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weichgespült: Tarte fine à la tomate

Freitag, 1. September 2023


Am Bach liegend, die Füße im Wasser baumelnd, von der Hitze in einen dämmrigen Weichspülermodus gedrückt, lachte ich mich mit einer Freundin, die aus Deutschland zu Besuch war, darüber schlapp, dass wir beide aus der Horizonalen heraus ein Daniela-Katzenberger-Lieblingsrezept nennen konnten: den Nudelsalat ihrer Mutter. Darüber hinaus konnten wir auch beide synchron wiedergeben, dass das Wichtigste an dem Salat ist, dass nichts Frisches dran kommt - sondern ebent nur Büchse. Why not, kann man bei Nudelsalat ja durchaus machen. Wobei ich schon über mich den Kopf schüttle, dass solcher Bullshit in meinen Gehirnzellen kleben bleibt statt wieder durch den Gulli entsorgt zu werden...

Gut, SO anspruchsvoll, wie man meinen könnte, bin ich gar nicht. Gerne denke ich an unsere Marokko-Reise mit Jeep und Dachzelt, als ich den Habib bis zum Tor der Wüste begleitete. Das war ganz am Anfang, bevor ich kochen konnte und bevor ich mich fürs Essen auch nur zuständig fühlte. Und gefühlt ernährten wir uns die drei Wochen hauptsächlich von Fladenbrot, Lavachequirit-Käse und Mandarinen. Und es war super.

Nur koche ich allerdings schon so lange regelmäßig: wenn ich einen Tag lang nichts Frisches, kein Obst, keinen Salat, kein Gemüse zu mir genommen habe, dann fühle ich mich regelrecht verklumpt-verstopft-verschrumpelt. Oder lediglich eine Stulle mittags, wie ich es vieleviele Jahre gehandhabt hatte mit meiner Küchensperre... da muss heute spätestens am nächsten Tag wieder etwas Gekochtes auf den Tisch. Der Mensch ist ein Gewohnheitstierchen.

Nur habe ich manchmal eben auch keine Bock, mich schon wieder in die Küche zu stellen. Manchmal fehlt mir eine zündende Idee und das macht mich dann erst lustlos überhaupt mit dem Kochen anzufangen. Ein echtes Luxusproblem, je sais.

Tomaten-Tartes finden sich hier auf dem Blog bereits wie Sand am Meer. Ein Spitzen-Alltagsessen im Sommer. Die Inspiration für diese Tarte kam mir in der Bäckerei, wo ich mein Lieblingsbaguette kaufe. Ach, dachte ich, schau', so schlicht wie gut, das bastle ich zuhause mit unseren eigenen Tomaten nach. Voilà, voilà, meine Version der Tarte fine à la tomate, mit einer légèren Version eines Topfen-Blätterteigs.



Zutaten 2P:

180g Mehl (m: D1050)
1/2 TL Salz
120g Butter, kalt
120g Quark
8 Tomaten (cirka)
1 Ei
1 EL Crème fraîche
2 TL Savora Senf
Salz, Pfeffer
Thymian
Olivenöl

 

Zubereitung:

Die Butter in kleinen Flöckchen ins Mehl geben, Salz zufügen, ebenso den Quark und dann mittels eines Knethakens einen homogenen Teig herstellen (m: am Schluß händisch zur Kugel geknetet. Dann 1 Stunde kalt stellen.

Nun eine Tour geben, dann direkt eine doppelte Tour und über Nacht ruhen lassen.

Ofen auf 220°C vorheizen (m: Intensivbacken = starke Unterhitze) mit Backblech.

Den Tarteteig dünn ausrollen - ca, 1/2cm dick - und dann einen kleinen Rand ringsherum hochziehen. Direkt auf ein Backpapier bugsieren.

Ei, Crème und Senf vermengen und auf dem Boden verstreichen. Tomaten in dünne Scheiben schneiden und die Tarte damit dachziegelartig damit belegen. Salzen, pfeffern, mit Tyhmian bestreuen und mit Olivenöl beträufeln. 

Für ca. 30min in den heißen Ofen schieben. Der Boden soll von unten schön knusprig sein

Anmerkung m: wie man touriert, das könnt ihr euch abschauen bei meinem echten Blätterteig - völlig easy! Wichtig bei Blätterteig-Gebäcken ist das heiße Backen!

