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Sonntag, 30. Oktober 2022

Polsprung - Spaghetti Bolognese Veggie-Masterclass

 

 

* Der Frosch, der im Brunnen lebt, beurteilt das Ausmaß des Himmels nach dem Brunnenrand* (mongolisches Sprichwort).

Heute will ich mich mit einem Thema beschäftigen, von dem ich null Ahnung  habe: dem Polsprung. Was ist das? Bei einem Polsprung (auch der sog. Polumkehr) kehrt sich das Magnetfeld, das die Erde umgibt, um 180 Grad – der Nordpol wird zum Südpol, die Kompassnadeln würden dann nach Süden zeigen und der Strahlenschutz der Erde wäre in dieser Zeit außer Kraft gesetzt.

Ich habe versucht, darüber einer Diskussion zu folgen zwischen einem Geo-Physiker und einem Astro-Physiker - strich aber bald die Segel. Das scheint mir erstmal völlig undurchdringlich. Gewundert habe ich mich aber anschließend nicht, dass sich wieder einmal die Esoterik dieses Thema bemächtigt - das ist doch genau der Stoff aus der sie ihr halbseidenes Seemannsgarn aus Halbwissen und Halbwahrheiten spinnt.

Die treue Leserschaft weiß: mit der Esoterik stehe ich auf Kriegsfuß. Daher erstmal die Abgrenzung. Mein Anliegen ist, zum einen zu verdeutlichen wie mickrig und bescheiden es doch nachwievor um den menschlichen Wissenstand bestellt ist. Etwa mit Blick in die Sterne (#Frosch). Zum anderen will ich euch ein glitzerndes, faszinierendes Phänomen vorstellen: krass, Polumsprung, so etwas gibt es? Spannend!!! Sehr leider wird die Öffentlichkeit kaum an aktuellen Erkenntnissen das Erdmagnetfeld betreffend teilhaben gelassen - ähnlich wie beim Thema außerirdisches Leben.

Mir fällt dazu direkt die kleine Szene aus Calvin und Hobbes ein, in der der kleine Calvin seinen Tiger Hobbes auffordert, sich etwas zu wünschen: Think BIG! - aber Hobbes liegt lieber schnurrend im grünen Gras. Genau wie ein Großteil der Menschheit, der es sich behaglich im Kleinen eingerichtet hat. Würden sie versuchen, sich mit dem Größten in Beziehung zu setzen, dann wären sie zwangsläufig gottesfürchtig. Meine These.

Anyway. Stand der Forschung ist, dass die magnetischen Pole in der arktischen und antarktischen Region wandern - dazu gibt es Karten (s. etwa hier). Unter Wissenschaftlern nicht mehr weiters erstaunlich - im Gegensatz zu der messbaren, deutlichen Verringerung des Erdmagnetfeldes und die deutlich zunehmende Geschwindigkeit der Polwanderungen innerhalb der letzten 20 Jahre.

Genau dieser Tatbestand gibt Anlaß zur Spekulation (s. etwa diese 3Sat-Doku). Steht in Bälde wieder ein Polsprung an? Geowissenschaftler haben herausgefunden, dass sich ein erdmagnetischer Polsprung etwa alle 200.000 bis 300.000 Jahre ereignet. Es wäre erdgeschlichtlich ein *normaler* Vorgang. Aber was passiert genau dabei? Wie geht er vonstatten? Was bedeutet das für Sonnenwind-Teilchen und Höhenstrahlung, die sonst von dem Magnetfeld der Erde gefiltert werden? Wie wirkt sich das auf das Klima aus? Und auf die Erdbevölkerung? Wann genau könnte ein Polsprung wieder einsetzen? Fragen über Fragen. Dabei völlige Uneinigkeit seitens der Wissenschaft

Nun, ich bin Kosmopolit, im engsten Sinne: ich glaube, dass der Mensch sich auf diese Weise nur auf diesem Planeten Erde entwickeln kann und die Erde wiederum auf ihre Art nur innerhalb einer bestimmten Sternenkonstellation. Mensch-Erde-Kosmos. Alles hängt mit allem zusammen. 

In der Anamnese ist es so, dass die Patienten oftmals ihre Diagnose selbst formulieren - wenn man genau hinhört. Und wenn ich mich in der letzten Zeit mit Gleichgesinnten unterhalten habe, dann machte deren Bauchgefühl Sätze kund wie *Alles kommt mir irgendwie verdreht vor; das ist doch nicht mehr normal; die stellen doch gerade alles auf den Kopf...* Und dabei ging es dann eigentlich um Politik/ Gesellschaft (Kriegshetze nach zwei Weltkriegen, Sommer im Spätherbst, Diesel teurer als Super, episches Artensterben, Großeltern, die vor ihren Enkeln geschützt werden; hochentwickelte Industrieländer ohne Energie; Trans ist das neue Normal...). Schon ein bißchen wie in der Bibel: *Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer süß und aus süß sauer machen!* (Jesaja)

Wer weiß, vielleicht kann man diese definitiv komische Stimmung ja noch in vielVIEL größere Zusammenhänge einordnen. Die Gesellschaft teilt sich doch ebenfalls mehr und mehr und es tun sich dabei zwei Pole auf. Was bitte ist ein Great Reset von selbstgekrönten Superhirnen und Kampfmaterialisten mit Marschrichtung gen Transhumanismus im Vergleich zu einem Polsprung!? (#Allahu akbar, #manche werden Geist nie verstehen, weil man sich *Geist* nicht über den Verstand nähern kann, #Transformation, #Erleuchtung). Kinners, keine Ahnung, aber ich sag mal so: einen Polsprung mitzuerleben, echt jetzt, dann hätte ich endlich mal wieder das Gefühl zur richtigen Zeit geboren worden zu sein - mittendrin in einer fundamentalen Zeitenwende... 

