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Montag, 15. Oktober 2018

Von olls a bisserl: das Rummel-Brot


Menschenansammlungen, große Menschenansammlungen und ich passen nicht mehr zusammen. Du meine Güte, da klebt man möglicherweise an Typen, die man sonst mit der Bohnenstange von sich fern halten würde. Dieses Aufeinanderdraufstehen macht mir nicht nur Unwohlsein in ausgeprägtem Stadium, es macht mir obendrein scheußlich schlechte Laune,

Rummel, Kirmes oder Jahrmarkt - wie auch immer - scheiden daher ebenfalls aus. Obendrein dieser Radau, das Geschrei, die komische, anstrengende Musik, überall blinkende Lichter und das klebrige-fettig-fleischige Essen. In einer Menschenmenge! Wirklich lieber nicht.

Fasching ohne Alkohol ist wie Bahnfahren ohne Ticket - nur dass man bei ersterem als Schwarzfahrer sofort auffliegt. Das liegt wohl an einer leichten Verkleidungsmuffeligkeit, vorallem aber an der Verweigerung zur Gruppenekstase.

Bref, Oktoberfest und ich - das wird in diesem Leben nix mehr. 

Wobei ich beim Drüberschauen über die Zahlen und Statistiken gestaunt habe, weil nach meiner Vorstellung das Oktoberfest mehr etwas für Karnevalisten denn für Traditionalisten ist. Nix, was annährend so bekannt wäre und verbunden wird mit Deutschland wie das Oktoberfest - rund 90% aller Menschen weltweit ist das Oktoberfest ein Begriff. Unterwegs auf Reisen bestätigt sich das - nur Hilter ist populärer. Daher war mein Tipp, dass die Amis die stärkste Besuchergruppe von den insgesamt über 6 Millionen ausmachen - so angezogen von einer großen Kostüm-Alk-Sause mit einem Hauch Kultur. Tatsächlich aber füllen die Zelte in den zwei Wochen hauptsächlich Einheimische: 72% sind Bayern davon 60% Münchener. Nur 19% der Besucher kommt aus Ausland. Da habe ich mich also mit meinem Faschingsdirndl geirrt - viel mehr scheint der Geist des Oktoberfests *Mia san mia* zu sein.

Auch sonst beeindrucken die Zahlen: 1 Millarde Euro Umsatz schreibt die Wirtschaft gut, was  bedeutet, dass umgerechnet ein Besucher im Schnitt und Tag 63 Euro Ausgaben ausgibt. Wirklich alle trinken - statistisch gesehen - mindestens eine Maß Bier: 7,5 Millionen Maß Bier werden bei einem Fest etwa ausgeschenkt (davon erleiden nur läppische 700 Besucher eine Alkohol-Vergiftung). Dazu verspeist man sehr viel Tiere: knapp 367 000 Brathähnchen, 116 Ochsen und 58 Kälber. Von Enten, Schweinen und Brezeln habe ich keine Zahlen gefunden. Beende ich das Zahlenspiel mit dieser: 900 Tonnen Restmüll sammeln sich nach den zwei Wochen an.

Aber wie pfegte der bayrische Großvater einer Freundin zu sagen: *Im Krieg is mehr hi worn*. (Im Krieg ist mehr kaputt gegangen).  Soll heißen: ich kann wirklich in keinster Weise nachvollziehen, warum man auf das Oktoberfest gehen sollte, aber gerade das macht das Phänomen sowie das Beobachten der anderen beim anders sein so spannend... aus der Entfernung!

Bei meinem Brot konnte ich mich nicht entscheiden, was ich als Zutat noch in den Teig geben wollte: Bier, Kefir, Mohn, Kartoffeln, Quinoapops, Dinkel. Von olls a bisserl halt - oder ein echtes Rummel-Brot. Das zweichnet weiter aus eine guter Frischhalte-Qualität, eine einfache Sauerteig-Führung und eine längere, kalte Führung. Wer hier schon länger mitliest, wird nicht überrascht sein.


