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Donnerstag, 30. August 2018

DUBB: Streuselkuchen


Tarte brioche aux prunes, mirabelles et crumble - würde die heutige Zuckerbäckerei ins Fanzösische übersetzt heißen. Die eigentliche Ausgangsbasis bleibt der Streuselkuchen. Für mich ein urdeutscher Kuchen - selbst wenn die Herkunft nicht ganz einwandfrei geklärt ist... möglicherweise schlesisch?

In meiner Geschichte zählen Blechkuchen mit Obstbelag zu den Süßigkeiten, die ich wenn möglich verschmäht habe. Alleine beim Wort *Blechkuchen* war ich draußen. SEHR trocken habe ich sie in Erinnerung. Selbst das saftigste Obst konnte den totgebackenen Boden nicht retten und meist waren die Ränder dunkelbraun verbrannt. Ich aß - wenn nötig und nicht zu umgehen - ein Stück aus Anstand.

Eben solche Vorurteile schob ich vor mir her bis mich Stefanies Streuselkuchen eines besseren belehrte. Für mich eindeutig und unangezweifelt das beste Rezept für Streuselkuchen on this earth. Jawohl. Oder in meiner Bloggersprache: DUBB! Daher backe ich ihn nun schon zum xten Mal - stets mit dem gleichen Ergebnis: kaum einigermaßen ausgekühlt kann ich die Finger nicht davon lassen. Abwandelbar ist er nach Lust und Laune. Soll hießen: entweder man backt ihn ganz pur als Streuselkuchen und bestäubt ihn dann anschließend mit Puderzucker. Oder man legt noch - wie ich jetzt - eine Portion Obst dazwischen. Und da passen Aprikosen genauso rein wie Äpfel oder Birnen. Ganz nach Saison oder Phantasie. Ein weiteres Plus macht seine Frischhaltequalität. Welcher Hefekuchen schmeckt am nächsten Tag noch? Dieser hier dank Vorteig!

Den Boden habe ich zusätzlich mit meinem eh gleichfalls DUBB-würdigen Pflaumenmus bestrichen (das ich gerade wieder in der Kardamom-Version in großem Schwung einkochte) und in die Streusel mein geliebtes Sugar-Spice eingearbeitet. Ich sage nur *Zuckerklebefalle*!


Zutaten für ein Blech Streuselkuchen:

Pâte Fermentée:
175g Dinkel 630
125g Wasser
2g Hefe
3g Salz


Teig:
Pâte Fermentée 
325g Mehl Dinkel 630
175g Milch
3g Salz
10g Hefe
50g Zucker
100g Butter
 
Zum Bestreichen:
ausreichend Pflaumenmus
(ca. 5 EL)

Pflaumen und Mirabellen
(ca. 1kg)*

Streusel:
320g Dinkel 630
30g Dinkelflocken
50g gehobelte Mandelblättchen
250g Butter
200g brauner Zucker 

Zubereitung:

Die Zutaten für den Pâte fermente miteinander verkneten und 1 Std. bei Raumtemperatur gehen lassen. Danach für mindestens 12 Stunden im Kühlschrank fermentieren. 

Alle Zutaten bis auf die Butter für 5 min auf langsamer Stufe in der Küchenmaschine kneten. Dann weiter 7 min auf mittlere Geschwindigkeit kneten. Zuletzt die Butter hinzufügen und weiterkneten, bis sie komplett in den Teig eingearbeitet ist. (m: etwas kürzer geknetet)

Den Teig 1 Stunde gehen lassen.

Währenddessen die Zutaten für die Streuel zu einem bröseligen Teig verkneten. Wenn der Teig sich nicht zu dickeren Bröseln verkneten lässt, ein wenig Wasser hinzufügen.

Den Teig auf Backblechgröße ausrollen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Mit Pflaumenmus bestreichen und etwa 1 Stunde gehen lassen.

In der Zeit das Obst entsteinen und klein schneiden. Nach dieser Gehzeit den Boden mit dem Obst belegen und mit den Streuseln bedecken.
Rechtzeitig den Ofen auf 180°C vorheizen.
Den Kuchen bei 180°C für ca. 50 min mit Dampf backen - nach 10min den Dampf ablassen.

*Anmerkung m: mit Obst belegt braucht der Kuchen etwa 15min länger im Ofen! Die Obstmenge in Gramm/Kilo kann ich nicht mehr genau sagen - ich habe einfach dicht an dicht belegt...

Quelle: ein echtes DUBB-Rezept - Stefanies Streuselkuchen aka Hefe und mehr

... Edit: heute entdeckt: ein nahezu eineiiger Zwilling im Blog... Ist mir dieses Jahr bereits mit den Schoko-Sablés passiert: auch ein doppeltes Lottchen. Sollte ich mir Sorgen machen?!


Mittwoch, 29. August 2018

Fingerfood - Samosas


Zum Grillen reiche ich gerne Fingerfood. Nicht immer nur eine Tarte oder Quiche samt Salat - nein, ich muß mich ja auch selbst noch etwas überraschen. Überhaupt sind Samosas ein beliebter Snack hier auf den vielen kleinen Dorffesten, die den Sommer über stattfinden. Die kann man selbst aus der Hand und im Stehen gut essen. So wie Crêpes.

