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Freitag, 29. April 2022

Maßstab - Raz-el-Hanout-Möhren mit Bulgur

 

Einer dieser roten Fäden, die sich durch mein Leben zieht, ist mein Freiheitsbedürfnis. In meinem Elternhaus wurde ich unterdrückt, und es bedurfte nicht nur eine bewußte Trennung von jenen, die mir keine Luft zum Atmen ließen, es hat anschließend Jahrzehnte benötigt, bis ich in die Senkrechte kam um mich für mich selbst stark machen zu können. Geblieben aber ist, dass ich seismographisch auf Druck reagiere, der auf mich ausgeübt wird - und in aller Regel zuerst einmal mit Verweigerung reagiere.

Das wurde mir etwa sehr bewußt, als ich *Stand up* anhörte, das Battle zwischen Ann-Sophie, Jennifer und Archippe bei *The Voice of Germany* und mir an einer bestimmten Stelle stets die Tränen hochdrückt. Thema dieses Liedes ist der Aufstand aus der Sklaverei - das rührt mich sehr. Hat die weiße Rasse eigentlich je versucht, ihren grauenhaften Kolonialismus aufzuarbeiten und wiedergutzumachen? Schauderhaft, was waren die Menschen schon von falschen Ideen fehlgeleitet!

Nun, in das Format *The Voice* flüchte ich mich gerne - genau - aus Eskapismusgründen. Musik lenkt mich ab und ich erfreue mich an Menschen, die gut singen können. (ihr erinnert euch vielleicht: mein dritter Wunsch bei der guten Fee...). Diese Sendung wird (wie etwa auch *Wer wird Millionär) mittlerweile weltweit produziert. Aber nicht nur die Art der Unterhaltung (plus Netflix und Konsorten) wird zunehmend global gleichgesetzt, ebenso die Politik - wie wir es in den letzten zwei Jahren erlebt haben. Dass die Maßnahmen derart gleichgeschalten waren, oft sogar zeitgleich, Nationen unabhängig, hatte mich sehr erstaunt. Woher rührt diese seltene Einigkeit von Wissenschaft und Politik - sogar sensationellerweise auf dem ganzen Planeten?

Darüber sind andere ebenfalls gestolpert, u.a. Ulrike Guérot, die gerade das Buch *Wer schweigt, stimmt zu* herausgebracht hat, worin sie sich als Politikwissenschaftlerin und Europaexpertin mit den gesellschaftlichen Auswirkungen der deutschen Pandemiepolitik auseinandersetzt und eine neue Debatte über den Freiheitsbegriff fordert. Ich schätze es als bereichernd, Menschen meine Aufmersamkeit zu schenken, die aus völlig anderen Perspektiven wie ich auf Themen schauen. IM LEBEN NICHT würde ich je Politikwisschenaften studieren, direkt nach Jura und vor BWL. Aber ich finde Ulrike Guérot ist gut zuzuhören - wie hier im Interview bei Marc Friedrich - und ich kann ihren Argumenten gut folgen. Bref: große Empfehlung!

So legt sie in einem Kapitel dar, dass es die eine wissenschaftliche Wahrheit nicht gibt - nicht geben kann. Wissenschaftler und natürlich erst recht Politiker können bei ein und demselben Sachverhalt selbstverständlich zu vollkommen unterschiedlichen Schlussfolgerungen kommen. Anhand zweier Beispiele - Atomkraft und Kaffee - zeigt sie, dass Wahrscheinlichkeitsrechnungen zum einen die Wirklichkeit nicht wirklich abbilden und zum anderen dass wissenschaftliche Begründungen von Kriterien abhängen, die man je nach Priorität ganz unterschiedlich bewerten kann: 

*Bei Forschungsergebnissen und deren Interpretation geht es also selten um das, was die Wissenschaft sagt, sondern welche Bewertungskriterien eine Mehrheit bei wissenschaftlichen Erkenntnissen anlegt; und welche sie zu einem gegebenen Zeitpunkt als politisch relevant durchsetzen will*

Wind auf meinen Mühlen! Wissenschaft kommt je nach Perspektive und/oder Maßstab zu anderen Ergebnissen und überholt sich außerdem permanent selbst durch neue Forschungsergebnisse, die alte Standarts hinfällig machen.

Was mir an Ulrike Guérot zusagt, ist ihre Aufforderung, mündige Bürger zu werden und uns - jeder einzelne für sich und zusammen - zu überlegen, in welchem Europa wir leben wollen. Insbesondere, wo noch dieses Jahr die ersten Pilotprojekte zu einem Sozialkreditsystem, wie wir es seither nur aus China kennen, in Europa gestartet werden sollen - in Wien (Österreich) und in Bologna (Italien). In Wien startet erstmal alles ganz harmlos: wer Autofahren vermeidet und auf Alternativen ausweicht, bekommt Eintrittskarten für Kulturveranstaltungen geschenkt - was soll man dagegen haben? Aber, Kinners, wer kann in die Zukunft sehen und weiß, welche Machthaber in 10 Jahren an den Schalthebeln sitzen?

Ebenso macht hellhörig, wenn Macron während seiner Antrittsrede als wiedergewählter Präsident auf historische Veränderungen einschwört - die wir doch als demokratisches Volk gerne mitgestalten würden, oder etwa nicht? Darüber sollte man sich Gedanken machen, damit sich die große, schweigende Masse nachher nicht durch das große Portal der Ausreden drücken kann, wie Ulrike Guérot mahnt:

*Am Ende ist es wieder niemand gewesen, wenn die Dinge kippen sollten!*

 

 

Heute präsentiere ich euch ein leichtes Alltagsgericht, das schnell auf den Tisch gebracht ist, wenn man mal keine Lust zum Kochen hat. Als Karottenliebhaberin der ersten Stunde macht man mich damit auch satt und zufrieden.


