SOCIAL MEDIA

Montag, 30. Juli 2018

sonnige Rouladen = Sommerrollen


Je älter meine Großmütter geworden sind, um so mehr einte sie eine Beschäftigung: in dem Ortsblättchen ihres jeweiligen Heimatdorfes, in dem sie beide von Kindheit an lebten, studierten sie mit größtem Interesse die Todesanzeigen. Mit wem zusammen war man nach wie vor am Start und wer überlebt wen - schien mir damals einigermaßen skurril...

So den ersten Hauch von Vorstellung, wie sich das anfühlen könnte, bekomme ich nun in meinem achten Bloggerjahr... Immer deutlicher wird mir, dass von meiner ursprünglichen Foodblog-Gang, mit der ich mal zusammen angetreten bin, kaum noch jemand bloggt. Lediglich eine kleine handvoll davon ist übrig geblieben. Was bin ich froh, dass meine Säulenfiguren Petra und Robert wenigstens fest stehen - ohne die ginge mir wohl die Orientierung in Foodistan verloren! Ansonsten kann ich gerade zusehen, wie mein Foodie-Hausen an schleichender Abwanderung leidet, ausdünnt, aufgibt, aufhört und ein kärglicher Rest das Rad von heimischen Online-Rezepten versucht weiterzudrehen. Mein Blogroll besteht hauptsächlich aus Foodblogs, die nicht mehr aktiv sind. Wenn das nicht nostalgisch macht...

Klar, nachgewachsen sind genügend andere. Vielleicht sollte ich nicht so fremdeln. Hierzu passt hervorragend dieser Artikel zur Einwanderung, der mit viel positiver Energie aufzeigt, dass nun die Chance besteht, Deutschland, pfffhhh... Europa ganz neu zu denken. Alles auf Neustart - man muß nur mit der Zeit gehen...

Fürs Bloggen bedeutet das für mich, dass ich mich wohl wieder öffnen sollte für neue Foodblogs - auch wenn ich meine alten Homies vermisse.... Habt ihr Ideen und Vorschläge, wem ich mehr auf den Teller schauen sollte? Mein Klausel ist: so wenig Werbung wie nur möglich - dafür lese ich nunmal keine Blogs, meine Zeit möchte ich mit anderen Inhalten und Anregungen füllen...

Weiterhin gilt für mich (Gruppe hin oder her): Social Media ist nicht mein Kontent. Die müssen dort ohne mich klarkommen. Aber ich spiele mit einer Veränderung (nach der Datenreform). Ich überlege nämlich, die Kommentarfunktion abzuschalten. Zum einen wäre ich damit rechtlich auf der sicheren Seite - ich hab's satt, mich für derlei technischen Firlefanz um die Hilfe anderer zu mühen, die mir bei der Umgestaltung helfen müssten (jaja: jedem seine Demütigung). Zum anderen nimmt die Kommentarlust sowieso exponentiell ab... Tja, und grundeigentlich kann man mich ja weiterhin über Mail  (salzkorn@email.de) erreichen für alle Korrekturen, Nachfragen, Anregungen, für jedes von mir so geschätzte Feedback und bereichernde Weiterdenken meiner Gedanken. Auch zu diesem Thema hätte ich gerne eure Meinung: was sagt ihr?

Passend zu der Dauerhitze gibt es ein weiteres schönes Sommeressen. Ich aß die Salatrollen, die in Reispapier eingewickelt sind, zum ersten Mal in Kambodscha. Und gar nicht viel später fand ich allerortens Rezepte dazu. Meine Variante ließ sich sehr von les Gourmandises vegetariennes inspirieren - seit jeher ein Blog mit vielen tollen Rezept-Ideen... auch wenn sich Melissa ebenfalls sehr rar macht.


Zutaten 2P:

6 runde Blätter Reispapier
6 (kleine) Blätter Blattsalat 

plus etwas Salat in Streifen
Koriander
Gurke, in Stiften
Karotte, in dünnen Stiften

(m: Karotten in allen Farben)
Kohlrabi, in dünnen Stiften
Avocado, in Streifen
Thai-Basilikum

weitere Möglichkeiten:


50g Glasnudeln, nach Packungsangabe zubereitet und abgeschreckt 
ca. 150g Tofu (hier: bereits marinierter)
kurz gedünstetes oder gebratenes Gemüse
wie Brokkoli, Zucchini, Paprika
Sprossen aller Art
Mango, in Stiften
Chinakohl/ Weikohl/
Rotkohl in Streifen - mit etwas Salz weichgeknetet
Frühlingszwiebeln
Minze


Zubereitung:

Zuerst all die Rohkost als mise en place richten. Dann das Reispapier kurz rundherum in lauwarmes Wasser tauchen (auch wenn es sich noch nicht richtig weich anfühlt, reicht es das Papier in 2 Umdrehungen zu befeuchten). Dann idealerweise das Reispapier glatt auf ein Holzbrett auslegen. (ganz mit Melissa: das Brett saugt noch etwas Flüssigkeit auf und verhindert so, dass das Papier zu weich und damit rissig wird.)

Belegt wird lediglich die untere Hälfte - dabei die Ränder frei lassen. Melissa verlinkte für die Technik dieses Video (durchaus hilfreich für all jene, die zum ersten Mal wickeln). Ich habe als verstärkende Unterlage mit einem Stück Salatblatt begonnen - zur Zierde bereits darunter etwas Koriander oder Borretschblüten. Dann all die klein geschnittenen Rohkost darauf setzen und dabei achten, die Rolle nicht zu überfüllen. Das Reisblatt samt Füllung eng bis zur Mitte wickeln, dann beide Seiten zur Mitte einschlagen und fertig rollen.


