SOCIAL MEDIA

Freitag, 30. Juli 2021

Hirtenessen: Polenta-Knödel

 

*Sei du selbst*

*Liebe dich selbst*

*Rette dich selbst* 

Klingt toll, aber ich glaube nicht daran - wenngleich man diesen Dreiklang für eine (schöne) Utopie halten kann. Nur die allerwenigsten saugen das *Sei du selbst* mit der Muttermilch auf. Der Start, sprich die Kindheit, geht selten einher mit Aufrichtigkeit, Wertschätzung, Achtsamkeit oder anderer Werte, die eine solche Entwicklung überhaupt möglich machen. Dahingehend bin ich mir deshalb so sicher, weil die Welt sonst aus anderen Menschen bestünde.

Ja, es ist ein offenes Geheimnis, dass ich aus meinem Elternhaus viel aufzuarbeiten hatte. Und aus eigener Erfahrung kann ich deshalb mit Bestimmtheit sagen: mein Habib hat mich gesund geliebt. Erst mit ihm an meiner Seite konnte ich zu mir finden. Und die mich umgebende Natur half und hilft mir mit ihren heilenden Kräften ebenfalls sehr. Bis heute. Alleine hätte ich mich ganz bestimmt nicht an meinem Haaren aus meiner Misere gezogen. Selbst wenn ich noch so sehr gewollt hätte. Für einen solchen Gnadenakt bedarf es mehr.

Nein, niemand kann mir etwas anderes erzählen: keiner ist mehr als das ihn umgebende Umfeld. *Zeige mir, mit wem du gehst, und ich sage dir, wer du bist!* (Goethe). Jeder ist nur ein Teil seines Biotops. Gut, Mitgestalter, das schon, aber eben nicht alleiniger Erschaffer und als Anständiger schon gar nicht Beherrscher.

Zumal wir immer wieder das eklatante Ungleichgewicht verdrängen wollen, das nun mal auf Erden herrscht: es ist SO schnell kaputt gemacht und SO langsam aufgebaut. Oder auch in ein anderes Bild verlegt: man nehme einen Topf voller guter Kräuter und gebe ein einziges giftiges Kraut dazu und die Wirkweise kippt. Hat man aber umgekehrt einen Topf voller giftiger Kräuter und fügt ein heilendes Kraut hinzu, so ändert das rein gar nichts. Konsequent weitergedacht, beherrscht somit das Schadende/ Böse, denn das Heilende/ Gute lässt immer lässt frei. (*Die Liebe herrscht nicht, aber sie bildet und das ist mehr* Goethe).

Das bedeutet selbst für all die Günstlinge, die mit besten Ausgangsbedingungen ins Leben starten, dass es nicht zwangsläufig so weitergeht, denn auch jene bleiben nicht minder abhängig von ihrem Umfeld wie alle anderen. Sie können wohl leichter die Rolle des Rettenden übernehmen - doch nur mit dem passenden Gegenüber, das gerettet werden will. Alles Gute muss jeden Tag aufs Neue geschützt und errungen werden (*Nur wer immer strebend sich bemüht...*)

Wer darauf baut, dass es die Gesellschaft ist, die ihn der Not auffängt, der fährt auch Auto ohne je in den Rückspiegel zu schauen:

*Siehst du, das entzieht einem den Grund und den Boden, so dass man nicht mehr weiß, wo man anfangen soll, das macht einen verzweifelt. Das zerbricht einem jeden Gedanken an Gerechtigkeit und Kultur und Menschheit und wie all das Gerede noch heißt, das sie uns eingetrichter haben. Wenn so etwas wie (dieser) Krieg bewußt möglich ist, dann ist alles andere Attrappe. Wie sollen wir mit dieser Erkenntnis in einer Welt, die der Phrase und Pose bedarf, existieren können?* (E.M. Remarque *Im Westen nichts Neues*).

Aber vielleicht muss man zumindest viel gereist sein, um Kultur als künstlichen Kitt einer Gesellschaft zu entlarven. Für alle tiefe Erkenntnis reicht keine Theorie, sondern bedarf es stets der eigenen Erfahrung. Auch kann man diese nachfolgenden Gedanken niemand erklären, jeder kann den Gehalt dieser Aussage nur in sich selbst fühlen:

*Die Natur ist Quelle des Glücks, des echten Glücks, das bezaubert und beruhigt. Sie stellt unsere tiefe Wahrheit dar, unsere Geschichte, unsere Erinnerung. Sie ist das, was wir vor allem sind, weil sich unser Bewusstsein zusammen mit diesem Sonnensystem entfaltet hat* (Christian Signol *Das wahre Glück des Lebens*).

 


 

Wunderts also jemanden, dass mich Susannes Rezeptebeschreibung direkt triggert, wenn sie erklärend dazu schreibt, dass dieses Gericht traditionell von rumänischen Hirten des Balkan gegessen wurde? Schon um mich geschehen. Ich musste direkt nachkochen. Dabei habe ich ganz den Knödeln die Hauptrolle überlassen und die zarte Kohlrabi hielt ihnen nur brav den Steigbügel zur vollen Aufmerksamkeit.