Zutaten 2P:

1 EL Rosinen
250ml Gemüsebrühe
2 EL Olilven
100g feiner Bulger
25g Mandelkerne, geröstet gemahlen
300g Bundmöhren
2 Frühlingszwiebeln
1 TL Raz el Hanout
1 TL Schwarzkümmelsaat
Salz, Pfeffer
50g Schafskäse (m: Ziege)
 100g Joghurt (m: Ziege)
1 Stich Butter
Chili-Flocken

 

Zubereitung:

Rosinen in 150 ml lauwarmem Wasser einweichen. Fond aufkochen. 1 El Öl, Bulgur und Mandeln zugeben, beiseitegestellt zugedeckt 8-10 Minuten ziehen lassen. Karotten schrubben und in größere Stifte schneiden. Frühlingszwiebeln in in dünne Ringe schneiden.

Restliches Öl in einem breiten Topf erhitzen. Das Weiße der Frühlingszwiebeln darin bei mittlerer Hitze glasig dünsten. Möhren zugeben und 3-4 Minuten unter Rühren mitdünsten. Raz el Hanout zugeben und kurz mitdünsten. 1 TL Schwarzkümmel und Rosinen mit dem Einweichwasser zugeben. Mit Salz würzen und zugedeckt 5-6 Minuten bei mittlerer Hitze garen. Inzwischen Ziegenkäse und Joghurt in einem Rührbecher mit dem Schneidstab fein pürieren.

Bulgur mit Gabeln auflockern. Butter zu den Möhren geben, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Bulgur und Möhren auf einer Platte anrichten. Mit Joghurt beträufeln, mit restlichen Frühlingszwiebeln, Schwarzkümmel und Chili-Flocken bestreuen. 

Quelle: Essen und Trinken

 

 

die 2 1/2 Minuten Zeit sollte man sich nehmen - die Wutrede von der irischen EU-Abgeordneten Carle Daly hat es in sich! Zumal die Szenarien eines dritten, atomaren Weltkrieges, der totale Wahnsinn, sprachlos machen (Augen zu und verdrängen?). Und dann steige ich aus dem politischen Geschehen wieder aus - zumal ich nicht glaube, dass der kleine Einzelne Einfluß auf die Obrigkeit nehmen kann, selbst wenn Demokratie eine schöne Idee wäre... Mir geht es im Wesentlichen darum, Bewußtheit zu schaffen.

Samstag, 23. April 2022

Weitblick - petits biscuits à la menthe/ melisse/ verveine fraîche très moelleux


Eines meiner wiederkehrenden Themen ist die Ahnungslosigkeit des Menschen. Wie pflegte eine bekannte Lehrerin des Habib zu sagen: *Du hast von nix ne Ahnung, aber davon reichlich!

Alles hängt mit allem zusammen - soweit so bekannt. Doch was das in Bezug auf nahezu alle Themen bedeutet, davon hat der Mensch kaum einen Schimmer. Ja, da ist er mit geradezu beeindruckender Ahnungslosigkeit gestraft. Oder gesegnet. Je nachdem wie mans sieht. Wären alle Konsequenzen direkt jedem bewußt bei allem Denken, Handeln und Gebaren, dann, ja dann wäre die Welt eine andere. Was by the way exakt meine Definition von Intelligenz ausmacht: die Dinge vom Ende her zu denken auf der Wesensebene, um auf diese Weise so weit die Vorstellung reicht, Auswirkungen zu berücksichtigen. Stattdessen aber boomt das Angebot der Betäubungsmittel vornweg Alkohol, denn besser ists, man weiß nicht alles ganz genau. Es genügt eigentlich, wenn mit ein paar Zahlen jongliert wird, was zumindest die Illusion befriedigt, dass man GANZ dicht dran ist am Kern eines Problems (messen, messen messen...). Das reicht völlig aus - zumindest um den Pontius zu miemen.

Neueste Studien zeigen, *dass im Schnitt pro Kopf und Woche fünf Gramm Plastik im menschlichen Magen-Darmtrakt landen - in etwa das Gewicht einer Kreditkarte*. Oder die Menge eines Teelöffels. Das kann nicht erstaunen: wir können nicht unsere Umgebung zumüllen ohne uns mitzuzumüllen. Wir Menschen können zwangsläufig nicht in einem besseren Zustand sein, als das Biotop in dem wir leben. Logische Konsequenz. Welche Immunreaktionen das Mikroplastik im Magen-Darmtrakt auslöst, ist noch völlig unklar. Ebenso die Verbindung zu Krebserkrankungen, die daraus möglicherweise resultieren.

Jeder hat bestimmt schon mal ein Bild von den riesigen Plastikteppichen gesehen, die in den Weltmeeren treiben. Oder wer sich länger Zeit an der Küste aufhält, kann die Berge von Plastik bewundern, die mit der Flut täglich angeschwemmt werden. Über *die Zustände* unseres Planeten hatte ich es 2018 bereits - und es sieht *geht so* aus. Wissen wir Bescheid - nix Neues.

