegenfrischkäse (ca. 140g)
Zitronenthymian

Zubereitung:

Den vorbereiteten Flammkuchenteig rechtzeitig - also ca. 2 Stunden vorher - aus dem Kühlschrank nehmen.

Den Ofen mit einem Stein zusammen erhitzen (m: 240).

Für die arabische Paprika-Walnuss-Paste die Paprika-Hälften unter den heißen Grill (240°) legen und einige Minuten braten, bis die Haut schwarze Blasen wirft. Für einige Minuten in ein feuchtes Geschirrtuch einwickeln. Dann die Haut abziehen. Die Paprika in grobe Würfel schneiden. Alle Zutaten für das Muhammara in ein hohes Gefäß geben und mit dem Zauberstab pürieren.

Den Flammkuchen-Teig halbieren und nacheinander sehr dünn auswellen. Mit der Paprikapaste bestreichen. Die Artischocken (geviertelt) darauf verteilen, ebenso die Oliven, den Zigenkäse in Stücken und den Zitronenthymian.

Die Flammkuchen nacheinander backen, bis der Boden schön knusprig ist.

*Anmerkung m: Auch mit anderem Gemüse belegt, wie etwa vorgegartem Brokkoli schmeckt dieser Flammkuchen sehr gut. Vielleicht auch Artischocken-Böden aus dem Glas?