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Mittwoch, 12. August 2020

12 von 12 - August 2020


Heute nacht trieb mich die Wärme nach draußen unter das Himmelszelt und die Milchstrasse bog sich über meinem Kopf: *Dein Lied ist drehend wie das Sterngewölbe*. Morgens schläft es sich dann nochmals besser, aber mein Biorhythmus ist auf halb sieben gepolt - mittlerweile ist das schon wieder vor Sonnenaufgang.

Zuerst fülle ich morgens die Vogeltränke. Dann trinke ich meine Biergläser Wasser. Ich hüpfe im Internet und schaue mal wieder nach dem Rechten bei meinen Seglern. Ich denke, für viele ist 2020 ein herausforderndes Jahr - aber sie machen es gut zusammen als Kleinfamilie und ich drücke ihnen die Daumen, dass sie sich ihre gegenseitige Zuneigung bewahren. Meine Himmelsaufhängung unterscheidet sich aber doch in wesentlichen Punkten von den ihren. Dann ganz rituell gehulahupst und überlegt, was heute ansteht.

Der Sonnenschein hat mittlerweile etwas erbarmungsloses, selbst wenn der Morgen ruhig und schön ist, aber das Tal ist verbrannt. Selbst die wackeren Eichen können nicht mehr dagegen halten. Wie sehr innerhalb eines Monats der Wassermangel der Natur zusetzte, lässt sich gut vergleichen an den letzten 12ern vom Juli. Vom Garten habe ich gar keine Fotos gemacht - außer den Schmetterlingen, die noch in den letzten trutzigen Blüten nach Nektar suchen, und mir immer Freude bereiten. Alles sehnt sich nach Regen.

Frühstück ist klar mit anschließendem kleinen Ausflug zum Spatzen-Café - doch es ist zu heiß, für den Spatzenschnappschuß für euch auf der Lauer zu liegen. Mittlerweile lassen sie sich von Hand auf dem Tisch von uns füttern. Die Aufmerksamen erkennen, wie das Mittelstück des Croissants schon in *Spatzen-Portionsgröße* gerupft bereit liegt, sowie im Bildhintergrund der Eingang zur Kirche. Vorbei an anderen village perché und dem gleichen Sonnenblumenfeld wie vor einem Monat. 

Mittagessen war schnell auf den Tisch zu bringen, denn ich hatte am Vorabend vorgearbeitet. Ich komme noch dazu: ein schönes Rezept aus einem tollen Kochbuch! Um von dort ein weiteres Rezept nachkochen zu können, liegen die pittoresken coco rouge zum trocken aus. Man kann sich kaum entscheiden, was hübscher ist: die Schale oder die Bohnen!

Gebacken habe ich auch noch mit unseren Pflaumen, die ebenso wie unsere Äpfel dieses Jahr sehr wurmstichig sind. Der Kuchen wird vorgestellt, wenn ich ihn nochmals gebacken habe. Feriengäste freuen sich immer über Süßigkeiten - ich hönnte viel öfters backen. Alleine in dieser Hitze grenzt das an einem Liebesdienst.

Auf der Matte stand ich erneut mit Sjana-Elise - meiner momentanten Lieblings-Yogini, um anschließend noch von Mady zum Schwitzen gebracht zu werden. Eine Super-Serie von Mady und Danny - die ja auch schon (wie die Segler) zu Tisch mit-Gäste waren!

Jetzt lassen wir den Tag ausklingen im Gespräch mit unseren Gästen auf der Terrasse, den Himmel nach Regenwolken absuchend und uns vom Leben aus Paris erzählen lassend. Voilà,voilà... 

 

Andere Eindrücke samt 12 Bildern von diesem 12. Tag eines Monats finden sich bei Caroline von *Draußen nur Kännchen*, die dieses Event seit vielen Jahren ausrichtet.