Gerade im Bezug aus Plastik frage ich mich, warum dafür nicht von Anfang an ganz entschieden politische Weichen gestellt wurden. Dafür ist der Umgang mit Plastik doch ein hervorragendes, sinnbildliches Beispiel! Gute politische Arbeit stelle ich mir nämlich genau so vor: dass mit großem Weitblick die Folgen von Handeln überdacht und überwacht werden - vorneweg in Bezug auf Industrie und Massenproduktion - , damit Leo Enderle und Max Mustermann in Ruhe vor sich hinexisitieren können. Warum wurden nicht - was weiß denn ich - 4 verschiedene, wiederverwertbare Plastikstoffe in der industriellen Herstellung erlaubt. Auf diese Weise wäre die Produktion von Plastik samt deren Recyle-System in engen Kreisen einfach zu regulieren gewesen. Schlicht, weil sämtliche Auswirkungen auf unseren Lebensraum von Experten-Kremien weit im vorraus durchdacht worden waren - samt den Überlegungen, wie man schlimme Nebeneffekte vermeiden kann (ohne hinterher beamtisch kalauern zu müssen:* Ja, das würden wir h-e-u-t-e so auch nicht mehr machen!*). Das sollte dem Sinn und Zweck politischen Handels schließlich definitiv überstehen: das Vermeiden der Zerstörung der eigenen Lebensgrundlage, des eigenen Planeten, des eigenen Körpers. Ich meine ja nur. Just saying.

Ich finde, diese Form des Weiblicks darf man von Politikern erwarten. Das ist doch das Minnimum, was die Höhe von Diäten für das Tragen eben dieser Verantwortung rechtfertigt. Eben auch zum Beispiel im Verhindern eines Krieges oder gar eines atomaren Krieges. Das kann doch kein Mensch wollen! (großes Ausrufezeichen!) 

Außer, vielleicht - soweit muss man ja mittlerweile Mutwill  unterstellen - außer vielleicht man ist Politiker.

So ähnlich sehen es wohl junge Studenten in Frankreich auch, die drei Tage lang die Pariser Sorbonne besetzten, weil sie Misstände anbrangern wollen, weil sie sich von der Politik übergangen fühlen, weil sie sich gerne *für* und nicht *gegen* etwas entscheiden würden anstelle nun erneut zwischen rechts-extrem und rechts-konservativ: *Macron und Le Pen vertreten uns beide nicht, einer ist schlimmer als der andere, und wir sind es leid, zwischen Pest und Cholera zu wählen*. Mein Verständnis haben sie.

 


Es grünt so grün im Frühling. Der perfekte Moment um grüne Kekse zu backen. Wer sich ríchtig Frosch-grün haben will, der sollte grüne Lebensmittelfarbe zu Hilfe nehmen. Mir sind meine Kekse auch so grün genug. Allerdings sind meine Kekse auch eine Mischung aus Minze, Melisse und Verveine. Gerne darf man aber ebenso gut nur eines dieser Aromapflanzen in den Mittelpunkt stellen.

Die Kekse sind sehr aromatisch und wirklich schön feucht. Daher halten sie sich aber auch nicht wie klassische Kekse länger in der Dose, sondern verhalten sich eher wie kleine Rührkuchen. Wobei es eh nicht von Nöten ist, sie länger aufzubewahren - mit einem Haps sind sie fast genau so schnell weggeknuspert wie gebacken.


Zutaten - ein Blech:

180g Mehl (m: D 630)
1/2 TL Backpulver
30g Minze (Melisse/ Verveine), frisch
80g Rohrzucker
1 Ei
80g Butter, weich
1 Pr Salz

 

Zubereitung:

Mehl mit Backpulver und der Prise Salz mischen.

Die frischen Kräuter waschen und gut trocknen (m: da aus dem eigenen Garten reicht es mir die Kräuter sauber zu verlesen). Blätter von den Stängeln befreien.

Die Blätter zusammen mit dem Zucker fein pürieren. Dann das Ei zufügen und nochmals gut pürieren. Anschließend die weiche Butter ebenfalls mit Hilfe des Zauberstabs untermixen. Zuletzt die Mehl-Mischung mit einer Gabel untermischen bis ein homogener Teig entstanden ist.

Den Ofen auf 180° vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und mit einem Löffel etwa eine Wallnuss-Große-Menge Teig abnehmen und mit feuchten Händen rund formen. Mit etwas Abstand auf das Backblech setzen und mit einer feuchten Gabel ein Muster in die Oberfläche streichen. 

Für ca. 10-12 min im heißen Ofen backen.

Inspiration: une recette chaque jour (YT)

 


Rückkehr der Erntehelfer - unsere Wildbienen ziehen wieder in ihre Sommerresidenz

Sonntag, 17. April 2022

Hirnaktivität: Osterkuchen Kulich-Kraffin

 

Manchmal sind der Habib und ich deprimiert über diese geistlose Zeit - dieser blanke Materialismus, das offene Gegeneinander, diese schrille Disharmonie, die mutwilligen Lügen. Und überall Mitläufer, die den Anstreichern dieser Welt auf den Leim gehen und hinterherdienern. Nährboden für Zwietracht und Misstrauen.

Unvorstellbar, dass wir uns vor noch nicht allzulanger Zeit mit unsere Feriengästen ohne Mietvertrag einig waren: ein Mann/ eine Frau - ein Wort und die Wohnungen waren gebucht. Verbindlich. Ohne Probleme. Hat jahrelang so funktioniert. Wäre heute nicht mehr möglich. Tribe-Mitglieder natürlich ausgenommen. Aber zuviel Ängste liegen in der Luft. Das macht allgemein unsicher. Und müde und gelähmt. Wem kann man noch was glauben?