Und meine schmecken sogar kalt gut, denn der ausgebackene Teig bleibt schön knusprig. Bien sûr, gibt es für die Füllungen von Samosas so viele Rezepte wie Sand am Meer. Dieses hier ist mein Vorschlag. In aller Bescheidenheit möchte ich behaupten: ein guter. Wie bei allen Füllungen (Ravioli, Strudel und Konsorten) gilt es, diese etwas zu überwürzen beim Abschmecken. Fade Samosas kann keiner erzeugen wollen.

Ihr wollt den Spätsommer nochmals zum Grillen nutzen? Voilà, voilà - dann schlage ich euch dazu diese frittierten, unkomplizierten, gefüllten Teigtaschen in Filo vor: Haps und weg! Tja, und *ausversehen vegan* sind sie obendrein...

Zutaten 24 Stück.

1 Packung Filo-Teig (m: die rechteckige Variante)*
350g Kartoffeln
1 kleine Auberine
50g Erbsen (m: gefroren)
1 Schalotte
2 Knoblauchzehen
1/2 TL Koriander
1/2 TL Kreuzkümmel
1 TL Curry
frischer Koriander (wer hat)
Salz
Chili
Sonnenblumenöl

Zubereitung:

Für die Füllung die Kartoffeln kochen und schälen (m: meine Kartoffeln waren vom Vortag - geht aber genauso mit frisch gegarten). Mit dem Kartoffelstampfer grob zerstoßen.

Die Aubergine schälen, in etwa 1cm dicke Scheiben schneiden, mit Öl bepinseln auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und im heißen Ofen bei 200° ca. 15min backen. Etwas auskühlen und kleiner schneiden.

Gewürze frisch schroten, frischen Koriander klein schneiden. Schalotten und Knoblauch fein würfeln.

Etwas Öl in  Pfanne erhitzen, Schalotten glasig dünsten, dann Koriander, Kreuzkümmel und Knoblauch zufügen und kurz weiterbraten. Kartoffeln sowie Aubergine untermischen und mitbraten. Kräftig mit Salz, Pfeffer, Curry und Chili abschmecken. Erbsen zufügen und gegebenenfalls noch ein wenig Wasser - zuletzt den gehackten, frischen Koriander. Abkühlen lassen.

Ein Filo-Blatt glatt auslegen, dünn mit Öl (oder Butter) bestreichen, ein zweites Blatt glatt darauf auslegen, wieder dünn mit Butter bestreichen und je nach gewünschter Größe die Blätter von der kurzen Seite her in 5 oder 6 gleichgroße Streifen schneiden. Die Füllung unten aufsetzen (und wie hier bereits verlinkt) auf diese Weise zu Dreiecken drehen. So fortfahren, bis alle 24 Stück hergestellt sind.

Öl etwa 2-3cm hoch in einem kleinen Wok oder einer Pfanne erhitzen, bis an einem hineingehaltenen Holzkochlöffelstiel Blasen aufsteigen. Samosas darin portionsweise 2-3min unter Wenden goldbraun und knusprig frittieren. Auf Küchenpapier abtropfen lassen und heiß, lauwarm  oder kalt servieren. Alternativ: die Backofen-Methode - dafür alle Samosas auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen. Teigoberfläche dünn mit dem restlichen Olivenöl einpinseln. Im vorgeheizten Ofen auf der mittleren Schiene bei 180° (O/U-Hitze) in 15-20 Minuten goldbraun backen.

Anmerkung m: Für die Durch-und-Durch-Ambitionierten verlinke ich noch auf ein Rezept, um den Brick-Teig, bzw. Filo-Teig selbst herzustellen. Bei einem Tisch, an dem über 10 Menschen saßen, habe ich gerne auf das Fertig-Produkt zurückgegriffen.


Samstag, 25. August 2018

aktuell: Lichtkornroggenbrot mit Einkorn und Kürbiskernen


*Nichts ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe* (René Descartes). So gesehen müßte man meinen, es ließe sich wunderbar in Eintracht nebeneinander leben. Der funkelnde, gesunde, klare Menschenverstand - oder wenigstens die Einbildung davon. Blöd wird es eigentlich nur, weil jeder Recht haben will. Dabei bestimmt meist der Standpunkt schon die Perspektive. Und der ist - soweit ist man sich einig - in aller Regel subjektiv gefärbt. Denn betrachtet man etwas im Raum, dann findet sich für alles, wirklich alles ein Pro und Contra Argument. Eben je nach Perspektive. *Jeder hat seine Wahrheit*, heißt es dann. Nur so richtig zufrieden ist man damit auch nicht. Was macht man mit einer Wahrheit, die in ihrer Biegsamkeit einer jungen Weide gleicht.

Mir kommt zum Thema *Recht haben* gerne das Bild von drei blinkenden Kästen in den Kopf. Kann sich noch jemand an das Kinder-Quiz mit Michael Schanze erinnern? *Ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr, wenn das Licht angeht*. Und in allerletzter Sekunde waren viele noch auf das Feld gesprungen, wo die meisten anderen standen... Im Zweifelsfall hat einfach die Mehrheit recht.

Ohne ein Modell, um uns auf diesem Planet Halt zu verschaffen, kann keiner. Irgendeine Orientierung brauchts. Ob mit oder ohne metaphysischen Überbau - Konstrukte gibt es derlei reichlich.

