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DAS Curry-Chutney

Freitag, 1. August 2014

Jeder hat wohl seine kulinarischen Stichwörter, die den Körper leichterdings in appetitliche Schwingung versetzen. Umgekehrt gibt es genauso Schlagwörter, bei denen die gleichen Synapsen schlagartig die Jalousien runter lassen. Wende ich mich - dem hübscheren Anreiz zuliebe - in aller Regel ersterer Kategorie zu, so lasse ich euch heute hinter die runtergelassenen Rollos gucken... exemplarisch versteht sich.

Eines dieser *Gerichte*, die bei mir größtmögliches Desinteresse auslösen, ist *Chutney*. Das wird einfach nix mit uns zwei - am Ende des Tages ignoriert man sich doch... Sprich, in unserem Haushalt entwickeln sich derartig geflüllte Gläser zum Ladenhüter. Unverkäuflich, das die Erfahrung.

Wer mich also dazu bringt, ein Chutney zu machen, der muß zirkuserfahren sein, sonst irgendwie in der Illusions- oder Werbebranche tätig oder ein Naturtalent unter den Überzeugern. Wie so oft bestätigt die Ausnahme die Regel. Ein Chutney hat es bei uns tatsäschlich in die wiederholende Dauerschleife gebracht. Schon zu meiner Kochanfängerzeit pimpte es mir jedes Curry so, dass eine kleine Laola-Welle am Tisch entstand (mindestens ;). Wir reden also von einem dieser ganz wenigen Chutneys, die man wirklich brauchen kann. Welches Gemüse ihr für das dazugehörige Gemüse-Curry verwendet, ist schnuppe - was der Garten eben so anbietet...
Zutaten:

Mango-Paprika-Chutney*
1 Mango
1 rote Paprika
1 Schalotte
2 Knoblauchzehen
1/2 TL Koriander, fein zerstoßen
1 Stück frischer Ingwer (walnussgroß)
Harissa
70g brauner Zucker
80ml Weißweinessig

Gemüse-Curry 2P:
3 Karotten, in Scheiben geschnitten
1 Zwiebel, fein gewürfelt
1 Zucchini,klein
1 Paprika (m: halb rot, halb gelb)
50g Kichererbsen, gekocht
Kokosnussöl
1 TL Gewürzpulver
300ml Tomaten, stückig
(m: ofengeröstete Tomaten)
200ml Kokosmilch

gekochter Reis
2 EL Mango-Paprika-Chutney 

Zubereitung:

Rote Paprika halbieren, mit Hilfe eines Sparschälers schälen, Strunk und Kerne entfernen, in Würfel (ca. 1 cm) schneiden. Mango schälen, vom Kern schneiden, ebenfalls würfeln. Knoblauch fein hacken, ebenso dn Ingwer, Zwiebeln würfeln, alles zusammen in etwas Ol glasig schwitzen.

Mango- und Paprikawürfel, Essig, Zucker und Gewürze zugeben. Kurz aufkochen, dann auf kleiner Flamme ca. 60 Minuten köcheln lassen, dabei gelegentlich umrühren. Das Chutney soweit einköcheln lassen, bis die Konsistenz marmeladenähnlich ist. Noch heiß in sterilisierte Gläser füllen und sofort verschließen.
Für das Curry das Gemüse rüsten. Die Zwiebel in etwas Kokosnussöl glasig dünsten, dann das Gemüse und das Curry zugeben und ebenfalls kurz mitrösten. Tomaten und Kokosnussmilch anschütten, das Gewürzpulver untermischen und den Deckel auflegen. Etwa 15min dünsten, bis das Gemüse gar ist. Mit Salz, Pfeffer und 2 EL Mango-Paprika-Chutney abschmecken.

Zusammen mit gekochtem Reis servieren.

*Anmerkung m: Wer das Chutney auf Vorrat zubereiten möchte, bereite gleich die doppelte Menge vor und fülle es noch kochend Eis in sterilisierte Gläser (doppelte Menge ergibt etwa 3 Gläser) - es hält sich hervorragend, also beinahe ewig...
 ... kein Grund, stutzig zu gucken: auch in Südfrankreich sind die Akelei längst verblüht...

Brommelbeeren-Pflaumen-Chutney samt Spezial

Freitag, 1. September 2017

Zu Chutney fällt mir immer Frau Bushcook ein. Und zwar erinnere ich mich (tsss, wie seltsam selektiv Gedächtnis funktioniert... ), wie Buschi zusammen mit Heike, diese eine Kochsendung gewonnen hatten (zurück ergoogelt: Topfgeldjäger - und hey, schon stolze 6 Jahre her... apropo Gedächtnis). Nun, das einzige Detail, das sich dazu in meinem Ultralangzeitgedächtnisbereich verankerte, das war Buschis Antwort auf die Frage, was sie denn mit der Siegerprämie anstellen würde. *Einen Pacojet kaufen* erwiderte sie. Wofür sie dieses Profigerät denn brauchen würde? Sie koche jedes Jahr viele Kilos Chutney ein, gab sie zurück. Um meinen Kopf segelten viele verständnislose Fragezeichen. Was bitte ist ein Pacojet? Und wer braucht eimerweise Chutney?

Chutney und ich, wir sind so gar nicht dicke miteinander. Ich erwähnte es bei dem einzigen Chutney, das man meiner nach Meinung braucht, dem Mango-Paprika-Chuntey (s. auch hier). Nun, heute kommt ein weiteres dazu. Eigentlich eine Zufallsproduktion aus Pflaumenresten. Das schmeckte mir dann aber so gut, dass ich doch drei weitere Gläschen einweckte. Ich finde, das Pflaumen-Brombeer-Chuntey paßt hervorragend - so wie Preiselbeeren, nach denen ich auch fünf Mal im Jahr greife - zu Pilzen oder deftigen Saucen.

