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Ohne Augenverdrehen: Quinoa-Buletten mit Safran-Orangen-Hummus

Donnerstag, 7. August 2014

Immer wieder suche ich Berührung zur veganen Küche. Sich vegan zu ernähren - wenigstens zeitweise - hat eine reinigende Wirkung auf den Körper. Das bezweifle ich nicht. Als ich das letzte Mal 10 Tage Rohkostfasten einlegte, war das bereits spürbar. Allerdings geht es mir wie Susa: vegetarisch zu leben fühlt sich für mich selbstverständlich an, vegan dagegen nach Verzicht. Vegetarisch ist tanzen in der Küche, vegan humpeln. Daher kann ich mir letztere Lebensweise nur immer wieder als Phase oder als Ausflug vorstellen. 

Die vegane Kochweise bleibt aber nicht nur wegen Ethik und Gesundheitsaspekt für mich spannend, sondern auch weil sich vorallem in der Beschränkung echte Kreativität zeigt. Dieses Mal habe ich mir bewußt ein Rezept herausgesucht von Attila Hildmann, einem mittlerweile recht bekannten, deutschen Koch in der veganen Szene. Beim Schreiben seines Namens muß ich vor mich hin grinsen, weil mir Christinas witzige Besprechung seines Buchs in den Sinn kommt (die ich ganz anders in Erinnerung hatte, wie sich jetzt beim Aufsuchen fürs Verlinken rausstellt... die ist doch ediert, oder?)

Nun, wie Sandra und ihr Schatzi haben wir nach Verkostung der Buletten vor Begeisterung nicht anfangen zu schielen. Ich fand sie *nich' schlecht*, ja ganz gut, etwas trocken (vielleicht durch das Johannisbrotkernmehl?). VIEL besser hat mir das Safran-Orangen-Hummus gefallen, eines dieser Rezepte, die *ausversehen* vegan sind, was meist schon eine kleines Qualitätsmerkmal darstellt. Es stammt aus einem meiner Lieblingskochbücher *Vegetarisch vom Feinsten* von der stets inspirierenden Bettina Matthaei. Tja, erzwingen kann man halt nix, n'est-ce pas? Trotzdem lasse ich mir meine Neugier an veganer Ernährung nicht nehmen...
Zutaten:

Hummus:
1 Schalotte (30 g)
1 Knoblauchzehe
¼ TL Safranfäden
2 Zweige Thymian
1 Orange
1 EL Olivenöl
1 Lorbeerblatt
Salz
1 Dose Kichererbsen (250 g Abtropfgewicht)
2 TL Zitronensaft
40 g helles Tahini (Sesampaste)
¼ TL Cayennepfeffer
2 TL Orangenöl (

Buletten:
200 g Quinoa  
550 ml Wasser
Salz, Pfeffer
2 mittelgroße rote Zwiebeln  
1 Bund Petersilie
2 gehäufte TL Senf
2 TL Johannisbrotkernmehl
1 TL edelsüßes Paprikapulver
Öl zum Anbraten 

Zubereitung:

Schalotte und Knoblauch schälen und sehr fein hacken. Safranfäden im Mörser zerreiben, mit 1 EL Wasser verrühren. Thymian abbrausen und trocken tupfen. Die Blättchen abstreifen und hacken. Die Orange mit einem Messer so schälen, dass das Weiße ebenfalls entfernt wird. Die Frucht halbieren und die Filets aus den Trennhäuten schneiden, den Saft dabei auffangen.

Das Öl in einem Topf erhitzen und die Schalotte darin glasig dünsten, Knoblauch kurz mitdünsten. Die Orangenfilets mit dem Saft, Safranflüssigkeit, Thymian und Lorbeerblatt zugeben und etwa 5 Min. köcheln lassen. Das Lorbeerblatt entfernen, die Mischung mit dem Pürierstab pürieren. Durch ein Sieb streichen und leicht salzen. Etwa 1 EL dieser Mischung abmessen und beiseitestellen.

Die Kichererbsen abgießen und gründlich abspülen. Zusammen mit Zitronensaft, Tahini, Cayennepfeffer und dem restlichen Orangenpüree glatt pürieren.

Den Hummus auf einen Teller geben, mit dem Löffel glatt streichen und mit Orangenöl beträufeln. Das beiseitegestellte Orangenpüree um den Hummus herum verteilen.  

