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Freitag, 29. März 2019

Alt trifft neu: mediterrane Wirsing-Tarte


In Frankreich lacht im diesem Frühling die Sonne im März, als wollte sie bereits Mai sein - und das noch dazu unaufhörlich. Regen meidet uns beharrlich. Alles ist mindestens drei Wochen früher dran als sonst. Der Habib fühlt sich erinnert an Sri Lanka, als er auf 2000 Meter Höhe die altangelegten englischen Gärten rund um die Kolonial-Villen der Tee-Plantagen-Besitzer bestaunte: alles blühte dort gleichzeitig, die Sonnenblumen neben den Schneeglöckchen samt sämtlichen Blumen dazwischen. Das hat in der Drôme gerade ähnliche Tendenzen: die ersten Glyzinien blühen bevor die Magolien verblüht sind (für die wissenden Botaniker). Das ist echt bizarre! Gänseblümchen und die erste Wildorchidee sind hingegen nur ein wenig verfrüht. Ihr werdet mir nachsehen müssen, wenn die nächsten Rezepte unweigerlich mit Blüte garniert werden. Gartenküche-Fetisch quasi!

Und während alles duftet und zwitschert, lenkt die Natur eigentlich nur davon ab, dass gerade draußen nicht viel zu holen ist. Ganz im Gegenteil: die Beete werden abgeräumt, um der neuen Aussaat Platz zu machen. Außerdem fängt das letzte, übriggebliebene Gemüse nun nach und an zu schießen an.

Also bastle ich schnell noch eine Tarte aus dem Wirsing. Durch  etwas Tapenade ziehe ich ihn Richtung Frankreich, den Kreuzkümmel gebe ich der besseren Bekömmlichkeit dazu. Und damit der Frühling trotzdem noch mit auf dem Tisch steht, habe ich uns wieder etwas Pesto gemixt und in den begleitenden Salat gemengt. Voilà - fertig ist ein alltagstaugliches Saison-Gericht!



Zutaten 2P:

100g Einkorn-Vollkorn
100g Dinkel 1050
100g Butter
1 EL Quark
1 TL Thymian, getrocknet
Salz, Pfeffer
1 Schuss Essig
kaltes Wasser

500g Wirsing
Raps
2 Eier
100g Crème fraîche
Piment d'Espelette
1 EL grüne Oliven-Tapenade
1/2 TL Kreuzkümmel
Salz, Pfeffer
150g Fourme d'Ambert


Zubereitung:

Die Butter in kalten Flöckchen unter das Mehl arbeiten, würzen, Quark, Essig und kaltes Wasser unterarbeiten und zügig zu einem homogenen Teig verkneten. In Folie wickeln und eine gute Stunde in gute Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

Den Wirsing halbieren, vom Strunk befreien, waschen und die großen Rippen der großen Blättern rausschneiden. Dann den kompletten Wirsing in grobe Stücke schneiden. In einem Schmortopf den Wirsing in dem Rapsöl auf heißer Flamme anrösten bis man es ihm ansieht. Ablöschen mit ein wenig Gemüsebrühe, würzen mit Kreuzkümmel, Herd kleiner stellen, Deckel auflegen und weich garen - dabei sollte die Gemüsebrühe völlig verdampfen. Mit dem Zauberstab grob pürieren.

Auf einer bemehlten Arbeitsfläche den Teig aufwellen und eine Form (  22cm) mit hochgezogenem Rand auskleiden. Den Boden mit einer Gabel mehrfach einstechen. 

Ofen auf 210° (O/U-Hitze) vorheizen.

Eier mit Crème verqurilen. Tapenade untermischen, ebenso den in Würfel geschnittenen Fourme d'Ambert. Wirsing dazu geben. Würzig abschmecken. Die Füllung auf den Boden der Tarte geben und glatt streichen und die Tarte auf die 2.Schiene von unten in den Ofen schieben.

20min bei 210° backen, dann runterschalten auf 190° und in weitere 40min fertig backen.