Sonntag, 9. August 2020

Himmelsaufhängung: Erbsen-Knödel mit Caponata


Für eine Arbeit mit schwerer Schlagseite Richtung Ready-Made zu Kunst-Aka-Zeiten verwendete ich ein Fundstück vom Flohmarkt: einen wunderschönen, vier Meter langen, azurblauen Stoff auf dem regelmäßig verteilt weiße Wattebausch-Wolken segelten und mit dem ich endlich Mal die Höhe des Hochalteliers richtig ausschöpfen konnte. Ich hing die Stoffbahn derart auf, dass zum Fussboden gerade soviel Luft blieb, um das nackte Fußpaar eines Mannes und einer Frau (welche ich in Gips abgeformt und hautfarben bemalt hatte) hervorschauen lassen zu können. In Augenhöhe war die Frage auf den Stoff gestickt: *Woran hängst du deinen Himmel auf?*

Je älter ich werde, umso mehr grüble ich, mit welchem Rückenwind Eltern heute ihre Kinder in die Welt hinausschicken. Immer kommt mir dazu im Vergleich Gerhard Hauptmann in den Sinn, der in seinem *Buch der Leidenschaften* schildert, von welchem Enthusiasmus befeuert die Jugend vor der letzten Jahrhundertwende gen Zukunft blickte: beseelt von der Hoffnung auf Verbesserung in allen Bereichen was die kommende gesellschaftliche Entwicklungen, die technischen Neuerungen, die medizinischen Entdeckungen und die wissenschaftlichen Forschungen anging. Was davon ist heute übrig? Was wünscht man sich für sein Kind für später einmal? Welche Tätigkeit soll es mal ausüben können? Bon, ja, der gute, alte Lokomotivführer, alberne Nostalgie. Stattdessen dann Space-Shuttle-Fahrer für Elon Musk gen Mars? Womöglich macht man sich als junge Eltern gar keine Gedanken, lebt im Jetzt und Hier und Zukunft ist wie für alle anderen einfach später. Aus Vernunftgründen hat auf diesem Planeten noch selten jemand auf irgendetwas verzichtet, sei es Zigaretten und Alkohol, Schnitzel und Leberwurst, Auto und Klamotte, Schminke oder Verpackungsmüll.

Nur, wer in langen Bögen optimistisch vorausdenken will, wird zwangsläufig manches ausblenden müssen. Weil das Plastik wird man wohl nicht mehr aus dem Meer gefischelt bekommen, die Poole werden nicht von alleine zurückgefrieren, die sicheren, atomaren Endlager werden nicht wie Pilze aus dem Boden schießen und der einmal gerodete Urwald lässt sich nicht einfach wieder aufforsten. 

Wobei der Ausnahmezustand der Welt anschaulich vor Augen führt, wie phänomenal bis heute die Regenerationskräfte der Natur sind, wenn sich der Mensch zurücknimmt. So verbesserte sich die Luft messbar, als während des Lockdowns kaum Autos fuhren. Und welche Auswirkungen es mit sich bringt, dass momentan ein Großteil der Flugzeuge aller Luftflotten weltweit (!) auf dem Boden steht, ist noch nicht untersucht. Selbst nuklear verseuchte Gebiete scheinen zu demonstrieren, dass in Anbetracht der Verstrahlung *die weitaus größere Bedrohung für die Wildtiere – das folgt aus den erstaunlichen Beobachtungen rund um Tschernobyl – eindeutig der Mensch ist. Hört er auf, die Tiere zu jagen und ihren Lebensraum zu zerstören, erholen sich die Bestände.*

So stellt sich die Frage - wie ich sie bereits stellvertretend für die ganze Welt am Beispiel des Mittelmeeres beleuchtet hatte - ob denn noch Chancen bestünden (rein theoretisch), dass die Zeiger auf der Uhr noch vor Zwölf stehen und nicht sowieso alles einfach zu spät ist.