Sauce:

2 EL Sojasauce (m: Tamari)
2 EL Wasser
2 TL Limettensaft
1 TL Wasabi
1 Zehe Knoblauch, fein gehackt


Quelle: Melissa aka les gourmandises vegetariennes




Europas einziger ursprünglicher Wildwasserfluß: la Drôme

Donnerstag, 26. Juli 2018

WG-Eis... oder so


Hätte ich ein Kind haben wollen, dann hätte ich mir alle Daumen gedrückt, dass mir ein solches wie der Sohn von Ute und Achim zugeteilt wird. Eines, das mit roten Backen zuhört, wenn etwas erklärt wird oder sich mit großer Begeisterung auf die Vogelwelt stürzt und Fragen über Fragen hat... Ich bin eindeutig verknallt.

In Beschäftigung mit ihrem Buch habe ich mich quer auf dem Insta-Kanal von *Nordisch Roh* durchgeklickt - etwas was ich äußerst selten mache (bekanntermaßen bin ich auf den Social-Media-Kanälen nicht aktiv). Das konnte meine Faszination für das Leben der beiden als Kleinfamilie nur verstärken. Gerade erst gaben sie ihre wunderhübsche Dorfschule auf, um sich ins Abenteuer Leben zu stürzen auf der Suche nach gemeinschaftlichem Leben mit anderen. Mir wurde dabei bewußt, dass ich als Kinderlose mit dem Thema *Zukunft* anders umgehe. Mit Kindern streckt man seine Fühler zu einer weiterreichenden Horizontlinie, sucht Perspektiven ganz anderer Art. Nicht alle, bien sûr, aber manche...

Der Habib und ich haben uns friedlich, natürlich und zurückgezogen eingerichtet und solange wir zwei miteinander so gut sind, gibt es keinerlei Gründe, irgendetwas ändern zu wollen... bis ans Ende unserer Tage quasi. Obwohl wir durchaus - und zwar bishin zu sehr konkreten Überlegungen - den Gedanken durchgespielt hatten, eine Lebensgemeinschaft zu gründen.

Wie schnell man an den Rande einer Gesellschaft gedrückt wird, ist mir klar geworden, seit ich keinen Alkohol mehr trinke - wohl bemerkt weder aus Gründen der AA, einer Schwangerschaft oder Medikamenteneinnahme sondern rein aus der konsequenten Entscheidung heraus, ohne Rauschmittel durchs Jetzt und Hier tingeln zu wollen (den Artikel dazu schiebe ich schon so lange - zu gut weiß ich, dass ich mir damit genau zero Sympathiepunkte einfange...). Hinzu kommt unsere Hinwendung zur Homöopathie, die mit einer eigenen Art des Denkens einher geht - aber deshalb noch lange nicht zu einem Schulterschluß mit anderen Homöopathen führt, denn darunter gibt es (leider) entschieden zu viel Scharlatanarie, Halbwissen und Wichtigtuer! Und dann kommt noch unser unübersehbarer Altersunterschied und unsere vielen Auslandsaufenthalte. Bißchen viel *unkonventionell* was wir anderen zumuten... iss klar.

Fakt ist, dass wir mittlerweile unser ganz eigenes Modell von Lebensvorstellung verwirklichen konnten,  was ich für einen großen Segen halte. *Distanz schafft klare Gedanken* heißt es und ich möchte behaupten, die haben wir sowohl zu Gesellschaft, Kultur und dem Zeitgeist. Selbstgewählt und eben als Außenseiter. Dabei wird Systemkritik leichter und scheint gar notwendig. Kapitalismus, Materialismus und Stress sind (für mich) keine guten Ingredienzien für ein anständiges Leben. Das aber gibt der Mainstream so vor. Im übrigen - das wollte ich schon immer mal loswerden - gibt es überall Spinner, Extremos und Orthodoxe - themen-, alter-, herkunftsunabhängig. Aber finden sich die meisten Radikalen nicht gerade in der Mitte des Mainstreams, weil sie sich im ganz großen Maßstab bestätigt fühlen? Eine Randgruppe braucht vorneweg Toleranz - die weiß, dass sie nur eine Minderheit ausmacht...

Nun, wir sind weiterhin überzeugt, dass eine Lebensgemeinschaft eine gute Möglichkeit ist, nach selbstgewählten Werten zu leben. Und vielleicht wird eine solche Nische sogar die einzige Alternative, sich in Zukunft den Vorgaben der Masse entgegen zu stellen. Ein Verbund mit anderen bringt viele Vorteile mit sich, von denen man als Einzelkämpfer nur träumen kann. Allerdings bleibt es eine große Herausforderung - und das meine ich nicht nur mit meinen Jahren WG-Erfahrung im Nacken. Es braucht eine Vision und die richtigen Menschen dafür... Ute und Achim haben viel in die Waagschale geworfen und ich wünsche ihnen nicht nur das Beste - ich bin sehr gespannt, wie ihr Weg weitergeht. Vielleicht begegnen wir uns ja mal...

