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Donnerstag, 30. Mai 2019

Süßes zwischendurch: Rhabarber-Tarte Tatin


Die Königin der Tarte Tatin ist gleichzeitig ihre Urmutter, nämlich die aus Äpfeln. Ich habe mein Rezept einfach auf eine Tarte Tatin mit Rhabarber umgemünzt - und es funktioniert damit genauso. Die Anleitung dafür habt ihr ja bereits, also hier nur eine kurze Anweisung für *Etwas Süßes zwischendurch*: den Rhabarber wie gewohnt putzen und schälen und in 4cm große Rauten/ Stücke schneiden. Das Karamell wird extra zubereitet und direkt auf den Boden der Moule à manque verteilt, worauf der Rhabarber dann so anmutig wie dicht an dicht verteilt wird. 

Die Tarte Tatin ist ein echter Lieblingskuchen von mir: schön rustikal, schnell gemacht, sehr französisch,  in seiner Schlichtheit schwer zu toppen und soooo lecker! Ein bißchen Crème fraîche dazu oder geschlagene Sahne, etwas Vanille-Eis... voilà, wie Gott in Frankreich!

Sonntag, 26. Mai 2019

zu Tisch mit #9... MM


Eines der absoluten Pros, die ich dem Zeitgeist nicht hoch genug anrechnen kann, das ist mein Internet-Zugriff. Ich kann im französischen Outback weltabgewandt, zurückgezogen, ruhig und friedlich mitten in der Natur leben und habe dabei ständigen Zugriff auf alles Wissen. Das ist einfach genial! Auf diese Weise habe ich mir das Kochen und Brotbacken beigebracht. Und auf diese Weise lerne ich Yoga - für mich ein toller Ausgleich zur Gartenarbeit. Oder wenn ich gerade keine Gartenarbeit habe.

Mit keiner Yoga-Lehrerin stehe ich öfters auf der Matte wie mit Mady Morrison. Mittlerweile verfüge ich über genügend Erfahrung, mir mein Programm selbst zusammenzustellen, aber manchmal ist es einfach herrlich bequem, einfach nur den Abläufen folgen zu müssen. Und Mady leitet mich nun bestimmt schon über zwei Jahre regelmäßig an. So konnte ich sie dabei beobachten, wie sie erfolgreicher und erfolgreicher wurde und ihre Anhängerschaft wuchs und wuchs. Heute ist sie das, was sich *Influencerin* nennt und kann mit 28 Jahren hauptberuflich davon leben. Ich freue mich sehr für sie - absolut verdient.

Mady ist unglaublich fleißig, ihre Youtube-Filme sind hochwertig produziert, ihre Flows sind abwechslungsreich und fordernd, ihre Stimme ist sachlich und unaufgeregt, die Anweisungen klar und präzise und ganz wichtig (das ist eine häufige Fehlerquelle anderer Flows, die online zu finden sind) der Rhythmus und die darauf eingestellte Atmung stimmt. Der große Mehrwert ist, dass sich ihre Videos selbst in der Wiederholung nicht abnutzen. Wenn es nach mir ginge, könnte Mady komplett auf die beliebte Lebenshilfe verzichten, die in dieser Branche gerade zwingend dazugehört. Zumal sie derlei gar nicht nötig hat. Mit ihrer in sich ruhenden Art, glaube ich ihr, dass sie als Kind mit sich *Tee-Zeremonie* gespielt hat - Beispiel-leben hat mehr Kraft als alle Worte. Und was mir ebenfalls gut gefällt ist, dass Mady kein Klischee erfüllt (juchhu!), sondern anstelle von Surfen und veganer Ernährung lieber boxt und mit ihrem Hund spazieren geht.

Ihr Wissen als gelernte Kommunikationsdesignerin fließt nun in ihren Kanal ein - und das sieht man. Hauptsächlich verbreitet sie ihre Inhalte über Youtube oder Instagram. Tja, fragt ihr euch, habe ich nicht eben noch über letzteres gefrozzelt? Zumal ihr Freund Danny, mit dem sie seit 10 Jahren zusammen ist, mit in ihr Buisness eingestiegen ist. Beste Gelegenheit die zwei an meinen Tisch einzuladen und neugierig nachzufragen, wie es denn funktioniert, wenn es funktioniert. Gerade für Danny (à la *Er macht die Fotos, sie bekommt die Herzchen*), der seine Mady ausgesprochen ästethisch zu inszenieren weiß. Spannend wäre auch für mich, wie man als Youtuberin den Medien-Umgang noch in einem gesunden Maß hält oder wie man den begleitenden, narzistischen Tendenzen in diesem Beruf entgegenwirken kann.

Nachhaken würde ich weiter, wie es sich für sie anfühlt, soviel *follower* zu haben - und zwar im engsten Sinne des Wortes. *Ich bin sicher nicht die einzige hier, die sich eine Freundin wie Dich wünschen würde. Mit Deinen Videos fühle ich mich nicht mehr ganz so einsam. Ich danke Dir nicht nur für diesen neuen, herrlichen Flow, sondern einfach für alles!* ist nur ein Kommentar, den ich mal rausgegriffen habe, um zu zeigen, mit welcher Inbrunst junge Mädchen an Mady hängen.

Um mehr über Mady zu erfahren, kann man sich in verschiedenen Interviews einlesen wie dieses oder dieses. Am meisten spricht jedoch für Mady, ihre Art Yoga zu vermitteln, und damit Menschen wie mir eine Yogastunde mitten ins Wohnzimmer zu bringen. Daher wäre meine Emfpehlung, sich  einfach mal Madys Anleitungen anzuvertrauen - das kann man nämlich ganz hingebungsvoll - und dabei ausprobieren, ob der Trend Yoga vielleicht auch dem eigenen Körper gut tut. Ich habe nach Yoga mit Mady immer das Gefühl, mich selbst massiert zu haben!