 

Barbusig: mediterrane Auberginen-Frikadellen

Sonntag, 3. Juli 2022

 

Der Mistral machte dieser Tage seinem Namen als alpinem Fallwind alle Ehre und bescherte uns Mädels einen fröstelnden Markttag in unseren auf einen Windstoß viel zu dünnen Sommerkleidchen.

Umso mehr wurde dabei mal wieder offensichtlich, dass die südfranzösischen Mädels hier auf dem Land* eine BH-Sperre haben. Altersunabhängig. Größenunabhängig. Formenunabhängig. Nicht nur die jungen, prallen, runden Apfelbrüste läßt man frei. Brustwarzen auf sämtlichen Ebenen des Oberkörpers drücken sich durch den Stoff und es fällt dabei unweigerlich auf, dass grundeigentlich keine Brust einer anderen gleicht. Warum hüpfen hier die Tittis so ungebändigt? Genau darüber habe ich mir Gedanken gemacht.

Bestimmt hängt das mit der Emanzipation zu tun: Frau kann, Frau macht. Wer soll es ihr verbieten? Als Ausländer fällt einem vermutlich die berühmt-berüchtigte französische Erotik ein. Daran wurde die ganze Welt ja wieder spätestens während dem confinement/ Lockdown erinnert: in Deutschland war das Klopapier ausverkauft und in Frankreich die Kondome. C'est la difference! Fremdgehen ist ein Kavaliersdelikt ein französisches Hobby - das Patchwork-Modell ist ja nicht einfach so vom Himmel gefallen (und dabei erinnern wir uns an die ebenfalls weitbekannt gewordene am Vespa-Lenker mitfahrende Corissanttüte). Doch, ihren selbstverliebten Ruf wissen die Fränzis definitiv zu streuen. Aber das alleine kanns auch nicht sein. Selbst wenn ich jetzt nicht ausschließen will, dass die ein oder andere verwegene Omi ohne Büstenhalter bereit ist *aller aux fraises* (schöner, alter Ausdruck für den ebenfalls schönen alten Ausdruck *Schäferstündchen haben*) - durchaus möglich. 

Allerdings - jetzt kommt ein Widerspruch - sind Französinnen ausgesprochen prüde, wenn es um Nacktheit geht. Das muss doch erstaunen, oder? In der Sauna werden schön die Badesachen anbehalten. Und selbst am Bach sieht man die wenigsten oben ohne liegen. FKK-Anhänger gibt es schon überhaupt nahezu keinen einzigen. Hättet ihr das gedacht?

Also wird mit den Reizen nur gespielt. Die kleine Andeutung von Nacktheit kitzelt sogar vielleicht  mehr die Phantasie als alles zu zeigen. Es verleiht den Mädels definitiv eine frivole, freiheitsliebende Ausstrahlung, wenn sie so ungeschminkt zu ihrer Weiblichkeit stehen. Und ungeschminkt deshalb, weil mir hier noch nie eine gemacht-getunte Hupe begegnet wäre. Alles schön naturbelassen. Die wenigsten Brustwarzen schauen gen Himmel - die Mehrheit guckt frech-bescheiden gen Boden. Lauf der Dinge: die Mädels werden weiterhin früh Mutter. C'est la vie. Mit Fassadengedöns haben sie es hier nicht so - siehe Autos. Das läßt sich wohl auf den Busen übertragen. Wobei - das gilt es ebenfalls in diesem Zusammenhang zu erwähnen - sämtliche Körperhaare entfernt werden. Buschige Achseln oder Beine gelten als grobe Verwahrlosung (à la Charles Aznavour) - zu öksig für die französische Ästhetik und die Grenzen des Hippietums wären damit zweifelsfrei ausgelotet.

Meiner Überlegung nach ist das Hauptmotive Bequemlichkeit. So ein BH drückt, presst, spannt und engt ein. Das muss ja nicht sein. Über allem in Südfrankreich liegt das Motiv des *laissez faire*: die Seele einfach baumeln lassen. Und der Rest baumelt halt dann mit. 