Für die Buletten den Quinao auswaschen, im Wasser imt 1/2 TL Salz ca. 17min offen kochen lassen bis das Wasser verkocht ist. Zwiebeln fein hacken, Petersilie fein hacken. Quinoa mit Senf, Stärkemehl, Paprikapulver und Zwiebeln verkneten, evtl. noch etwas Wasser zugeben. Kräftig (wirklich kräftig - die Bulette schlucken Gewürz) mit Salz und Pfeffer würzen. Buletten formen und in Öl in der Pfanne bei mittlerer bis starkter Hitze von jeder Seite 4min anbraten. Auf Küchenpapier abtropfen lassen.
Quelle: Hummus - Vegetarisch vom Feinsten, Bettina Matthaei/ Buletten - Attila Hildmann, s. auch bei Sandra von theartofconfusion

Fräse: grüner Spargel mit neuen Kartoffeln und Bärlauch-Hummus

Mittwoch, 5. Mai 2021


Alle, die einen Garten ihr eigenen nennen, wissen wie das NACH eines richtigen Landregens aussieht: man möchte wie ein Fräse durch den Garten kurbeln, man wünschte sich mehrere Arme wie die Göttin Shiva, man hätte gerne eine Armada an Wichteln und Zwerge als Verbündete, auf die man GENAU JETZT zurückgreifen könnte.

Alles will gleichzeitig gemacht werden: GENAU JETZT, wenn sich das Unkraut butterweich aus dem Boden ziehen lässt und die vorgezogenen Pflänzchen in krümmeligen Boden gesetzt werden wollen und die Aussaat die richtige, anhaltende Feuchtigkeit hat. Ich rechne dann meine Gartenarbeit gar nicht in Stunden sondern in *Grünabfall-Säcken*. Meine Hände sind noch weniger als sonst vorzeigbar und schon überhaupt (und sowieso nie) etwas für künstliche Fingernägel. 

Obendrein ist GENAU JETZT die Zeit, in der das Trocknen von Heilpflanzen wieder beginnt (Anfang machten u.a. Melisse, Rotklee und Borretsch). Echt, man möchte sich vierteilen können! Abends liegt man dann im Bett und gerne dürfte ein könnender Physio die erdverbogenen Glieder an ihren ursprünglichen Platz in der Horizontalen erinnern. Und doch fühlt man sich gebraucht, nützlich, als Teil vom Ganzen und sieht das Tageswerk befriedigend vor Augen. Tsss, das bißchen Muskelkatze - je m'en fou!

Ich liebe die Gartenarbeit im Mai. Unser Garten ist nie schöner, ein Stück Paradies, ein Baden in Fruchtbarkeit, Düften, Farben, Blumen und Kräutern. Wer GENAU JETZT durch unseren Garten läuft und nix Schönes entdeckt, dem fällt auch sonst nichts auf, was sein Wohlgefallen findet. Ja, logo, bin ich selbstverliebt, wenn ich von unserem Garten rede. *Der Hass ist parteiisch, aber die Liebe ist es noch mehr!* (Goethe)

 



Daher könnt ihr bestimmt nachvollziehen, dass dem Garten gerade jetzt meine ganze Aufmerksamkeit gewidmet ist. Aber gekocht wird ja doch. Teils aber in Waldfeen-Tempo - wie bei diesem Gericht, bei dem ich auf Vorräte in der Tiefkühle zurückgreifen konnte. Dann ist das Essen *husch-husch* und unkompliziert auf den Tisch gebracht. 

Grünen Spargel im Ofen zu garen, ist sowieso meine liebste Zubereitung für grünen Spargel. Den Hummus mache ich nur großportionsweise - Hummus bereichert viele Gerichte. Und die confierten Kirschtomaten zählen schon lange zu meinen Einmach-Standarts - sie sind auf diesem Teller schwer verzichtbar, da sie einen ausgesprochen feinen Kontrapunkt kreiieren! Die fermentierte Bärlauch-Sauce schmeckt, finde ich, etwas edler als Pesto - aber ganz wie ihr wollt, ganz wie ihr könnt.


Zutaten 2P:

500g grüner Spargel
Olivenöl 
1 Pr Zucker
1 Pr Salz

400g kleine, junge Kartöffelchen (m: délicatesse)
Rosmarin
fleur de sel
Olivenöl
1/4 TL Paprika-Pulver

Hummus*
300g Kichererbsen, getrocknet
ca 3 EL fermentierte Bärlauchsauce
Piment d'Espelette
Zitronensaft
1 EL Tahini
2 Knoblauchzehen
Salz, Pfeffer

250g confierte Kirschtomaten (m: eigene, Froster)

Zubereitung: 

Kichererbsen am Abend zuvor mit ausreichend Wasser bedecken und quellen lassen. 