Gerade Menschen, die sich auf die Wissenschaft stützen, sind der festen Meinung, besonders unvoreingenommen zu sein. Man hofft auf soetwas wie *objektive Realität* (Link via Mme Kaltmamsell) und baut auf Struktur, Methode, System, Normen, Standarts und Überprüfbarkeit. Soweit so gut. Phönomenologie und Beobachtung tragen bereits weit. Was aber, wenn eine der Säulen-Prämissen der Wissenschaft als solches auf äußerst anfechtbarem Fuße steht. Und zwar - Achtung: hier beißt sich die Katze in den Schwanz - nach heutigem Stand der Wissenschaft. Ich rede von dem Faktor Zeit. 

Ohne den Konsens unserer momentanen Zeitvorstellung ist Ordnung, Miteinander, Logik und Wissenschaft nicht vorstellbar. Unterschiedliche Zeitepochen entsprechen immer einer anderen Zeitqualität. So wie überall im Weltraum eine andere Qualität von Zeit herrscht. Als kleines Beispiel: wie etwa Leistung definieren (physikalisch: Leistung = Arbeit x Zeit), wenn der Zeitbegriff in der Geschichte immer wieder neu gefunden werden muß.

Die Wissenschaft ist sich nicht sicher, ob der Mensch Zeit je vollständig verstehen kann. So lange bestimmt vor allem der psychologische Zeitpfeil unser Verständis von Zeit - also die Vorstellung, dass in einem Raum Zeit gerichtet ist und zwar von einer Vergangenheit in eine Zukunft. Im Prinzip ein Konstrukt, ein unvollständiges Provisorium, auf das man sich gemeinsam verständigt, so lange kein anderes Modell mehr überzeugt. *Dass die Naturgesetze, im Vergleich zum Verstand des Menschen, keinen Unterschied zwischen Vergangenheit und Zukunft machen, ist das Rätsel, das Wissenschaftler seit jeher versuchen zu lösen.*

Daher schließt sich mit Fug und Recht die Fragen an: Kann Denken überhaupt frei sein? Ist Denken nicht viel mehr sehr leicht kulturell, ja epochal beeinflußbar (um nur zwei Komponenten zu nennen). Viele halten an ihren Überzeugungen mit gleicher Kraft fest wie Gläubige. Kein Wunder. Unser Denken ist unsere Existenz. Und so haben wir das innerlich auf einen goldenen Sockel gestellt. Wie diesen Sockel ins Wanken bringen, wenn das Denken falsch gepolt ist? Und wer kann das überhaupt beurteilen? Eine Crux mit der Wahrheitsfindung. Oder anders gesagt: Es bleibt schwierig...

Aktuell backe ich gerne schnell. Die Temperaturen in der Küche waren in der letzten Zeit alles andere als verlockend, sich länger als notwendig dort aufzuhalten. Dieses Brot buk ich nun zum zweiten Mal (doppelte Menge), weil mich die Schnelligkeit, der Geschmack sowie die sehr gute Frischhalte-Qualität für sich eingenommen haben. Und alleine das Wort *Lichtkornroggen* klingt doch wie Musik, oder?


Zubereitung - 1 Kastenform à 1kg:

Sauerteig - 12 Stunden bei ca. 25°:

150g Lichtkornroggen-Vollkorn, grob
150g Wasser
17g Roggen-ASG (aufgefrischt)

Brühstück - mit Sauerteig ansetzen, abkühlen lassen
und im Kühlschrank lagern:
75g Einkorn-Vollkorn, grob
75g Lichtkornroggen-Vollkorn, grob
120g Wasser, kochend
5g Salz

Quellstück - Mit Sauerteig ansetzen und im Kühlschrank lagern:
100g Kürbiskerne
50g Sonnenblumenkerne
50g Restbrot
9g Salz
200g Wasser

Chia-Quellstück - mindestens 3 Stunden quellen lassen:
30g Chia-Samen
70ml Wasser

Hauptteig:
Sauerteig
Brühstück
Quellstück
Chia-Samen
150g Einkornmehl, hell *
50g Roggen 1150
5g Hefe
ca. 50ml Wasser (eventuell +20ml)

Zubereitung:

Sauerteig, Brühstück, Quellstück und Chiasamen rechtzeitig ansetzen.

Alle Zutaten für den Hauptteig miteinander vermengen und 8min kneten. 40 Minuten Teigruhe, nochmals 3min kneten, dann den Teig mit Hilfe eines Löffels oder Teigschabers in eine vorbereitete (m: gefettete) Kastenform füllen und glatt streichen. (m: mit gehackten Kürbiskernen bestreut)

Den Teig gehen lassen, bis er die obere Kante der Kastenform erreicht dauert - dauert etwa 1 Stunde.

Das Brot mit Dampf bei 240° einschießen (m: mit vorgeheiztem Backblech) und fallend auf 200° etwa 70min backen. Die letzten Minuten ohne Form. Klopfprobe.

*Anmerkung m: Das helle Einkornmehl ist gut ersetzbar durch Dinkelmehl 1050 oder 630


Inspiration: Gerd aka Ketex

Mittwoch, 22. August 2018

Brommeleis


Nirgendwo wachsen größere, wilde Brombeeren wie in der Drôme - behaupten zumindest die Kinder, die hier aufgewachsen. Wieder ein gutes Jahr, um Brombeeren zu ernten. Ich kenne die anderen genau so, die mageren, in denen Wärme und Sonne den Beeren zwar viel Aroma einhauchten, aber der Regen ganz fehlte, um sie zudem saftig zu machen.