Je weniger häufig ich blogge, umso begeisterter greife ich auf meinen eigenen Fundus zur Anregung zum täglichen Kochen zurück. Auberginen-Frikadellen mag ich sehr, aber das Rezept muss passen. Diese unkomplizierte, vegane Idee, die ich euch heute vorstelle, ist eine Kombi aus diesen Buletten und den Brotlingen. Ein Puffer egal welcher Art wertet eine Veggie-Teller immer auf - also zumindest in meinem Gemüse-Universum. Auf dem Teller ebenfalls zu sehen: ein Rest von etwa diesem Nudelsalat und einem same-same-but-different Nasi Goreng. Und klar, was Frisches: die ersten Tomaten und Gurken - ganz schlicht dazu.


Zutaten 8 Stück:

1 Aubergine (ca. 300g)
100g Brot, altbacken (mindestens 4 Tage alt)
2 EL Semmelbrösel
1 Zwiebel, fein gewürfelt
2 Knoblauchzehen, fein gewiegt
3 Zeige Rosmarin, fein gewiegt
1 TL Thymian, getrocknet
1 TL Oregano, getrocknet
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
optional: 1 TL Tapenade 
Olivenöl
 
 
Zubereitung:

Auberginen etwa 1/2 cm große Würfel schneiden und in Olivenöl bei mittlerer Hitze mit Geduld garen. Kurz vor Ende Zwiebeln, Knofi und Kräuter zufügen und weiterbraten, bis die Zwiebeln glasig sind.

Brot in einer Schüssel mit kochendem Wasser übergießen, so dass es bedeckt ist und ca. 5min einweichen lassen.

Das eingeweichtes Brot in einem Sieb abgießen und so gut es geht ausdrücken - also soviel Wasser wie möglich ausdrücken und in eine Schüssel geben. Auberginen-Zwiebeln-Mischung zufügen, ebenso die Semmelbröseln unter die Brot-Auberginen kneten. Mit Salz, Pfeffer und den restlichen Gewürzen pikant abschmecken. Wichtig ist, dass die Masse nicht zu feucht ist und gut formbar. Nach Bedarf mehr Semmelbrösel dazugeben. Zu Brotlingen formen (mit eingeölten Händen) und in einer Pfanne mit reichlich Öl von beiden Seiten knusprig braten.
 
 
*Anmerkung m um sämtlichen Missverständnissen vorzubeugen: ich erzähle *tendenziös* und zwar für mein Zuhause der Drôme, dem Einfallstor zur Provence)
 
 

Machete: mediterraner Nudelsalat

Mittwoch, 6. Juni 2018


Die Monsun-Pausen nutzen wir in Südfrankreich neuerdings wie die sonnenverwöhnten nordeuropäischen Länder: wir grillen. Verdrehte Verhältnisse. So langsam dürfen bei uns Regenschirme und Gummistiefel ausverkauft ein.

Jaja, gerade eben habe ich noch lustvoll geseufzt *wie entzückend fruchtbar* alles ist, und jetzt würde ich den Wasserschlauch gerne mal wieder abstellen und für später aufheben. Für dann, wenn die Sonne so brät wie letzten Sommer etwa. Nur schwer vorstellbar während man in einer dampfenden Wolke und explodierendem Unkraut lebt...

Bis dahin muß ich mich wohl auch nach neuen Gartengeräten umschauen. Bedauernd erinnere ich mich an die vielen Arten von Macheten, die in Thailand auf dem Markt angeboten wurden. DAS wärs jetzt. Denn wenn das so weitergeht, dann schwingen wir uns in Kürze von Liane zu Liane von Dorf zu Dorf. Was durchaus ein Gedanke wert wäre, wenn Macron weiterhin die Benzinpreise anhebt. Der soll nur so weitermachen. Dann gehts nicht mehr lange, und die Fränzis zeigen ein Mal mehr, wie Generalstreik geht. Also Protest - das können sie! Chapeau! Auf obrigkeitshörig sollen dann andere machen. Diese eine gelungene Revolution, das haben sie uns Deutschen einfach voraus.

Aber politische Themen versuche ich ja an meinem Eßtisch zu vermeiden. Ihr wißt: der Stimmung wegen. Und wegen nichts kann man sich schneller in die Wolle bekommen als über Politik. Schlimm. Nein, das mögen wir nicht mit Messer und Gabel in der Hand.

