Posts für Suchanfrage Kirschtomaten werden nach Relevanz sortiert angezeigt. Nach Datum sortieren Alle Posts anzeigen
Posts für Suchanfrage Kirschtomaten werden nach Relevanz sortiert angezeigt. Nach Datum sortieren Alle Posts anzeigen

Fräse: grüner Spargel mit neuen Kartoffeln und Bärlauch-Hummus

Mittwoch, 5. Mai 2021


Alle, die einen Garten ihr eigenen nennen, wissen wie das NACH eines richtigen Landregens aussieht: man möchte wie ein Fräse durch den Garten kurbeln, man wünschte sich mehrere Arme wie die Göttin Shiva, man hätte gerne eine Armada an Wichteln und Zwerge als Verbündete, auf die man GENAU JETZT zurückgreifen könnte.

Alles will gleichzeitig gemacht werden: GENAU JETZT, wenn sich das Unkraut butterweich aus dem Boden ziehen lässt und die vorgezogenen Pflänzchen in krümmeligen Boden gesetzt werden wollen und die Aussaat die richtige, anhaltende Feuchtigkeit hat. Ich rechne dann meine Gartenarbeit gar nicht in Stunden sondern in *Grünabfall-Säcken*. Meine Hände sind noch weniger als sonst vorzeigbar und schon überhaupt (und sowieso nie) etwas für künstliche Fingernägel. 

Obendrein ist GENAU JETZT die Zeit, in der das Trocknen von Heilpflanzen wieder beginnt (Anfang machten u.a. Melisse, Rotklee und Borretsch). Echt, man möchte sich vierteilen können! Abends liegt man dann im Bett und gerne dürfte ein könnender Physio die erdverbogenen Glieder an ihren ursprünglichen Platz in der Horizontalen erinnern. Und doch fühlt man sich gebraucht, nützlich, als Teil vom Ganzen und sieht das Tageswerk befriedigend vor Augen. Tsss, das bißchen Muskelkatze - je m'en fou!

Ich liebe die Gartenarbeit im Mai. Unser Garten ist nie schöner, ein Stück Paradies, ein Baden in Fruchtbarkeit, Düften, Farben, Blumen und Kräutern. Wer GENAU JETZT durch unseren Garten läuft und nix Schönes entdeckt, dem fällt auch sonst nichts auf, was sein Wohlgefallen findet. Ja, logo, bin ich selbstverliebt, wenn ich von unserem Garten rede. *Der Hass ist parteiisch, aber die Liebe ist es noch mehr!* (Goethe)

 



Daher könnt ihr bestimmt nachvollziehen, dass dem Garten gerade jetzt meine ganze Aufmerksamkeit gewidmet ist. Aber gekocht wird ja doch. Teils aber in Waldfeen-Tempo - wie bei diesem Gericht, bei dem ich auf Vorräte in der Tiefkühle zurückgreifen konnte. Dann ist das Essen *husch-husch* und unkompliziert auf den Tisch gebracht. 

Grünen Spargel im Ofen zu garen, ist sowieso meine liebste Zubereitung für grünen Spargel. Den Hummus mache ich nur großportionsweise - Hummus bereichert viele Gerichte. Und die confierten Kirschtomaten zählen schon lange zu meinen Einmach-Standarts - sie sind auf diesem Teller schwer verzichtbar, da sie einen ausgesprochen feinen Kontrapunkt kreiieren! Die fermentierte Bärlauch-Sauce schmeckt, finde ich, etwas edler als Pesto - aber ganz wie ihr wollt, ganz wie ihr könnt.


Zutaten 2P:

500g grüner Spargel
Olivenöl 
1 Pr Zucker
1 Pr Salz

400g kleine, junge Kartöffelchen (m: délicatesse)
Rosmarin
fleur de sel
Olivenöl
1/4 TL Paprika-Pulver

Hummus*
300g Kichererbsen, getrocknet
ca 3 EL fermentierte Bärlauchsauce
Piment d'Espelette
Zitronensaft
1 EL Tahini
2 Knoblauchzehen
Salz, Pfeffer

250g confierte Kirschtomaten (m: eigene, Froster)

Zubereitung: 

Kichererbsen am Abend zuvor mit ausreichend Wasser bedecken und quellen lassen. 

Quellwasser der Kichererbsen abschütten, mit neuem Wasser aufsetzen und weich garen - dauert ca. 45min (m: mit einem Stück Kombu-Alge). Kochwasser auffangen und aufbewahren - Kichererbsen häuten (dafür diese zwischen den Handflächen hin-und herrollen - dabei löst sich die Schale - nun zurück in eine Schale mit Wasser geben, dabei schwimmt die Schale oben an der Wasseroberfläche und die Kichererbsen sinken nach unten).
 
Alle Zutaten in einem Mixer geben und so cremig und glatt wie möglich pürieren. Mit den restlichen Zutaten würzig abschmecken - mit dem aufgefangenen Kochwasser zur gewünschten Konsistenz bringen.

Den Ofen auf 200° (O/U-Hitze) vorheizen. 

Kartöffelchen waschen, trocken tupfen, Rosmarin fein hacken, alles in einer Schüssel mit 2 EL Olivenöl, Paprika-Pulver und fleur de sel mischen, in eine ofenfeste Form geben und - je nach Größe - für etwa 25-30min in Ofen geben.

Das Ende des Spargels abschneiden und das untere Drittel schälen, mit Olivenöl bestreichen und salzen, pfeffern, sowie mit einer Prise Zucker würzen. Für insgesamt ca. 15-17 Minuten im Ofen garen - entsprechend nach den Kartoffeln in den Ofenschieben, damit beides gleichzeitig fertig wird. Die Kirschtomaten auf die schnelle Variante (ebenfalls mariniert in Olivenöl, einer fein gehackten Knoblauchzehe, gesalzen und gezuckert) mit den Spargel zusammen im Ofen rösten.

Hummus auf einen Teller anrichten, Kartoffeln und Spargel darauf verteilen und die Kirschtomaten zuletzt dazwischen setzen. Servieren.

*Anmerkung m: üblicherweise confiere ich unsere Kirschtomaten für den Froster länger bei weniger Hitze (man kann für dieses Gericht aber auch den Turbo einlegen)/ für das Hummus gleich mehr Kichererbsen einweichen und eine größere Menge machen - Rest einfrieren

 

Geschwister im Blog-Universum: grüner Ofenspargel mit Zitrünen-Pü 

 

sonnen und zur Schau stellen gleichzeitig - Smaragdeidechse-Männer-Leben

Gegessen muß werden: Mangold-Quark-Plätzchen mit Vanille-Kirschtomaten

Dienstag, 4. Oktober 2016

Gegessen muß nun mal werden. Und dieser schlichten Vorgabe der Natur folgend, habe ich mich dafür heute wie so oft aus unserem Garten bedient.