Welche Visionen die führende Elite für die Zukunft verfolgen, bleibt ein Geheimnis - aber genau diese Weichen und Vorgaben werden von ihnen an die Politik weitergegeben. In dem auf Youtube aufrufbaren, kurzen Film *The Great Reset* des World Economic Forum - jenes, das jährlich in Davos tagt - implizieren die Bilder, dass eine Zeitenwende ausgerufen wird. Soll das bedeuten, dass sich eben jene, die seit dem 2.Weltkrieg unter der Weltherrschaft der USA den Planeten in Zeitraffer in den Zustand brachte, in dem er sich heute befindet, sich von ihren alten Maximen des Kapitalismus, des Konsums, des Materialismus und der Ausbeutung abwenden wollen? So gingen in meinem Universum Sensationen! Doch wie sollen dann stattdessen die neuen Götter heißen? Wie das Wort *Reset* - der Titel des Fims - erklärt, wird das bestehende System heruntergefahren und beim Neustart neue Programme installiert. Doch - nix mit Kehrtwende - selbst wenn das Adjektiv *Great* vor *Reset* steht, so kennen wirs im Kleinen am Computer: beim Reset wird ja nicht umwälzend eingegriffen. An welchem Himmel werden sich die Werte dieser neuen Programme aufhängen? Das aber ist *the great question*. Halten wir fest: die Zukunft bleibt spannend!

In den neun Jahren Bloggerei habe ich längst offenbart, dass meine himmlischen Aufhänger die Natur, Friede und Harmonie, sowie die ewig großen Drei *Glaube-Liebe-Hoffnung* sind.

Und Hausmannskost, die gerollt, genudelt, gewalkt und geknetet daherkommt! 

Als ich die Erbsenklöße bei Susanne entdeckte, war ich direkt angefixt. Und erinnerte mich meiner Erbsennocken wieder - dringend an der Zeit diese von den Toten auferstehen zu lassen. Meine Erbsen-Knödelchen weisen also große Ähnlichkeit zu den Nocken auf, sind ähnlich dekorativ nur anders geformt und schmecken wieder spitze. Zu der Caponata ein echtes Sommer-Gäste-Essen und kulinarisch steht man damit schon mit einem Fuß im Knödel-Gnocchi-Himmel!


Zutaten 2P:

250g Erbsen
300g Kartoffeln
70g Ziegenfrischkäse
30g Parmesan
50 Kartoffelmehl
1 Eigelb
Salz, Pfeffer

1 Aubergine (ca. 300g)
350g Tomaten (m: gehäutet)
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 EL Selleriestange
1 EL Kapern
2 EL Oliven
Salz, Pfeffer
1 Pr Zucker
1 TL Harissa
3 Zweige Oregano
1/2 Bund Basilikum
1 EL Balsamico-Reduktion
4 EL Olivenöl

2 EL Pinienkerne, in der Pfanne ohne Fett geröstet

Zubereitung:
 
Die Erbsen in kochendes Wasser geben, drei Minuten kochen lassen bis sie gar sind, dann abschütten und unter kaltem Wasser abschrecken. Sehr gut abtropfen lassen (m: zusätzlich mit einem Küchentuch getrocknet). Die Erbsen in einem hohen Gefäß sehr fein pürieren (m: zusammen mit dem Ziegenfrischkäse).

Die Kartoffeln als Pellkartoffeln garen, abgießen und noch heiß pellen. Die gepellten Kartoffeln zweimal durch eine Kartoffelpresse drücken, dann mit dem Erbsen-Ziegenfrischkäse, dem Mehl, dem Eigelb und dem Parmesan zu einem glatten Teig mischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Den Teig mit feuchten Händen zu 20 Knödelchen formen und in kochendem Salzwasser so lange garen, bis sie nach oben steigen. Mit einer Schöpfkelle herausheben und im Ofen warmstellen.
 
Die Aubergine in 1cm große Würfel schneiden und den Sellerie in feine Scheiben schneiden. Die Zwiebeln und den Knoblauch schälen, Zwiebel fein würfeln, Knofi fein hacken. Den Oregano ebenfalls fein wiegen.
 
Das Olivenöl erhitzen, die Auberginenwürfel darin rundherum gut anbraten, mit Salz und Pfeffer würzen. Zwiebeln, Knoblauch und Sellerie dazugeben und kurz mitbraten. Kräuter unterrühren.
Tomaten klein schneiden, mit Oliven und Kapern untermischen. 
 