Foukus liegt also ganz auf diesem Nudelsalat. In Pasta könnte ich ja prinzipiell baden und bei diesem Nudelsalat hätte auch nicht viel gefehlt. Zwei Nudelsalate kann ich bereits anbieten. Dieser mit Lauch und Schinken aus den Anfängen dieses Blogs sowie den Klassiker mit ohne Dosen-Erbsen-Möhrchen. À vous à choisir!


Zutaten:

200g Pasta
1 Fenchelknolle
150g Tomaten, in Öl eingelegt
200g Oliven, entsteint, grün/ schwarz
4-5 confierte Knoblauchzehen*
2 EL Kapern
1 Bund Rucola
1 TL Rohrzucker
Noilly Prat
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
Olivenöl
Zitronensaft

Zubereitung:

Den Fenchel putzen, halbieren, den Kern keilförmig rausschneiden, vierteln und in dünne Streifen schneiden. In etwas Olivenöl anbraten, nach 3-4min den Zucker darüber karamellisieren lassen und weiter braten. Salzen, pfeffern und mit einem guten Schuß Noilly ablöschen. Solange weiterdünsten, bis der Fenchel gar ist.

Nun die Salzzitrone halbieren, vom Fruchtfleisch befreien und nur die Schale in sehr dünne, kurze Streifen schneiden. Die Tomaten klein schneiden klein schneiden. Knoblauch und Oliven fein hacken. Alles zusammen mit dem Fenchel in eine Schüssel geben.

Die Nudeln in reichlich Salzwasser al dente garen und beim Abschütten eine Tasse Nudelwasser auffangen. Die noch heißen Nudeln direkt mit den Zutaten in der Schüssel vermengen, großzügig Olivenöl anschütten, sowie etwas von dem Nudelwasser. Die Kapern untermischen, salzen, pfeffern und mit Zitronensaft abschmecken. Wnigstens eine Viertelstunde marinieren lassen. Dann gegebenenfalls nochmals nachwürzen und erst kurz vor dem Servieren den Rucola untermischen.

*Anmerkung m: Den confierten Knoblauch werde ich wohl in Kürze als Rezept vorstellen - kaufen kann ich ihn in Frankreich am gleichen Stand wie ich Oliven und eingelegte Tomaten erwerbe. Ansonsten ersetzt ihn durch normale Knoblauchzehen.

Inspiration: Christina von NewKitchontheblog


Gartenfest - Tomatenbutter mit Basilikum und Limette

Sonntag, 10. Juli 2016

Es überrascht mich, wie wenig die Dorfbevölkerung hier beim Thema Fußball EM mitgeht. Gut, für einen echten Autokorso wäre die Hauptdorfstraße definitiv zu kurz. Aber dass die meisten noch nicht mal gucken - da staune selbst ich Muffel. *Joh*, heißt es, *Stimmt. Die Blauen haben gar nicht schlecht gespielt - wurde mir erzählt*. Ich stimme dann nickend ein: *...mir auch*. Die scheinen mir hier alle den Yogi Löw zu machen. Hauptsächlich liegts wohl daran, dass andere Sportarten wie etwa Rugby schlicht beliebter sind. Jedem seine Spiele und mir das Freiluftessen!

Während sich regelrechte Sommerträgheit ob der Hitze breit macht, findet man gerade noch genügend Energie um beim Grillen übers Essen zu plaudern. Eben dafür stellte ich wirklich zum xten Mal das heutige Rezept auf den Tisch. Die Tomatenbutter, die ich letztes Jahr von Kathi aufgegriffen habe, ist schnell gemacht und findet immer seine Anhänger. Mich hat dieser Aufstrich ebenfalls um den Finger gewickelt, sonst würde ich ihn nicht so gerne anbieten. Wer dazu noch selbstgebackenes Brot reicht, kann sich vor Heiratsanträgen kaum retten... oder so  :)

Und weil sich eine Leserin gerade Hilfe erbat für die kulinarische Umsetzung eines mittelgroßen Gartenfestes in vegan und vegetarisch, ergriff ich die Gelegenheit beim Schopf, um für euch alle nach Lieblingen in meinem Fundus für einen solchen Anlaß zu forsten. Hey, jeder sollte im Sommer ein Gartenfest veranstalten - ob im eigenen, bei Freunden oder im öffentlichen Park. Sommer ist JETZT für ALLE! Rausgepickt habe ich euch eine bunte Mischung - so wie man sich ja auch die Gäste für eben eine solche Veranstaltung wünscht. Voilà, voilà, lauter Leckereien, mit denen man sich unter freiem Himmel Freunde mach - da könnt ihr euch ganz auf mich verlassen... wie mit der Tomatenbutter.