Sonst lästere ich ja gerne, bringe den Endlos-Toleranten, den Missionaren und Weltverbesserern für ihren Garten ein kleines Sortiment mit an Widersachern wie Efeu, Schlingenknöterich, Winden, Kletten, Brombeeren ect. - ab da hat sich die Diskussion über Un-Nicht-Mit-Beikräuter. Philospohie beendet - Großmeister Garten klärt auf unwiderlegbar praktische Weise auf über die Verhältnisse, die auf diesem Planeten herrschen. Ihr kennt das Bild dazu? Hat man einen Topf mit guten Kräutern und gibt ein einziges giftiges dazu, kippt die Wirkung des ganzen Topfes ins Gegenteil. Umgekehrt, hat man einen Topf mit lauter giftigen Kräuter und gibt ein heilendes dazu, so bleibt die Wirkung dieses Topfes die gleiche und nichts verändert sich.

Brombeeren machen immerhin noch leckere Früchte. Wenn sie außerhalb unseres Gartens wachsen, bin ich sogar Fan. Vielleicht schmecken gar die wilden Brombeeren besser wie die kultivieren. Allerdings kann ich da nicht mitreden, denn ich kenne bisher nur die Wald-und Wiesen-Brombeeren. Hier findet sich von letztem Jahr noch ein Sammel-Board - für alle, die nach mehr Ideen für Brombeeren suchen. Dieses Eis bekommt etwas Würze durch die Kräuter und zusätzlichen Schmelz durch den Honig. Wer hat, kann die Beeren gerne mit Cassis oder Holunderbeerensaft aufsetzen. Beides gibt eine schöne geschmackliche und passende Bereicherung...



Zutaten:

400g Brombeeren
(optional: 2 EL Cassis - m: selbstgemachter)*
2 frische Lorbeer-Blätter
1/2 TL Thymianblättchen
2 Petit Suisse (120g)
200ml Sahne
2 Eigelb
50g Thymianhonig

Zubereitung:

Die Brombeeren zusammen mit den Lorbeerblättern, dem Thymian und dem Cassis etwa 7min köchlen lassen, bis die Brombeeren weich und saftig zusammenfallen. Durch ein Sieb streichen und kalt stellen.

Den Honig in einer Metallschüssel flüssig werden lassen, die Eigelbe dazugeben und beides  gemeinsam mit 50ml Sahne über einem Wasserbad schaumig aufschlagen. So lange weiterschlagen bis die Masse dickflüssiger wird, sie dabei aber nicht zu heiß werden lassen, sonst gerinnen die Eigelbe.  (Erfahrene dürfen das Aufschlagen direkt auf kleiner Flamme machen.) 

Die Masse in eine Schüssel mit Eiswasser stellen und kalt rühren. Die Petit Suisse glatt unterrühren. Die Sahne steif schlagen. Sahne zusammen mit dem Brombeermus untermischen. Das Brombeereis in der Eismaschine gefrieren lassen (ersatzweise im Gefrierfach in 4-5 Stunden fest werden lassen, dabei häufig und gründlich durchrühren). 

*Anmerkung m: Cassis prima zu ersetzen durch Holunderbeerensaft


Sonntag, 19. August 2018

Oben ohne: Spaghetti mit Coeur de Boeuf-Tomatensauce


Mit der Freundin-Abreise komme ich wieder zum Bloggen und ich knüpfe direkt wieder an meine TV-Erlebnisse an. Im Ausland mag durchaus erstaunen, was mit den üppigen GEZ-Einnahmen an Bildungsauftrag umgesetzt wird. Oder sieht das jemand weniger mager? Bon, jedenfalls habe ich doch tatsächlich durch deutsches Fernsehen etwas dazu gelernt. Allerdings bei den Privaten und während einer Sendung, bei der ich beim Durchsnappen hängenbliebt: *Die Höhle der Löwen* (für die, die das Format nicht kennen sollten: vor einem vierköpfigen Tribunal *erfahrener Unternehmer* bemühen sich Erfinder um Förderung ihres Startups). Zu Monsieur Marschmeier vermeide ich einfach jeden Kommentar - ich übe mich ja in der französischen Coquetterie, die en général direkte Kritik vermeidet. Nun, jedenfalls weiß ich seither, was das betriebswirtschaftliche Wort *Marge* meint. GANZ wichtig, ja elementar in Umsatzfragen.

Die Marge legt den entscheidenden Grundstein, wie gut meine Firma einnehmen wird, beziehungsweise ob sich die Geschichte überhaupt rechnet. Die Marge benennt die Gewinnspanne zwischen Produktionskosten und Verkaufspreis. Je billiger ich produziere und je teurer ich verkaufe - also je höher die Marge - umso bessere Zahlen schreibt mein Unternehmen.

Das fiel mir wieder ein, als die Pressemitteilung durch die Medien ging, dass Kylie Jenner zur jüngsten Selfmade-Millardärin nicht nur von Amerika sondern der Welt und aller Zeiten gekrönt wird. Und wie das? Mit einer Firma die sich Kylie Cosmetics nennt und hauptsächlich Lippenstifte verkauft.