Und nun noch ein paar Zeilen zum Rezept - obwohl man dem Eis ja bereits ansieht, dass es super schmeckt. Ich habe hierfür zwei Rezepte zusammengesetzt: *das Vanille-Eis* und *das Erdbeer-Vanille-Eis am Stiel*. Den Mixer habe ich nach Zubereitung für das Vanille-Eis genauso ausgeschleckt wie die Kinder auf dem kürzlich verlinkten Bild. *Probier' mal*, bin ich damit (brav teilend) zum Habib, *schmeckt das nicht köstlich?!*



Zutaten - 8 Eis à ca. 80ml Füllmenge (zwei 4er Eis-am-Stiel-Formen):

2 kleine, reife Bananen*
(ca. 250g mit Schale)
200g Aprikosen
200g Erdbeeren
200g Cashew-Kerne, 2 Stunden eingeweicht*
30g Ahornsirup
(plus 1 EL)
Vanille-Pulver
(m: noch aus Madagaskar)

Zubereitung:

Die Cashew mit der Vanille und 30g Ahornsirup pürieren. Früchte vorbereiten (entstrunken, entsteinen). Je kleingeschnittenen Erdbeeren und kleingeschnittene Aprikosen mit jeweils 2 TL von dem Cashew-Mus pürieren. Die Aprikosen brauchten bei mir noch etwas Süße - ihnen fügte ich den Eßlöffel plus Ahornsirup zu). Den Rest des Cashew-Muses mit der Banane pürieren (m: ich habe mit dem Pürieren der Banane begonnen, damit mir die anderen Fruchtmuse nicht *verfärben*). Dann abwechselnd in die Eis-Form schichten und in der Tiefkühltruhe gefrieren lassen.

*Anmerkung m: Man kann die Bananen dafür auch einfrieren - dann geht es mit der Eisherstellung schneller; so braucht es dafür allerdings einen Hochleistungsmixer (den ich ja - noch - nicht habe).

Zum Umgang mit Nüssen gibt es ein eigenes Kapitel in dem Buch - die müssen bei einem so gesteigerten Verzehr wie in der Rohkosternährung nämlich stets eingeweicht und wieder zurückgetrocknet werden: um Phytinsäure abzubauen - näheres dazu s. *Rohkostlady*.

Quelle: *Was dein Herz begehrt* von Ute Ludwig und Achim Sauerberg aka *Nordisch Roh*


Dienstag, 24. Juli 2018

Grundsätzlich: Rote Bete Gazpacho


Eigentlich muß man es doch faszinierend finden - so von außen betrachtet - dass einem menschlichen Körper die Zufuhr von Rohkost ausreicht, um die Maschinerie in Bewegung zu halten.

Derlei Probleme wie Menschen, die zuviel verarbeitetes Fleisch zu sich nehmen, sollten die Rohköstler schon mal definitiv nicht haben (und gerade das dabei hervorgehobende Problem des menschlichen Körpers mit Nitrat ist zeitgleich auch ein Problem des Grundwassers... ich wollte es nur angemerkt haben).

Mir fällt ja direkt als prominentes Beispiel Nena ein, die bekennende Rohköstlerin ist. Und die sieht lässig hundert Jahre jünger aus als sämtliche ihrer Altersgenossinnen. Bon, glatt übertrieben, ich gebs ja zu. So wie es eben auch viele für übertrieben halten, nur um dem Faltenwurf der Haut zu trotzen, lediglich noch eine handvoll Nahrungsmittel zu essen. Älter werden trotzdem alle - so oder so. Die Frage bleibt das Wie.

Mir leuchtet es durchaus ein, dass so weit als möglich frische, unverarbeitete und pflanzliche Nährstoffe zu sich zu nehmen, der Gesundheit nicht abträglich sein können. Für den Gedanken muß wohl kaum jemand tiefer in sich gehen und meditieren. Das liegt auf der Hand. Bücher, wie das von Dr. Bruker versuchen aufzuzeigen, wie sehr unser Essen unser Leben bestimmt. Es gibt sogar Untersuchungen, die soweit gehen wollen, dass eine bestimmte Ernährung im Krankheitsfall durchaus als (begleitende) Therapie funktionieren kann - wie beispielsweise das Buch *Krebszellen mögen keine Himbeeren*.

Das uralte Sprichwort *Du bist, was du ißt* klingt in meinen Ohren bei Rohkost in besonders hellen Tönen. Wir sind uns bestimmt einig, dass dieser Satz nicht nur auf Äußerlichkeiten abzielt. Schon allein beim Kauen wird eine Substanz in ihre größtmöglichen Einzelteile zerlegt. Dabei vergrößert sich die Oberfläche - ein äußerst spannendes Phänomen, das Prinzip der Oberflächenvergrößerung, auf welches übrigens auch die Homöopathie zurückgreift. Mit der Vergrößerung  der Oberfläche verstärkt sich gleichzeitig die Wirkung. Aus homöopathischer Sicht kann man dieses Sprichwort also nur unterstreichen.

Bref, nur weil ich mal einen Smoothie getrunken habe, maße ich mir - logo - nicht an, eine echten Ratschluß zur Rohkosternährung fällen zu können. Dafür fehlt mir schlicht die Erfahrung.  Aber ich bin angefixt. Ich habe mir fest vorgenommen, mal im Selbstversuch 10 Tage roh-vegan zu essen. Mal schauen, was für Eindrücke mir das bringt...

Zur Gazpacho, dem ersten Rezept aus *Was dein Herz begehrt*, muß ich bestimmt nicht viel mehr zu sagen: ein schönes, frisches Sommeressen, dass gerade wenn es so heiß ist wie zur Zeit in jeder Hinsicht befriedigt: schnell auf dem Tisch gebracht, ohne schwer im Magen zu liegen samt dem Gefühl, genug Energie für einen Sonnentag zu haben....