Zutaten ca. 6P:

125g Butter, weich
60g Tomatenmark
(m: gerne auch mit confit de tomates)*
2 Knoblauchzehen
1/2 Limette, Abrieb davon
7g fleur de sel
1 Pr Zucker
Pfeffer
einige Blätter Basilikum
(m: teils Zitronenbasilikum)

Zubereitung:

Die weiche Butter mit einem Rührgerät etwa 4-5 Minuten schaumig geschlagen. Die Knoblauchzehen  sehr fein gehackt. Zusammen mit den Salzflocken rührt den Knoblauch unterrühren. Eine gute Hand voll Basilikumblätter klein geschnitten und zusammen mit dem Tomatenmark und dem Limettenabrieb in die Butter unterrühren. Wer mag gibt noch etwas Limettensaft dazu, zuletzt mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken.

Man kann die Tomatenbutter direkt servieren, allerdings verbessert sich ihr Geschmack, wenn sie etwas durchgezogen ist (am besten über Nacht).  Tipp: Vor dem Servieren Zimmertemperatur annehmen lassen/ Man kann die Tomatenbutter auch hervorragend auf Vorrat produzieren und einfrieren.

*Anmerkung m: confit de tomates séchées bekomme ich bereits pürriert auf dem Markt in F - ihr könnt genauso getrocknete, in Öl eingelegte Tomaten sehr klein schneiden und untermengen.



Wer für mich noch eine bunte Lichterkette in die Bäume hängt, der hat in puncto Gartenparty bereits mein Herz für sich eingenommen...



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durchgekitzelt: Zucchini-Risotto 3 x 2

Mittwoch, 9. September 2015

Um als Resto ein Zucchini-Risotto auf die Karte zu setzen, benötigt es Mut. Bei der Kombi von Reis und Zucchini klappen den meisten die Augenlider vollautomatisch nach unten. Langweile - ganz knapp vorm Wegdösen. Vorurteile sterben ganz langsam und man kann sich nie ganz sicher sein, dass sie wirklich tot sind (Jules Romains).

Abneigung gegen Zucchini begegnet mir bei unseren Feriengästen nämlich gar nicht mal selten. Und traurig schüttle ich dann den Kopf bei all der schlechten Erfahrung, die mit Zucchini in der Vergangenheit gemacht wurde. Und der armen Zucchini untergeschoben werden. Dabei ist Zucchini neutraler als die Schweiz. Die beißt nicht, die macht nichts, die will noch nicht einmal spielen. Zucchini ist die ruhige Stehlampe in der Ecke. Wenn man sie in die Ecke stellt. Womit ich eigentlich sagen will: es kommt auf die Inszenierung an -  am bedürftigen Zucchini liegt es nicht. Nie. Die ist nämlich eine ganz Liebe.

Und besonders teuer ist mir das Rezept von Robert. Selbst der verwachsensten Quasimodo-Keule kitzelt man so die lieblichsten Töne heraus, einen herrlich karamelligen (!!) Geschmack, sowie eine Konsistenz fernab jeder Wässrigkeit. Hier macht eben diese süßliche Ofenzucchini den Clou der Geschichte. Zwei Mal unterschiedlich verarbeitete Zucchini, drei unterschiedliche Gewürze und das Ergebnis würde nicht nur Jamie Oliver *the best Courgette-Risotto EVER* bezeichnen. Ich auch. Spätestens jetzt dürft ihr wieder mit den Augen blinzeln. Ich bin völlig überzeugt, euch zu überzeugen... Und wehe, ihr nennt mir Zucchini noch einmal langweilig!
Zutaten:

1 große Zucchini (750g)
140g Risottoreis
1 Schalotte
2 Knoblauchzehen, fein gewürfelt
Weißwein (m: Rosé)
Gemüsebrühe
30g Parmesan, gerieben
einige Butterflöckchen (ca. 30g)
etwas Sahne (ca. 30ml)
1 EL Olivenöl 
1 EL Crème fraîche
Salz, Pfeffer
1 EL Zitronensaft
je 1 TL, gehäuft: Oregano, Thymian, Rosmarin

Zubereitung:

Den Ofen auf 220° vorheizen.