Als Goodie gibts obendrauf ein Brombeer-Pflaumen-Spezial. Hervorheben mag ich mein geliebtes Schlecksel, den Brombeer-Balsamico und die Karamell-Zwetschgen der Mme Ziii - alles tolle Rezepte für den Vorrat!  Äh, und nein, einen Pacojet brauche ich dafür nicht, whatever das auch sein soll...


Zutaten 3 kleine Gläser:

400g Pflaumen
200g Brombeeren
1 Stück Ingwer, doppelte Nussgröße
1 Sternanis
4 Lorbeerblätter
2 kleine Schalotte
4 EL Cassis (m: selbst gemacht)
4 EL Balsamico-Reduktion
4 EL Portwein
6 EL Orangensaft, frisch
5-6 TL Rohrzucker (m: mit Vanille angesetzt)

Zubereitung:

Die Pflaumen entsteinen und klein schneiden. Sämtliche Zutaten in einen Topf geben und etwa 15min einköcheln lassen - dabei immer wieder rühren und aufpassen, dass die Fruchtmasse nicht anhängt. Lorbeerblätter und Sternanis aus dem Chutney fischeln und in 3 sterilisierte Gläser füllen. Ich habe die Gläser eingeweckt auf meine Standartweise: heiß abgefüllt in einen Topf mit köchelndem Wasser stellen und komplett mit Wasser abdecken - Deckel auflegen und ca. 20min weiter köcheln lassen. Im Topf abkühlen lassen.

*Anmerkung m: Der Zucker-und Essiggehalt reicht nicht aus, dass sich die Gläser lediglich heiß geschlossen lange konservieren. Wer länger Freude daran haben will, muss sie einwecken. Dieses Chutney ist in erster Linie fruchtig - ihr könnt an Süße und Säure nach eurem Dünken gerne schrauben...




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Uhrenabgleich: Chutney aus grünen Tomtaten II

Sonntag, 10. Oktober 2021

 

Es ist die Zeit der dramatischen Sonnenaufgänge und meiner Lieblingswolken, die im mittleren Himmel schweben. Es ist die Zeit, in der in den frühen Morgenstunden strahlend Orion mit gespanntem Bogen am Fenster vorbeizieht, wenn ich vom Bett aus ins Universum blicke. Wenn sich die Gottesanbeterinnen tagsüber ausgewachsen in der Sonne räkeln, der letzten üppigen Blumensträuße aus dem Garten, der Feigen und um sich vom Strauch die Herbst-Himbeeren in den Mund zu schieben oder ein paar vergessene, süße Trauben einzusammeln. 

Die Zeit gehört nochmals dem Garten, dem Rückschnitt all der Pflanzen, die sich reckten und streckten, blühten und verblüten, der Senfeinsaat und dem Richten der Winterbeete.

Es ist die Zeit um sich die Nägel zu ruinieren, um die frischen Nüsse aus ihrem grünen Mantel zu befreien, die nasse Schale zu knacken und die Haut abzuziehen bis eine schneeweise Nuss daraus hervorschlüpft, der ersten Kürbissuppen und Zwiebelkuchen, der Tarte aux Pommes und dem karamellisierten Ofenapfelmus, der Schüsse, die durchs Tal hallen, der nun wiedereröffneten Jagd, der sich verabschiedenden Schwärme von kleinen Mücken und Schwalbenkolonien, der sich in bunten Farbverläufen musternden Blättern an Bäumen und Sträuchern, den über die Strasse flitzenden Eichhörnchen und den aus der Versenkung wieder auftauchenden Rotkehlchen.

In anderen Zeiten pflückten die französischen Großmütter jetzt die unreifen, grünen Tomaten von den in sich verharrenden Stauden damit nichts verkommt, das die Natur herorgebracht hat, aus denen sie dann die confiture de tomates vertes kochten, von der ihre Enkel viel später noch schwärmen sollten. 

Es bleibt die Zeit von Wahlkämpfen, Haarspaltereien, Umweltkatastrophen, Vereinsamung und nicht enden wollenden Pandemien. Und es ist die Zeit, in der das für uns alles nur zum Hintergrundrauschen wurde.

 


Wenn das Leben über einen hinwegbricht, wird alles daneben unbedeutend und klein. Alles gerät ins Hintertreffen - übrig bleibt ein zitternder, innerer Kern. Und mit einem Schlag rufen all die klugen, weisen Sätze zur Abfrage in der Praxis: *Spar dir deine Kräfte für Turbulenzen. Denn wenn die Prüfungen des Lebens kommen, wirst du deine ganze Energie brauchen, um sie zu bestehen.* Die Stromschnellen reißen einen mit in einer wortlosen Urgewalt, du verlierst die Orientierung, weißt nicht mehr, wo oben, unten, rechts und links ist, ohne jede Kontrolle, die Strudel spielen mit dir Kreisel, die Intensität scheint dich zum Bersten zu bringen, haltlos, ohnmächtig, ausgeliefert - hoffend, dass du irgendwann wieder an Land gespült wirst. Hoffend dass dann, wenn du wieder festen Boden unter den Füßen spürst, ein Lichtstreifen den Horizont markiert und die geschlagenen Wunden ein Gegenmittel erhalten. Niergendwo ist Alltag, nichts bleibt übrig von dem Menschen erfundenen Wort Normalität, und doch versucht man sich genau das mit aller verbliebender Kraft zurückzuerobern. So wie ich heute mit ein bißchen Bloggerei.

