vulkanisches Himmelsblau

Samstag, 22. Februar 2014

 *Um zu begreifen, dass der Himmel überall blau ist, braucht man nicht um die Welt zu reisen* Johann Wolfgang von Goethe

Umgeben von drei Vulkanen liegt der Atitlán-See wie eingebettet in sein ganzjähriges frühlingshaftes Klima. Ein Ort zum Überwintern, zum Entspannen, um die Märkte von Dörfern zu besuchen, deren Straßen mit Lavasteinen gepflastert sind, und um von dort für umgerechnet 50 Cent ein libra (453,6g) erntefrische Erdbeeren mitzunehmen, die man ohne Händel von freundlich schauenden Indigenas erhält. 

Dabei zaubert der Wind täglich ein anderes Wolkenspiel und verweigert dem Blau sich einzutrüben. Abends frischt er oft auf bishin zu stürmischen Böen und hinterläßt auf dem See weißgeäderte Schaumkrönchen. Er wird hier Xocomil genannt. Die Legende besagt, es handelt sich um einen unglücklichen Prinzen, der seine Geliebte, die bei einer Bootsfahrt auf dem See ums Leben kam, sucht.

Mal schauen, was Katja sieht, wenn sie den Kopf wie jeden Samstag nach oben hebt...

aus zwei Kulturen: Kartoffeln in scharfen Sahnelinsen

Mittwoch, 19. Februar 2014

Linsen sind für mich ein wunderbares Winteressen. Im Sommer oft vernachlässigt erhalten sie erst zur kalten Jahreszeit ihre volle, ihnen zustehende Aufmerksamkeit. Pffff, schnaubt ihr jetzt, ich bin doch den halben Winter weg. Jaha, aber soweit ich das mitbekommen habe, war die fieseste Kältezeit bisher Ende November – und die haben wir voll abbekommen. Andere Touris aus Europa erzählen uns von knospenden Bäumen im weitentfernten Zuhause… Ich befürchte schon, dass der nächste große Kälteschub ausgerechnet und völlig unnötigerweise auf unsere Rückkehr wartet. 

Zu diesen Linsen hat mich ein Mal mehr der wunderbare Fundus inspiriert, den Valentinas Kochbuch bietet. Für alle, die wie ich nahezu lieber im Inet blättern, als zuhause Regale voller Kochbücher stellen, ist Valentinas Kochbuch ein stetiger Magnet.

Ein ebenso einfacher wie köstlicher Eintopf aus Kartoffeln und Linsen, *ein modernes Kind zweier Eltern: Vater deutscher Linseneintopf, Mutter indisches Curry*, wie Annik so schön sagt. Genau! Ein Gericht, das man immer wieder zubereiten kann – besonders dann, wenn größere Schnippeleien an dem Tag wegfallen sollen.
Zutaten 4P:

300 g Tellerlinsen
400 g festkochende Kartoffeln
3 Zwiebeln
30 g frischer Ingwer
2 EL Öl zum Andünsten
1 TL Chiliflocken
1 TL gemahlener Koriander
½ TL Gewürzmischung „Pain d’épices“ (siehe unten)
½ l Sahne (m: weniger)
¾ l Gemüsebrühe
Salz und Pfeffer nach Geschmack
1 Bund frischer Koriander (m: Petersilie)
(m: etwas frisch gemörserter Koriander)

Pain d‘epices (10 g)
½ Espressolöffel gemahlene Nelken
½ Espressolöffel gemahlene Muskatblüte
1 TL Gemahlener Ingwer
1 Espressolöffel gemahlener schwarzer Pfeffer
1 TL gemahlener Ceylon-Zimt

Zubereitung:

Linsen mit einem Liter kaltem Wasser in einen Topf geben, bei mittlerer Temperatur etwa 15 Minuten bissfest kochen.

Inzwischen Kartoffeln schälen und in mundgerechte Stücke schneiden. Zwiebeln häuten, fein würfeln, Ingwer schälen und fein hacken. Beides in einem zweiten Topf bei kleiner Temperatur in Öl andünsten. Chiliflocken, Koriander, Pain d’épices und Kartoffelstücke dazugeben. Mit Sahne und Gemüsebrühe aufgießen und die Kartoffeln garen.

Die gekochten Linsen in ein Sieb abgießen, mit Wasser abbrausen und in den Kartoffeltopf geben. Den Eintopf mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit frisch gehacktem Koriandergrün bestreuen.

