Sonne & Lavendel

Freitag, 23. Dezember 2022



Sonne & Lavendel Appartments


Ferienwohnungen mit Fernblick

Naturparadies, Lavendelduft, Quellwasser, Feste, Märkte, Badeflüsse, Schutzgebiet und Geheimtipp VERCORS DRÔME im Herzen Südfrankreichs.

Wir freuen uns auf Gäste, die suchend und bedürftig sind nach Ruhe, Stille, Weite, Wolkenspiel, nach Gespräche über Gott und die Welt, nach croissants, chansons und papillons, nach Vogelgezwitscher, Grillengezirpe, Lichterketten und Sternschnuppen, nach Durchatmen, Tiefschlafen und Draußensein...


   **** unsere Homepage: Sonne und Lavendel ****

 

Spiritualität vs. Esoterik: Hua Juan - gedämpfte Brötchen

Mittwoch, 21. Dezember 2022

 

Wenn es einen Gott gibt, dann schaut er sicher nicht wohlgefällig auf die weiße Menschenrasse. Bei diesem kleinen Gedankenspiel sind wir uns einig, oder? Hey, so viel realistische Selbsteinschätzung muss drin sein. Kolonialismus, zwei Weltkriege und ein dritter in Arbeit, die Ausbeutung der Erde, der Umgang mit Tieren... © by white race. Karma - die Konsequenz aller Taten - löst sich nicht einfach in Luft auf.

Man könnte meinen, jetzt zu Weihnachten ploppt hierzulande noch ein letzter Restbestand auf eines Bedürfnis, sich Göttlichem hinzuwenden. Aber nimmt man mein kleines Blog-Event vor Jahren mit der Frage *Was bedeutet für dich Weihnachten* repäsentativ, dann spielte für nicht eines meiner teilnehmenden Mädels mehr Spiritualität eine Rolle in der Auseinandersetzung mit Weihnachten. Kirche und Religiösität sind rum. Vorbei. Aber einen Ersatz haben wir ebenfalls nicht dafür. Wir haben uns von Gott abgewendet. Wir brauchen Gott nicht mehr.

Warum soll es Gott geben? Weshalb sollte ich mich der Dramatik des Lebens stellen? Wodurch Leben entsteht, kann ich doch mit Maß und Zahl analysieren. Wozu mich eingliedern, wo ich bereits über den Dingen stehe.

Gut veranschaulicht die Arte-Doku *Spiritualität 2.0 - der Traum vom optimierten Ich* was es bedeutet, keine Verbindung mehr zu haben zur universellen Einheit: angehimmelte Gurus puschen in bester Ami-Life-Coach-Leistungssport-Manier Menschen dazu mittels Autosuggestion ihr Ego zu boostern um im Außen besser anzukommen. Auf dem Weg zum Maximus. Das Große, das wir anbeten, sind wir selbst. Na denn man tau! 

Ja, die Beziehung zu Gott hat jeder selbst zu knüpfen. Höchst individuell. Keine Zwischeninstanz, keine Mittler von Nöten. Genau deswegen: Erstmal muss man Gott irgendwo finden (Rilke). Ganz wie meine Investigativ-Journalisten, denen ich die letzten Jahre verstärkt zuhöre, betonen: Information ist eine Holschuld und keine Bringschuld. Nur wer Fragen hat erhält Information. Gleiches gilt für die spirituelle Suche. Keiner kommt mit dem Silbertablett vorbei und reicht Antworten.

Allahu akbar heißt übersetzt eben nicht *Gott ist groß* sondern *Gott ist größer* - das macht einen gewaltigen Unterschied, für alljene, die darüber nachdenken. Ich will in der Lage sein, in allen Tempeln der Erde das jeweils Größte anzubeten, sagt Rilke sinngemäß. Denke so gross du nur kannst - Gott ist größer. Und dann sehne dich nach dieser Nähe.