Im Treibhaus kann ich noch einige Tomaten ernten, auch wenn dort wüst die weiße Fliege wütet. Tagetes zwischen den Tomaten als vorbeugende Abwehr stellte sich leider als keine Wunderwaffe heraus. Und auch sonst ist unser Gewächshaus eigentlich vielfältig genug angepflanzt - ich vermute, wie haben die klebrigen Viecher mit irgend einer Pflanze eingeschleppt. Wie die ganzen Bio-Betriebe ihre Gewächshäuser krankheitsfrei halten, ist mir ein Rätsel. Denn vom Markt erkenne ich bei den kleinen Bio-Idealisten, dass auch sie oft unerwünschte Mitesser haben - ich sehe es ihrem Gemüse an: von Möhrenfliegen gekennzeichnete Karotten, kleine Löcher in den Bohnen von Schnecken... Eigentlich wirklich das beste und eindeutigste Indiz dafür, dass sie nicht Spritzen.

Bon, zu den confierten und danach vanillierten kleinen Tomagen gabs einfache Mangold-Plätzchen - schöne, schlichte Gartenküche ohne viel Gedöns und Aufsehen. Alltag eben..
Zutaten 2P:

200g Quark (gut abgetropft)
150g Mangold (jung, nur das Grün)*
1 Ei (L)
2 EL Semmelbrösel
1-2 EL Dinkel-Vollkornmehl
Salz, Pfeffer
Muskatnuss

400g Kirschtomaten
Salz, Pfeffer
Rohrzucker
etwas Olivenöl
2 Knoblauchzehen
Thymianblättchen
1/2 Vanilleschote, das Mark davon
1 guter Stich Butter
Piment d'Espelette

Zubereitung :

Ofen auf 120°C Umluft vorheizen . Kirschtomaten halbieren und auf einem mit Backpapier ausgelegtem Backblech mit der Schnittfäche nach oben setzen. Knoblauch fein hacken und darüber verteilen - ebenso wie den Thymian. Salzen, pfeffern, mit einer Prise Zucker würzen und mit etwas Olivenöl beträufeln. Für 30min in den Ofen schieben

Das Grüne des Mangold in reichlich kochendem Wasser zusammenfallen lassen, mit kaltem Wasser abschrecken und gut ausdrücken. Klein schneiden. Den gut abgetropften Quark (alternativ mit Hilfe eines Küchentuchs gut ausdrücken) mit dem Ei vermengen, den Semmelbrösel, dem Dinkelmehl und mit Salz, Pfeffer und Muskat verrühren. Den kleingeschnittenen Mangold  unter die Quarkmasse heben. Die Masse mit feuchten Händen zu Plätzchen formen und in Olivenöl bei mittlerer Hitze von beiden Seite 4-5 Minuten goldbraun braten. 

Parallel dazu die fertigen Kirschtomaten aus dem Ofen holfen. Die Butter in einer Pfanne schmelzen lassen, mit dem Vanillemark vermengen und die Kirschtomaten darin schwenken. Mit dem Piment würzen und zu den Quark-Plätzchen servieren.

*Anmerkung m: Alternativ zum Mangoldgrün eignet sich natürlich genauso gut Spinat!

Überwindung: Oliven-Gnocchi mit confierten Kirschtomaten

Mittwoch, 16. August 2017


Bekanntermaßen bin ich Team *Kalendersprüche* - was will ich machen? Dafür habe ich schlicht ein klebriges Gedächtnis. Lange habe ich ja von mir behauptet, dass man mich mit erlesenen Worten hinter jeden Busch gezogen bekommt. Keine Sorge, ich kann entwarnen: das hat sich mit dem Alter deutlich gebessert... Aber wenn ein Satz das Elaborat eines Gefühls oder einer Erkenntnis darstellt, dann entflammt meine Begeisterung bis heute lichterloh. Wie ein Weggefährte begleitet mich seit Jahren dieses Goethe Zitat:
*Von der Kraft, die alle Wesen bindet, befreit der Mensch sich, der sich überwindet*
Was in der Theorie als lässiger Zweizeiler daher kommt, ist in der Live-Performance ein unanmutiges Selbstmassaker. Um Goethe kreist ja der Mythos, dass er unter Höhenangst litt und deswegen an keinem Gerüst vorbei kam, ohne ein Mal hochzuklettern, sich oben kurz zu übergeben, um anschließen wieder runterzuklettern. Schock-Desensiblisierung oder so.

Gar nicht mal selten erlebe ich, dass mit Ängsten kokettiert wird. Warum? Ich weiß es nicht. Aber seit ich mich selbst an meinem eigenen Schlafittich aus meinem Angstthema zu ziehen versuche, empfinde ich das zunehmend als doof. Angst - so lange sie nicht als Warnsignal funktioniert - macht einen zum Klemmi, ist unnütz und schränkt ein. Auf meiner ersten Reise ganz alleine durch Asien verfolgten mich panische Phantasien, irgendwo könnte mir eine Vogelspinne oder deren Verwandte auflauern. Akribisch, fast schon authistisch, stopfte ich jede Nacht das Moskitonetz hermetisch unter meine Matratze. Worst case: nachts aufs Klo müssen. Mein lieber Henker, ich litt Höllenqualen. Was habe ich mir selbst Horror gemacht - ohne auch nur einer leibhaftigen Spinne zu begegnen! Alles Kopfkino! Schlimm.

Der Habib graut sich vor keinem Krabbelfüssler. Was kreucht und fleucht wirft er mit der bloßen Hand zurück in die Wildnis. Er ist meine idealste und zuverlässigste Antiterrorspinnentiergeheimwaffe. Nur: ich will ja selbst ein großes Mädchen sein. Also habe ich vorgestern mal wieder geübt. Eine vorpupertierende Kleinkellerspinne lief schon seit drei Tagen Slalom in der Badewanne. Ich nahm also ein Tuch - nee, anfassen iss nich - und schmiß sie vor die Haustür.