Quellwasser der Kichererbsen abschütten, mit neuem Wasser aufsetzen und weich garen - dauert ca. 45min (m: mit einem Stück Kombu-Alge). Kochwasser auffangen und aufbewahren - Kichererbsen häuten (dafür diese zwischen den Handflächen hin-und herrollen - dabei löst sich die Schale - nun zurück in eine Schale mit Wasser geben, dabei schwimmt die Schale oben an der Wasseroberfläche und die Kichererbsen sinken nach unten).
 
Alle Zutaten in einem Mixer geben und so cremig und glatt wie möglich pürieren. Mit den restlichen Zutaten würzig abschmecken - mit dem aufgefangenen Kochwasser zur gewünschten Konsistenz bringen.

Den Ofen auf 200° (O/U-Hitze) vorheizen. 

Kartöffelchen waschen, trocken tupfen, Rosmarin fein hacken, alles in einer Schüssel mit 2 EL Olivenöl, Paprika-Pulver und fleur de sel mischen, in eine ofenfeste Form geben und - je nach Größe - für etwa 25-30min in Ofen geben.

Das Ende des Spargels abschneiden und das untere Drittel schälen, mit Olivenöl bestreichen und salzen, pfeffern, sowie mit einer Prise Zucker würzen. Für insgesamt ca. 15-17 Minuten im Ofen garen - entsprechend nach den Kartoffeln in den Ofenschieben, damit beides gleichzeitig fertig wird. Die Kirschtomaten auf die schnelle Variante (ebenfalls mariniert in Olivenöl, einer fein gehackten Knoblauchzehe, gesalzen und gezuckert) mit den Spargel zusammen im Ofen rösten.

Hummus auf einen Teller anrichten, Kartoffeln und Spargel darauf verteilen und die Kirschtomaten zuletzt dazwischen setzen. Servieren.

*Anmerkung m: üblicherweise confiere ich unsere Kirschtomaten für den Froster länger bei weniger Hitze (man kann für dieses Gericht aber auch den Turbo einlegen)/ für das Hummus gleich mehr Kichererbsen einweichen und eine größere Menge machen - Rest einfrieren

 

Geschwister im Blog-Universum: grüner Ofenspargel mit Zitrünen-Pü 

 

sonnen und zur Schau stellen gleichzeitig - Smaragdeidechse-Männer-Leben

Schlagworte: Hummus-Teller

Mittwoch, 22. Mai 2019


Der reinrassige, eingefleischte, orthodoxe Vollblut-Pazifist wird bereits bei dem Begriff *Schagwort* zusammenzucken. Zu aggressiv. Zu angriffslustig. Doch niemand arbeitet lieber damit wie Werbung und Politik. Das fällt gerade jetzt wieder zur Europa-Wahl auf. Einfach, klebrige, eingängige Versprechungen - mehr Inhalt braucht es nicht.  Oder mehr passt halt nicht auf das Plakat. Das muss man verstehen. Und alles klingt irgendwie ähnlich reisserisch: *Just do it* oder *Yes wie can*, *Das schaffen wir* oder *Wenn's gut werden soll* - als wären sämtliche Slogan von der gleichen Agentur entworfen worden. SameSame but different!

*Wir lieben Europa, deshalb wollen wir es verändern* las ich gerade. Merkwürdige Liebeserklärung: ich mag dich, deshalb gefällst du mir nicht, wie du bist. Für mich muss man anders Süßholz raspeln. Komisch auch, dass diese Versprechungen durchaus unerfüllbar bleiben dürfen. Ist ja nur der Aufhänger. Das sollten wir kapiert haben. Im Kleingedruckten steht das Wesentliche. *Quand l'Europe veut, l'Europe peut* - *Carglass répare, Carglass remplace!*  

Aber wenn wir schon dabei sind, dann hätte ich ebenfalls ein paar Vorschläge anzubieten. Wie gesagt: *Vorschläge*. Meine Ethik-Professorin an der Uni brachte mir bereits bei, dass selbst die Menschenrechtscharta lediglich Vorschläge sind. Unverblindliche Richtlinien. Wenngleich auch sehr schön klingende. Voilà, also los gehts aus meiner Schreibwerkstatt:


*Leben Sie einfach - wir kümmern uns um Ihre Datensicherheit*

*Weltfrieden - macht Kinder froh!*

*Europäische Atomkraft - DER Garant für sichere Endlager!*

*Wenns einmal läuft: europäischer Warenverkehr auf Schienen!*

*Für europäisches Handwerk - die Bürokratie übernimmt ab sofort der Staat!