Zubereitung 8 Stück/ 2-3P:

15 g Butter
150 g Polenta (keine Instant-Polenta/ vorgekochte Polenta)
Salz
1-2 TL Thymian-Blättchen
Piment d'Espelette
125 g Schafs-Feta
Olivenöl

1 größere Kohlrabi
1 Stich Butter
Noilly Prat
1 Bund Schnittlauch
50g Crème fraîche
Salz, Pfeffer
etwas Zitronensaft 

Zubereitung:

Für die Knödel 700 ml Wasser mit der Butter und 1/2 TL Salz sowie Thymian und Piment aufkochen. Den Maisgrieß unter Rühren einstreuen und alles unter Rühren bei schwacher Hitze ausquellen lassen. Die Polenta ganz auskühlen lassen. 

Ofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Ein Blech mit Backpapier auslegen.

Den Käse in kleine Würfel schneiden. Die Hände anfeuchten, je 2 EL der abgekühlten Polenta zwischen den Handflächen flach drücken, etwas Käse hineingeben, dann zu Bällchen rollen und auf das Blech legen. Bällchen mit etwas Olivenöl beträufeln und im heißen Ofen knapp 10 min warm backen. 

Parallel die Kohlrabi schälen und stiften. Die Kohlrabi in Butter al dente anbraten, ohne dass sie dabei Farbe annehmen. Salzen, pfeffern und mit einem guten Schuß Noilly ablöschen. Deckel kurz auflegen und den Kohlrabi zart dünsten - dabei aber nicht übergaren (also nur kurz). Die Crème unterziehen, mit Zitronensaft abschmecken, Schnittlauchröllchen bestreuen und zusammen mit den Knödel servieren.

*Anmerkung m: uns haben pro Person 3 Knödel satt gemacht/ ich empfehle, die Polenta wirklich gut auskühlen zu lassen, sonst neigen die Knödel dazu im Ofen aufzureißen (was allerdings nur ein Schönheitsproblem wäre)

Quelle: Susanne aka Magentratzerl


Anmerkung m: mit herzlichen Dank an meine Leserinnen, die mir diese beiden mich inspirierenden Bücher zukommen haben lassen. Zum einen an Kerstin, zum anderen bräuchte ich Hilfe: da ich Christian Signol eingeschweißt ließ, versäumte ich, direkt den Namen einzutragen - also falls du mitliest: melde dich bitte!







Samstag, 24. Juli 2021

DUBB: das Karl Dall Dahl



Da staune ich jetzt aber, dass ich auf dieses Dhal nicht schon allerlängst mit allen zehn Fingern gezeigt habe. Ich liebe dieses Dhal! GROSSES Ausrufezeichen! Und zwar von Anfang an. Mittlerweile ist es zudem eines dieser Keeper-Gerichte, um die ich immer wieder anders variiere. Aber das Dhal bleibt gleich. Es eignet sich hervorragend dazu, Gemüsereste zu einem Curry zu verarbeiten. Und anstelle von Reis (den man zusätzlich mit Kokosmilch und einigen Kokosraspeln kochen kann) passt natürlich auch das weltbeste Chapati.

Ich hätte mich in diesen Teller wieder reinlegen können. Dabei braucht es dafür weder nennenswerte Küchen-Erfahrung, noch benötigt man viel Zeit. Das Gemüse ist wirklich nur kurz mit den Gewürzen (das gute Curry und Kurkuma) angebraten und dann bissfest fertig gegart. Als frische Begleitung macht sich eine Gurken-Raita prima (ich gab außerdem etwas Tomate hinzu - und tausche Ingwer manchmal gen Knoblauch) oder wie ich bei Karl Dall bereits vorgeschlagen habe, reicht bereits ein schlichter minziger Knoblauch-Joghurt als Dipp). Vergessen zu fotographieren habe ich das Mango-Chutney, das sich bei diesem Gericht wie das Tüpfelchen auf dem i macht. Tsss, alle Links heute sind ja eigentlich auch DUBBs. Und, Kinners, promi (!) dann wird das Essen ein Fest für die Sinne und jede Gabel, die man sich beläd und zum Mund führt, ein Abenteuer für den Gaumen!

Also wenns Dhal gibt, dann haue ich für zwei rein. DUBB halt. Und meine Empfehlung sowohl als Alltagsküche wie als Gäste-Essen! Das Leben kann so köstlich sein :)

 


Montag, 19. Juli 2021

Schlachtplatte: Easy Tempeh Bacon im Fladenbrot

 

Warum ausgerechnet Veganer so scharf auf Gerichte sein sollen, die an totes Fleisch, Sehnen und Muskeln erinnern, erschließt sich ja wohl nicht wirklich. Scheint doch so widersprüchlich, wie wenn sich ein Kanibale um ein Salatblatt reißt. Oder ein TRex seine Hauer in eine Graslandschaft vergraben will. Oder eine Kuh heißhungrig auf ein Schwein losgeht... aber ihr werdet mich verstanden haben. Schizo also?

