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Mittwoch, 31. Mai 2017

Ermutigung zur Spielerei

Wenn ich mir nicht direkt notiere, was ich wie gekocht oder gebacken habe, dann laufe ich Gefahr, in meiner Zettelwirtschaft den Überblick zu verlieren. So geschehen bei diesen beiden Broten, die ich euch heute dennoch zeige. Zum einen ist es viel zu sommerlich, um gerade ernsthaft bloggen zu wollen, zum anderen sollen euch die Brote als Ermutigung dienen, mir es gleich zu tun und ebenfalls mit Rezepten zu jonglieren, die euch Freude gemacht haben.

Dieses erste Brot ist eine Variante von Stephanies Dinkel-Roggen-Brot - ein Brot, das mich direkt reizte mir in Variation genauer anzusehen. Ich weiß noch, dass ich neugierig war, wie das Brot und vorallem die Krume aussieht, in *nackiger*, also wenn ich die Kürbiskerne rauskürze. Auch erinnere ich mich, mehr Chia und mehr Leinsaat verwendet zu haben - aber fragt mich nicht mehr nach genauen Zahlen - der Zettel bleibt unauffindbar.


Mit diesem Brot habe ich schon so oft gespielt, wie wohl mit keinem anderen. Es handelt sich um das Bauernbrot von Günther (mal mit Kartoffeln, mal mit Kamut) Dieses Mal hatte ich Altbrot untergemengt, schon wieder Chia - da habe ich gerade eine Phase mit, ich finde nämlich, dass Chia sich sehr gut auf die Frischhalte-Qualität auswirkt und man mit Chia deutlich mehr Wasser in einem Brot unterbringt - und Einkorn. Auch gerade so ein Dauerliebling, der Einkorn. Da würde ich möglicherweise den Zettel noch zu finden. Wenn jemand *HIER* ruft, dann tippe ich die Zahlen in einem *kühlen Moment* ein. Sonst gibt es erst mit dem nächsten Brot wieder ein *klassisches Rezept in Maßangaben*.


Vielleicht treibt uns ja endlich wieder ein Regenguß nach drinnen, dann sitze ich deutlich lieber zum Schreiben am Laptop - der Garten würde sich freuen.

Sonntag, 28. Mai 2017

ein Salat-Plus-Essen: Manfriguli

Mit der ersten Heu-Ernte verschwinden meine Margeriten-Wiesen. Margeriten-Sträuße zu pflücken, die so dick sind, dass ich sie nicht mehr mit dem Daumen und den restlichen Fingern der linken Hand umfassen kann, gehören zu meinen ersten Kindheitserinnerungen. Wie weiße Sterne leuchten die Margeriten aus dem Wiesengrün und bis zuletzt halten sie  in der Vase ihre Köpfe königlich aufrecht. Ein Frühling ohne mehrere Sträuße mit Margeriten zu pflücken, ist absolut undenkbar.

Zu diesem Vorsommerwetter paßt wieder ein Salat-Plus-Essen. Die Inspiration ging von Susanne aus, allerdings habe ich die Buchweizen-Crêpes nach meinem üblichen schlichten und knusprigen Galette-Rezept zubereitet, das kein Ei benötigt. Die Füllung wurde von mir etwas entschlankt und dank Tapenade mit einem französischen Touch versehen. Sehr lecker. Die übrigen Manfriguli schmeckten auch abends kalt noch gut. Und ein schöne Restessen ist es obendrein, um Käsereste und Brot vom Vortag  darin zu verstecken. Die obligate Dosis Frühlingskräuter ist fast schon Pflicht.

Zutaten 2P:

100g altbackenes Brot
1 TL grüne Oliven-Tapenade
50ml Sahne
1 kl EL Crème fraîche
100g Käse (m: verschiedene Reste)
Salz, Pfeffer
einige Butterflöckchen

Zubereitung:


Für die Galette die Zutaten vermengen und den Teig ca. 30 min quellen lassen. Eventeuell etwas Wasser nachgeben.

Eine Pfanne mit Öl ausstreichen ( (braucht nicht viel sein) und erhitzen. 1 Schöpflöffel Teig in die Pfanne geben, durch Schwenken verteilen und backen wie hier beschrieben, bis 5 Galette gebacken sind.
.
Das Brot in kleine Würfel schneiden und diese in einen Blitzhacker oder Mixer geben. Kräuterpaste, Crème, Tapenade und Sahne dazu geben. Käse wenn nötig, entrinden, dann würfeln. Das Brot zusammen mit Käse mixen. Die Füllung mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken.

Den Ofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Eine Auflaufform buttern. Die Pfannkuchen jeweils mit der Brotmischung bestreichen, aufrollen und in Scheiben von ca. 4 cm Dicke schneiden. Rollen mit der Schnittlfläche nach oben in die Form schichten. Butterflöckchen auf der Oberfläche verteilen und die Manfriguli ca. 20 min überbacken.

*Anmerkung m: zu Kräuterpaste siehe auch hier

Freitag, 26. Mai 2017

Pesto Royal: Koriander-Minz-Basilikum-Pesto mit Avocado

Eine Lustwanderung durch den Garten, um alle benötigten Kräuter einzusammeln und binnen 15min steht ein köstliches Pastagericht auf dem Tisch. Die Inspiration ging wieder von Alex von foto e fornelli aus. Ich bin geneigt, mich dazu hinreißen zu lassen zu behaupten, dass das für mich das beste Pesto ever ist. Ein Essen, ideal für einen güldenen Mai-Tag!

Zutaten:

1 Bund Koriander
3 Zweige Minze
7 Zweige  Basilikum
50g Pistazienkerne
3 Knoblauchzehen
1 Avocado
2 EL Limettensaft
fleur de sel
Piment d'Espelette
Pfeffer
Olivenöl

200g Spaghetti (m: mit Tomate und Qunioa)

Zubereitung:

Die Zutaten für das Pesto in einem Mixer fein pürieren. Parallel die Spaghetti in reichlich Salzwasser garen - beim Abschütten etwas Pastawasser auffangen.