*Jetzt mal echter Mehrweg: 
Jeder Produzent haftet für das Recycling seines Produktes*

*Die Natur und du: Artenvielfalt gleich Lebensvielfalt*

*Zufriedenheitsgarantie: Embargo aller Ländern, die Waffen exportieren!*

*Dicke Autos - fette Steuer!* 
 
 
Ach, ich könnte endlos weitermachen. Irgendwie erwartet ja keiner mehr groß Ergebnisse. Oder doch? Eigentlich sind es doch vielmehr verwunschene Zielvorstellungen, die angestrebt werden wollen. Irgendwann. Und erstmal theoretisch. Fristen sind sowieso was für Kleindenker. Und die Welt ist zu komplex für echte Hauruck-Aktionen. Global Playing wenn es um das Klima oder das Recht von Lebewesen geht - zu große Brötchen. Gut, ja, vielleicht sollte ich etwas besser über Politik denken. Die Poltikschaffenden machen mir es leider nicht einfach, da mein Maßstab der uralte Spruch bleibt: *An den Taten werdet ihr gemessen*. Wären vielleicht mehr wie die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern - deren Gebaren fand ich in der Attentat-Situation ganz toll - dann, vielleicht dann... 

Ihr habt auch noch mehr Vorschläge? Bitte her damit, nur raus damit! Ich verspreche auch, ganz bestimmt nicht in die Politik zu gehen. Lieber koche ich uns etwas Leckeres. Und zwar einen Hummus-Teller, den ich genau so in einem kleinen türkischen (eigentlich kurdischen) Resto in Freiburg gegessen hatte. Ich hätte mich wirklich reinsetzen können: die seidige Kichererbsen-Crème, die knusprigen Falafel dazu. Ganz nachbasteln konnte ich es zuhause nicht. Für uns zwei hatte ich keine Lust die Friteuse anzuwerfen und ersetzte Falafel durch Mais-Küchlein. Und wie sich rausstellte, bräuchte ich für die gleiche Cremigkeit des Hummus wohl einen besseren Mixer (vielleicht seid ihr besser ausgestattet wie ich). Nichtsedestotrotz: ein oberköstlicher Teller!


Zubereitung:

Maisküchlein:
100g Maisgrieß/ Instantpolenta*
400ml Gemüsebrühe
2 TL Rosmarin, fein gehackt
Harissa
2 TL Tomante-Confit
3 EL frische Kräuter
1 TL Mandelmus

Salz, Pfeffer

Grill-Gemüse
Paprika, Brokkoli, Karotten, grüner Spargel, rote Zwiebel
Marinade
3 TL Koriander
1 TL Kreuzkümmel
1/2 TL Sumac
1/2 TL Paprika
Salz, Pfeffer
Sonnenblumenöl

Hummus
300g Kichererbsen, gekocht, geschält*
1 Zitrone, der Saft davon
1 EL Tahini
2 Knoblauchzehen
Kochwasser der Kichererbsen
(ansonsten einfach etwas Wasser)
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

am Abend zuvor:

Kichererbsen am Abend zuvor mit ausreichend Wasser bedecken und quellen lassen. 

Für die Mais-Küchlein die Brühe mit dem Rosmarin aufkochen. Die Instantpolenta einstreuen und etwa 3min unter Rühren köcheln lassen bis die Polenta anzieht. Dann die restlichen Zutaten untermischen und sehr würzig abschmecken. Eine Kasten- oder Gratinform mit Frischhaltefolie auslegen und die Masse darin glatt einstreichen, so dass sie etwa 1cm Höhe hat. Abkühlen lassen, abdecken und in den Kühlschrank stellen.

Quellwasser der Kichererbsen abschütten, mit neuem Wasser aufsetzen und weich garen (m: mit einem Stück Kombu-Alge). Kochwasser auffangen und aufbewahren - Kichererbsen häuten s.u. bei *Tipp*

Alle Zutaten in einem Mixer geben und so cremig und glatt wie möglich pürieren (mir gefiel am Original, dass die Konsistenz eher eine Sauce als ein Püree war, also flüssiger als ich es sonst gegessen habe).

Den Ofen auf 200° vorheizen. Gemüse putzen: Brokkoli in Röschen teilen, Paprika und rote Zwiebel in Streifen ebenfalls Karotten in nicht zu dicke Streifen schneiden, Spargel in mundgerechts Stücke richten. Die Zutaten der Marinade mischen. Ich habe nur einen Teil des Gemüses damit mariniert, nämlich Karotte und Brokkoli und den Rest pur vorgezogen, also auf die andere Seite der Gratinform gegeben, nur mit etwas Öl beträufelt und gesalzen und gepfeffert. Für ca. 20 min im Ofen garen. Für ein paar wenige Minuten habe ich noch den Grill abschließend angeworfen.