 

Ein sauer-süß-scharf-würziges Chutney aus grünen Tomaten stelle ich euch heute vor, mit Äpfeln, Ingwer, roten Pfefferbeeren sowie Goji-Beeren und Basilikum. Lange waren mir Chutneys egal. Zu Käse esse ich einfach NIE Chutney - vielleicht muss man dazu Alkohol trinken, ich weiß es nicht -, aber zu den bunten, veganen Bowls mag ich Chutney plötzlich gerne. Das ist Version I von Chuntney aus grünen Tomaten und Äpfeln, die heutige (wenngleich ähnlich) liegt im Ranking nach meinem (momentanen) Geschmack vorne.

 


Zutaten - etwa 5 Gläser:

1kg grüne Tomaten
2 Äpfel (m: einer eher süß, anderer eher sauer)
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 EL Selleriestange
1 EL Fenchel
1 Stück Ingwer
1-2 Chili-Schoten 
80ml Apfelessig (evt. plus)
80g brauner Zucker (evt. plus)
1-2 TL Salz
1 handvoll (großzügig) Goji-Beeren
1 handvoll Basilikum (oder Thai-Basilikum)
1 Zitrone, Saft davon
1 Orange, Saft davon
2 EL roses baies (rosa Pfefferbeeren)

Zubereitung:

Äpfel entkernen und schälen und in ca. 1cm große Stücke schneiden. Tomaten entstrunken und ebenfalls in kleine 1cm Würfel schneiden. Zwiebel klein schneiden, Knoblauch, Sellerie, Fenchel und Ingwer kleinst hacken. Chili von den Samen befreien und ebenfalls klein schneiden.

Alle Zutaten außer 1 EL rosa Pfefferbeeren, dem Orangensaft und dem (Thai) Basilikum in einen Topf geben und ca. 30min köcheln lassen - das Chutney sollte nicht zu Brei verkocht, sondern noch ein wenig stückig geblieben sein. Kurz vor Ende die restlichen Zutaten - Orangensaft, 1 EL rosa Pfefferbeeren und den fein gehackten Basilikum - untermischen und kurz mitkochen. Nochmals abschmecken mit Salz, Pfeffer, Essig und Chili. Sofort in vorbereitete, sterilisierte Gläser abfüllen und umdrehen.

Chutney hält sie gefühlt ewig - auch angebrochen im Kühlschrank.

Anmerkung m:  In diesem Chutney sind relativ viel Zutaten, aber ich finde, dass ein Chutney mit Raffinesse punkten muss, schließlich soll es nachher auf dem Teller mit einem kleiner Löffel davon mithalten und gegenüber dem Rest bestehen können...

Zucker- wie Essigmenge kann man erhöhen - ich wollte das Chuntey weder zu süß noch zu sauer haben. Nachwürzen geht immernoch.


 

 

Ihr zuzuhören hat mir Ruhe geschenkt, während mir Angst und Bedrohung ins Knochenmark drückten. Ich habe ihre Worte so gut verstanden: Stolz überwinden, nichts beweisen und nichts leisten müssen, offener werden, froher, gelassener, vertrauender, in sich Ruhe einkehren lassen und die Stille aushalten, zu seinem Selbst finden um überhaupt beziehungsfähig zu werden... Ich habe mir diese kleine Doku schon mehrfach angeschaut und bestimmt nicht das letzte Mal. Komisch, dass im größten Sturm und in der tiefsten Stille die eigenen Schwächen und Schatten am deutlichsten zu Tage treten, kein Platz mehr ist für Selbstverblendung oder Hochmut. Wenn alles schwankt, wenn alle Fäden wie sinnlos ineinander verstrudeln, gibt es nur noch eine Feste, bleibt ein roter Faden, den man nicht aus den Händen verlieren darf: Allahu akbar.

Wie schrieb in in dem Buch *Americanah*, das ich letztes Jahr las, Chimamanda Ngozi Adichie mehr als Feststellung denn als Frage: Es gibt so viel Arten arm zu sein - gibt es nur eine Art reich zu sein?* Ich füge nun hinzu: Wenn wir glücklich sind, dann sind wir es nahezu alle auf die gleiche Art - aber gibt es nicht eine schier unendliche Vielfalt an Leid und Elend? Und ich schließe ab mit den Habib-Gedanken, nämlich dass die eigentliche, harte Währung diese Planeten nun mal das Leid ist; darin liegt die meiste Erkenntnis (rückblickend) verborgen - und  das ist doch das Ambrosia nach dem Suchende tauchen.

 


**** All jenen, die mir tastend-fragende, freundlich-mitfühlende Zeilen in den vergangenen Wochen zukommen ließen, schicke ich verbundene Grüße! Vielen Dank für euren Beistand - in Zeiten, die einen bedrücken, wiegen solche Gesten viel! Ich wünsche euch, dass dieser Bumerang zu euch zurückkommt, wenn euch das Leben in die Mangel nimmt! ****


Crossinis mit Ziegenkäse und Andenbeeren-Mandarinen-Chutney

Montag, 8. April 2013

Meistens ist es ja so, dass man sich um einen Neuzugang im Garten schwerstens bemühen muß. Gießen, düngen und gutes Zureden sind dabei noch das wenigste. Aber manchmal wird ein solch warmes Willkommen auch schwer mißbraucht. Als ganz, ganz wüstes Beispiel fällt mir der Sandorn ein - stupfelige Sandornablegerwurzeln in Bereiche, die ihm NIE zugewiesen waren. Ein böses Gestrüpp!