Sonntag, 24. März 2019

Gemütsruhe: Spaghetti mit Pesto und pochiertem Ei


*Die Menschen hierzulande sind so damit beschäftigt zu funktioneren, sie kommen überhaupt nicht dazu, sich zu fragen: *Bin ich zufrieden? Geht es mir gut? Fühle ich mich wohl?* Das oberste aller Prinzipien ist - im Großen wie Kleinen - Systemerhalt. Also fließt die Energie dergestalt, dass man dem Mammon hinerherhechelt, um am Ende des Monats seine Rechnungen bezahlen zu können. Hauptsache alles funktioniert weiter wie bisher. Man selbst miteinrechnet. Was bleibt auch? Denn wehe dem, der durch das Raster fällt. Auf das System kann er nicht bauen.* So in etwa fassen sich die Eindrücke des Habib über unsere hiesige Kultur zusammen, seit wir wieder zurück aus den Tropen sind.

Zum ersten Mal überwinterten wir schlicht: kein großes Rumreisen, wir lebten Alltag an dem kleinen, unspektakulären Küstenort im Süden Thailands - mitten unter Thailändern mit ein paar verirrten Touristen. Auch das ein erstes Mal: wir sind an den gleichen Ort zurückgekehrt, an dem wir schon waren. Nach all den Wochen dort, kann ich mich ganz leicht in Gedanken dorthin zurückversetzen - ich habe dieses Fleckchen Erde verinnerlicht.

Erneut können wir über die thailändische Mentalität nur Gutes berichten. In puncto *Toleranz* sind die Thais vermutlich unschlagbar. Unseren Bungalow ließen wir unabgeschlossen... immer. Wir mußten uns keine Sorgen machen - eigentlich wegen überhaupt gar nichts. (Bon, das Wetter machte die Ausnahme - dazu komme ich noch). Von der Militärjunta bekamen wir ebensowenig mit wie von der Monarchie. Und selten, dass wir als Touris andere Preise zahlen sollten als die Einheimischen. Klar, der Lebensstandart dort ist deutlich niedriger, doch die Thais stehen auf dicke Autos und wenn sie selbst keines fahren, dann träumen sie davon. Doch der Leistungsdruck, der ständige Blick auf die Uhr, dieses Maß-und-Zahl in Reinkultur - von dem hat das thailändische Hinterland noch keinen blassen Schimmer. Mit dem Ergebnis, dass es dem Gemüt der Menschen eklatant, offensichtlich, mit Händen greifbar viel besser geht. Stichwort: freundliche, lächelnde Gesichter.

Mein Lieblingsbeispiel ist Weewy, wie sie auf dem Sofa liegt. Das Bild bleibt mir ewig. Weewy wie sie mit angezogenen Knien seitlich auf dem Sofa liegt mit zwei Extra-Kissen, um es sich zusätzlich gemütlich zu polstern. Weewy, die sich mit ihren fast 40 Jahren immernoch dieses Jungmädchenhafte bewahrt hat, kuschelte mit katzenhafter Geschmeidigkeit und kindlicher Gelöstheit wie hingegossen auf diesem Sofa. Wie der leibhaftige Inbegriff für jemanden, der in sich ruht, mit dem Nichts umgehen und warten kann. Wie jemand, der einfach gerade entspannt und chillt. Soviel Wellness, Sauna, Yoga, Spa, Massage, Tai Chi, Aroma-Therapie kann man bei uns gar nicht machen, um dahin zu kommen - nämlich derart runterzufahren. Zwanglos. Sorglos. Planlos. Weewy könnte man in unseren Breitengraten ausleihen und in das Wohnzimmer verspannter Familien legen, nur damit sie ein bißchen abstrahlt und ausdünstet. Als Vorbild: Kinners, so geht das mit der Gemütsruhe.