Während das Gemüse im Ofen schmorrt, aus der Polenta kreisförmige Küchlein ausstechen und in Öl von beiden Seiten knusprig braten.

Die Hummus-Crème auf den Tellern verteilen, Gemüse und Mais-Küchlein darüber und los gehts...

TIPP: In diesem Fall ist Instant-Polenta die bessere Wahl, weil die Küchlein dadurch mehr Halt erhalten. Nimmt man - wie ich sonst - bevorzugt richtigen Maisgrieß, muss man die Küchlein beim Wenden mit mehr Vorsicht behandeln.

um Kichererbsen zu häuten, die zwischen den Handflächen hin-und herrollen - dabei löst sich die Schale - nun zurück in eine Schale mit Wasser geben, dabei schwimmt die Schale oben an der Wasseroberfläche und die Kichererbsen sinken nach unten.



Nur eine Hand frei? - Rote Bete Hummus

Freitag, 4. Juli 2014

Zum Picknicken, Grillen oder fürs Buffet. Selbst für die veganen Momente des Lebens. Dieser Hummus ist dank der Roten Bete, die mehr Farbe als Geschmack verleiht, ein Hingucker für jede Gelegenheit. Hummus bleibt immer eine gute Idee!

Und doch dachte ich beim Machen ganz speziell an Isa. Nach einem kleinen Hilfezeichen von der Jungmama, die dank fast noch Frischbaby nicht mehr zum Bloggen kommt, ist dieses Rezept Isa quasi auf den Laib geschneidert. Das sollte mit Baby Zoé auf der Hüfte sitzend wie ein einarmiger Bandit dennoch hinzubekommen sein. Den Pürierstab wird es nicht stören. Allerdings hat Isa grundeigentlich sogar beide Hände voll. Voll zu tun. Weshalb, das wird sie euch bestimmt in Kürze selbst verraten... Alors, mit sonnigen Grüßen nach Istanbul...

Zutaten:

150g Kichererbsen, getrocknet
1 Lorbeerblatt
1 kleine Rote Bete (etwa 200g)
1 Orange, Saft davon
1/2 Limette
1 EL Tahina
2 Knoblauchzehen
Salz, Pfeffer
1/2 TL Koriander
1/2 TL Kreuzkümmel
Harissa

Zubereitung:

Kichererbsen abends zuvor in reichlich kaltem Wasser einweichen. Am nächsten Tag das Einlegewasser abschütten und in neuem Wasser mit einem Lorbeerblatt aufsetzen und gar kochen. Gegarte Kichererbsen gut abtropfen lassen.

Ebenfalls die Rote Bete in Wasser hinstellen, weich kochen, unter kaltem Wasser abschrecken, die Haut abpellen (wer Angst vor roten Händen hat, zieht Handschuhe an) und etwas abkühlen lassen.

Alle Zutaten in einen Blender geben und pürieren. Sollte das Humus noch zu fest sein, wahlweise noch etwas Limettensaft, Wasser oder Olivenöl zufügen. Pikant abschmecken.
... mit vielen Grüßen auch an Katha und ihr Dauerevent
tierfreitag

verpackte Reste - Gemüsestrudel mit Dipp

Freitag, 11. September 2015

Zu den Gerichten, die ich in der letzten Zeit mehrfach zubereitet habe, gehört dieser Gemüsestrudel. Er ist variabel, man kann darin Gemüsereste verstecken, er schmeckt sehr gut (Grundidee von Schuhbeck), er ist vegan und ich wollte die Stolpersteine für euch ausräumen.

Denn eigentlich ist so ein Strudel strunzpiep einfach. Ein Gericht ohne jede Pillepalle - wieso ich ihn ja auch so mag. Aber: ich bin schon ins Straucheln gekommen - daher die Fürsorge. Und nee, das Ausziehen des Teiges geht ebenfalls ganz simpel und schnell von statten, WENN die Teigkonsistenz stimmt. Dort liegt der Hund begraben. Mal ist mir der Teig etwas zu fest, mal etwas zu dünn geraten - tja, und schon wirds murgsig. Während man das Wasser zum Teig gibt, darf man sich also konzentrieren. Und nicht wie ich schon wieder mit Gedanken bei den nächsten Schritten sein. Klebt der Teig nicht mehr und ist dennoch schön elastisch - dann läufts...

