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Keeper - Gemüse-Beilagen II

Montag, 19. Oktober 2020

 

Vergesse niemals die Kernaufgabe eines Foodblogs! Und diese ist für mich die Inspiration und Animation zum Kochen.

Mittlerweile habe ich über die Jahre schon einige Labels hier etabliert. Von Blog-Bustern über DUBBs - ihr wisst Bescheid: Rezepte, die von Blogs zu Blogs springen, weil sie so super sind und an denen wenig rumgedoktort wird (=Blog-Buster), plus die anderen, bei denen man höchstpersönlich zutiefst überzeugt ist, dass diese eigene Rezepte eine solche Karriere ebenfalls mehr als verdient hätten (=DUBBs). Dann habe ich *Pro Centum* eingeführt, nachdem sich hier nun schon über 1500 Posts stapeln, um den Fokus wieder zurückzulenken auf Vergangenes wegen Text, Bild oder Rezept.

Die letzte Neuerung war die des Keepers. Da ich ja nun vegetarisch koche, bedeutet das für meine Küche, dass ich Gemüse mit Gemüse kombiniere. Womit wir geraden Weges bei den Beilagen herausgekommen wären. Dabei klingt *Beilage* doch richtig mies. Fast schon wie ne Beleidigung (*ey, du Beilage!*) . Noch fieser: *Sättigungsbeilage*. Das würdigt nicht ansatzweise die schönen Rezepte, die sich dahinter verbergen. Und logischerweise greife ich immer wieder auf solche *Keeper* zurück - nur dass ich sie dann gerne neu kombiniere. Schließlich bin ich selbst ja auch Fan meiner Rezepte. Wenn man schon kocht, sollte doch zuerst einem selbst gut schmecken, was man auf den Teller bringt, oder etwa nicht?!

Heute lenke ich eure Aufmerksamkeit also auf vier solcher Klassiker. 

Auf dem untersten Foto oben seht ihr die Buchweizen-Pfannkuchen. Die galettes de sarrasin sind einfach spitze! Die Pfanne muss gut heiß sein - das ist entscheidend, dass sie schön luftig werden! Dazu das selbstgemachte Hummus (superlecker) sowie ofengeröstetes Gemüse, das ja IMMER geht!



Mit dem zweiten Foto habe ich die Ottolenghi-Polenta aus frischem Mais wieder zubereitet (mit Pilz-Gulasch) und dabei festgestellt, dass die beigefügte Flüssigkeitsmenge wohl sehr von der verwendeten Mais-Sorte abhängt. Dieses Mal benötigte ich deutlich mehr. Jo, und etwas größer könnte die Portion für zwei durchaus sein.


Von einem Rezept habe ich kein neues Foto gemacht, deshalb ziehe ich das bereits vorhandene von den Süßkartoffel-Gnocchi zum Neubewerben wieder heran. Sie sind wirklich völlig unkompliziert zu machen - selbst für Gnocchi-Skeptiker. Man muss lediglich die Arbeitsplatte gut bemehlen. Und ich erinnere mich gut: mit Süßkartoffel-Gnocchi hatte ich als Kochanfängerin schon richtig schlechte Erfahrung gemacht. Tja, es liegt halt nur an einem guten Rezept, welches mir auch besser gefällt als das andere, ältere, das bei mir zu finden ist. Wobei braune Butter, Salbei und Balsamico hervorragend dazu passen!


 

Zu guter letzt bereitete ich uns den Fränzi-Klassiker gratin dauphinois nach Anne-Sophie Pic zu - siehe erstes Foto. Kartoffel-Gratin ist eigentlich immer unwiderstehlich. Die Art und Weise wie die Sterneköchin das Gratin zubereitet, gefällt mir wirklich gut. Aber ich spiele mit dem Gedanken, es doch mal original nachzukochen - also mit tüchtig viel Sahne. Nich, so wie bei Crème brûlée - manchmal macht Kaloriensparen einfach keinen Sinn. Außerdem haben wir ein Kartoffel-Gratin im Kopf, welches wir einst in einem urigen Dorf-Resto aßen, das von zwei Omis geführt wurde und welches es so schon lange nicht mehr gibt. Das ist nach wie vor ungeschlagen. Ich habe den Verdacht, dass das Gratin am besten schmeckt, wenn man es wieder aufwärmt. Bref: volle 10 von 10 Punkte bekommet das Pic-Gratin nicht. Zumindest nicht in meiner entschlankten Version. Aber es ist bis jetzt das beste Rezept, das ich kenne.

 

Gastbeitrag: Hannahs Lieblings-Linsen-Gericht *Kokoscurry mit Mango*

Freitag, 21. Februar 2020


Wieder einmal darf ich Michas geöffnete Blogpforte passieren, und hier einen Gastbeitrag veröffentlichen. Angeregt durch Micha, die uns kürzlich einen ihrer „Keeper“ präsentierte, habe ich mir überlegt, was denn bei uns ein echter „Keeper“ ist. Und dazu gehört eindeutig dieses Linsencurry, bei dem die Zugabe von frischer Mango das I-Tüpfelchen für die Keeperqualifikation ist. 

Ansonsten ein ganz simples Rezept, von dem ich weiß, dass es immer gelingt (Mengenangaben sind variabel) und uns immer schmeckt. Für mich auch ein Gericht für Tage, an denen ich selbst nicht so genau weiß, was kochen… Behellige ich meinen Mann mit der Frage: „Was soll ich kochen?“ bekomme ich entweder die wenig zielführende Antwort: „Mir schmeckt alles, was du kochst“ oder er nennt ein Gericht, das mir irgendwie keine angemessene Antwort auf meine eigene Ideenlosigkeit scheint: z.B. „Pellkartoffeln mit Quark“.

Unser Lieblingslinsengericht ist mir daher eine sichere Bank – einfach und schnell zuzubereiten, Zutaten meist vorrätig und dennoch durch die frische Mango und die Gewürzmischung irgendwie raffiniert. Da ich das Curry regelmäßig koche, habe ich mir letztere gleich auf Vorrat in einem Glas gemischt (zu gleichen Teilen Zimt – Kurkuma – Kreuzkümmel - Koriander).

Und ähnlich wie Michas „Sugar Heart“ Gewürz passt das „Lieblingslinsengewürz“ nicht nur zu diesem einen Gericht.