Viel Action ist für den Klassiker Spaghetti mit Pesto nicht nötig. Kein Grund zur Hektik also. Hier zeige ich euch die de luxe-Variante mit selbstgemachten Spaghetti und den Löwenzähnen im Pesto sowie als Krönung einem Daniel-Düsentrieb-Ei. Immer wieder schön für mich, wenn ich mein Essen essen darf.... Das schmeckt nicht nur, das wirkt obendrein. Denn nicht dass ihr mir nun vor lauter Entspannung in die Frühjahrsmüdigkeit abrutscht - dagegen sollen die Inhaltsstoffe des Löwenzahn wirken. Die regen nämlich den Stoffwechsel an und stärken zusätzlich Niere und Leber.


Zutaten 2P:

100g Einkornmehl*
100g Hartweizenmehl
2 Eier
Salz
Olivenöl

2 EL Löwenzahn-Pesto

2 pochierte Daniel-Düsentrieb-Eier

etwas Parmesan zum Dekorieren
(Optional noch etwas Schnittlauch)

Zubereitung:

Den Einkorn mahlen und sieben (Kleie kam bei uns ins morgendliche Porridge). Aus den Zutaten für die Spaghetti einen homogenen Teig kneten, in Folie packen und mindestens 1 Stunde kühl stellen.

Den Teig dritteln und dünn auswellen - m: mit meiner Marcato Stufe 5 von 7. Dann zu Spaghetti schneiden.

WICHTIG: beim Auswellen sowie später nach dem Schneiden, wenn man die Spaghetti auf einem sauberen Küchentuch ausbreitet immer schön mit Hartweizenmehl arbeiten - das verhindert, dass die Spaghetti zusammenkleben: sowohl auf dem Tuch wie später beim Kochen im Wasser (gerade bei Spaghetti ist die Gefahr groß, dass die Nudeln nachher beim Kochen zusammenpappen).

Die zu pochierenden Eier auf den Weg bringen - ganz wie Robert es macht - an seine Methode halte ich mich stur (weil so gelingen die Eier immer)!

Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Die Spaghetti darin 1-2min garen, abschütten und etwas Kochwasser auffangen. Die Spaghetti mit dem Pesto mischen und soviel Pastawasser zufügen, dass das Pesto die Nudeln schön umschmeichelt. Mit den pochierten Eiern und etwas Parmesan (m: sowie eingen Schnittlauch-Röllchen) garnieren.


Donnerstag, 21. März 2019

Haselschnitten nach Monika


Im Zuge des Vermietens unserer Ferienwohnungen bleiben spannende Begegnungen mit unseren Gästen nicht aus - der erfreulichste aller Nebeneffekte. Logo, nicht alle suchen das Gespräch, mit nicht allen kommt es zu einem Austausch. Manche wollten einfach nur Durchatmen für sich alleine  - und das geht absolut in Ordnung. Wieder andere bleiben einfach zu kurz und das Zeitfenster für ein echtes Miteinander findet sich nicht.

Aber eine Unterhaltung, in der man sich gegenseitig öffnet und zeigt, die vergißt man einfach nicht - das geht euch bestimmt auch nicht anders. Ebenso wenig wie ich vergesse, wenn mir etwas Selbstgebackenes gereicht wird. Was mir wirklich oft passiert. Ein echtes Miteinaner: hier kümmern sich die Feriengäste auch um die Herbergsmutter. Ben, umgekehrt bemühe ich mich selbstredend genauso... zwanglos, wie es sich eben ergibt.

Ein ungewöhnliches Paar blieb uns aus vielerlei Gründe im Gedächtnis: vorneweg weil sie als begeisterte Kletterer mit eiserner Stetigkeit jeden Tag im Felsen hingen - beide um die 80 Lenze! Dazu kam ihre frische Ausstrahlung, ihre unerschütterliche positive Einstellung (das Wetter zeigte sich während ihres Aufenthaltes von seiner regnerischen Seite), die grundsätzliche Zufriedenheit mit allem und ihre Aufgeschlossenheit Neuem gegenüber. Wir freuen uns sehr auf das Wiedersehen dieses Jahr!