Zutaten 2P:

300g Tomaten
1/2 Paprika (m: rot)
1/2 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe (m: zwei)
1 mittelgroße Rote Bete
2 EL Olivenöl
1 Avocado
1 handvoll Pekannüsse (m: Pinienkerne), gehackt

Zubereitung:

Alle Zutaten in einen Mixer geben und zu einer homogenen, cremigen Masse verarbeiten. Auf zwei Schüsseln verteilen und nach Geschmack verzieren. (m: mit Salz und Pfeffer sowie etwas Chili abgeschmeckt) 

Quelle: *Was dein Herz begehrt* von Ute Ludwig und Achim Sauerberg aka *Nordisch Roh*

einer meiner liebsten Gartenblumen: la rose trémière/ die Stockmalve

Montag, 23. Juli 2018

Was dein Herz begehrt [Rezension]


Angefangen hatte alles damit, dass ich dicke Arme machen wollte. Ich wollte schon was raushauen, wenn ich auftischte. Gut, auch traditionelle und typische französische Gerichte wollte ich kochen können, aber vorneweg wollte ich angeben. Und damit auch dem Klischee gerecht werden, wenn andere sagen: *Die kann gut kochen*.

Nach und nach kam das Umdenken (eben ganz mit Milan  Kundera) und die Umsetzung dazu. *Il faut reculer pour mieux sauter* (Man muß zurücktreten, um besser springen zu können). So habe ich nach und nach begonnen an unserer Ernährung zu feilen. Weniger ist mehr: weniger Fleisch, weniger Milchprodukte, weniger weißes Mehl, weniger Zucker... Süßes etwa gibt es immer noch relativ viel bei uns - zumindest verwende ich Rohrzucker - aber der Weg ist das Ziel. Prinzipiell bin ich mit unserer vegetarischen Ernährung mit Hang zur Vollwertküche zufrieden, denn es fühlt sich wohlig an. Nur in Punkto *Rohkost* möchte ich mich noch deutlich mehr strecken. Ein Vorsatz, der in die Tat umgesetzt werden will! Mehr Obst und Gemüse gehen schließlich immer!

Hier kommt Utes und Achims Buch *Was dein Herz begehrt* ins Spiel. Ihren Blog *Nordisch Roh* verfolge ich schon eine Weile und bin fasziniert von ihrer Lebensführung (dazu komme ich noch). *Was dein Herz begehrt* ist also das Buch zum Blog.



Um es gleich vorweg zu schieben: die Rezepte sind Genuß pur! Der Linsensalat, den ich daraus nachgemacht habe, war ohne Untertreibung der beste ever. Ich weiß ja, was den meisten im Kopf rumschwebt, sobald sie das Wort *Rohkost* hören - und genau daraus besteht dieses Kochbuch - sie denken an *Verzicht*! Und: *die esse ja fast nix mehr*. Aber hey, man kann das auch umdrehen. Ich etwa lebe monogam, habe aber nicht den Eindruck, dass ich deshalb auf alle anderen Männer verzichte, sondern ich habe mich lediglich für den besten entschieden... Und wenn vier Kinder derart damit beschäftigt sind, den Mixer auszuschlecken, kann Rohkost SO schlecht nicht schmecken!

In das Buch fließt sowohl Utes Wissen als Ernährungsberaterin mit Schwerpunkt Rohkost ein, sowie ihre und Achims langjährigen Erfahrungen und Spielereien mit Rohkost-Ernährung. Das Buch ist mit appetitlichen Photos bebildert und mit äußerst praktischer Ringbindung ausgestattet, sodass man sich die Rezepte immer aufgeklappt in die Küche legen kann. Es wendet sich inhaltlich sowohl an Einsteiger, Integrative (wie mich) oder Pros: so finden sich viele Tipps und Erläuterungen (beispielsweise: Sprossentabelle/ Küchenausstattung/ Grundlebensmittel...) und neben Basics inspirieren wirklich ungewöhnliche Rezepte wie Burger, Wraps oder Lasagne. Ganz besonders angetan haben es mir Utes Kuchen - die sehen allesamt zum Reinbeißen aus! Unterteilt ist das Buch in Frühstück, Hauptspeisen, Salate, Suppen, Kuchen, Brot, Desserts, Naschereien, Käse/Quark&Co, Pflanzenmilch, Pesto/Saucen/Dips, süße Auftrische & Saucen, Schokolade, Knabbereien, Eis, Getränke. Das liste ich schon deshalb auf, um die große Bandbreite aufzuzeigen, mit der dieses Buch aufwartet.



Drei Rezepte werde ich euch vorstellen - ich allerdings werde mich mit viel Begeisterung weiter durch das Buch arbeiten. Ja, ich bin *ready for more* (Ein Hochleistungsmixer muß her!)! Fazit: Große Begeisterung! Samt dicker Empfehlung an alle, die wie ich mehr Frische in ihr Leben bringen wollen. Und passen solche Rezepte und neue Erfahrungen nicht gerade super zu Sommer und Hitze?





Herzlichen Dank an Ute und Achim, die mir auf meine Anfrage hin ein Rezensionsexemplar zugeschickt haben - ich bin noch viel mehr in Wallung als vorher...


Donnerstag, 19. Juli 2018

der Schuh


*Wie man's im Hirn hat* grinst der Habib.
*Auf jedem beschissenen TukTuk kleben die Tiger, nur ich bekomme den Aufkleber nirgends aufgetrieben* schimpfe ich. *Dabei sehe ich überall Tiger: auf Shorts, Bikinis, Tunikas, Regenschirmen, Sarongs - überall Tiger* (zugegeben: im Reich der Mode vereinige ich Tiger und Leopard großzügig zu einer Wildkatze).
*Hat man den Hammer in der Hand, ist die Welt voller Nägel* grinst der Habib noch breiter zurück. 
*Wie bei unserer Stadtrundfahrt. Erinnerst du dich?*
Ja, unser Bild von der Sightseeing Bus-Tour durch Paris. Alle gucken durchs Fenster auf Paris, und doch sieht jeder etwas anderes. Zusammen fahren sie durch die gleiche Stadt und doch ist es nie dasselbe Paris. Sie, die frisch Getrennte, sieht nur verliebte Pärchen, er, der seine geschriebenen Postkarten in der Tasche mit sich trägt, sucht nebenher nach Briefkästen und eins weiter hinten träumt die Nächste von ihrem Kleid *gekauft in Paris*, mit dem sie so gerne zuhause groß aufschlagen möchte. Uswusf.