Als Dipp paßt ein Auberingen-Hummus ebenso gut wie mit Rote Bete oder mein Gemüseconfit. Ein Hummus mit Orange und Safran ginge natürlich auch...
Zubereitung:

Strudelteig:
100g Dinkelmehl 630
50g Dinkel-Vollkornmehl, fein gemahlen
95-100ml Wasser
2 EL Pflanzenöl
1 EL Essig (*Edit s. Kommentare)
Salz

Füllung:
2 Frühlingszwiebeln 
1 Karotte
1 Paprika (rot/ gelb)
1 Stangensellerie
2 Knoblauchzehen
einige Röschen Brokkoli*
1 TL Zucker
1 EL Petersilie, fein geschnitten
1 TL Ingwer, fein gewürfelt
1/2 TL Zitronenschalen-Abrieb
Chilipulver (oder Harissa)
Salz, Pfeffer
1 EL Sherry
2 EL Gemüsebrühe
Sonnenblumenöl

Zubereitung:

Die Zutaten für den Teig vermengen und gründlich - ca. 10min zu einem homogenen Teig verkneten, der schön elastisch ist und nicht mehr klebt (demenstrechend entweder noch etwas Wasser oder Mehl an den Teig geben). Mit Öl bepinseln, in Folie wicklen und 2 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.

Für die Füllung das Gemüse putzen und schälen. Die Paprika mit dem Sparschäler von der Haut befreien (der besseren Verdaulichkeit zuliebe). Paprika, Karotte und Sellerie zu Julienne schneiden (stiften). Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden, Knoblauch fein würfeln, Brokkoli in Röschen teilen.

Den Puderzucker in einer Pfanne karamellisieren lassen. Das Gemüse zufügen und etwas andünsten. Mit Sherry und Brühe ablöschen. Ingwer, Petersilie und Zitronenschale sowie Chili zufügen. Den Deckel 2min auflegen und kurz gar ziehen lassen. Nochmals mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Auf einer bemehlten Arbeitsfläche den Strudelteig flach wellen. Dann auf einem sauberen Küchentuch mit Hilfe des Handrückens so dünn wie möglich ziehen (Stichwort: Zeitung darunter lesbar). Die Ränder abschneiden. Dünn mit Öl bestreichen. Von der Länge nach die Hälfte bis zwei Drittel des Strudelteigs mit der Spinat-Käse-Masse bestreichen und die Kartoffelwürfel darüber streuen. Die Ränder rechts und links nach innen klappen.

Mit Hilfe des Küchentuchs den Strudel rollen, dabei das Tuch immer nachfassen, damit der Strudel schön eng gerollt ist.

Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen. Mit Öl bestreichen und 20-25min auf der mittleren Schiene goldbraun backen. Mit einem Dipp der Wahl servieren (Schuhbeck nimmt eine Thunfischsauce).

*Anmerkung m: Anstelle von Brokoli verwende ich auch gerne Kohlrabi, Weiß- oder Chinakohl. Sojasprossen kann man ebenfalls in die Füllung geben.
Inspiration: Alfons Schuhbeck

Apéro-Land Frankreich: Sesam-Cracker

Montag, 29. Juni 2015

Alles beginnt in Frankreich mit dem Apéro. Ist man zum Essen eingeladen oder nur, um etwas zusammen zu trinken. Dafür gibts extra so kleine Zwiebackbrote zu kaufen. Die sind sehr beliebt in Kombination mit etwas Tapenade, Hummus,Tomate confite ect... Die liebloseste Variante ist, einfach ein paar gesalzene Nüsschen und Chips auf den Tisch zu stellen. Natürlich kann man sich auch mehr Mühe machen. So oder so wird ums Alkohol-Trinken gerne ein großer Kult veranstaltet - wie in ganz Europa. Der Apéro ist die französische Variante.

Genau für diese Gelegenheit fielen mir die Sesam-Cracker bei Susanne auf. Und vorallem der Teig stellt sich in seiner Einfachheit wirklich als Entdeckung heraus. Dabei schwärmen die Österreicher schon seit Jahren. Eine Neuheit ist er also nicht. Wüßte man es nicht besser, dann müßte man fast meinen, es handle sich um *echten* Blätterteig. Vorallem warm und knusprig aus dem Ofen ist diese Sesam-Knabberei wirklich unwiderstehlich. Am nächsten Tag verliert sie viel von ihrem Crunch - daher sollte sie am gleichen Tag verzehrt werden. Ich finde ja, sie ähneln geschmacklich diesen kleinen Fischlis - nur eben in viel besser.