Rezepte, die ich mit einer Person verbinde, sind mir besonders wertvoll. Diese Haselschnitten von Monika, die sie gebacken hatte, um sich am Fels mit neuer Energie zu versorgen, wurden mir zum Verknuspern angeboten. Sie reichte mir ohne zu zögern gleich das Rezept weiter, welches sie wiederum ebenfalls von einer Freundin erhalten hatte. So mache ich die Feuerwehrleiter zu euch. Ich war nämlich ganz begeistert. Ein klein wenig veränderte ich es, da mir die Haselschnitten doch etwas zu mürbe war, indem ich ein Eigelb zufügte. Außerdem ersetzte ich einen Teil des Mehls durch Vollkorn. Gerade bei diesen Schnittchen macht das eine zusätzliche Knusperei. So warten die Kekse nun in der Dose nach einer Garteneinheit als Sweet-Tankstelle! Oder aber man packt sie in die Picknick-Tasche, wenn man auf Löwenzahn-Jagd geht... also wenn ich nicht an alles denke, dann weiß ich auch nicht!

 

Zutaten - ca. 1/2 Blech:

200g Butter, weich
180g Rohrzucker
200g Haselnuss, gemahlen*
2 EL Kirsch
1/2 Zitrone, Abrieb davon*
1 Msp Nelke
200g Mehl
(m: 100g Dinkel-Vollkorn
100g Dinkel 1050)
1 Eigelb

250g Marmelade*

1 Eigelb*
etwas Sahne 

Zubereitung:

Wer wie ich ganze Haselnüsse verwendet, kann mit dem Rösten der derselben beginnen und sie anschließend mahlen. Die Butter mit dem Zucker und dem Eigelb schaumig rühren. Nüsse und Gewürze untermischen, zuletzt das Mehl homogen unterarbeiten und dann händisch (m: mit bemehlten Händen) zu einer Teigkugel formen. Den Teig gut durchkühlen lassen (m: über Nacht).

Ofen auf 210° (O/U-Hitze) vorheizen.

2/3 des Teig ca. 1/2cm dick auswellen (m: 25cm x 25cm) und ein auf mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Mit Marmelade bestreichen. Den restlichen Teig ebenfalls 1/2cm dick auswellen, zu Streifen schneiden und ein Gittermuster auf die Marmelade legen - selbstredend könnt ihr die Oberfläche auch mit anderen Ausstecher-Mustern verzieren... für mich sollten sie aussehen wie die von Monika. Das Eigelb mit ein wenig Sahne verrühren (verhindert, dass das Eigelb im Ofen zu dunkel verbrennt) und die Gitter damit bestreichen.

Das Backbleche auf der zweiten Schiene von unten einschieben und 10min backen. Dann den Ofen auf 190° runterstellen und weitere 10-15min fertig backen (die Ränder dürfen ruhig etwas dunkler werden - besonders gut sind sie, wenn der Boden schön knuspert). Auskühlen lassen und gewünscht klein schneiden. Aufbewahrt in einer Dose halten sie sich gut 2-3 Wochen.

*Anmerkung m: Die Haselschnitten lassen sich prima variieren durch verschiedene Marmelade. Bitterorangen-Marmelade passt super! Auch schön, noch etwas Orangenschalen-Abrieb in den Teig geben und Aprikosen-Marmelade verwenden. Die Haselschnitten mehr Richtung Linzer trimmen und noch etwas Schoko-Pulver und mit der (für mich ;) entsprechenden Marmelade bestreichen.

Die 2 Eiweiß einfrieren und für die Amarettini verwenden!

Quelle: Monika

Sonntag, 17. März 2019

Pesto aus Löwenzähnen... im Risotto


Zu den schönsten Gartenlegenden zählt, dass ein zweigeteilter Regenwurm ein doppelter Regenwurm ist. Vermehrung durch Zwangsbeglückung quasi. Oder ein richtig verkappter Zuwachssegen. Schön wär's schon, oder? Dann könnte man hacken, was die Hacke hergibt. Leider ist dem nicht so. Im günstigsten Fall lebt das vordere Teil des Regenwurms weiter - dafür muss der Kopf und mindestens 40 Segmente (von bis zu 180) unversehrt geblieben sein.