Gut, dem Erfolg zuträglich waren auch die richtige Herkunft (jüngstes Mitglied einer amerikanischen Reality-TV-Familie), das moderne Vertriebssystem (Instagram), sowie die Zuneigung zu allem Künstlichen - prima erklärt hier in der SZ. Aber das Hauptgeschäft macht der Lippenstift. Mit meinem neu erworbenen Margen-Wissen frage ich mich jetzt natürlich: *Was bitte für einen überteuerten Mist schmieren sich hunderttausende von Frauen damit auf die Lippen?* Und: *Wie kann man so blutjung schon eine lebende Kunstfigur repräsentieren und dabei obendrein zum Schönheitsideal mutieren* Oder: *Soll der Übergang von traurig und hübsch gezielt verwischt werden?*

Die Yellow-Press versäumt ihre beinahe aufklärerische Aufgabe nicht, in dem sie sehr gerne Fotos von den Instagram-Accounts der Stars aufgreift, die die Berühmtheiten mit dem Hashtag *oben ohne* versehen hatten. Dadurch wird darauf hingewiesen, dass sie sich Make-up-frei ablichten ließen. Ich als Aussenstehende, Instanichtgrammerin und Unangemalte finde ja in den allermeisten Fällen, dass den Mädels der pure Look besser steht - so wie ich mir selbst  so ebenfalls besser gefalle, sonst würde ich ja zu Pinseln greifen.

Weiter knüpft sich eine Maurerlehrlingsgeschichte meines Habibs an, der gerne die Kollegen von einst zitiert, wenn ein sehr Fassaden betontes Exemplar an uns vorüber zieht: *Die gehört mal an den Haaren durchs kalte Wasser gezogen*. Was in keinster Weise eine frauenfeindliche Äußerung darstellen will, sondern lediglich die Neugier artikuliert, wie eben diese Frau #oben ohne (ungeschminkt) aussehen könnte - wenngleich etwas grob formuliert (Bau halt).

Vielen Gerichten steht eine gewisse Natürlichkeit genauso gut zu Gesicht. Das war jetzt vermutlich ein groß gezogener Bogen, um hier rauszukommen. Nämlich bei einem der schlichtesten Essen überhaupt: Spaghetti und Tomatensauce. Jedoch in der de luxe-Variante - mit selbstgemachten Nudeln und einem Sugo aus Ochsenherzen-Tomaten, Knoblauch und Rosmarin. Keinerlei Firlefanz, ohne unnötiges Klimbim und turbo lecker! Quasi Spaghetti und Tomatensauce abgeschminkt...


Zutaten 2P:

Spaghetti:
110g Mehl (m: D1050)
90g Hartweizenmehl
2 Eier
Salz
1 EL Öl

Sauce:
500g Coeur de Boeuf-Tomaten
3 Knoblauchzehen, fein gehackt
2 Zweige Rosmarin, fein gehackt
2 Lorbeerblätter
Olivenöl
eine Prise Zucker
Salz, Pfeffer
frisch gehobelter Parmesan
einge Oliven, grün/ schwarz

Zubereitung:

Auf den Zutaten für den Nudelteig mit Geduld und Sorgfalt einen geschmeidigen Teig kneten, in Folie wickeln und mindestens 1 Stunde kalt stellen. Mit der Nudelmaschine bis Stufe 5 von 7 auswellen, dazwischen gut bemehlen und zuletzt zu Spaghetti schneiden. In Nestern auf ein Küchentuch ausbreiten und mit einem weiteren Tuch abdecken und so vor dem Austrocknen schützen.

TIPP: Beim Auswellen und Ausbreiten der Nudeln mit Hartweizenmehl arbeiten: das Verhindert das Zusammenkleben - auch später beim Kochen!

Die Tomaten kurz in kochendes Wasser legen, häuten und in kleine Würfel schneiden. Den fein gehackten Knoblauch kurz in etwas Olivenöl anschwitzen, die Tomaten zufügen, ebenfalls die Gewürze und etwa so lange erhitzen, dass die Tomatensauce etwa 5min köchelt. Die Lorbeerblätter entfernen.

Die Spaghetti in reichlich Salzwasser kürzer als al dente garen, gut abschütten und weitere 2min in der Sauce köcheln lassen. Die Spaghetti auf zwei Teller verteilen und diese zum Garnieren mit Harissa-Öl, Parmesan und einigen Oliven garnieren.


Montag, 13. August 2018

12 von 12 - August 2018


1. Es ist spät geworden - fange ich gleich von hinten und mit der Rechtfertigung an, warum meine 12er erst am 13. August erscheinen. Jeden Sonntag findet hier in der Gegend ein *Guingette* statt - etwas, das man mehr schlecht als recht mit Ausflugslokal übersetzen könnte. Es beginnt nachmittags mit einem Spektakel für Kinder und der Abend klingt aus mit einer Band und geschwungenem Tanzbein. Eine ausgesprochen fröhliche, erheiternde Veranstaltung - wieder ein Mal für Jung und Alt... schließlich machen die Fränzis - wie ich gerne sage - Kinder wie die Katzen. Zumindest auf der campagne - es ist bekannt: wir haben hier ja sonst nix...