Das Pesto mit den Spaghetti vermengen und zur idealen Konsistenz mit Pastawasser vermengen. Sofort servieren.

Mittwoch, 24. Mai 2017

Gewöhnlich: Mai-Rübchen-Pü mit Artischocken und grünem Spargel mediterraner Art

Die erste Heu-Ernte. In dem Geruch von frisch gemähtem Heu, könnte ich mich wälzen. Mama Erde. Auf meiner Erklärungsliste, warum meine Wurzeln Landboden brauchen, liegt diese Nasenkitzelei ganz weit oben. 

Für mich sind, seit ich im französischen Outback lebe, die Tage länger geworden. Dafür vergehen die Jahre viel schneller als früher. Möglicherweise habe ich das schon mal geschrieben. Bei nahezu sechs Jahren Bloggerei steigt die Wahrscheinlichkeit, sich zu wiederholen. So, wie sich auch Ereignisse wie Heu-Ernte jährlich wiederholen. Landqualität. Diese geht einher mit Schlichtheit, Einfachheit, Gewöhnlichkeit. Großes Mysterium, dass sich ausgerechnet hinter diesen Begriffen, die Pforte zu den großen Wahrheiten verbirgt - kein Mensch hält es für möglich.

*Wenn wir die Natur des Geistes verwirklichen, so sagen die Meister, erweist sie sich als unerwartet gewöhnlich. Spirituelle Wahrheit ist nichts Kompliziertes oder Esoterisches, sie ist einfach tiefgründer, gesunder Menschenverstand. Wenn wir die Natur des Geistes erkennen, fallen die Schichten der Verwirrung ab. [...] In einer der größten buddhistischen Traditionen wird die Natur des Geistes «Weisheit der Gewöhnlichkeit» genannt. [...] Eben weil wir unnötigerweise so kompliziert sind, können wir manchmal die Natur des Geistes nicht erkennen, selbst wenn sie uns von einem Meister demonstriert wird - sie ist zu einfach für uns.*

*Das tibetische Buch vom Leben und Sterben* von Sogyal Rinpoche ist eine große Bereicherung und eine warme Empfehlung für alle Suchende. Bestimmt werde ich zukünftig nochmals auf das Buch zurück kommen

Allen Liebhaber der mediterranen Küche kann ich dieses Spargelgericht ans Herz legen. Feine Gemüseküche, die auch durch ihre unterschiedlichen Texturen zu bestechen weiß.


Zutaten 2P:

500g Navet (Mairübchen)*
150g Kartoffeln
1 kleine Karotte
1 Schalotte
Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer
optional: 1 Zweiglein Liebstöckel)
1 Stich Butter

ein Bund Artischocken
300g grüner Spargel
2 Knoblauchzehen
5 Tomaten, in Öl eingelegt
12 schwarze Oliven
viel Zitronen-Thymian
Salz, Pfeffer
Olivenöl
4 EL Gemüsebrühe

1 Scheibe Brot vom Vortag gewürfelt
etwas Thymian
Salz, Pfeffer
etwas Butter

Zubereitung:

Das Gemüse für das Pü putzen, schälen und in Stücke schneiden. Die Zwiebel in etwas Butter glasig dünsten. Dann die Mairübchen zufügen und ebenfalls etwas Farbe annehmen lassen. Karotte, Karoffel und Liebstöckel zufügen, knapp mit Gemüsebrühe bedecken, Deckel auflegen und in etwa 20min weich garen. Abschütten und sehr gut abtropfen lassen (evt. noch etwas Brühe auffangen - um später damit die ideale Konsistenz herstellen zu können). Den Liebstöckel entfernen. Den Stich Butter zufügen, glatt pürieren, nochmals abschmecken und warm stellen.

Die Artischocken putzen, vierteln und in Zitronenwasser lagern. Den grünen Spargel schälen und in mundgerechte Stücke schneiden. Den Knoblauch fein würfeln. Etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, Artischocken, Knoblauch und Spargel darin anbraten, zusammen mit dem fein geschnittenen Thymian. Gemüsebrühe zufügen, Deckel auflegen und bei kleiner Hitze in etwa 8min fertig garen (Probe an Spargel mit Messer). Oliven und klein geschnittene Tomate zufügen, salzen, pfeffern.

Die Brotwürfel als Topping in der Butter knusprig braten. Alles miteinander servieren.

Anmerkung m: wegen Nachfragen: ich habe für dieses Rezept diese Speisrübe verwendet. Ihre Verwandten funktionieren für dieses Rezept eben so gut.

Sonntag, 21. Mai 2017

Blog-Buster: Barbie-Essig

Bei der Namensgebung meines Essigs bin ich gedanklich über die großen Drei meiner Kindertage gestolpert: meine Puppe, mein Hase und die Barbie. Wie intensiv und vorallem wie lange ich als Spätzünder mit meinen liebsten Spielsachen Zeit verbracht habe, will ich gar nicht verraten. Aber weil das Rezept heute VIEL zu einfach ist, um lange darüber zu reden, will ich eure Aufmerksamkeit daher auf etwas anderes lenken. Viel mehr auf jemanden und zwar auf Arno Stein, der über Jahrzehnte hinweg Kinder in seiner Malwerkstatt beim Malen beobachtete.

Arno Stein initiiert seine Malorte als ruhigen Raum der Freiheit und der Tätigkeit, in dem lediglich vorgegeben wird, wo Farbe und Pinsel zu stehen haben und wo die weißen Blätter an der Wand hängen. Ab drei Jahren darf jeder mitmachen. Ein sehr spannender Artikel über seine Arbeit, sein Konzept dahinter und die erstaunlichen Rückschlüsse, die er daraus zieht, findet sich hier. Oder für ein interessantes Interview, um einen Eindruck von ihm als Person zu erhalten, bitte hier entlang.