Zutaten 2-3P:

1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen 
1 walnussgroßes Stück Ingwer
Kokosöl

je gut 1/2 TL TL gemahlener
Zimt
Kurkuma
Kreuzkümmel
Koriander

1 rote Paprika, geschält und klein gewürfelt
4 Karotten, geschrubbt und klein gewürfelt
100g rote Linsen
200ml Kokosmilch
400ml Gemüsebrühe
1 reife Mango, geschält und gewürfelt
1 Handvoll glatte Petersilie, klein gewiegt
Salz, Pfeffer 

Zubereitung:


Kokosöl in einer Pfanne zerlassen. Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer fein würfeln und im Kokosöl andünsten.

Gewürze hinzufügen und kurz mitrösten. Linsen, Paprika und Karotten dazu geben, kurz unter Rühren anbraten, mit Gemüsebrühe und Kokosmlich ablöschen, Deckel auflegen und 10 Minuten köcheln lassen.

Nach Ende der Garzeit die Mangostücke sowie die Petersilie unterrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Wir essen dazu Reis, einen Klacks Kokos- oder Schafsjoghurt und Salat.

Inspiration: Rapunzel

Und natürlich gibt es Geschister im Grain-de-Sel Universum zum Beispiel:

  *** das Kinderwunsch-Curry
  *** das Rosenkohlcurry mit Granatapfel
  *** oder die große Auswahl im *Eintopf-Spezial*

KIS - Keeper: Linsen-Pfannkuchen

Mittwoch, 17. November 2021


Ein beliebter (und sehr abgedroschener) Kalauer meines Mathelehrers - sich dabei betont umständlich mit der linken Hand über dem Kopf lagend -, war: *Man kann sich auch so am rechten Ohr kratzen!* (triumphierender Blick in den Raum gen ihm anvertraute Zöglinge).

Tatsächlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass Mathelehrer oft beliebt sind. Zahlen sind klar und verlässlich und im Zweifelsfall kann man den Weg der Beweise zum richtigen oder falschen Ergebnis folgen. Das spricht somit ebenso für seinen Stellvertreter aka den Mathelehrer. Also Mathematik eben bis zu einem gewissen Grad und gemäß der hauseigenen Intelligenz. Aus der Kiste meiner Biographie ziehe ich gerne folgende Anekdote, die völlig unbeschönigt das Resultat meines Matheunterrichts veranschaulicht.

In meinem Jahrgang wurde in der Oberstufe ein Taschenrechner-Computer eingeführt - zeitgleich mit dem ersten zarten Informatikunterricht bei mit völliger Ahnungslosigkeit gesegneten Lehrern. Um mit dem neuen Taschenrechner zurechtzukommen, benötigten wir ein halbes Jahr der Mathematikstunden - wir waren schließlich die Generation, die noch ohne jeden Tech-Kram groß geworden war - , was uns später dann in der Kurvenberechnung hilfreich zugute kommen sollte.

Eingebrannt in mein Gedächtnis hat sich dann erst wieder, wie ich nach dem Abi meine Schneiderlehre begann samt begleitenden Berufsschulunterricht. In dem allerersten (unangekündigten) Mathetest dort, schrieb ich eine fulminante 5. Ich sollte doch allen Ernstes wieder schriftlich multiplizieren und dividieren - etwas das seit Jahren mein Taschenrechner für mich erledigt hatte. (Und bei Aufgaben wie 0,0002387 x 0,0947 half auch grobes Überschlagen nicht um weiterzukommen). Blamagen dieses Ausmaßes hauen Kerben in die Erinnerung. 

Tja, womit ich ein Exemple statuiert hatte: mit Abi zu doof um Grundsätzliches zu errechnen - Bildungsziel trotz Abschlusszertifikat grob verfehlt, oder? Unnötig anzumerken, dass dieser Taschen-Computer nur einen Wimpernschlag später von anderer Technik überholt wurde, es heute Stift und Papier aber immer noch gibt und ich selbstverständlich auch keinen blassen Dunst mehr von Dreisatz hatte, dafür ein Smartphone heute alles und noch viel mehr kann...

Nun ja, Zahlen scheinen Gesetzmäßigkeiten zu folgen, bieten dem Verstand den sicheren Tritt der Logik an, scheinen verlässlich und unbestechlich. Leider nur bis zu einem gewissen Grad! Sehr leider! Denn wer zieht schon die Willkür vor, wenn er stattdessen eine Orientierungshilfe von Gesetzen geboten bekommt!?! Doch sind wir nicht in soetwas gelandet? Denn - wieder leider - hat sich das sog. Informationszeitalter zwischenzeitlich verwandelt in einen Glaubenskrieg. Dabei dachte die Zivilisation, das hätte sie hinter sich. 

Wie sehr pflichte ich der geschätzen (s. hier) Martina Schwarzmann bei, sich wenn möglich an dem Wahnsinn nicht zu beteiligen: *Momentan ist so, dass ich den Glauben an die Politik so verloren habe, dass ich mich damit überhaupt nicht beschäftigen will, denn sonst könnte man nach kurzer Zeit direkt verzweifeln [...] Und es ist schwierig, sich eine Meinung zu bilden, weil du heute im Internet für jede Meinung Argumente findest.* So rum oder andersherum. Wie wahr. Hier, als kleine Kostprobe: *Die Pandemie in Rohdaten* (Youtube). Wenn man will, kann man gerade alles anzweifeln. Oder halt einfach nur mitschwimmen. Oder den Kopf in den Sand stecken...

 

 

Dabei wollte ich wo ganz anders heraus mit meiner Überschrift KIS - keep it simple. Quasi im glatten Gegenteil. Aber ist halt grad nicht so einfach, wenn alles um einen herum schwurbelt, oder?

 

Beim Kochen kann man es zumindest unkompliziert gestalten. Und ich liebe es, wenn meine Alltagsküche einfach daher kommt. Eigentlich könnte ich jeden Tag ofengeröstetes Gemüse essen. Das variiert ja von alleine mit der Saison. Heute stelle ich euch eine - aus einer kleinen Serie kommender  - neu entdeckter Beilagen vor. Definitiv ein Keeper. Diese Linsenpfannkuchen sind völlig einfach zuzubereiten und ich habe sie nun schon oft auf den Tisch gebracht. Zumal ich ja wirklich gerne mit den Fingern esse. Sie funktionieren als Wrap oder klassisch - comme vous voulez!