Äußerst selbstzufrieden schaute ich am nächsten Morgen in die vermeindlich leere Badewanne und starrte auf ein genmanipulierte XXL-Exemplar. Ich muß schon sagen, die da oben haben manchmal ein SEHR seltsames Verständnis von Humor. Örrrgs. Ich schluckte und schmiss herausgefordert den Kopf in den Nacken: Challenge angenommen. Vielleicht würde ich es mal mit der beliebten Glasvariante probieren. Es dauerte, bis ich das wirklich einwandfreie, perfekte Stück Papier zum Drunterschieben gefunden hatte. Dazu wählte ich das größte Trinkglas aus unserem Sortiment. Am Tatort stellte sich schnell raus, dass ich Riesen-Thekla damit trotzdem mindestens vier Unterschenkel amputieren würde. Doppel-Örrrgs...

Um Haaresbreite hätte ich meinen special agent hinzugezogen. Doch dann dachte ich an die ganz große Freiheit, öffnete vorausdenkend die Tür, schmiß ein Tuch über Frau Arachnida,  stopfte es vorsichtig ringsherum zu einer innen bespinnten Kugel und mit weit ausgestrecktem Arm lief ich nach draußen, wo ich mit spitzen Fingern das Tuch zur Entleerung schüttelte. Gut, ja, unbeeindruckt, souverän und routiniert geht nochmal anders, aber hey, ich habe es gewagt - das selten gezückte Wort. So leicht finden sich bis heute Nischen, um auch im Kleinen gute, alte Siegfried-Tugenden zu üben. Jeder hat einen Drachen...

Küchentechnisch gilt es hier dringlichst die Tomate abzufeiern. Es stapeln sich die einschlägigen Rezepte nur so in der Wartehalte. Aber man kommt ja vor lauter Selbstüberwindung zu nix. Heute erneut ein einfaches Rezept mit confierten Kirschtomaten - für mich einer der direktesten Wege in den Tomaten-Himmel! 

Zutaten:

75g Tapenade (grüne Olivenpaste)
200g Ziegenfrischkäse
1 Eigelb
75g Mehl (m: D 1050)
30g Parmesan, gerieben
Salz, Pfeffer 

500-600g Kirschtomaten
2-3 Knoblauchzehen
Salz, Pfeffer
1 Pr Zucker
1 Bund Basilikum
Olivenöl

Parmesan

Zubereitung:

Ofen auf 150° Umluft vorheizen *

Die Kirschtomaten halbieren und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech mit der Schnittseite nach oben ausbreiten. Den Knoblauch fein hacken und über die Tomatenhälften streuen. Salzen, pfeffern und mit etwas Zucker würzen. 3/4 des Basilikums klein schneiden und ebenfalls über die Tomaten verteilen. GBroßzügig mit Olivenöl beträufeln und mindestens für eine Stunden in den Ofen schieben.

Aus den Gnocchi-Zutaten einen homogenen Teig kneten und auf einer bemehlten Arbeitsfläche zwei Rollen von etwa 2cm Dicke formen. Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen und von den Rollen Stücke von etwa 1cm abschneiden. Wer mag formt die Gnocchi dekorativ in Olivenform (ich war zu hungrig). In das Wasser geben und warten bis sie aufsteigen. Warm stellen und zusammen mit den Kirschtomaten und frisch geriebenem Parmesan sowie dem restlichen Basilikum servieren.

*Anmerkung m: beim Confieren der Tomaten gilt: viel Zeit - dann 2 Stunden bei 120° rösten, wenig Zeit -  dann bei 180° - ca. 30-40min (mehr Geduld wie meist besseres Ergebnis)


Lust auf noch mehr Gnocchi-Rezepte? Da hätte ich ein ganzes Arsenal dazu im Angebot!

rationale Beziehungen: Zucchini-Krapfen mit confierten Kirschtomaten

Sonntag, 18. August 2019


*Plus mal Minus gleich Minus* schleuderte ich einst meiner um einige Jahre jüngeren Schwester als Diss entgegen, um ihr deutlich zu machen, dass sie in meinem Zimmer nicht erwünscht ist. Bad vibes only - schon immer zwischen uns beiden. Quasi angewandte Schul-Mathematik. Für irgendetwas muss man das Erlernte ja im Alltag brauchen können. Also testete ich, ob sich das Rechengesetz ebenfalls auf menschliche Beziehungen übertragen lässt.

Ich versuche euch meine Feldforschung (wie so gerne) an Beispielen zu veranschaulichen. Tatsächlich nämlich habe ich jede Menge Beziehungen parat, in denen eine Prinzessin (also eine echt märchenhafte) nie einen Vollhonk zu etwas anderem als einem Vollhonk transformierte. Und selbst in Begleitung eines Edelmanns bleibt allen Beobachtungen nach eine Hyäne stets nichts anderes als eine Hyäne. 

Nicht, ihr folgt mir: Plus mal Minus gleich Minus und umgekehrt. Ja, stattdessen greift das allgegenwärtige Ungerechtigkeitsprinzip der Erde: hat man einen Topf voll guter Kräuter und fügt ein Unkraut hinzu, dann kippt der Inhalt des ganzen Topfes. Hat man im Gegenzug den Topf aber gefüllt mit lauter Unkräutern, ändert ein zugefügtes Heilkraut auch nichts mehr. Das Ende vom Lied ist also, dass im Zweifelsfall Minus immer gewinnt und dabei das Gute mit ins Schlechte zieht. So meine Erfahrung. Leider. Lieber wärs mir auch, wenn das Spiel mit Rationalen Zahlen etwas anderes, etwas Erfreulicheres ergäbe. Aber Wunder rechnet die Mathematik nicht mit ein.

Jetzt wird es etwas komplizierter: Minus mal Minus soll Plus ergeben. Tja, und diesen Fall habe ich mir nun folgendermaßen zurecht gelegt: Tyrann und Domina - die formieren definitiv ein perfektes Match. Oder Klugscheißer und Dauernörglerin, Rotznase und Stiefellecker, Dragoner und Walküre - ebenfalls super. Giftspritze und Despot, Duckmäuser und Aufhetzer oder... Aber Prinzip vermutlich verstanden, das könnt ihr dann ohne mich fortsetzen, diese Art von Kombi kommt in jedem Bekanntenkreis vor. Also meine These lautet, dass der Zusammenschluß zweier solcher zu einem Paar, diese dadurch vom Markt nimmt und damit mehr oder weniger unschädlich macht für alle anderen. Zumindest im Paarungssektor. Klares Plus, oder?

Am einfachsten bleibt, dass Plus mit Plus multipliziert wiederum nur Plus ergeben kann. Eigentlich voll selbsterklärend. Eigentlich total logo! Angehäuftes Plus bleibt immer Plus. Plus und Plus ergibt immer nur noch mehr Plus. Da braucht man nicht mehr zu sagen.