 

 

Die Rezepte-Überschrift ist bien sûr völliger Nepper-Schlepper - ganz in schönster Jamie Oliver- Best-Ever-Tradition. Aber (Rechtfertigung) ich wollte euch für meine heutigen Gedanken ködern, da das kommende Allerheiligen eine gute Gelegenheit ist um über Geist und Ungeist nachzudenken, n'est-ce pas?

Außerdem sind diese Spaghetti wirklich spitze geworden. Ich hatte mich regelrecht überfressen. Das Bäuchlein spannte anschließend rund nach vorne. Aber wir konnten beide nicht aufhören, bis alles ratzeputz aufgegessen war. Vielleicht lags auch mit daran, dass wir im T-Shirt im Garten gegessen haben. Draußen schmeckt alles nochmals besser.


Geschwister im Bloguniversum (gibts einige, weil wer liebt Spaghetti nicht - also eine Auswahl):

    **** Spaghetti à la Sophie Loren

    **** Freudenmächen-Pasta - Pasta Puttanesca

    **** Spaghetti di Chili sin Carne 

    **** Spaghetti mit Orangen-Vanillen-Tomtensauce 

    **** Spaghettini mit Auberginen-Konfetti 

    **** Elines Pasta mit Zitronenlinsen

 

Zutaten 2P:

1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1/2 Stangensellerie
1 mittlere Karotte
2-3 Champignons
40g Grünkern, grob geschrotet
20g Soja-Geschnetzeltes
2 Zweige Rosmarin
Thymian
Oregano
2 Lorbeerblätter
gut 600g stückige Tomaten
2 EL Tomtenmark
Harissa
1 großzügiger Schluck Rotwein
1 Schluck Balsamico
1 EL Tamari
Salz, Pfeffer
Rohrzucker
Olivenöl
ca. 200g Spaghetti (vielleicht auch 250 ;)

 

Zubereitung:

Grünkern grob schroten und mit ca. 50ml kochendem Wasser übergießen, Soja-Geschnetzeltes ebenfalls mit ca. 30ml kochendem Wasser - beides zur Seite stellen und quellen lassen.

Zwiebel und Knofi fein hacken. Ebenso Sellerie, Karotte und Pilze. Zueletzt den Rosmarin.

In einer tiefen Pfanne Olivenöl erhitzen, zuerst die Zwiebel glasig dünsten, dann Knofi, Karotten, Sellerie und Pilze zufügen und weitere 5min braten. Tomatenmark und Harissa kurz mitrösten. Nun Grünkern sowie Soja-Geschnetzeltes unterrühren, Tomaten anschütten zusammen mit dem Rotwein . Sämtliche Kräuter zufügen. Nun die Sauce ca. eine halbe Stunde ohne Deckel leicht simmern lassen, bis sie schlonzig (dank Grünkern) eingekocht ist.

Zuletzt nochmals mit Tamari und Balsamico abschmecken und falls nötig salzen und pfeffern. Lorbeerblätter rausfischeln.

Parallel die Spaghetti in reichlich Salzwasser al dente kochen, abschütten, gut abtropfen lassen, zu der Sauce geben und beim Untermischen kurz mitköcheln lassen.

Wer mag serviert die Bolo mit geriebenem Parmesan.


Sonntag, 23. Oktober 2022

Dünkel: Rote Bete-Flammkuchen mit Petersiliencrème und Ziegengauda

 

Ich kann es nicht leiden, wenn im Schuh die Socke Richtung Zehen rutscht. Was ist das ein gruseliger Scheiß, den die Socke da anstellt? Das kann einem jeden Spaziergang versauen. Und bedeutet unabwendbar das Ende der Socke in diesem Haushalt.

Dünkel kann ich ebenfalls nicht ab. Man dünkt sich erhaben, nur weil man in eine bessere Schicht geboren ist, sich attraktiv glaubt, sportlich, intelligent, gerissen, mächtig, weil man das dickere Auto/ Lastenfahrrad/ Handtasche... fährt, weil man sich für wichtig, unersätzlich, einmalig, aussergewöhnlich nimmt - die Auswüchse von Dünkel sind so zahlreich wie Sand am Meer. Und immer gleich bescheuert. Und es steht ausnahmslos niemandem gut zu Gesicht, die Nase ein paar Zentimeter höher zu tragen. Da kann doch keiner für Verständnis erwarten - echt nicht!

Dieser innerlich erlebten Erhabenheit, die vielen Besitzern möglicherweise noch nicht einmal bewußt ist, sind wir doch alle schon begegnet. Einbildung ist auch eine Bildung, hieß es früher. Und wenn man den Dünkel auf Erden eleminiert bekäme, weicht die Menschheit auf eine der vielen anderen, geistigen Krankheiten aus. Ich gebe den Glauben in der Hinsicht auf. Wenn Dünkel nur nicht so nerven würde als Gegenüber. Am liebsten würde man gegen diesen selbstgezimmerten Podest treten und rufen: *Komm runter, du Freak!* Oder mit der Nadel in diesen prallen Luftballon der Blasiertheit stechen. Aber gegen Selbstverblendung ist nunmal kein Kraut gewachsen.

Obwohl: eigentlich schon. Die Selbstwahrnehmung. Die Gewissenserforschung. Der gesunde Menschenverstand und damit eine natürliche Begabung sich selbst richtig einschätzen zu können. Mit Christian Morgenstern: *Höher als alles Vielwissen stelle ich die stete Selbstkontrolle, die absolute Skepsis gegen sich selbst.* Oder mit dem Habib: die *Große Null* als Lebenseinstellung, weil die sich von ganz alleine einstellt bei einer aufrichtigen Hinwendung zum Größten. Zu viel verlangt, ich weiß.