500g der Zucchini (m: aus einer Keule) in sehr dünne Scheiben hobeln. Dicht an dicht dachziegelartig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech schichten. (das sieht viel aus, *fällt* aber durch das Confieren deutlich zusammen). Salzen, pfeffern, den Oregano und die Hälfte des Knoblauchs darüber streuen und einige Butterflöckchen darauf verteilen. Sparsam mit Sahne beträufeln.

Für ca. 25min in den Ofen geben bis sich die ersten gebräunten Stellen zeigen.

Während die Zucchinischeiben im Ofen sind 250g Zucchini (befreit vom schwammigen Kerngehäuse) in ca. 0,5cm große Würfel schneiden. Die Schalotte fein würfeln. Die Schalottenwürfel im Olivenöl glasig dünsten. Kurz vor Ende den Knoblauch zufügen. Dann die kleingeschnittene Zucchini, den feingehackten Rosmarin und Thymian 2min mitbraten und ebenfalls 2min den Risottoreis. Mit einem großzügigen Schluck Weißwein (m: Rosé) ablöschen und diesen einreduzieren lassen. 

Nun auf kleiner Flamme immer kellenweise Gemüsebrühe so viel wie nötig anschütten, dabei stetig rühren, damit das Risotto nicht anhängt. So lange rühren und Gemüsebrühe anschütten bis das Risotto gar und schön schlotzig ist. Zuletzt die Crème und den Parmesan unterrühren.

Zum Servieren die Ofenzucchini nochmals grob kleiner schneiden und ebenfalls unter das Risotto ziehen. Mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken.

ähnlich zubereitete Zucchini:


Der Sommer will gelebt werden - Pasta mit Tomate, Basilikum und Ziegenkäse

Sonntag, 5. Juli 2015

Wer schneller kocht, ist schneller wieder vor der Tür. Draußen im Schatten der Eiche im Liegestuhl oder am Fluß atmet es sich gerade am allerbesten. Der Sommer will gelebt werden - großes, wiederkehrendes Motto. Dementsprechend wird der Takt hier ruhiger. Wobei ich mit so Ankündigungen vorsichtig bin. Nachher kann ich es doch nicht lassen... man weiß es nicht. Auch das gehört zum Sommer - schön spontan und flexibel bleiben. Und dem Lustprinzip VIEL Raum schenken.

Das braucht der Sommer ebenso wie Tomaten und Basilikum. Jetzt mal ehrlich: was bitte wäre ein Sommer ohne Tomaten und Basilikum?

Bei der Zubereitung der Pasta habe ich es mir leicht gemacht. In Frankreich gibt es *délice de tomates sechées* zu kaufen - was im Prinzip nichts anderes darstellt als pürierte, in Öl eingelegte, getrocknete Tomaten mit Gewürzen (Zitronenschale, Basilikum...) und dem obligatorischen Knoblauch. Eben genau der Aufstrich, der auch gerne zum Apéro gereicht wird.

So konnte ich lässig die Sauce zubereiten, während die Spaghetti kochten. Ihr versteht den Dreh...
Zutaten 2P:

200g Spaghetti (m: Linguine)*
1 Ziegenfrischkäse (ca. 125g)*
2 EL délice de tomates sechées*
1 Bund Basilikum
250g Kirschtomaten
200g fêves (m: eigene, tiefgefroren)
Salz, Pfeffer
1 Pr Zucker
Piment d'Espelette

Zubereitung:

Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Die Spaghetti darin al dente kochen - die letzten 2min die geforene fêves dazugeben.

Den Ziegenfrischkäse mit dem délice pürieren. Mit Salz, Pfeffer, einer Prise Zucker und Piment d'Espelette würzen. . Die Kirschtomaten halbieren. Die Basilikumblätter vom Stiel rupfen und grob schneiden.

Die Spaghetti abschütten und tropfnass (zusammen mit den fêves) mit der Tomaten-Ziegenkäsecrème vermengen. Kirschtomaten und Basilikum untermischen und sofort servieren.

*Anmerkung m: das délice läßt sich in der Not auch durch Pesto Rosso ersetzen. Den Ziegenfrischkäse könnt ihr nach Belieben durch Ricotta, Crème fraîche oder Mascarpone austauschen. Wählt man eine andere Nudelform gibt diese Pasta auch ein Prima Nudelsalat - dann aber das Basilikum erst kurz vor dem Servieren untermischen.