Dabei stolpert mein Blick über einen einzelnen, blauen Kinder-Crock-Schuh mit Spiderman vorne auf der Kappe. Er liegt verloren und einsam auf dem Gehweg. *Zwingt man jetzt schon Kinder in diese abartigen Plastikhufe* denke ich. Und: *Wahrscheinlich einfach vom Fuß des Kindes gerutscht als es auf der Hüfte seiner Mutter/ seines Vaters saß*.
Ich deute auf den Kinderschuh und frage mehr mich selbst als den Habib:
*Siehst du diese einzelnen Schuhe eigentlich auch oder fallen die immer nur mir auf?* Gefühlt könnte ich einen ganzen Tieflader, pfffhhh... Schiffscontainer füllen mit einzelnen Schuhen, die mir seit JAHREN in die Augen springen.  Allein von unseren zig Fahrten zwischen Frankreich und Deutschland die Autobahn hoch: immer die Hälfte eines ehemaligen Schuhpaares - auf der Mittelbahn oder entlang dem Seitenstreifen. *Tssss...* habe ich schon so oft zum Habib gemacht und dabei den Kopf geschüttelt, *wie bitte, sag mir WIE kann man auf der Autobahn einen Schuh verlieren?*

Es durchzuckt mich und ein Gedanke blitzt auf. Als hätte ich auf einen Schlag die zweite Memorie-Karte in der Hand zu einem bestimmten Bild-Set.
*Weißt du, was mir gerade einfällt? Der Traum meiner Mutter. Der Traum, der sich wiederholt, von dem sie weinend aufwacht und den du ihr über mich gedeutet hattest!*


Der Alp, der meine Mutter nachts nötigt, quält so:
In einem kleinen, muffig-stickigem Ziruszelt sitzt meine Mutter neben meinem Vater und beide starren Richtung Manege. Der Zirkus scheint schon bessere Zeiten gesehen zu haben. Schlecht besucht ist übertrieben. Außer meiner Mutter und meinem Vater gibt es überhaupt keine Zuschauer. Und dann diese Aufführung! Der Clown  wiederholt immer den gleichen Nonsense. Wieder und wieder. Immer das gleiche Stück. In Endlosschleife das gleiche Kasperlestheater. Es hört und hört nicht auf. Es ist krotesk. Ein Irrsinn. Nein, es ist schlimmer: es ist unerträglich. Meine Mutter steht abrupt auf. Keine Sekunde länger. Mit ihr mein Vater. Kaum sind sie aus dem Zirkuszelt getreten, ist von meinem Vater keine Spur mehr. Meine Mutter indes weiß genau, wohin sie will. Sie geht direkt zur Bushaltestelle. Wo ihr viel Geduld abverlangt wird. Sie muß lange warten. Sehr lange. Dann, endlich-endlich, kommt der ersehnte Omnibus. Und er ist bis zum Dach gefüllt mit einzelnen Schuhen. Meine Mutter stürzt hinein. Sie wühlt und gräbt, sie pflügt sich durch die Schuh... und wacht schluchzend  auf: ihr zweiter Schuh ist nicht dabei.


Ich schlucke. Meine gesammelten, einzelnen Schuhe. Meine Schuh-Kollekte. Und der Traum meiner Mutter. Es klingt wie das verschachtelte Motiv eines Romans. Aber ich verstehe die Symbolik dahinter - und was uns beide, meine Mutter und mich, verbindet und trennt in der Ausrichtung unseres Lebens...


... zuerst übertitelt mit *Kettenreaktion II* - anknüpfend an *Unbewußte Feuerwehrleiter innerhalb der Familie*

Montag, 16. Juli 2018

Wildkräuter: Tarte mit Melde - Tortilla-Style


Alle Zeichen weißen für mich gerade Richtung *Wildkräuter*. Fest, ja wild entschlossen bin ich, mich in die Materie mehr einzufuchsen. Ein Feriengastpaar - Botaniker - hatten im Frühjahr mit viel Begeisterung für unsere Artenvielfalt binnen kürzester Zeit 200 (!) Wildblumen bestimmt. Und eine Wildkräuterpädagogin lenkte erneut meinen Blick auf die große Fülle der heimischen Flora - inkulsive interessanter Ideen, was man mit Wildkräutern alles anstellen kann. Mit Löwenzahn oder Brennessel habe ich in der Küche zwar schon gespielt, aber da geht deutlich mehr.

Zeitgleich stolperte ich über einen Link meines geschätzten Dirk Müllers zu einem Interview mit dem wohl in Deutschland bekannten Wildkräuterexperten Dr. Markus Strauß. Einiges von dem, was er in diesem Youtube-Film erzählt, leuchtet mir ein. So liegt es auf der Hand, dass die direkte Ernährung aus der umgebenden, unkultivierten Natur die älteste der Menschheit sein muß. Viele Wildkräuter beinhalten das zigfache an Inhaltsstoffen wie die aus ihnen gezüchteten, kultivierten Pflanzen. Sehr spannend also - und Wissen, das mehr und mehr verloren geht.

So erzählte ein mittlerweile verstorbener Freund dem Habib die Geschichte, wie er einst in russischer Kriegsgefangenschaft mit der Hand durch den Zaun die Melde geangelt hatte, froh um alles, das irgendwie nährte.