Ein Feriengastes brachte mich auf Arno Stein (der mit der eierlegenden Wollmichsau - Coucou Jan Peter) und er traf gerade mit seiner Kritik an den staatlichen Schulsystemen bei mir direkt einen Nerv. Aber ich will einen anderen Aspekt rauszugreifen, der mich besonders fasziniert. Und zwar nimmt Arno Stein die Bilder der Kinder nicht als Ausdruck ihrer Kreativität, sondern es geht ihm um die Versenkung im sponaten Tun. Wichtig ist ihm dabei auch, dass man sich jede Interpretation und Deutung der Bilder verbietet - sie sind ihm lediglich Ausdruck *einer Spur*. Die Art und Weise des Malens und nicht das Produkt, das daraus entsteht, birgt die Möglichkeit, heilend zur Selbstachtung beitzuragen: im geschützten Raum, im friedlichen Nebeneinander, ohne jede Deutung.

In Zeiten von Maß und Zahl, in der alles direkt in ein System gepresst werden muß, finde ich es regelrecht herausfordernd, ein Kinderbild ohne jede Assoziation anzusehen.

Und ich erinnere mich dabei direkt an den schönsten Tag auf meiner allerersten Reise durch Myanmar. Yair, mein israelischer Reisebegleiter und ich, stürzten uns in einen Ausflug zu einem Vollmondfest zu Fuße einer heiligen Höhle, ohne zu wissen, wo wir abends übernachten würden. Es wurde ein Fest für die Sinne und wir erhielten tiefe Eindrücke zur burmesischen Kultur. Einige davon verstetzen mich ins Staunen, wie etwa der kleine Marktstand mit dem ururalten Karaokee-Gerät, um das sich eine Traube von Menschen gebildet hatte. Alle wollten sie mal in das Mikrophon singen. Und jeder durfte. Nacheinander kam einer nach dem anderen an die Reihe und es wurde nicht gepfiffen und gepuht und nicht applaudiert und gejohlt. Jeder durfte sich einfach mal ausprobieren - völlig wertfrei. Während einer tat (sang), hielten sich die anderen als neutrale Zuschauer zurück. SEHR fremd, SEHR anders und SEHR faszinierend!


Nun, solltet ihr an blühendem Schnittlauch vorbei kommen, dann denkt an meinen Barbie-Essig, der unter den Foodies ein beliebtes DIY ist - weswegen wir von einem Blog-Buster reden. Beliebt nicht von ungefähr:  bei wenig Aufwand (Schnittlauchblüten in Reisessig einlegen) ergibt sich ein schöner farblicher (rosa) und geschmacklicher (zwiebeliger) Effekt.

Schnittlauchblüten-Essig -  für 250ml:
Zutaten:

250ml Reisessig
15-20 Schnittlauchblüten
Zubereitung:

Schnittlauchblüten sauber schütteln (eventuelle Kleintierbewohner) und in ein sauberes Schraubglas (oder anderes Gefäß) geben. Mit dem Essig auffüllen und das Glas verschließen. Den Essig 5 Tage bis eine Woche ziehen lassen, dabei immer mal wieder schütteln. 

Die Schnittlauchblütenessig durch ein Sieb zurück in  die Essigflaschen gießen (m: einfach gleiche Essigflasche des Reis-Essig wiederverwendet) oder in ein anderes sterilisiertes Gefäß und die Essigflaschen gut verschließen.


Anregung dazu: etwa bei Glasgeflüster oder Schöner Tag noch

Freitag, 19. Mai 2017

Yippie-ya-yeah: Erdbeerzeit!!!


Liebe Freunde des guten Geschmacks, ich weiß nicht, ob Sie es mitbekommen haben, aber ES IST ERDBEER-ZEIT!!!! Oo de Lally-Yippie-ya-yeah!

Zur feierlichen Eröffnung der Saison habe ich mich eines Klassikers besonnen, der Biskuit-Roulade.  Für mich totally 80er! Und momentan nicht so richtig en vogue, oder? Aber auf soetwas pfeife ich ja schon seit Äonen. Zu Kunst-Aka-Zeiten, als um mich herum alles mit hochgezogenen Augenbrauen *Örgs-Igitt-Kunsthandwerk* würgte, streckte ich meine Nase nach oben zusammen mit meinem Oscar Wilde: *Nichts ist so gefährlich wie das All-zu-modern-sein. Man gerät in Gefahr, plötzlich aus der Mode zu kommen.

Zumal es für eine Biskuit-Roulade gar keine Fingerfertigkeit braucht- wenn man denn den Knoff-Hoff-Trick kennt, damit die Bikuit nicht reißt beim Rollen. Sobald es heikel in der Küche wird, halte ich mich - wie so oft - an meine kulinarische-Blogistan-Ziehmama: Petra von Chili und Ciabatta. Von Beginn an ist sie aus meiner Küche nicht weg zu denken. Dreht man den gebackenen Biskuit wie in der Zubereitung beschrieben, rollt die Kiste von alleine Richtung hübscher Kuchentafel! Ohne dass man später mit zusätzlicher Sahne einen Riß beschützend vor kritischen Augen zuspachteln müßte.

Und füllen könnt ihr dann nach schleckigem Belieben. Bisher habe ich zwei meiner (unverbloggten) Rouladen Kirschen verinnerlicht, heute habe ich die köstliche Idee von Alex von foto e fornelli übernommen, Erdbeeren mit Basilikum zu kombinieren. Alex zählt zu meinem kleinen Blog-Event der vermissten Blog-Kolleginnen. Ihre poetische Food-Fotographie liebe ich nach wie vor besonders. Selbst wenn sie (gerade) nicht aktiv bloggt, ist ihr Fundus VIEL zu schade, um ungenutzt im Netz zu verstauben! Bester Beweiß ist diese Quarkmousse mit Erdbeeren umwickelt von einem luftigen Biskuit  - wenn auch in leicht abgeänderter Version!

Zutaten:

Biskuit:
5 Eier
75g Zucker
65g Mehl
1/2 Vanilleschote, das Mark davon
1 Pr Salz

Füllung :
5 Blatt Gelatine
250g Sahne
375g Quark
60g Puderzucker
12 Blatt Basilikum
12 Blatt Verveine
1 Limette, Abrieb & Saft
300-350g Erdbeeren, klein geschnitten

Zubereitung:

Den Ofen auf 180°C vorheizen.