Und ein eben weiteres solches Beispiel ist die Physalis. Sie bekam sogar einen Luxusplatz im Treibhaus. Und was hat sie daraus gemacht? Einen groben Missbrauch!

In alle Richtungen mit großen langen Zweigen wie Tentakeln hat sie sich ausgebreitet, kletterte über die Tomaten unter ihnen und an den Tomaten vorbei, ließ sich vom Zurückstutzen überhaupt nicht beeindrucken und machte sich bei mir - sagen wir es mal so - nicht sehr beliebt. Allein dem Habib hatte sie es zu verdanken, dass sie im Herbst beim großen Kehraus nicht mit aus dem Treibhaus flog.

Zu meiner Überraschung wartete sie nach unserer Rückkehr in bester Verfassung auf uns. Ich hatte ja auf ihre sterblichen Überreste gehofft. Beim Umstechen und Vorbereiten des Treibhauses war mir die Physalis ein Dorn im Auge. Und so wurde sie schließlich abgerntet und dann bekam sie vom Habib eine zweite Chance vor dem Treibhaus. Dort hätte sie von mir aus machen können, was sie will, aber Gevatter Frost zwei Tage später, den hat sie dann nicht überlebt.

Was also tun mit soviel Andenbeeren? In einem Chutney konnte ich sie mir am besten vorstellen. Und dieses wiederum auf einem gerösteten Brot mit Ziegenfrischkäse!
Zutaten:

800 g Physalis
25 g frischer Ingwer
Harissa
130 g brauner Zucker
2 TL Senfkörner 
3 EL Weißweinessig
80ml Mandarinensaft (2Mandarinen)
60ml Wasser
Salz

etwas Olivenöl
Ziegenfrischkäse
Zitronenthymian

Zubereitung:

Für das Chutney die Physalis putzen, waschen, halbieren. Ingwer schälen, fein würfeln. Chili putzen und fein schneiden. Zucker mit 120 ml Wasser aufkochen. Senfkörner, Physalis, Ingwer, Chili, Essig zugeben. Offen ca. 25 Minuten bei milder Hitze sirupartig einkochen, salzen. Zur Probe einen Tropfen Chutney auf einen Teller geben: Wenn er geliert, ist das Chutney fertig.
Inspiration: Charlottenblog - Essen und Trinken

Väterchen Frost entrissen: Chutney aux tomates vertes

Freitag, 21. November 2014

Vorgestern zeigte sich der Trois Bec (unser Hüter des Tals) zum ersten Mal mit weißen Schnäbeln (Gipfeln). Den Tomatenpflanzen wurden fürsorglich die letzten, grünen Tomaten entnommen. Sofort fällt mir der gleichnamige Film *Grüne Tomaten* ein. Ich habe keinerlei Erinnerungen mehr daran, außer dass ich ihn sehr mochte. Schlimm, oder. Das sind genau die Buchempfehlungen, die ich liebe: *Habe ich auch gelesen, fand' ich super*. Nichtssagender und inhaltsleerer geht nicht, tsss  ;). Aber ich mache mir an dieser Stelle selbst einen Knoten, mein Gedächtnis bezüglich dieses Films wieder aufzufrischen. Die dunkle Jahreszeit sollte dazu ja reichlich Gelegenheit bieten.

Zurück zum Chutney. Nich, jetzt seit ihr überrascht. Ich und Chutney. Wo ich doch im Brustton der Überzeugung unlängst ein lautes Pffff, wer braucht den sowas zum selbigen Thema losgelassen habe. Und ja, erwischt, es hat damit zu tun, dass Marmelade aus grünen Tomaten vorneweg ausgeschlossen wurden. Wir haben unsere Frühstücksgewohnheiten umgestellt, und unser Marmeladenverbrauch kann man nicht einmal mehr homöopathisch nennen. Blieb also Chutney. Und hey: es schmeckt überraschend erfrischend. Das kann man durchaus anbieten. Nicht nur zu Käse. Das sollte man eher indisch nehmen: viele verschiedene Geschmäckchen auf einem Teller wie bei einem guten Dhal. Ja, das kann sogar richtig spannend sein - vorallem für die vegane Küche, in deren Richtung ich mich weiter vortaste...

Zutaten für 2 Gläser:

1 Kilo grüne Tomaten
1 Granny Smith
1 Stück Fenchel, fein gehackt (ca. 2 EL)
1 Zitrone, unbehandelt, Saft und Zesten
170g Zucker (m: Rohrzucker)*
70g Apfelessig (m: Cirde-Essig)
1/2 TL Fenchelsamen, grob geschrotet (oder gemörsert)
2 Zacken Sternanis
1 Lorblatt
1 Stück Ingwer, walnussgroß
1/2 TL Piment, gemahlen
1 Msp Cardamom
1 Pr Salz
2-3 TL rote Pfefferkörner

Zubereitung:

Die Tomaten vom Strunk befreien und in Stücke von ca 2-3cm schneiden. Den Fenchel fein würfeln. Den Apfel ebenfalls in 2-3cm große Würfel schneiden. Den Ingwer fein hacken und von der Zitrone die Zesten abreiben. Nun alle Zutaten außer den roten Pfefferkörnern in einem Topf zusammenbringen und auf mittlerer Flamme solange einköcheln lassen, bis die Konsistenz marmeladenartig eindickt. Noch heiß in vorbereitete, sterilisierte Gläser füllen, den Deckel aufdrehen und 3min auf den Deckel stellen.

*Anmerkung m: Es ist die Überlegung wert, das nächste Mal den Rohrzucker durch Gelierzucker 2:1 zu ersetzen, um die Konsistenz stückiger zu halten.