Und weil die Sesam-Cracker beim letzten fröhlichen Beisammensein weggingen wie geschnitten Brot, buk ich sie in kürzester Zeit ein zwei Mal. Deutlichere Zeichen gibt es nicht...
Zutaten - 1 Blech:

120g Mehl (Weizen 812 /m: T80)
Salz
120g Quark, abgetropft (Vollfett)
60g Butter, kalt
1 Ei, verquirlt
Sesam, goldener und schwarzer
fleur de sel

Zubereitung:

Mehl mit etwas Salz in eine schüssel geben, Quark dazugeben. Die Butter mit einem Messer in kleine Stückchen schneiden, in die Schüssel geben und alles schnell verkneten. Dann zu einer rechteckigen Platte ausrollen, dreimal falten (m: anstelle einer einfachen Tour eine doppelte gegeben - d.h. die Mitte des Teiges festlegen, dann den Teig von beiden Längsseiten zur Mitte schlagen und übereinander legen - s.hier). In Frischhaltefolie wickeln und für mindestens 30 min im Kühlschrank ruhen lassen.

Backofen auf 200° Ober- Unterhitze vorheizen und ein Blech mit Backpapier auslegen.

Teig auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche dünn ausrollen und in Rechtecke schneiden (m: 6cm x 2cm - funktioniert aber auch größer oder etwas kleiner). Auf das Blech legen, mit Ei bestreichen und mit Saaten und Salz bestreuen.

In ca. 15 -20 min knusprig braun ausbacken - sollten schön gold-dunkelbraun gebacken sein, dann sind sie besonders knackig.

*Anmerkung m: den Effekt mit der Butter, die etwas gröber in den Teig eingearbeitet ist, sodass eine blättrige Konsistenz entsteht, nutze ich gerne für Tarteböden - s. Tartelettes 

Das Gute im Einfachen: mazerierte Orangen samt Zitrusfrüchte-Spezial

Sonntag, 1. Februar 2015

An feiner Schlichtheit kann man sich weder satt sehen noch überessen. Es bleibt, was es war und ist: einfach gut.
 
Kulinarisch zählen in ihrer ganzen Schnörkellosigkeit mazerierte Orangen dazu. Warum, wieso und was überhaupt Mazeration meint  - bitte hier entlang, ein Mal mehr zu unser aller Basler Grandsegnieur Robert, dessen Hinweise ich bekanntermaßen nur zu gerne folge. Rezept und Beschreibung ist nichts hinzuzufügen und was ich nicht übernommen habe, dem schließe ich mich an. In Gänze. Aus Versehen vegan sind die Orangen obendrein.

Zutaten:
 
4 saftige blonde Orangen
2 Blutorangen
1/2 Zitrone
3 EL Zucker
abgeriebene Schale einer Biozitrone


Zubereitung:
 
2 blonde und 2 Blutorangen mit einem scharfen Messer bis auf das Fruchtfleisch freilegen und die Filets herausschneiden. Die Filets abwechslungsweise in eine flache Schale legen.

Die abgeriebene Zitronenschale und den Zucker drüberstreuen.

Die beiden Blondorangen (bei mir reichten 1 ½) und eine halbe Zitrone auspressen und den Saft durch ein Sieb über die Orangen giessen. Mit Klarsichtfolie abdecken und 24 h in den Kühlschrank stellen. Wer die Mazeration aus Zeitgründen nicht durchführen will, produziert einen gewöhnlichen Orangensalat. Selber schuld. Zum Anrichten rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen und direkt aus der Platte servieren.


Und weil wir nun in die schöne Zeit der Zitrusfrüchte-Saison leben, habe ich eine kleine Liste zusammengestellt – mit Empfehlungen, weil bereits getestet oder zu gerne mal gekostet... beliebig erweiterbar:


Bitte seht mir nach, dass ich Eure Kommentare zeitverzögert beantworten muss - wir haben zur Zeit Probleme mit dem Internet...

12 von 12 - März 2021

Freitag, 12. März 2021

 


 

 

Eine Freundin, die ebenfalls Team #Kalendersprüche angehört, und ich schicken uns gerne Fundstücke hin und her. Den von Foto 1 bekam sie heute. Und ihr dürft gerne raten, welche Emojis ihn beim Austauschen begleiten... Wieder mal zusammen tanzen gehen - davon haben wir geträumt. Und uns direkt ein Lied dazu herausgesucht - was ich euch unten eingestellt habe. Wie intensiv das werden wird, sehnsüchtelte sie...