Mit einem Schneebesen die Eigelbe mit 10 Gramm vom Zucker, Vanillepulver/ oder -mark und einer Prise Salz verrühren. Das Eiweiß mit dem Rest Zucker cremig aufschlagen. Mehl und Eiweiß abwechselnd luftig unter die Eigelbmasse heben. Anschließend die Masse auf ein mit Backpapier belegtes Blech ein bis zwei Zentimeter dick verstreichen. Zehn Minuten backen.

Das Blech herausnehmen, den Teig mit Kristallzucker bestreuen, ein zweites Backpapier obenauf legen und alles zusammen umdrehen, auf dem Blech so abgedeckt auskühlen lassen.

Für die Creme: Gelatine 5 Minuten in kaltem Wasser einweichen. Limettensaft und Limettenschale mit dem Puderzucker in einem kleinen Topf unter Rühren erhitzen. Eingeweichte Gelatine ausdrücken und in der Saftmischung unter Beisein auflösen. Etwas abkühlen lassen.

Von dem Verveine die Mittelachse rausschneiden und zusammen mit den Basilikumblätter, mit dem Quark und der Gelatine-Mischung in einem Mixer (oder dem Zauberstab) fein purieren. In eine Schüssel umfüllen und ca. 15 Minuten kühl stellen.


Inzwischen die Erdbeeren waschen, gut abtropfen lassen und in kleine Stücke schneiden.


Sahne steif schlagen und unter die Quarkmasse heben und weitere 10min kalt stellen. Papier vorsichtig vom Bisquit abziehen und die Creme ca. 1 cm dick aufstreichen. Die Erdbeeren gleichmäßig auf die Creme verteilen. Biskuit einrollen und im Papier eingepackt zwei Stunden kühlen. Vor dem Servieren die Rolle mit Puderzucker bestäuben. 

Anmerkung Petra: In Papier eingerollt lässt sich die Roulade gut einfrieren. Benötigte Stücke können nach Bedarf abgeschnitten werden.



Und weil ihr nicht uninspiriert an Erdbeeren vorbeil laufen sollt - soetwas macht man einfach nicht - voilà meine fürsorgliche Auswahl für euch:


http://salzkorn.blogspot.fr/2012/05/holler-hi-holler-ho-holunderblutentarte.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2012/05/huschhusch-ins-korbchen-erdbeer.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2013/06/schneeweichen-und-rosenrot-buttermilch.html
http://salzkorn.blogspot.fr/2013/07/das-ultimative-erdbeer-eis.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2016/06/wahrnehmbar-erdbeer-holunderbluten.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2014/05/les-fraises-du-jardin-sur-le-sable.html
http://salzkorn.blogspot.fr/2014/06/strawberryfields-forever-tarte-mit.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2015/06/festspiele-doppeldecker-beerentortchen.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2013/04/fruhlingsgefuhle-quarkcreme-mousse-mit.html
http://salzkorn.blogspot.fr/2016/06/12-von-12-juni-2016_57.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2014/07/himmelstochter-und-ihre-gestirne.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2015/05/mailindgrun-spargelflan-mit-vanille-und.html
http://salzkorn.blogspot.fr/2015/05/die-ringellogik-scones-cookies-mit.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2014/05/nachgekekst-erdbeer-rharbarber-kokos.html

Dienstag, 16. Mai 2017

Was schön war #2


Mag das große Glück als Geschichte, als Sinfonie in Erscheinung treten, erklingen die schönen Augenblicke nur als Töne. Zu klein, direkt gesehen zu werden, zu wenig, um ein ganzes Blatt mit Inhalt zu füllen, ja, bedeutungslos, wenn nicht in Bedeutung getunkt. Wenn das Glück funkelt und glizzert, dann wirft die Zufriedenheit überhaupt erst das Licht darauf. *Nur das zufriedene Herz ist in der Lage, Wohlgefallen am Guten zu finden*.

Ganz licht war mir sonntagmorgens, als ich auf dem großen Tuch auf dem langen Holztisch die Kräuter zum Trocknen auslegte: den ersten Verveine des Jahres, Zitronenverbene first flash quasi, die vierte Ladung Zitronenmelissenspitzen, und in deutlich kleineren Mengen etwas Oregano und etwas Majoran. Stängel für Stängel ziehe ich durch die geschlossene Hand, um die Blätter abzureißen: die Kräuter breite ich auf der Decke aus, die Stängel kommen zur Seite. Bevor ich durch den Garten bin, habe ich die Kräuter aufwachen lassen: sie standen bereits eine Stunde in der kitzelnden Morgensonne.

Früher hätte ich mir dazu etwas Musik angemacht. Heute höre ich mir in dieser Zeit lieber selbst zu. Melisse, sagte ich zu mir, die sollte eigentlich allen gut tun. Vorallem den Sensitiven. Beruhigend, entspannend, ausgleichend in der Wirkung. Wer könnte etwas dagegen haben, innere Wogen zu glätten? Mein gutes Argument einst für Cannabis. Nur hat Melisse DEUTLICH weniger Nebenwirkungen. Eigentlich kurios, dass sich entgegen aller Propaganda Bewußtsein erst ohne jeden Rausch erweitert, aufklart und wach wird. Und dabei steckte ich meine Nüstern tief in die Zitronenmelissenspitzenduftwolke. Und hüpfte gedankenspringend weiter, in eine Ecke, die zu meiner Erleichterung ihre Spitzen verloren hat. 