Die Zubereitung ist idiotensicher einziger Stolperstein könnte die Konsistenz sein, da die benötigte Menge Wasser seltsamerweise bisher sehr unterschiedlich war (ich kann noch nicht sagen, an welchen Paramtern das hängt - Alter der Linsen?) Genau aus diesem Grund hier der Link: ein Blick genügt, um einen Anhaltspunkt zu haben für den dicklichen Linsenbrei, der sich später in der Pfanne nicht von alleine ausbreitet, sondern mit dem Löffelrücken verteilt werden muss.

 

 

Zutaten 8Pfannkuchen (2-4P):

200g rote Linsen
1/2 TL Salz
Pfeffer
50-100ml Wasser
optional: Thymian/ Kreuzkümmel/ Koriander...
Öl (m: Sonnenblumen)

Zubereitung:

Die roten Linsen mit Wasser übergießen und mindestens 2 Stunden einweichen lassen (wenn es etwas länger wird, ist auch nicht schlimm). Abtropfen lassen. In einen Blender geben, salzen, pfeffern und nach Belieben noch Gewürze zufügen (oder auch nicht). Wasser nach und nach anschütten (nicht alles auf ein Mal - s.o.) und fein blenden. Die Konsistenz sollte ein zähflüssiger Brei sein.

Nacheinander in ein wenig Öl in einer erhitzen Pfanne 8 Pfannkuchen backen.

Anmerkung m: für wieviel Personen ausreichend ist, hängt davon ab, was man zu diesen Pfannkuchen serviert/ bei uns gabs zu ofengeröstetem Gemüse und etwas Salat auch Avocado, Blumenkohl-Ras-el-Hanout-Pü mit Mandelmus/ Ajvar (dieses Jahr selbstgemacht)/ Auberginen-Aufstrich/ Gemüse-Confit/ Rote Bete-Hummus...)

 

Geschwister im Blog-Universum: galettes de sarrasin

 


Base-Jumper: die Tarte für alle Fälle

Sonntag, 7. Juli 2019


Die Überschrift klingt zweideutig fies, oder? Nun, Extremsport und ich.... das gibt kein Match. Ich verstehe die Kameraden einfach nicht. Ich kann's nicht nachvollziehen. Für mich sind das Gefühlskrüppel, die den ultimativen Adrenalinkick brauchen, um überhaupt noch etwas zu spüren. Tote Hose total... innerlich. Man muss alles, was man hat, in die Waagschale legen - bref: das eigene Leben - damit es irgendwo noch ein wenig kitzelt. Nicht wirklich die Type, auf die ich abfahre. In diesem Interview mit einem Ex-Jumper kann man gut nachlesen, dass da eindeutig emotional ordentlich was hakt - daraus resultiert dann ein Suchtverhalten...

Und diesem Draufgängertum für ein Stück Fame auf den Social Media kann ich sowieso nichts abgewinnen. Was soll das? Man kann wohl auch mit einer anderen Haltung an ein solches Hobby rangehen (Pauschalurteile funktionieren halt nie): das zeigt die verunglückte Susanne - an der Gefahr ändert das nichts. Tja, aber echt jetzt? Für Sport, Fun, Rausch oder Adrenalin soviel Risiko eingehen? Das steht dann dafür, wenn man daran krepiert?

Also wenn das eigene Leben schon aufs Spiel setzen (was ich absichtlich - wie ja nun ausgeführt - sowieso für äußerst fragwürdig halte - das Leben ist schließlich lebensgefährlich genug - aber halt *wenn*), dann schon eher aus tiefster Neugier. Genauer gesagt, wenn alles auf Rot sezten, dann für die Ultima-Ratio-Frage schlechthin: *Was kommt nach dem Tod*. Eine Frage, die sich unter anderem die Logen gestellt haben. So soll einst unter den Freimaurern ein Einweihungsriten vollzogen worden sein (Goethe wird dies nachgesagt), bei denen man bei lebendigem Leib begraben wurde. Entweder man ging dabei drauf, oder wurde verrückt oder es ging einem ein Licht auf. Viel mehr Möglichkeiten gab es nicht. Waghalsig. Sehr waghalsig. Aber die Motivation leuchtet mir mehr ein.

Womit wir bei einem Pudelskern gelandet wären (s. wie weiter oben bei Susanne): die Motivation. Was treibt wen zu was?! Bon, auch dem Habib mit seinen vielen Wüstendurchquerungen (ohne Piste, ohne GPS) wurde gerne nachgesagt, dass man die Gefahr ja nicht extra suchen muss - ein solcher darf sich dann nicht wundern, wenn er darin untergeht. Der pure Leichtsinn also, wer das Glück so herausfordert.

Ja, tatsächlich spielen bei Gelingen oder Misslingen solcher *hochkarätiger Unternehmungen* definitiv mehrere Faktoren mit. Ein günstiger Moment. Gute Vorbereitung. Gottesfurcht. Gesunde Selbsteinschätzung... Alles kein Garant. Aber eine super Gelegenheit, mal wieder einen Liebling unter meinen Kalendersprüchen abzusetzen: *Mut besteht nicht darin, die Gefahr blind zu übersehen, sondern sehend zu überwinden.* Ja, Baby! Überwindung und Bewußtsein. Immer gute Stichwörter!

 
Als echter Garant für eine Basic-Tarte stellte sich dieses Modell heraus. Kardamom scheint mir ein Schätzchen zu sein, bei der alle *Hurra* rufen. Und welches immernoch ein leichtes Erstaunen in unseren Breitengraten hervorruft (ohhh,  ist da Kardamom drinne?) - was heutzutage in unserer abgebrühten *Habe-schon-alles-gesehen-und-alles-erlebt-Gesellschaft* SEHR viel ist. Auch die leicht marzipanige Mandelcrème finde ich ganz ausgezeichnet - ebenfalls zu sämtlichem Obst. Für mich sosehr ein Keeper wie ein echter Allrounder, diese Tarte! Und die Aprikose als Tartebelag fasziniert mich eh: egal ob Thymian, Rosmarin oder Lavendel - zu Aprikose gesellen sich alle herbes de provence gerne!
 
Zutaten - 1 Tarte:

240g Mehl*
120g Butter
30g Rohrzucker
1 Ei
wenig kaltes Wasser
(je nach Wunsch/ Obst:
Tonkabohnen-Abrieb
Limettenschalen-Abrieb
Vanille...)*

140g gemahlene Mandeln*
80g Butter, weich
75g Rohrzucker*
2 Eier
7 grüne Kardamomkapseln*

+/-500g Obst (entsteinte Kirschen, Aprikosen...)
 