Das Gemüse zugedeckt ca. 20 Min. garen. Balsamico-Reduktion und Zucker untermischen, mit Salz, Pfeffer und Harissa abschmecken. Die Pinienkerne sowie den in Streifen geschnittenen Basilikum darüber streuen und zusammen mit den Erbsen-Knödeln servieren.
 
Anmerkung m: die Caponata schmeckt sowohl warm, lauwarm als auch kalt 
 
Riesenkreuzspinne

Freitag, 7. August 2020

Kanonengeschosse: Mirabellen-Tarte mit Mandeln, Rosmarin und Lavendel


Wenn die Smaragdeidechsen die Gartenpfade mit der Schnelligkeit von kleinen Kanonengeschossen kreuzen, dann ist definitiv zu heiß, um umständlich und ausschweifend aus dem Leben zu erzählen. Verstehe deinen Garten - gewachsene Philosophie Teil 2... oder so. Tiefgründige Gedanken kann man sich ein anderes Mal wieder machen. Jetzt darf der Stumpfsinn wie eine Schaumkrone oben auf den Wellen schwimmen.

Dösig der Sonne das Zepter nicht streitig machen - so kommen wir ganz gut über diese Hitzeperiode, die dadurch ungewöhnlich ist, dass die Nächte bis jetzt schön erfrischend um gut und gerne zwanzig Grad abkühlen. Soll heißen: schlafen können wir gut und lang... und dösen dann tagsüber trotzdem vor uns hin... Wenn es jetzt noch ab und zu regnen würde - aber das hatten wir schon...
 
Gebacken habe ich dennoch - hauptsächlich für unsere Feriengäste, um ihnen den Urlaub etwas zu versüßen. Man tut, was man kann. Belohnt wurde ich mit der überschwenglichen Auszeichnung *bombastisch* (habt ihr da auch wieder direkt einen Ohrwurm im Kopf?...*mmhh Mister Lover Lover...*). Das Fränzi-Umfeld hingegen wieß mich auf folgende chansons hin: *L'été s'ra chaud* und *Il faut trop beau pour travailler* - kennt man, wenn man hier geboren ist - aber um die richtig supi zu finden, muss man womöglich selbst Temperatur haben...

Ohne frische Kräuter kann und will ich nicht kochen. Eine große, kulinarische Liebe von mir ist die Parung von Kräutern der Provence mit Süßem. Ebenso wie zu Aprikosen, Pfirsichen, Feigen oder Brombeeren machen sich auch hierzu Rosmarin und Lavendel besonders gut (ich erinnere an diese Kuchen oderoder...) Und weil die Tarte schon so gut funktionierte, wurde eine sehr ähnliche gestern wieder gebacken, die ich euch einfach in Kürze hinterher schiebe... Ach, und zum Thema *Mirabellentarte* setze ich noch diesen Link - kann bestimmt nix schaden!
 
Zutaten - Tarteform 26cm:

200g Mehl (m:D630)
80g Butter
1 Ei (m: 1 EL Crème fraîche und etwas kaltes Wasser)*
Abrieb einer 1/2 Tonkabohne
50g Rohrzucker
1/2 TL Salz

110 Butter, weich
110g Mandeln, geröstet, gemahlen
20g Mehl (m: Einkorn)
50g Rohrzucker*
einige Tropfen Bittermandel-Aroma
2 Eier
1 EL Rosmarin, gehackt
1 EL Lavendel, gehackt

600g Mirabellen, entsteint
 
Zubereitung:
 
Die erstgenannten Zutaten für den Boden zügig  zu einem homogenen Teig kneten. In Folie wickeln und eine halbe Stunde kalt stellen.

Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche dünn ausrollen und damit eine Tarteform von 26 cm Durchmesser auslegen. Mit einer Gabel mehrfach einsteichen. Wiederum in eine große Tüte packen und eine halbe Stunde in den Tiefkühler stellen.