Rinderfilet mit Sauce Bernaise, Blumenkohlpüree mit raz-el-hanout und Zwetschgen-Chutney

Donnerstag, 29. September 2011

Der Kerbel gedeiht ein zweites Mal im Garten und das will ausgenutzt sein. So verbindet der heutige Teller Frühling, Kerbel, mit Herbst, Zwetschgenchutney. Wobei bei uns der Sommer nicht aufhört mit Sonne, Sonne, Sonne. Den Feriengästen gefällts - für den Garten dürfte es gerne mal wieder regnen.

Der Kerbel durfte mit in eine schnelle Bernaise-Sauce, die ich wie Petra einfach mit dem Stabmixer aufgeschlagen habe.

Nachdem wir in einem unseren Lieblingsrestaurants vor kurzem Essen waren (das bekommt vielleicht mal noch eine eigene Vorstellung), mußte ich unbedingt mein persönliches Highlight nachbasteln: die Blumenkohlcrème mit raz-el-hanout. Die war himmlisch. Ganz bin ich noch nicht daran an dem wunderbaren Geschmack. Vielleicht röste ich den Blumenkohl das nächste mal vor dem Dämpfen an... oder frage den Koch!

Das Chutney von Hannes hat prima dazu gepaßt, nicht nur farblich, auch wenn es mir selbst mit nur 250g Zucker auf 1kg Zwetschgen zu süß wurde. Mein Zwetschgenmus kommt schließlich lässig mit 200g Zucker auf 1,5kg Frucht aus. Ich bin halt eher ne Salzige.

Zutaten:

550g Rinderfilet

(allerdings mit 100g weniger Zucker als Hannes)

1/2 kleinen Blumenkohl
1 EL raz-el-hanout
Salz, Pfeffer
1 noix de beurre

sauce bernaise:

80g Butter
1 Eigelb
1 EL Crème Fraîche
1 Schalotte
2 EL Weißweinessig
5 EL Weißwein
1 Zweig Estragon
etwas Abrieb Zitrone
etwas Abrieb Limette
etwas Zitronensaft
Salz, Pfeffer, Chili
1 TL Senf
1 EL gehackter Estragon
2 EL gehackte Kerbel

2 Kartoffeln
1 Zweig Rosmarin
etwas Olivenöl
Zubereitung:

Das Rinderfilet pfeffern, salzen. Bei starker Hitze rundherum je 2min in Butterschmalz, einem Zweig Thymian und einer 1/2 ungeschälten Knoblauchzehe anbraten.

Dann im Backofen bei 120° (Ober-Unterhitze) ca. 45min - 5-10 im ausgeschalteten Ofen ruhen lassen.

Kerntemperatur: 55° und /oder Garprobe: Ob das Fleisch gar ist, verrät die Fingerprobe. Gibt es auf Fingerdruck überall elastisch nach, ist es noch ziemlich roh - wenn medium bevorzugt, dann sollte das Fleisch nur in der Mitte nachgeben. Wenn es kaum mehr nachgibt, ist es komplett durchgebraten und sollte schnellstens aus der Pfanne genommen werden.

Blumenkohl über Dampf sehr gar kochen. Mit dem Stabmixer pürieren, die Butter reinschmelzen lassen und mit Salz, Pfeffer und ras-el-hanout abschmecken.

Die Kartoffeln als Pellkartoffeln kochen, schälen und mit dem Rosmarinzweig in einer Pfanne mit etwas Olivenöl Farbe annehmen lassen. Mit Salz und Pfeffer würzen.

Für die Bernaise in einer Pfanne die feingeschnittenen Schalotten ohne Fett anschwitzen, mit Weißwein une Weißweinessig ablöschen, Estragonzweig dazu geben und auf einen Eßlöffel einreduzieren lassen.

In ein schmales hitzebeständiges Gefäß Crème Fraîche, Eigelb, Senf, Salz, Pfeffer, Zitronensaft und Essig-Weinreduktion sowie die abgestreiften und fein gehackten Estragon- und Kerbelblättchen geben. Die Butter in einem kleinen Topf auf dem Herd sprudelnd zum Kochen bringen. Die kochende Butter zu den anderen Zutaten ins Gefäß gießne zugießen. Abschmecken und sofort servieren oder kurz im Wasserbad warmstellen.

Dauerbrenner Bratenbremse: Blumenkohl-Curry-Suppe mit Mango-Chutney

Mittwoch, 4. März 2015

Seit meiner *Entschlackungsphase* haben wir das ein oder andere in der Ernährung auf länger umgestellt. Die Suppe etwa, die alte Bratenbremse, erlebt bei uns eine echte Renaissane. Hungrig wie ein Wolf mit Appetit durch die kalte Jahreszeit wie zehn Russen, löffeln wir uns erstmal an einer vollen Dosis Gemüse den Bauch voll. Das tut gut. Deshalb sind wir wohl auch mit einer guten bis sehr guten Quote dabei geblieben. 

Eine Blumenkohlsuppe befindet sich bereits im Repertoire, nun, an dieser hat mir die Idee gefallen, die Suppe mit Mango-Chuntey anzurichten. Wer gerne Gemüsecurries ißt, kann ein solches gut gebrauchen - das wißt ihr ja. Und zum Curry kann ich mich ebenfalls nur wiederholen: sucht euch da eine schöne Gewürzmischung aus - es gibt ja mittlerweile unendlich viele mit RIESIGEN Qualitätsunterschieden. Aber eben genau damit steht und fällt nachher das Essen: von hundsgewöhnlich bis zu sensationell.