Der Hauptgrund all derer, die in den Industrieländern dem Fleischkonsum abgeschworen haben, dürfte der sein, dass man mit dem Umgang von Tieren nicht nur nicht einverstanden ist, sondern das als völlig unmoralisch und inakzeptabel empfindet. Ich brauche nicht betonen, dass ich dieser Bewegung sehr zugetan bin. Wieder kann ich an der Stelle nur ein Mal mehr Milan Kundera zitieren: *Die wahre menschliche Güte kann sich in ihrer absoluten Reinheit und Freiheit nur denen gegenüber äußern, die keine Kraft darstellen. Die wahre moralische Prüfung der Menschheit, die elementarste Prüfung (die so tief im Inneren verankert ist, dass sie sich unserem Blick entzieht) äußert sich in der Beziehung der Menschen zu denen, die ihnen ausgeliefert sind: zu den Tieren. Und gerade hier ist es zum grundlegenden Versagen des Menschen gekommen, zu einem so grundlegenden Versagen, dass sich alle anderen aus ihm ableiten lassen*.

Was alles noch rein gar nix mit Geschmack zu tun hat. Wie etwa mein Alokohl-Verzicht. Hat mir gut geschmeckt - daran liegts nicht. Von mir selbst also auf andere geschlossen gibt es eben die Gruppe, die mit Fleischgerichten aufgewachsen ist. Und für die triggern manche Essen - wie etwa Frikadellen - wohl Kinderheitserinnerungen. Oder noch schlichter: einfach einstige Gewohnheiten. Da Verzicht und Kapitalismus ein Gegensatzpaar darstellt,  werden also Fleischersatzprodukte gebastelt. Dem Konsumenten solls schließlich an nichts mangeln.  

 


 

Bei Geschichten, in denen so etwas wie Methylzellulose als Binder verwendet wird, bin ich raus. Das hat rein gar nichts mit dem zutun, wie ich kochen will. Ich bin dafür, sich von der Natur zu ernähren, da will ich die Erhnährungsindustrie soweit es geht raushalten. Gilt doch für sämtliche Bereiche, in denen eine ganze *Inustrie* ihre Finger drinne hat, dass... aber rühren wir besser nicht dran... 

Direkt kommt mir das Salz in den Sinn (der Habib schrieb dazu einen seiner raren Gast-Artikel), das als Paradebeispiel demonstriert, dass künstliches Industrie-Salz und natürliches Salz Welten trennt bei äußerlicher Gleichheit. Da mögen manche mit dem Verstand nicht drüberspringen, aber wie sagt die Alte in Goehtes *Das Märchen* so schön: *Ich weiß, was ich weiß.*

Heute stelle ich euch den *Easy Tempeh Bacon* von The Minimalist Baker vor.  Ums gleich vorweg zu nehmen: dafür reicht eigentlich noch nicht einmal mehr das neu-eingeführte Steak-Parameter. Das einzige, das mich an Schinken *zart* erinnert ist, das Aroma von geräuchertem Paprika, aber ansonsten hat dieser Tempeh einfach nichts, GAR nix mit Bacon zutun. Ob es nicht viel mehr um einen Rezeptetitel geht, der Aufmerksamkeit generieren soll? Macht schon mehr her als *rauchig gewürzte Tempeh-Streifen*, oder? Gebe ich eine 1, damit wir dieses Spiel noch weiterhin spielen können. Geschmacklich bekommt er von mir eine 7 - kann man ruhig mal machen.

Zumal wir hier auf dem Wochenmarkt seit einiger Zeit einen Stand haben, der *Tempeh artisanal* (also handangefertigten Tempeh) anbietet. Allerdings für den stolzen Preis für 4,50 das Stück. Doch als Teil des bunten Miteinanders bereicherte der Tempeh durchaus, um mein schön gepolstertes Fladenbrot damit zu befüllen. Das Fladenbrot wiederum ploppte bei mir in einem Gespräch mit Robert auf, als es um unsere Anfänge ging, denn bei ihm hatte ich die Brote einst entdeckt. Tatsächlich schrieb ich ihm dazu - als seine Blogleserin - die erste Mail, eine Problem-Mail, denn meine Brote hatten sich so gar nicht aufplustern wollen. Ich war sehr aufgeregt eine Antwort erhalten zu haben. 2009. So lange ist das schon her. Damit euch die Brote gelingen, gebe ich euch als Hinweis: lieber etwas dünner ausrollen als man denkt (eben nicht Strudelteig-dünn, sondern 1mm davor), dann klappt dieses stets neu zu befeuernde einfache Fladenbrot - auf das ich bestimmt immer wieder zurückgreifen werde - auch bei euch und macht Spaß und Freude!

 



Zutaten:

Tempeh-Bacon:
1 Tempeh
1 EL Sonnenblumenöl 
3 EL Tamari
2 1/2 EL Ahornsirup (m: weniger)*
1 1/2 EL geräuchertes Paprika-Pulver
1 1/2 EL liquid smoke (m: weggelassen) 
(m: 1 TL getrockneter Thymian)
eine gute Prise Salz 
Pfeffer
Piment d'Espelette

Zubereitung:

Den Tempeh in dünne Streifen schneiden (the Minimalist Baker macht daraus eine Wissenschaft - ich glaube nicht, dass das am Resultat viel ändert - aber das dürft ihr gerne überprüfen) - ca. 2-3mm dick.