Angespitzt: Pasta mit gebackener Zucchini

Mittwoch, 31. Juli 2013

Wenn jemand wie Kathi, jemand dessen Geschmacksknopsen von Kindesbeinen mit bestem Essen angespitzt wurde, das Wort *Grandios* in den Mund nimmt, gibts für mich nur noch gerade Wege! Am gleichen Tag wurde zum Grillen mit den Feriengästen diese Pasta als Salat gereicht.

Und um die Wirkung dieser Pasta zusammenzufassen, leite ich einfach einen Satz als Meinung dazu weiter (beim Nachschlag): *Normalerweise mag ich ja prinzipiell nie Nudelsalat, aber der...*

Einfache Zutaten, voller Effekt, schlicht grandios. Ganz deiner Meinung, Kathi.
Zutaten:

350g Zucchini (in feine Scheiben gehobelt 
/m: mehr, grüne und gelbe Zucchini)
4 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
250g Pasta
5 EL Balsamico Bianco
75ml Gemüsebrühe (m: Gemüsebrühe-Paste '13)
2 Knoblauchzehen
2 1/2 EL frische Minze, fein gehackt
Zubereitung:

Den Backofen auf 250° C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Die Zucchinischeiben in 3 EL Olivenöl wenden und auf dem Backblech verteilen. Salzen und Pfeffern und auf der obersten Schiene für ca. 12 Minuten backen (m: etwas kürzer).

Inzwischen die Nudeln in reichlich Salzwasser nach Packungsanweisung bissfest garen. Für die Marinade das restliche Olivenöl mit dem Balsamico Bianco und der Gemüsebrühe verühren.

Die Knoblauchzehen dazu pressen. 1-2 EL Minzeblättchen in feine Streifen schneiden und zufügen. Die Marinade mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die frisch gebackenen Zucchinischeiben sofort mit der Marinade vermischen und die abgegossenen Nudeln dazugeben. Mit den restlichen Minzeblättchen und dem Parmesan servieren.
Quelle: Kathi von Kochfrosch, bzw. www.food-vegetarisch.de

Pimp up: Nudelsalat mit Erbsen und Möhrchen

Montag, 1. Juli 2013

Es soll ja Blogger geben, die tatsächlich glauben, dass Sterneköche ihre Rezepte kopieren. Ein Schenkelklopfer! Vermutlich muß man sehr viele edle Tröpfchen trinken, um auf einen derart schmalen Ast zu geraten.

Da lobe ich mir meine nüchterne Bescheidenheit gepaart mit dem schlichten Anspruch uns anständig aus unserem Garten zu ernähren. Hach, wie lebt es sich entspannt, wenn man nicht nach den Sternen der Profilneurose greifen muß, sondern mit den nackigen Füßen im eigenen Garten steht.

Und der eigene Garten bot Erbsen und erste Kirschtomaten (juchuuuh - endlich) an. Ich kenne kein Kind das Erbsen nicht liebt. Die Größe wie gemacht, um in Nase, Ohr oder Bauchnabel sämtlicher Altersklassen verschwinden zu lassen und dann das Oberextraspezial: der Kinderplob-Verschluß der Erbsenschote. So ideal für Kinderhände gemacht, dass ich mir als kleiner Zwuggel Professionelle-Erbsen-Pullerin als Beruf hätte vorstellen können.

Die Schote an der richtigen Stelle gedrückt, und schon öffnet sie sich mit diesem Michael-Schanze-Gedächtnis-Geräusch. Natürlich sollte man aus jeder Schote mindestens eine direkt verkosten, denn nur so läßt sich feststellen, welche Erbse bereits roh die süßeste ist.

Auf die Idee zu dem Nudelsalat bin ich übrigens dank Christina, bzw. Tonis Kommentar dazu gekommen. Den old-school-Majo-Nudelsalat (allerdings wieder ohne Fleischwurst ;) mit Erbsen und Möhrchen sollte man doch auffrischen können. Kann man - und zwar suppi!  Voilà, hier meine Idee:
Zutaten:

150g Pasta
400g Erbsen (in der Schale, gepellt: 160g)
200g Karotten (m: bunte)
200g Kirschtomaten (m: bunte, eigene)
30g getrocknete Tomaten (nicht in Öl)
1 Bund Basilikum
2EL crème fraîche (m: 15%)
1 EL Senf (mittelscharf)
2 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
2 EL Zitronensaft

Zutaten:

Die getrockneten Tomaten mit kochendem Wasser übergießen und 15min ziehen lassen. Abschütten.