In dem Moment fällt mir auf, dass ich die Multiplikation von rationalen Zahlen genauso gut mit Kochen hätte erklären können. Gerade jetzt, wo wir im Positiven rausgekommen sind. DUBB x DUBB = DUBB. Liegt auf der Hand, iss klar, oder? Beispiel? Krautkrapfen mal Wunder-Zucchinikeulen-Rezept gleich sensationell! Zumal die Dingerchen noch in confierten (!) Kirschtomaten baden, die mit Vanille parfümiert sind. Den Praxistest zu meinen Theorien werden die Zucchini-Krapfen mit nahezu vernichtender Wucht bestehen. Mache ich mir keine Sorgen, könnt ihr jederzeit überprüfen!


Zutaten 2-4P/ 8 Krapfen:

150g Mehl (m: D630)
30g Hartweizenmehl*
2 Eier
1 EL Öl
Salz

ca. 800g Zucchini
(m: 2 Stück, gelb/ grün)
etwas Sonnenblumenöl
etwas Sahne
1 EL Rosmarin, gehakt
2 TL Thymian, getrocknet
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
1 Ei
100g fein geriebener Bergkäse (m: Meule de Vercors)
(optional: Tapenade oder 
délice de tomate)
700g Kirschtomaten
Olivenöl
Vanillezucker
2 Knoblauchzehen
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Aus den Zutaten für den Pastateig einen homogenen Teig kneten, in Folie packen und für mindestens 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
Ofen auf 220° (Umluft) vorheizen. 

Backblech mit Backpapier auslegen und dünn mit Sonnenblumenöl bestreichen. Zucchini in 1mm Scheiben hobeln und dachziegelartig dicht an dicht auf das Blech setzen. Dünn mit Sahne bestreichen, Kräuter darüber streuen, salzen, pfeffern und mit Piment würzen.

Für ca. 25min in den Ofen schieben bis sich goldbraune Stellen zeigen. Etwas abkühlen lassen.

Den Ofen kleiner schalten auf 200° (OU-Hitze). Die Kirschtomaten halbieren, den fein gewürfelten Knofi untermischen, mit Olivenöl beträufeln, würzen und für ca. 20min in den Ofen schieben. Dann für weitere 5-7min unter dem Grill kurz Farbe annehmen lassen.

Parallel den Pastateig dünn auswellen (etwas dünner als den für Krautkrapfen) - etwa 50cm auf 40cm. Das Ei verrühren und den ausgewellten Pastateil mit dem Rührei bestreichen. Mit Hilfe eines großen Messers (oder Spachtel) die Zucchini-Matte Stück für Stück auf dem Pastateig setzen. Nochmals würzen (wer mag verteilt jetzt noch etwas Tapenade oder délice de tomate - ich habe dann auch das restliche Ei darauf verteilt). Gleichmäßig mit Käse bestreuen. Von der langen Seite aufrollen. 

Zuerst die Enden abschneiden und dann in 8 gleichgroße Stücke schneiden. In einer ofenfesten Pfanne Öl erhitzen und die Krapfen mit der flachen Seite ins heiße Öl setzen. Deckel auflegen und kurz braten, bis die Unterseite golden Farbe angenommen hat, dann wenden, Deckel wieder auflegen und wieder braten. Die Gemüsebrühe anschütten, Deckel auflegen, Flamme kleiner drehen und ca. 10min garen. 

Zusammen mit den confierten Kirschtomaten servieren.

Anmerkung m: Tapenade oder délice de tomate geben jeweils eine schöne Würze - man sollte sich aber von eines von beiden entscheiden. Die Füllung schmeckt aber bereits so schon gut. Man bedenke auch, dass Nudel-Füllungen immer etwas überwürzt sein sollten, weil der Nudelteig Würze frisst...

Mehlmenge hängt von der Größe der Eier ab - ebentuell etwas mehr - meine Eier waren Größe M - der Teig sollte schon geschmeidig und nicht zu fest sein (da man ihn ja von Hand auswellen muss).


Geschwister im Blog-Universum
    
    **** der Klassiker: Krautkrapfen

    **** Blog-Buster-Zucchini-Maultaschen

    **** überbackene Spinat-Krapfen

    **** die  08-15-Pasta
 


Die Giovanni-Johann-Kooperation: Basilikum-Gnocchi mit Kirschtomaten und weißen Bohnen

Montag, 2. September 2013

WAS, das gibts doch nicht, der Laffi kannte Gios Oma - war das erste, was ich spekulierte, als ich dieses Rezept im* Der große Lafer* sah. Wie klein die Welt doch ist und wie ähnlich viele Gerichte. Die Zutaten sind nahezu verwunderlich identisch (nur Kartoffeln anstelle von Pasta) und können also nur das gleiche, erfreuliche Geschmacksergebnis bringen.

Diese Lafer-Gnocchis sind schlicht wunderbar. Das schätze ich so am Nachkochen: ich kann geradeaus darauf losschwärmen. Das Rezept ist völlig gelingsicher, die kleinen Kugeln werden fest, ohne nur ansatzweise zu fest zu sein und weich geradezu fluffig, ohne die Form zu verlieren. Ich nehme völlig bedenkenlos das Wort *perfekt* in den Mund.

Auch halte ich dagegen, dass Gnocchis zu Recht den Ruf haben, kapriziös und extrem aufwendig in der Herstellung zu sein. Paßt das Rezept (und das von Lafer paßt zu 100%), mischt man den Teig, rollt dünne Stränge, von denen man kleine Stücke abschneidet, diese nach Laune nochmals in der Handfläche rollt und ins Wasser wirft. 

Fertig gekocht genießt man in vollen Zügen den Spätsommer: eine große Dosis frisches Basilikum und die süßesten Kirschtomaten des Jahres.
Zutaten 2P:

Gnocchi:
250g Kartoffeln, mehligkochend
1 Eigelb
125g Ziegenfrischkäse (original: Ricotta)
75g Mehl (evt. 25g plus)
25g Parmesan, frisch gerieben
Salz, Pfeffer
Muskat  
1 großer Bund Basilikum

100g weiße, getrocknete Bohnen
200g Kirschtomaten
(m: einige fêves)
2 Knoblauchzehen, fein gewürfelt (original: 1 rote Zwiebel)
Oilvenöl (oder Basilikumöl)
1-2 EL Aceto balsamico bianco
frische Basilikumblätter
Parmesan, frisch gehobelt
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Die weißen Bohnen über Nacht in kaltem Wasser einweichen. Am nächsten Tag abgießen und in reichlich Wasser (ohne Salz) bei milder Hitze in etwa 1 Stunde (evt. etwas länger) weich garen. Abgießen und auskühlen lassen. 