Inzwischen für den Belag Butter, Zucker und Bittermandel-Aroma schaumig rühren. Mandeln und Mehl untermischen. Die Eier beifügen sowie 1 EL der gehackten Kräuter und alles gut verrühren. 

Ofen auf 200°C vorheizen.

Die Mirabellen halbieren und entsteinen.

Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen. Die Mandelmasse auf dem Teig ausstreichen und mit den Mirabellen belegen und mit 1 EL gehackten Kräuter bestreuen.

Die Tarte auf der untersten Schiene  ca. 45 Minuten backen - wenn sie zu dunkel wird vorher abdecken. Auskühlen lassen. 

*Anmerkung m: Den Tartebodenteig ohne Ei zu machen, ist etwas für Fortgeschrittenen - allen anderen würde ich zur Verwendung dazu raten. Ich verzichte deshalb gerne darauf, weil der Boden dann einfach knuspriger wird - er ist aber auch deutlich schwieriger zu handhaben und auszurollen.

Die Zuckermenge kommt auf die Süße der Mirabellen an - wenn sie weniger sonnengeküßt sind, dann kann man etwas zusätzlichen Zucker über die Mirabellen streuen vor dem Backen. Oder - in die andere Richtung - sogar noch etwas Zucker rauskürzen. Unsere Mirabellen waren nämlich sehr süß


Montag, 3. August 2020

Rumliegen: Zucchini-Flan mit Zucchini-Salat


Wenn ich durch unseren verbrannten Garten gehe, dann möchte ich mich zwischen unsere Pflanzen werfen und solidarisch neben ihnen liegen bleiben, um ihnen zu zeigen, dass ich mit ihnen mitfühle. Abgesehen davon, dass man keinen ganzen Garten gießen kann - selbst wenn man es wollte - gießen wir mit Regenwasser, das wir in vielen großen Zisternen sammeln. Das Dach ist ausladend genug: ein richtiger Regenguß und die Reservoire sind wieder voll. Nur: dafür muss es mal regnen. Morgen werde ich in das größte Auffangbecken eine Leiter stellen, hinunterklettern und es säubern. Dass es blitzt und blinkt und dass - wenn es irgendwann mal wieder nasser werden sollte -  dem Wasser, das von oben fällt, der rote Teppich ausgerollt ist.

Längst hat sich das Gras gelb verfärbt. Für viele Pflanzen geht es ums reine Überleben. Ich kann nichts tun. Nur hoffen, dass bald ein Tief eine fette Regenwolke über unser Tal stellt. Manchmal, so wie gestern, als ein paar vereinzelte, verirrte Tropfen auf den Boden fielen, war ich versucht, mantra-mäßig *Mehr- viel mehr-meeeehr* zu singen - als könnte ich irgendetwas beeinflussen.

Aber ich bin nicht gefragt. Liegenbleiben - abwarten. Und als wir am Sonntag über den Flohmarkt streunerten (ein neuer-alter Teller... demnächst in diesem Kino) drehte ein passender Ohrwurm im Kopf seine Runden und machte mir gute Laune. Für euch hiermit eingestellt, damit ihr einstimmen könnt.


Zucchini mit Zucchini - ein Gericht für ein Kochbuch, weil es wirklich eine tolle Vorspeise ist (wobei wir das während dieser Hitze als Mittagessen verputzt haben). Ich dachte, ich hätte den Salat bereits verbloggt, weil er letztes Jahr DIE Entdeckung war in einem kleinen vegetarischen Resto, wo es mir so gut schmeckte, als hätte ich selbst gekocht. Der Salat ist ganz simpel, aber knackig (da Rohkost) und frisch (dank der Minze) und spritzig (durch die Salzzitrone), so dass man davon ganz easy eine beträchtliche Menge essen kann. Sehr gut hat mir die Kombi mit dem Flan dazu gefallen. Mir scheint, als wäre Flan gerade out, dabei verliert sich gerade Zucchini besonders gut darin.