2. Begonnen hat der Tag als frischer Sommermorgen. Nach dem Gewitter, das in der Ardèche mit deutlich mehr Krawumms runter ging als bei uns (wenngleich auch in einem Nachbarort ein Mini-Tornado Verwüstungen anrichtete) strahlt alles wieder wie blankgeputzt.


3. Endlich ist Gartenarbeit wieder möglich. Das habe ich ausführlich - wenngleich auch noch nicht ausreichend - getan. Sonntag lassen wir heute Sonntag sein. Ich gehe lediglich Tomaten und Auberginen aus dem Treibhaus ernten, solange es noch so angenehm kühl ist.


4. Wir lassen es entspannt angehen - mit auswärtigem Café. So wie Madame. Diese ist hier nicht am Singen von einem Notenblatt, wie man annehmen könnte, es ist der Ausläufer eines Morgengähners. Hektik findet anderswo statt...


5. Der Morgen-Café wird in diesem Jahr sehr oft in Spatzenbegleitung getrunken. Wir teilen brüderlich unsere Croissants. Wie bei Frau Kaltmamsell und Monsieur Buddenbohm scheint es europaweit (?) mit der Spatzenpopulation wieder aufwärts zu gehen. Bitte schön, die (sehr) gute Nachricht zum Sonntag nachgereicht...


6. Bemerkenswert, wie sehr wirklich alle ganz entzückt darauf reagieren, wenn Spatzen um sie herumhüpfen. Es wird zugezwitschert und entgegengesäuselt. Ein Lächeln entlocken sie immer. Spatzen scheinen echte Stimmungskanonen zu sein. Hunde allerdings zeigen sich entschieden unbeeindruckt...


7. Und ein allerletztes Spatzenbild, weil sich am Sonntag zum ersten Mal ein Spatz von Hand von mir füttern ließ. Er flatterte vom Boden hoch und holte sich sein Stück Croissant aus den Fingern ab. Drei Mal! *Ohhh*, rief ich völlig hingerissen, *ein Dressur-Spatz*!


8. Auf der Rückfahrt - pittoresk, das kann die Drôme!


9. Gegessen wurde natürlich auch. Das Porridge verlinke ich nun definitiv nicht mehr - ich langweile mich ja selbst. Mittags gabs Zaalouk - die Idee mit den geschälten, in Scheiben geschnittenen Auberginen, die im Ofen geröstet werden, wende ich nun öfters an. Super Idee! Abgeschmeckt wurde bei uns mit Granatapfel-Sirup. Allein für diesen Einkauf lohnt sich eine Iran-Reise!


10. Ich buk noch einen Kuchen: Haselnuss-Tonka-Tarte mit Aprikosen und Mirabellen - wird vermutlich verbloggt - um eine Freundin standesgemäß begrüßen zu können. Leider zog sich die Warterei etwas. Sie kam mit Verspätung. Aber besser spät als nie... Und dann fuhren wir auch schon los.... Richtung Ausflugslokal.


11. Neben vielen bunten Lichterketten, Essensständen wie Pommes oder einem Foodtruck (schon erstaunlich, wie sehr diese Foodtruck-Geschichte eine weltweite Bewegung wurde, oder?) gibt es viele kleine Angebote für Kinder (Basteln, Schminken, Spiele)


12. Das Miteinander ist alleine deshalb so angenehm, weil das Gelände großzügig und weitläufig ist. So läßt sich prima miteinander festeln... Unter vielen Sternschnuppen dank dem Durchströmen der Perseiden!

... mehr 12er wie stets und monatlich bei Mme Kännchen!

Donnerstag, 9. August 2018

10 Punkte: Panzanella


Mit Einzug des Fernsehers guckte ich eine Weile sehr gerne *Das perfekte Dinner*. Ich fand es spannend, Hobbyköchen in ihrer eigenen Küche auf die Finger zu sehen, wie sie für Fremde ein Menu zusammenstellen.

Mit der Zeit nutzt sich die Sendung etwas ab, mehr allerdings schreckte mich das häufige Gebaren der Teilnehmer. *Ihhhh* dachte ich schon oft und es schüttelte mich vor Fremdschämerei wie sich an dem Wort *perfekt* abgearbeitet wird. *Es fehlte eine Prise Salz* oder *Das Essen wurde nicht ganz warm auf den Teller gebracht* oder *Rote Bete esse ich einfach nicht so gerne* - DIESE Art von Verhalten. Tja, der Maßstab ist nun mal *p-e-r-f-e-k-t*!

Ungeachtet bleibt in dem Moment die Qualität der Produkte, die Mühe und der Aufwand, den sich ein Gastgeber macht, die Kreativität der verschiedenen Gänge, die Stimmung am Tisch. Nein, das alles fällt dann bedeutend weniger in die Waagschale bei der Bewertung, für die dann *liebgemeinte 7 Punkte* gezückt werden wegen... eben. Wobei ich bei dem *liebgemeint* schon einen Würgereflex unterdrücken muß, weil dieses Wort bereits vorausschickt, dass unverhältnismäßig Punkte (leider - und man verzieht dabei bedauernd das Gesicht) abgezogen werden müssen, um seine eigenen Gewinnchancen nicht zu gefährden (das wird - bien sûr - verschluckt).