Das einzige Gegenmittel gegen Ängste, ist sich zu stellen. Ja, bei sich zu bleiben, sich an sich zu halten und für sich zu stehen. Seinen eigenen Sinnen und seiner eigenen Wahrnehmung zu trauen. Die Menschheit hat ihre Kinderschule hinter sich, der Welpenschutz ist vorbei: erwachsen werden ist dran. Und da gilt ganz die Nena-Definition: der erwachsene Mensch ist frei und selbstverantwortlich.

Uhhhargh, da zuckt die Mehrheit zurück. SOOO phantastisch offengelegt von Dostojewski in seinem Meisterwerk *Der Großinquisitor* - nichts überfordert den Menschen mehr als Freiheit. Und Eigenverantwortung. Das ist nun wirklich zuviel verlangt vom Einzelnen.

Wenn ich eines (trittbrettfahrend) von meinem Abenteurer und Wüstendurchquerer gelernt habe, dann dass es ohne Risiko-Bereitschaft und Gottvertrauen nicht geht. Was hat der Habib Geschichten zu erzählen, wie er sich etwa schwer verletzte bei einer Reifenreparatur mit  Springfelgen, fernab jeder Piste, lange bevor es GPS gab - da kann man nicht darauf hoffen, von anderen gerettet zu werden. Da muss man auf anderes zurückgreifen und bauen können. Da braucht es einen gesunden Menschenverstand und gute Führung von oben. Doch Erfahrungen, die dann in Überzeugung münden, muss jeder selbst machen. Sonst muss man glauben - und Glaube vermag zwar manchmal Berge zu versetzen, aber erlebtes Wissen wiegt mehr, denn es verleiht einen festen Stand und öffnet Horizonte.

Deshalb: Jammern nützt nichts, Missionieren bringt nix. Zu Ostern, dem Fest an dem der Sieg des Geistes über die Materie gefeiert wird, habe ich für alljene, die immer strebend sich bemühen zu Geist, Wahrheit und Wirklichkeit vorzudringen, eine neue Entdeckung der Wissenschaft - und zwar konnte erstmalig die Hirnaktivität eines sterbenden Menschen aufgezeichnet werden: *Der Blick in ein sterbendes Gehirn*. Die Beobachtungen decken sich erstaunlicherweise mit den Berichten von Nahtoderlebnissen. Tatsächlich konnte nach dem Tod eine verstärkte Hirnaktivität festgestellt werden und zwar insbesondere eine Konzentration von Gammawellen, die in einem gesunden Gehirn verknüpft sind mit Konzentration, Verarbeitung von Informationen und Abrufen von Gedächtnisinhalten. Nach dem Tod eines Menschen spielt sich also im Gehirn des Toten zunächst einmal noch mehr ab. Da ist noch was, das sich erst später löst. So lernt die Wissenschaft immer mal wieder was dazu, im Gegensatz zum suchenden Menschen, der von seinen individuellen Erfahrungen und Erkenntnissen sich weiter "schöpft".

Auch Ostern hat nichts mit Wissenschaft zu tun, sondern mit Körper und Geist. Dem "Geist" sollte man nicht ständig aus dem Weg gehen, sondern öfter mal drüber nachdenken, sofern man Zeit findet trotz Medien, die selbst unsere verblödeten Kleinen langweilen.

Körper und Geist - frohe Ostern!


      


In weiten Teilen von Eurasien scheinen Hefegebäcke zu Ostern beliebt zu sein. Dabei unterscheidet sich vorallem die dargereichte Form - ansonsten ähneln sich die Rezepte ja sehr. Gut, die Gewürze variieren ebenfalls. Ich habe mich an diesem Rezept (bei Youtube drübergestolpert) orientiert: schön unkompliziert aber trotzdem was hermachend. So mag ich das.

Wie ihr das Hefegebäck füllt, obliegt eurer Neigung. Bei uns liegen Gebäcke, die mit Rosinen gefüllt sind - so wie das Original - nicht hoch im Kurs. Aber auch eine Möglichkeit. Oder ihr greift mal wieder auf die schöne Idee des alten Blog-Busters zurück, dem Schuedi. Oder aber ihr füllt diesen Zopf mit Mohn nach diesem Rezept der kleinen Mohnstrudelchen. Eignet sich alles hervorragend. Ich habe mich für eine Mandelfüllung entschieden. Aber die Abwechslung machts...

Eine große Sammlung artverwandter Kulitsch-Paska findet sich aktuell auch gerade bei Zorra und ihrer Synchronback-Gruppe!



Zutaten - eine kleine Kuchenform (Ø16cm):

Vorteig - 10 min anspringen lassen:
80ml 
10g Zucker
18g Hefe (frisch)
20g Mehl

Teig:
Vorteig
330g Mehl
40g Butter, flüssig
1 Ei
1 Eigelb*
ca. 80ml Milch

Füllung:
150g Marzipan
100g geröstete und gemahlenen Mandeln
40g Mandelblättchen
1 Eiweiß
1 EL Mandelmuß
30g Zucker*
1/2 TL Kardamom
1 Orange, Abrieb davon

Zubereitung:

Einen kleinen Hefevorteig ansetzen, dafür alle Zutaten miteinander vermengen und ca. 10 min anspringen lassen.

Für den Hauptteig alle Zutaten verkneten (m: Handrührer samt Knethaken dafür verwendet) und den Teig ca. 5-7min geknetet, bis er schön homogen und glänzend ist. Den Teig abgedeckt im Warmen etwa 1 Stunde gehen lassen.