Quelle: Valentinas Kochbuch

eingeschneiter Walnussgugl

Montag, 17. Februar 2014

Nichts stelle ich so hoch auf diesem Planeten wie selbstgemachte Erfahrung. Neben dem Kennenlernen fremder Kulturen ist das Gewinnen neuer Eindrücke unser Hauptbewegungsgrund zum Reisen. Kein Buch, keine Dokumentation, kein Vortrag kann nur ansatzweise ersetzen, was ich mit meinen eigenen Sinnen am eigenen Leib wahrnehme – vorausgesetzt diese sind nicht durch was auch immer (etwa Alkohol) eingetrübt. Oft sind es gerade die weniger angenehmen Erlebnisse, die besonders tief gehen. 

Und die vergangenen 30 Tage auf Kuba zählen zu der letzteren Gattung –  in vielerlei Hinsicht. Selten habe ich auf Reisen derart kulinarisch entbehrt wie auf Kuba. Mir war, als würden meine Geschmacksknospen jeden Tag ein bißchen mehr eingehen.

Ja, das böse Embargo aber auch die faszinierende Phantasielosigkeit der dortigen Küche. Als ultrabanalstes Beispiel nenne ich mal ihre Pizza, die auf ganz Kuba an jeder Ecke für eine handvoll Peso cubano in der gleichen Aufmachung angeboten wird: komplett geschmacksneutral, wenn man sich nicht mit dem bereitgestellten Salzstreuer zumindest in diese Richtung festlegt. 

Knoblauch und Chili etwa hätte das Land zu bieten und der hiesige Oregano entwickelt sich zur Hecke mit eßlöffelgroßen (!) Blättern (Bilder folgen der Chronologie zuliebe etwas später). Aber nein, warum sich um *Sabor* bemühen, wenn der sozialistische Einheitsgeschmack der Schweizer Außenpolitik nachstrebt. 

Ob des extrem begrenzten Angebots im Allgemeinen liese sich die Liste dazu nicht endlos fortführen, aber zusammenfassend kann man sagen, dass für fast alles Eßbare gilt: gleicher Geschmack bei unterschiedlicher Konsistenz. Ähnlich wie beim Heilfasten habe ich mich während der letzten Tage auf Kuba in *hitzige*, kulinarische Wahnvorstellungen gesteigert von einem Teller frischer Pasta bis hin zu Müsli war einiges darunter…

Und eben nach einem  solches Stück Kuchen dieser Art – genau, ein einfaches, schönes Stück schlichter, feiner Rührkuchen, saftig und MIT Geschmack  - hätte ich mir alle zehn Finger geschleckt! Gerne zum guten (seufz) Milch-Café mit echter Milch und nicht angerührtem Milchpulver wie so oft… Ach, und ihr zuhause könnt ihn euch nun einfach backen … eine Küche müßte man haben!
Zutaten kleine Gugelhupfform*:

125g Butter, weich
120g brauner Zucker
1 Prise Salz, großzügig
2 Eier 
150 g Mehl
1 1/2 TL Backpulver 
70g gemahlene Walnüsse
60 ml Milch
1 EL Walnussöl
25g gehackte Schokolade (70%)
Abrieb 1/2 Tonkabohne
etwas geschmolzene weiße Schokolade
2 EL gehackte Walnüsse
Puderzucker

Zubereitung:

Die Walnüsse knacken und mit Hilfe einer Küchenmaschine mahlen (vorsichtig, nicht zu lange, sonst gibt es Mus). Die Schokolade hacken.

Butter, Zucker und 1 Prise Salz mit dem Handrührers sehr cremig rühren (etwa 7min). Eier nacheinander jeweils 1 Min. unterrühren. Mehl, Backpulver, Tonkabohnenabrieb und Nüsse mischen und abwechselnd mit der Milch unterrühren. Das Walnussöl ganz am Schluß unterrühren.

4 EL des Teig in eine gut gefettete, mit Mehl ausgestäubte Gugelhupfform (kleine Gugelform von 16 cm Ø) löffen, die gehackte Schokolade darauf geben und den restlichen Teig darauf verstreichen.. Im heißen Ofen bei 180 Grad (Umluft 160 Grad) auf der untersten Schiene 55 Min. backen (m: 53min - Stäbchenprobe/ normale Gugelform 5-10min länger). Kurz in der Form ruhen lassen. Dann stürzen und vollständig auskühlen lassen.