Strumpfhosen, die im Schritt Richtung Kniekehlen rutschen, machen mich auch wahnsinnig. Als würde einem zwischen den Oberschenkeln eine Schwimmhaut wachsen. Auch infernaler Superscheißdreck. Darum trage ich eigentlich nur Leggins, weil dem Gefühl gehe ich lieber aus dem Weg. Die Chance habe ich bei Dünkel ja leider nicht. 

 


Flammkuchen ist immer eine gute Idee, wenn es in der Küche schnell gehen soll und man nicht riesig Lust zum Kochen hat. Hiermit Vorschlag 15 zu einem weiteren dieser Gattung! Und ein - bei aller Bescheidenheit - richtig guter sogar. Zumindest innerhalb meines Geschmacksuniversums.


Zutaten 2P:

Flammkuchenteig
160g Dinkel 1050
60g Einkorn-Vollkorn
1 TL, klein Salz
1 EL Sesam
1 TL Koriander, geschrotet
2 EL Öl
120ml Wasser

Belag:
eine mittlere Rote Bete, gekocht
1-2 EL weißer Balsamico 
1 EL Olivenöl
1 kleine, rote Zwiebel
1 kleiner Bund Petersilie
150g Crème fraîche
Salz, Pfeffer
Ziegengauda
Kreuzkümmel
ein paar Granatapfelkerne (optional)

 

Zubereitung:

Für den Flammkuchenteig das Mehl, das Salz, den Thymian und das Öl mit 60ml Wasser in einer Schüssel vermengen und zügig erst mit einem Holzkochlöffel, dann mit den Händen zu einem glatten Teig verkneten. Bei Bedarf noch etwas Wasser zugeben. Teig beiseite stellen. 

Den Ofen mit einem Pizzastein vorheizen (ca. 250°). 
 
Die Rote Bete in Scheiben von ca. 2-3mm schneiden und diese marinieren mit dem Balsamico und dem Olivenöl. Salzen und pfeffern. Die Zwiebel schälen, halbieren und in feine Streifen schneiden.
 
Die Petersilie fein wiegen und mit der Crème fraîche vermengen. Salzen und pfeffern.

Den Flammkuchenteig teilen, jeweils schön dünn auswellen, dann auf ein Backpapier verlegen. Mit der Crème bestreichen, den Rote Bete-Scheiben und den Zwiebelringen belegen und mit Käse bestreuen. Zuletzt den Kreuzkümmel und die Granatapfelkerne darauf verteilen. Nochmals leicht würzen, mit Olivenöl beträufeln und die Flammkuchen im heißen Ofen nacheinander knusprig braten.

Sonntag, 16. Oktober 2022

World Bread Day 2022 - Dinkel-Kamütelchen


Schön, wenn's einem daheim so richtig hyggelig vorkommt, oder? Hyggelig, das so schöne, eingedeutschte, dänisch-norwegische Wort für wohliglich, gemütlich, heimelig, nestig, weich-warm-gut! Olfaktorisch ist Brotbacken in dieser Hinsicht eine Wucht mit Knusperkruste - denn die Nase weiß sofort was es geschlagen hat: es riecht eindeutig hyggelig! Wohlfühlen dank Brotbacken... manche Dinge sind so gar nicht schwierig.

Alleine das Wort *Brot* triggert in mir ganz viele Assoziationen. Als ich vor über 15 Jahren mit dem Brotbacken begann, galt das noch als recht nerdiges Hobby. Ein paar viele geschlossene Handwerksbäckereien und Pandemiejahre später, ereifern sich nun nicht mehr nur echte Ökos, Prepper oder Brotliebhaber für diese Freizeitbeschäftigung. Seit ich blogge, nehme ich an Zorras World Bread Day teil - mein liebstes Event und auch mein einziges übergreifendes Foodie-Event, das mit meiner regelmäßgen Mitwirkung stattfindet. Vielen Dank an dieser Stelle, Zorra, für deinen jährlichen Einsatz für dieses Event auf deinem Blog *1 x umrühren aka Kochtopf*

Für mich kulminiert alleine in dem Begriff *Brot* ganz viel von dem, was existenzielles Leben auf der Erde ausmacht. Nicht von ungefähr gehört in so vielen Ländern Brot zu den absoluten Grundnahrungsmitteln. Ein frommer Wunsch bleibt, mit allen sein Brot zu teilen. Da könnte sich die Welt - wenn es nach mir ginge - ein Scheibchen abschneiden von der französischen Kultur. Geht man hier ins Restaurant wird stets ein kleiner Brotkorb und eine Karaffe Wasser auf den Tisch gestellt. Wer hungrig kommt, soll sich satt essen können - mit Brot und Wasser als Basis.

Heute möchte ich mich außer an Zorras Event noch der Aktion der internationalen Umweltorganisation *Navdanya* (Neun Samen) anschließen *Unser Brot, unsere Freiheit*. Die Organisation warnt schon seit Jahren davor, dass die Welternährung nicht monopolisiert in die Hände weniger Industriekonzerne gelangen darf. *Echte Nahrung ist das Recht aller Lebewesen. Zu essen bedeutet lebendig zu sein. Echte Nahrung zu essen, bedeutet gesund zu sein. Echte Nahrung ist der Schlüssel zur Gesundheit unseres Planeten sowie auch zu unserer eigenen Gesundheit und unserem Wohlbefinden

Navdanya erinnert daran, dass Nahrung und Lebensmittel auf unserem Planeten den Kreislauf des Lebens bestimmen. Im Lebensnetz sei Nahrung das Geschenk der Erde, das große verbindende Element zwischen Boden, Pflanzen, Tieren und Menschen.