Als Beispiel habe ich euch ein paar meiner Lieblingsflows herausgepickt (Madys Lieblingsvideo ist übrigens dieses). Und zuguterletzt gibt es on the top noch einen Fragebogen, den Mady für mich ausgefüllt hat.












meine 10 Fragen an Mady:


1. Du hast in deinem Garten genau einen einzigen Platz für einen Baum. Welchen suchst du dir aus?

Ich würde mich für einen Pinienbaum entscheiden. 
Er ist nicht nur wunderschön, sondern erinnert mich vor allem an meinen ersten Frankreich-Roadtrip ;-)


2. Was könnte dir dein zukünftiges Ich für heute raten?

Es würde mir wahrscheinlich raten, öfter Pause zu machen, den Laptop zuzuklappen und das Handy auszuschalten. Die heutige Zeit ist super schnelllebig, da ist es umso wichtiger sich dennoch den Raum für Ruhe und Langsamkeit zu gönnen.
Mein Future-Ich winkt also definitiv mit einem SLOW-DOWN-Fähnchen in der Hand ;-)


3. Es ist einer dieser fiesen Tagen, an denen nix hinaut - wie kannst du dich selbst aufheitern?

Auch diese Tage sind vollkommen legitim und gehören dazu. Grundsätzlich gebe ich meinen Gefühlen und Emotionen also erstmal den Raum genau so zu sein! Das nimmt schonmal einiges an Druck raus.
Und dann… dann bewege ich mich. Spazieren, Yoga, Boxen, Handstand… ganz egal. Raus aus dem Kopf und rein in den Körper. Das wirkt!


4. Umgekehrt (Aufheiterung für andere): ein Lieblingswitz vielleicht?

Ich kenn nur Flachwitze. Haha ;-P

Was liegt am Strand und ist schwer zu verstehen? Eine Nuschel.
Wie nennt man ein weißes Mammut? Hellmut.
Wie heißt ein Keks an der Börse? Spekulatius.

5. Wie hat sich für dich/ euch der Umgang mit Social Media verändert seit aus Spiel Ernst wurde?

Hui, tatsächlich bin ich seit über 6 Jahren auf Instagram und seit über 4 Jahren auf Youtube unterwegs. Der Übergang vom Hobby zum Beruf kam sehr schleichend und ehrlich gesagt so leise, dass ich es selbst kaum merkte ;)
Mittlerweile hat sich der Umgang aber ein Stück weit professionalisiert, indem ich beispielsweise gezielt Fotos für Instagram produziere oder Youtube Videos vorplane. Das war am Anfang nicht da Fall. Damals habe ich mein Frühstück oder meinen Hund gepostet und dann war gut ;-P
Heute stehe ich als Person mehr im Fokus und Yoga, Bewegung & Achtsamkeit spielen eine weitaus wichtigere Rolle.
Spontane Selfies und Momentaufnahmen gibt es natürlich trotzdem noch ;-)


6. Du darfst dich in der Kiste der Superkräfte bedienen - welche wählst du?

Ich würde mich gerne von A nach B beamen können. Wobei mit nem Fingerschnipsen die Küche aufräumen, wäre auch nicht schlecht ;-P


7. Eines der schönsten Liebeslieder ever ist…?

Eric Clapton - Layla und 
Neil Young - Harvest Moon ;-)


8. Woran hast du/ habt ihr gemerkt, dass du/ ihr verliebt bist/ seid?

Dass man verliebt ist, spürt man einfach mit jeder einzelnen Zelle, oder ?!
Als Danny mir dann aber zum Geburtstag einen Gitarrengurt, bestickt mit meinem Namen (von ihm selbst!), schenkte, wusste ich: Hui, der Typ meint es wohl wirklich ernst, er legt sich ja richtig ins Zeug ;-)

Das ist jetzt über 10 Jahre her und ich bin soooo unendlich glücklich und dankbar ihn an meiner Seite zu haben <3


9. Stell dir vor, du stehst vor einem allwissenden Orakel - welche Frage stellst du?

Ich möchte gar nicht so genau wissen was kommt. Ich bin voller Vertrauen, dass das Leben einen guten Weg bereit hält.


10. Eines deiner Lieblingsgerichte ist...? (Ein Rezept für mich vielleicht ;-)
Oh ja, da habe ich was feines! Vielleicht kein richtiges Gericht, aber dafür ein phänomenales Getränk: Die Goldene Milch!
Das Rezept dazu gibt es auch ganz einfach zum Nachmachen auf meinem Youtube-Kanal und Blog. Im Sommer kann man die Golden Milk übrigens auch ganz prima eisgekühlt trinken.
Rezept auf dem Blog: https://www.madymorrison.com/food/goldene-milch-kurkuma-drink

Mittwoch, 22. Mai 2019

Schlagworte: Hummus-Teller


Der reinrassige, eingefleischte, orthodoxe Vollblut-Pazifist wird bereits bei dem Begriff *Schagwort* zusammenzucken. Zu aggressiv. Zu angriffslustig. Doch niemand arbeitet lieber damit wie Werbung und Politik. Das fällt gerade jetzt wieder zur Europa-Wahl auf. Einfach, klebrige, eingängige Versprechungen - mehr Inhalt braucht es nicht.  Oder mehr passt halt nicht auf das Plakat. Das muss man verstehen. Und alles klingt irgendwie ähnlich reisserisch: *Just do it* oder *Yes wie can*, *Das schaffen wir* oder *Wenn's gut werden soll* - als wären sämtliche Slogan von der gleichen Agentur entworfen worden. SameSame but different!

*Wir lieben Europa, deshalb wollen wir es verändern* las ich gerade. Merkwürdige Liebeserklärung: ich mag dich, deshalb gefällst du mir nicht, wie du bist. Für mich muss man anders Süßholz raspeln. Komisch auch, dass diese Versprechungen durchaus unerfüllbar bleiben dürfen. Ist ja nur der Aufhänger. Das sollten wir kapiert haben. Im Kleingedruckten steht das Wesentliche. *Quand l'Europe veut, l'Europe peut* - *Carglass répare, Carglass remplace!*  

Aber wenn wir schon dabei sind, dann hätte ich ebenfalls ein paar Vorschläge anzubieten. Wie gesagt: *Vorschläge*. Meine Ethik-Professorin an der Uni brachte mir bereits bei, dass selbst die Menschenrechtscharta lediglich Vorschläge sind. Unverblindliche Richtlinien. Wenngleich auch sehr schön klingende. Voilà, also los gehts aus meiner Schreibwerkstatt:


*Leben Sie einfach - wir kümmern uns um Ihre Datensicherheit*

*Weltfrieden - macht Kinder froh!*

*Europäische Atomkraft - DER Garant für sichere Endlager!*

*Wenns einmal läuft: europäischer Warenverkehr auf Schienen!*

*Für europäisches Handwerk - die Bürokratie übernimmt ab sofort der Staat!