Ähm ja, den frischen Koriander kürzte ich aus dem Originalrezept raus. Den esse ich - soweit ich den Überblick habe - wirklich einzig und allein im Falafel.

Zutaten 4P:

800 g Blumenkohl
1 Stück Ingwer
3 EL Butterschmalz (m: Sonnenblumenöl)
1 EL Kreuzkümmelsamen (m: gemahlen)
2 EL indische Currypaste
1 l Gemüsebrühe
Salz
5 Stängel Koriander (m. Pimpinelle)
(m: 1/2 TL Koriander, gemahlen)
200 g Naturjoghurt (m: 150ml Kokosmilch)
2 EL frisch gepresster Limettensaft
(m: Salz, Pfeffer)
4 EL süßes Mango-Chutney 

Zubereitung:

Blumenkohl waschen und in kleine Stücke schneiden. Ingwer schälen, fein hacken. Das Öl in einem Topf erhitzen und den Kreuzkümmel (m: samt Koriander) darin anrösten. Blumenkohl zugeben und unter Rühren eine hellbraune Farbe annehmen lassen. 

Nun Ingwer, Currypaste, Gemüsebrühe und Salz zufügen und aufkochen lassen. Den Deckel auflegen und ca. 20 Minuten garen. Vom Pimpinelle die Blätter entfernen. Suppe vom Herd nehmen und Joghurt mit dem Mixer untermischen (m: stattdessen Kokosmilch angeschüttet - einen Rest zum Dekorieren aufbewahrt). 

Je nach gewünschter Konsistenz noch etwas Gemüsebrühe anschütten. Mit Limettensaft und feingeschnittenen Koriander (m: letzteren weggelassen) abschmecken. Salzen und pfeffern. Suppe mit etwas Mango-Chutney anrichten, die Pimpinelleblätter darüber streuen und mit einem Spritzer Kokosmilch garnieren. Servieren
Nicht erschrecken - ein Stand weiter halbiert sich der Preis...
 Quelle/ Inspiration: SZ-Kochquartett

freigeistiges Sonntagsessen

Samstag, 14. Oktober 2017


Wie wir durch Iran reisten, kreuzte unseren Weg eine kleine, deutsche Reisegruppe, die zum wiederholten Male versuchte, den Zarathustrikern nachzuspüren - und gerade rund um Yazd gibt es dort tatsächlich noch einige Spuren zu entdecken. Ich kannte bis dato lediglich Nietzsches Buchtitel *Also sprach Zarathustra*, der durch diese Anregung umgehend auf meiner Leseliste landete.

Im Zuge wiederum dessen, bin ich über *Die 10 Gebote des Freigeistes* nach Nietzsche gestolpert. *Freigeist*, oh ha, das ist ein Wort, bei dem ich IMMER aufhorche, denn die Freiheit, die ich meine, die brauche ich zum Leben. Hier Nietzsches Vorstellung in 10 Punkten:


Du sollst Völker weder lieben noch hassen
Du sollst keine Politik betreiben
Du sollst nicht reich und kein Bettler sein
Du sollst den Berühmten und Einflussreichen aus dem Wege gehen
Du sollst  dein Weib aus einem anderen Volke als dem eigenen nehmen
Du sollst deine Kinder durch deine Freunde erziehen lassen
Du sollst dich keiner Zermonie der Kirche unterwerfen
Du sollst ein Vergehen nicht bereuen, sondern seinetwegen eine Guttat mehr tun
Du sollst, um die Wahrheit sagen zu können, das Exil vorziehen.
Du sollst die Welt gegen dich und dich gegen die Welt gewähren lassen.


Zwei seiner Punkte leuchteten mir nicht direkt ein. Ich suchte den Austausch mit dem Habib - und konnte dann erst nachvollziehen, was Nietzsche meint. Wie geht es euch? Findet ihr seine Thesen richtig?

So dazu serviere ich euch ein richtiges badisches Sonntagsessen: Spätzle mit Sauce. Dazu das Brombeer-Pflaumen-Chutney - ein Schmaus, ich habe mir die Finger nur so abgeschleckt! 

By the way paßt als Zubereitungshilfe ein Tipp eines Feriengastes (coucou Jens) für alle, die handgeschabte Spätzle mögen - nur nicht selbst schaben wollen: dafür wurde ein ähnliches Modell wie für den klassischen Spätzlehobel gebastelt, nur dass hier die Öffnungen unterschiedlich groß sind und die Spätzle einen *handgeschabten Charakter* erhalten.  Ich brauche sowas nicht, aber ich bin ja auch in Baden groß geworden...


Zutaten:

Spätzle
200g Mehl (m: D630)
3 Eier
ca. 40ml Wasser
1 EL Thymianblättchen, fein gehackt
Salz
(optional: 1 TL braune Butterpartikel)*

200g Champignons (oder Steinpilze)*
100g Pfifferlinge
4 getrocknete Tomaten
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
1 handvoll Zuckererbsen
Butter

1 EL Butter
1 EL Semmelbrösel
1 TL Thymianblättchen
Salz, Pfeffer

optional dazu: dieses Chutney

Zubereitung:

Die Zutaten für die Spätzle zu einem klebrigen, zähen Teig vermengen und mit einem Holzlöffel so lange gegen den Schüsselrand schlagen, bis der Teig Blasen wirft.

Die Tomaten ca. 10min in kochendem Wasser einweichen. Die Tomaten abtropfen lassen und klein schneiden. Von den Zuckererbsen die Spitzen kappen, entfädeln und in Streifen schneiden. Kurz blanchieren - in kochendes Wasser werfen, mit kaltem abschrecken - und zur Seite stellen. Die Pilze putzen und je nach Größe und Sorte in Scheiben/ mundgerechte Stücke schneiden. Die Schalotte und den Knoblauch fein würfeln.