Den Knoblauch fein würfeln und die Tomaten halbieren.

Die Kartoffeln waschen und in einem Topf mit Wasser knapp bedeckt aufsetzen. Die fertig gegarten Kartoffeln abgießen und noch heiß pellen. Die gepellten Kartoffeln zweimal durch eine Kartoffelpresse drücken
Die Basilikumblätter abzupfen und mit dem Ziegenrischkäse in einer Küchenmaschine fein pürieren. 

Die durchgepressten Kartoffeln mit dem Ziegenfrischkäse, dem Mehl, dem Eigelb und dem Parmesan zu einem glatten Teig mischen. Mit Salz, Pfeffer und frisch geriebenem Muskat abschmecken. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu etwa 2cm dicken Rollen formen. Mit eine Messer in 2cm lange Stücke schneiden. Wer mag formt nun noch nach mit den Händen zu kleinen Kugeln und drückt mit einer Gabel den Gnocchis ein Muster auf. Sie über ein geriffeltes Gnocchibrett zu rollen, wäre natürlich ebenfalls eine schöne Möglichkeit (m: hier mit den Handflächen rundlich gerollt).

Die Gnocchis in leicht kochendes Salzwasser geben. Wenn sie nach oben steigen, mit einer Schöpfkelle herausheben und in kaltem Wasser abschrecken. Auf einem Teller zwischenlagern, bis alle Gnocchis fertig sind - dadurch leicht abtrocknen lassen.
Die Gnocchis zusammen mit den weißen Bohnen, dem Knoblauch und den Kirschtomaten in Olivenöl in einer Pfanne warm schwenken. Auf einem Teller mit Basilikum und Parmesan anrichten. Den Balsamico darüber träufeln, salzen und pfeffern.

Laffer serviert dieses Gericht kalt als Salat - bei uns gab es diese Gnocchis warm als Mittagessen.
Quelle: Johann Lafer *Der große Lafer*

Ein Kürbis reicht für mehr: Kürbisgnocchi mit confierten Kirschtomaten und Salbei

Montag, 14. Oktober 2013

2013 ist für mich das Gnocchi-Jahr. Es gab sie dieses Jahr nun schon mit Bratkartoffeln, mit Erbsen, mit Süßkartoffeln, mit Basilikum und mit Rote Bete.

Mit Gnocchi und Nocken bin ich noch lange nicht durch - dafür esse ich sie zu gerne. Und stimmt das Rezept, ist aus dem Teig schnell zwei Stränge geformt, von denen man die Gnocchi abschneidet und ins Wasser wirft. Klingt wesentlich aufwendiger als es ist.

Kürbis-Gnocchi zählten allerdings zu genau der Sorte Gnocchi, mit denen ich meine schlechtesten Erfahrungen gemacht hatte. Ein Mal sind sie mir im Wasser einfach nur zu Suppe zerfallen. Ein anderes Mal wiederum waren es kleine, mehlige Gummibällchen.

Wie ich nun öfters verlautet habe, bin ich rundherum zufrieden mit dem Johann Lafer-Rezept. In all seinen Varianten - auch ohne zu zögern mit meinem angeschnittenem Kürbis. Achtet man darauf, dass man den Kürbis in wirklich wenig Wasser gart, braucht man ihn nicht zusätzlich in einem Tuch ausdrücken - ein guter Trick, wenn der Kürbis zu wässrig geraten sein sollte.

Mir hat dieses Essen ganz wunderbar geschmeckt. Kürbis, Salbei und Tomaten aus dem Garten, bzw. dem Gewächshaus und das verwandelt in einfache, selbstgemachte Hausmannskost. Könnte ich ständig essen.
Zutaten 2P:

Gnocchi:
150g Kartoffeln, mehligkochend
250g Kürbis (Muskat oder Hokkaido)
1 Eigelb
75g Mehl
25g Parmesan, frisch gerieben
Salz, Pfeffer
Muskat  

600g Kirschtomaten
einige Blätter Salbei
Oilvenöl
Parmesan, frisch gehobelt
Salz, Pfeffer 
1Pr Zucker

Zubereitung:

Ofen auf 150° Umluft vorheizen.

Die Kirschtomaten halbieren. In einer Gratinform die Kirschtomaten mit Olivenöl und dem kleingeschnittenem Salbei vermengen. Salzen und pfeffern.

Im vorgewärmten Ofen etwa 25min confieren.

Die Kartoffeln waschen und in einem Topf mit Wasser knapp bedeckt aufsetzen. Die fertig gegarten Kartoffeln abgießen und noch heiß pellen. Die gepellten Kartoffeln zweimal durch eine Kartoffelpresse drücken.

Den Kürbis waschen, entkernen und grob würfeln. Einen Topf mit etwa 2cm hoch Wasser füllen, die Kürbiswürfel darin bei geschlossenem Deckel weich garen. Den Kürbis in ein tuch geben und gründlich auspressen (m: war bei mir nicht notwendig). Kürbisfleisch mit Hilfe einer Küchenmaschine fein pürieren.

Die durchgepressten Kartoffeln mit dem Kürbispüree, dem Mehl und dem Eigelb zu einem glatten Teig mischen. Mit Salz, Pfeffer und frisch geriebenem Muskat abschmecken. Zuletzt den Parmesan untermischen. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu etwa 2cm dicken Rollen formen. Mit eine Messer in 2cm lange Stücke schneiden. Wer mag formt nun noch nach mit den Händen zu kleinen Kugeln und drückt mit einer Gabel den Gnocchis ein Muster auf. Sie über ein geriffeltes Gnocchibrett zu rollen, wäre natürlich ebenfalls eine schöne Möglichkeit.

Die Gnocchis in leicht kochendes Salzwasser geben. Wenn sie nach oben steigen, mit einer Schöpfkelle herausheben und in kaltem Wasser abschrecken. Auf einem Teller zwischenlagern, bis alle Gnocchis fertig sind - dadurch leicht abtrocknen lassen.
Den Ofen auf 180° hochschalten, die Gnocchis auf die confierten Tomaten setzen, mit Parmesan überstreuen und nochmals solange in den Ofen stellen, bis der Parmesan geschmolzen ist.
Quelle: Kürbisgnocchi - Johann Lafer

Ausnahmsweise in passender Frist darf das bei Wolfgangs kugelrundem Event mitmachen:
Blog-Event XCII - Alles was rund ist (Einsendeschluss 15. Oktober 2013)

Parmesangnocchi mit fêves, ofengerösteten Kirschtomaten und Basilikum

Montag, 30. Juni 2014

Ganz ehrlich? Es ist bestimmt kein schönes Leben als Gnocchi! All die fiesen Vorurteile! Und das nur, weil es so viele schlechte Gnocchi-Rezepte gibt und zuviele unter uns, an ein genau solches geraten sind, beim allerersten Versuch, Gnocchi selbst zu zubereiten. Es ist nicht fair. Wirklich! Es wird Gnocchi nicht gerecht. Überhaupt nicht.