Sofort habe ich mich der letzten Minute unserer Melde erinnert. Die ist kurz vorm Blühen und verteilt sich jedes Jahr munter wild im Garten. Wir lassen sie so kunterbunt wachsen - und meistens kippt sie dann hinten runter, weil es ja rechts und links noch so viel anderes gibt. Wie Mangold etwa. Oder Spinat. Dabei schmeckt Melde wirklich gut.

Ich habe zum einen ein Pesto (u.a.) mit Melde zubereitet und diese Tarte, die mir gelungen aus dem Handgelenk purzelte. Die Fotos hauen mich jetzt nicht um, aber das Rezept wollte ich mir auf jeden Fall merken. Der dünne, knusprige Boden und die Tortilla-artige Füllung - das mache ich genau so wieder!


Zutaten für eine Tarte à 22cm Durchmesser:

Tarteteig:
100g Einkorn-Vollkorn
80g Dinkel 1050 *
90g Butter
Salz
1 EL Quark
1/4 TL Koriander
etwas kaltes Wasser

150g Champignons
100g Melde
100g Kirschtomaten
3 Eier
50g Crème fraîche 
2 Knoblauchzehen
75g Saint Nectaire
Salz, Pfeffer
20g Délice de tomate
(=Pürree aus in Öl eingelegten, getrockneten Tomaten)

Zubereitung:

Aus den Zutaten für den Tarteteig einen homogenen Boden kneten, in Folie wickeln und mindestens eine halbe Stunde kalt stellen. Die Tarteform buttern und mit Mehl bestäuben und den Teig dünn auswellen und die Form damit auskleiden. Mit einer Gabel mehrfach einstechen und für etwa 20-30min in die Tiefkühle stellen.

Den Ofen auf 200° vorheizen.

Währenddessen die Füllung vorbereiten: Melde von den Stielen befreien, in etwas kochendem Wasser zusammenfallen lassen, kalt abschrecken, gut ausdrücken und grob hacken. Die Pilze putzen, in Scheiben schneiden und in einer heißen Pfanne ohne Fett goldbraun braten und zur Seite stellen. Kirschtomaten halbieren. Den Käse würfeln. Den Knoblauch fein hacken. Die Eier mit der Crème und dem Tomatenpü verquirlen. Melde, Pilze und Tomaten untermischen. Die Füllung auf dem Boden verteilen und glatt streichen.

Die Tarte in den heißen Ofen schieben und 10min bei 200° backen, dann runterschalten und weitere 30min bei 190° (m: Unterhitze).

*Anmerkung m: Für ungeübtere Tarte-Bäcker empfehle ich die Mehlmenge etwas zu erhöhen auf 100g Dinkelmehl Typ 1050 (und damit die Butter auf insgesamt 100g) - der Tarteboden wird sonst sehr dünn und wird mit dem hohen Vollkornanteil eine Herausforderung auf die Breite auszuwellen...

Komm, ein Zitat zu Voltaire muß sein: *Da es sehr förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen glücklich zu sein.*

Donnerstag, 12. Juli 2018

12 von 12 - Juli 2018









1. ---- Ein gutes Leben besteht für mich aus guten Ritualen. Heute als erstes Stannum genommen (Homöopathie), dann wie immer zwei Humben Wasser getrunken und gehullahubst (nachdem ich das nun seit Jahren sehr regelmäßig mache, kann ich bestätigen, dass das zur Taillenformung durchaus hilft). Logo, startet dann der Morgen weiter durch mit dem Porridge - in der de luxe Variante mit Aprikosen, Pfirsichen, Erdbeeren, Himbeeren und Banane. Nicht zu vergessen samt dem Weißtannenhonig aus dem Schwarzwald (coucou, liebe Hannah!). Frühstück zu hause kann ich mir gar nicht mehr anders vorstellen. Porridge noch verlinken? Nee, oder? Auf Wunsch natürlich doch: Porridge - der Morgen macht den Tag

2. und 3. ---- Danach Brot geknetet und während der Teigruhe den Kühlschrank und die Speiß aufgeräumt. Während der Saison putze ich viel - da muß ich aufpassen, dass *unser Haushalt* nicht hinten runter kippt (aus Motivationsmangel, weil mehr als sämtliche Putzambitionen bereits ausgelebt sind).

4. und 5. ----  Das Brot ist versorgt und geht brav vor sich hin - prima Gelegenheit, kurz nach Beaufort zu Daniel zu gehen, und einen café zu trinken samt Croissant. Über uns an späten Blüten der Glyzinie ein Beobachter. Wir reden darüber, wie wichtig der Funkkontakt nach drüben ist (Standleitung) und wie gerne *Erfahrung* mit *lernen* verwechselt wird und dass der Unterschied zwischen beiden nicht leicht zu erklären ist (haben dann aber formuliert, dass Erfahrung eine Erkenntnis in sich birgt mit unausweichlicher Konsequenz und lernen eben nur das Abrufen und Abspulen von Mustern ist). Nach fast 13 Jahren Beziehung ist mein Habib nach wie vor für mich der mit Abstand spannendste und interessanteste Mensch,  ich höre niemanden lieber zu und habe niemanden lieber um mich !!

6.  ---- Wieder zurück zuhause führt der erste Weg in den Garten - das Brot kann in den Ofen...

7. und 8. ---- Ich ernte zum dritten Mal Kamille zum Trocknen (woher hat Kamillen-Tee nur seinen schlechten Ruf - Kamille ist toll!), pflücke die erste Gurke und sammle Tomaten, Zucchini, Basilikum und Rosmarin zum Kochen ein. Marias Buchweizen-Zucchini-Laibchen schmecken zu dem bunten Salat prima (klappt tatsächlich und erstaunlicherweise mit ungekochtem Buchweiezn) - allerdings hat mir das Rezept nicht verziehen, dass ich an den Mengenangaben etwas geschraubt habe, denn sie waren beim Braten nicht sehr formstabil.