Die Gewürze miteinander vermischen. Es sollte ziemlich salzig, rauchig und etwas scharf und etwas zu süß schmecken (denn das Ahornsirup muss die Bitterkeit des Tempeh ausgleichen - m: war bei mir kaum nötig, da der Tempeh wenig bitter ist).

Den Tempeh zu den Gewürzen geben und darin ca. 10-15min marinieren lassen - gerne eine Pinsel zusätzlich verwenden, damit auch alle Streifen von der Marinade ummantelt ist.

Ofen auf 200°C vorheizen. 

Die Tempeh-Streifen nebeneinander auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen, 10min backen, wenden und großzügig mit der restlichen Marinade bestreichen. Weitere 8-10min backen bis sie gebräunt und leicht knusprig sind. Sofort essen (oder auch bis 5 Tage im Kühlschrank aufbewahren).

Quelle: the Minimalist Baker


Zutaten - 4 Fladenbrote:
150g Mehl (m: T65)
6g frische Hefe
1/2 TL Salz
90g Wasser
2 TL Olivenöl

Zubereitung:

Für den Teig: Hefe in etwas Wasser auflösen. Alle Zutaten in die Schüssel der Küchenmaschine geben und 5 Minuten lang zu einem glatten Teig kneten. Teig ca. 1 Stunde gehen lassen. 4 gleich grosse Kugeln zu etwa 60 g formen und diese 10 Minuten zugedeckt entspannen lassen.

Backofen mit einem umgekehrten Backblech auf 275°C aufheizen . Jede Kugel mit dem Nudelholz rund 2 mm dick ausrollen. Je 2 Fladenbrote auf das Blech schieben und 3 Minuten backen. Herausnehmen und mit einer Schere aufschneiden.

Quelle: Robert von Lamiacucina

 

*Anmerkung m: wir haben das Fladenbrot mit Saltblättern, Tomate-Gurke-Basilikum-Salat und gegartem Gemüse aus Fenchel und roter Zwiebel gefüllt

 

Mittwoch, 14. Juli 2021

ein Kessel Buntes zum National-Feiertag


**** Gerade mit dem Tribe bleiben Begegnungen nie ohne Inspiration - so wurde beispielsweise eine Kindheitserinnerung wieder ins Bewußtsein hochgeschoben. Und zwar sammelte ich auf dem Rückweg von der Grundschule die schönste Raupe ever auf, behielt sie während ihrer Verpuppung bei mir und in höchster Erwartung entschlüpfte ihr ein grau-brauner Nachtfalter (möglicherweise der Totenkopffalter) - eine Entwicklung, die mir lange zu denken gab. Und definitiv ein Erlebnis, dass man nie wieder vergißt. Und zu dem eben ein Feriengast (coucou Uwe) vielen Kindergartenkindern verhilft. Von Gefangenschaft kann keine Rede sein, denn die Raupe verpuppt sich im Glas ja schnell und die Wartedauer von wenigen Tagen bis das Wunder der Metamorphose geschieht, ist absolut kindergerecht. 

Ich habe meine Raupe rausgefischelt aus den Brennnesseln vom Nachbarn, die ich zum Trocknen auslegte. Die Ansiedelung der Brennnessel im eigenen Garten hat leider nicht funktioniert, wird aber wiederholt - alleine schon wegen der vielen verschiedenen Schmetterlinge. Nach genau 12 Tagen Puppenstadium war ich das gleiche, begeisterte Publikum wie einst als Kind. Wie zart die Flügel sind und wie lange sie trocknen müssen - *meinen* Admiral habe ich dabei kaum aus den Augen gelassen! Man muss schon eine taube Nuss sein, um das nicht zutiefst faszinierend zu finden!

**** Und wenn wir schon bei Faszination Natur im eigenen Garten sind: ich habe zum ersten Mal einen Feuersalamander gesehen - seither kannte ich den nur aus dem kostenlosen Comic eines Schuhladens. Genau genommen schwammen 7 Baby-Lurchis durch unser Regen-Bassin, denn im Wasser verbringen sie die ersten Monate ihres Lebens, das bis zu 50 Jahre (!) dauern kann!

 


**** Ich bin bekennender Spatzen-Fan. Kinners, und selbst wenn ihr mit Spatzen wenig anfangen könnt (was ich natürlich wenig nachvollziehen kann), dann schaut euch dieses Filmchen an und ihr werdet direkt Mitglied der ersten Reihe im Fan-Club. Wie HINREISSEND bitte ist die Anhänglichkeit eines Spatzen, der Vertrauen zu einem Menschen geschöpft hat:

 

 

**** Den Dalai-Lama haben wir in Daramshala schon beobachtet, wie er als unerwartet ernster Mönch zu seinem Volk sprach. Das miterleben zu dürfen, hat sich ebenso tief bei uns eingeprägt, wie in Tibet dank den vielen Pilgern eine Vorstellung von der tibetischen Spiritualität zu erhalten. Am 6. Juli wurde der Dalai Lama 86 Jahre alt und zu diesem Anlaß teilte er ein Video mit einer so schönen wie schlichten Botschaft: mögen alle, die mich mögen, sich wie ich der Gewaltlosigkeit und dem Mitgefühl verpflichten - etwas, wozu man weder Philosophie, Religion noch Meditation benötigt. Anständig zu sein, ist nicht weiter kompliziert oder bedarf einer komplexen Gehirnleistung. *Was du nicht willst, was man dir tut...* Simple as that - kennen wir alle, wissen wir alle!