Ein spiritueller Weg beginnt definitiv nicht esoterik-like mit einem Kindergeburtstag à la *Du bist ganz wundervoll, so wie du bist*, sondern, rollt sich eher umgekehrt auf. Ihr kennt bestimmt die Anekdote: Ein Lama wird gefragt: Wie erhalte ich Erleuchtung? Die Antwort lautet: Klo putzen, Klo putzen, Klo putzen. Ohne, dass man sich selbst nicht dem stellt, was im Inneren im Weg steht - Ängste und Hochmut - gibt es keine Weiterentwicklung. Nicht zu vergessen das Familienkarma (oder neudeutsch die transgenerationale Weitergabe von Traumata), das in Bann schlägt. Schlüssel zur Befreiung sind Erfahrungen, Erkenntnis und Selbstreflexion. Auf diese Weise knüpfe ich einen Draht zu meinen eigentlichen Beweggründen - meinem Wesen, das ganz unabhängig ist von Dingen wie Namen, Herkunft, Adresse, Alter, Beruf, Kreditkarte, Freunde, Beruf, Partner. Sonst nämlich wird es schwer bis unmöglich, anzunehmen was war, was aber jetzt nicht mehr zu ändern ist - sei es noch so ungeheuerlich. Daher gilt es, seinen Frieden mit der Vergangenheit zu schließen. Kein Neustart ist vorher denkbar, sondern nur neues Karma stapelt sich obendrauf.

Die Hoffnung aller Suchenden winkt in der Ferne: die Überwindung des Ego, der Mensch, der sich freiwillig Werten unterstellt, der in der Lage ist, sich selbst nicht zu wichtig zu nehmen, der das Mentale zum Schweigen bringt, der sich innerlich leer und zum Gefäß machen kann, und im stillen Bewußtsein Kontakt zu der Welt findet, die unsere eigentliche Heimat ist, der geistigen Welt. Doch dieser Gnadenakt ist nicht für alle bestimmt - ganz wie beim Lottospiel: alle können gewinnen, aber halt nicht jeder. Die Evolution ist verschwenderisch. Nicht jede Kaulquappe wird zum Frosch. 

Schon gar nicht die Kaulquappen, die nicht von ihrem Sockel runterzusteigen wollen und auf eigene Bedeutung pochen. Oder selbst keinen blassen Schimmer haben, was sie bewegt. Wieviel Mensch - im höchsten Sinn des Wortes - in einem steckt, beweist sich einzig im Praxistest, jenseits von aller Philosophie und allen Wortspielereien, für sich ganz allein: Es ist nicht genug, zu wissen, man muss auch anwenden. Es ist nicht genug, zu wollen, man muss auch tun.“ (Goethe)

 

 

Mitten während das Blog im anstrengenden Baustellenmodus hängt, schlage ich euch eine vegane Festtages-Inspiration vor. Die gedämpften Brötchen Hua Juan - wieder mal inspiriert von Susanne - sind schick und lecker und passen sowohl zu jedem Salat wie jedem Eintopf. Wir waren beide überzeugt. Eine schöne Abwechslung auf dem Eßtisch und das Zubereiten hat mir Spaß gemacht.

Fünf Versuche zum Formen hatte ich, was sich als weniger tricky herausstellte als angenommen. Trotzdem sehen sie entschieden nach *Prototyp* aus. Das geht noch deutlich hübscher. Mein Stolperstein war das Öl, mit dem ich zu großzügig war beim Anschwitzen der Frühlingszwiebeln umging, so dass mir die kleinen Origami-Brötchen fast aus den Fingern geflutscht sind, wenn ich sie beim Drehen halten wollte. Eigentlich sind diese Schönlinge echt gut machbar und kein Hexenwerk.

Die gibt es also 100 pro wieder und dann werde ich zu dem Rezept *Making of*-Fotos nachposten, bis dahin erklärt dieses kleine Youtube-Filmchen mehr als hundert Worte.