Zubereitung:

Aus den Zutaten für den Tarteboden einen homogenen Teig kneten und mindestens 1 Stunde kühl stellen. Tarteform buttern, Teig auswellen, Tarteform mit einem Rand auskleiden, mit einer Gabel mehrfach einstechen, in eine Tüte packen und etwa 30min in die Tiefkühle stellen (m: gerne über Nacht)

Ofen auf 200° (Umluft) vorheizen. Tarteboden mit Backpapier auskleiden und mit Hülsenfrüchte beschweren und 10 min in den Ofen schieben. Backpapier und Hülsenfrüchte entfernen und bei 190° weitere 10min backen.

Währenddessen die Kardamomkapseln öffnen, die schwarzen Kerne daraus entfernen und mit 1 EL Zucker fein mörsern. Eier, Mandeln, Butter, Zucker und Kardamom mit Hilfe eines Handrührers verrühren (braucht nicht weiter ausführlich sein), die Crème auf dem Boden verstreichen, das entkernte/ entsteinte/ vorbereitete Obst darauf verteilen und für weitere 30min bei 180° backen. Abkühlen lassen und dann: genießen.

Anmerkung m: Je nach Obstsorte kann man den Tarteboden parfümieren (bei Kirschen nahm ich Limette, bei Aprikose Tonka... als Bsp)/ eine weitere dicke Empfehlung: ruhig mal anteilig oder ganz Vollkornmehl verwenden. 

Für die Crème finde ich ungeschälte, gemahlene Mandeln (im Vergleich mit den geschälten) die bessere Wahl. Zuckermäuler können den Zucker auf 100g erhöhen. Für die Aprikosen-Tarte nahm ich zusätzlich 1 EL fein geschnittene Lavendelblätter. Außerdem gab ich noch 1 EL Amaretto dazu - optional, versteht sich! Obst kann man mengenmäßig dem anpassen, was man hat - die Tarte verträgt mehr oder weniger Obst gut. Ach und: am nächsten Tag, wenn die Gewürze durchgezogen sind und die Tarte gut gekühlt ist, entwickelt sie erst richtig ihren Reiz!



Geschwister im hauseigenen Blog-Universum (u.a.):






WW-Klimakterium IV: Zucchini-Quinoa-Salat mit Halloumi

Freitag, 23. August 2019


*Mei, hat sie's dann bald mal mit ihrem Klima?!* - ich sehe schon, wie ihr missbilligend die Augenbrauen hochzieht. Ja, hat sie - das gibt mein abschließender Post. Und ein Mal mehr bestätigt sich Goehtes Weisheit:

*Man kann der Gesellschaft alles aufdringen, nur nicht, was eine Folge hat*. Seit jeher verabscheut der Mensch nichts mehr als all das, was Konsequenzen birgt. Mir fällt dazu mein Suli-Tiger ein, wie er zum ersten Mal durch Schnee lief und seine Pfoten nach jedem Schritt angewidert schüttelte: BÄÄHHH, IHHH, pfuih Deibel, geh mir wech!

Aber hätte man die Wahl, wollte man wirklich lieber Zufall und Willkür unterstehen, als in einer Welt zu leben, in der eine höhere Ordnung und strenge Gesetzmäßigkeiten herrschen? Die Sonne geht auf, die Sonne geht unter - so dreht dieser Planet nun mal!

Wenn man versucht, eine Sache bis zum Ende durchzudenken, dann wird ein Artikel dazu umständlicher und ausführlicher. Sowas kommt von sowas. Etwas bis zum Ende zu denken, finde ich prinzipiell eine gute, eine erwachsene Übung. Genauso gut kann man sich zur Gewohnheit machen, die Dinge von ihrem Ende her denken zu wollen - ebenfalls dicke Empfehlung. Das macht das Leben zwar nicht bequemer, aber man findet sich deutlich weniger in Geschichten wieder, in die man SO hatte nie reingeraten wollen.

Ich stelle also für das Klima nach meiner letzten Schlußflogerung fest: es wird sich nichts ändern. Ist jemand überrascht? Nee, oder? Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Woran er sich gewöhnt hat, das gibt er so schnell nicht her. Das läuft auf Schienen. Wie von alleine. Man schmeißt die Waschmaschine an wie immer, greift nach den Knackwürsten wie sonst auch und kauft den hübschen Pulli doch, obwohl man ihn eigentlich nicht braucht. Allzu menschlich!

Und wie sollte überhaupt eine realistische Umwandlung der installierten Industrie von statten gehen? Wie Firmen dazu bringen, anstelle von wachsender Produktion und weiterem Profit alles zu drosseln und Umweltbewußtsein über Kapital zu stellen? Wohin mit den Arbeitslosen? Echt, eher fließt das Wasser stromaufwärts.

Wobei THEORETISCH wäre es schon möglich. Nur wird die Elite in der Praxis dazu niemals den Willen aufbringen. Und von unten wirkt das Volk nur als Masse auf die Obrigkeit. Erst wenn der Mopp auf der Strasse steht, dann sieht sich die Führrungsriege zum Handeln gezwungen. Aber an Revolution glaube ich nicht. Ich bin zu alt für so einen Scheiß.

Außerdem habe ich in unserem Bekanntenkreis genügend Beispiele vor Augen, die durch ihr Engagement für Naturschutz sich nicht nur Gallensteine einhandelten, sondern lebensbedrohlich erkrankten. Tja, Don Quijote fällt das Lachen früher oder später aus dem Gesicht. Er wird immer einer Minderheit angehören, die einer übermächtigen Mehrheit gegenübersteht.

Was bleibt ist, nach Nischen Ausschau zu halten am Rande der Gesellschaft. So entfernt vom Mainstream wie es nur geht. So naturverbunden wie möglich. Das wird zukünftig eine unumgängliche Grundsatzentscheidung. Daher interessiert mich sehr, welchen Alternativen sich suchende, junge Familien zuwenden. Stichwort *Lebensgemeinschaften*. Mit dieser Sehnsucht steht man heute nicht alleine - wie etwa dieser Dokumentarfilm zeigt. Wobei dem Habib und mir solche großen Zusammenschlüsse zu unübersichtlich sind. Aber es gibt ja jede Menge individueller Möglichkeiten. So wird seit einem knappen Jahr unser 8-Häuser-Dorf durch eine Jurte bereichert. Oder aber die Familie von meinem Birk lebt ebenfalls ein ganz eigenes Modell von Öko-Freiheit. Oder Ute und ihre Familie. Ja, und letztlich leben auch wir nicht zufällig so zurückgezogen und mit Tendenz zur Selbstversorgung aus eigenem  Garten.