Ich bin ja mal angeschrieben worden, ob ich Lust hätte, beim Perfekten Dinner mitzumachen. Hätte ich nicht schon so viele Folgen gesehen, hätte ich vielleicht zugesagt. Aber warum soll ich mich in die Küche stellen für Menschen, die nachher nur danach suchen, wo und wie sie meine Teller runterputzen können. Naja, es sind ja nie ALLE so, aber wer die Serie kennt, weiß, dass die anderen in der Minderheit sind. Nun, und umschreibe ich es so: die Type, die die Kamera braucht, um so richtig aus sich raus zu gehen, bin ich auch nicht...

Bon, worauf ich eigentlich hinaus will, ist dieser Brotsalat. Den nahm ich mit aus einer Runde von Deutsch-Italienern. *Mama*, meinte die kleine Tochter der Gastgeberin, *hebst du mir etwas vom Brotsalat auf?* Und die Gäste nachher alle so: *Also der Brotsalat - an dem hätte ich mich satt essen können*. Unisono! Klar, den musste ich dann unbedingt ausprobieren. Gefallen hat mir, dass das Brot im Ofen geröstet wird und zwar zusammen mit etwas Fenchelsaat. Ändern würde ich nur, dass ich den gewürfelten Knofi erst kurz vor Schluß untermischen würde - der wird nämlich sonst zu dunkel, während das Brot noch Röstaromen vertragen kann. Ist der nun perfekt? Bitte - an euch, Punkte zu verteilen...

Mit diesem Rezept spiele ich mal wieder bei Zorra mit, wo gerade Christine von Anna Antonia für den Blog-Event CXLIV – altbacken {Resteküche für altes Brot} Rezeptideen sammelt. Zorra selbst hat bereits einen Brotsalat vorgestellt - aber davon kann man eigentlich nie genügend Vorschläge haben - hier übrigens ein Salat, der in die ähnliche Richtung geht...


Zutaten:

1/2 Baguette
(m: Hälfte Altbrot vom Vortag/ frisches Baguette aus der Bäckerei,
die gerade den ersten Preis machte für das beste Baguette der Drôme)
15 Cocktail-Tomaten
1 Bund Frühlingszwiebeln
1 EL Fenchelkerne
(m: grob geschrotet)
3 Knoblauchzehen
8 EL Olivenöl
2 EL Essig (m: Cidre-Essig)
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Das Baguette in Würfel schneiden und vermengen mit Olivenöl, Fenchelkerne und Knofi (m: besser Knoblauch erst später - kurz vor Ende der Röstzeit untermischen). Im Backofen bei 250° rösten bis das Baguette eine schöne, goldbraune Farbe hat.

Die Cocktailtomaten halbieren, die Frühlingszwiebeln in Röllchen schneiden und alles miteinander vermengen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Anmerkung m: Kleinigkeiten habe ich - wie ihr rauslesen könnt - verändert. Die Geschichte mit dem Knoblauch, ebenfalls das Mischen mit Altbrot sowie das Schroten der Fenchelsaat - ganze Fenchelkörner konnte ich mir einfach nicht richtig im Salat vorstellen. Aber vielleicht sollte ich das mal ausprobieren...)

Quelle: Vox - Eva


Montag, 6. August 2018

Was schön war #4: Om


Ganz für mich alleine stehe ich mit den Füßen im klaren Wasser. *Ohhhhmmmm* rufe ich und meine Lippen vibrieren leicht elektrisiert aufeinander. *Ohhhhmmm* rufe ich ein zweites Mal und ich höre wie das *Ohhh* tief und rund meiner Brust entsteigt. *Ohmmmm*  rufe ich ein drittes Mal und  die Gervanne gluckert und gluckst und übergurgelt alle Geräusche. Ich merke wie ich innerlich lächle ohne dass sich mein Gesicht dazu bewegt. Alles ist im Einklang. Alles ist gut. 

Oha, jetzt kippt sie esoterisch vorneüber, sorgt ihr euch. Aber ich bin noch nicht fertig. Denn drei Minuten nach meinem Om-Trompeten tauchen drei Rehe auf um am Bach zu trinken. Micha, die Rehflüsterin! Tssss, höre ich mein imaginäres Publikum machen und die Augen verdrehen. In einem Film wäre diese Szene eindeutig drüber, weil zu sehr auf die Eins: Jahaaa, wir habens ja kapiert. So wie Maximilian bereits über die Überzogenheit der Realität stoplerte - aber die scheut sich nun mal überhaupt nicht, plakativ zu sein.

Und ich erzähle meine kleine *Was schön war*- Geschichte nicht, um mich zur hellsten Leuchtboje am Firmament zu machen, nein, sondern weil ich in dem Augenblick gestaunt habe. Mehr über mich als über die Rehe. Denn ich kenne den Weg bis dahin höchstpersönlich. Hätte mir DEN Moment jemand mal vorher gesagt. Damals als gar nichts gut war. Damals als junge Frau mit eckigen Bewegungen, und der Neigung, schnell und leicht 180° im Schatten anzuzeigen, einem Mund, der begann schräg zu stehen, manchmal zitternd ängstlich und besorgt, zutiefst verunsichert, unausgefüllt, mit einem entschiedenem Hang zum Betäuben und einen Wimpernschlag davon entfernt, freiwillig aus dem Leben zu gehen... Das glatte Gegenteil von Ommm...