Außerdem weißen sie darauf hin, dass die derzeitige Preiskrise und die sich abzeichnende Hungerkrise das Symptom eines Systems darstellt, das aus dem Ruder gelaufen ist: * Nach Angaben der FAO, der Weltbank und des Internationalen Expertengremiums für nachhaltige Ernährungssysteme (IPES) besteht derzeit keine Gefahr einer weltweiten Nahrungsmittelknappheit. Da Lebensmittel zu einem finanziellen Vermögenswert und einer Ware geworden sind, ist die übermäßige Spekulation aufgrund der Finanzialisierung von Lebensmitteln die Ursache der Krise. Das bedeutet einen steilen Anstieg der Preise für die Verbraucher und größere Unternehmensgewinne für Finanzakteure und Agrarkonzerne.

Wer hier länger mitliest weiß, dass ich sehr skeptisch bin, ob das Ruder im großen Ganzen noch rumzureißen ist (s. meine Reihe WW-Klimakterium), weil ich mich umfänglich Gus Speth, Prof. für Nachhaltige Entwicklung, anschließe (ich zitiere zum zweiten Mal):Früher dachte ich, dass die größten Umweltprobleme der Verlust der Artenvielfalt, der Kollaps der Ökosysteme und der Klimawandel wären. Ich dachte, 30 Jahre gute Wissenschaft könnte diese Probleme angehen. Ich habe mich geirrt. Die größten Umweltprobleme sind Egoismus, Gier und Gleichgültigkeit, und um mit ihnen fertig zu werden, brauchen wir einen kulturellen und spirituellen Wandel. Und wir Wissenschaftler wissen nicht, wie man das macht.”

Die Gründerin von Navdanya International, die Physikerin und Trägerin des alternativen Nobelpreises Dr. Vandanya Shiva, hofft auf das schöpferisch Potenzial des Menschen: "Lasst uns unser schöpferisches Potenzial mit den höheren planetarischen Gesetzen und den höheren Gesetzen der Menschheit in Einklang bringen, die Leben und Wohlergehen für alle ermöglichen."

Und ich möchte präzisieren, dass einzig ein geistigen Wandel Veränderung zu bewirken vermag und jeder kann dafür nur bei sich selbst, seiner eigenen Gedankenwelt beginnen:

*Du bist es, der diese Welt erschafft - jeden Augenblick* (Buddha Shakyamuni)

 


Mittlerweile bin ich sehr bequem geworden, was das Brotbacken angeht. Meine Lieblingsbrote habe ich euch vor Kurzem vorgestellt - und um die kreise ich in der letzten Zeit beharrlich.

Backe ich Brötchen, dann gerade nur noch die Sonntagsdinkelbrötchen in tausendundeiner Abwandlung. Sie passen halt zu gut zu unseren Lebensgewohnheiten. Riesig anders sind die heutigen Brötchen, die von Björn inspiriert sind, nicht: wieder ziemlich vollkornig, wieder mit Übernachtgare, wieder mit hellem Dinkel. Sie sind wieder so bequem zuzubereiten, dass sie totally Beginner friendly sind - man braucht zudem keinerlei Spezial-Equipment. Da kann sich jeder bedenkenlos ausprobieren.

Unterschiedlich ist, dass man zeitlich flexibler ist und dass man weniger Platz im Kühlschrank benötigt, weil nur die Teigschüssel darin geparkt wird.


Zutaten - 9 Stück:

Quellstück:
60g Altbrot
20g Goldleinsaat
20g Sonnenblumenkerne, geröstet, gehackt
100ml Wasser

Autolyseteig:
240g Kamut-Vollkorn
300g Dinkel 630 (m: davon 30g R1150)
50g ASG (m: 2 Tage davor aufgefrischt)
420g Wasser

Hauptteig:
Quellstück
Autolyseteig
13g Salz
4g Hefe
20g Wasser
1 TL Rübensirup
1 EL Walnussöl 
Mohn zum Bestreuen

Zubereitung:

Die Quellstückzutaten vermengen und 1 Stunde quellen lassen.
Die Zutaten des Autolyseteigs 3 Minuten langsam verkneten und 1 Stunde abgedeckt quellen lassen.
Quellstück, Salz, Wallnussöl und Hefe zum Hauptteig geben (nicht die 20g Wasser) und 4 Minuten langsam kneten, dann 20 Minuten abgedeckt Teigruhe. Ein zweites Mal für 3-4 Minunten kneten - dabei schlückchenweise die 20g Wasser anschütten - bis ein glatter Teig entstanden ist.
Den Teig in eine eingeölte Teigwanne legen und ca. 60 - 70 Minuten bei Raumtemperatur anspringen lassen. Nach 30 und nach 50 Minuten einmal in der Schüssel dehnen und falten.
Die Teigwanne gut abgedeckt für 12 bis 24 Stunden bei 5°C im Kühlschrank weiter reifen lassen.
Am Backtag aus dem Kühlschrank nehmen und den Teig auf die bemehlte und mit Mohn bestreute Arbeitsfläche stürzen.
Vom rechteckigen Teig drei gleich breite Streifen abstechen und diese vorsichtig etwas länglich ziehen Jeden der Streifen mit einer Teigkarte in drei gleich große Teiglinge teilen.
Die Teiglinge mit Hilfe zweier Teigkarten etwas in Form schieben, aufnehmen und auf ein vorbereitetes Backblech setzen und nochmals mit Mohn bestreuen. Abdecken.
Den Ofen einschalten und 30-40 Minuten auf 250 °C Heißluft-/Umluft vorheizen.
Die Bleche in den Ofen einschießen und gut schwaden. Die Temperatur auf 240 °C herunterstellen. Die Brötchen 18 bis 20 Minuten dunkel abbacken und aus dem Ofen nehmen. Mit Wasser besprühen.    *Anmerkung m: unsere Frühstücksbrötchen sind verhältnismäßig groß. Wir essen morgens eine Hälfte davon und abends die zweite...
Inspiration: Björn von Brotdoc 