Das wird diese Welt nicht verändern, aber die Welt in sich und die seiner Kinder - und wenn man dafür Verantwortung übernehmen kann, dann ist das bereits viel. Oder ausreichend.


Kinners: uns gehen die Zucchini nicht aus. Und wißt ihr was: mir hängen sie noch nicht aus den Ohren raus. Ein tolles Rezept - inspiriert aus dem Buch *Orient - köstlich vegetarisch*, die verschiedenen Aromen lassen nichts vermissen, bref, ein echter Keeper! Den Halloumi musste ich allerdings von Deutschland importieren, den habe ich hier bei uns noch nicht entdeckt.

Zutaten 2P:

300 ml Gemüsebrühe
140 g Quinoa
2 Zucchini, klein-mittel (m: gelb, grün)
2 EL natives Olivenöl extra
Salz und Pfeffer
1 TL gemahlener Kreuzkümmel
Saft von ½ Zitrone
1 EL Weißweinessig
250 g Halloumi, in 1 cm dicke Scheiben geschnitten
1 kleines Bund Minze, Blätter gehackt
1 kleines Bund Petersilie, Blätter gehackt
Öl zum Beträufeln und Braten
50 g Pinienkerne, geröstet

Zubereitung:

Ofen auf 200° (Umluft) vorheizen.

Quinoa in kochender Gemüsebrühe einrühren, Hitze verringern, Deckel auflegen und ca.15 min garen.  Flamme ausstellen und weitere 5min quellen lassen.

Die Zucchini der Länge nach in 0,5cm Dicke Scheiben schneiden. Auf ein Backblech legen und mit Olivenöl bepinseln. Salzen, pfeffern und mit Kreuzkümmel würzen. Etwa 20min in den Ofen schieben, bis sich Bräunungsstellen zeigen.
 
Aus Zitronensaft, Essig und Olivenöl eine Vinaigrette mischen. Diese Salzen und pfeffern und die fein gehackten, frischen Kräutern unter das Quinoa ziehen.

Kurz bevor die Zucchini golden sind, den Halloumi auf den Weg bringen. Eine Grillpfanne mit wenig Ol erhitzen und den in Scheiben geschnittenen Halloumi von beiden Seiten schön streifig braten.

Zum Anrichten die Zucchinistreifen unter das Quinoa ziehen und auf zwei Teller verteilen und mit den Pinienkernen bestreuen. Zuletzt den Halloumi von der Pfanne auf das Quinoa setzen. 


das ganze Elend:

    **** WW-Klimakterium I
    **** WW-Klimakterium II
    **** WW-Klimakterium III

Mumi - gegarte Gewürz-Rote Bete

Sonntag, 23. April 2023


Wer schon länger mitliest, weiß, dass hier gerne Esoterik-Bashing betreiben wird. Selbsternannte Propehten, die glauben, sie können es besser wie die alten Weltreligionen, werden von mir nicht durchgewunken. Und: ich kann Dilletantimus einfach nicht ausstehen!

Für mich ist Esoterik wie eine Patch-Work-Decke, die aus unterschiedlichen, bunten Stückchen zusammengeklöppelt ist. Jedes einzeln für sich sich betrachtet mag wohl manchmal noch ganz hübsch anzusehen sein, aber mit etwas Abstand zeigt sich schnell, dass der Teppich keine geraden Begrenzungen hat, unterschiedlich dick ist, die Einzelteile sich nicht ineinander fügen - ja, dass ein durchgehender Gedanke fehlt, der ihm zugrunde liegt. Ein fliegender Teppich für Irrlichter. Oder gestückelte Willkür. Von zusammengesetzten Fetzchen kommt man niemals nie aufs große Ganze. Da mögen einzelne Details noch so hübsch sein.

Oder wie das gezeichnete Nashorn von Albrecht Dürer. Dafür, dass Dürer noch nie ein Nashorn gesehen hat und es nur nach beschreibenden Erzählungen angefertigte, ist es wirklich nicht schlecht geworden. Man sieht zumindest sofort: er meint Nashorn. Wäre die Esoterik mit ihren Theorien so dicht dran, hätte keiner was dagegen.

Mein liebster Vergleich für Esoterik war ja seither das Handpan. Kennt ihr bestimmt, diese metallene Schale mit Vertiefungen. Der nächste Schritt nach Klangschalen aber Äonen davon entfernt ein Instrument zu spielen. Mit kreisenden Bewegungen trommelt man mit den Fingern auf die Schale ein und erzeugt dabei Töne. Irgendwelche Töne. Es kommt mehr auf eine Stimmung an als auf eine Melodie. Sphärisch, nich, das ist das Stichwort. Wir haben im Nachbarort auch einen, der gerne Konzerte mit einem Handpan bestreitet. Wir nennen ihn Siddharta. Natürlich gehört einiges an Deko dazu: bißchen fernöstliche Klamotte, längere Haare, ein Bart, eine wuchtige Kette - die erste Assoziation außerhalb von Fasching sollte schon direkt *Guru* sein. Im Schneidersitz liegt die Schale auf den Beinen, die Augen sind nach innen gekehrt, oder halt einfach geschlossen (oder noch einfacher: halt bekifft) und dann wird sich ganz der Athmo hingegeben. 

Und dann habe ich Mumi entdeckt (für euch unten eingestellt). Ich gehe ja sowas von mit dem ersten Kommentar: *This is honestly the first time I hear someone play a recognizable melody on a handpan.* Tsss, Sachen gibts, oder? Echt niemals nie hätte ich für möglich gehalten, dass man mit einer Handpan richtige Lieder spielen kann! Aber Ausnahmen bestätigen die Regel. Und Mumi baut die Handpans sogar selbst. Tja, mit einem Schlag dreht sich meine Handpan vom Saulus zum Paulus. Anstelle für die Esoterik dient sich als viel besseres Beispiel für meine verehrte Homöopathie. Es liegt nicht am Instrument, es liegt am Spieler. Was kann das Instrument dafür, dass es kaum jemand richtig bedienen kann? Immer schön, wenn man an sich selbst merkt, dass man Wirkung und Ursache verwechselt hat. Die kleinen Erleuchtungen im Alltag.