Zutaten 2P/ 5 Stück:

150g Mehl (30g Einkorn-VK/ 120g T65)
5g Hefe
1/2 TL Haushaltsnatron
1 EL Sonnenblumenöl
15g Rohrzucker
1/2 TL Salz
85g Wasser
2 kleine Frühlingszwiebeln
Chili-Flocken
2-3 EL Sonnenblumenöl
Salz, Pfeffer

 

Zubereitung:

Alle trockenen Zutaten in eine Teigschüssel geben und vermischen. Öl und Wasser zugeben und alles zu einem glatten Teig verkneten, der sich vom Rand der Schüssel löst. Bedeckt an einem warmen Ort zu doppelter Größe aufgehen lassen; das dauert ungefähr eine Stunde.

Inzwischen aus Backpapier 5 Quadrate mit ca. 7 cm Seitenlänge zuschneiden. Die Frühlingszwiebeln putzen und in feine Röllchen schneiden. In Olivenöl anschwitzen bis sie gerade beginnen leicht golden zu werden - salzen, pfeffern und mit Chili würzen.

Die Arbeitsfläche leicht mit Mehl bestäuben und den Teig zu einem Quadrat von 25 x 25 cm ausrollen. Die Oberfläche mit dem Öl bepinseln.

Nun das obere Drittel des Teiges über die Füllung klappen, dann das untere Drittel darüber schlagen. Das so entstandene Rechteck in 10 gleich breite Streifen schneiden. Zwei Teigstreifen übereinander legen. Mit einem Essstäbchen der Länge nach mittig den Teig nach unten drücken, bis er an den Seiten hochkommt. Teigstreifen umdrehen, die glatte Seite ist nun oben. Mit Gefühl in die Länge ziehen. Mit den Streifen eine Schlaufe formen - Teigenden werden in den Fingern zusammengehalten und in diese Schlaufe quer ein Essstäbchen quer einführen. Dieses 2 Mal um sich selbst drehen. Dann - die Teigenden mit einer Hand gen Boden drückend - das Eßstäbchen mit Druck nach unten rausziehen. Die Teigenden mit einer Hand weiter halten, mit der anderen Hand das Stäbchen nach unten drückend herausziehen. Das fertige Bao auf ein Stück Backpapier legen.

Die fertigen Baos mit einem Geschirrtuch bedeckt nochmals 40 min ruhen lassen.

Zum Garen Wasser in einem Dämpftopf erhitzen und die Bao 12 bis 15 min dämpfen.

Die Hua Juan schmecken frisch und noch warm am besten, man kann sie aber auch gut unter Dampf oder in der Mikrowelle regenerieren. 

Quelle: magentratzerl / Youtube - Anleitung

 


Joyeux Noël euch allen!

12 von 12 - Dezember 2022

Montag, 12. Dezember 2022










 

Der Montag fand statt zwischen zwei Terminen und zwei Städtchen nach eisiger Nacht. Die Außentemperaturen verlangen nach dicker Verpackung. Das allzeit geliebte Porridge findet nun wieder vor Sonnenaufgang statt. Deko-mäßig weihnachtet es allerortens sehr. Altbekanntes wie das dampfende Blumenkohl-Risotto oder der alte-neue Weihnachtsbaum samt frisch gebundener Couronnes kreuzen durch den Tag. Gelegenheit für ein café in Titofs neuem Wohnzimmer Tribouli bleibt auch - ich liebe die *Jagdtrophäen* aus Schwemmholz (Künstler wird nachgereicht). Und irgendwann findet sich auch noch ein Zeitfenster für Yoga samt einem Rate-die-Assana-Foto. Wo die Sonne nicht hinreichte, funkeln weiter Eiskristalle. Jetzt ist bereits länger schon dunkel. Viel passiert hier heute nicht mehr, der Ofen knistert, die Mandarine ist geschält...

und die anderen so... mal schauen bei Caro von Draußen nur Kännchen, die das 12er Event ausrichtet.