Wie sehr Leben umschlagen kann. Und zwar nicht immernur zum Nochschlechteren sondern auch zum Guten. Meine große Erkenntnis: nirgendwo liegen Fluch und Segen so nahe beeinander wie in einer Beziehung - in ihr liegen verborgen Gesundwerdung oder Krankheit, Heimat oder Gefängnis. Der Habib ist (m)eine Himmelsgabe. *Freiwillige Abhängigkeit ist der schönste Zustand und wie wäre der möglich ohne Liebe* sagt mein Goethe. Für mich beinhaltet diese Aussage auch die Verbindung nach drüben - aus freien Stücken.

Eines weiß ich heute ebenfalls: dieses so hart errungene Selbstwertgefühl, welches nur nach innen zeigt und nicht mehr abhängig ist von außen, dieses Vertrauen in mich selbst, das werde ich mit allen Mitteln, die mir zur Verfügung stehen, zu verteigen wissen: mit der Gerissenheit eines Schakals und der Verschlagenheit einer Hyäne, mit der Durchtriebenheit eines Koyoten und der Arglist eines Krokodils, mit dem Mut eines Bären und der Angriffslust eines Nilpferdes, mit der Aufmerksamkeit einer Antilope und der Entschlossenheit eines brünstigen Hirsches... iss klar, was gemeint ist. Das lasse ich mir nicht mehr wegnehmen - das ist mein von nun an sorgsam gehütetes Leben, mein Tresor. Darüber werde ich auch nicht mehr reden: es soll nur all jenen Mut machen, denen wie mir einst das Om im Hals stecken blieb...




an meiner geheimen Badestelle am Biberdamm

Samstag, 4. August 2018

Sommerzenit: gekeimter Linsensalat


Wenn die Sonnenblumenfelder die Landschaft in warmes Gelb tauchen, dann ist für mich der Höhepunkt des Sommers erreicht. Sonnenblumen - die Krönung der wärmsten Jahreszeit. Jetzt schon, einige Tage nachdem ich die Fotos gemacht habe, lassen ob der anhaltenden großen Hitze und Dürre die Sonnenblumen ihre Köpfe bereits hängen und die gelben Blätter kräuseln sich um den braunen Blütenstand wie die schütteren Haare um den Kopf eines Greises. So schnell geht es diesen Sommer... Es war eine kurze Pracht, ein kurzes Zenit-Plateau.

Noch verharren wir während der größten Hitze hinter heruntergelassenen Rolläden und geschlossenen Türen, während die Touristen an den Flüssen Linderung suchen. Alles geht langsamer, ruhiger, gemächlicher zu. Alle hoffen, dass sich das Jahr nun wieder gen Herbst dreht... schon allein der Natur und dem Garten zuliebe. Essen mag man mittags nicht viel. Und kochen auch nicht.
Linsensalate finden sich auf dem Blog einige, wie dieser mit Feigen oder jener mit Ras el Hanout. Wer mit dem gekeimten Linsensalat auf gleicher Höhe mithalten kann, ist definitiv dieser Linsensalat mit Avocado und Mango - den habe ich ebenfalls sehr geliebt. Ansonsten sollte man sich die gekeimte Linse im Salat merken. Gekochte Linsen neigen zu einer gewissen Trockenheit (etwas, das man gerade nicht noch zusätzlich brauchen kann) und dazu, die Gewürze nur so zu inhalieren. Die gekeimten Linsen hingegen sind frisch und knackig und von nussigem Geschmack - richtig köstlich also. Dicke Empfehlung - wirklich einer der besten Linsensalate, wenn nicht sogar der beste (den anderen mit Avocado und Mango muß ich nun zuerst nochmals mit gekeimten Linsen zubereiten...)


Zutaten 4P:

250g gekeimte Linsen
2 Schalotten (m: Frühlingszwiebeln)
100g getrocknete Tomaten
125g Stangensellerie (m: etwas mehr)
6 EL Olivenöl
2 EL Apfelessig
1 EL Agavendicksaft (m: weggelassen)
Salz
(m: Pfeffer/ Chili-Pulver)
2 TL getrockneter Basilikum (m: weggelassen)
(m: 1/2 Bund Schnittlauch)

Zubereitung:

Linsen zuerst keimen lassen: 12 Stunden wässern, dann etwa 3-4 Tage keimen lassen - dabei ständig mit Wasser spülen (m: in der Hitze keimten die Linsen sehr schnell: bereits an Tag 2 waren sie gut ausgetrieben).

Frühlingszwiebeln (das Weiße davon) fein würfeln, Tomaten in dünne Streifen schneiden. Den Stangensellerie ebenfalls in dünne Stücke schneiden und unter die Linsen mischen.

Aus Öl, Apfelessig und Agavendicksaft eine Vinaigrette mischen, mit Salz abschmecken (m: würzen) und mit den restlichen Zutaten vermengen. Den Salat marinieren lassen - am besten für mehrere Stunden (m: über Nacht). Vor dem Servieren das Grün der Frühlingszwiebeln sowie den Schnittlauch in Röllchen schneiden und unter den Salat geben.

Quelle:  *Was dein Herz begehrt* von Ute Ludwig und Achim Sauerberg aka *Nordisch Roh*