Geschmolzene, weiße Schokolade auf die Spitze des Gugelhupfs streichen. Die gehackten Nüsse darüber streuen und mit Puderzucker bestäuben. 

*Anmerkung m: für eine normal große Gugelhupfform die Zutatenmenge verdoppeln.

NEIN zur Gen-Industrie - NEIN zum TTIP-Abkommen

Samstag, 15. Februar 2014

.... NEIN zur Monopol-Bildung - erst recht nicht in der Lebensmittelindustrie!

Normalerweise - das wißt ihr nun seid fast drei Jahren Bloggerei - versuche ich den Bogen um Politik recht groß zu ziehen. Allerdings geht es mit der Vermarktung von Wasser, Alleinherrschaft über Saatgut und einiges mehr um das fundamentale, existentielle Dasein. Da MUSS man sich einfach dagegen stellen und Position beziehen - das ist weit mehr als eine politische Angelegenheit. Zumal die Politik im Sinne dieser Großkonzerne arbeitet. Mit dem Stellen gegen das TTIP-Abkommen geht es darum, dass die EU nicht alle Wünsche von Monsanto und Co absegnet.

Auf unseren Reisen mußten wir erschreckend feststellen, dass diese Firmen weltweit mehr etabliert sind, als wir uns das träumen lassen - zum Schaden der gesunden Ernährung der Menschen. Diese fortschreitende Entwicklung ist für mich ein Horror-Szenario.

Campact bietet eine Unterschriften-Aktion dagegen an, die wir unterschrieben haben. Aber auch das Umweltinstitut oder attac rufen zu Protesten auf.

Sags mit Pasta: Karottenknöpfli mit Feldsalatpesto

Freitag, 14. Februar 2014

Schaue ich meine Rezepte-Warteschleife durch, dann zeigt sie mir, was ihr längst wisst: ich bin ein Pasta-Maniac. Und wahrlich fällt mir (neben Salat und zunehmend Suppe) nichts ein, was bei mir ähnlich stimmungserhellende Wirkung beim Essen erzeugt. 

Damit bereite ich euch sanft auf noch einige im Stapel griffbereiter Pasta-Rezepte vor. Im vergangenen Jahr habe ich mit großem Entzücken festgestellt, dass sich aus allem das Grün ist Pesto zubereiten läßt (Ausnahmen werden wegen akuter Verallgemeinerung unter den Tisch fallen gelassen). Eine Tatsache, die man unmöglich ausreichend durchgekostet an sich verstreichen lassen sollte. 

Das Pesto aus Feldsalat feierte somit Premiere bei uns. Es begleitete die ebenfalls ersten Karottenknöpfli ihrer Art. Dass Karottenpasta schmecken muss, kann ich bestimmt nicht als Überraschung bezeichnen (auch dahingehend gibt es keine Geheimnisse mehr), allerdings hätten sie mir (möglicherweise der Gewohnheit geschuldet) als handgeschabte Spätzle noch einen Tacken besser geschmeckt wie als Knöpfli. 

Tja und das Pesto, das müßt ihr einfach probieren, um zu wissen, worüber ich schreibe: wieder ein ganz anderer Geschmack von Grün!
Zutaten 2P:

300g Karotten
1 TL frisch gemörserter Koriander
2 TL Zucker
1 EL Butter
4 EL Gemüsebrühe
2 Eier
100g Einkorn-Vollkorn
150g Mehl 550
etwas Milch
Salz

30g Feldsalat
einige Blätter Minze
einige Blätter Verveine (optional)
etwas Orangenabrieb
3-4 EL geriebener Parmesan
Olivenöl
fleur de sel
Pfeffer

Zubereitung:

Karotten schälen und in feine Scheiben schneiden. In einem Topf zuerst den Zucker karamellisieren, dann die Butter reinschmelzen lassen. Die Karottenscheiben dazugeben, ebenso den Koriander und die Gemüsebrühe.

Den Deckel auflegen und bei kleiner Hitze die Möhren sehr weich kochen. Eventuell noch etwas Brühe nachgeben oder am Garende den Deckel weglassen, damit die restliche Flüssigkeit verdampfen kann. Die Karotten auskühlen lassen.

In der Zwischenzeit das Pesto herstellen. Feldsalat waschen und trockenschleudern. Mit den restlichen Zutaten fein pürieren und soviel Olivenöl anschütten, bis eine gefällige Konsistenz erreicht ist.