Dienen: Knusperhäuschen-Honig-Plätzchen oder schlichte Lebkuchen

Sonntag, 11. Dezember 2022


Mein Großvater verstarb früh an den Folgen seiner Kriegsgefangenschaft. Er hinterließ meiner Großmutter vier Töchter. Neben dem Existenzkampf als Alleinerziehende pflegte sie gleichzeitig mehrere Jahre ihren bettlägrigen Vater. Oft sollte die Großmutter später zu mir rückblickend sagen: *Ich weiß nicht, was ich ohne Schwester Misaela gemacht hätte.* Nicht alleine der tatkräftige Beistand sondern ebenso die moralische Unterstützung halfen ihr sehr durch diese harte Zeit.

In meinem Heimatdorf habe ich als Kind noch die letzte Generation Ordensschwestern miterlebt. Beide standen damals schon kurz vor der Rente. Die eine sprang als Krankenschwestern überall dort ein, wo Menschen ähnliche Hilfe wie meine Großmutter bedurften, die andere leitete den hiesigen Kindergarten. Das Grippelspiel zu Weihnachten in unserer Kirche war legendär. Für die Ausstattung konnte Schwester Luzia auf viele kleine, helfende Hände zurückgreifen und aus der gleichen Riege wurde eine ganze Heerschar  pausbäckiger Engel gebildet, die das Jesuskind samt Maria und Josef umringten. Obendrein gab Schwester Luzia den Dorfkindern Blockflöten-Unterricht. Dabei ging sie nicht eben zimperlich zur Sache. Wenn nicht alle leise genug waren, konnte einem schon mal der Kasten der Flöte ans Hirn fliegen.

Heute gibt es in Deutschland nur noch einen Bruchteil der Nonnen von damals. Und deren unentgeldliche, unbürokratische Hilfe von einst, ist nicht einfach ersetzbar durch Pflegedienste. Warum fehlt den Ordensschwestern der Nachwuchs?

Vielleicht weil meine Generation bereits unter neuer Prämisse ins Leben gestartet ist: *Verwirkliche dich selbst!* - ich hatte es davon. Die verstorbene Frau meines Habibs hingegen arbeitete als Krankenschwester. *Ich will etwas für die Menschen tun* - dieses innere Bedürfnis trieb sie an, ihren Beruf dieser Aufgabe zu widmen. Ganz nach dem altbekannten Goethe-Zitat aus seinem Gedicht *Das Göttliche*: Edel sei der Mensch, hilfreich und gut. Doch dienen denn solche Gedanken heute überhaupt noch als Maßstab?

Sich in den Dienst von etwas zu stellen, ist doch eigentlich totally out, oder? Ich habe kein Beispiel aus dem Freundeskreis parat, das in seiner beruflichen Tätigkeit rein von moralischen Motiven angestoßen wäre. Wenngleich ich das weit verbreitete Ehrenamt (Tafeln usw.) nicht schmälern will. Bestimmt nicht. Mutter Theresa soll gesagt haben: *Die Frucht der Liebe ist Hoffnung. Die Frucht der Hoffnung ist Dienen. Und die Frucht des Dienens ist Liebe.* Es ist ein Kreislauf - das eine führt zum anderen. (Ein Zitat, das ich übrigens aus einem weiteren, kurzen Film von Green Renaissance entliehen habe). Alles hängt miteinander zusammen. Man kann das eine nicht ohne das andere haben. Eine alte Erkenntnis - ich komme wieder und wieder (...) darauf zurück, denn davon bin ich tief überzeugt. Doch wo nur sind unsere Ideale, wo die leuchtenden Vorbilder?

*Man erziehe Knaben zu Dienern und Mädchen zu Müttern, so wird es überall wohl stehen* (Goethe). Klingt doch nun völlig aus der Zeit gefallen, oder? Was aber ist die Alternative? Bleibt ja dann nur das Pendant dazu, nämlich dass stattdessen alle herrschen wollen über andere. Wo das hinführt, wenn sich der Mensch *die Erde Untertan macht*, bekommen wir ja vorgeführt.