Den Tag aber habe ich begonnen wie immer: einen halben Liter Wasser auf nüchternen Magen beim ersten Blick ins Web, hulagehupst und anschließendes Porridge. Aber ich dachte mir, ich steige mit einem anderen Bild als dem Porridge ein - das Porridge ist dank des 12er Events das am häuigsten fotographierte Gericht dieses Blogs. 

Außerdem habe ich mir gerade erzählen lassen, wir seien eine Gesellschaft, die infinziert wäre von dem Virus des Immerzu Neuen. Jahrtausendelang lebten wir in Gemeinschaften, in denen sich die Dinge wiederholten: Menschen aßen, tanzten, arbeiteten und kleideten sich exakt so wie ihre Eltern. Und vor ihnen deren Eltern. Die Leute lebten völlig problemlos mit der Wiederholung, aber wir heute würden das nicht mehr ertragen. So zumindest lautet eine Erklärung für Fast Fashion und wie der Gründer von der Modekette Zara zum 6 reichsten Mann der Welt werden konnte (s. Arte-Doku *Fast Fashion*). Mögen andere das ewig gleiche Frühstück für langweilig halten, wir können uns keinen anderen Start als mit Porridge vorstellen - zumal das Obst ja mit der Jahreszeit und dem Angebot wechselt.

Jeder Tag im Frühling, an dem es nicht regnet, ist ein Gartentag - also gibt es neben viel Beschäftigungsmöglichkeiten auch haufenweise Impressionen aus dem Garten. Wie das Taubenschwänzchen. Ebenso ein Blick ins Treibhaus auf die Zöglinge des Habib. Ohne Garten kann ich mir eine Existenz ebenfalls nicht mehr vorstellen. Ich brauche Erde unter den Füßen und unter den Fingernägeln!

Dazwischen wird zu Mittag gegessen - gegessen muss nun mal werden. Und mal schauen, ob ich dazu komme, auch dieses zu verbloggen. Es stapeln sich gerade so viele Teller in der Warteschleife. Falls nicht, dann sei die Inspiration dazu aber verraten: gebratener Rosenkohl auf Kürbis-Hummus

Die erste blühende Orchidee des Jahres, das Reisenknabenkraut, habe ich euch bereits gezeigt. Für mich ist ihre Anwesenheit in unserem Garten ein kleines Wunder. Zum ersten Mal gesehen hatte ich sie einst weit entfernt auf dem Weg zu einem Resto-Besuch. Und jetzt stehen welche auf rätselhafte Weise im Rasen hinterm Haus. Für mich unerklärlich. Der Habib verglich dieses Mysterium mit einem Baggersee, der irgendwo ausgehoben wird, und auf ein Mal schwimmen dort Fische drin, einfach so, die dort keiner reingesetzt hat und das obwohl das nächste Gewässer Kilometer entfernt ist...

Die Fische in unserem Gartenteich haben wir aber höchstpersönlich bei uns heimisch gemacht - zumindest die ersten. 

Frisch ausgewildert im Garten ist die Brennnessel, die ich vergangenes Jahr überall gesucht habe. Lieber hätte ich sie wild ums Eck geernet. Aber auf Brennnessel als Heilkraut will ich nicht verzichten und um damit Dünger-Jauche anzusetzen ebensowenig. Ich bin gespannt, wie ungezähmt-anständig sie sich ausbreitet...

Nachmittagsarbeit ist den Holzunterstand vorzubereiten - morgen bekommen wir nochmals Holz geliefert. Was ungewöhnliche Abendwolken!

Vor dem Bloggen gibts wie allabendlich eine Yoga-Einheit. Wie sich zeigt, scheine ich ein Berlin-Yoga-Mädel zu sein. Neu entdeckt habe ich seit den letzten 12 von 12 Mascha Trietsch und Verena Leuze, beides Berliner Yoga-Lehrerinnen, mit denen ich jetzt besonders häufig auf der Matte stand. Heute allerdings ließ ich mich anleiten von dem Weltenbummlerpaar Bre and Flow - und zwar mit diesem Vinyasa-Flow von Flo. Flos Englisch verstehe ich dank seinem deutschen Akzent (er ist gebürtiger Stuttgarter) ausgesprochen gut, musste aber ob der ungewöhnlichen Übergänge trotzdem ab und an gucken (die L-Sits hebe ich mir für die Zukunft auf - oder auch nicht)

Und zuletzt eine Runde Wohnzimmer-Tanzen mit Chaka Khan, um locker in der Hüfte zu bleiben, bis irgendwann... Aber vorher wird geschaut, wer außerdem mitspielt bei Mme Kännchen und ihrem monatlichen 12 von 12 - Event!