Die Pilze in der Butter zusammen mit den Schalotten und den Tomaten anbraten. Knoblauch zufügen und ebenfalls kurz mitrösten. Den Veggie-Fond anschütten und bei kleiner Flamme ca. 10min köcheln lassen - wer mag, bindet die Sauce mit einer kleinen Roux. Abschmecken mit Piment, Salz, Pfeffer und Balsamiko-Reduktion. 

Parallel dazu reichlich Salzwasser zum Kochen bringen und die Spätzle mit Hilfe einer Späzlespresse/ Spätzlehobel ins Wasser drücken. Warten bis sie an die Wasseroberfläche steigen, abschöpfen und warm stellen.

Kurz vor dem Servieren die Zuckerschoten in der Sauce warm ziehen lassen und außerdem den Butter-Semmelbrösel-Schmelz zubereiten. Dafür die Semmelbrösel gemeinsam mit dem Thymian so lange rösten, bis sie beginnt zu schäumen - salzen und pfeffern nicht Vergessen.

Die Sauce in die Teller füllen, die Spätzle auf die Sauce setzen und mit dem Semmelbrösel-Schmelz toppen. Das Chutney als Begleitung dazu servieren.

*Anmerkung m: Ich verwendete die Pilze, wie ich sie gerade hatte - ihr könnt auch nur Pfifferlinge nehmen oder sie auch mit Steinpilzen kombinieren.

Entzauberung - afrikanischer Eintopf

Sonntag, 27. September 2020


*Entzauberung* gehört zu den Erfahrungen, die mir nicht oft passieren - aus dem einfachen Grund weil schnell enflammbare Strohfeuer, die ebenso rasch wie sie auflodern ihr Licht, ihre Wärme und ihren Glanz verlieren, nicht meiner Art entspricht. Umso erstaunter bin ich von mir selbst, dass mir das dieses Jahr mehrfach passierte.

Angefangen hatte es, dass ich in einer dieser Tausch-Buchhandlungen in Thailand *Das Hotel New Hampshire* von John Irving entdeckte und mich daran erinnerte, wie sehr ich es einst mochte. Also eingesteckt und diesen Sommer wieder aufgeschlagen, um nach einem Viertel der Lektüre gernervt aufzugeben. Keine Ahnung, was mich damals faszinierte, jetzt konnte meine Begeisterung so gar nicht geweckt werden. Warum nur hatte mir das Buch beim ersten Mal Lesen gefallen? Vielleicht wäre der gute Teil noch gekommen?

Oder aber Guido-Maria, der meine *zu Tisch mit -Serie* begründete, weil er mich mit seiner fröhlichen, Menschen zugewandten Art, seiner guten Beobachtungsgabe und seinem Mutterwitz zu erheitern wußte. Doch schon bevor das Studio von Shopping-Queen bei Guido-Maria zuhause im Erdgeschoß eingezogen ist, hat sich für mich das Format samt seiner Gallionsfigur tot gelaufen. Der Esprit ist einfach nicht mehr der gleiche...

Anfang des Jahres verlinkte ich auf den Virologen Drosten, den mittlerweile in Deutschland wohl jeder kennt. Ich kann es gar nicht richtig erklären, weshalb ich ihm mein Vertrauen entzogen habe. Frei und unabhängig sollte mein idealer Wissenschaftler arbeiten können - doch jemandem der derart unter Beobachtung der Öffentlichkeit steht, dürfte das wohl schwerlich möglich sein. Mais bon, das dürfen andere gerne anders sehen - das ist lediglich mein subjektiver Eindruck aber eben der Grund, warum ich ihm keine Aufmerksamkeit mehr schenke.

Besonders überraschte mich, wie sehr sich meine Rezeption des Films *Die wunderbare Welt der Amélie* veränderte, den ich mal richtig super fand. Ja, die Hauptdarstellerin Audrey Tautou ist immer noch süß, ebenso hat der Soundtrack gute Momente oder kann man einzelne gute Ideen rauspicken, aber sonst...??? Der Film ist doch völlig überfrachtet, überladen, konfus, voller versprenkelte, verschnörkelte Details, die die eigentliche Geschichte totally erschlagen, vom Hauptgeschehen ablenken und Empathie unmöglich machen. Als wäre der Regisseur ein Messi, der jahrelang wild verschiedenste Schnipsel gesammelte hatte, nichts wegwerfen konnte, um dann ALLE mit Gewalt und wahllos in einem Film unterzubringen.

In dem Moment des erneuten Anguckens kam mir auch, dass ich einen weiteren Film dieses Regisseurs kenne - was mir bis dahin gar nicht bewußt war. Und das sogar von einer Vor-Premiere an einem lauen Sommerabend in einem Nachbarort von uns mitten auf dem idyllischen Dorfplatz (weil der Film teils dort gedreht wurde), und zwar unter der Anwesenheit eben dieses Herrn Regisseurs. Ein Film mit Sophie Marceau (genau, die von *La boum*), der auf deutsch *Vergiß mich nicht* heißt. Genauso überfrachtet, genauso verkopft, genauso an den Haaren herbeigezogen, genauso blutleer, genauso ohne wärmendes Gemüt. Ja, sogar noch etwas schlimmer.

Hey, aber umgekehrt *Verzauberung* hatte ich dieses Jahr auch - was ja nun mindestens den gleichen Seltenheitswert hat. Aber dazu ein anderes Mal...