In einem der letzten Vorträge, die ich mir mit dem Dalai Lama ansah, träumt er davon, noch zu Lebzeiten anzuregen zu können, dass *Mitgefühl* als Schulfach gelehrt wird. Die Herzensbildung als schulischer Kanon, Empathie als Pädagogik, Unterricht in Menschlichkeit. Ja, was glaubt ihr, ist denn das überhaupt möglich, zum Guten zu erziehen? Oder ist das nicht vielleicht doch Charaktersache? Gäbe es überhaupt ein Interesse daran? Bedarf es eines solchen Unterrichts? Was meint ihr? 

 


Von meinem heute zum 3. Advent vorgestellten Rezept war ich mit dem ersten Bissen überzeugt! Ganz schlichte Lebkuchen, an denen man sich gar nicht überessen kann, weil sie so pur gehalten sind und von angenehm dezenter Süße. Dazu lassen sie sich noch lange aufbewahren, so dass es keinen Grund gibt, nicht wirklich eine großzügige Ladung davon auf einen Schlag zu backen.

Tatsächlich sind die Lebkuchen in ihrer Grundidee für ein Lebkuchen-Haus gedacht. Aber warum sollte man sich verkünsteln, wenn man viel einfacher davon kommt... ihr kennt mich. Das Rezept stammt von einer Freundin, die es wiederum aus einem alten Weihnachtsbackbuch hat. 

 

Geschwister im Blog-Universum, die offen legen, wie gerne ich Lebkuchen esse:

 **** der Klassiker und DUBB gekennzeichnete Lebkuchen

 **** ein neuer Stern und gleich hoch eingestiegen: die vegangen Lebkuchen-Gutzli

 **** Lebkuchen-Herzen - fand ich auch absolut spitze. 



Zutaten - ca. 40 Stück:

250g Honig
200g brauner Zucker (evt. weniger)
150g Butter, weich
400-450g Mehl 
100g gemahlene Mandeln ersetzen
1 TL Zimt
2 TL Lebkuchengewürz 
(oder je eine gute Prise Kardamom, Nelke, Piment, Muskatblüte)
1/2 Zitrone, Schale davon
1 EL Kakao
1 Eier
1 TL Pottasche
2 EL Rum (oder Wasser)

Zubereitung:

Die Butter, den Honig und den Zucker in einen Topf geben und unter Rühren so lange erwärmen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Etwas abkühlen lassen und in eine Rührschüssel umfüllen. Die restlichen Zutaten mit dem Knethaken gründlich untermengen. Die Pottasche mit Rum oder Wasser in einer Tasse verrühren, bis sie sich aufgelöst hat. Diese dann ebenfalls zum Teig dazugeben und so lange auf höchster Stufe weiterkneten, bis der Teig glänzt und nicht mehr klebt (ansonsten noch etwas Mehl zufügen). Der Teig sollte fest und formbar sein. Den Teig im Kühlschrank für mehrere Stunden ruhen lassen - am besten über Nacht.

Backofen auf  180°C (O/U-Hitze) vorheizen. Backbleche mit Backpapier auslegen.

Dann den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche etwa 6 mm dick auswellen. Motive nach Wahl ausstechen - ich finde, zu dem Geschmack passen nicht zu kleine Formen, also eher größere. Was wiederum der Schnelligkeit der Herstellung entgegenkommt!

Die Sterne (Kreise, Herzen, Bäume...) mit etwas Abstand auf das Backblech setzen. Blech in die Mitte des Backofen einschieben und etwa 18 min backen. Vorsichtig vom Blech lösen, denn die Sterne sind noch sehr weich. Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen. Dann in einer Keksdose aufbewahren - halten sich prima.