Für das heutige Gemüse bekommt die Rote Bete ordentlich Gewürze verpasst. Rote Bete und ein beherzter Griff ins Gewürzregal verstehen sich sehr gut. Ich habe aus dem vegetarischen Original-Rezept eine vegane Variante gemacht - aber beides gut.

Auf dem Teller ebenfalls noch zu sehen: fermentierter Kohlrabi, eingelegter Kürbis, schnell gegarter Mangold mit Tamari und ein Keeper in diesem Haushalt: die Buchweizen-Galettes. Was soll ich sagen: ich mag mein Essen. Wäre auch schlimm, wenn's anders wäre...

 

Rote Bete-Gemüse - 2P:

400g rote Bete
1 Zwiebel
1 TL Salz
1 Apfel
150g Sauerkraut (optional)
1 TL frisch gemahlene Gewürze (wie Nelke, Piment, Anis, Koriander, Senf, Ingwer)
100g Schmand (m: Kokoscrème)
1 EL Reisvollkornmehl
2 EL Butter (m: weggelassen)
Kräutersalz

 

Zubereitung:

Rote Bete würfeln oder stiften in 150ml Salzwasser ca. 15min kochen 

Apfel in kleine Würfel schneiden, kurz vor Garende zu Rote Bete geben (dann auch das Sauerkraut, das ich wie Inés rausgekürzt habe)

Gewürze, Schmand (oder Kokoscrème) und Reismehl zufügen. Mit Geschmack von Butter (oder Kokosfett) und Kräutersalz abschmecken (oder schöner: abrunden, wie es im Original heißt - das übernehme ich für zukünftige Beschreibungen).

via Kaltmamsell

 

Krisenfeste Brotlinge

Mittwoch, 18. März 2020


Als wir am Montag über nahezu leere französische Autobahnen fuhren unter digitalen Schildern hindurch, auf denen üblicherweise Staus, Umleitungen oder Pausen-Vorschläge angezeigt werden, war nun beharrlich der gleiche Text zu lesen:
       Covid-19
       Evitez des contacts sociales
Es war so unwirklich, ich fühlte mich wie in mitten in einem Sience-Fiction. Ehrlich, ein landendes Ufo auf dem Seitenstreifen hätte mich kaum noch erstaunen können.

Dank den vielen Reisen der letzten Winter an der Seite meines abenteuerlustigen Habibs komme ich ganz gut damit zurecht, mich an neue Umstände anzupassen und klebe nicht manisch an Gewohnheiten. Wenn alles mal ganz anders läuft, das erschüttert mich nicht. Eine Erfahrung, die eigentlich prinzipiell allen gut tut. Wobei gerade die Zügel schon mit aller Kraft herumgerissen werden. Dieser Frühling 2020 wird in das weltweite Gedächntis eingehen als das Frühjahr, in dem der Corona-Virus ausbrach. Alle Bürger aller Nationen werden sich erinnern. Der Beginn des weltersten, weltweiten Ausnahmezustands: auf gesundheitlicher Ebene, auf politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene.

Reden wir mit andern, dann begegenen uns überall zutiefst verunsicherte Menschen. Man ist bereit, alle Restriktionen hinzunehmen, so umwälzend sie auch sind. Keiner hätte es für möglich gehalten, dass derartige Maßnahmen wie Reise-, Bewegungs- und Versammlungsbeschränkungen in einer Demokratie je umsetzbar sind. Nun erleben wir ungeheuerliche Auflagen - unsererm eigenen Schutz zuliebe und dem anderer.

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass mit der Argumentation der Sicherheit schon vieles umgesetzt wurde. Nun hat Macron gar den Krieg ausgerufen. Sofort fällt mir das bekannte Kypling-Zitat ein: *Die Wahrheit ist das erste Opfer des Krieges.* Denn ich vergesse nicht, dass es in der Politik IMMER zwei Handlungsräume gibt: den vor dem Vorhang und den hinter dem Vorhang.

Zusammen mit dem Wunsch selbst zu denken, lehrte mich das Unterwegssein: je unruhiger, je undurchsichtiger eine Situation, umso wichtig ist es zu versuchen eine Meta-Ebene einzunehmen. Denn sich im Detail zu verlieren, bringt im Zweifelsfall nicht weiter. Zwei Fragen helfen dabei zuverlässig und bringen Licht ins Dunkel. Die eine Frage richtet sich nach innen: *Was hat das mit mir zu tun?* Und die andere Frage dreht sich nach außen: *Wem dient das Ganze? Wer profitiert?*

Christian Drostens Ratschlag vor dem Wochenende, nämlich sich nicht immer nur von denselben Leuten beraten zu lassen sondern ebenso von anderen Fachdisziplinen, nahm ich an. Ich zog - ein Mal mehr - meinen *zu Tisch mit...*- Gast den Investmentbanker Dirk Müller hinzu. Und nachdem ich mir seine Zusammenfassung nach Börsenschluß letzter Woche angehört hatte, wäre mir lieber gewesen, ich müßte mich lediglich mit einem neuartigen Grippe-Virus auseinandersetzen und nicht zusätzlich mit brodelnden Finanzmärkte, die von ganz oben eine Umstrukturierung der Besitz-, Macht- und Lebensverhältnisse nach sich ziehen werden: alles wird in Frage gestellt. Tiefgreifende Veränderungen stehen ins Haus - Ausgang offen.

 

Wie wohl tut mir die Natur um mich, der Garten, der duftenden Frühling, die zwitschernden Vögel. Wir schauen in unser Tal und atmen die ganz große Beständigkeit ein. *Und diese Kulisse wird genauso bleiben - mit oder ohne uns* sagt der Habib.

Das heutige Gericht kann man verwenden als Reste-Küche, für misslungene Katastrophen-Brote, als vegane-Burger-Bulette oder als multi-abwandelbarer Puffer. Ich finde, dass dieses vegane Rezept den Fleisch-Frikadellen von allen meinen seither ausprobierten am nächsten kommt. Drei Mal habe ich sie bereits zubereitet, mit unterschiedlich altem Brot, zwei-drei Tage alt, ganz trocken und 4 bis 5 Tage alt (also noch nicht völlig rösch) - für ideal für die Konsistenz hat sich letzteres gezeigt. Ein glasklarer Keeper - definitiv krisenfest.