9. und 10. ---- Pause während der Mittagshitze unter der Eiche mit dem Dalai Lama. Auch wenn ich mich nicht als Buddhistin bezeichnen würde, spricht mich vieles, was mir dazu begegnet, an. Die Beschäftigung damit tut mir gut (good energy!): *Wie kann eine Welt voller Hass und Wut dauerhaft Frieden erreichen? Äußerer Friede ist ohne inneren Frieden unmöglich. Es ist ehrenhaft, an äußeren Lösungen zu arbeiten. Diese können aber nicht erfolgreich umgesetzt werden, solange Hass und Ärger im Herzen der Menschen wohnt. Das ist der Punkt, an dem tiefgreifender Wandel einzusetzen hat. Auf individueller Ebene müssen wir an der Veränderung der grundlegenen Perspektiven arbeiten, von denen unsere Gefühle abhängen.* Eben. - Und wer errät, was Bild 10 sein will, der bekommt ein goldenes Nixi ;-)

11. ---- *Jeden Tag ein bißchen* lautet meine Unkraut-Devise. Gerade blühen etwa die Scheiß-Kletten. Auf die reagiert meine Haut leicht allergisch - und ich verstehe völlig warum (seither zählt *Du Klette* für mich zu den übelsten Beschimpfungen). Und die Feldulme schießt ins Kraut. Und auch die Winden, die alles verhäkeln und verschrauben, strecken überall ihre weißen Köpfe.  Ach, und der Superscheiß-Efeu, der wächst irgendwie immer... Konzentriert habe ich mich dann natürlich auf das Schöne, man will sich ja nicht reinsteigern: Lavendelblüten mit Kaisermantel zum Zweiten...

12. ---- Ansonsten gabs schon härtere Zeiten an der Unkraut-Bekämpfungsfront. Es ist anhaltend heißt und die Sonne hat das Tal in den letzten Wochen sichtbar verbrannt. Mehr Zeit kostet gerade das Gießen. Anschließend eine Runde Yoga - wie fast täglich - dann mit dem Habib und vielleicht dem ein oder anderen Feriengast auf ein Bierchen (für uns ohne Umdrehung)  - Treffpunkt Terrasse...


Ausgehend von Caro aka Mme Kännchen finden sich heute wieder viele ein, die am 12. des Monats 12 Bilder aus ihrem Tag und Leben mit anderen teilen - die musste allerdings plötzlich ins Krankenhaut: Gute Besserung also!

Dienstag, 10. Juli 2018

Ich bin ich: Reisnudel-Pfanne mit Gemüse und Erdnuss-Sauce


Eines der Kinderbücher, das ich mit am meisten vorgelesen habe, ist das Kinderbuch der jüdischen Autorin Mira Lobe mit dem Titel *Das kleine Ich bin Ich* (hier sogar ganz lesbar allerdings ohne Bilder). Das Buch ist nicht nur älter als ich, nein es akutallisiert ein weitaus älteres Thema des Menschseins, ja vielleicht eines der größten Mysterien des Lebens, die philosophischste aller Fragen, die relevanteste für das Individuum auf alle Fälle, das uralte *Gnoethi seauton* (*Erkenne dich selbst! Werde, der du bist!*), bref: die Suche nach sich selbst.

So macht sich das *Kleine Ich bin Ich* auf den Weg unter die Tiere und versucht herauszufinden, zu wem es gehören könnte, welche Rasse ihm gleicht, welches Blut in seinen Adern fließt. Die große Erkenntnis seiner Wanderschaft ist: Ich bin ich! Die Geschichte liest sich nicht nur wegen des zeitlosen Inhalts gut, für alle Vorleser macht der ausgesprochen schöne Erzählrhythmus besonders viel Freude. Als Beispiel eine besonders geschätzte Stelle, der Moment, in dem Das Kleine Ich bin Ich auf eine Hundeschar trifft:
*Alle sind kurz angebunden,
alle zerren an der Leine, dicke, dünne, große, kleine, ruppige und struppige,
seidige, geschmeidige, gut dressierte, schön frisierte,
schmale, breite, Seit an Seite, dumme Hunde und gescheite.*

Wenn man nun als Erwachsener gefragt wird: *Wer bist du?* Was antwortet man wohl. Mit seinem Namen vielleicht. Seinem Beruf. Seiner Nationalität. Aber sind das treffende Beschreibungen eines/deines Wessens. Für was stehst du ein? Was ist dir wichtig? Was willst du für dich und dein Leben und was schließt du aus? Welche Werte vertrittst du? Mit wieviel Überzeugung und vor allem mit welcher Konsequenz? Worüber denkst du nach und worüber sprichst du? Was aber lebst du davon? Wie sehr hast du dir dein Leben nach deiner Vorstellung eingerichtet? Bist du mit dir im Einklang? Bist du wirklich du? Ist dein Leben wirklich dein Leben?

*No one ist you and that is your power* - singt Foofighter-Sänger Dave Grohl. Nur so kann man andere ganz lässig anders sein lassen. Was hats mit mir zu tun? Zu schade auch, dass sich die Bewußtheit samt der damit gewonnenen Kraft, welche Zutat ich höchstpersönlich der Erdensuppe zufüge, nicht von ganz alleine einstellt.