*Jetzt mal echter Mehrweg: 
Jeder Produzent haftet für das Recycling seines Produktes*

*Die Natur und du: Artenvielfalt gleich Lebensvielfalt*

*Zufriedenheitsgarantie: Embargo aller Ländern, die Waffen exportieren!*

*Dicke Autos - fette Steuer!* 
 
 
Ach, ich könnte endlos weitermachen. Irgendwie erwartet ja keiner mehr groß Ergebnisse. Oder doch? Eigentlich sind es doch vielmehr verwunschene Zielvorstellungen, die angestrebt werden wollen. Irgendwann. Und erstmal theoretisch. Fristen sind sowieso was für Kleindenker. Und die Welt ist zu komplex für echte Hauruck-Aktionen. Global Playing wenn es um das Klima oder das Recht von Lebewesen geht - zu große Brötchen. Gut, ja, vielleicht sollte ich etwas besser über Politik denken. Die Poltikschaffenden machen mir es leider nicht einfach, da mein Maßstab der uralte Spruch bleibt: *An den Taten werdet ihr gemessen*. Wären vielleicht mehr wie die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern - deren Gebaren fand ich in der Attentat-Situation ganz toll - dann, vielleicht dann... 

Ihr habt auch noch mehr Vorschläge? Bitte her damit, nur raus damit! Ich verspreche auch, ganz bestimmt nicht in die Politik zu gehen. Lieber koche ich uns etwas Leckeres. Und zwar einen Hummus-Teller, den ich genau so in einem kleinen türkischen (eigentlich kurdischen) Resto in Freiburg gegessen hatte. Ich hätte mich wirklich reinsetzen können: die seidige Kichererbsen-Crème, die knusprigen Falafel dazu. Ganz nachbasteln konnte ich es zuhause nicht. Für uns zwei hatte ich keine Lust die Friteuse anzuwerfen und ersetzte Falafel durch Mais-Küchlein. Und wie sich rausstellte, bräuchte ich für die gleiche Cremigkeit des Hummus wohl einen besseren Mixer (vielleicht seid ihr besser ausgestattet wie ich). Nichtsedestotrotz: ein oberköstlicher Teller!


Zubereitung:

Maisküchlein:
100g Maisgrieß/ Instantpolenta*
400ml Gemüsebrühe
2 TL Rosmarin, fein gehackt
Harissa
2 TL Tomante-Confit
3 EL frische Kräuter
1 TL Mandelmus

Salz, Pfeffer

Grill-Gemüse
Paprika, Brokkoli, Karotten, grüner Spargel, rote Zwiebel
Marinade
3 TL Koriander
1 TL Kreuzkümmel
1/2 TL Sumac
1/2 TL Paprika
Salz, Pfeffer
Sonnenblumenöl

Hummus
300g Kichererbsen, gekocht, geschält*
1 Zitrone, der Saft davon
1 EL Tahini
2 Knoblauchzehen
Kochwasser der Kichererbsen
(ansonsten einfach etwas Wasser)
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

am Abend zuvor:

Kichererbsen am Abend zuvor mit ausreichend Wasser bedecken und quellen lassen. 

Für die Mais-Küchlein die Brühe mit dem Rosmarin aufkochen. Die Instantpolenta einstreuen und etwa 3min unter Rühren köcheln lassen bis die Polenta anzieht. Dann die restlichen Zutaten untermischen und sehr würzig abschmecken. Eine Kasten- oder Gratinform mit Frischhaltefolie auslegen und die Masse darin glatt einstreichen, so dass sie etwa 1cm Höhe hat. Abkühlen lassen, abdecken und in den Kühlschrank stellen.

Quellwasser der Kichererbsen abschütten, mit neuem Wasser aufsetzen und weich garen (m: mit einem Stück Kombu-Alge). Kochwasser auffangen und aufbewahren - Kichererbsen häuten s.u. bei *Tipp*

Alle Zutaten in einem Mixer geben und so cremig und glatt wie möglich pürieren (mir gefiel am Original, dass die Konsistenz eher eine Sauce als ein Püree war, also flüssiger als ich es sonst gegessen habe).

Den Ofen auf 200° vorheizen. Gemüse putzen: Brokkoli in Röschen teilen, Paprika und rote Zwiebel in Streifen ebenfalls Karotten in nicht zu dicke Streifen schneiden, Spargel in mundgerechts Stücke richten. Die Zutaten der Marinade mischen. Ich habe nur einen Teil des Gemüses damit mariniert, nämlich Karotte und Brokkoli und den Rest pur vorgezogen, also auf die andere Seite der Gratinform gegeben, nur mit etwas Öl beträufelt und gesalzen und gepfeffert. Für ca. 20 min im Ofen garen. Für ein paar wenige Minuten habe ich noch den Grill abschließend angeworfen.

Während das Gemüse im Ofen schmorrt, aus der Polenta kreisförmige Küchlein ausstechen und in Öl von beiden Seiten knusprig braten.

Die Hummus-Crème auf den Tellern verteilen, Gemüse und Mais-Küchlein darüber und los gehts...

TIPP: In diesem Fall ist Instant-Polenta die bessere Wahl, weil die Küchlein dadurch mehr Halt erhalten. Nimmt man - wie ich sonst - bevorzugt richtigen Maisgrieß, muss man die Küchlein beim Wenden mit mehr Vorsicht behandeln.

um Kichererbsen zu häuten, die zwischen den Handflächen hin-und herrollen - dabei löst sich die Schale - nun zurück in eine Schale mit Wasser geben, dabei schwimmt die Schale oben an der Wasseroberfläche und die Kichererbsen sinken nach unten.