Diese Anregung von dem geistigen Oberhaupt der Tibeter verknüpfe ich mit einer kleinen Geschichte aus meiner Welt. Und zwar kann ich mich grün ärgern, wenn fremde Menschen in meinem Garten Blumen abschneiden. Selbst ich schneide selten Blumen ab, weil sie doch so viel schneller verblühen und sich dann nicht alle anderen daran miterfreuen können. Es ist ja nun nicht so, dass ich unseren Garten nicht gerne öffne und hey, ich teile sehr gerne Küchen-Kräuter und biete sie auch gerne an. Aber - jetzt sagt doch ihr mal! - muss man wirklich erklären, dass man sich generell nicht einfach bedient an Blumen aus fremden Gärten? Ehrlich gesagt: ich glaube nicht. Also ich bin schon lange dort angelangt, dass es eben NICHT um Erläuterungen, Rechtfertigungen und Ausflüchte geht, sondern bin ganz und gar bei Trude Simonsohn: *Die Menschen, die Unrecht tun, wissen dass sie unrecht tun - sie tun es trotzdem.* Eine Erkenntnis, die meine Auffassung und Beurteilung von Menschen enorm verändert hat - dann ist fertig mit Larifari-Rumlavieren!

Eine andere kleine Anekdote fällt mir dazu ein, an der ich genauer beschreiben kann, worum es mir geht. Und zwar kaufte ich einst auf dem Flohmarkt ein *Domino-Spiel*. Sofort hatte ich wieder vor Augen wie in einem ägyptischen Café ein Tisch voller Männer eine Partie Domino spielte und eine Traube von anderen Männern dabei zuschaute - ein Bild, wie man es in ganz Europa so nicht zu Gesicht bekäme! Nun, ich versicherte mich bei dem Verkäufer zwei Mal, ob das Spiel auch bestimmt vollständig wäre. *Jaja*, bekräftigte er und zuhause stellte ich dann fest, dass ein Stein fehlt. Nach Maß-und-Zahl beurteilt würde man sagen, Mädel jetzt hab' dich nicht so, was biste denn nur ein Kleingeist, ein Nägelkauer und Erbsenzähler - haste halt 2 Euro in den Sand gesetzt. So what?! Schaut man sich das Szenario geistig an, dann zeigt sich bilderbuchhaft dass jede Lüge unlöslich mit einem Schaden für jemand zusammenhängt, stets der Anfang allen Übels - im Kleinen wie im Großen.


Eindrücke aus Lhasa




Daramshala in Indien

 
 

**** Wie sinnig es sein kann, azyklisch unterwegs zu sein, demonstriert gerade mein deutsch-amerikanisches Yoga-Pärchen, mit dem ich oft auf der Matte stehe, Bre und Flo. Kaum hatten sie alles verkauft um entschlossen als Digital-Nomaden auf Weltreise zu gehen, kam der weltweite Lockdown. Dumm gelaufen könnte man direkt meinen. Jein. Denn ihr Yoga-Kanal ist in den Zeiten, als sämtliche Yoga-Studios und Fittis schließen mussten, regelrecht explodiert. Und sie haben sich nicht beeirren lassen, durchquerten der Pandemie zum Trotz u.a Peru und Equador. Ja und wenn sonst an einem einzigen Tag bis zu 3000 Touristen sich durch Machu Picchu drückten, mussten sie diesen magischen und spektakulären Ort nur mit wenigen anderen Besuchern teilen. Alles richtig gemacht!

 


Donnerstag, 8. Juli 2021

Hype: das vegane Steak von Gordon Ramsay


Gordon Ramsay scheint ein dicker Fisch im englisch-sprachigen Raum zu sein. Auf jeden Fall erzeugt seine Idee für ein veganes Steak einen beeindruckenden Widerhall - zumindest in meinem Internet. Wohl mit deshalb, weil Mister Ramsay sonst eher wegen seines überzeugten Fleischkonsums bekannt ist denn für seinen Hang zur veganen Küche.

Dabei zeigt sich, dass die Inszenierung dieses Steaks alles ist. Das gelingt in der filmischen Version (bref. bei Youtube) Merle O'Neal am besten. Bei ihr sieht die sehr lange im Ofen gegarte Aubergine ähnliche attraktiv aus wie das Foto auf Gordon Ramsays Blog. 

In der Mehrheit - und gebt den Rezeptenamen mal in eure Suchfunktion (oder YT) ein - erinnert das zubereitete Endprodukt eher an einen Küchenunfall: eine im Ofen vergessene und verkohlte Aubergine.