Mittwoch, 12. Oktober 2022

12 von 12 - Oktober 2022



Nach unruhigen Tagen in unruhigen Zeiten ein etwas unaufgeregter Mittwoch - wir starten morgens später als sonst aber mit unserem geschätzen Porridge. Eine echte De-Luxe-Gewohnheit! Im Tal weben Wolkenschwaden bei warmen Temperatuen. Später setzt sich wieder und wieder die Sonne durch. Regen wäre Willkommen. Heute hielt sich Kür und Pflicht gut die Waage. Festgehalten habe ich vorallem die Kür: von Boden wischen, Fensterscheiben putzen, Geschirrspüler ausräumen habe ich nix dokumentiert - typische Hausarbeit kennt ihr selbst.

Einen Teil davon erledigte sich, bevor wir ins nächstgelegene Städtchen aufbrechen um Fragen auf der Bank zu klären, Bestellungen aus der Apotheke abzuholen und im Baustoffmarkt einzukaufen. Seit 2 Tagen herrscht in der Drôme Benzin-Knappheit. Wir fahren an langen Schlangen an der Tankstelle vorbei. Diesel ist immer als erstes aus. Neuestes Motto: Bleiben Sie zu hause und verbrauchen Sie keinen Treibstoff. Und sparen Sie Energie. Und konzentrieren Sie sich aufs Atmen. Auf nix ist mehr Verlaß. Alles wackelt. Alles unsicher. Oder wie hört man momentan in Dauerschleife: Der Winter wird schwierig. Besser man wendet sich vom Weltgeschehen ab. Deshalb konzentriere ich mich beim Parken auf die linke Seite der Botschaft: BEAUjour! Für einen Café zwischendurch mit dem Habib findet sich daher auf jeden Fall Gelegenheit.

Im Garten flattern für die Jahreszeit erstaunlich viele Schmetterlinge - ein Lieblingfotomotiv von mir. Kaum ein 12er außerhalb des Winters ohne sie... Ich amüsiere mich über mich selbst, dass ich jeden Tag unsere Frösche besuche. Man kann also auch eine Beziehung zu Fröschen entwickeln. Möglicherweise sind es sogar 4 Frösche und nicht 3. Sie sind (noch) sehr scheu, die kleinen Hüpfer.

Das Mittagessen - Rösti mit Rahm-Zitronenwirsing - fällt in die Kategorie Oma-Küche und in die Schublade *Schmeckt besser als es aussieht* - passt aber irgendwie gut zum Wetter. Selbst wenn mir das Kochen heute gar nicht von der Hand gehen wollte (# Domino-Abfolge von Missgeschicken).

Festgehalten habe ich außerdem meine Hagebutten-Beute - sie setzten sich als Foto durch gegenüber den geernteten Quitten, aus denen sehr wahrscheinlich wieder Quittenschnitten werden.

Heute gibts für mich Hobbit-Yoga mit Nicky - klingt ein bißchen fies, meine ich aber nicht so. Ich mag die Stimme von Nicky gerne und finde, dass man seine Flows sehr gut nach eigenem Belieben weiter ausbauen kann. Und seine Tipps zur Side-Crow sind gut. Yoga sieht halt einfach je nach Körperbau sehr unterschiedlich aus und manche Assanas fallen leichter oder schwerer (die ersten 8 min Lebensberatung habe ich übersprungen).

Letzte Pflicht: Link zu Caro von Draußen nur Kännchen setzen, bei der sich alle Teilnehmer von *12 von 12* versammeln. Bonne soirée!

Montag, 10. Oktober 2022

Geschichtenerzähler - Ofen-Linsenbällchen mit Petersilie


In einem Sammel-Pickup, in dem man mehr gequetscht übereinander als nebeneinander saß, ging es über Stock und Stein. Das große Vollmondfest zu Fuße einer heiligen Höhle fand fernab jedes Dorfes statt, kein Hotel, keine Übernachtungsmöglichkeiten, kein Weg zurück... egal. Yair - meine israelische Reisebegleitung für einige Zeit durch Myanmar - und mich beunruhigte diese Tatsache gekonnt abwechselnd - und als wir abgelenkt von dieser Großveranstaltung gar nicht mehr daran dachten, fand sich wie von alleine eine Art Sammelunterkunft für die wenigen Pilger, Händler, Besucher, die nicht einfach unter freiem Himmel schliefen. Der eigentliche Höhepunkt begann nämlich erst, als die Nacht bereits tiefschwarz eingebrochen war: eine Theateraufführung auf einer Freilichtbühne. Unzählige, birmesische Familien richteten davor auf Decken ihr Nachtlager ein. Natürlich verstand ich nur die grobe Geschichte. Doch was ein Zittern und Erschaudern ging durch alle Generationen als *der böse Geist* die Bühne betrat. Und ich war beeindruckt, wie zartfühlend, zartbeseitet die Burmesen sind, und was aufmerksame Zuseher.

Ebenso mußte ich auf dem Djeema el fna in Marrakesch an diese Episode denken, als eine Gruppe ausgewachsener, marokkanischer Männer mucksmäuschenstill und mit teils offenen Mündern einem professionellen Geschichternerzähler lauschten. Warum hören in den Industrieländern nur noch Kinder auf diese Weise zu?