Sonntag, 19. Mai 2019

Soweit so gut: Parmesan-Gnocchi mit grünem Spargel und Brokkoli aus dem Ofen


Weil Brokkoli doch so gesund sein soll und ich ihn zudem gerne esse, vergeht keine Woche, in der ich ihn nicht auf den Tisch bringe. Vielleicht sollte ich mal ein Brokkoli-Spezial veranstalten. In der Warteschleife stapeln sich die Brokkoli-Rezepte nur so und das Blog bietet bereits einiges zum Stichwort.

Für meinen Geschmack passen grüner Spargel (Blog-Empfehlungen über den Lind) und Brokkoli hervorragend zusammen - und die zwei lassen sich im Ofen ganz unkompliziert und lecker garen.

Ich habe mich ein Mal mehr an begleitenden Kartoffel-Parmesan-Gnocchi probiert. Der Hartweizengrieß gibt einen schönen Biss und lässt sie in der Pfanne besonders knusprig werden. Mal wieder mit mehr Zeit für Kür werde ich an dem Rezept noch etwas feilen und sie dann mit Lust zum Ziselieren über mein Gnocchi-Brett (coucou Hannah) rollen! Bis dahin bin ich schon mal schwer begeistert von dem Stand der Dinge bis hierhin - so weit ohne falsche Bescheidenheit!


Zutaten 2P:

350-400g Kartoffeln (m: Mona Lisa)
1 Eigelb
60g Hartweizengrieß (fein)
40g Mehl
40g Parmesan, gerieben
Salz
1 EL Öl 

250g grüner Spargel
1 kleiner Brokkoli
1 TL Thymian
Sonnenblumenöl
Salz, Pfeffer
1/2 TL Vanillezucker

Sonnenblumenöl zum Braten
Parmesan zur Deko

Zubereitung:

Die Kartoffeln in der Schale garen, etwas ausdampfen lassen, pellen und noch warm durch die Kartoffelpresse drücken. Mit allen Zutaten vermengen und zu einem homogenen Teig verkneten. Reichlich Salzwasser zum Sieden bringen. Zu zwei Rollen von etwa 2cm Dicke ausrollen, Stücke von etwa 1cm Länge abschneiden und die Gnocchi nach Wunsch formen. In das siedende Wasser geben, so lange garen, bis die Gnocchi an die Wasseroberfläche steigen, dann abschöpfen und gut abtropfen lassen.

Den grünen Spargel richten: Enden abschneiden und das untere Drittel schälen. In mundgerechte Stücke schneiden. Brokkoli in mittelgroße Röschen teilen. Alles in eine ofenfeste Form geben, etwas Öl zufügen und gut mischen, salzen, pfeffern, zuckern und mit Thymian würzen.

Den Ofen auf 200° (O/U-Hitze) vorheizen. 

Das  Gemüse für knapp 20 Minuten auf der mittleren Ebene in den Ofen schieben, bis es gar ist.

Parallel die Gnocchi in etwas Öl knusprig braten.

Gemüse mit Gnocchi auf einem Teller anrichten und mit etwas Parmesan bestreuen.

*Anmerkung m: Die Mona-Lisa-Kartoffel ist eine halb-feste Sorte/ ob Gnocchi in der Pfann anhängen oder knusprig braten, hängt von der Pfanne ab!

Geier-Päuschen mit Ausblick

Donnerstag, 16. Mai 2019

Ludwigs Bauernbrot mit Chia


Ein Mal im Monat darf ich lamentieren, einverstanden? Hat von euch jemand zufällig den ARD-Film *Papa hat keinen Plan* angeschaut? Ich dachte, endlich mal nicht immer die gleichen deutschen Schauspieler und das schöne Italien als Kulisse... also mal gucken.  Aber ähhhh..., welche Botschaft bitte will dieser Film transportieren? Gut, die pupertierende Tochter ist bei der alleinerziehenden Mutter aufgewachsen und der Vater hat sie in dieser Zeit vernachlässigt. Aber das soll dann diesem unerzogenen Balg das Recht geben, ihren Vater wie Rotz am Ärmel zu behandeln? Überhaupt! Wie kann sich ein ausgewachsener Mann so ein Verhalten bieten lassen? Was ist das bitte für ein Umgang miteinander? Will man so Nachwuchs für SM ranziehen?

Ehrlich - alles Geisterfahrer!

Denn ein weiteres Ereignis, was sich an diese Gedanken anschließt, das war eine beobachtete Geschichte als wir sonntags - mal wieder - im Café in der Sonne saßen (für was lebt man in Südfrankreich? Eben!). Ich sehe also einen Vater mit seinen zwei Töchtern am Café vorbeilaufen, wobei die jüngere Tochter von etwa drei Jahren auf den ersten Blick ein echtes Zuckerpüppchen ist: asiatische Gesichtszüge dazu umringt von einer großen Wolke schwarzer, krauser Haare. Kurz darauf setzte sich die Dreiergruppe direkt neben uns an einen Tisch. Und der Vorhang ging auf. Zu einer echten Gruselvorstellung!

Exakt mein Zuckerpüppchen drischt mit all ihr zur Verfügung stehender Kraft auf ihren Vater ein und schreit ihn zusammen, was ihre Lungen hergeben. Zuerst registriert der ein oder andere Café-Besucher die Szene lächelnd. Nachdem sich das Theater aber zieht und zieht, schlägt die allgemeine Stimmung um. Der einzige, der dazu eine Meinung kundtat, war der Habib, der den Herrn Papa darauf hinwieß, dass ein Vater nicht so mit sich umgehen lassen dürfe. Prompt entschuldigte sich dieser bei uns, nahm seine Tocher erklärend in Schutz, er hätte ihr nunmal ein Spielzeug verweigert zu kaufen, das sie sich gewünscht hätte. Zuguterletzt verließ die mutterlose Familie das Café: der Vater unter Tritten und Verwünschungen seiner jüngsten Tochter. Und unter missfälligen Blicken des ungewollten Publikums. Bis zu dem Moment hielt ich Diskussionen, ob mit oder ohne Kinder nur bestimmte Restaurants oder Cafés besucht werden können, für ein Kuriosum - in Frankreich auf dem Land laufen die Kinder üblicherweise nebenher mit. Kinder, die Terror-Rambazamba veranstalten, sieht man selten.