Zutaten 2P:

200 g altbackenes Brot in Scheiben oder Würfeln
1 mittelgroße Zwiebel oder 3–4 Frühlingszwiebeln
optional eine Handvoll Spinat, Rucola, Petersilie
Kapern, getrocknete Tomaten, Pilze, Oliven...
(m: 150g gekochte, rote Beete, fein gerieben oder püriert)
3–4 EL Semmelbrösel
Salz
Pfeffer

Zubereitung:

Brot in einer Schüssel mit kochendem Wasser übergießen, so dass es bedeckt ist -fünf bis zehn Minuten einweichen lassen. (bei völlig trockenem Brot - en plus teils sehr vollkornlastigem - musste ich es zwei Mal übergießen, damit es ganz aufweicht/ zu frisches Brot wiederum suppt zusehr).

Das eingeweichtes Brot in einem Sieb abgießen und so gut es geht ausdrücken. Zwiebeln beziehungsweise Frühlingszwiebeln fein würfeln. Zusammen mit Semmelbröseln unter die Brotstücke kneten. Mit Salz, Pfeffer und beliebigen weiteren Gewürzen pikant abschmecken. Wichtig ist, dass die Masse nicht zu feucht ist und gut formbar. Nach Bedarf mehr Semmelbrösel dazugeben. Zu Brotlingen formen und in einer Pfanne mit reichlich Öl von beiden Seiten knusprig braten.

*Anmerkung m: dazu passt Salat aller Art, ofengeröstetes Gemüse oder Hummus - wie dieser mit roter Bete

Inspiration: Zeit


Statistisch: Curry-Eintopf mit Reisnudeln

Dienstag, 5. Januar 2021


Hupps, dachte ich, jetzt habe ich bei meinem Jahresrückblick meine Kernausrichtung als Foodblog vergessen, nämlich den Blick auf die Rezepte-Statistik. Aber ums ganz ungeschminkt zu sagen: ich bin ein klarer Fall von *statistisch*-overdosed! Doch, mit einer Statistik in der Hand kann man mich wohl gerade hervorragend vor sich herjagen. Zumal - ich hatte es darüber - die Sachlage dank Zahlenspielereien nicht zwingend klarer und einsichtiger wird.

Trotzdem habe ich jetzt für euch geschaut, welche drei Rezepte laut meiner Google-Blogspot-Statistik in den letzten 12 Monaten am häufigsten aufgerufen wurden. Mit großem Abstand zu allen anderen stehen auf Platz 1 bis 3 die, die direkt bei der Veröffentlichung einen enormen (ungewöhnlichen) Ausschlag verursachten - um anschließend kaum noch auf Interesse zu stoßen. Die Frage liegt nahe, was-wer-warum diese Ausreißer auslöste. Tja, und euch Leserschaft schließe ich dabei als Verursacher (leider) aus. Eine Idee habe ich natürlich doch. Aber die werdet ihr ohne mich genauso haben, wenn ich euch nun die drei Posts samt Rezepte benenne:

Schaue ich mir die Rezepte von 2020 einzeln durch, dann sortieren sich folgende drei Rezepte heraus, die ihr besonders mochtet und mehr oder minder durchgehend das Jahr über aufgerufen habt. Und das sind vorneweg die Spezials - was mich freut, denn die zusammenzustellen bedeutet Arbeit für mich:

Meine drei Lieblinge eines Jahres sind immer schwer zu benennen, weil ich ja die kulinarische Abwechslung liebe. Daher entscheide ich mich für 2020 für diese drei Grundrezepte, die ich weiterhin gerne immer wieder anders kombinieren werde - bref: Keeper:

Um - selbstredend - die DUBBs nicht zu vergessen:

So, jetzt gabs doch noch den ausführlichen Foodblog-Rückblick: ich weiß ja, wie viele von euch auf Listen stehen ;)! 

Aber um hier nochmals auf mein Dashboard zurückzukommen: manchmal dünkt es mir, als ziehe aus meiner Blog-Statistik vorrangig Blogspot aka Google irgendwelche Kenntnisse. Weil die mir gebotene Auswertung  wenig bis überhaupt nicht aussagekräftig ist. Als Beispiel zeige ich euch mal meine Suchbegriffe der letzten 24 Stunden (wenn ihr den Screenshot-Ausschnitt anklickt, wird er größer): ich bekomme dafür 9 konkrete Antworten im Verhältnis zu fast 5000 Fragezeichen (bezeichnet als *Sonstiges*). Was soll das bitte für eine Aufschlüsselung sein? Was denkt ihr?

 

Aber was wollen wir machen? Soll man sich jetzt darüber beklagen? Blogspot bietet mir Technik-Honk eine Plattform, über die ich kostenlos bloggen kann - und diktiert mir ihre Vorgaben. Und ich muss (und kann) diese nur an euch weitergeben - wofür ihr kostenlos Rezeptideen von mir erhaltet.

Eigentlich wollte ich wie sonst mein Foodblogjahr mit einem Brot-Rezept beginnen. Aber wie las ich als Ausblick für 2021: das kommende Jahr wird uns Kreativität und Flexibilität abverlangen. Ein schöner Allgemeinplatz, der ja irgendwie immer passt. Also fange ich doch damit direkt an, in dem ich - die ich Rituale sehr schätze - mit meiner eigenen Tradition breche und mit einem Eintopf starte. Einem Eintop der Art, wie es ihn mindestens ein Mal die Woche gibt und wirklich immer Wohlgefühl am Eßtisch auslöst



Zutaten 2P:

2 Möhren (m: orange, gelb)
1 Paprika, rot
einige Röschen Brokkoli 
1 Stange Lauch
1 Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
1 EL Currypulver
1/2 TL Paprikapulver
Harissa
1 Stange Zitronengras
1 Stück Ingwer, ca. 3-4cm
1/4 TL Kurkuma
2 EL Tomatenmark
ca. 500 ml Gemüsebrühe
200 ml Kokoscrème*
50g Reisnudeln/ Glasnudeln
Petersilie oder Koriander
1 EL Tamari-Sauce
Kokosöl

Zubereitung:

Die Reisnudeln in kochender Gemüsebrühe fünf Minuten ziehen lassen, durch ein Sieb abschütten und die Brühe auffangen.