*Was die kleine Momo konnte wie kein anderer, das war: zuhören. Das ist nichts Besonderes, wird nun vielleicht mancher Leser sagen, zuhören kann doch jeder. Aber das ist ein Irrtum. Wirklich zuhören können nur ganz wenige Menschen. Und so wie Momo sich aufs Zuhören verstand, war es ganz und gar einmalig* schreibt Michael Ende in *Momo*. Erinnert sich jemand an das Kinderbuch Momo

Vielleicht suchen weiterhin ein paar wenige nach den Lagerfeuer-Momente, in denen ein Austausch stattfindet auf einer ganz und gar zugewandten Ebene. Aber machen wir uns nix vor: sie sind selten geworden diese Momente. Und wie entstehen heute noch Gelegenheiten, wirklich ins Gespräch miteinander zu gelangen - ohne dass die Unterhaltung verkommt zu einem Selbstdarstellungsspiel, in der das Ego glänzen will?

Ist die Fähigkeit, sich gegenseitig Geschichten zu erzählen, nicht eine der größten Brücken der Menschlichkeit.

Sich gegenseitig offen und berührbar zu machen für die Erlebnisse und Erfahrungen eines anderen, seinem Gegenüber zuzuhören aus echtem Interesse, so geht doch menschlicher Seelenbalsam. Alleine manche Dinge mal laut auszusprechen und zu formulieren, kann innere Prozesse lostreten, je nach Gegenüber sogar Wandel in sich tragen. Und manchmal reicht alleine die Faszination an der Einzigkartigkeit des Individuellen, des Anderen, um ein Gespräch spannend zu finden. Aber wer redet denn heute noch miteinander. Und ich meine damit noch nicht einmal Fremde. Wieviel Paare tauschen ihre Gedanken, Beobachtungen, Gefühle miteinander aus?

All diese Filme, in denen Menschen sich Grausamkeiten antun, all die Krimis, Thrillers, Horrorfilme, die uns abstumpfen, unser Gemüt ledern machen oder auf Erbsengröße schrumpeln lassen. Wann wird denn mal die Sehnsucht der anderen befriedigt, die sich lieber vom Guten inspirieren lassen wollen, jene, die angezogen werden von Größe, Tiefe, Bedeutung, Wahrhaftigkeit?

Tja, dann mach ich das halt - 10 Minuten Kurzfilm, die das Herz berühren -  unten eingestellt für *uns* - und von vielen anderen bereits vor mir entdeckt...



Und nein, das will ich sauber getrennen voneinander wissen: Hörspiele, die von einem Apparat wiedergegeben werden, gelten nicht. Denn eine Geschichte verändert ihren Charakter durch jenen, der sie vorträgt. Das ist wie beim Kochen. Ein und dasselbe Rezept schmeckt anders, je nach dem, wer es kocht. Ja, ein Gericht verändert sogar den Geschmack, wenn es an unterschiedlichen Orten gegessen wird. Die Sinne und die Wahrnehmung, Baby, die gilt es zu schärfen - dann wird Leben ein Erlebnis! So schwer ists doch eigentlich nicht.

Meine Veggie-Küche rüsche ich gerne auf mit Bällchen. Habt ihr vielleicht mitbekommen.

Bei Linsenbällchen bin ich schnell misstrauisch, weil die so leicht trocken sind. Aber nein, das kann man diesen Bällchen nicht vorwerfen. Klar, Sauce brauchts dazu, aber in dem Chili waren sie wirklich ein Genuß und eine echte Bereicherung. Und gut zusammen halten sie auch, fettig sind sie nicht dafür knusprig - bref:  die gibt es wieder!

 

 Zutaten 24 Stück/ 4P:

30g Leinsaat (m: Goldleinsaat), fein gemahlen
60g Wasser
150g Linsen (m: grüne)
550g Wasser
2 Lorbeerblätter/ 1 Stück Kombu-Alge
1 kleine Zwiebel, in feine Würfel geschnitten
1 Zehe Knoblauch, in feine Würfel geschnitten
75g Haferflocken, fein gemahlen
2 EL Senf, scharf
1 EL Paprika
1 TL Paprikapulver, geräuchert, mild
1 TL Kreuzkümmel, gemahlen
Pfeffer/ Salz
1/2 Bund Petersilie
2 EL Olivenöl

 

Zubereitung:

Leinsaat und Haferflocken getrennt von einander im Hexler fein mahlen. Gemahlene Leinsamen in den 60g Wasser einweichen und beiseite stellen. Die Linsen samt Lorbeerblätter und Kombu-Alge in ausreichend Wasser (hier mit 550g angegeben) fast gar kochen und anschließend weitere 10 Minuten quellen lassen. Gegebenenfalls überschüssiges Wasser abgießen und Linsen abtropfen lassen. ( Die Garzeiten der Linsen kann je nach Sorte varieren). Die fein gehackte Zwiebel samt Knofi und Petersilie in Olivenöl glasig dünsten.

Backofen auf 200 °C vorheizen, ein Backblech mit Backpapier auslegen.

Gegarte Linsen, eingeweichte Leinsaat und alle anderen Zutaten mit den Händen zu einer Masse verkneten.Mit dem mittleren Eisportionierer Bällchen (m: mit eingeölten Händen) formen und auf dem Backpapier verteilen.

Die Linsenbällchen bei 200 °C etwa 20 – 25 Minuten backen.

Anmerkung m: wer mag kann noch Champignons untermengen - 75g Champignons, ohne Fett gebraten, fein gehackt, gebraten gewogen /bei uns gabs dazu ein Chili aus Paprika, Zucchini, Süßkartoffel, rote Zwiebel, ein paar gekochte Bohnen und Maiskörner und Ofentomaten sämig gebunden durch Tahini.

 

Freitag, 7. Oktober 2022

Reminder: süß-salzige Walnusskekse mit Olivenöl

 

Die Hirsche röhren durch das Tal: dunkle, tiefe, langgezogene Laute. Die Hirsche sind nicht in Not, sie sind in der Brunst. Und anhand dieser urigen Geräusche stellt sich die Frage, ob das nicht das Gleiche ist. Bald liegt diese Plage - nach der es sich anhört - wieder hinter ihnen.