Meine Geduld ein hübsches Foto zu knipsen, ist ja bekanntermaßen gerade bei warmen Gerichten sehr begrenzt, da ich nicht einsehe, nur weil ich blogge, meine Speisen kalt zu essen. Also drei-vier Mal auf den Foto gedrückt: das muss reichen. So gebe ich freiraus zu, dass mein Foto nun in diesem Wettbewerb ebenfalls nicht weit vorne liegen wird. Aber hey, meine Fotos stehen für Real-Life, für das old-school (und zunehmend überholte) Motto von Foodblogs: you get, what you see! Wenn ich mich heute aber umsehe auf Foodblogs, dann sind die Fotos enorm überarbeitet, was gerade an den völlig übertriebenen Farben zu erkennen ist. Aber *normal* reicht heute wohl nicht mehr aus, es muss *over the top* sein. Sonst fällt man halt nicht mehr auf.

Bitte, das dürfen die anderen. Ich bleibe meinem Style trotzdem treu, weil für mich damals - als Kochanfängerin - genau diese Echtheit und vielleicht auch Bescheidenheit Foodblogs erst derart glaubwürdig und hilfreich, ja und vor allem verlässlich machten. Mir fällt bei der Gelegenheit der Spruch ein, den der Habib von seiner Maurerlehre bewahrt hat,  und zwar wenn die Jungs an ihrer Baustelle eine totally getunte Alte vorbeilaufen sahen: *Die gehört mal nackig an den Haaren durchs kalte Wasser gezogen!* Witzig, oder?! Mais bon, andere Zeiten. Und auch heute gibts ja noch einen Markt, der *pur und natürlich* vorzieht gegenüber *gemacht und künstlich*. Anders kann ich mir meine Leserschaft sonst nicht erklären ;)

 



Zu dem Auberginen-Steak von Gordon Ramsay komme ich zu einem ähnlichen Ergebnis wie Merle: auf einer Skala von 1-10 gibt sie eine 2 was die Ähnlichkeit zu einem Steak angeht (*it is an eggplant!*) aber eine 9 für das Geschmackserlebnis. Und ja, die Aubergine schmeckt gut - deutlich besser als sie zumindest auf meinem Foto den Eindruck erweckt (das hat bei uns am Küchentisch übrigens die Kategorie *schmeckt besser als es aussieht*), aber den Aufwand dafür finde ich doch vergleichsweise enorm.

Ich hatte mir, bevor ich in die Küche ging, den Zeitablauf auf der Zubereitung nicht genauer angesehen und war dann doch leicht schokiert, dass ich grundeigentlich mindestens eine Stunde früher hätte beginnen müssen, wenn wir denn zu unserer üblichen Zeit hätten essen wollen. Insbesondere wenn man wie ich die Auberginen zum Schälen nicht über der Gasflamme röstet sondern in den Ofen schiebt. Das dauert alles und dauert.

Und ob ich jetzt gerade Gästen etwas servieren würde, was nicht direkt dem Auge *yummiyummi* suggeriert... ich weiß es nicht. Sicher ist aber, man wird eingefleischte Fleischis mit dieser Aubergine nicht neidisch machen - aber SEHR neugierig.

Ich habe das Rezept nach meinen Gegebenheiten abgewandelt - das Original habe ich euch zum Vergleich ja verlinkt. 

 



Zutaten 2P:

2 mittelgroße Auberginen, frisch und drall (je ca. 350g)*

 
Marinade:
1 TL Kreuzkümmel, frisch geschrotet
1 TL Senfsamen, frisch geschrotet
1 TL Pfeffer, frisch geschrotet
2 TL Pimenton dela vera (geräuchertes Paprikapulver)
1 TL Gemüsebrühe (m: eigene)
2 TL feinst geschnittener Knoblauch*
1 TL Pilzpulver
2 TL Rosmarin, feinst gehackt
etwas Piment d'Espelette
halb Rotwein/ halb roter Portwein 
Olivenöl

Sauce:
250ml Rotwein
250ml Jus
250ml Gemüsebrühe
3 EL kalt gerührte schwarze Johannisbeer-Marmelade
2 Zweige Rosmarin
1 Lorbeer-Blatt
2 TL Thymian-Blättchen
1 TL schwarze Miso-Paste
2 TL Tamari
2 TL Worcestershire
2 TL Kokos-Crème

Zubereitung:

Ofen auf 220°C vorheizen. Die Auberginen mehrfach mit einer Fleischgabel einstechen, mit Öl bepinseln und für gute 30min in einer ofenfesten Form in den Ofen schieben, dabei 1x umdrehen. Abkühlen lassen und die schwarze Haut abschälen und wegwerfen.

Währenddessen die Marinade zubereiten, dafür alle Zutaten miteinander vermengen.

Den Ofen auf 200°C runterschalten.

Die Auberginen in eine Gratinform setzen, in die sie gut passen. Runderherum salzen und mit der Gewürzmarinade würzen. Mit etwas Olivenöl beträufeln und dann soviel Rotwein (m: halb Portwein) übergießen, dass der Boden der Backform leicht bedeckt ist. Für gute 30min in den Ofen schieben und dann vorsichtig mit Hilfe eines Pfannenwenders die Auberginen wenden und für weitere 30min im Ofen garen.