An diese Geschichte denke ich jedes Frühjahr, wenn ich am Umgraben bin. Für alle Beteiligten wählte ich dafür gerne auch mal eine Grelinette. Nur Psychopathen, Sado-Masochisten und prinzipiell Gemütskranke empfinden Lust, wenn sie ihre besten Mitarbeiter (oder überhaupt andere) massakrieren. Manchmal erwische ich trotzdem einen Regenwurm und dann wünschte ich, dass die Legende wahr wäre...

Worüber ich ebenfalls beim Bereiten der Frühbeete stolperte, sind die unzähligen Steine, die ich spätestens beim Recheln rauslese. Es dürften in diesen Beeten ÜBERHAUPT keine Steine mehr zu finden sein. Wir kultivieren den Garten ja nun seit vielen Jahren. Wir sammeln bereits seit vielen Spatenstichen die Steine heraus. Es ist, als würden sie nachwachsen. Es ist wirklich ein Mysterium.

Nun wißt ihr grob alles, was mir so durch den Sinn geht, während der Gartenarbeit. Vielleicht fehlt noch, dass ich mir gerne dabei überlege, was ich uns später kochen könnte. Und da bietet sich der Löwenzahn an, auf den in Südfrankreich gerade unsere Nachbarn der älteren Generationen regelrecht abfahren. Von ihnen werde ich stets darauf hingeweisen, dass jetzt der Moment zum Schneiden ist (vor der Blüte)... Vielleicht Kindheitserinnerungen? Bon, zweifellos Wildkräuter at its best! Und ganz ehrlich: ich hätte mich in das Risotto reinsetzen können!

Weitere Rezepte mit Löwenzahn: dieser Salat mit Kartoffel-Vinaigrette oder der Löwenzahn-Blütenhonig


Zutaten - 2P:

1 Zwiebel
170g Rundkornreis (m: Halbvollkorn)
Noilly Prat
Gemüsebrühe
50g Ziegenfrischkäse
200g Brokkoli
2 EL Löwenzahn-Pesto
etwas Butter

Zubereitung:

Die Zwiebel fein würfeln und in der Butter weich dünsten. Risottoreis zufügen und so lange mitrösten, bis er glasig wird. Mit einem großzügigen Schuß Noilly Prat ablöschen und etwas einreduzieren lassen. Dann nach und nach mit einer schwachen Gemüsebrühe (Salz kommt später noch hinzu mit dem Pesto) auffüllen, rühren und dabei achten, dass der Reis nicht anhängt.

Währenddessen den Brokkoli in feine Würfel von 1/2 cm würfeln. Kurz vor Ende der Garzeit (die bei Halbvollkornreis deutlich länger braucht) - ca. 5 min vorher - den Brokkoli untermischen.

Vor dem Servieren den kleiner gehackten Ziegenkäse unterrühren zusammen mit dem Pesto - das Risotto sollte schön schlonzig sein. Dementsprechend eventuell noch etwas Gemüsebrühe zufügen. Nochmals abschmecken. Mit einigen zurückbehaltene Sonnenblumenkernen und etwas geriebenem Parmesan dekorieren.


Pesto
für ca. 6 EL Pesto:

70g Löwenzahn*
50g Sonnenblumen, geröstet*
40g Parmesan
2 Knoblauchzehen
Salz, Pfeffer
Sonnenblumenöl*
5 Stiele Petersilie*
15 Stiele Pimpinelle*

Zubereitung:

Sonnenblume rösten und zur Seite stellen. Knoblauch schälen, vom Trieb befreien und grob hacken. Parmesan ebenfalls grob zerkleinern. Löwenzahn waschen, gut trocken tupfen und in feine Streifen schneiden. Petersilie und Pimpinelle falls nötig auch - beide von den groben Stielen befreien. Alle Zutaten in einen Mixer geben und fein pürieren (am besten nach und nach).

Das Pesto in ein Glas umfüllen und die oberste Schicht mit Öl abdecken, um Oxidation zu vermeiden.