Zutaten :

Sauerteig - ca. 14 Stunden bei 24
160g Dinkel-Vollkorn
160g Wasser
12g Weizen-ASG (aufgefrischt)

Hauptteig:
Sauerteig
200g Dinkel-Vollkorn
30g Roggen-Vollkorn
100g Dinkel 1050
300g Weizen T65 (550)
250ml Bier
200g Kartoffeln, gekocht
150gml Kefir
25g Mohn

16g Salz
30g Quinoa-Pops
+/- 30ml Kefir

Zubereitung

Sauerteig rechtzeitig auffrischen. Den Sauerteig für das Brot am Nachmittag zuvor (m: ca. 16 Uhr) ansetzen.

Am nächsten Tag (m: ca. 8 Uhr) die Kartoffeln kochen, schälen, und fein reiben. Die erstgenannten Zutaten kurz miteinander vermengen und 40min zur Autolyse stellen.

Nun die anderen Zutaten (Salz und schluckweise Kefir) dazugeben und ca. 10-12min kneten, bis der Teig anfängt zu glänzen und die Gluten sich gut entwickelt haben (Fensterscheibentest). Erst kurz vor Ende die Pops untermischen (letzte Minute).

In eine geölte große Schüssel geben, den Teig direkt 1 x falten und abdecken. Nun drei weitere Male falten, alle 30 Minuten. Nach 2 Stunden sollte der Teig mit der Blasenbildung begonnen haben. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche teilen und rund wirken und mit dem Schluß nach oben in vorbereitete Gärkörbchen setzen. Weitere 30min abgedeckt ruhen lassen, dann in den Kühlschrank verfrachten für etwa 5-7 Stunden. 

Ist währenddessen der Teigling deutlich aufgegangen, dann direkt in den vorgeheizten Ofen (nach dem Einschneiden) einschießen. Diese Entwicklung hängt immer mit den Tagestemperaturen zusammen während des Faltens. Sind die Teiglinge nicht deutlich sichtbar aufgegangen, dann lasse ich sie noch etwa 40min akklimatisieren, bevor ich sie in den Ofen gebe.

Ofen auf 240° vorheizen, mit Dampf einschießen und fallend auf 200° etwa 45min backen (Klopftest). Weitere 5min bei leicht geöffneter Tür und Umluft gebacken.


Freitag, 12. Oktober 2018

12 von 12 - Oktober 2018














Viele Gartenbilder können das Hauptgeschehen des Tages nicht verheimlichen: umstechen, rechen, Senf einsäen, Quitten ernten - bei seltsam unpassenden Temperaturen. Aufräumen gehörte auch zu. Tsss, kams mir währenddessen - das war einst EXAKT der Grund, wieso ich keinen Bock mehr auf WG hatte: diese ewige Diskutiererei, wer mit dem Putzen dran ist. So grün war ich hinter den Ohren, dass ich tatsächlich glaubte, das Thema *Ordnung machen* hätte sich mit Auszug aus der letzten WG von selbst erledigt... Echt, volle *tsss*...

Von den vielen schönen Quitten (ich mache ein paar Gläschen Gelée und vielleicht en plus Quittenschnitten) bekommt die Nachbarin etwas ab - die, bei der wir unsere Eier holen und bei der die Flauschis zu bewundern sind. Und zwar auf dem Weg ins Nachbardorf zur Post. Apropo Post. Wir werden immer wieder darauf angesprochen, wieso eigentlich ein so pupsig kleines Dorf wie Gigors überhaupt eine Marie (Bürgermeisterei) hat (wenngleich auch keine Post). Tjaha, blödes Vorurteil - flächenmäßig leben wir in einer der größten Gemeinden Frankreichs und die Häuser liegen lediglich gut verstreut.

Und wenn wir schon bei falschen Bildern sind, deren Enttarnung ebenfalls wiederholt auf Erstaunen stößt: auch wenn hier alles so ursprünglich, wild und weltvergessen wirkt, gibt es den berühmten Ziegenstall zum echten Schnapperpreis schon lange nicht mehr. Au contraire - die Drôme zählt zu den teuersten Pflastern. Außerdem gibt es das Problem vieler ländlicher Regionen hier überhaupt nicht: Abwanderung und Veraltung der Gesellschaft. Viele Familien mit noch mehr Kindern füllen die Kindergärten und Schulen allerortens... So, wäre das ebenfalls geklärt...