Die Möhren fein pürieren und mit den Eiern vermengen. Das Mehl anschütten, eine gute Prise Salz und soviel Milch zugeben, dass ein nicht zu dicker und nicht zu dünner Spätzleteig entsteht. Den Teig solange schlagen, bis er Blasen wirft.

In einem Topf reichlich Salzwasser erhitzen und mit einem Knöpli-Brett portionsweise die Knöpflis ins Wasser schaben. Im Ofen warmstellen, bis alle Knöpflis fertig geschabt sind.

Zusammen mit dem Feldsalatpesto servieren.

Unterwegs bei den Mayas VI: Markteindrücke

Mittwoch, 12. Februar 2014

Nichts rahmt den Menschen für mich schöner als Gemüse und Früchte. Sind wir bereits in Frankreich passionierte Marktbummler (und ganz ehrlich: die Fränzis könnens so genießerisch wie wenige auf der Welt), so halten wir das unterwegs auf unseren Reisen nicht anders. 

In Guatemala habe ich immer und immer wieder gestaunt über diese ENORME Fülle, die vorallem der vulkanische Boden samt dem dazugehörigen Klima hervorruft. Das Angebot streckt sich von *Allem* über *Nochmehr*. Sie haben nahezu jedes erdenkbare Gemüse plus fast sämtliche tropischen Früchte. Leider bedeutet das nicht gleichzeitig, dass es auch allen zur Verfügung steht. Weltweit wird Obst und Gemüse immer teurer. Wohingegen *Pollo Fritto (frittierte Hähnchenteile) plus Pommes* vergleichsweise superbillig ist. Und natürlich Bohnen, Bohnen und nochmals Bohnen in schwarz und weiß. Aber darüber ein anderes Mal. Als Foodie will ich euch natürlich auch vom Essen unterwegs ein wenig berichten. 

Logischerweise haben wir stapelweise Bilder von Märkten – ich habe mich bemüht, eine kleine Auswahl zu treffen. Neben den Lebensmittelmärkten gibt es auch welche, nur für Touris und Souvenirs. Vielleicht stelle ich euch noch einen Eindruck davon zusammen – zugegebenermaßen habe ich in Guatemala Mitnimsel geshoppt wie selten…

Wilde Sause mit Hagebuttensauce, Semmelknödel-Soufflé und Rotkohl mit Preiselbeeren

Sonntag, 9. Februar 2014

Wie nun jedes Jahr stand im Dezember wieder ein Jäger vor der Tür und brachte uns als festes Mitglied der Gemeinde unseren *Anteil am Weidmannsheil*.  Von den Jägern bedacht zu werden ist lange keine solche Selbstverständlichkeit, wie man meinen könnte – à la: Wer im Dorf wohnt, bekommt auch etwas von der Jägersbeute (siehe dazu bereits meine Gedanken dazu zu letztem Winter). Nein, nein… weit gefehlt.

Zugezogen ist zugezogen…. 

Daran ändern oft Jahrzehnte nichts. Vielen, die selbst nach 50 Jahren im dörflichen Frankreich konsequent übergangen werden, beneiden uns daher regelrecht  um das jährliche Jägersgeschenk. Und ich verheimliche nicht, dass auch wir ein halbes Leben dahingehend ignoriert wurden. Wäre es nicht ein derartiger Zeichen für das *Angekommen sein in der dörflichen Gemeinde*, würden wir diesem mit Sicherheit wesentlich kritischer gegenüberstehen. Jagd ist einfach so gar nicht unseres – zumal wir ja in einem Naturschutzpark leben…

Es ist also wie es ist und daher wird aus mit dem Stück Wild – dieses Mal ein schöner Schlegel einer jungen Wildsau – auch ein Fest gefeiert. Es bekommt seine Ehre. Dafür stehe ich dann gerne etwas länger in der Küche und natürlich gehören an einen solchen Tisch genauso freundliche Gäste zum Mitschmausen. 

