Wetten dass? - Mousse au chocolat mit XY-ungelöst
Montag, 19. Dezember 2016
UPSTREUSELING: Streuselkuchen mit Rhabarber
Mittwoch, 28. April 2021
Mir gelüstete sehr nach deutschem Kuchen. Streuselkuchen um genau zu sein und zwar mit Rharbarber. Nur mit Rhabarber ist das in Südfrankreich so eine Sache. Mit dem Rhabarber, den wir dieses Frühjahr erneut gesetzt haben, starten wir den ich-weiß-gar-nicht-wievielten-Versuch, ihn bei uns heimisch zu machen. Er will einfach nicht. Wenn ich mich da an das Ungetüm im Garten meiner Großmutter erinnere... Aber als Kind mochte ich Rhabarber überhaupt nicht. Wegen dem pelzigen Mundgefühl und so. Tja, und nun, wo er sich so rar macht, wird er auf einmal begehrlich.
Doch selbst auf dem Markt ist allerseltenst welcher aufzutreiben. Erst im Schickimicki-Gemüseladen, die ALLES haben (also auch alle Früchte sämtlicher Kolonien - wie etwa die Combava) bin ich fündig geworden. Sogar im *Sale*, weil sie ihren Rhababer nicht losgeworden sind. Die Verkäuferin stapelte mir also etwa 700g auf die Waage und schlug 6 Euro als Sonderangebot vor. Hmmm, ich schaute sie skeptisch an. 6 Euro - schon noch viel Geld für ein bißchen Rhabarber. Rarität hin oder her. Aber wir müssen hier in Südfrankreich nur übers Meer und sind im Maghreb: hier weiß man zu handeln. Und der Rhabarber musste schließlich weg. Sie schaufelte mir ein paar zusätzliche Stangen obendrauf und schaute mich lächelnd-fragend an. Und ich lächelte zurück. Es wird also zwei Kuchen mit Rhabarber geben.
Wobei ich schon verstehen kann, wieso die säuerlichen Stangen hier ein solcher Ladenhüter sind: warum sollte man Rhabarber kaufen, wenn man für weniger Geld bereits die süßen Erdbeeren aus Carpentras erbeuten kann? Dafür muss man wohl wie ich ursprünglich aus kälteren Gefielden stammen und/ oder deutschen Kuchen im Kopf haben!
Man könnte mir vorwerfen, dass wenn es nur geht, ich meinen Süßbäckereien mein Sugar-Spice unterjuble. Aber hey, ich steh' einfach drauf! Ich finde, nahezu jeder Kuchen bekommt damit das gewisse Eßwas!
Und SO oft backe ich für uns beide gar keinen Süßkram. Wenn dann backe ich vor allem für unsere Feriengäste, um ihnen ihren Aufenthalt bei uns zu versüßen - vorzugsweise an Regentagen. Doch momentan muss ich mir dafür andere Anlässe suchen, wo doch weder das eine noch das andere stattfindet (einzelene Tropfen werden nicht gezählt). Doch Herrschaften, ich kann auch anders, also habe ich uns selbst vorbildlich den Tag verstreuselt - ist mir SUPER gelungen! Unten ein fluffig-saftiger Boden, samt süß-säuerlichen Rhabarber (auf den ich so juchtig war) plus meinem DUBB-Gewürz = deutscher Obst-Streusel-Himmel.
Zutaten - 1/2 Blech (30 x 20cm):
Streusel:
75g Mehl
25g Haferflocken
25g Haselnuss, geröstet, eher in Krokant-Größe gemahlen
50g Rohrzucker
60g Butter, kalt
1 TL Sugar Spice
1 Pr Salz
Kuchenteig:
140g Mehl
1/2 Päckchen Weinstein-Backpulver
60g Haselnuss, geröstet, eher in Krokant-Größe gemahlen
60g Marzipan
50g Rohrzucker*
125 Butter, weich
2 Eier
50ml Milch
1 EL Crème fraîche
600g Rhabarber
100g Himbeeren
Zubereitung:
Mit den Händen die Zutaten für die Streusel zu einem krümeligen Teig verarbeiten. Kalt stellen.
Marzipan kurz in den Froster legen. Den Ofen auf 190 Grad (Umluft 170 Grad) vorheizen. Rhabarber putzen und zu Stücke von etwa 2-3 cm schneiden. Butter samt Zucker hell cremig aufschlagen. Dann ein Ei nach dem anderen sorgfältig unterrühren. Mehl mit Backpulver vermengen. Marzipan rob raspeln. Mehl abwechselnd mit Milch untermischen - ohne dabei zu lange zu rühren. Zuletzt kurz Crème und Marzipanraspeln unterheben.