Bemerkt? Kein Bild weder vom Porridge noch vom hulahupsen oder café (den gabs natürlich wie so oft in Beaufort). Dafür wie immer der Blick ins Tal. Gleich zwei Mal. Wie spät die Sonne aufgeht - nach 8 Uhr. Zum nachmittäglichen, süßen Zusammensitzen fabrizierte ich eine schnelle, französische Knabberei: Palmier. Auch bekannt als Schweineohren. Logo, aus selbstgemachtem Blätterteig (griffbereit aus der Tiefkühle). Eigentlich durchaus ein bißchen WG-mäßig, dieses *Fastzusammenleben* mit Gästen und die damit einhergehenden Gespräche mit bunt gemischten, unterschiedlichen Menschen dank der Ferienwohnungen...

Jetzt bin ich müde gearbeitet - die Restenergie reicht gerade, um die 12er noch fertig zu machen. Und bei den anderen zu gucken, die wie jeden 12. bei Mme Kännchen in ihren Tag blicken lassen... Kommentare beantworte ich lieber morgen... frisch...

Mittwoch, 10. Oktober 2018

Melancholie: DUBB-Bienenstich-Apfelkuchen


Manchmal tut mir alles weh. Bei Sonnenschein und körperlicher Gesundheit. Dann weiß ich mich schlecht zu erklären. Wobei eigentlich ein einziges Wort ausreicht: Melancholie. Alles scheint schwer. Und nein, nicht wegen ein bißchen Herbst.

Mittelalt - oder mitteljung (je nach dem von welcher Seite man das Glas betrachtet) - bin ich jetzt. Und gefühlt bin ich schon einen weiten Weg gegangen. Doch wie heißt es in der Bibel: *Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.* Das leuchtet mir durchaus ein. Warum auch Kraft vergeuden für Dinge, die hinter einem liegen und eh nicht mehr zu ändern sind. Es war trotzdem anstrengend bis hierher.

Und wende ich meinen Blick auf die Welt, dann müßte ich eigentlich an dem allgegenwärtigen Elend zusammenbrechen. Für was oder wen die Hölle noch erfinden? Aber ich bin kein Christopherus. Und zu glauben diesem Außen könnte ich nur ansatzweise gerecht werden, ist völlige Anmaßung. Oder Scheinheiligkeit. So viel Mitgefühl habe ich noch nicht einmal ansatzweise theoretisch. Wer traut sich überhaupt wirklich dorthin zu denken?

So seufze ich über die Erdenschwere. Sie drückt uns alle. Und heute besonders mich. Der Buddhismus fasst das wohltuend klar in Worte in seiner Auffassung der edlen vier Wahrheiten - darin zentral: das Entstehen von Leid. Ich finde Trost allein in der Möglichkeit, dass man Leiden vermeiden kann durch einen anständigen Lebenswandel. Ja, man kann so lange dem Heilsein entgegen streben, bis man aus dem Rad der Inkarnation aussteigen darf. Das Ende allen Leidens. Was eine Hoffnung: Nie wieder Erde!

Alleine die Vorstellung, dass alles wieder auf Anfang gedreht werden könnte; ein ganzes Leben wieder von vorne beginnen. Nochmals all die bitteren Erkenntnisse, die Lügen, die Dummheiten, der Betrug, die Enttäuschungen, die Trauer, der Verlust, die Schmerzen!? Wie kann man in Anbetracht dessen auch nur einen einzigen Tag jünger sein wollen?

Vielleicht - wenn es keinerlei spirituellen Überbau gibt - vielleicht reichen dann Träume von Jugend, Reichtum und Schönheit aus, um sich zu sättigen, abzulenken, zu illusionieren. Dass andere SO anders sind... Auch manchmal schwer auszuhalten: die Einsamkeit, die damit einher geht. *Es schwindelt mir, es brennt die Eingeweide, nur wer die Sehnsucht kennt, weiß, was ich leide.*

Kuschel ich mich an den Habib. Schmiege ich mich etwas in die arabische Musik, deren Poesie so tief schwingt zwischen all den Gegensätzen dieses Planeten. Dafür spiele ich euch die Algerierin Souad Massi ein, der ich schon live zuhörte, während der Habib in der Wüste verschwand. Zuckere ich uns das Leben ein bißchen auf mit Apfelkuchen. Vielleicht - ein Versuch ist es wert - läßt sich so all das wegschieben, was gerade schwer wiegt.