Nein, es reibt und stupft nicht mehr. Nein, mein Gewissen geht es in dieser Angelegenheit gut. Und mir fällt ein, wie wir zu Jean meinten, dass heute aber wir dran sind, den café zahlen, nicht immer er, wo doch so viele auf ihrem Portemonaie sitzen, wenn Pasqual zum Abkassieren kommt. Und Jean lacht sein breites Lachen, greift nach seinem Motorradhelm und winkt ab: * Un café - un petit geste d'amitié - Was geht mich der Geiz der anderen an?* Genau. Das Gift der anderen! Verflixt nur, wie Familiengeschichtengift so direkt in die Blutbahn schießt... Und doch, welch Glück, der Pfeil ist stumpf... geworden.  Ich hebe den Blick und sehe, wie unsere Wildbienen zum Einzug in ihr Nest in der Hauswand vor dem Fenster tanzen. Welch ein Summen und Surren und Schwärmen! Und keine Selbstverständlichkeit! Schön, sie mit uns zu wissen. Schön, sich erwählt zu fühlen. Schön, dass sie bei uns wohnen wollen. Und obwohl ich auf ihr Gift allergisch reagiere, weiß ich, dass sie mich nicht angreifen. Wir können gut miteinander.

Und ich laufe nach draußen, *hörst du den Wiedehopf*, fragt der Habib, während ich eine abgefallene Blüte vom Löwenmäulchen aufgreife und zwischen meinen Fingern den Löwen brüllen lasse... Ein schöner, ein leiser Sonntagmorgen...



Sonntag, 14. Mai 2017

Mitten in der Venusmuschel: Spaghetti aux palourdes aka Spaghetti vongole

Das war das köstlichste Muschelgericht, das ich je gegessen habe. Kinners, was schon *Venusmuschel* heißt, oder? Auf unserer Terrasse sitzend, hatte ich für einen kurzen Augenblick das Gefühl, das Meer glizzern zu sehen.

Und es fing bereits gut an beim Abholen meiner palourdes an der Fischtheke des Supermarktes. Die Verkäuferin hatte die Muscheln schon abgewogen und das Preisschild aufgeklebt, als sie mit zwei Händen eine weitere großzügige Ladung in die Tüte schaufelte. Sie lächelte mich dazu freundlich an und meinte: *Régalez-vous bien*. (Lassen Sie es sich gut schmecken) - den Untertitel: *Der Bonus geht aufs Haus* dachten wir uns beide. Geschichten, die hier so ähnlich immer wieder passieren. Ob beim TÜV, bei der Krankenkasse oderoder...

In guter alter Marianne-Manier steht  das Volk gegen *Diedaoben* nach wie vor gerne zusammen. Dazu fällt mir passend die kleine Anekdote ein aus dem heiteren Buch *Gebrauchsanweisung für Südfrankreich*. Birgit Vanderbeke beschreibt darin, wie sie ihrem Sohn zum Schulbeginn in der Papeterie einen schicken Füllfederhalter kauft. Die Verkäuferin betont, den Füller bloß nicht auf die Feder fallen zu lassen, sonst... eben. Eine Woche später stehen Mutter und Sohn wieder vor eben jener Verkäuferin - mit platter Feder, weil eben jenes... Zum allgemeinen Erstaunen wurde daraufhin der Füller konfisziert mit der Bemerkung, das sei ein Materialfehler, so nicht zu dulden, das würde reklamiert, man kümmere sich darum und dem Jungen dabei ein neuer Füller in die Hand gedrückt. Kleiner Fisch gegen großer Fisch - Robin Hood en miniatur at its best... Genau darüber plauderten der Habib und ich angeregt, während wir uns genüsslich die Finger leckten.

Zubereitet habe ich diesen Meeresbrise-Teller aber vorneweg für den Herrn Paul, beziehungsweise für dessen Blog-Parade zu seinem Buch *Der große Glander*, welches er gemeinsam mit seinem Verlag dazu veranstaltet. 

Wäre Beamen bereits erfunden, schon LÄNGST hätte ich mir den Herrn Paulsen mal in echt angesehen - beispielsweise auf einer seiner Lesungen. Dann hätte ich meine (zu gute) Idee zu einem gemeinsamen Kochbuch mit Moritz Bleibtreu erneut beworben, diese bei der Gelegenheit weiter ausgefeilt und mich dazu selbst eingeladen... Hach ja, doch, da komme ich in Stimmung...  Das ist halt auch ein sympathischer, der Stevan Paul...  und ich weiß genau, dass ich unter den Foodie-Mädels nicht die einzige bin, die das so sieht! Nun, mein Mitmachen ist eine kleine Homage an ihn! Schön, dass ein solcher ganz oben in der deutschsprachigen Foodszene mitmischt - eine große, eine schöne Bereicherung!

Ein Extra-Schmatz geht heute aber zudem an meinen Habib, dafür, dass er solch einen Quatsch mitmacht wie Tellerhalten zum Fotographieren!!!
Zutaten:

200g Spaghetti
(selbst gemachte wie hier)
1kg Venusmuscheln
3 junge Knoblauchzehen
1 Schalotte
50ml Noilly Prat
50ml Weißwein
1/2 Bund glatte Petersilie
Pfeffer
Piment d'Espselette
Olivenöl, das Gute

Zubereitung:

Die Muscheln sorgfältig putzen, dabei beschädigte oder geöffnete Muscheln entfernen. Die Muscheln 1 Stunde in kaltes Wasser legen, abspülen und eine weitere Stunde in ausgewechseltes Wasser geben (m: 1x einweichen reicht in Zeitnot auch). 

Knoblauch fein hacken. Die Schalotte fein würfeln. Petersilie waschen, trocken schütteln und ebenfalls sehr fein hacken 

Das Öl in einer Pfanne erhitzen, Schalotte und Knoblauch darin glasig dünsten. Muscheln, Wein und Orangenschale zugeben, die Hitze stark erhöhen und zugedeckt 6-7 Minuten kochen, bis alle Muscheln geöffnet sind; die geschlossenen Muscheln aussortieren.

Parallel dazu die Spaghetti in reichlich kochendem Salzwasser al dente garen - sie sollten zusammen mit den Muscheln fertig sein. Beim Abschütten etwas Pastawasser auffangen, um gebenenfalls fehlende Flüssigkeit später auszugleichen (m: war aber bei mir nicht nötig).