Den Teig gleichmäßig auf eine gefettete (oder mit Backpapier belegtes) Form verteilen und glatt streichen. Rhabarber und Himbeeren damit belegen, die Streusel darüber streuen und im heißen Ofen auf der mittleren Schiene 35-40 Minuten backen.
*Anmerkung m: ich gebe immer noch ein paar meiner tiefegefrorenen Himbeeren dazu - wegen der schöneren Farbe (kann man auch weglassen)/ Marzipan ist ebenfalls ein Goodie, das durch 40g mehr Zucker ausgetauscht werden kann/ Probleme mit Nuss: dann Haselnuss in den Streuseln mit Haferflocken und im Kuchenteig mit Mehl ersetzen/ wenn man die Zutaten verdoppelt, füllt man direkt ein ganzes Blech (40 x 30 cm).
Wegweiser - das beste, vegane Aprikosen-Eis
Sonntag, 23. Juli 2023
Sagt mal: sind bei euch alle Wespen? Wo sind denn die Wespen alle hin? Letztes Jahr waren sie eine einzige Plage und überall hagelte es Tipps, wie man draußen dennoch in Ruhe Eis schlecken, Orangina trinken, Crêpes essen kann. Und jetzt?! Normalerweise LIEBEN die Wespen unser Treibhaus. Kaum hat der Habib, der unbeeindruckte Wespenjäger, eines entfernt, schon formiert sich ein Stückchen weiter ein neues. Und dieses Jahr sind sie auf einen Schlag verschwunden. Wespenleeres Treibhaus - das gabs noch nie! Setzen die für ein Jahr aus? Pausieren die? Oder sind die jetzt ausgestorben?
Ich habe schon verstanden, dass man sich heutzutage gegenseitig nichts mehr frägt. Dazu gibt es schließlich die Suchmaschine. Und das fiel mir erst so richtig auf, als ich dieses Jahr mit dem Habib ein paar Tage in Ulm verbrachte.
Während der Habib Siesta machte, wollte ich durch die Stadt mäandern. Nun kenne ich Ulm nicht, sondern war zum ersten Mal dort. Und: noch immer trage ich das Handy nicht mit mir spazieren. Für was? Öffentliche Telefonzellen mied ich früher ja auch (unvergessene Stinkbomben!). Außerdem habe ich einen Uralt-Prepaid-Vertrag ohne Roming, so dass ich das Handy eigentlich vor allem dann zücke, wenn ich mit Wlan verbunden bin. Halt nicht unterwegs.
Bref, ich hielt es während meines Ulmer Stadt-Bummels ganz oldschool: ich fragte mich durch. Und die Reaktionen... priceless. Da erst wurde mir so richtig bewußt, WIE weltabgewandt und hinterwäldlerisch wir doch in unserem Tal hinter den sieben Bergen leben. Vorneweg staunte ich, dass ALLE direkt das Handy zückten, wenn ich mich nach dem richtigen Weg erkundigte. Und zwar unabhängig davon, ob es sich um waschechte Ulmer handelte oder Stadtfremde wie mich (da hakte ich nach, das wollte ich dann genau wissen). Wie bizarr ich das fand! Alle schlugen Google-Maps auf. Dabei wäre ich sogar mit einer groben Richtung und einer ungefähren Angabe ganz zufrieden gewesen. Und ich finde, von einem Ortsansäßigen kann man erwarten, dass er das so hinkriegt. Aus sich heraus. Ganz ohne. Ein Mutter-Tochter-Gespann mit Hund kam richtig ins Stuzen ob meines Anliegens - nach dem Weg fragen, tsss, das macht man heute nicht mehr - , so dass die Mutter mich mit gerunzelter Stirn geringschätzend anschaute: *Ja, haben Sie denn kein Handy?* Als wäre ich entweder debil oder komplett mittellos. Oder beides. Auf der Sonnenseite dieser meiner Ulmer-Stadtumfragung ergab sich auf diese Weise aber der ein oder andere, freundliche Plausch über Ulm und das Leben...
Kurzum, ich habe meine Lektion gelernt: man wendet sich nicht mehr an Menschen mit seinen Fragen, sondern direkt an die Maschine. Nur kann die mir bei meiner Wespensuche nicht wirklich weiterhelfen: möglicherweise kommen die Wespen dieses Jahr mit Verspätung. Aber nichts Genaues weiß man nicht. Wenn ihr also schlauer seid: bitte raus damit!
