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Mittwoch, 17. November 2021

KIS - Keeper: Linsen-Pfannkuchen


Ein beliebter (und sehr abgedroschener) Kalauer meines Mathelehrers - sich dabei betont umständlich mit der linken Hand über dem Kopf lagend -, war: *Man kann sich auch so am rechten Ohr kratzen!* (triumphierender Blick in den Raum gen ihm anvertraute Zöglinge).

Tatsächlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass Mathelehrer oft beliebt sind. Zahlen sind klar und verlässlich und im Zweifelsfall kann man den Weg der Beweise zum richtigen oder falschen Ergebnis folgen. Das spricht somit ebenso für seinen Stellvertreter aka den Mathelehrer. Also Mathematik eben bis zu einem gewissen Grad und gemäß der hauseigenen Intelligenz. Aus der Kiste meiner Biographie ziehe ich gerne folgende Anekdote, die völlig unbeschönigt das Resultat meines Matheunterrichts veranschaulicht.

In meinem Jahrgang wurde in der Oberstufe ein Taschenrechner-Computer eingeführt - zeitgleich mit dem ersten zarten Informatikunterricht bei mit völliger Ahnungslosigkeit gesegneten Lehrern. Um mit dem neuen Taschenrechner zurechtzukommen, benötigten wir ein halbes Jahr der Mathematikstunden - wir waren schließlich die Generation, die noch ohne jeden Tech-Kram groß geworden war - , was uns später dann in der Kurvenberechnung hilfreich zugute kommen sollte.

Eingebrannt in mein Gedächtnis hat sich dann erst wieder, wie ich nach dem Abi meine Schneiderlehre begann samt begleitenden Berufsschulunterricht. In dem allerersten (unangekündigten) Mathetest dort, schrieb ich eine fulminante 5. Ich sollte doch allen Ernstes wieder schriftlich multiplizieren und dividieren - etwas das seit Jahren mein Taschenrechner für mich erledigt hatte. (Und bei Aufgaben wie 0,0002387 x 0,0947 half auch grobes Überschlagen nicht um weiterzukommen). Blamagen dieses Ausmaßes hauen Kerben in die Erinnerung. 

Tja, womit ich ein Exemple statuiert hatte: mit Abi zu doof um Grundsätzliches zu errechnen - Bildungsziel trotz Abschlusszertifikat grob verfehlt, oder? Unnötig anzumerken, dass dieser Taschen-Computer nur einen Wimpernschlag später von anderer Technik überholt wurde, es heute Stift und Papier aber immer noch gibt und ich selbstverständlich auch keinen blassen Dunst mehr von Dreisatz hatte, dafür ein Smartphone heute alles und noch viel mehr kann...

Nun ja, Zahlen scheinen Gesetzmäßigkeiten zu folgen, bieten dem Verstand den sicheren Tritt der Logik an, scheinen verlässlich und unbestechlich. Leider nur bis zu einem gewissen Grad! Sehr leider! Denn wer zieht schon die Willkür vor, wenn er stattdessen eine Orientierungshilfe von Gesetzen geboten bekommt!?! Doch sind wir nicht in soetwas gelandet? Denn - wieder leider - hat sich das sog. Informationszeitalter zwischenzeitlich verwandelt in einen Glaubenskrieg. Dabei dachte die Zivilisation, das hätte sie hinter sich. 

Wie sehr pflichte ich der geschätzen (s. hier) Martina Schwarzmann bei, sich wenn möglich an dem Wahnsinn nicht zu beteiligen: *Momentan ist so, dass ich den Glauben an die Politik so verloren habe, dass ich mich damit überhaupt nicht beschäftigen will, denn sonst könnte man nach kurzer Zeit direkt verzweifeln [...] Und es ist schwierig, sich eine Meinung zu bilden, weil du heute im Internet für jede Meinung Argumente findest.* So rum oder andersherum. Wie wahr. Hier, als kleine Kostprobe: *Die Pandemie in Rohdaten* (Youtube). Wenn man will, kann man gerade alles anzweifeln. Oder halt einfach nur mitschwimmen. Oder den Kopf in den Sand stecken...

 

 

Dabei wollte ich wo ganz anders heraus mit meiner Überschrift KIS - keep it simple. Quasi im glatten Gegenteil. Aber ist halt grad nicht so einfach, wenn alles um einen herum schwurbelt, oder?

 

Beim Kochen kann man es zumindest unkompliziert gestalten. Und ich liebe es, wenn meine Alltagsküche einfach daher kommt. Eigentlich könnte ich jeden Tag ofengeröstetes Gemüse essen. Das variiert ja von alleine mit der Saison. Heute stelle ich euch eine - aus einer kleinen Serie kommender  - neu entdeckter Beilagen vor. Definitiv ein Keeper. Diese Linsenpfannkuchen sind völlig einfach zuzubereiten und ich habe sie nun schon oft auf den Tisch gebracht. Zumal ich ja wirklich gerne mit den Fingern esse. Sie funktionieren als Wrap oder klassisch - comme vous voulez!

Die Zubereitung ist idiotensicher einziger Stolperstein könnte die Konsistenz sein, da die benötigte Menge Wasser seltsamerweise bisher sehr unterschiedlich war (ich kann noch nicht sagen, an welchen Paramtern das hängt - Alter der Linsen?) Genau aus diesem Grund hier der Link: ein Blick genügt, um einen Anhaltspunkt zu haben für den dicklichen Linsenbrei, der sich später in der Pfanne nicht von alleine ausbreitet, sondern mit dem Löffelrücken verteilt werden muss.

 

 

Zutaten 8Pfannkuchen (2-4P):

200g rote Linsen
1/2 TL Salz
Pfeffer
50-100ml Wasser
optional: Thymian/ Kreuzkümmel/ Koriander...
Öl (m: Sonnenblumen)

Zubereitung:

Die roten Linsen mit Wasser übergießen und mindestens 2 Stunden einweichen lassen (wenn es etwas länger wird, ist auch nicht schlimm). Abtropfen lassen. In einen Blender geben, salzen, pfeffern und nach Belieben noch Gewürze zufügen (oder auch nicht). Wasser nach und nach anschütten (nicht alles auf ein Mal - s.o.) und fein blenden. Die Konsistenz sollte ein zähflüssiger Brei sein.

Nacheinander in ein wenig Öl in einer erhitzen Pfanne 8 Pfannkuchen backen.

Anmerkung m: für wieviel Personen ausreichend ist, hängt davon ab, was man zu diesen Pfannkuchen serviert/ bei uns gabs zu ofengeröstetem Gemüse und etwas Salat auch Avocado, Blumenkohl-Ras-el-Hanout-Pü mit Mandelmus/ Ajvar (dieses Jahr selbstgemacht)/ Auberginen-Aufstrich/ Gemüse-Confit/ Rote Bete-Hummus...)

 

Geschwister im Blog-Universum: galettes de sarrasin

 


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