Pasta in reichlich Salzwasser al dente kochen

Erbsen pulen, 2 min in kochendes Wasser werfen und abschrecken. Karotten schälen, in kleine Stücke schneiden und ebenfalls in Salzwasser je nach Größe 7-12min garen und abschrecken.

Die getrockneten Tomaten mit dem halben Bund Basilikum, der crème, dem Olivenöl und dem Senf pürieren. Mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken. Den restlichen Basilikum in Streifen schneiden, die Kirschtomaten halbieren.

Beim Abschütten der Pasta etwas vom Wasser auffangen. Die Nudeln einige Minuten abkühlen lassen (sonst verfärbt sich der Basilikum direkt unschön bräunlich), dann mit den restlichen Zutaten und dem Dressing mischen. Mit dem aufgefangenen Wasser zu einer cremigen Konsistenz bringen. Nochmals abschmecken. Schmeckt lauwarm und kalt.

Picknickzeit - Nudelsalat mit Porree und Schinken-Zeit

Samstag, 10. September 2011

Dieses Wochenende soll ja nochmal so richtig prima zum Grillen oder Picknicken werden. Picknick - guter Tipp, oder? In Frankreich ist pique-nique übrigens keine Frage des Alters...

Bei so einer Gelegenheit passt ein Nudelsalat immer prima. Irgendwo in Blogistan (liebe Kaltmasell, da hast du mir ein Wort zugespielt) habe ich gelesen, sinngemäß, hey, ich bin in den 80ern groß geworden - da waren die Nudelsalate mit Majo und Dosengemüse.

Solche Salate kenne ich auch noch gut. Verbunden mit Hobbykellern, darin eine selbstgezimmerte Bar, ein Hängeschrank an der Wand, dessen Türen beklebt mit ner schnieken Bierdeckel-Sammlung (wahlweise Kronkorken-Sammlung), auf einem Regal eine blinkende Disko-Ampel und eine mit Eierkartons verkleidete Decke. Auf dem Tisch: Nudelsalat mit Majo. Disko-Time ;o)!

Dieser Nudelsalat hat nix von einem 80er Nudelsalat - obwohl, er ist irgendwie genauso schlonzig. Nur in frisch. Vielleicht mochte ich ihn deshalb auf Anhieb. Also Nudelsalat machen und raus an die frische Luft damit!

Zutaten:

400g Orchiette
Salz
100g Pancetta (italienischer Speck in dünnen Scheiben)
2 EL ÖL
2 Stangen Porree
100g rote Zwiebeln
Pfeffer
150g gekochter  Schinken (in dünnen Scheiben)
1 Bund krause Petersilie
250g Schmand (m: crème fraîche 15%)
100ml Milch
100ml Gemüsefond
2-3 EL Weißweinessig
Zucker
Zubereitung:

Orchiette nach Packkungsanweisung in reichlich Salzwasser kochen. Pancetta fein würfeln, in 1 EL Öl knusprig braten, in einem Sieb abtropfen lassen. Porree putzen, längs halbieren, das Hellgrüne und Weiße in feine Streifen schneiden. Zwiebeln in feine Streifen schneiden. Porree und Zwiebeln im restlichen Öl 3-4 Minuten andünsten, salzen und pfeffer. Abkühlen lassen.

Schinken in 1 cm große Würfel schneiden, Petersilie fein hacken. Die Nudeln zusammen mit der Hälfte vom Pancetta, der Zwiebel-Porree-Mischung, dem Schinken und der Hälfte der Petersilie in eine große Schüssel geben.

Aus dem Schmand, Milch, Gemüsefond, Weißweinessig, Pfeffer, Salz und 1 Prise Zucker eine Sauce rühren. Die Sauce mit den Salatzutaten mischen und alles 1 Stunde ziehen lassen. Den Salat herzhaft abschmecken, mit restlichem Pancetta bestreut servieren.
Quelle: e&t Juni 2004