Aber aktiv auf die Suche nach sich selbst zu gehen, scheint mir ein ähnlich ergebnisloses Unterfangen wie einem Gral hinterher zu jagen. Ich schließe definitiv aus, dass selbst die zierlichsten Kreise um sich selbst gleich einer Porzellanballerina auf einer aufgezogenen Zuckerdose zielführend sind. Fasse ich zusammen: Nabelschau ist keine Lösung. Raus ins Leben in den großen Dschungel der Erfahrungen heißt die Devise: das Leben will gelebt werden - mal wieder ganz mit Grandseigneur Goethe:

*Man hat zu allen Zeiten gesagt und wiederholt, man solle trachten, sich selber zu kennen. Dies ist eine seltsame Forderung, der bis jetzt niemand genügt hat und der eigentlich auch niemand genügen soll.. Von sich selber weiß er bloß, wenn er genießt oder leidet, und so wird er auch bloß durch Leiden und Freuden über sich belehrt, was er zu suchen oder zu meiden hat.*

Viele Menschen, viele Wege. Nur bin ich mir ebenfalls gewiß, dass ein zu hochtaktiges, hektisches, reißendes Umfeld dabei nicht hilfreich ist. Ist das Leben zu schnell, dann kommt das Bewußtsein nicht mit - wie in einem Film mit zu schneller Bildabfolge die Wahrnehmung nicht hinterher kommt und das Auge die Bilder nicht sortieren kann. Eine unbewußte Botschaft gilt nicht. Also ohne bewußte Erfahrung keine Erkenntnis.

Ich werbe hiermit für eine geschärfte Wahrnehmung, offene Sinne, eine frische Wachsamkeit und eine blitzgescheite Aufmerksamkeit, sowie genügend Ruhe und Stille zum Verdauen, um Vertrauen in die drei großen Buchstaben ICH zu erlangen. Und zwar ohne dabei auf die falsche, die andere Seite zu kippen, die Seite, die nur die gegensätzlichen drei Buchstaben EGO füllen will. Versucht man aber nicht, sich selbst näher zu kommen und seiner inneren Stimme Gehör zu schenken, dann wird man automatisch von außen und von anderen in willkürliche Form gepresst. Eine Crux... , mais bon, immerhin bin ich nur für mich selbst verantwortlich...

Genug der Gardinenpredigt, zurück zum einfachen Leben am Herd und zu bester, vegetarischer Küche. Ein weiteres Gericht, das ich nun wiederholt zubereitet habe. Beibehalten habe ich dabei stets die Erdnuss-Sauce. Reisnudeln können gut gegen Sobanudeln ausgetauscht werden, das Gemüse läßt sich nach Lust variieren. Darüber immer VIEL vietnamesicher Basilikum, der sich im Treibhaus herrlich macht und ein unvergessliches Gastgeschenk war (Merci!!). So einfach, so lecker! Aber ich will eurem eigenen Urteil nicht vorweg greifen - probiert selbst! 



Zutaten 2P:

1 EL geröstete Erdnüsse
1 rote Zwiebel
1 kleine, rote Paprika
1 kleiner Brokkoli
1 Karotte
3 EL Gemüsebrühe
150g Glasnudeln
Erdnussöl
frischer, vietnamesischer Basilikum

Sauce:
1 cm Ingwer
1 Zehe Knoblauch
2 kleine EL Erdnussmus
1 TL Misopaste (alternativ 90 ml Gemüsebrühe)
1 Zehe Knoblauch
Sojasauce
Limettensaft
1 Prise Chiliflocken

Zubereitung 

Die Erdnüsse grob hacken und ohne Fett in einer Pfanne rösten.

Die rote Zwiebel schälen, vierteln und in dünne Scheiben schneiden. Die Paprika mit dem Sparschäler schälen und ebenfalls in feine Streifchen schneiden. Die Karotte in Julienne schneiden (m: Börnerreibe).Brokkoli in kleine Röschen teilen.

Die Nudeln in kochendem Wasser nach Packungsanleitung bissfest garen. In ein Sieb gießen, mit warmem Wasser abspülen und zurück in den Topf geben. 

Parallel das Gemüse dünsten. Die Zwiebel in wenig Erdnussöl anschwitzen, Brokkoli und Paprika zufügen, ebenso die Gemüsebrühe und für 6-7min den Deckel auflegen. Für 2 zusätzliche weitere Minuten die Karotten untermischen.

Für die Sauce die Knoblauchzehe ganz fein hacken. Den Ingwer schälen und reiben. 60ml Wasser in einen kleinen Topf geben, Knoblauch, Ingwer, Erdnussmus, Misopaste, 3 EL Sojasauce und Chiliflocken dazu geben, mit dem Schneebesen verrühren und dann langsam erhitzen, bis die Sauce andickt. Mit etwas Limettensaft abschmecken

Nudeln, Gemüse und Sauce miteinander vermengen. Mit gehacktem Basilikum und den Erdnüssen garnieren.

*Anmerkung m: schmeckt ebenfalls auch sehr gut mit Zucchini - so wie Melissa es in ihrem Rezept vorgeschlagen hat

Inspiration: Melissa von Gourmandises vegetariennes


Samstag, 7. Juli 2018

in the mood for Zucchini


Ein *Mood-Board* für alle, die Zucchini genau so gerne mit Haut und Haaren essen: von der Blüte bis zur Keule, von der Vorspeise bis zum Dessert (Zucchini-Kuchen steht in den Startlöchern), vom Gratin über Pasta oder Quiche, typisch südfranzösisch oder orientalisch... wer hier nicht fündig wird, ist selber schuld. Meine 19 (die schöne Zahl) liebsten Gerichte mit Zucchini - darunter in mehrfacher Variante das Blog-Buster-Rezept von Robert aka Lamiacucina: das Wunder von Basel. Jetzt ist es an euch, Zucchini Geschmack einzuhauchen...








https://salzkorn.blogspot.com/2018/07/zucchini-kutter.html

... noch nicht voll in Stimmung? Dann vielleicht mit diesem Board vor 4 Jahren...