Zutaten 4P:

für die Flans:
500g Zucchini
3 Eier
150 Crème fraîche
25g Ziegenkäse (hart)*
25g Parmesan
2 Knoblauchzehen
2 EL Kräuter (m: Rosmarin, Oregano, Thymian)
Salz; Pfeffer
Piment d'Espelette
1 EL Olivenöl

Salat:
1 Zucchini (m: gelb)
1 Knoblauchzehe
1 Salzzitrone, die Schale davon
1 EL Petersilie
1/2 EL frische Minze
1 EL Basilikum
3 EL Olivenöl
2 EL Zitronensaft
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Für den Salat die Zucchini der Länge nach in Spaghetti-Streifen schneiden (m: mit Börner-Julienne-Reibe). Knoblauch fein hacken, die Salzzitrone von ihrem Fleisch befreien und die Schale fein schneiden. Frische Kräuter in feine Streifen schneiden und mit Olivenöl und Zitronensaft marinieren. Gut vermengen, kalt stellen und erst kurz vor dem Servieren salzen und pfeffern (mit dem Salz fängt der Zucchini an zu wässern).

Für den Flan Zucchini waschen, putzen, auf der Rohkostreibe grob raspeln. 1 EL Olivenöl erhitzen, Zucchini darin bei schwacher Hitze ca. 10min dünsten. Backofen auf 180° vorheizen.

Zucchini mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Den Käse klein schneiden, Kräuter und Knoblauchzehe fein hacken. Die Eier mit Crème fraîche verrühren, die Zucchini untermischen. Förmchen (etwa à 200ml-Größe) buttern (ich habe den Boden mit etwas Backpapier ausgelegt - sicher ist sicher), die Masse einfüllen und im Wasserbad im Ofen 30min stocken lassen. Kann kalt oder warm gegessen werden (ich mag die Flans kalt ein bißchen lieber).

*Anmerkung m: der Käse im Flan ist optional - ihr könnt damit aber gut noch einen zusätzlichen Geschmacksdreh (je nach Käsesorte auch in eine unterschiedliche Richtung) geben/ was neben den grünen Tomaten als Deko auf den Tellern zu sehen ist - habe ich als *Erbsen-Knödel* hier verbloggt.



Samstag, 1. August 2020

Sonne & Lavendel - nur für Naturliebhaber




Ob das nun der richtige Zeitpunkt ist, unsere neue Homepage zu bewerben, wo doch gerade mehr oder weniger von Auslandsreisen abgeraten wird? Aber dann entschied ich mich, mich nicht beirren zu lassen. Aus dem einfachen Grund, weil sie eben just nun gerade fertig gestellt wurde (außer ein paar kleinen Feinheiten), unsere neue ****Sonne & Lavendel****-Seite! Und weil wir weiterhin dieses französische Fleckchen Erde besonders gerne deutschsprachigen Gästen näher bringen wollen  - äußere Umstände unabhängig. Bereits vor Covid war die Drôme ein Geheimtipp. Und bereits vor Covid konnten wir mit VIEL Platz, VIEL Weite und VIEL Raum aufwarten (in jeder Straßenbahn ist mehr los). Und schon vor Covid lebten wir bewußt und selbstgewählt im Outback und zurückgezogen in der Natur. Jetzt vielleicht noch ein bißchen lieber.

In unsere Homepage floß viel Zeit und Herzblut. Wir würden uns wünschen, dass man das sieht: was man schätzt, das weiß man auch zu loben. Wir haben uns bemüht, klar herauszustellen, dass unser Zielgruppe *Naturliebhaber* sind: wer durchatmen und zur Ruhe kommen will, durchs Grüne streunern und entspannen - der ist bei uns richtig.