Ohne mich nun blümchenreich selbst mit Konfetti bewerfen zu wollen, war dies mein gelungenster Wildteller: Hagebutte und Preiselbeeren harmonieren herrlich zu Wild. Das Lafersche Rotkraut reiht sich nahtlos in meine beiden anderen geschätzten ein (das Schuhbecksche Gewürzblaukraut und das Petrasche Portweinkraut), ohne sich verstecken zu müssen. Und das *Semmelknödelsouflée mit Buttermilch* hat wirklich eine feine, säuerliche Note, die am nächsten Tag in etwas Butterschmalz angebraten, noch besser zur Geltung kommt. Eine wilde Sause…. comme il faut!
Zutaten - 8P

Braten:
3 Zwiebeln
2 Karotte
3 Knoblauchzehen
1 kleine Knollensellerie
1 Navet
1 Lauch
1 Zweig Rosmarin
2 Zweige Thymian
3 EL ÖL
1 EL Vanillezucker
150ml ofengeröstete Tomaten
400g Wildfond
400g Hühnerfond
1,5l Rotwein, kräftig
1 Wildschweinkeule (m: 4kg)
1 TL Wacholderbeeren 
8 Pimentkörner
1 TL Schwarze Pfefferkörner
2 Lorbeerblätter

2 Scheibe Orangenschale
50g Butter
4 EL Hagebuttenmark
1 EL Senf
Salz, Pfeffer

Soufflé
500g Kastenweißbrot
500ml Buttermilch
200g Schalotten
50g Butter
1 kleiner Bund Petersilie
5 Eigelb
2 Eiweiß
Salz, Pfeffer
Muskatnuss

Rotkohl nach Lafer
1 kg Rotkohl
1 Zimtstange
2 Gewürznelken
1 Lorbeerblatt
2 Wacholderbeeren
10 weiße Pfefferkörner
100 g Apfelmus
2 El flüssiger Honig
50 ml Weißweinessig
200 ml Rotwein
2 Zwiebeln
250 g Äpfel (z. B. Boskop)
50 g Gänseschmalz (ersatzweise Butterschmalz)
Salz, Pfeffer aus der Mühle
2 EL Preiselbeeren
Außerdem: 1 Papier-Teefilter, Küchengarn

Zubereitung:

Den Backofen auf 150 Grad vorheizen. 

Öl in einem Bräter erhitzen und das Fleisch bei mittlerer Hitze von allen Seiten anbraten und wieder herausnehmen.

Das in etwa 2cm große Stücke geschnittene Gemüse in das restliche Öl geben, Zucker darüber stäuben und karamellisieren lassen

Mit 250ml  Rotwein ablöschen, einkochen lassen und dann mit dem restlichen Rotwein, dem Fond und den Ofentomaten auffüllen.
 
Das Fleisch mit den Gewürzen - ohne Zitrusschalen - dazugeben.

Den Wildbraten zugedeckt im Ofen auf mittlerer Schiene etwa 3,5 Stunden weich schmoren. (bei einem kleineren stück reichen auch 2,5 Stunden). Das Fleisch aus dem Bräter nehmen und warm stellen.

Die Sauce durch ein Sieb in einen Topf gießen, das Gemüse dabei etwas andrücken. Nun die Sauce nochmals gut einredzieren lassen. Eventuell zum Binden der Sauce die Speisestärke in wenig kaltem Wasser glatt rühren, unter die Sauce rühren und 2 Minuten köcheln lassen - besser aber mit eiskalter Butter binden

Orangenschale in die Sauce geben und ziehen lassen. Hagebuttenmark unterrühren, Senf ebenfalls kurz ziehen lassen und die eiskalte in Stücke geschnittene Butter einrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Das Fleisch vom Knochen lösen, entweder nun in Scheiben schneiden, oder zurück in die Sauce geben.

Für das Soufflé vom Weißbrot die Rinde abschneiden und das Brot in 1 cm große Würfel schneiden. Die Schalotten in Butter andünsten, vom Herd nehmen und die Buttermilch dazugießen.

Dann alles sofort auf die Brotwürfel geben und 5 Eigelb unterrühren Alles sehr gut vermischen und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen. Die Masse mind. 2 Std. quellen lassen. Nun 2 Eiweiß steif schlagen und unterheben.

Die Masse in eine gebutterte Kastenform füllen und im vorgeheizten Ofen im heißem Wasserbad bei 180 Grad (m: O/U-Hitze) ca. 40 Minuten garen. Stürzen und in Scheiben schneiden.

Die Masse eignet sich auch sehr gut für das Backen in Portionsförmchen die dann natürlich kürzer gebacken werden ( ca. 25 Minuten ).

Den Rotkohl vierteln, die äußeren Blätter und den Strunk entfernen. Den Rotkohl in feine Streifen hobeln oder schneiden.