Den Boden der Form mit Backpapier auskleiden, die Ränder buttern und mit Zucker bestreuen. Für die Füllung die Mandeln rösten und dann nicht zu fein mahlen. Mit den restlichen Zutaten gut mischen.

Den gegangenen Teig halbieren. Dann rechteckig auswellen auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche (ca. 30cm x 25cm). Die Hälfte der Füllung darauf verteilen (m: mit Hilfe von kleinem Löffel und Händen). Von der langen Seite den Teig aufrollen. Die zweite Hälfte des Hefeteiges ausrollen und ebenfalls die Füllung darauf verteilen. Nun die erste Teigrolle auf den Anfang der langen Seite des Teiges setzen und daraus eine größere Rolle rollen. Mit einem scharfen Messer die Rolle halbieren, aber an ihrem Ende 2cm zusammenlassen. Den Strang mit der offenen Seite zu einer Schnecke rollen - so über die Mitte fortfahren aber die letzte Rundung als Etage aufrollen. (klingt irgendwie umständlich - da ist das Filmchen vielleicht echt mal hilfreich). Schnecke in die Form setzen, abgedeckt etwa wieder eine Stunde gehen lassen.

Auf der zweiten Schiene von unten bei 170° (O/U-Hitze) - ca. 35-40 min backen. Gegebenenfalls gen Ende abdecken, damit der Kuchen von oben nicht zu dunkel wird.

Anmerkung m: wer den Kuchen nicht mit Mandeln füllt (und dafür das Eiweiß verwendet), kann im Hauptteig auch zwei ganze Eier verwenden (dann ein Schlückchen weniger Milch nehmen)/ Süßschnäbel sollten für die Mandelfüllung etwas mehr Zucker benutzen - wir mögens nicht ganz so süß/ die Originalfüllung besteht aus 80g weicher Butter und 100g Rosinen; außerdem nimmt sie etwas frischen Orangensaft statt Milch für den Hefeteig

Inspiration: Ellens Kitchen (youtube)


Donnerstag, 14. April 2022

Ostern - Spezial


Schöner als hier bei dem bereits zusammengestellten Ostern - Spezial von 2020 kann ich euch auch heute kein Board präsentieren. Da sind wirklich alle Oster-Leckereien vereint, die ich euch anbieten kann. Wer noch fehlt, ist der Pogne de Romans von letztem Jahr - hiermit ebenfalls verlinkt. Jetzt kann der Osterhase kommen...

Dienstag, 12. April 2022

12 von 12 - April 2022









Bevor wir vorbei an Wildtulpen und Wahlplakaten zum kleinen Dienstagsmarkt fahren, startet der Morgen mit Porridge und Ingwertee. Kein April ohne dass ich nicht die pittoreske Wildtulpen fotographiere. Der Zustand der Wahlplakate wiederum hat etwas Tendenziöses: Crest und Gigors haben mehrheitlich Jean Luc Mélanchon gewählt.

Auf dem Markt wurde nicht nur Obst fürs Frühstück gekauft, sondern auch u.a. der Spinat (köstlich: nur mit etwas Kokosfett und jungem Knoblauch!) und der Spargel fürs Mittagessen: das All-you-need-Stew macht die Grundlage. An Ziegenkäse-Produkten ist in der Drôme kein Vorbeikommen. Und ich bleibe mit den Augen stets hängen an dem neu eröffneten, kleinen Blumenladen: *Die kleinen Aufmerksamkeiten*.

Blumen aber haben wir im Garten genug. Der Pulsatilla, der Küchenschelle, habe ich einst einen eigenen Post gewidmet. Eigentlich drängt die Unkraut-Front, aber ehrlich gesagt mangelts heute an Motivation, sich ins Getümmel zu werfen. Nur Drücken wird nix bringen - allerortens ruft es zum Einsatz... Einzige Ausrede ist, dass nach einigen Erledigungen im Städchen und dem obligaten Café bei *John Irving* - mit für Fränzi-Verhältnisse erstaunlich viel politischen Diskussionen um uns - wir spät zurückkehrten.

Eine Nachbarin besucht uns und hat fürs baldige Osterfest für uns gebacken: un Suisse, ein Schweizer (eine spécialité de Valence)  - sehr ähnlich einem Butter-Pätzchenteig allerdings mit dem typischen südfranzösischen parfum *fleur d'orange* (Orangenblüte). Doch, die Pandemie hat diesem Dorf gut getan!

Hach, überhaupt Frühling und es schmetterlingt wieder (eine Auswahl unserer Schmetterlinge kann man sich auf unserer Homepage *Sonne und Lavendel* anschauen). Nous sommes prêts - wir sind wirklich bereit!

Und ja, ich kanns bestätigen: Yoga macht flexibel. Heute aufwärmen mit meiner aktuellen Lieblings-Yogi Kaylie und anschließendes Dehnen mit Silvio (im Tempo allerdings stark gestrafft), der mich in meinen Anfängen begleitete und der mich nach wie vor mit seiner Art amüsiert.

voilà, voilà - jetzt noch schauen, was die anderen so festgehalten haben von ihrem 12. des Monats bei Caro von *Draußen nur Kännchen* und dieser leise, grau-himmelige, friedliche 12. April 2022 ist nahezu fertig erlebt.

Montag, 11. April 2022

die Entscheidung - Kebap aus roten Linsen


Fahrrad fahren und Bio-Tomaten essen, macht noch keinen Naturbezug. Und sauber Müll trennen auch nicht. Sätze, die ich schon immer mal loswerden wollte!