Spaghetti zugeben und 1 Minute darin unter Schwenken erwärmen. Mit Pfeffer und Piment würzen, eventuell (und gerne) noch etwas von dem Olivenöl darüber träufeln und die Petersilie untermischen

Freitag, 12. Mai 2017

Salat Plus-Plus: Kartoffelsalat, Kohlrabi-Schnitzel, Asia-Salat

Das heutige Gericht fällt unter die Kategorie *Gegessen muss nun mal werden*, bzw. *Was koche ich heute?* Wer hier schon ein Weilchen mitliest, weiß, wie gerne ich Salat-Plus-Essen mag, hier sogar in Potenz serviert.

Womit ich ein Mini-Blog-Event starte, eine Terz von drei Rezepten dreier Foodbloggerinnen, die nicht mehr aktiv sind und deren Inspiration mir fehlt. Den Beginn macht dieser Kartoffelsalat von Christina von NKOTB - der Sonnenschein unter den Foodies. Wahrscheinlich haben wir sie deswegen alle so gerne gelesen. Ich gebe die Hoffnung ja nicht auf, dass sie irgendwann wieder zurückkehrt. Schließlich hat sie den coolsten Foodblognamen ever und mich als eine treu wartene Leserin. Außerdem kann ich verraten: im echten Leben versprüht sie genauso viel Charme wie beim Schreiben - sie zählt nämlich zu den ganz wenigen Bloggern, mit denen ich schon einen café getrunken habe!

Zu dem zweiten begleitenden Salat  hat mich Petra inspiriert - ich habe lediglich Chinakohl gegen Weißkohl ausgetauscht und etwas frischen Koriander dazu gemischt. Unter den Gemüseschnitzel stellte ich euch bereits das mit Sellerie und dieses mit Kohlrübchen vor. Heute nun mit Kohlrabi - mein Favorit. Voilà, somit wäre alles zu diesem Teller gesagt... 

Ach so, außer vielleicht, dass der Marktstand mit Bärlauch-Pesto im nächsten Städchen einer mittleren Sensation gleich kam: endlich beginnen meine Fränzis hier den Bärlauch zu entdecken.

Zutaten:

Kartoffelsalat:
300 g Kartoffeln*
1 Kopf Radicchio
2 Frühlingszwiebeln
Ein kleines Bund Zitronenthymian
3 EL Öl
30 ml Weißwein
75 ml Gemüsebrühe
4 EL Weißweinessig
Salz, Pfeffer
1-2 EL Honig
100 gZiegenfrischkäse

2 Kohlrabi
1 Ei
einige Blätter Bärlauch, sehr sehr fein gehackt
Mehl
Semmelbrösel-Panko-Mischung
Zubereitung:

Die Kartoffeln waschen und im Salzwasser ca. 20 Minuten gar kochen. Währenddessen Radicchio putzen, waschen und in mundgerechte Stücke zupfen. Die Frühlingszwiebeln putzen und in feine Ringe schneiden. Den Zitronenthymian kurz abbrausen, trocken schütteln und die Blättchen von den Stielen zupfen, dabei ein paar Stiele zur Deko aufbewahren. 

Öl in einem Topf erhitzen, Frühlingszwiebeln und Thymian bei mittlerer Hitze darin andünsten, mit Wein ablöschen und etwas einkochen lassen. Brühe und Essig dazugeben und mit Salz, Pfeffer und Honig abschmecken.

Die Kartoffeln abgießen, pellen, halbieren bzw. in Stücke schneiden, zum Dressing geben und vermischen. In eine Schüssel umfüllen und abkühlen lassen. Fetakäse zerbröckeln und mit dem Radicchio vorsichtig unter die Kartoffeln mischen. Mit restlichem Zitronenthymian garnieren. 

Für die Kohlrabi-Schnitzel die Kohlrabi schälen und in ca. 1/2cm dicke Scheiben schneiden. In kochendem Salzwasser die Scheiben etwa 4min garen, dann kalt abschrecken und trocken tupfen. Das Ei verquirlen, salzen und pfeffern. Panko mit fein gehacktem Bärlauch und Semmelbrösel mischen. Die Kohlrabischeiben zuerst im Mehl wenden, dann im Ei, zuletzt in der Parmesanmischung. Im heißen Öl von beiden Seiten golbraun braten.

*Anmerkung m: besser die Kartoffeln bereits am Vortag kochen und klein geschnitten mit der heißen Vinaigrette vermengen

Quelle Kartoffelsalat: Christina von New Kitch on the Blog

Dienstag, 9. Mai 2017

im Mai schwimmende Pasta mit Spargel und Zuckerschoten

Im Mai dreht man dem Garten ein Mal kurz den Rücken zu, um den Unkräutern die Zeit zu geben verstohlen-hinterrücks zu explodieren. Jaja, ich weiß. Das heißt jetzt neuerdings nicht mehr *Unkräuter* sondern *Beikräuter*. Wir nennen unsere Schnecken ja deswegen auch *Beischnecken*... Scherz!

 *Der Hass ist parteiisch, aber die Liebe ist es noch mehr* (JWG). Eben. Versteht mich nicht falsch. Ich habe ÜBERHAUPT nichts dagegen, wenn sich die Schnecken dieser Welt in anderen Gärten an fürsorglich hochgezogenem Babygemüse-Stängeln satt laben. Gar nichts. Oder wenn der einnehmende Efeu außerhalb unseres Gartens umrankt, was ihm in die Quere kommt. Die Brombeeren mit ihren Stacheln dort nach allem stechen und der Schlingenknöterich mit seinen Tentakeln da Rodeo spielt. Wirklich. Da bin ich sowas von tolerant. Regelrecht schmerzfrei. Erde ist die ganz große Spielwiese. Alle haben sie ihre Daseinsberechtigung. Nur halt nicht in meinem Garten.

Ich wiederhole mich bestimmt, aber ich kann es gar nicht oft genug sagen: der Garten ist für mich ein Großmeister der Lebensphilosophie. Er lehrt mich so viel - einfach über die Symbolik. Und ich meine jetzt nicht den üblichen *Unkraut vergeht nicht* - Kalauer. Nehmt die Unmitbeikräuter. Selbstfürsorge ist die oberste aller menschlichen Aufgaben. In einem abstürzenden Flugzeug herrschen die gleichen Bedingungen wie außerhalb: zuerst muß ich Luft zum Atmen bekommen, DANN kann ich auch anderen helfen. (Ansonsten, iss klar, ist man zu gar nix zu gebrauchen). Deshalb ist es wichtig, ja lebenswichtig, darauf zu achten, wen ich in meine Peripherie lasse. Nich, ihr wißt schon, das olle Ding mit Trau-Schau-Wem!