Es gab hier schon lange kein Eis mehr, oder?! Ein veganes Eis aus drei Zutaten als Grundlage... das klingt erstmal zu einfach, um etwas Besonderes zu sein. Oder um überhaupt ganz prinzipiell überzeugen zu können. Falsch. Ganz falsch. Mich hat dieses Eis, für das noch nicht einmal eine Eismaschine nötig ist, völlig eingenommen. Tatsächlich dient es den Aprikosen als hervorragende Basis, um zur Geltung zu kommen. Was mich echt überrascht hat. Die Kokosnote schmeckt man nur dezent, die Datteln gar nicht hervor. Bien sûr sollte man hierfür - gerade ob der überschaubaren Zutatenliste - wirklich gute Produkte verwenden. Keine zitronigen sondern vollreife, süße Aprikosen, keine ausgetrockneten sondern saftige Datteln, keine Emulgator-Kokosmilch sondern gerne eine mit mehr Kokoscreme als -wasser.
Wer dennoch irgendwie einen Extra-Dreh benötigt, dem empfehle ich entweder Zitronenthymian oder etwas Verveine zuzufügen. Herrlich exotisch macht sich auch der Abrieb einer halben Combava (Kaffirlimette) in dem Aprikosen-Eis , aber dafür fehlt es Deutschland vermutlich an der entsprechenden Kolonie im Indischen Ozean... So oder so: große Empfehlung.
Geschwister im Blog-Universum:
Zutaten:
400ml Kokosmilch
100ml Wasser
80g Datteln
250g Aprikosen
(optional: einige Zweige Zitronen-Thymian oder Verveine/ 1/2 Comabava Abrieb davon)
Zubereitung:
Datteln mit Kokosmilch und Wasser fein pürieren (m: gemacht in hohem Gefäß und Standmixer = Zauberstab). Dann den Mix auf 2 Eiswürfel-Behälter verteilt und in den Froster verfrachtet. Mindestens 6 Stunden gefrieren lassen. Den Rest abgedeckt im Gefäß gelassen und in den Kühlschrank gestellt.
Nun - nach den 6 Stunden (m: länger, über Nacht) - zuerst die Aprikosen fein püriert - wer mag: zusammen mit den Kräutern - und zur Seite stellen. Nun nacheinander (m: 3 Stück-weise) die Eis-Eiswürfel mit dem Standmixer im Rest püriert. Kokos-Dattel-Masse mit Aprikosenmasse verquirlen und in einem Plastik-Behälter für weitere 4-5 Stunden ins Eisfach stellen.
Anmerkung m: wer sich für das Aprikosen-Eis-Plus entscheidet - mit Zitronenthymian, Verveine oder Keffirlimette - sollte darauf achten, dass diese Zugabe wirklich allerfeinst zerkleinert wurde. Sonst wird später das Schleck-Erlebnis gestört! In der Eismaschine erhält das Eis bestimmt etwas kleinere Eiskristalle, aber das Ergebnis von Hand ist ebenfalls völlig zufriedenstellend.
Inspiration: Stern
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| Holzbiene im Passionsblumenrausch |
EDIT 8.August: vermelde das erste Wesepnnest im Treibhaus dieses Jahr!
Prophecy: Kefir-Limetten-Kuchen mit Kokos-Ingwer-Kruste
Mittwoch, 10. März 2021
Kennt ihr das: man behauptet etwas und das Leben haut einem postwendend das Gegenteil um die Ohren. So à la: *Jetzt kommen wir gleich wieder an die Ampel, die IMMER rot ist!* Und man biegt um die Kurve und dann steht sie natürlich auf Grün. So in der Art! Self-destroying prophecy eben! Was aber im Sinne der paradoxen Intension durchaus hilfreich und heilsam sein kann!
Mit *Life is a rollercoaster* haut eine Freundin als Lebensweisheit gerne um sich und schaut dabei betont (theatralisch) tiefgründig, was sie sehr gut kann als gelernte Schauspielerin und was mich immer zum Lachen bringt. Es geht hoch, es geht runter. Oben den Kopf nicht zu hoch strecken und unten ihn nicht zu sehr zwischen die Schultern klemmen. Schlägt das Pendel in die eine Richtung aus, dann kann man sich darauf verlassen, dass es irgendwann auch wieder in die andere Richtung wedelt. Der Ausgleich kommt. Schwierig nur die Nummer mit der Geduld!!
Kaum habe ich im letzten Post nägelkauend vor mich hingemümmelt, kam prompt ein unglaublich wunderschöner Frühlingstag um die Ecke: der erste Auswärtscafé an einem Stehtisch in der Sonne seit Ewigkeiten (so gehen heute ja Sensationen), die erste Nachtigall, die im Garten singt, die Tomätelchen, die sich in ihrer ganzen geschlüpften Winzigkeit präsentieren, überall explodierende Sträucher und Bäume - es war einfach herrlich!