Die Natur lebt nach der Dauerhitze des Sommers auf, wenngleich es immer noch zu trocken, wenngleich noch alles von der Dürre gezeichnet ist. Der Garten sieht wieder mehr nach Garten aus, es blühen Cosmeen, Dahlien, Astern, Zinien, Herbstzeitlose und die Belles de Jour. Die Rosen blühen überhaupt das erste Mal. Parallel beginnen sich die ersten Blätter zu färben. Im Porridge treffen für eine kurze Zeit die letzten Mara des Bois mit den ersten Granatäpfeln zusammen. Im Gartenteich, der lange nicht einmal zur Hälfte gefüllt war, hat sich eine Frosch-Kommune eingefunden: drei Frösche wie vom Himmel gefallen, die dem lieben Frieden willen hoffentlich in einer offenen Beziehung leben.

Die Zucchini recken sich dem Ende entgegen, während die Kürbisse nochmals an Gewicht zulegen. Die Luft ist frisch und klar. Die Temperatur springt, mal sind ein paar Tage kälter als gewöhnlich dann wärmer als üblich. Die Gadarobe auf der Straße spiegelt das wieder: von kurzen Hosen und Sandalen bis zu Mütze und Schal ist alles vertreten. Die einen habens noch warm, die anderen schon kalt.

Und Vögel, die im Sommer wie untertauchen, werden wieder sichtbar: die Mönchsgrasmücken zwischen den roten Beeren des Weißdorns, der Baumläufer an der Kiefer, das Rotkehlchen auf dem Gartenzaun... Wenige Schmetterlinge kreuzen viele Gottesanbeterinnen und ich ruiniere mir wie immer mit Beginn des Herbstes meine Nägel, weil ich wie ein Junkie die Haut von den frischen Nüssen ziehe und nicht aufhören kann. Fast knacke ich die 2kg-Marke.

Endlich kann ich wieder Kräuter sammeln gehen - die Natur zeigt sich endlich gebend: Odermennig, Eisenkraut, Hagebutten, Thymian. Besonders genossen habe ich den Moment auf der Terrasse, als ich von einer Wolke Schwalben umkreist wurde. Als wollten sich die fröhlichen Dauerzwitscherer verabschieden vor ihrer Reise in den Süden. Altweibersommer. Wie schön zu sehen, dass bis zum letzten Moment Fülle möglich ist. Und weil in dieser Fülle bereits das Fragile, Endliche enthalten ist, beeindruckt sie besonders tief.


Ihr habt diese Walnusskekse aus meinen frühen Bloggerjahren noch nie gebacken?  Blöder Fehler, Leute, wirklich ganz blöder Fehler. Herrliche, köstliche, schnell zusammengebastelte Kekse! Definitiv ein DUBB! Wer eine Aversion gegen Walnüsse hat (gibts das?), der darf alternativ auf die Nüsse seiner Wahl umswitchen.









Sonntag, 2. Oktober 2022

Stinktier - Ofen-Sellerie mit Miso-Glasur


Was bin ich beeindruckt, was alles möglich ist, wenn die Dinge von ganz oben angestoßen werden. Gerade die Deutschen sind ja besonders leicht vor sich herzuschieben - im Gegensatz zu den eigensinnigen Franzosen. Zumindest wenn ich meine Erfahrungsmomente jetzt mal repräsentativ nehme. Mit stolz geschwellter Brust wurde mir aus deutschen Mündern eröffnet, dass man neuerdings kürzer dusche, mit nassen Haaren das Haus verlasse, sich ein Elektrofahrad angeschafft habe... Tout un coup ist Energiesparen neben Sport die neue massenkonforme Freizeitbeschäftigung. Spare Energie und rede darüber. Und, wartet's ab, es geht nicht mehr lange, dann drückt man das für angepasste Technikaffine in eine entsprechende App, damit derlei Ambitionen auch honoriert werden von jenen, die sich das so ausgedacht haben. Sybille Berg unkte dergleichen in ihrem letzten Buch - nur jetzt scheint es nicht mehr aus dystopischer Luft gegriffen.

Bon, selbst wenn ich zur Gruppe *Ich will das Klima nicht retten* gehöre (wieder toller Beitrag von Radio München), darf sich jeder Don Quijote seine Windmühle suchen. Ey, und  mir doch stinkend egal, wer glaubt, jetzt auf Waschlappen umsteigen zu müssen. Wobei apropo *stinkend*. In dem Zusammenhang habe ich mich erinnert, was ich schwer ausgedünstet habe, als ich noch in der Stadt lebte. Mein Schweißgeruch setzte sich manchmal gar derart in den T-Shirts fest, dass ich sie wegwerfen musste. Sondermüll. Innere Anspannung setzt Proteine frei - dadurch erhält der Schweiß einen beißenden Geruch. Bestimmt einer der Hauptgründe für den urbanen, täglichen Duschmarathon. Weil dreckig macht sich ja heute eigentlich keiner mehr beim Schaffen. Und als Stinktier kann man sich schwer wohlfühlen in seiner Haut, das weiß ich ja nun selbst. Nur greift das viele Duschen wiederum die Haut an. Ein Teufelskreis. Heute kann ich schwitzen, wie ich will - ich rieche nicht. Überhaupt nicht. Und wenn ich in der Erde buddle, dann bin ich ja deshalb nicht schmutzig. Dreck kann man ganz leicht abspülen im Gegensatz zu Schmutz. Also in punkto Wasserverbrauch wäre ich in der Klima-App bestimmt schnell ein Gold-Plus-Member (# Vorteil Landleben, # harmonische Beziehung, # anständige Ernährung). Für die Muffies wäre mein Rat übrigens der gleiche wie für die Resting-Bitch-Face-Geschädigten... aber mich fragt ja keiner.