Nun, die *herbes aromatiques* schießen gerade ihrer Art nach ins Kraut, wieso nichts näher liegt, als Pesto stets griffbereit im Kühlschrank stehen zu haben. Warum man sich Pesto kauft, erschließt sich mir nicht. Kräuter zusammen mit Öl in einen Mixer zu werfen, müßte selbst für Küchenlegastheniker möglich sein. Ich habe uns zusätzlich etwas Gemüse unter die Nudeln gemischt. So blieb dennoch neben dem Kochen genug Zeit zum Unkrautjäten
Zutaten 2P:

180g Pasta 
400g grüner Spargel
100g Zuckerschoten
1 Grün einer Frühlingszwiebel, in Röllchen geschnitten
2 EL (großzügig) Frühlings-Paste*
2 EL Mandeln*, geröstet, gemahlen
2 EL Parmesan, frisch gerieben
Olivenöl
Pfeffer,
Piment d'Espelette
(optional: etwas Zitronenschalen-Abrieb)

Zubereitung:

Die Frühlingspaste habe ich bereits hier beschrieben. Dafür könnte ihr alle Kräuter nehmen, die eßbar sind, auf die ihr Lust habt und an die ihr dran kommt. Für das klassische Pesto gebe ich noch Nüsse dazu (auch hierfür habt ihr freie Wahl: Walnüsse/ Pinienkerne/ Haselnüsse...) frisch geriebenen Käse und ordentlich von dem guten Olivenöl. Zum Mixen der Kräuter nehme ich entweder Sonnenblumenöl oder Rapsöl - Oilvenöl kann beim Schreddern mit den Kräutern Bitterstoffe entwickeln (deshalb gebe ich es erst anschließend für mein Pesto hinzu)

Von dem grünen Spargel die Enden abschneiden, das untere Drittel schälen und in mundgerechte Stücke schneiden. Dann im Spargelsud (hier zuletzt erwähnt) garen. Die Zuckerschoten gipfeln und von ihrem Faden befreien - in Streifen schneiden. Die letzten zwei Minuten zu dem Spargel geben.

Parallel die Nudeln in reichlich Salzwasser kochen. Die Nudeln abgießen, dabei etwas von dem Nudelwasser auffangen. Gemüse, Pesto und Nudeln alles miteinander vermengen und mit Olivenöl und Pastawasser eine gefällige Konsistenz herstellen. Nochmals abschmecken mit Salz, Pfeffer und Piment, dann mit Parmesan bestreut servieren

Sonntag, 7. Mai 2017

Steckenpferd: Gerstensuppe


Jeder hat so seine Steckpferd-Themen. Der eine lenkt eine Plauderei zügig Richtung Politik, die anderen kommen früher oder später auf Königshäuser zu sprechen, auf Hasenzucht, Nagelpflege, Kindertagesstätten, Autopolitur, Backformen... naja, ihr wißt schon: wie man halt so hängenbleibt... Wenn es nach mir geht, dann landet ein Gespräch irgendwann bei Kennenlerngeschichten. Ich LIEBE Kennenlerngeschichten. Der Weg zweier Menschen kreuzt sich und macht Epoche. Für mich sind sie in all den unzähligen, individuellen Biographien mein heraus gegriffenes Lieblingsmosaikteilchen.

So wurde ich zur Sammlerin. Natürlich habe ich daher - wie soll anders laufen - für mein Steckenpferd-Thema eine gesteigerte Aufmerksamkeit. Da bin ich auch nicht sehr schleckig: ich nehme es, wie es kommt, ob  so oder so oder so/so oder so (Buch 1) oder...

Kann ich es mir aussuchen, dann stelle ich meine Frage aber am liebsten direkt und unmittelbar und in schlichtester Form: *Wie habt ihr euch kennengelernt?* Das sind meine Momente, in denen ich mich als weltbravster Zuhörer zeige. Mit ausgefahrenen Antennen halte ich es währenddessen - mal wieder - mit meinem JWG: *Beachte das WAS mehr beachte das WIE*, denn genau in letzterem schwingt zwischen den Zeilen ALLES mit.

Diese Beziehungsgeschichten offenbaren für mich phänomenal WIE unterschiedlich die Spezies Mensch ist. Welche Rolle spielt in diesen Erzählungen die Liebe? Welche Wertigkeit wird ihr gegeben? Kommt sie überhaupt darin vor? An welchem Punkt befindet sich diese Beziehung gerade? Aufgezäumt wird mein Steckenpferd mit durch den geschichtlichen und kulturellen Aspekt. Nehmen wir beispielsweise meine Eltern-Generation, von denen viele mit einer Heirat lediglich der Enge des Elternhauses davon galoppieren wollten. Oder die Großeltern-Generation, deren Geschichten in dem elendigen Krieg begann, dessen Ende morgen gefeiert wird. Ach, mein Steckenpferd, es ist so bunt, so skuril, so vielgesichtig, so abgründig, so banal, so einzigartig wie das Leben... Ich werde nicht satt, mir diese Geschichten erzählen zu lassen.