Anmerkung m: die Hälfte des Rezeptes haben bei mir 38 Lebkuchen à  5,5cm Durchmesser ergeben/ ein 1/5 des Honigs habe ich ersetzt durch Rübensirup/ den Rohrzucker kann man womöglich gut weiter auf 150g reduzieren beim ganzen Rezept

Quelle: Katja/ GU - Backen für Weihnachten

 

2. Advent: gefüllte Karotten-Kartoffel-Knödel

Sonntag, 4. Dezember 2022


Als Teenie schlackerte mir manchmal die Mimik wie bei einem Baby-Elefanten der Rüssel. Ich konnte gar nicht kontrollieren, dass man mir oft eins zu eins am Gesicht ablesen konnte, was ich denke. Nicht zwingend vorteilhaft. Sehr oft war ich nämlich genervt. Zumal man im frisch geschlüpften Körper dünnhäutiger reagiert, feiner, extremer.

Daher kann ich verstehen, dass sich gerade junge Menschen angezogen fühlen von der Bewegung *Die letzte Generation*. Selbst wenn ich ganz bei Steffi und Thorsten bin: was intressiert es die indischen und chinesischen Bestrebungen samt den dazugehörigen CO2-Emissionen, wenn sich in Gelsenkirchen jemand auf der Straße festgeklebt (wobei die Geschichte mit den CO2-Emissonen... siehe Marijn Poels... aber lassen wir das). 

Dabei ist die Veränderung des Klimas nur eines von zahlreichen Problemen. Wer noch einen Funken lebendige Faser an seinem Kadaver spazieren trägt, muss den Zustand unseres Planeten beunruhigen. Es ist offensichtlich, dass wir nicht Lucky Luke-mäßig einem rosigen Sonnenaufgang entgegenreiten. Der Welt gehts nicht gut. Die Erde ist in einem schlechten Zustand.

Wie außen so innen. Alles zeigt sich symbolisch. Doch wir bekommen nur noch schwer die Entsprechungen zusammen. *Alles hat eine doppelte Bedeutung. Der Grad der Verschmutzung unserer Erde, spiegelt den verdreckten Zustand unserer Seelen wider*, sagt der Habib. Wo - nennt mir einen Bereich - , richtet sich die Menschheit nach Werten, unterstellt sich diesen und handelt nach diesen Maximen. So, wie wir mit dem Biotop, in dem wir leben, umgehen, gehen wir mit uns selbst um. Das hat Rückkopplungen ebenso auf unser soziales Leben, unsere Beziehungen, unsere Zufriedenheit. Lügen, Verdrehungen, Hysterie, Hass... das stapelt sich als Mülldeponie im Geist.

In der rauschenden Außenwelt sorgt man sich um Kriegsmüdigkeit, beschwört Waffenbrüderschaft, erklärt ganze Bevölkerungsgruppen zu Feinden. Keine Ahnung, wer das mitträgt und gut heißt. Ich nicht. Wie vieles andere ebenfalls nicht. Von diesem Außen kann ich mich nur angewidert abwenden. Stattdessen suche ich nach Licht. Es ist Advent. Ist das nicht die Zeit im Jahr, die besonders danach ruft? Ähnlich wie es Kleist formuliert in seinem Text *Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden*, wenn er verwickelt vesteckt in seinen Überlegungen: *Ich pflege dann gewöhnlich ins Licht zu sehen, als in den hellsten Punkt, bei dem Bestreben, in welchem mein innerstes Wesen begriffen ist, sich aufzuklären.

Deshalb erhält meine ungeteilte Aufmerksamkeit nicht jeder, der glaubt, etwas zu sagen zu haben. Sollen sie hetzen. Ich höre ihnen nicht zu. Sollen sie wüten, aber ich spiele nicht mit. Eine schöne Perle habe ich euch stattdessen für den 2. Advent herausgesucht.

Müßte ich einen freundlichen Waldelferich in einem Kinofilm besetzen... ich hätte ihn gefunden: Egbert van Bart (s.u.). Als wäre er dem zauberhaften Buch *Von Elfen, Gobblins und Spuckgestalten* entsprungen. Ihm leihe ich gerne mein Gehör: Gib dich bedinungslos dem Wunder und Geheimnis der Schöpfung hin. Du bist ein Teil davon. Es sind unsere Gedanken, durch die wir uns von der Einheit entfremden. Das, was dir widerfährt im Leben, hat mir dir zu tun und ist nur für dich bestimmt. Du hast damit umzugehen. Wenn du Selbstverantwortung für deine Reise übernimmst, dann erst kannst du dein eigenes Wesens entdecken - gespiegelt von der Welt.