Direkt fiel uns eine Bekannschaft auf Madagaskar ein. Rolf, der Leiter des Jugendamtes einer Schweizer Großstadt erzählte uns, dass sich Fälle häufen würden, in denen das Amt einschreiten müsse, weil Eltern von ihren Kindern misshandelt würden. Wir lachten ihn damals ungläubig aus.

Dort - auf Madagaskar - nahmen wir übrigens an der Christmette teil: die Kirche so voll, dass viele stehen mussen. Und zwar mischten sich unter viele Frauen und wirklich unzählige Kinder sowie Babys nur ein paar vereinzelte Männer.  Ein einziger Säugling fing während des Gottesdienstes an zu weinen und die Mutter ging mit ihm kurz nach draußen, ansonsten hätte man nicht gehört, dass überhaupt Kinder anwesend sind.

Aber traurig, nicht als Lehrerin zu arbeiten - so, wie ich es studiert habe - bin ich ehrlich gesagt nicht. Gerade wenn ich solche Artikel lese wie von dieser Lehrerin in der Zeit... und  der Autorin glaube. Grenzen zu vermitteln und Grundsatz-Benimm gehört nun mal ins Elternhaus - das kann Schule nicht leisten. Mich würde eine solche Tätigkeit auf Dauer zu sehr aufreiben.

Gibt es in unserer Gesellschaft tatsächlich einen derartigen Drift? Nehmt ihr das anders wahr? Ich frage mich oft, woran sich die heutige Jugend hochzieht - vergleichend etwa mit Gerhard Hauptmann - oder in Anbetracht der Klima-Veränderung und der wegsterbenden Natur. Da braucht es vielleicht rauhere Sitten, wer weiß?!


Ich freue mich, dass die Brotrezepte auf dem Blog so eifrig aufgerufen werden. Sollte der nächste, längere (und heiß ersehnte) Landregen mich nach innen verbannen, dann habe ich mir fest vorgenommen, zumindest und als allererstes mein *Brot-Board* wieder auf den aktuellen Stand zu bringen. Heute zeige ich euch ein rustikales Brot mit Rotkorn-Weizen, dunklem Starkbier und Chia.

Zutaten 2 Laiber:

Sauerteig - 12 Stunden:
150g Roggen-Vollkornmehl
150g Wasser
30g Roggen-ASG

Vorteig:
100g Purpur-Vollkornmehl
100g Wasser
1,5g Hefe

70g Chia-Samen
200ml Bier (m: König Ludwig)

Brotteig:
Sauerteig
Vorteig
Chia-Samen
300g Purpur-Vollkornmehl
200g Weizen 1050 (m: T110)
150g Weizen 550 (m: T65)
18g Salz
2 EL Rübensirup
3-4g Hefe
300ml Bier 
ca. 60ml Wasser

Zubereitung:

Sauerteig-ASG rechtzeitig auffrischen (Hefe-Führung) und den Sauerteig ansetzen. Zeitgleich ebenfalls den Vorteig auf den Weg bringen: 1 Stunde bei Raumtemperatur anspringen lassen, dann in den Kühlschrank verfrachten. Chia-Samen-Quellstück direkt ebenfalls anrühren, und gleichfalls abgedeckt im Kühlschrank lagern.

Für den Brotteig alle Zutaten (außer dem Wasser) miteinander vermengen und ca. 10 Minuten kneten - das Wasser während des Knetvorgangs schluckweise anschütten.

Den Teig in eine geölte Schüssel umverfrachten, direkt 1x falten, 20 min Teigruhe, ein weiteres Mal falten, 20 min Teigruhe. Dann den Teig teilen, zu zwei runden Laibern wirken, mit dem Schluß nach unten in die vorbereiteten Gärkörbe legen, 15 min entspannen lassen, dann für etwa 5 Stunden in den Kühlschrank.

Backofen mit Backstein aufheizen. Bei 250° mit Dampf einschießen, nach 10 min dem Dampf ablassen, fallend auf 200° ca. 50 min backen (Klopfprobe).

Anmerkung m: Das Brot hat - wie immer dank Chia - eine tolle Frischhalte-Qualität. Wer das Brot nicht zur Gare in den Kühlschrank stellen möchte, gibt einfach etwas mehr Hefe an den Brotteig. 
 

Sonntag, 12. Mai 2019

Überwintern in Thailand


















Warum an den gleichen Ort nochmals?

Wir hatten letztes Jahr für uns einen nahezu idealen Ort entdeckt: spektakulär unspektakulär. An einem noch weitestgehend unbebauten, kilometerlangen, menschenleeren Strand in der Nähe eines kleinen Dorfes, wo wir unter Thais mit vereinzelten Touristen lebten. Dazu kam der nahezu ideale Bungalow in Strandnähe, der mitten in dem großen Garten einer Thai-Familie stand, die drei unterschiedliche Häuschen vermieten. Aircon nutzen wir nicht, weil wir alle Türen offen stehen lassen konnten. Und die Umgebung ließ es sogar zu, dass wir unser Heim verlassen konnten, ohne abschließen zu müssen. Mopedfahren brachte Spaß und Beweglichkeit, war sicher und easy. Bref: Ruhe, Friede, Freiheit, Natur! Außerdem waren wir viel umhergereist die letzten Winter. Einfach nur maxicosy schien auch mal verführerisch...

Also? Wie wars?

Für uns war das Premiere: zum zweiten Mal an den gleichen Ort zurückzukehren und zudem einfach drei Monate dort zu verweilen - das gabs noch nie. Also eine komplett neue Erfahrung.

Gut eingelebt?

In vier Phasen würde ich unsere Zeit dort unterteilen.