Anmerkung m: Der Löwenzahn welkt relativ schnell nach dem Abschneiden - er sollte dementsprechend bald danach verarbeitet werden.

Sonnenblumenöl läßt sich auch gut durch Olivenöl ersetzen - das Pesto ist schnell gemixt, die Wahrscheinlichkeit ist gering, dass das Olivenöl davon bitter wird. Ich gebe an meine Pestos meist nur soviel Öl hinzu wie nötig, um sie mixen zu können. Dabei entsteht dann eine Paste, die ebeno als Brotaufstrich oder Würzmittel dienen kann. Mit Öl zu einem klassischen Pesto läßt sich leichterdings immer strcken. 

Sonnenblumenkerne kann man nach belieben durch Pinienkerne ersetzen.

Die Zugabe von Pimpinelle und Petersilie ist optional.


Dienstag, 12. März 2019

12 von 12 - März 2019






Dienstag ist Markttag. Zum ersten Mal wieder seit drei Monaten. Der Kopf hinkt dem Körper noch etwas hinterher. Aber das, was von mir bereits wieder zuhause angekommen ist, staunt wie weit die Natur ist. Mitten drin im Frühling - am 12. März. Südfrankreich breitet als Willkommensgruß die Arme aus mit Azzurro. Und SO viel wie ausgemalt, braucht es gar nicht an Klamotte. Der Morgen besteht wie immer aus Wetterlage checken mit Blick ins Tal und ersten kleinem Rundgang durch den Garten (der Kleine Fuchs bildet jedes Jahr die Vorhut), Porridge und heute mit Einkäufen. Vorbei an neuen Botschaften des Propheten und blühender Magnolie samt petit crème im Irving Café. Nicht im Bild der Boxenstopp beim *Dépannage électroménager* - die Waschmaschine macht im Schleudergang Probleme. Ich bin todesgenervt von dem Mechaniker mit seinem übertriebenen Wichtig-Wichtig-Getue... alleine der Gesichtsausdruck (#Katastrophenalarm) - der Habib amüsiert sich hingegen total. Wieder zurück Gartenarbeit, um irgendwie aufzuholen, wenn hier schon alle im Überholgang unterwegs sind. Eingesät heute: Erbsen, Karotten, Fêves und Mangold. Zum schnellen Mittagessen eine große Portion Salat mit erstem Gartengrün. Noch nie dagewesen: mein Weizen-Sauerteig hat sich verabschiedet. Er sieht nicht nur miserabel aus, er riecht auch genauso. Ich werde mir einen neuen ziehen müssen als Ableger aus dem stabilen Roggen-Sauerteig. Noch etwas auf die Yoga-Matte, Bloggen für die 12 von Mme Kännchen... fertig für heute!

Samstag, 9. März 2019

Ran an den Speck: Salat mit Kürbis-Lauch-Puffer und Granatapfelkerne


Je mehr ich den Speck rauskürzte (was anfangs gefühlt bei nahezu allen deutschen Rezepten notwendig war), um mich ganz der vegetarischen Küche zu verschreiben, umso mehr Aufmerksamkeit erhalten seither Bratlinge, Buletten, Laibchen, Puffer und Frikadellen aus Gemüse. Das ist nicht nur ein tolles und vielfältiges Alltagsgericht, das ist auch eines dieser Salat-Plus-Essen, die ich so mag.

Dabei sind diese kleinen Bratlinge kniffeliger, als man meinen könnte. Mit verblüffender Häufigkeit sind mir solche Versuche schon misslungen - bref: beim Braten auseinander gefallen. Das liegt zum einen daran, dass man meist gegarte/ gequollene Zutaten wie Hirse oder Quino wirklich gut ausdämpfen lassen muß (also prinzipiell darauf zu achten hat, dass die Buletten nicht zu feucht geraten). Zum andern hängt es zusammen mit meiner Unerfahrenheit im Ei-Ersatz. Die Pros unter euch für vegane Küche dürfen mich herzlich gerne hier mit ihren Tipps bereichern - ich würde mich freuen. Da ich aber von unserer Nachbarin von püschelig-gepflegten Wild-Hühnern Eier in unzertifizierter aber offensichtlicher Premium-Qualität erhalte, fehlte mir der Anstoß, mich in dieses Thema richtig reinzufuchsen. Trotzdem halte ich mich an meine selbstgemachte Auflage, und koche mehrfach in der Woche vegan. Und dann habe ich den Ehrgeiz eben auch keine Eier zu verwenden.