Während der Mai uns endlich eine Ladung Regen schenkt, kümmere ich mich darum, dass wir einen warmen Suppenbauch bekommen. Ich habe uns gleich die doppelte Menge gekocht - nix praktischer, als auf eine Ladung Suppe in der Tiefkühle zurück greifen zu können.
 Zutaten 4P*:

1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
150g Lauch
2 Karotten
100g Knollensellerie
100g Petersilienwurzel
1 kleines Stück Fenchel
1 EL Rapsöl
120g Gerste (m: Rollgerste)
1,2l Gemüsebrühe
1 Gewürzsäckchen (darin 2 Zweige Thymian, 1 Lorbeerblatt, 2 Wacholderbeeren, 1 Stängel Liebstöckel)
Salz, Pfeffer aus der Mühle
1 Stück Zitronenschale
1 Bund Schnittlauch, in feine Röllchen geschnitten
oder frischer Koriander

Zubereitung

Die Zwiebel und den vomKeim befreiten Knoblauch klein schneiden. Sämtliche Gemüseeinlage außer dem Lauch - Karotten, Sellerie, Petersilienwurzel, Fenchel -  putzen und klein würfeln. Öl in einem Topf erhitzen, darin die Zwiebel glasig braten. Knblauch und restliches Gemüse zufügen und ebenfalls 2-3min mitrösten. Gerste in einem Sieb unter fließendem Wasser abspülen, abtropfen lassen, in den Topf geben und ebenfalls 2 Minuten mit andünsten. 

Brühe angießen, Gewürzsäckchen zugeben und die Suppe bei kleiner Hitze etwa 50 Minuten garen lassen, bis die Gerste weich ist. Zum Schluss Lauch sowie die Zitronenschale ca. 5 Minuten mitköcheln lassen. Suppe mit Salz und Pfeffer abschmecken und zum Servieren mit dem Schnittlauch oder Koriander bestreuen.

*Anmerkung m: üblicherweise wird diese Suppe mit dem typischen Bündnerfleisch gekocht, gerne auch mit Bauchspeck/ wer mag, garniert die Suppe mit einem Klecks Crème fraîche oder läßt auch 2 klein geschnittene Kartoffeln mitkochen...

 Inspiration: SZ-Magazin - Kochquartett

Donnerstag, 4. Mai 2017

Kur-Brötchen


Brot, das mir misslingt, empfinde ich als Majetätsbeleidigung. Ich bitte euch! Wie lange backe ich mittlerweile Brot?! Schlagartig sinkt mit einem Krüppel Brot mein Stimmungsbaromether auf ein halb leeres Glas. Superdirk wurde zum Superbriquette und ich zum Supernörgler. Aufgeschnitten erinnerte es an Pumpernickel, und gegessen habe ich es nur unter stillem Mahatma-Protest. Der Bürli-Teig wollte und wollte keinen Stand entwickeln - so versemmelten mir diese Brötchen mit dem Krumenbild einer Kartoffel. Ja, wohl auch noch eßbar, lieber aber hätte ich sie jemanden an den Kopf geworfen. Naddis schönes Brot buk ich gar zwei Mal nach, in zwei Varianten, zwei Mal mit Übergare! Ich überschimpfte die im Garten singenden Nachtigallen fluchend wie ein Rohrspatz. 

Was tun? Die Oma wandte sich in solchen Momenten an den Heiligen Antonius, ging ein paar Schritte, (praktischerweise stand die ihm geweihte Kapelle ums Eck) um wieder einmal einem verloren gegangenen Regenschirm hinterher zu beten. Ob er vielleicht wüßte, wo mein Teiggefühl hingekommen ist?

Ich überschlief das Ganze, flößte mir einige Tassen Ohm-Shanti-Tee ein, besprenkelte die Klangschalen mit Patchouli, klopfte drei Mal auf Holz und warf ein paar Münzen in den Klingelbeutel des Gurus aller Handwerker (Achtung: Ironie*). Und so geschah es, dass ich mich eines schmeichelnden Kommentares zu einem meiner Brötchenrezepte besann. Genau. Die hatte ich auch sehr gemocht. Zurück auf Los, dahin wo die Sonne noch huldvoll über meinen Broten schien. Würde ich nicht über Rezepte bloggen, ich hätte es genau so wiederholt. Aber ich versuchte, ja wagte mich an eine neue Ausgabe - und siehe da: ich kanns noch. Die Brötchen sind einfach toll geworden! Ist diese lausige Strähne nun beendet? Vorsichtig nenne ich diese Brötchen nun meine Rehabilitationsbrötchen, kurz: Kur-Brötchen! Danach kann eigentlich nur alles besser werden!

(*aus Befürchtung der Redaktion, dieser Eso-Schweinsgalopp könnte Ernst genommen werden...)

Zutaten:

Sauerteig:
120g Roggen-Vollkorn
110g Wasser
15g Roggen-ASG

Vorteig:
80g Weizen T110 (W1050)
80g Wasser
1g Hefe

Brühstück:
70g Sonnenblumenkerne
35g Altbrot
90ml Wasser, kochend

Chia-Gel:
25g Chia-Samen
70ml Wasser

Hauptteig:
ST
VT
BST
200g Einkorn-Vollkorn
125g Weizen T65 (W550)
160g Weizen T80 (W820)
14g Salz
5g Hefe
150g Joghurt
Chia-Gel 
1 EL Walnuss-Öl
ca. 140ml Wasser*
Zubereitung:

Sauerteig rechtzeitig (morgens) durch Hefeführung schicken, Sauerteig ansetzen, Vorteig ansetzen, Chia-Samen über Nacht quellen lassen. Brühstück mindestens 3 Stunden vorher ansetzen - sonst mit den Kollegen zusammen.

Alle Zutaten außer dem Chia und dem Öl miteinander vermengen und den Teig etwa 8min kneten. Am Schluß auch das Chiagel und Öl unterkneten. In eine geölte Schüssel umfüllen und nach 20min 1 x falten, dann weitere 20min ruhen lassen.

Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche in 9 gleich große Teiglinge aufteilen, rund schleifen und mit dem Schluß nach oben auf bemehlten Bäckerleinen setzen. 30min abgedeckt gehen lassen, dann für ca. 5 Stunden in den Kühlschrank stellen zur langen Gare.. 

Den Backofen auf 240° vorheizen, Brötchen einschneiden, mit Schwaden einschießen: 10min bei 240°, ca. 15min bei 220° (Klopfprobe), evtl. noch weitere 2-3min mit offener Tür bei Umluft (180°) für eine knusprige Kruste. 

*Anmerkung m: Wassermenge ediert dank rückversicherndem Kommentar von Andreas