Stimmt das Rezept, dann rutscht man eine Portion Gnocchi für zwei Personen, pfffff.... VIER Personen auf der linken Gesäßbacke runter. So simpel kann Kochen sein und zwar für jedermann. Zwei Rollen formen (wir reden nur für die Pärchen-Nummer) und in kleine Stücke schneiden - geht schneller als *Autobahn* in Eurythmie zu tanzen... vermute ich. Weltbestes Beispiel Nickys  Ricotta-Gnocchi.

Diese hier zählen zu der etwas raffinierten Variante, weil der Teig und die geformten Gnocchi jeweils gerne eine Ruhezeit benötigen. Zum ersten Mal habe ich die kleinen Stückchen auch über eine Gabel (aus Mangel an einem Gnocchibrett) gerollt. Verspielterweise sieht man das später nicht mehr, aber der Parmesan, mit dem die gekochten Gnocchi zart ummantelt werden, hält dadurch bestimmt besser.

Wie so gerne ist dies ein Gericht, das ich mir aus dem überwältigenden Fundus von Robert (Rezept von 2009) herausgesucht habe. Könnte ich es, ich würde aus Freude über den Freudenteller deinen Namen tanzen, lieber Robert!
Zutaten 2P:  

250 g mehlig kochende Kartoffeln (m: Mona Lisa)
2 Eigelbe (m: von kleinen Eiern)
30-40 g Hartweizendunst (m: Spätzlemehl, etwas mehr als original)
50g fein geriebener Parmesan oder Sbrinz
Salz, Muskatnuss, Pfeffer
Olivenöl extra

Basilikumpesto*
150g dicke Bohnen (fêves)
200g Kirschtomaten
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
Olivenöl

Salz, Pfeffer, etwas Zucker
Parmesan zum drüberreiben
 Zubereitung:

Die Kartoffeln im Dampfsieb in der Schale gar kochen, gut ausdämpfen lassen. Schälen und durch die Kartoffelpresse drücken, Eigelbe, Hartweizendunst, Parmesan und Gewürze unter die noch warmen, durchgedrückten Kartoffeln mengen.

Wer kein Zutrauen hat, formt von der Masse ein Gnocchi und lässt es probekochen. Ist es zu wenig fest, noch ein wenig Dunst einarbeiten. Den Gnocchiteig 1 Stunde in den Kühlschrank stellen.
 
Den Gnocchiteig auf Hartweizendunst zu Rollen von 1 cm Durchmesser ausrollen, diese in 1 cm Stücke schneiden, zwischen den Händen rund abdrehen und über eine Gabel oder ein Gnocchibrett rollen (m: halte ich nicht aus optischen Gründen nötig, aber vermutlich bleibt der Parmesan so besser haften).

Die Gnocchi in knapp kochendem Salzwasser pochieren, herausheben, abtropfen lassen  und auf ein mit Olivenöl geöltes Kuchenblech geben. Wenig Olivenöl und evtl. etwas griebenen Parmesan draufgeben und die Gnocchi von Hand damit vorsichtig überziehen. Eine Stunde kühl stellen.
 
Blech in einen auf 220°C vorgeheizten Ofen (U-/O-hitze, Schiene 2) geben und 10-15 Minuten backen max. bis die Unterseiten der Gnocchi teilweise leicht hellbraune Bäckchen aufweisen. 10 Minuten vorher bereits ein zweites Blech mit den halbierten Kirschtomaten in den Ofen schieben (bestreut mit Knoblauch, Salz, Pfeffer, etwas Zucker sowie Olivenöl) und zusammen mit den Gnocchis rausholen.

Inzwischen Saubohnen aus den Hülsen lösen, 1-2 Minuten in kochendes Wasser werfen, unter fliessendem Wasser abkühlen und Bohne für Bohne mit einem Messer aufschlitzen und den grünen Kern herauslösen. Gnocchis anrichten mit den fêves, dem Basilikumpesto und den Kirschtomaten...

*Anmerkung m: einfaches Basilikum aus Blättern, Öl, Salz und Pfeffer

Tarte aux tomates cerises...

Freitag, 31. August 2012

und mit Mozarella, schwarze Oliven und Thymian. Auf Tartes greife ich oft und gerne zurück für den Alltag. Tatsächlich, auch wenn ich gerne über Essen rede, Foodblogs lese und auch gerne durch Kochbücher blättere, frage ich mich an manchen Tagen auch: *Was koche ich heute*. Kochen und Essen soll ja stets zur Kür und nicht zur Pflicht zählen, was nicht einfach ist, was täglich ansteht und sich wiederholt. Und so sind wir wieder bei den Tartes: immer lecker, immer wieder ein bißchen anders, unkompliziert, immer gerne gegessen.

Dieses Mal mit den süßlichen Kirschtomaten, die gut zu den etwas herberen Oliven und dem milden Mozarella passen. Die letzten kalten Reste sind im Laufe des Tages von alleine verschwunden: ein gutes Zeichen.
Zutaten - Tarteform 24cm:

Tarteteig
200g Weizen (halb W550/ W1050)
100g Butter
1/2 TL Salz
etwas kaltes Wasser
Chili

500g Kirschtomaten
1 Bund Thymian
40g schwarze Oliven, fein gehackt
1 Kugel Mozarella, fein gewürfelt
Harissa
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Den Tarteteig wie gewohnt zubereiten und kalt stellen. EineTarteform ausbuttern. Den Tarteteig auswellen und die Tarteform damit auslegen. Eine halbe Stunde in die Tiefkühltruhe stellen.

Schwarze Oliven entsteinen fein hacken, den Mozarella fein würfeln, mit Salz und Pfeffer mischen. Die Hälfte Thymian untermengen und mit Harissa abschmecken.

Die Kirschtomaten halbieren. Ofen auf 180° vorheizen.