Blinder Verlaß war auf Evas Empfehlungen. Ja, das ist ein DUBB im engsten Sinne. Genau so wie ihr dunkler Kirschkuchen. Winzige Änderungen: heißer gebacken und weniger süß. Ein kleiner Stoßdämpfer für melancholische Momente!


Zutaten:

Teig:
250g Mehl(m: D630)
50g Zucker (m: selbstangesetzter Vanillezucker)
125g Butter
1 EL Quark
1 Pr Salz
etwas kaltes Wasser

Füllung:
1 kg Äpfel (Boskop oder Elstar)
300 ml Apfelsaft
1 Päckchen Puddingpulver 'Vanille-Geschmack' (zum Kochen) 
1 Stück Ingwer, walnussgroß, feinst gehackt

4 EL Zucker 

Topping:
1 Prise Salz
75g Butter 
60g Zucker
1 EL flüssiger Honig
150 g Mandelblättchen
3 EL Milch

Fett für die Form

Zubereitung:

Für den Teig: Mehl, 50 g Zucker, Salz, Quark, etwas kaltes Wasser und 125 g Butter in Flöckchen erst mit dem Knethaken des Rührgeräts, dann mit den Händen zum glatten Teig verkneten. Teig in einer gefetteten Springform (Durchmesser 26 cm) zu einem Boden mit ca. 3 cm hohen Rand andrücken. Mit einer Gabel einstechen und ca. 30 Minuten kalt stellen. (m: Tiefkühltruhe)

Für das Topping: Für den Bienenstich-Guss 75 g Butter, 50 g Zucker, Honig und Mandeln unter Rühren aufkochen, bis die Masse leicht bräunt. Vom Herd ziehen und Milch unterrühren.

Für die Füllung: Äpfel schälen, vierteln, entkernen und grob würfeln. 250 ml Saft aufkochen. Puddingpulver, 4 EL Zucker, gehackter Ingwer und 50 ml Saft glatt rühren. In den Saft rühren, kurz aufkochen, Äpfel zugeben. Masse in die Form füllen

Ofen auf 190° (O/U-Hitze) vorheizen

Backen: 1 Stunde - im vorgeheizten Backofen auf der untersten Schiene ca. 20 min backen. Temperatur runterstellen auf  175°. Die ersten 30 Minuten ohne Bienenstich-Guss, dann den Guss auf dem Kuchen verteilen und weitere 30 min zu Ende backen. Auskühlen lassen. 

Anmerkung m: die ersten 15min, die der Kuchen MIT Bienenstich-Guss buk, hatte ich den Ofen auf Umluft 180° - das halte ich für die größte Schwierigkeit dieses Kuchens: man muß seinen Ofen etwas kennen, damit der Boden durchgebacken ist und der Guss golden. Original: U-/Oberhitze: 175°C/Umluft: 150° C

Zum besseren Anschneiden sollte der Kuchen durchgekühlt sein - die Bienenstichkruste läßt sich nicht besonders glatt schneiden, dafür bleibt sie selbst am nächsten Tag noch knusprig...



Donnerstag, 4. Oktober 2018

Wunschkonzert: Kürbis-Knödel mit Mangold-Gemüse


Wie oft stehe ich in der Küche und weiß' nicht recht, was kochen. Ein echtes Luxus-Problem. Der Habib ist meistens keine Hilfe, denn sein Beitrag in solchen Situationen lautet üblicherweise: Alles recht.

Oft gucke ich mich dann im eigenen Fundus um. Dieses Risotto mit dem ersten Kürbis des Jahres gabs gerade wieder. Ebenso wie die Tarte Tatin Surprise. Und wie den Evergreen-Rotweinkuchen. Oder die Kürbis-Spätzle mit Linsen. Ist ja nicht so, dass ich gar keine Ideen hätte. Nur eben nicht täglich. Oder ich koche uns etwas ganz einfaches. Wie Bratkartoffeln mit Rahm-Spinat und Spiegelei. Herje, ein Kindheitslieblingsessen, was immer lecker bleiben wird!