Die erste Phase nenne ich die Murmeltier-Phase. Anfang Dezember kamen wir an - mitten in der schönsten Regenzeit. Die Vorweihnachtszeit hätte für uns keine größere innere Einkehr sein können. Durch die ergiebigen Regengüsse war unser Bewegungsradius beschränkt, wir mummelten uns vorallem im Bungalow ein, wir schliefen viel, redeten viel, ich las viel oder dattelte im Netz (und das Thai-Wlan ist speedy total) oder machte bei kurzen Regenpausen Strandspaziergänge. Die Yogamatte konnte ich auf der überdachten Terrasse bei der Outdoor-Küche ausrollen (wenn der pefekte Ort wegen Nässe ausfiel = Bild 14) - so lange, bis ich mit den Flipflops in einer Pfütze ausrutschte, mir den Ellenbogen verstauchte und auch in der Hinsicht etwas Ruhe geben musste. Raus aus den Gewohnheiten hieß es zudem, was das Fotographieren anging: die Kamera ging kaputt. Bref: Es tat uns super gut, wir erholten uns spitze, die ersten Wochen vergingen (wider Erwarten) im Flug.

Drei Monate am gleichen Ort: wurde das nicht langeweilig?

Zu den Unterbrechungen (Phase 2 und 3) komme ich noch extra, lande ich bei Phase 4. Die nenne ich ebenfalls Murmeltiertage - jetzt aber anders gemeint. Kennt ihr den Film *Und täglich grüßt das Murmeltier*? Ein SUPER Film! Mir kams gen Ende schon so vor, als würde die Platte hängen. Als würde man alles in-und auswendig kennen, hätte alles gesehen und abgefrühstückt. Aber gerade rückblickend brachte genau diese Ereignislosigkeit eine besondere Intensität. Eintönigkeit birgt viele Möglichkeiten - wenn man sie ertragen kann. Das Erleben verlegt sich nämlich dadurch sehr ins Innere. Ein Mal mehr halte ich die Nüchternheit als DIE große Qualität hoch, um zu Erkenntnis zu gelangen. Je länger ich mich von allem Rausch fern halte, umso mehr staune ich, wie ich immer noch mehr und noch tiefer ausnüchtere. Einem Level folgt immer noch eines. Ich fühlte mich an meine Vipassana-Meditationszeit in Burma erinnert. Irgendwie geht Erkenntnis über sich selbst damit einher, dass man das Sand im Getriebe erst richtig lokalisiert/ formuliert bekommt. Bref: irgendwie unangenehm, aber extrem bereichernd!

kurz und knackige Beobachtungen (wie beim letzten Mal):

 ° viele Unfälle passieren in thailändischen Badezimmern: nass sind die typischen Bodenfliesen spiegelglatt
 ° Thais schätzen traditionell Nachthemden und Pyjamas - trotz der Temperaturen auch in Flanell
 ° thailändischer Klamotten-Second-Hand-Flohmärkte sind ein Eldorado für mich: superbillig, frisch gewaschen und gebügelt (Gegenteil = Madagaskar)
 ° die Thais legen großen Wert auf ein gepflegtes Erscheinungsbild
 ° Trinkgeld ist nicht zwingend eine gute Idee: je näher man sich steht, umso heftiger wird Trinkgeld abgelehnt (gilt nicht für Touri-Hochburgen)
 ° Thailand gilt als Land des Lächelns - ich finde total zurecht. Eine Lieblingssituation: ich lächle auf dem Heimweg eine Frau an, die in einem Straßenresto sitzt, und ihr Antwort-Strahlen waren volle hundert Watt - selten so jemand aus dem Stand lächelnd aufleuchten sehen...
 ° die thailändische Mäßigung ist super angenehm im Umgang - so lässt sich selbst Suff ertragen
 ° thailändische Schlager laufen überall und sind angenehme Herzschmerz-Schmacht-Mucke - I like!
 ° nicht zierend aber wahr: je verwestlichter das Thai-Food war, umso lieber habe ich es gegessen (die Schärfe!). Ansonsten habe ich bereits viel zu Märkten und Essen gesagt
 ° Unser Lieblingsessen: Kæng k̄heīywh̄wān p̄hạk (Grünes Gemüse-Curry) - wie meist mussten wir das kị̀ (huhn) gegen p̄hạk (Gemüse) austauschen.
 ° ein bißchen Thai kann ich jetzt auch sprechen (keine Touri-Hochburg = wenig englisch)
 ° wir machten wochenlange eine Mangostan-Kur - einer Frucht, der Wunderkräfte nachgesagt wird. Und mein Eindruck war: sie entgiftet wirklich! 
 ° ich stehe einfach auf die Tropen-Geräuschkulisse: die Frösche, die Grillen, die Vögel!
 ° tosendes Meer kann sich ähnlich anhören wie direkt neben einer Autobahn zu wohnen
 ° mit Insektengiften hat es mein Körper nicht so (ich reagiere leicht allergisch) und hatte manchmal krasse Flacken an Armen und Beinen - keine Ahnung, was dort alles sticht (Moskitos waren das jedenfalls keine)
 ° die schamlose Hemungslosigkeit mit der sich eine Großzahl der weißen Touristen auslebt, kennt man hierzulande nur als Ausnahmezustand verkleidet an Karneval - oder nicht einmal dann. Leider bleiben diese Menschen dennoch Botschafter ihrer Heimatländer, denn den meisten Thais wiederum bleibt die Möglichkeit verwehrt, sich selbst einen Eindruck von dieser Kultur vor Ort zu machen. Man schämt sich bis zur Buckligkeit fremd!
° keine nennenswerte Ungeziefer zu vermelden: 2 kleine Skorpione, ein giftiger Tausendfüßler, eine dicke Spinne nachts unter der Klobrille - die vielen Schlangen sahen wir nur überfahren entlang der Straße.
 ° nachwievor hat jedes Land immernoch seine Knechte: in Thailand sind es die Burmesen 
 ° Katzen sind nicht gleich Katzen - in Thailand sind sie VIEL dichter am Mensch! 
 ° schlimm: die Verschmutzung des Meeres!

TIPP

 ° Bettbezüge mitnehmen - Kleidung und Bettwäsche ist in Thailand mit viel Polyester-Anteil - durch die hohe Luftfeuchtigkeit schimmeln reine Baumwollsachen (oder Ledersachen) sehr schnell. Wir haben unsere Kissen also mit unseren eigenen bezogen und den Bettbezug nutzten wir wie einen Schlafsack (oder als Decke).