Die Mozarella-Olivenmischung auf dem Tarteboden andrücken (m: mit den Fingern) und die halbierten Kirschtomaten anmutig darauf verteilen. Die zweite Hälfte des Thymians darüber streuen, salzen, pfeffern und mit ein wenig Olivenöl beträufeln. 40-45 Minuten im Ofen knusprig backen.

Sag's mit Blumen: Spaghetti aglio olio - beinahe

Sonntag, 6. August 2017


Es geschah, als Maschentausendabertausendweit die Sterne ihre Kostbarkeit voller Strahl in Strahl verliebter Farben über uns ausbreiteten (Else-Lasker Schüler). Ganz am Anfang unserer Geschichte aber ganz am Ende eines Telefonats - wir hatten uns schon verabschiedet - warf mir der Habib noch einen Satz zu: *Überlege dir schon mal eine Blume!*.

Getrennt noch durch zwei Länder und viele Kilometer, wälzte ich mich im Bett mit der Ungeduld wie es nur ein schmachtendes Herz vermag. Eine Blume?! Wie schwierig war das! Und Himmel - wie symbolisch! Wie offenbarend! Welche Blume zu meiner Blume machen?

Umgehend zog ich gedanklich die Gärtnerschürze an und griff nach einem Schäufelchen. Es sollte nun weder zu sehr mit der Tür ins Haus fallen (Rose), noch zu landläufig sein (Sonnenblume/ Margarite) oder gar zu bescheiden am Boden kleben (Primel/ Veillchen). Auch Gladiolen schieden direkt aus - VIEL zu kapriziös!

Etwas wolkenweichzartes wie die Küchenschelle? Aber da störte mich der unpoetische Namen.  Kann man mit Lavendel etwas falsch machen? Nicht wirklich. Auch schön: Zinien - dieser Inbegriff der bunten Fröhlichkeit! Nur die Blütezeit könnte länger währen - ein einziger Sommer gleicht einer launigen Liaison! Zu kurz auch das schnelle Feuerwerk der Pfingstrose. Vielleicht eine Passionsblume? Doch so ohne einen Hauch von Duft. Ein Feuerdorn möglicherweise - ein lieblicher Rausch im Frühling und im Winter nährt er die Vögel. Aber er hat halt leider sehr spitze Dornen.

Hach, oder genau *Ist es Ein lebendig Wesen, das sich in sich selbst getrennt? Sind es zwei, die sich erlesen, daß man sie als Eines kennt?* (Goethe) Ich wähle den Gingko! Aber halt, ich ungestümes dummes Huhn,  er hatte ja *Blume* gesagt...

Astern? Dahlien? Rudbeckien? Sonnenhüte? Hortensien? 
Ein Sommerflieder, dieser Schmetterlingsmagnet? Also EINEN Sommerflieder braucht jeder Garten. Mindestens...

Oder eben doch eine Rose - eine Wildrose mit schönen Staubgefäßen, dann ists nicht ganz so auf die Zwölf. Oder eine Stockrose? Nun so ging das in meinem Kopf hin und her und her und hin in unzähligen Blütenkreisen... bis zum nächsten Tag, an dem sich der Habib die Antwort einholen wollte. Und eben als ich mich selbst von meiner eigenen Entscheidung überraschen lassen wollte, sprang mich seine eigentliche Intention an wie eine flauschige Katze mit gezückten Krallen. Er wollte mir einen Strauß zukommen lassen. *Fleurop*! S-C-H-N-I-T-T-B-L-U-M-E-N!!!!! 

Meine Empfehlung an euch: ihr habt Freunde mit Garten? Schenkt ihnen etwas Mehrjähriges mit Wurzeln für den Garten. Ich vergesse eher den botanischen Namen (etwa einer Rose) als den Überbringer dazu. Und wie oft denke ich an diese Menschen, wenn ich an ihren Blumengeschenken im Garten vorbeilaufe. Sie sind durch ihre Stellvertreter immer anwesend! Umgekehrt funktioniert es ebenso: wir trafen dieser Tage einen alten Freund des Habibs. *Also deine Rose*, meinte der Freund, *die wächst mittlerweile über das Haus, so sehr wuchert sie* - diese Rose war das Mitbringsel zu einer Essenseinladung vor über 20 Jahren... So etwas schafft zauberhaft-poetische Bande - da muß selbst Kitsch vor kuschen.

Und für *Einträge* in das Buddenbohmschen Gartenalbum gilt es, logo, abzuwarten, bis der Bagger durch ist, aber dann...! 


Es gibt kein Grund, sich eine Fertigpizza in den Ofen zu schieben, wenn man sich ebensogut Spaghetti aglio olio zubereiten kann - meinte so ähnlich der Herr Paulsen. Ganz mit ihm. Und weil ich uns frische Pasta mit zwei Handgriffen und einer Drehung der Hüfte zubereite, gibt es hier die Premium-Ausgabe dieses Gerichts - angereichtert mit ein paar konfierten Kirschtomaten und etwas gehobeltem Parmesan. So schön, so unkompliziert kann hitziges kochen sein.

Zutaten 2P*:

Spaghetti
mit einer ordentlichen Dosis Chili-Flocken

500g Kirschtomaten
2-3 Knoblauchzehen, fein gehakt
Salz, Pfeffer
etwas Rohrzucker
Thymian
Olivenöl

parfümiertes Öl der Wahl*
fleur de sel
frisch gehobbelter Parmesan

Zubereitung:

Die Zutaten für den Pastateig homogen und sorgfältig verkneten, in Folie wickeln und mindestens 1 Stunde kalt ruhen lassen. Wie hier beschrieben den Teig auswellen, schneiden und abdecken.

Den Ofen auf 160° Umluft stellen.

Die Kirschtomaten halbieren, überstreuen mit Knoblauch und Thymian, ebenso mit Salz, Pfeffer und etwas Zucker. Nicht zu sparsam mit Olivenöl beträufeln und für etwa 45min in den Ofen schieben.

Die Spaghetti in reichlich Salzwasser al dente kochen, abschütten, direkt mit den Kirschtomaten vermengen und mit fleur de sel, einem feinen Öl der Wahl und Parmesan anreichern.

*Anmerkung m: Ich gab uns sowohl etwas Basilikum-Öl wie den Rest des Öls von eingelegten Tomaten zu den Spaghetti. Herrlich ebenso: Chili-Öl oder Zitronenöl... je nach Lust und Geschmack

klar und verständlich: Thymian-Flammkuchen mit Kirschtomaten

Samstag, 1. September 2018


Alles ist komplex. Alles scheint undurchschaubar, vielschichtig, manchmal gar polyvalent. Wer will da durchsteigen. Nein, nein, es IST kompliziert. Permanent, fast gebetsmühlenartig bekommt man das auch suggeriert. Vorsicht: verzwickte und vertrackte Angelegenheit! Vorsicht: Hierfür braucht es eine Expertenmeinung!