Wann hattest du das letzte Mal einen Grasfleck auf der Hose, Kletten in den Haaren, die Nase in frisch gemähtem Heu? Gras zwischen den Zehen? Weißt du, wie Erde schmeckt? Und auch das sind nur schön klingende Äußerlichkeiten. Wie bei jeder Beziehung geht es um Qualität - und die läßt sich nicht demonstrieren oder messen, die läßt sich nur innerlich erfahren. Wenn, dann stellen sich in Beziehungen Fragen nach dem WIE: wie tief geht die Verbindung, wie nahe ist man sich, wie wird der Kontakt gepflegt, wie groß ist das Vertrauen? In dein Herz können andere schwer blicken.

Lange bevor die Ersten mit ihren Handys verwachsen waren, kündigte der Habib in seinen Seminaren bereits an, dass die große Entscheidung zwischen Natur und künstlicher Welt zu treffen sein wird - was damals noch einigermaßen abstrakt anmutete. Mittlerweile ist Technik und Wissenschaft in beeindruckendem Tempo foran geschritten und die künstliche Intelligenz nur eines der Flaggschiffe menschlichen Forschungsdrang. Parallel dazu aber wenden sich die Menschen der Industrienationen immer weiter ab von der Natur - ich hatte es dazu bereits vor Jahren: von der nachweisbaren Naturentfremdung.

Wie tiefgreifend sich diese Entwicklung auf unseren Alltag auswirken wird, nimmt im Sauseschritt neue Dimensionen an. Marc Zuckerberg verkündete dazu quasi den Startschuß, indem er Facebook in Metaverse umbenannte: in naher Zukunft wird unsere reale Welt in wesentlichen Teilen in eine künstliche, digitale Welt verlagert - samt Arbeitsplätze und Konsum (kurzer Eindruck dazu etwa im Webseminar - Dirk Müller)

Ganz deutlich formuliert es auch Klaus Schwab, genau, der Chef des Weltwirtschaftsforum von Davos, der unlängst mit *The Great Reset* von sich reden machte. In seinem neuesten Buch *The great Narrativ* (hörenswerte Rezension von Gunnar Kaiser) skizziert er seine transhumanistische Zukunftsvision. Diese besteht, in seinen Worten, in einer *Verschmelzung der physischen, digitalen und biologischen Sphären, mit Folgen für alle Disziplinen, Volkswirtschaften und Branchen, was sogar die Vorstellungen in Frage stellen wird, was es bedeutet, menschlich zu sein*. Weiter führt er aus:

*Es wird oft gesagt, dass das 19. Jahrhundert das Jahrhundert das der Chemie war, das 20. Jahrhundert das der Physik und das 21. Jahrhundert das der (synthetischen) Biologie wird. Ein Jahrhundert, in dem biologische Systeme so umgestaltet werden, dass sie den menschlichen Bedürfnissen entsprechen. Wir stehen am Beginn der genetischen Revolution. Mit der Pandemie hätte die synthetische Biologie seines Erachtens nach den erfolgreichen Beweis erbracht, zu halten, was sie verspreche: *Die ersten Impstoffe sind MRNA-Impfstoffe bei denen synthetische Stränge des genetischen Codes, die am Computer modelliert wurden, in unseren Körper eingebracht werden.* Eine Technologie, die zukünftig noch in viel größerem Maß zum Einsatz kommen soll...

An dieser Stelle möchte ich den Dalai Lama dazuziehen, der mich alleine deshalb schon total beeindruckt, weil er als Religionsführer äußert, dass alle Weltreligionen im Kern die gleiche Botschaft haben und der Buddhismus nur ein Weg von vielen ist. Obendrein bekräftigt er, benötige es die Religion nicht zwingend, um ein guter Mensch zu sein: ein gesunder Menschenverstand und allgemeingültige, ethische Prinzipien wären ausreichend. Doch in diesem Zusammenhang möchte ich seine Bedenken anknüpfen (Auszug aus *Das Buch der Menschlichkeit*):

*Ich bin in Sorge darüber. dass wir dazu neigen, die Grenzen der Wissenschaft aus dem Blick zu verlieren. Indem sie in weiten Kreisen die Religion als letzte Wissensquelle ersetzt, erhält die Wissenschaft selbst so etwas wie einen religiösen Anstrich.  Und dadurch sind einige ihrer Anhänger in Gefahr, ihren Prinzipien blindes Vertrauen zu schenken und damit anderen Sichtweisen gegenüber intolerant zu werden.*

Der Dalai Lama (durchaus keiner, der den Fortschritt dank Wissenschaft ablehnt) nennt als Beispiel für die Grenzen der Wissenschaft das Bewußtsein: *Es gehört zu jener Art von Phänomenen, die weder Gestalt, Masse noch Farbe besitzen und sich mit äußeren Mitteln nicht untersuchen lassen. Das bedeutet nicht, dass diese Phänomene nicht existieren, sondern lediglich , dass die Wissenschaft sie nicht dingfest machen kann.* Trotz aller Bemühungen wissen wir bis heute nicht, worum es sich bei Bewußtheit handelt, warum es da ist, wie es funktioniert, was sein Wesen ist noch was der Grund für sein Vorhandensein ausmacht.