Währrenddessen die Sauce zubereiten: Rotwein, Jus und Brühe mit Lorbeer, Rosmarin, Thymian und Miso in einem weiteren Topf lebhaft zum Kochen bringen und auf  300ml einköcheln lassen. Vom Herd nehmen und mit Tamari und Worcestershire, salzen und pfeffern und die Kokoscreme einrühren.

Ofen auf 150°C runterdrehen und die Auberginen immer wieder mit der Sauce bepinseln: *Continue to roast eggplant, basting periodically with jus until tender, slightly dehydrated and eggplant begins to resemble a steak* - also etwa 20min von der einen Seite, dann wenden und etwa weitere 15min damit fortfahren (kann möglicherweise - wie bei Merle -auch etwas länger dauern).

*Anmerkung m: ich rate zu wirklich frischen Auberginen, damit sie im Ofen nicht matschig zusammenfallen/ Knoblauchpulver habe ich nicht - ich verwende immer frischen/ ich habe den Jus zum Bepinseln der Auberginen gleichzeitig zubereitet als Sauce für unser Essen und nicht - wie Gordon Ramsay - zweierlei Saucen gekocht/ die Idee, rote Bete-Saft zu verwenden, finde ich spannend, habe aber auf meinen eigenen Jus zurückgegriffen/ es braucht auf jeden Fall noch eine sog. Sättigungsbeilage - wie etwa Kartoffelstampf, bei uns gabs außerdem Tomaten-Salat und einen grünen Salat dazu.

Quelle: Gordon Ramsay

 

Montag, 5. Juli 2021

Barbie: Käsekuchen-Muffins mit Streusel


Wie bestimmt viele Mädchen meiner Altersklasse habe ich ausgiebig mit Barbie gespielt. Richtig lange. Wenn ich mich umschaue, wann die Pupertät heute einsetzt, hatte ich - körperlich und spielerisch - eine sehr ausgedehnte Kindheit.

Es war eine echte Barbie. Die von Mattel, die in pinkenem Karton mit Sichtfenster verkauft wurde und kein billiges Plagiat. Ein teures Kinderspielzeug. Ich hatte daher eine einzige Barbie. Und ich kann sogar noch sagen welche: die Langhaar-Barbie, der die Haare bis in die Kniekehlen fielen. Dieser habe ich ihre Endlos-Haare mit so viel Hingabe gebürstet, dass die vorderen Haarpartien zum Ende ihrer Laufbahn sehr ausgedünnt waren. Ich habe meine Barbie geliebt. Sie besaß auch nur ein einziges Kleid, die waren damals ebenfalls unverhältnismäßig teuer. In einem Anfall ihrer schwer zu zügelnden Gehässigkeit hatte meine zweieige Zwillingsschwester das Kleid mit dem Locher (um Papier zu lochen für den Akten-Ordner) malträtiert. Die Geld-Oma, edle Spenderin der Barbie, hat angesichts meiner Verzweiflung das Kleid mühselig wieder geflickt, aber von außen betrachtet sah Barbie nun immer aus wie Aschenputtel - trotz Atombusen und Permanent-Make-up. Ungeachtet dessen war sie für mich stets die Heldin meiner ersponnenen Träume.

Ich kann gar nicht mehr sagen, was ich meine Barbie habe erleben lassen. Vieles in meiner Kindheit ist von einem trüben Schleier überzogen und ich kann mich kaum erinnern. Aber ich weiß noch, dass die Geschichten in dem enthobenen Reich der Phantasie stattfand: mein Kuschelhase musste beispielsweise als Pferd erhalten, was keinen Augenblick den Ereignisfluss störte.

Meine jüngere Schwester hatte dann die komplette Barbie-Plastik-Traumwelt: ein Haus, ein Capriolet, zwei Kens, ein Pferd... Aber ob sich damit dann schöner spielen ließ? Grinsend fällt mir ein, dass es Ken - von meiner jüngeren Schwester Detlef getauft - seiner Barbie selten recht machen konnte. Wenn sie ihren Detlef anherrschte, dröhnte es durch ihre Zimmertür.

Keine Ahnung, warum mir Barbie heute wieder in den Sinn kommt. So sweet wie Süßigkeiten... je ne sais pas! Auf jeden Fall halte ich dagegen, dass das Schönheitsideal von Kindern durch das Spielen mit Barbie - und ihren sehr seltsamen körperlichen Proportionen - gestört werden könnte. Ich sehe heute ja auch nicht aus wie Daniela Katzenberger oder eine der Kardashians. Meine Barbie war deshalb wunderschön, weil ich sie wunderschön fand (meine Barbie) und nicht weil jemand mir erklärte, dass GENAU SO schön geht. So wie eben alles erst den Wert erhält, den man ihm - höchstpersönlich - verleiht. Aber das verstehen nur die, die nicht von Graf Zahl gefressen wurden.