So kam es zu dem ersten Versuch der Bratlinge aus Kürbis und Lauch. Die Gemüsemasse ließ sich so hervorragend formen, dass ich mich verleiten ließ, sie nicht weiter mit Ei zu binden. Beim Backen reute ich. Es ging wohl auch, aber nicht ohne dass ich zuviel Öl verwenden mußte. Außerdem fehlte den Puffern nachher einfach der entscheidende Biss. Also wiederholte ich das Ganze mit Ei (s. Foto 2)... et voilà, so kann ich das Rezept guten Gewissens präsentieren und in mein Repertoire aufnehmen.

Prima Gelegenheit, euch mal wieder ein einschlägiges Board zusammenzustellen, eine Gallerie aus hauseigenen Gemüse-Frikadellen. Diese arabischen Möhrenkroketten von Bettina Matthaei sind nachwievor ein echtes Highlight. Oder der Klassiker, die Grünkernbratlinge - immer wieder suppi! Um das Saisonale nicht aus den Augen zu verlieren, enthalten in dieser Aufstellung nur zwei Rezepte Zucchini, die man gut mit Kürbis ersetzen kann. Sonst bleiben die Zucchini-Puffer ebenso wie die aus Aubergine außen vor.


Zutaten 12 Stück - 2P*:

70g Hirse
200g Gemüsebrühe
150g Kürbis
150g Lauch
2 Knoblauchzehen
1/4 TL Ras el Hanout
2 EL Mehl (m: Dinkel-Vollkorn) 
1 Ei
Salz, Pfeffer
2 EL Petersilie, fein gehackt
Öl zum Braten 

1/2 Granatapfel, die Kerne

bunter Salat
mit Chicorée

Dressing:
1 Schalotte
2 EL Olivenöl
1 EL Haselnuss-Öl
1 TL Savora-Senf
2 EL Essig (m: Feigen-Dattel-Balsam)
Salz, Pfeffer

2 EL Walnusskerne, grob gehackt in Salzkaramell geröstet
(also in etwas salzigem, karamellisierten Zucker)
2 EL Granatapfelsirup

Zubereitung:

Hirse in 200ml kochende Gemüsebrühe einrieseln lassen und bei schwacher Hitze ca. 15min köcheln lassen. Weitere 2-3min bei offenem Deckel um die Flüssigkeit so weit es geht verdampfen zu lassen.

Lauch halbieren und in feine Streifen schneiden, Knoblauch fein würfeln und Kürbis in kleine Würfel schneiden. Alles zusammen in wenig Öl anbraten, dann 3 EL Gemüsebrühe zufügen und ca. 10min gut weich dünsten - kurz vor Ende die Petersilie untermischen. Das gegarte Gemüse etwas abkühlen lassen.

Alle Zutaten miteinander homogen vermengen und kräftig abschmecken. 12 gleichgroße Laibchen formen und in einer Pfanne in etwas Öl von beiden Seiten golden braten.

Salat waschen, trocken schleudern, das Dressing in einem Marmeladenglas, welches mit einem passenden Deckel geschlossen ist, die Salatsauce verbindlich schütten und über den Salat geben. Zusammen mit den Puffern servieren. Salat mit Granapfelkernen, Walnusskernen und Granatapfelsirup dekorieren.

*Anmerkung m: als Vorspeise mit einem Salat reichen die Puffer für 4 Personen - das Rezept habe verschriftlicht mit dem Salat, den ich bei Version 1 dazu servierte.

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