Mit meinem heutigen Artikel will ich Bewußtheit schaffen für die Entscheidung, vor die die Menschheit nun mehr und mehr gestellt ist. Und ich will dafür werben, das eigene Bewußtsein dafür auch zu benutzen! Und zwar geht es um nichts Geringeres als DIE Gretchenfrage mit weitreichenden und tiefgreifenden Konsequenzen: reiner Materialismus oder beseelte Natur. Jeder einzelne hat sich mit dieser Frage eigenverantwortlich auseinanderzusetzen und man kann diese Enscheidung niemandem abnehmen. Wer nicht bewußt nach den Gesetzen der Natur lebt, dem wird automatisch der Materialismus übergestülpt.

Es gilt sich klar zu machen: Wer sich gegen die Natur stellt, sündigt wider den Geist.

 

 

Ihr seht es an den Fotos: diese Kebap aus rohen, roten Linsen habe ich uns bereits öfters zubereitet. Seitdem ich seltener blogge, veröffentliche ich fast nur noch Rezepte, die ich wiederholt auf den Tisch gebracht habe. Uns haben diese kleinen, knusprigen Dinger absolut überzeugt: gut gewürzt, schnell gemacht, super Konsistenz und eine echte Bereicherung für jeden Veggie-Teller - ob mit einem Pü oder den allseits beliebten, bunten Ofen-Gemüse. Eindeutig ein Keeper in meiner Küche!

 

Zutaten - ca. 20 Stück/4P:

200g rote Linsen
1 Stück Ingwer (ca. 3cm)
4 Knofi-Zehen
50g gemahlene Mandeln (oder Cashews)
1/2 Bund Petersilie/ oder Koriander
1 TL Garam Masala
1/4 TL Back-Pulver
Chili
1/2 TL Kreuzkümmel
Limettensaft
1 mittlere Zwiebel (ca. 100g)
1 mittlere Kartoffel (ca. 100g)
1 mittlere Karotte (ca. 100g)
etwas Kohl (oder Lauch) - ca. 100g
Salz, Pfeffer
Olivenöl

Zubereitung:

Die Linsen ca. 25-30min in Wasser einweichen. 

Währrenddessen die Zwiebel fein würfeln, die Karotte bürsteln, die Kartoffel schälen und beides auf dem Gemüsehobel raspeln. Den Kohl (oder Lauch) fein schneiden. In etwas Olivenöl einige Minuten dünsten, kurz vor Ende die fein gewiegte Petersilie unterziehen -  und zur Seite stellen.

Die Linsen in ein Sieb geben und abtropfen lassen. In einem Blender zusammen mit dem gewürfelten Knoblauch und dem Ingwer fein mixen.

Linsen, gedünstetes Gemüse, Nüsse und Gewürze in eine Schüssel geben und gut miteinander vermengen. Würzig abschmecken. In leicht geölten Händen kleine Frikadellen formen und in einer Pfanne mit erhitztem Olivenöl von beiden Seiten golden und knusprig braten.

Quelle: Food impromptu


Freitag, 8. April 2022

verquere welt - Kinderteller

 

Wenn die Lehrerin morgens das Klassenzimmer betrat, fragte sie als erstes: *Wer ist der Erbfeind?* Und die Klasse sprang auf und brüllte im Chor: *Der Franzose!* Und die Lehrerin wieder: *Was ist der Franzose?* Und die Klasse dröhnte: *Der Erbfeind!*

Normaler Unterrichtsbeginn in Deutschland während der Schulzeit der Großmutter des Habibs, Oma Franziska. Und viel geändert hat sich seither nicht. Warum lernt der Mensch nichts dazu, hat mein Dokumentarfilmer das allwissende Orakel gefragt. Doch wer ganz genau hinschaute, konnte feststellen, dass der Frage das Fragezeichen fehlte. Es war eine Feststellung. Manches ändert sich nicht. Politik ist Politik und Krieg ein dreckiges Geschäft.

Nicht, dass ich denke, ich kann den Aggressoren dieser Welt erklären, dass man mit Waffen keinen Frieden schließen kann. Was schon Erich Maria Remarque nicht geschafft hat (wer nicht lesen mag, der kann sich in der Arte-Mediathek die gelungene Verfilmung von *Zeit zu leben, Zeit zu sterben* mit einer zauberhaften Liselotte Pulver anschauen), das vermag ich auch nicht. Ebenso unmöglich das kranke, pervertierte Narrativ der amerikanischen Filmindustrie, welches die Waffenindustrie nährt, gerade zu stellen, nämlich dass es soetwas wie einen guten Mörder gibt, jenen, den man dann zum Helden stilisiert, weil er *den Feind* eleminiert hat, weil er sich als Opfer verteidigen muss... Jene wachen wohl aus ihrer Verblendung nicht mehr auf. 

Aber ich habe hier die Möglichkeit auf die Aktion in der taz hinzuweisen, die bereits tausende Unterschriften gesammelt hat gegen die Hochrüstungspläne: wir sind viele, die für Pazifismus und Abrüstung stehen. Man darf sich das Gegenteil nicht einreden lassen. Nein, meine Söhne gebe ich nicht - eines dieser schönen, leisen Lieder von Reinhard Mey, das Steigbügelhalter macht, um mal entschieden Position zu beziehen: Nein, meine Einwilligung zum Gegeneinander gebe ich nicht! Und nein, ich werde den Teufel tun und mich in diesen Wahn mit hineinziehen lassen!