Wie sagt Felix Lobrecht im Interview (eine weitere mir sympathische Youtube-Entdeckung): der Frühling ist deshalb der tollste Monat, weil der Kontrast so groß ist zu den langen, voran gegangenen Winterwochen. Nachher Mitte August mal 28°C zu haben, ist lange nicht der gleiche Burner! Es braucht den unmittelbaren Vergleich. Und je größer der Kontrast umso dicker der Eindruck! Da ist was dran!
Und jetzt denkt mal mit und weiter! In Anbetracht dessen - nachdem wir jetzt so lange so kurz gehalten wurden - könnte das doch ein richtigrichtig supi Sommer werden. Weil wir derart reif fürs Leben außerhalb der vier Wände in den Startlöchern stehen! Weil wir Ereignis-ausgetrocknet wie wir sind, jeden Erlebnis-Regentropfen wieder zu schätzen wissen, schlürfen werden wie Ambrosia! Doch nicht unwahrscheinlich! Doch nicht aus der Luft gegriffen, oder?!
Zeitgleich scheint ein kleiner Ruck auch durch andere zu gehen. Man schöpft wieder Hoffnung. So kommen vermehrt Anfragen und Buchungen bei uns rein. Trotz aller Ungewissheit. Das könnte wohl ein freudiges Wiedersehen mit einigen vom Tribe werden - schön wärs. Immer vorausgesetzt, dass Reisen innerhalb von Europa wieder möglich sein wird. Der springende Punkt (im wahrsten Sinne) wird wohl sein, ob sie den Tourismus vor oder nach Pfingsten lockern werden...
Unsere deutschsprachigen Gäste bringen im Gepäck stets etwas mir sehr Wertvolles mit und das Einzige, was ich in Frankreich wiederkehrend vermisse: meine Muttersprache! Schließlich gehört diese Sprache untrennbar zu mir - verstärkend, weil ich mit einem Deutschen zusammenlebe. Und ich habe ja nicht umsonst *Deutsch* studiert! Ich liebe es, das exakt passende, beschreibende Wort im Ozean der deutschen Sprache herausgefischelt zu bekommen - samt dem manchmal damit einhergehende Ringen darum.
Allein solche Tage, solche Gedanken, solche Einschätzungen, solche Hoffnungen, solche Vorfreuden gilt es zu feiern. Ich backe also einen Kuchen! Dabei bleibe ich meinen Vorlieben treu: logo zählt auch dieser zum Team #Brownie-Style. Dafür gibts ja die einschlägige Zusammenstellung! Und ich hätte dergleichen süße Stückchen noch viele im Repertoire. Wie der Espresso-Kuchen mit Crème fraîche. Oder den Caprese al Limone. Oderoder... Eure Wahl wie ihr euch den Frühling aufsüßt!
Die heutige Variante besticht durch die gelungene Kombi an Aromen, der Frische und dem Eindruck der Leichtigkeit. Muse für das Topping bot mir übrigens Susanne.
Zutaten - Kastenform 25cm:
200g Butter, weich
150g Zucker (m: Rohrzucker)
1 Pr Salz
4 Eier
280g Mehl
2 1/2 TL Back-Pulver
190ml Kefir
2 Limetten (Schale, Saft)*
Topping:
50g Butter
50g Zucker (m: Rohrzucker)
25ml Sahne
1 Pr Salz
75g Kokosraspeln
2cm Inger, fein gehackt
Zubereitung:
Ofen auf 180° (O/U-Hitze) aufheizen.
Butter mit Zucker hell cremig aufschlagen, Limettenschale zufügen und die Pise Salz. Dann ein Ei nach dem anderen unterrühren. Dann abwechselnd Mehl/ Backpu und Kefir untermischen, dann den Limettensaft.
Form buttern.
Den Teig in die vorbereitete Kastenform füllen und in den heißen Ofen schieben - insgesamt für ca. 55min backen.
Nach 15 Minuten den Kuchen der Länge nach einschneiden und weiterbacken.
Nach ca. 45min das Topping vorbereiten: dafür alle Zutaten in einen Topf geben und so lange erhitzen und dabei rühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat.
10 min vor Backende das Topping auf die Kuchenoberfläche verteilen/ spachteln und dann die letzten 10 Minuten fertig backen. Stäbchenprobe.
Anmerkung m: die Limetten könnte man auch prima mit Combava ersetzen - also wer dran kommt!
Inspiration Topping: Susanne aka Magentratzerl




