Zimt, Nelken, Lorbeer, Wacholder und Pfeffer in einen Teefilter geben und mit Küchengarn zubinden.Rotkohl mit Apfelmus, Honig, Essig und Rotwein mischen und den Gewürzbeutel. dazugeben. Den Rotkohl abgedeckt über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen. Den Rotkohl in einem Sieb abtropfen lassen. Den Sud dabei auffangen.

Die Zwiebeln schälen und fein würfeln. Die Äpfel waschen, schälen und das Fruchtfleisch grob würfeln. Das Schmalz in einem großen Topf erhitzen und die Zwiebelwürfel darin andünsten. Rotkohl zu den Zwiebeln geben und andünsten
Die gewürfelten Äpfel dazugeben und gut mit dem Rotkohl mischen. Mit dem Sud aufgießen und mit 1 Tl Salz würzen.

Den Rotkohl einmal aufkochen lassen und zugedeckt bei milder Hitze 30 Minuten schmoren. Dann offen 15 Minuten weitergaren, damit der Sud einkocht.Den Gewürzbeutel entfernen und den Rotkohl mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Tipp: Der Rotkohl bekommt eine fruchtige Note, wenn Sie ihn mit Johannisbeer- oder Holunderbeersaft oder mit Preiselbeeren aus dem Glas verfeinern.

Quelle: Buttermilch-Semmknödel-Soufflé , Rotkohl nach Lafer und Inspiration Quittensauce

Schlicht oder Oppulent: Kastenweißbrot mit Einkorn

Freitag, 7. Februar 2014


Für eine mittelgroße Kochorgie (kommt in epischer Länge als nächstes) schrieb mir ein Rezept ein *Sandwichbrot* vor. Hmmm, eine boulangerie in der Nähe mit Toastbrot im Angebot wollte mir nicht einfallen. Und im Supermarkt so ein lümmeliges, nie alterndes, plastikumhülltes Brot mitzunehmen, also das spricht gegen jeden Stolz eines *Eigenbrötlers*. 

Zumal mein letztes Kastenweißbrot lange her ist. Generell ziehen wir zum Frühstück *richtiges* Brot schlichtweg vor. Ich bin also ein bißchen durch Blogistan (© Kaltmamsell) getreift und bei einem Rezept von Gerd gelandet. Das habe ich nach meinem Gusto umgestellt mit anteilig etwas Einkorn-Vollkorn, der erfahrungsgemäß die Krume eher kleinporig hält – wie ich es bei einem Toastbrot brauche.

Allen Brotbäcker-Einsteigern kann ich dieses Brot als besonders lässiges empfehlen. Ihr braucht lediglich einen Handrührer mit Knethacken, etwas Hefe und die obligatorisch notwendig Zeit, die jedes gute Brot in Anspruch nimmt. Was für dieses Brot bedeutet, dass es einen Großteil seiner Geh- und Reifezeit im Kühlschrank verbringt.

Wie sich nach dem Backen zeigte, ist so ein *Sandwichbrot* auch optimal für akute uninspirierte Kochflaute. Da ich gleich zwei Brote gebacken hatte, gab es eines unlustigen Mittags ein schnelles *Toast Hawai* (was ein verschollener 80er Klassiker!) – allerdings in der Zielgeraden dann doch ohne Hawai, sprich Ananas…
Zutaten:

Vorteig:
90g Weizen 550 (m: T65)
90g Dinkel 1050
20g Roggen 1150
200g Wasser
2g Hefe

Hauptteig:
Vorteig
100g Einkorn-Vollkorn
100g Weizen 550 (m: T65)
16ßg Dinkel 630
1 EL Weizen-ASG (optional)
60ml Milch
1 EL Butterschmalz
130ml Wasser
4g Hefe

Zubereitung

Zutaten für den Vorteig klümpchenfrei verrühren und 2 Std. bei Raumtemperatur anspringen lassen und dann für 10 Std. in Kühlschrank bei 5° stellen.

Alle Zutaten in der Küchenmaschine 10 – 15 Minuten kneten (ich knete 15 Minuten im Spiralkneter)
Dann den Teig in eine große Schüssel geben und wiederum für 12 Std in den Kühlschrank bei 5° stellen.

Am Backtag den Teig akklimatisieren lassen. Rund wirken und dann lang wirken und in eine gut gefettete Kastenform geben. Bei 32° 90 Minuten zur Gare stellen. Oben einschneiden (oder stippen) und bei 230° 45 Minuten backen. Kräftig schwaden und nach 10 Minuten die Backofentür öffnen und den Dampf ablassen.
Inspiration: Gerd aka Ketex