Die Welt verdreht sich eh zusehens. Und zwischen Lüge und Wahrheit scheiden zu können, kommt mehr und mehr der Aschenbrödelaufgabe gleich, Erbsen von Linsen trennen zu müssen. Allerorts Verwirrung und Desorientierung. Und selten zwischen all den Irrlichtern ein heller Moment. Heute einer mit Alice Schwarzer. Ich staunte sehr über mich, dass wir zwei, die Alice und ich, mal einer Meinung sind - und zwar in der Transgender-Diskussion (hier im *Stern*) die weltweit dauerbefeuert wird (warum eigentlich?).

Ich brauche sie ja nicht, die Emanzen. Das sind doch seit jeher immer diese bullenbeißrigen Brunhilde-Typen, die das here Schild der Gleichberechtigung vor sich tragen, aber denen es viel eher um Macht, Herrschaft, Unterwerfung, Wichtigkeit und Einfluß geht. Nichts, wofür ich je gekämpft hätte. *Emanzipation war für mich nie ein Wort*, pflegte meine Großmutter gerne zu sagen, kriegsverwitet wie sie war, Mutter von vier Kindern und obendrein einen bettlägrigen Vater pflegend. Die Freiheit, die ich meine, geht auch in Beziehung anders. Sorry, dafür brauche ich Emanzipation nicht. Und in der Gesellschaft, in der ich groß wurde, bin ich aufgrund meines Geschlechtes nie vor verschlossenen Türen gestanden. Das mag mit den Türen zusammenhängen, durch die ich treten wollte...

Aber ganz und gar mit Alice, die sich deutlich gegen die Mode-Erscheinung stellt, sein Geschlecht zu verändern, gerade wie es einem Jugendlichen in den Sinn kommt. Was nicht zu verwechseln ist mit der Thematik der kleinen Gruppe echter Transsexueller. Ein verquerer Hype - darin stimme ich mit Frau Schwarzer überein: *Bei dieser ganzen Debatte wird meiner Meinung nach Natur mit Kultur verwechselt. Ich gehöre zu den Menschen, die die kulturelle Geschlechterrolle abschaffen wollen [...]* Jetzt aber geht man plötzlich her und sagt: 'Das biologische Geschlecht muss geändert werden.' Wir können die Natur aber nicht abschaffen.*

Sehr gut gesagt! Was stimmt denn mit der Natur auf einmal nicht mehr? *Was machst du an der Welt, sie ist schon gemacht, Gott der Schöpfer hat alles bedacht... (Goethe). Für mich kulminiert genau darin die Problematik unserer Zeit, ja genau das ist DER Brennpunkt unserer Zivilisation: das Rumdoktoren an der Natur, die Hybris des Menschen, sich über seine Herkunft zu stellen, das Missachten natürlicher Grenzen, das Sezieren ohne Zusammenhang, das Vergiften des eigenen Biotops. 

 


Für mich sind diese mit Käse gefüllten Kartoffel-Plätzchen ein echter Kinderteller. Vielleicht weil ich selbst als Kind so gerne Schupfnudeln gegessen habe? Dazu etwas Rahmgemüse, das nahezu alle Kleinen mögen. Nun, wer weiß, nur weil die Kinder, die ich kenne, das mögen, sind deshalb ja nicht alle Kinder gleich. Vielleicht aber kocht ihr eure Zwuggel mit diesen Kartoffel-Plätzchen tatsächlich so appetitlich, wie ich mir das in meiner Phantasie vorstelle. Die kleinen, zufriedenen, satten Momente am Tisch - wie leicht ist sich daran zu erfreuen!


Zutaten 8 Stück:

450g Kartoffeln (m: Mona Lisa)
1 Ei
50g Hartweizengrieß
50g Mehl (m: Einkorn-VK)
Salz, Pfeffer
1 kleine Zwiebel
1/2 Bund Petersilie (oder Bärlauch)
Saint-Nectaire, in Würfel geschnitten (oder ein anderer, schmelzender Käse)
Butter/ Öl


 Zubereitung:

Die Kartoffeln in ausreichend kaltem Wasser aufsetzen und als Pellkartoffel garen - dauert je nach Größe etwa eine halbe Stunde.

Die Zwiebel fein würfeln und in etwas Butter glasig dünsten. Kurz vor Ende die fein gewiegte Petersilie zufügen (jetzt im Frühling passt auch gut Bärlauch).

Die Kartoffeln schälen, etwas ausdämpfen lassen und noch warm durch die Kartoffelpresse drücken. Mit dem Grieß und dem Mehl mischen, Zwiebel und das Ei zufügen, gut salzen und pfeffern und daraus rasch einen homogenen Teig kneten (nicht zu lange kneten, sonst wechselt Teigkonsistenz in komisch- speckig).

Einen großen Eßlöffel der Masse auf die Hand geben, flach drücken, mit Käsewürfel füllen, dann die Teigenden darüberklappen und gut verschließen und so fortfahren, bis 8 Kartoffel-Plätzchen gefüllt sind. In etwas Sonnenblumenöl von beiden Seiten goldbraun anbraten.

 

Anmerkung m: Dazu passt jedes Rahmgemüse - bei uns gab es Erbsen und Möhren, die ich mit jungem Knoblauch und Zitronenschalen-Abrieb gewürzt habe. Alternativ macht sich auch Rahm-Kohlrabi dazu gut, Lauch oder die ersten, jungen Mai-Rübchen. Die Plätzchen schmecken selbst kalt gut.

 

Geschwister im Blog-Universum:

     ****   Herbst-Kartoffel-Calzone   ****

     ****   Mozzarella-Kartoffel-Schnitzel   ****

 

 

Das war eine zweite, *erwachsenere* Version mit Soja-Geschnetzeltem, Pilzen und Münster gefüllt

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