Perfecto fand ich, wie an einem solchen *Hach, was-kredenze-ich-uns-Tag* die Inspiration ins Haus flog. In Form einer lieben Feriengästin als auch Blogleserin (Coucou Sylke). Sie fragte mich hier nach einem Rezept für Kürbisknödel. *Ohhh, Kürbisknödel*, dachte ich sofort, eine super Idee und ich wußte direkt, wie ich sie machen wollte - und zwar in Anlehnung an diese Kürbis-Gnocchi.

Gut, Ganzgenaue könnten jetzt einwerfen, grundeigentlich handelt es sich um Kürbis-Kartoffel-Knödel. Wollte man reine Kürbisknödel machen - siehe etwa diese Kürbisgnocchi - dann ist das mit deutlich mehr Aufwand verbunden. Also ich kann mit dieser Paarung gut leben. Sehr gut sogar. Wir haben richtig zugeschlagen. Gerade wenn die Knödel noch knusprig gebacken wurden, sind sie völlig unwiderstehlich.

Die Konsistenz des Teiges könnte misstrauisch machen. Aber auf meine Rezepte ist Verlaß - nur Mut! Die Knödel lassen sich nur mit feuchten Händen formen und 100% rund bekommt man sie auch nicht (weil der Teig eben etwas zu weich dafür ist). Aber aus geschmacklichen Gründen wollte ich nicht mehr Mehl zufügen (was ihr natürlich machen könnt, wenn ihr auf die ideale, runde Form besteht). Für den Zusammenhalt der Knödel sowie einen schönen Biss braucht es nicht mehr.

Herrlich fand ich ein Mal mehr die Verbindung von Kürbis und Mangold. Das gewisse Eßwas machte mein geschätzter Noilly Prat - der drehte ein einfaches Essen ins Besondere! Echt, volle Begeisterung! Und weil das nun eine ausgesprochen befruchtende Geschichte war, rufe ich hiermit laut nach mehr! Ja, ich starte *das Wunschkonzert*! Liebe Leserschaft, ihr sucht schon eine Weile nach einem gelingsicheren Rezept für ein bestimmtes Gericht - dann wenden Sie sich vertrauensvoll an mich. I will try my very best!


Zutaten 2-3P:

300g Kürbis (m: Butternut)
200g Kartoffeln
100g Mehl (m: Dinkel-Vollkorn)
1 Ei
1/2 TL Koriander, frisch gemahlen
70g Ziegenfrischkäse
Salz
1 Schalotte
1 EL Petersilie, fein gehackt
Butterschmalz

250g Mangold
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
ein großzügiger Schuß Noilly Prat
1 EL Mascarpone
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
Olivenöl 

frisch gehobelter Parmesan

Zubereitung:

Die Kartoffeln in einem Topf knapp mit Wasser bedecken und weich garen. Abgießen, noch warm pellen und direkt durch die Kartoffelpresse drücken. (Der Teig sollte noch warm vermengt werden).


Den Kürbis waschen, entkernen und grob würfeln. Einen Topf mit etwa 2cm hoch Wasser füllen, die Kürbiswürfel darin bei geschlossenem Deckel weich garen. Das Wasser soll dabei komplett verdampfen und so am Topfboden hängen bleiben, dass der Kürbis dabei noch keine Farbe angenommen hat. Den Kürbis in ein Tuch geben und gründlich auspressen (m: war bei mir nicht notwendig). Kürbisfleisch mit Hilfe einer Küchenmaschine  zusammen mit dem Ei fein pürieren (meinen Kürbis konnte ich mit dem Löffel zerdrücken). Die Schalotte fein würfeln in etwas Öl glasig dünsten, kurz vor Ende die fein gehackte Petersilie zufügen.

Die durchgepressten Kartoffeln mit dem Kürbispüree, dem Mehl, dem Ziegenfrischkäse, der Schalotte und den Gewürzen zu einem glatten Teig mischen. Salzen, pfeffern. Mit nassen Händen ja 12-13 Knödel formen. Reichlich Salzwasser zum Sieden bringen und die Knödel darin so lange garen, bis sie an die Wasseroberfläche steigen (dauert einige Minuten). Mit einer Schöpfkelle herausholen und auf einer Platte zwischenlagern. Etwas abkühlen und abtrocknen lassen. Dann halbieren und in Butterschmalz auf der Schnittfläche goldig braten.