Fazit

 ° Jede Reise spiegelt den aktuellen Beziehungsstand -   Habib, am liebsten bin ich zu zweit *mit dir*!

 ° Thailand wäre für uns ein Land zum Auswandern. Klar das Klima ist eine große Umstellung, die Essensgewohnheiten eine kleinere, aber die Freundlichkeit und Entspanntheit der Menschheit ist ein RIESEN Plus dieses Landes!



Freitag, 10. Mai 2019

Gastbeitrag: Rhabarberkuchen von Hannah


Für mich hat alles als Gast-Bloggerin begonnen, so freue ich mich sehr, wenn ich nun umgekehrt mal Gelegenheit zum Bäumchen-Wechsel-dich-Spiel bieten kann - umso mehr, da es sich um meine treue Leserin Hannah handelt. Der Tarteboden - so ungewöhlich er daherkommt - ist eine Entdeckung! Und das weiß ich aus erster Hand:


Fügung: Rhabarberkuchen für Micha und Fried

Manchmal passieren Dinge im Leben schneller als gedacht. Dann greift ein Rädchen ins andere, die Dinge passen und fügen sich, und so saßen unverhofft bald Micha und Fried bei uns am Tisch.

Neben der Freude über den Besuch, das Kennenlernen im „Echtleben“ war bei mir – ich gebe es zu – auch ein wenig Aufregung dabei: Was backe ich, wenn Micha, meine erklärte Küchenmuse, zu Besuch kommt? Auf ein erprobtes Micha Rezept zurückzugreifen wäre natürlich die „sichere Bank“ gewesen, aber irgendwie schien das mir in diesem Falle doch etwas zu bequem. Micha was aus ihrem Blog vorbacken? – Nee…  Nun ist der April ferner obsttechnisch ja nicht gerade der üppigste Monat, jedoch beginnt die Rhabarbersaison – strenggenommen ist das Knöterichgewächs ja ein Gemüse, aber bei mir doch eher in der „Obstecke“ einsortiert und unmittelbar mit dem Gedanken an Rhabarberkuchen verbunden. Für den Rhabarberkuchen anlässlich des Besuchs von Micha und Fried fügt sich eine ordentliche Schicht fruchtig säuerlicher, dezent gesüßter Rhabarber zwischen einen klassischer Eier-Schmand-Guss, wie ihn meine Oma schon machte, und einen „Freestyle Teigboden“. Letzterer entstand ursprünglich mal in dem Bestreben mein Mehlsammelsurium zu dezimieren (deswegen das Reismehl) und einem spontanbackbedingten Buttermangel (deswegen Kokosöl und Quark). Das Ergebnis wurde damals schon für gut befunden und noch etwas weiterentwickelt und ist vielseitig verwendbar, so auch diesmal. 

Gelobt wurde er der Kuchen. Große Erleichterung und Freude auf meiner Seite. Freude aber besonders darüber mit diesen beiden Menschen Zeit verbringen zu dürfen, sich auszutauschen, zu hören, zu sehen und zu fühlen. Manchmal fügt es sich einfach.

Danke auch, Micha, für deine Einladung hier auf deinem wunderschönen Blog einen Gastbeitrag leisten zu dürfen.

Ich habe den Kuchen ursprünglich in einer 26er Springform gebacken. Nachdem ich der Gastblogeinladung gefolgt bin, habe ich zum 1. Mai für uns und die Fotos kleine Tartes in einem Muffinblech gebacken. Geht auch wunderbar. Die angegebenen Zutaten und Backzeiten beziehen sich aber auf die 26er Springform. 

Während die Rhabarbertartes im Ofen buken, wurden im Sandkasten eifrig weitere Kuchen fabriziert. Das Rezept dazu ist selbsterklärend.


Zutaten - Tarteform 26cm

Teig:
90 g Vollkornreismehl
90 g Haferflocken, gemahlen
60 g Mandeln, gemahlen
35 g Kokosblütenzucker
knapp ½ Zitrone, Abrieb
1 kleines Ei
80 g Quark
70 g Kokosöl, flüssig erwärmt

Belag:
Ca. 700 g Rhabarber, geschält und geputzt gewogen, entspricht ca. 1 kg ungeschältem Rhabarber (ohne Blätter)
3 EL Rohrzucker

Guss:
2 Eigelb
1 EL Speisestärke
200 g Crème fraîche (Schmand oder Saure Sahne gehen sicher auch)
1 Msp. Vanille
2 Eiweiß, mit 1 Pr. Salz zu steifem Schnee geschlagen

Zubereitung:

Für den Boden alle trockenen Zutaten vermengen. Dann Ei, Quark und flüssiges Kokosöl schnell unterkneten. Einen flachen Fladen formen und in Frischhaltefolie mindestens eine halbe Stunde, gerne auch über Nacht, kühl stellen.

Den Rhabarber putzen und schälen und in ca. 2 cm lange Stücke schneiden. Sehr dicke Stengel der Länge nach halbieren. Wasser in einem großen Topf zum Kochen bringen, ein Sieb einhängen und hierdrin je eine Handvoll Rhabarber in dem kochendem Wasser 40-60 Sekunden (nicht länger) blanchieren. Die Stücke müssen noch fest und roh sein. In einem großen Sieb mindestens eine halbe Stunde abtropfen lassen. Wer auf Nummer sicher gehen will (wie ich diesmal) lässt ihn über Nacht abtropfen, denn gerade der frühe Rhabarber ist sehr saftig und schnell ist ein Teigboden dadurch durchweicht. Alternativ könnte man auch Zwiebackbrösel oder gemahlene Mandeln auf den Teigboden legen. Wollte ich aber nicht. Also eben gut abtropfen lassen. 

Ofen auf 190 Grad (O/U Hitze) vorheizen.

Boden einer Springform mit Backpapier auslegen, Ränder fetten.

Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche auf etwas mehr als 26 cm auswellen und in die Form einlegen. Wem das nicht gelingt (mir), halbiert den Kreis, legt zwei Halbkreise ein und fügt die Nahtstelle liebevoll zusammen.

Rand auf ca. 2-3 cm Höhe begradigen.

Rhabarberstücke auf den rohen Kuchenteig verteilen.