Anyway, eigentlich interessiert mich diese ganze Debatte überhaupt nicht, viel spannender finde ich zum Thema Energie, sich zu überlegen, was den inneren Antrieb eines Menschen ausmacht. Woraus speichert sich die hauseigene Energiequelle. Woher zieht jemand die Kraft, seinem Leben eine bestimmte Richtung zu geben?

Nun lebe ich in einem Haus, dass mein Habib einem sehr abschüssigen Stück Land abgetrotzt hat. Komplett selbst erbaubt. Mir ist durchaus bewußt, dass der Habib mit seinem Tatendrang erst die Grundlage unseres heutigen Lebens geschaffen hat. Aber was dafür alles zusammenkommen muss! Was Phantasie, Visionen, Energie, Fleiß, Schweiß, Beharrlichkeit, Neugier, Wagnis, Ausdauer, Bescheidenheit, Unannehmlichkeiten, Kraft, Geduld - denn Geld hatte der Habib wenig zur Verfügung (daran denken wir Kapitalisten heute immer als erstes). Einfach zu beginnen, ohne Strom, ohne fließend Wasser, daneben im Zelt campierend... da gehört schon was dazu, sich einfach dranzumachen, sich einfach auszuprobieren, sich nicht abschrecken zu lassen. Gedanken - Worte - Werke. Was dann alles möglich wird!

Echt, wie groß ist das Potential der menschlichen Schöpferkraft und wie sehr wird daran gespart. Bedauerlicherweise. Warum denn nur? Dabei je kleinteiliger die Vorgaben, Richtlinien und Auflagen von oben werden, wie man zu leben hat, umso wichtiger wird doch, selbst zu wissen, wie man höchstpersönlich gerne leben möchte. Ja, sag doch mal, wie hättest du es denn gerne, dein Leben? Wie würdest du es denn basteln wollen? Und wir reden vom *Wie*, von Qualitäten nicht von irgendwelchen Äußerlichkeiten - die ergeben sich daraus dann zwangsläufig. Von nix kommt nix. Weichen wollen gestellt werden. Sonst landet man nachher in Depressionen und macht für den Murgs andere verantwortlich. Ohne das Zutun des eigenen Willen geht es nicht:   WÜNSCHEN -  die Willensrichtung auf ein bestimmtes Ziel (ist die sehr komprimierte Bedeutung aus dem etymologischen Wörterbuch). Also, Geburtskind, was willst du, was strebst du an, wohin willst du?

 


 

Für den individuellen Umgang mit Ressourcen reicht meines Erachtens der gesunde Menschenverstand. Ich mache das Licht aus, wenn ich einen Raum verlasse, ich muss meine Klamotten nach einmaligen Tragen noch nicht waschen, wenn ich zu Fuß gehen kann, dann meide ich jedes andere Transportmittel, ich ziehe Gebrauchtes Fabrikneuem vor... - nix worauf ich mir als Europäerin gegenüber der Weltbevölkerung moralisch etwas einbilden könnte.

Den Ofen-Sellerie nach Ottolenghi habe ich in hier in einem Resto (das ich euch demnächst vorstellen will) unlängst gegessen. Aber für eine kleine Kugel Sellerie als Beilagengemüse für 2  Personen  den Backofen 3 Stunden laufen zu lassen.... das macht keinen Sinn, n'est-ce pas? Das braucht mir keiner zu erklären. Also habe ich eine verkürzte Zubereitungsart gewählt. Das Ergebnis ist nicht das Gleiche, denn durch das lange Garen im Ofen hat der Sellerie eine andere (festere) Konsistenz - trotzdem sind die Sellerie-Stücke (wie man ihnen ansieht, finde ich) absolute Köstlichkeiten geworden. Ganz, ganz sicher bin ich mir aber, dass ich damit trotzdem weder die Welt noch das Klima rette.

 

 Zutaten 2P:

1 1/2 Sellerie-Knollen (1 Sellerie à ca. 350g)
3 EL Olivenöl
1 EL Tamari*
1 EL Hoisin-Sauce*
2 EL Ahornsirup
1 Pr Piment d'Espelette
2 Lorbeer-Blätter

 

Zubereitung:

Sellerie schälen, halbieren, vierteln und dann in konische Stücke von 1,5cm breite schneiden.

Einen Topf mit genügend Wasser erhitzen - salzen und Lorbeer-Blätter zufügen - und die Sellerie-Stücke für ca. 6-7min garen, dann abschütten und gut abtropfen lassen (oder auch mit dem Küchentuch etwas trocknen)

Den Ofen auf 210°C (Umluft) vorheizen. 

Die Marinade in einer ausreichend großen Schüssel vermengen und die Sellerie-Stücke von beiden Seiten gut darin wenden und tränken.

Ein Backblech mit Backpapier bekleiden und die Selleriestücke darauf verteilen (restliche Marinade ruhig noch drüber geben).

Für 15-20min in den Ofen schieben bis der Sellerie schön Farbe angenommen hat. Für den finalen Schliff noch weitere ca. 5min unter den Grill schieben.


*Anmerkung m: bei uns gabs das Kartoffel-Pü mit Olivenöl dazu und Bohnen-Tomtensalat - anstelle von Tamari- und Hoisin-Sauce kann man auch einen EL dunkles Miso verwenden - hatte ich gerade nicht.  Aber Miso-Glasur klingt irgendwie griffiger als alles andere.

die Inspiration dafür stammt von einem meiner Lieblingsblogs Chili und Ciabatta aka Petra

 

wer denkt noch an Münchhausen?

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