10 Minuten Mensch, die mir Freude machen ... 

 


Freude machen mir auch diese Knödel. Für mich eines der besten Knödel-Rezepte überhaupt. Die Konistenz ist einfach genau richtig: nicht zu fest, nicht zu weich - mit Biss aber soft. Außerdem behalten sie gut die Form

Zwei verschiedene Füllungen stelle ich euch vor - up to you. Dann wartet ein Sonntagsessen!


Geschwister im Blog-Universum: 

**** diese Kartoffel-Gnocchi - siehe hier oder auch hier

**** diese gefüllten Kartoffel-Knödel


Zutaten - 8 Stück:

450g Kartoffeln
100g Karotte, fein gerieben
100g Hartweizengrieß, fein
100g Mehl (m: D1050)
1 EL Kartoffelstärke
50g geriebener Parmesan (optional)
1 Eigelb
Salz
...
Füllung I:
100g geräucherter Tofu
1 Schalotte
2 Knoblauchzehen
1 EL Tamari
1 EL Petersilie, fein gehackt
Pilz-Pulver
Harissa 
...
Füllung 2:
30g Grünkern, grob geschrotet
1 TL Gemüsebrühe-Pulve
1 EL Tamari
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
2 Champignons
Paprika-Pulver
Pimenton de la vera
1 EL Petersilie, fein gehackt
...
3 Stangen Lauch
1 EL Meerrettich-Crème
1 EL Crème fraîche
etwas Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer
etwas Zitronensaft
1 EL Butter

 

Zubereitung:

Kartoffeln als Pellkartoffeln aufsetzen und kochen.

Währenddessen die Füllung zubereiten. Für Füllung II Grünkern mit 50ml übergießen und gut 15min quellen lassen. Ansonsten sehr ähnliche Vorgehensweise. Tofu in kleine Würfel schneiden/ Pilze in kleine Stücke schneiden. Schalotte und Knoblauch fein hacken. In etwas Olivenöl anschwitzen, dann restliche Zutaten zugeben und ebenfalls mitbraten, bis alles gar ist. WICHTIG: bei allen Füllungen gilt diese etwas zu überwürzen, damit nachher der Effekt stimmt! Füllung etwas abkühlen lassen.

Für das begleitende Gemüse den Lauch rüsten, dann in feine Ringe schneiden. In etwas Butter in einer tiefen Pfanne anbraten, dann Brühe und Crème zufügen und bei geschlossenem Deckel weich garen. Zuletzt mit Meerrettich und Zitronensaft abschmecken. Warm stellen.

Die gegarten Kartoffen, abschütten, schälen und noch warm durch die Presse drücken. Zuerst mit dem Mehl und Hartweizengrieß mischen, dann mit restlichen Zutaten. Den Teig nur so lange kneten, bis er homogen und nicht mehr klebend ist. 

WICHTIG: nicht überkneten, sonst wird der Teig speckig!

Die Masse zu 8 gleichgroßen Kugeln formen. Jeweils eine Kugel auf der linken Handfläche schon platt drücken. Dann mit einem Teelöffel die Füllung in die Mitte plazieren und den Kartoffelteig drumherum verschließen. So verfahren bis alle Knödel gefüllt sind.

Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Die Knödel in das siedende Wasser gleiten lassen und so lange garen, bis sie an die Wasseroberfläche steigen. Herausnehmen, abtropfen lassen und zusammen mit dem Lauch servieren.



Goodie: von außen betrachtet - Blick auf Mond und Erde von der Orion-Kapsel der Nasa aus, die fast 500 Tausend Kilometer entfernt von der Erde unterwegs ist. THINK BIG! Schönen 2. Advent euch allen!