Nebenbei können wir mit einigen Superlativen aufwarten. So handelt es sich bei dem Naturpark Vercors, wo wir leben und wo wir unsere rustikal-romantischen Ferienwohungen vermieten, um das größte Naturschutzgebiet Frankreichs  (mit 185 000 Hektar), das zudem als einer der ersten französischen Naturparks überhaupt gegründet wurde (nämlich 1970). Außergewöhnlich macht den Vercors seine große Bioversität, sprich seine besonders reiche Flora und Fauna: 135 Vogelarten, 85 geschützte Pflanzen- und 75 Orchideensorten sowie 17 Reptilien- oder Amphibienarten haben sich hier bewahrt. Gleichzeitig sind alle großen Alpentiere hier heimisch wie Gämse, Steinböcke, Mufflons, Hirsch- und Rehwild, Wildschweine, Murmeltiere und Wölfe. Es gibt also viel zu entdecken auf tausenden Kilometern von hervorragend ausgewiesenen Wanderwegen.

Desweiteren ist die Drôme der einzige ursprüngliche Wildwasserfluß in Europa!  Jawohl - mit Ausrufezeichen! Die Drôme schlägt jeden in seinen Bann: ursprünglich, unbegradigt, natürlich, aquamarinfarben, in freiem Lauf, ungestüm und sanft, ungebändigt, voller Leben, glasklar, ohne Müll, ohne Chemie.  Ein Traum für alle, die sich noch nicht von der  Natur entfernt haben und das Aufhalten in der Natur lieben. Mich erinnern die Flusstäler der Drôme sehr an Korsika: rau und lieblich zugleich.

All dem, was unsere neue Heimat ausmacht und wir so sehr mögen, haben wir versucht auf unserer Homepage Platz und Raum zu geben: Naturparadies


Wobei für mich persönlich der folgende Satz der zentrale unsere Homepage ist: Eine ungewöhnliche Landschaft, die schon von sich aus therapiert und heilt.

Trete ich als Foodbloggerin den Beweis an, dass Kochenlernen dank Internet möglich ist, so stehe ich als Drômoise symbolisch für jemanden, dem diese Natur zur Heilung  verholfen hat. Gut, vielleicht auch als Mischung zusammengenommen mit meiner harmonischen Beziehung und den Reisen der letzten Jahre. Aber erst hier habe ich Boden unter den Füßen bekommen, zu meinem inneren Gleichgewicht gefunden und Frieden mit meiner Vergangenheit schließen können. Ich bin mir gewiß, dass dieser Ort maßgeblich daran beteiligt ist - und dass andere diese gute Energie ebenfalls wahrnehmen können.

Ist man dieser ausladenden Panoramasicht - und nachts dem großen Sternenzelt - gegenübergestellt, dann ähnelt das in seiner Wirkung und Rückkopplung der Naturkraft Meer. Mit dem Unterschied, dass die Stimmung in einem Tal häufiger wechselt und mehr von den Jahreszeiten erzählt. Die Dinge relativieren sich von alleine. Ein solcher Spiegel minimiert automatisch kleingeistige Anwandlungen, verscheucht finstere Gedanken und macht die Trittleiter um in größeren Bögen zu denken. Auch empfinde ich es als sehr wohltuend, dass ich mich leichterdings in der Illusion wiegen kann, dass alles in Ordnung ist, wenn ich von der Terrasse ins Tal schaue: die Natur scheint noch in Takt zu sein, die Welt noch in den Fugen. Wo in Europa kann man noch so viele Schmetterlinge sehen, so viele Vögel singen hören, in so klaren Flüssen baden, wiesenweise Wildorchideen bewundern, Quellwasser einfach aus dem Wasserhahn trinken und sich an Markttischen mit einem vergleichbar sonnengeküßten Angebot laben?! Auf die Dorffeste dieses Jahr müssen wir verzichten - wir werden es verschmerzen...

Eine weitere Weltneuheit gibt es noch zu vermelden und zwar bieten wir ab dieser Saison unsere neue gîte, *das Heimchen* an. Wir sind sehr zufriedener mit dem fertigen Resultat. Und ich kann so viel verraten, als dass die dort eingebauter Küche - ein Habib-Entwurf - meiner eigenen sehr ähnelt. Soll heißen: wer darin nicht gerne kocht, kann nicht erwarten, dass ich ihn verstehe.

Wie gefällt euch unsere neue Seite? Über ein Feedback würde ich mich freuen!

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