Im vorgeheizten Ofen im unteren Drittel 25-30 Minuten backen. Gegen Ende dieser Backzeit den Guss vorbereiten: Eigelb mit Stärke, Crème fraîche und Vanille gut verrühren. Eischnee unterziehen.

Nach der ersten Backzeit 3 EL Rohrzucker über den ¾ gebackenen Rhabarberkuchen verteilen und dann sofort den Guss drübergießen. Auf mittlerer Schiene, diesmal bei 175 Grad weitere 15-20 Minuten backen, bis der Guss ganz zart bräunt.

In der Form eine Stunde abkühlen lassen. Erst dann öffnen.

Erdbeereis passt sehr gut dazu.


Sonntag, 5. Mai 2019

Engelsgymnastik: Paprika-Kartoffel-Eintopf


*Was habt ihr da in diesem Wochenend-Seminar gelernt? Engelsgymnastik? Was soll das sein? Wie soll das gehen?* Der Habib hatte Mühe, seine undurchdringliche Minie beizubehalten. Aber nur so kam er zu einer Kostprobe. Die zwei initiierten Probandinnen standen vor ihm, ruderten mit den Armen und machten vor, was sie neu erlernten hatten. Die Arme weit zu beiden Seiten gen Himmel ausgestreckt und dann wieder eng um sich selbst geschlungen, riefen sie begleitend in leicht theatralischem Tonfall dazu: Ich gebe, was ich nehme, ich nehme, was ich gebe... Esoterik... es kann nicht blöd genug sein. Und ja, teuer war das Wochenend-Seminar auch. Kann schließlich nicht jeder vermitteln, Engelsgymnastik.

Für den Habib und mich ist das mittlerweile ein geflügeltes Wort: *Engelsgymnastik*. Bringt uns zuverlässig zum Lachen. Schön blöd, wer auf so einen Quatsch reinfällt. Aber wenn ich eines verstanden habe, dann dass jeder die Erfahrungen macht, die er für seinen Lebensweg braucht. Und für erklärungsbedürftig halte ich den Humbug *Engelsgymnastik* nicht. Wer bei dem Wort schon keine Zweifel hat, dem ist leider nicht zu helfen. Ich fühle mich in solchen Momenten nicht angesprochen, hier etwas graderücken zu müssen. Irgendwann sollte der gesunde Menschenverstand von alleine einsetzen. Und wenn nicht, ist Hopfen und Malz verloren. Dann besteht die Gefahr, aus dem Wald nicht mehr herauszufinden. Da kann man Gretel fragen...

Ganz andere Maximen hat da die Foodbloggerei. Glasklare, überprüfbare quasi. Wie hat die große Schwester des Foodbloggens, Nicki, es einst für alle in Stein gehauen: You get, what you see! So zumindest  ging es mal los. Und für mich ist das nachwievor der unumstößliche Maßstab. Da können mir die schönsten, ausgeleuchtesten Fotos samt überwältigt dekorierten Teller gestohlen bleiben, wenn nachher mein Essen keine Ähnlichkeit damit hat. Dann stimmt entweder etwas am Rezept oder an der Foodfotographie oder an beidem nicht. Genau diese Verlässlichkeit hatte mich als Kochanfängerin überhaupt erst auf Foodblogs gebracht: normale Menschen kochen normales Essen in normalen Küchen. Einfach erklärt.

Bei Kochbüchern konnte ich nicht darauf gehen, dass die Rezepte immer einwandfrei funktionieren. Oft genug ist mir passiert, dass Zeiten oder Mengenangaben nicht stimmten. Oder aber die Abbildung mit meiner eigen Küchenwerkelei rein gar nicht gemein hatte. Mit diesem Eintopf, aufgegriffen aus dem SZ-Quartett, ist mir das mal wieder passiert. Mein Kartoffel-Gulasch sah - nachdem ich mich fast brav an die Zubereitung gehalten habe - ganz anders aus. Bereits ein Blick auf die Zutatenliste hätte mit einem dreiviertel Liter Gemüsebrühe (wie im Original) angezeigt, dass der Eintopf zwangsläufig flüssiger werden muss als das Foto verspricht. Die B-Note stimmt zumindest: den Bauch hat er gewärmt und geschmeckt hat er sehr gut!


Zutaten 2P:

2 rote Paprika, unter dem Grill geröstet, gehäutet*
2 EL Olivenöl
400ml Gemüsebrühe
500g Kartoffeln (festkochend)
2 kleinere Zwiebel, fein gehackt
Rapsöl
1 TL Paprikapulver (edelsüß)
1 Spritzer weißer Balsamicoessig
2 Knoblauchzehen

1 Lorbeer-Blatt
Kreuzkümmel (gemahlen)
Majoran
Salz, Pfeffer

Piment d'Espelette
2 EL Sauerrahm

(m: ersetzt durch 1 EL Mandelmus)
1/2 Bund Schnittlauch

Zubereitungszeit: 

Die gegrillte Paprika häuten und kleinschneiden. In einem Topf mit Gemüsebrühe bedecken (etwa 100ml) und dem Lorbeerblatt und weich garen. Lorbeerblatt entfernen, 1 EL Mandelmus zufügen und fein pürieren - zur Seite stellen. Kartoffeln schälen und in 3–4 cm große Stücke schneiden. Knoblauch und Zwiebeln fein hacken.

Die geschnittene Zwiebel in Rapsöl goldbraun rösten. Das Paprikapulver dazugeben ebenso den Knoblauch, das Ganze durchrühren und mit dem Essig ablöschen. Die Kartoffeln, Kümmel und Majoran dazugeben. Öfter umrühren, bis der Saft durch die Kartoffelstärke sämig und die Kartoffeln weich sind – das dauert ca. 20 Minuten. Jetzt die Paprikasauce untermischen. Mit Salz, Pfeffer und Piment abschmecken und nochmals ein wenig köcheln lassen. (Zum Anrichten den Sauerrahm glatt rühren und ein Nockerl auf das Gulasch geben.) Mit geschnittenem Schnittlauch bestreuen.

Inspiration: SZ-Kochquartett

Libellen-Schmetterlingshaft

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