Parallel den Mangold auf den Weg bringen. Mangold waschen, Stiele von Blättern trennen. Zwiebel und Knoblauch fein würfeln. In Olivenöl beides glasig dünsten, dann die fein gehackten Mangoldstiele zufügen und weitere 5min braten. Weiter den in feine Streifen geschnittenen Mangold zufügen. Den Mangold zusammenfallen lassen. Dann mit einem schönen großen Schluck Noilly ablöschen und etwas einreduzieren lassen. Mit Salz, Pfeffer und Mascarpone sowie Piment abschmecken. Zusammen mit den Knödel servieren. Mit gehobeltem Parmesan servieren.


Montag, 1. Oktober 2018

Schicksalstag: Schneewittchen-Torte


Was ist Wahrheit? Was ist Liebe? Was Schicksal? Was Zufall? Was Gott?

Das sind eigentlich alles keine Fragen, die als Diskussionsgrundlage dienen könnten. Es kommt halt drauf an...

Einer meiner *zu Tisch mit...*-Erlesenen, Moritz Bleibtreu, gab dieses Jahr in einem Interview folgende Antwort: *Ich bin ein sehr gläubiger Mensch. Allerdings verachte ich die Kirche. [...] Ich habe unlängst mit meinem neunjährigen Sohn über Gott geredet. Und da sagte ich ihm, dass ich es toll fände, wenn jeder für sich seinen eigenen Gott definieren würde. Da wäre doch die Welt viel schöner und bunter. Da könnten wir uns doch alle untereinander austauschen.*

Mir hat sofort gefallen, dass Moritz seinen eigenen Weg sucht und sich nicht an Vorgaben oder Trampelwegen orientiert. Exakt mein Ansatz, nämlich der der Individualität und damit der Freiheit. So nur dürfen andere anders sein. Überhaupt bin ich fest davon überzeugt, dass genau das der Schlüssel zu nahezu allem ist: die höchstpersönliche, individuelle Erfahrung. Die eigene Neugier. Ohne die fehlt einem das nötige Erlebnis und die damit einhergehende Einsicht. Ohne eigene Erfahrung kann einem - ganz wie es etwa die Esoterik so hübsch betreibt - jeder alles erzählen. Es reicht einfach nicht, über die Liebe ein Buch gelesen zu haben. Es braucht die Erfahrung. Bon, vermutlich muß man dennoch kategorisch zwischen zwei Typen Mensch unterscheiden. *Es gibt nur zwei Arten zu leben. Entweder so als wäre nichts ein Wunder oder so als wäre alles ein Wunder*, sagt Einstein. Nicht alle Türen stehen allen offen.

Die Begegnung mit dem Habib war mein Kismet. Maktub. Eine feste Säule. Die große Wende. Ich wußte es sofort, weil mir das erste Zusammentreffen den Atem nahm. *Du bist atemberaubend* - das habe ich nur ein einziges Mal in meinem Leben erlebt. Und ich bin SO froh, dass auf meine Sinne Verlaß war. Keinen Wimpernschlag zögerte ich, alles Vertrauen auf diese eine Person zu setzen. Man hielt mich damals für verrückt.

Selbst wenn ich versuchen kann, Erklärungen zu finden, nötigt mich meine eigene Geschichte immernoch zum Staunen. Eben weil ich erlebt habe, dass es eine viel größere Weisheit gibt, als die, die ich nur erahnen kann, die des Magnetismus. *Magnetes Geheimnis, erkläre mir das! / Kein größer Geheimnis als Lieb und Haß* (Goethe). Wie konnte es sein, dass ich mich in den Habib verliebte? Hinweg über die Konvention, dass man sich einen Partner ungefähr gleichen Alters sucht. Ihr entschuldigt, aber auch dafür lasse  ich mir wieder helfen. *Gegen große Vorzüge eines anderen gibt es kein Rettungsmittel als die Liebe (Goethe). Herz zieht mit Kopf am gleichen Tauende.