Die wissenschaftliche Betrachtungsweise hat uns gelehrt, den Dingen immer tiefer auf den Grund gehen zu wollen. Es wurden die Zisselier-Instrumente gezückt, der Mikroskopblick angeschaltet und unaufhaltsam seziert. Vom Stöckchen ins Zweigchen. So spezifisch wie nur möglich. Bis man vor lauter Hackfleisch nicht mehr weiß, was es mal war. *Willst du dich am Ganzen erquicken, so mußt du das Ganze im Kleinen erblicken* sagt Goethe, der mit Aufkommen der wissenschaftlichen Arbeit bereits befürchtete, dass sich die verschiedenen Forschungssektoren zu sehr voneinander absondern und vereinzeln. Bei aller Detailverliebtheit wird versäumt gleichfalls und im gleichen Maße die Beziehungen und Vernetzungen unter den verschiedenen Wissenschaftsbereichen zu untersuchen und herzustellen. Mit einer Beschränkung auf ein einzelnes Fachgebiet drohe Starrsinn - so folgert Goethe weiter -  und versuche man dennoch über den Tellerrand zu schauen, drohe die Unzulänglichkeit. Je mehr Spezialistentum umso mehr gerät das große Ganze aus dem Blick, weil das uralte Prinzip der Analogie außer Acht gelassen wird.

Alles hängt mit allem zusammen - seien es nun die Abläufe im menschlichen Körper oder das Klima auf der Erde. Das macht es auf den ersten Blick nicht zugänglicher. *Die Natur ist wie ein Beil. Grad und einfach geht sie hindurch, und nur die unendliche Modifikation des einzelnen macht es so schwer, sie zu verstehen* befindet wieder Goethe. Das heißt: dem menschlichen, individuellen Verstand übergeordnet ist das Wesentliche und Wahrhaftige.

Kann man denn das Denken dahingehend trainieren, einfach, klar und verständlich zu sein? Ganz im Sinne der Natur. Richtung  dem großen Ganzen - also in die entgegengesetzter Richtung, die wir so sehr geübt und verinnerlicht haben. Ich versuche es zumindest, denn auch darin folge ich Goethe aus voller Überzeugung: *Das Wahre, Gute, Vortreffliche ist einfach*. Also übe ich mich zwischendurch darin (hier schon mal angedeutet oder auch hier), meinen Fokus so grob wie nur möglich einzustellen. Ich siebe mit Fragen wie: Finde ich diese Geschichte gut/ klar/ verständlich oder nicht? Will ich dabei mitmachen oder nicht? Simple Fragen mit Ja/Nein-Antworten.

Bei Büchern bin ich durchaus rigoros geworden. Nächstes Beispiel: Thomas Mann *Doktor Faustus*. Ich dachte, als Goethe-Groupie der ersten Stunde müsse ich dieses Stück Weltliteratur dringend gelesen haben. Und schleppte es mit nach Thailand (immerhin deutlich dünner als *der Zauberberg*, den ich ganz unterhaltsam in Erinnerung habe). Nach mühseliger Lektüre hielt ich auf Seite 4 inne, um dem Habib folgenden Satz daraus vorzulesen: *Die Natur selbst ist zu voll von vexatorisch ins zauberische spielenden Hevorbringungen, zweideutigen Launen, halbverhüllten und sonderbar ins Ungewisse weisenden Allusionen, daß nicht die züchtig sich beschränkende Frömmigkeit  eine gewagte Überschreitung darin hätte sehen sollen, sich mir ihr abzugeben.* 

Oder? Gehe direkt wieder zurück an den Satzanfang, geht dabei nicht über Los. *Sag' mal*, fragte ich den Habib, *muss ich mir das wirklich geben?* Der lachte nur und erwiderte:* Wer's verschraubt und verschachtelt braucht.* Ich habe es dann eingetauscht - ungelesen - gegen *Der menschliche Makel*. Unnötigen Komplikationen aus dem Weg zu gehen: funzt ebenfalls für mehr Einfachheit in meinem Leben...

Schlicht halte ich es oft auch in der Küche. Ein schnelles, feines Essen, das aus guten, wenigen Zutaten besteht. Wie dieser Flammkuchen. Der Boden wurde mit wildem, selbst geschnittenem und getrocknetem Thymian gewürzt, darauf eine Zitronen-Knoblauch-Tomaten-Creme verstrichen und bestreut wurde das Ganze mit Kirschtomaten aus dem Garten, sowie etwas Comté-Käse und Oregano. Brauchts mehr? Gerade nicht...


Zutaten 2P/ 2 Flammkuchen:

160g Dinkel 1050
60g Einkorn-Vollkorn
1 TL, klein Salz
3 TL Thymian, getrocknet, fein gehackt
2 EL Öl
120ml Wasser

3 EL Crème fraîche
2 TL Tomate confite
1 TL Tomatenmark
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
1/2 Zitrone, Abrieb davon
Salz, Pfeffer
600g Kirschtomaten
100g Comté, gerieben
2 TL Oregano, getrocknet
etwas Olivenöl

Zubereitung:

Für den Flammkuchenteig das Mehl, das Salz, den Thymian und das Öl mit 60ml Wasser in einer Schüssel vermengen und zügig erst mit einem Holzkochlöffel, dann mit den Händen zu einem glatten Teig verkneten. Bei Bedarf noch etwas Wasser zugeben. Teig beiseite stellen. 

Den Ofen mit einem Pizzastein vorheizen (ca. 250°). 

Knoblauch fein hacken. Zitronenschale abreiben. Mit Crème, Tomatenmark und Tomatenconfit vermengen. Abschmecken mit Salz, Pfeffer, einer Prise Zucker und Piment würzen.

Die Kirschtomaten halbieren 
  
Den Flammkuchenteig teilen, jeweils schön dünn auswellen, dann auf ein Backpapier verlegen. Mit der Crème bestreichen, den Tomatenhälften belegen und mit Käse und Oregano bestreuen. Nochmals leicht würzen, mit Olivenöl beträufeln und die Flammkuchen im heißen Ofen nacheinander knusprig braten.

Anmerkung m: Flammkuchenteig nach Juliane - der mich in seiner Schnelligkeit, Luftigkeit und prima Handhabe absolut überzeugt. Außerdem sollte - für mein Dafürhalten - Falmmkuchen ein Blitz-Essen sein!