In der Zwischenzeit das Gemüse putzen und in feine Streifen schneiden. Öl in einem großen Topf erhitzen und Zwiebel sowie Möhren- und Paprikastreifen und Lauch in das Öl geben, anschwitzen. Das Currypulvers sowie das Paprikapulver  und Kurkuma und außerdem den Knofi hinzugeben und anrösten. Der Brühe anschütten, den Ing wer sowie das angeklopfte Zitronengras zufügen und das Gemüse 15 min sanft köcheln lassen. 

Zitronengras und Ingwer entfernen, etwa zwei Drittel des Gemüses zur Seite nehmen und den Rest pürieren. Kokosmilch und Tomatenmark hinzugeben und köcheln lassen. Nun den Brokkoli weitere 5min mitköcheln lassen. Zum Schluss die Nudeln in die Eintopf geben, wieder warm ziehen lassen, salzen, pfeffern und mit Harissa und Tamari abschmecken. Je nach gewünschter Schlonzigkeit noch etwas Brühe zufügen...

Mit gehackten frischen Kräutern toppen und servieren.

*Anmerkung m: ich habe die Wahl hier in F zwischen Kokosmilch und Kokoscrème - hier habe ich letztere verwendet.  

Inspiration: Knusperstübchen

 

DUBB: das Karl Dall Dahl

Samstag, 24. Juli 2021



Da staune ich jetzt aber, dass ich auf dieses Dhal nicht schon allerlängst mit allen zehn Fingern gezeigt habe. Ich liebe dieses Dhal! GROSSES Ausrufezeichen! Und zwar von Anfang an. Mittlerweile ist es zudem eines dieser Keeper-Gerichte, um die ich immer wieder anders variiere. Aber das Dhal bleibt gleich. Es eignet sich hervorragend dazu, Gemüsereste zu einem Curry zu verarbeiten. Und anstelle von Reis (den man zusätzlich mit Kokosmilch und einigen Kokosraspeln kochen kann) passt natürlich auch das weltbeste Chapati.

Ich hätte mich in diesen Teller wieder reinlegen können. Dabei braucht es dafür weder nennenswerte Küchen-Erfahrung, noch benötigt man viel Zeit. Das Gemüse ist wirklich nur kurz mit den Gewürzen (das gute Curry und Kurkuma) angebraten und dann bissfest fertig gegart. Als frische Begleitung macht sich eine Gurken-Raita prima (ich gab außerdem etwas Tomate hinzu - und tausche Ingwer manchmal gen Knoblauch) oder wie ich bei Karl Dall bereits vorgeschlagen habe, reicht bereits ein schlichter minziger Knoblauch-Joghurt als Dipp). Vergessen zu fotographieren habe ich das Mango-Chutney, das sich bei diesem Gericht wie das Tüpfelchen auf dem i macht. Tsss, alle Links heute sind ja eigentlich auch DUBBs. Und, Kinners, promi (!) dann wird das Essen ein Fest für die Sinne und jede Gabel, die man sich beläd und zum Mund führt, ein Abenteuer für den Gaumen!

Also wenns Dhal gibt, dann haue ich für zwei rein. DUBB halt. Und meine Empfehlung sowohl als Alltagsküche wie als Gäste-Essen! Das Leben kann so köstlich sein :)

 


Bei Schmuddelwetter - Kalbssteak mit geschmorten Birnen, Roquefort und Salbei

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Gestern war dieses Essen eine echte Punktlandung: wir hatten seit langem so einen richtig grau-nebeligen Regentag. Der Herbst ist da. Ideal für ein Schmorgericht. Und es zieht sich so langsam wie ein roter Faden durch diesen jungen Blog: mal wieder ein Hauptgericht, indem Obst Willkommen ist. Wir beide essen gerne und viel Obst. Aber ich finde auch, dass Frucht einem Essen gern mehr Tiefe verleiht - gilt natürlich jetzt nicht für alle, aber viele. Unkompliziert zuzubereiten und wiederholt zubereitet. Ein Keeper.

Die rohen Côtes de veau habe ich nicht fotografiert, ganz gegen den momentanen Blogger-Trend, um die Qualität des Fleisches zu dokumentieren. Bestenfalls finde ich solche Fleischschau aber auf Stilleben ästhetisch, gemalten Stilleben. Zudem glaube ich nicht an Pädagogik, sondern gehe davon aus, dass ich eine moralisch einwandfreie Leserschaft habe, die vor ihrem eigene Gewissen vertreten kann, was sie ißt. Dann wird das so auch ein schönes, saftiges Stück Fleisch.

Zutaten:

Für 4 Portionen
125 g Schalotten, groß
2 T-Bone-Steaks , vom Kalb (à 600 g beim Metzger vorbestellen)
(m: 2 côte de veau)
Salz
Pfeffer
100 g Butter (m: weniger)
8 Salbeiblätter
3 El Birnengeist, (ersatzweise Birnensaft)
200 ml Cidre aus Birnen , (ersatzweise Apfel-Cidre)
200 ml Kalbsfond
80 g Roquefort
1 kg Neue-Poiteau-Birnen , (ersatzweise saftige süsse Birnen)
Zubereitung:
Schalotten in dünne Ringe schneiden. Steaks mit Salz und Pfeffer würzen. 50 g Butter (m: Butterschmalz) in einer großen Pfanne erhitzen und die Steaks darin bei starker Hitze auf jeder Seite kurz anbraten. Steaks nebeneinander in eine feuerfeste Form legen. Die Schalotten mit 4 Salbeiblättern in der Bratbutter der Steaks kräftig dünsten. Mit Birnengeist, Cidre und Fond ablöschen und auf die Hälfte einkochen lassen. Mit Salz und Pfeffer würzen.

Fond mit den Schalotten über die Steaks verteilen. Den Käse grob zerbröseln und auf die Steaks streuen. Im vorgeheizten Ofen bei 160 Grad (Gas 1-2, Umluft nicht empfehlenswert) auf der mittleren Schiene 30-40 Minuten garen.

Kurz vor Ende der Garzeit die Birnen vierteln und entkernen. Birnen in einer großen Pfanne bei starker Hitze unter Schwenken in der restlichen Butter rundum leicht anbraten, pfeffern, die restlichen Salbeiblätter zugeben und kurz mitrösten.

Die Birnen auf den Steaks verteilt servieren.Dazu passt Baguette.
Quelle: Essen und Trinken