Was lasse ich mir gerne Kennenlerngeschichten erzählen. Sie sind so vielfältig, so unendlich unterschiedlich, so schicksalshaft, so unerklärlich. Zwei sich kreuzende Wege, die für zwei Menschen Epoche machen. Märchenhafter Zufall. Oder wie nennt ihr das?

Logisch, dazu braucht es einen süßen, ebenfalls märchenhaften Support: die Schneewittchen-Torte, die so rot wie Blut, so weiß wie Schnee und so schwarz wie Ebenholz ist. Es ist eine Torte für Einsteiger, eine Torte für Unambitionierte, für Blender, für Angeber ohne viel Können - also die perfekte Torte für jemanden wie mich. Ich hob sie mir auf, für eine kleine deutsche Kuchentafel hier in Frankreich. Wohlwissend, dass die Fränzis die *Kaffee-und-Kuchen-Exotik* sowieso nicht zu schätzen wissen. Den Boden kennt ihr ähnlich bereits: es ist eine Abwandlung von diesem Blog-Buster-Marmorkuchen. Eine grundsolide, geschichtete Kombi, machbar selbst mit zwei linken Händen und ohne eine einzige Tülle aber mit Effekt auf dem Teller. Wer mag mit Assoziation zur legendären Schwarzwälderkirsch...



Zutaten - Springform /Tortenring:

150g Mehl
1 TL Back-Pluver
1 Pr Salz
125g Butter
125g Zucker
3 Eier (klein, oder 2 große)
60ml Sahne
2 EL Nutella
1 EL Kakao
50g gehackte Schokolade (70%)
Tonka-Bohne
1 Msp Nelke, gemahlen
1/2 TL Kardamom
1 Glas Sauerkirschen
1 EL Kirsch

200g Sahne
400g Quark
50g Mascarpone
50g Puderzucker
5 Blatt Gelatine
4 EL Orangensaft, frisch

250ml Kirschsaft (von Kirschen im Glas)
1 Päckchen roter Tortenguß

Zubereitung:

Ofen auf 175° (O/U-Hitze) vorheizen.
Kirschen abschütten und gut abtropfen lassen. Saft auffangen und für später zur Seite stellen. Wer mag mariniert die Kirschen mit 1-2 EL Kirsch-Schnaps.

Mehl, Backpulver und Salz durchsieben und beiseite stellen. Schokolade hacken. Eine Springform von 26cm Durchmesser buttern und mehlen.

Butter, Zucker und Tonkabohne schaumig rühren. Eier nacheinander einrühren bis die Masse hellcremig ist. Sahne einrühren. Mehlmischung gerade so lange einrühren, bis ein homogener Teig entstanden ist.

Den Teig auf 2 Schüsseln aufteilen. In die eine Hälfte das Nutella, das Kakao-Pulver, die Schokoladenstückchen und den Kardamom sowie die Prise Nelkenpulver einrühren.  In die Springform zuerst den hellen, dann den dunklen Teig einfüllen - zuletzt die Kirschen darauf verteilen und die Oberfläche glatt streichen (dabei die Kirschen etwas in den Teig drücken). Etwa 35-40 Minuten backen. Auskühlen lassen.

Den Kuchen auf eine Platte umsetzen und mit einem Springring versehen. Die Gelatineblätter in Wasser einweichen. Die Sahne steif schlagen. Quark mit Mascarpone und Puderzucker verrühren. Die Gelatine ausdrücken und mit dem Orangensaft auf kleiner Flamme in einem kleinen Topf auflösen. Zuerst mit 2-3EL Quark gut vermengen, dann mit dem restlichen Quark. Zuletzt die Sahne untermischen.

Nun nur noch nach Packungsanweisung den roten Tortenguß mit dem Kirschsaft herstellen, etwas abkühlen lassen, dann mit einem Eßlöffel auf der Quarkmasse verteilen und glatt streichen. Kühl stellen - am besten über Nacht. Um den Tortenring zu lösen, mit einem Messer daran entlang fahren. Zum Aufteilen der Kuchenstücke habe ich ein entsprechendes Kuchengitter auf den ausgekühlten Torgenguß gedrückt.

Inspiration: CK