 

 

Keine Woche ohne Eintopf, das unverzichtbare Durcheinander im Kochtopf, das immer gelingt, immer schmeckt und immer wärmt. Nix Zauber sondern schöner Alltag.


Zutaten 2P:

2 Karotten
1 Süßkartoffel
200g Buschbohnen
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
2 EL Erdnussbutter
150ml Mandelmich
150g Tomaten-Sugo*
200ml Gemüsebrühe
1 Stück Ingwer, Walnuss-Größe
1 TL Kreuzkümmel
1 TL Paprika-Pulver  
1-2 TL Senf (m: Savora)
Harissa
1 EL Mango-Chutney
Salz, Pfeffer

 
Deko: gehackte, gesalzene Erdnüsse

Zubereitung:

Zwiebeln und Knoblauch fein würfeln, Karotten und Süßkartoffel klein schneiden. Die Buschbohnen gipfeln, kleiner schneiden und separat in Salzwasser al dente kochen. Mit kaltem Wasser abschrecken und beiseite stellen.

Parallel die gewürfelte Zwiebel in Kokos-Öl anbraten. Kreuzkümmel und Paprikapulver kurz mitrösten. Passierte Tomaten, feinst gewürfelter Inger, Mandelmilch und Brühe hinzugeben, außerdem die Karotten und 5 Minuten kochen lassen. Dann die Süßkartoffeln zufügen und weitere 10-15min sanft köcheln. Erdnussbutter unterrühren zusammen mit dem Senf.

Die Buschbohnen in den Topf geben, salzen und pfeffern. Mit Mango-Chutney und Harissa abschmecken. Hier kann man - wenn man den Eintopf flüssiger mag - noch etwas Brühe anschütten. Zum Servieren mit gehackten Erdnüssen bestreuen. 

*Anmerkung m: bei uns gab es dazu gekochte Hirse. Wer mag kann die Buschbohnen mit Kidney-Bohnen austauschen. Mais macht sich ebenfalls gut in diesem Eintopf - so wie auch etwas fein gehobelter Weißkohl.



Last call: Kräuter-Schmarrn mit Spargel

Freitag, 9. Juni 2017

Wie hieß es an der Akademie kurz vor einer Ausstellung gerne: *Torschlußpanik ist die beste Muse*.

Und Kommilitonen, die man über Wochen nicht mehr im Atelier gesehen hatte, die sich sonst gerne mit vielen Theorien in den Vordergrund schoben, lieber Bier tranken als zu arbeiten und überhaupt prinzipiell deutlich besser waren im Philosophieren wie im Machen, schoben mit einem Mal Sonderschichten. Und sie hatten alle keine Zeit mehr, große Reden zu schwingen: nun gings nur noch darum, produktiv zu sein. Irgendetwas MUSSTE später schließlich an der Wand hängen oder auf dem Sockel stehen.

Ladehemmung war nicht angesagt. Wobei mir just eine Studienkollegin aus der Nachbarklasse einfällt, die bei der Sommerausstellung *Den Absprung nicht schaffen* performte: auf einem gebastelten Startblock stand sie in wunderschönem, roten Badeanzug und zunehmend erhitzen Wangen, so lange in gebückter Haltung mit den Armen nach vorne, bereit ins Wasser zu köpfen, so lange bis die Beine zitternd die Kraft versagten. Eine sehr gute Gelegenheit als Hintergrundsmusik *Tranquillo* von Fischmob einzuspielen. 

Wenn ihr dieses Jahr nochmals Spargel essen wollt, dann dürft ihr nicht mehr lange fackeln. Wir gehen zielstrebig Richtung *letztem Moment*, sprich: Ende der Spargel-Saison. Last call also für dieses Spargel-Gericht, bei der mir das kleine Erdbeer-Chutney als Krönung besonders gefiel: geschmacklich wie als Farb-Akzent.

Zutaten 2P:

Kräuter-Schmarrn*
50g Dinkel-Vollkorn
50g Dinkel 630
3 Eier
110ml Milch
ein Schuß Mineralwasser
eine GROSSE Hand Kräuter
(m: Basilikum, Estragon, Koriander, Thymian)
Salz, Pfeffer

(ganz ähnlich nur ohne Estragon)

200g grüner Spargel
200g weißer Spargel

4 ELErdbeeren, klein geschnitten
das Grün einer Frühlingszwiebel
Pfeffer 

Zubereitung:

Die Kräuter für den Kräuter-Schmarrn zusammen mit den Eiern und einem Schluck Milch fein pürieren. Das Mehl zufügen und mit einem Schneebesen klümpchenfrei glatt rühren. Nun die Milch anschütten und unterrühren. Zuletzt den Schluck Mineralwasser untermischen und salzen und pfeffern. Etwa 10min quellen lassen.

Die Sauce zubereiten und warm stellen.

Spargel schälen, in mundgerechte Stücke schneiden, zuerst den weißen Spargel, dann 4min später den grünen Spargel in den kochenden Spargelsud geben und weitere 6-8min garen. Warm stellen.

Parallel zum Spargel das kleine Erdbeer-Chutney zubereiten.

Etwas Öl (m: Raps) in einer großen Pfanne erhitzen und den Schmarrnteig einfüllen. Wenn die Unterseite beginnt zu bräunen, die Masse vierteln und weiter braten, dann in kleinere Stücke zerhacken.

Alles miteinander servieren und genießen!

*Anmerkung m: ihr dürft gerne die Eier trennen und den geschlagenen Eischnee unter die Pfannkuchenmasse heben. Ich habe den Weg der Abkürzung eingeschlagen...