 


Variable Muffins schlage ich euch heute vor. Ich habe sie zubereitet während der Holunderblüte - und daher entsprechend parfümiert. Aber setzt euren Vorlieben keine Grenzen. Die Streusel kann man auch prima mit Tonka-Bohne würzen. Oder Kardamom. Ich habe halt mal wieder auf mein Sugar-Spice zurückgegriffen. Und den Quark wiederum könnte man mit Orangenschalen oder Zitronensaft mischen - wirklich wie ihr wollt. Das hier ist lediglich ein Vorschlag für das Grundgerüst von saftigen, knusprigen Muffins.

 

Zutaten 12 Muffins/ ein Muffinblech:

Boden und die Streusel:
125 g Butter weich
75 g Rohrzucker
1 Eier
250 g Mehl
1 TL Backpulver gestrichen
1 Pr Salz
1 1/2 TL Sugar Spice (optional oder anders Parfum) 

Füllung:
500 g Quark (original mageren, m: normalen)
100 g Rohrzucker
125 g Butter geschmolzen
25ml Holunderblüten-Sirup 
1-2 EL Orangenblüten-Wasser
2 Eier
1 Packung Vanillepudding-Pulver
 
Zubereitung:
 
Den Backofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen und ein 12er Muffinblech mit großen Papierförmchen (nicht mit den billig-kleinen! Hier benötigt ihr große/ richtige Förmchen) auslegen.
 
Die Butter und den Zucker zusammen mit dem Gewürz für den Teig etwa 1 Minute lang zusammen hell aufschlagen. Das Ei gut einrühren und zuletzt Mehl und Backpulver dazugeben. Alles kurz zu einem groben Krümelteig vermixen.
 
Etwa 20 g vom Teig abnehmen und zu einer Kugel rollen. In eines der Papierförmchen legen und mit den Fingern flach als Boden andrücken. Mit den anderen Förmchen genauso verfahren.
 
Für die Füllung den Magerquark mit dem Zucker zusammen glattrühren. Die geschmolzene Butter unter Rühren einfließen lassen und wieder alles glattrühren, außerdem Holunderblüten-Sirup wie Orangenblüten-Wasser. Einzeln die Eier hinzufügen und unterrühren. Zuletzt das Vanille-Puddingpulver dazugeben und alles zu einer glatten Masse verrühren.
 
Die Füllung gleichmäßig auf die Papierförmchen aufteilen und dann den Rest des Mürbeteiges als Streusel daraufbröseln.
 
Die Muffins im vorgeheizten Ofen etwa 25-30 Minuten lang auf mittlerer Schiene backen. Herausnehmen und einige Minuten in der Backform ruhen lassen. Dann die Muffins aus der Form entfernen und zum Auskühlen auf einen Rost stellen. Bei Raumtemperatur etwa 1 Stunde abkühlen lassen.

Inspiration: KaffeeundCupcakes 

 

Mittwoch, 30. Juni 2021

BLACK Metallica-Bowl mit Süßkartoffel-Kale-Bulette


Welches Hirn bitte denkt sich so einen Bullshit aus wie *Buddha-Bowl*? Food-Designer? Werden die unter Drogen gesetzt und im Keller eingeschlossen zum Entwerfen von neuen Foodtrends? Wie kommt man sonst auf so eine Wortschöpfung? Was hat kleingeschnittene Rohkost und Gemüse mit Buddha zu tun? WAS? Muss heute gar nix mehr Sinn machen? Denkt denn niemand mehr mit? WAS SOLL DAS? Niemand käme auf die Idee von Mohammed-Mampf zu reden. Trotz gefälliger Alliteration. Allein schon, weil die Muselmanen ihren Gott noch ernst nehmen und sich verbeten, dass etwas Heiliges ins Profane gezogen oder verunglimpft wird. 

Aber wir Westler haben ja oft genug bewiesen, dass wir dafür keine Sensibilität mehr aufbringen können. Ja, wir Westler haben aus Buddha sogar reinen Deko-Tinnef gemacht: eine dauergrinsende, kahlköpfige, rumhockende Tonfigur mit Bierbauch, die auf jede Fensterbank passt und vielleicht noch ein Räucherstäbchen halten darf. Nun also auch noch eine Gemüseschüssel. Und das ist dann Insta-mäßig nice?! Schöne, neue, bunte Welt! Kann euch solch an den Haaren herbeigezogene Unsinn nicht auch aufregen? Das ist doch eine Beleidigung für den gesunden Menschenverstand! Tssss, ehrlich, also manchmal...

Wie die traditionell vegetarische, indische Küche schon lange köstlich demonstriert, schmecken vegetarische Gerichte dann besonders gut, wenn ein einziger Teller verschiedene Geschmäcker und Texturen zusammenbringt. Nichts anderes machen solche neumodischen, hübsch angerichteten Veggie-Schüsseln. Logo, schmeckt mir das. Gerade zum Sommer passen solche Essen hervorragend: frisch, luftig, leicht - von allem was dabei!

Bei mir gibts heute also die Konter-Bowl, von mir getauft: *Metallica-Bowl*. Mit großer Begeisterung habe ich kürzlich die Arte-Doku zu der Entstehung des *Black-Album* von Metallica geschaut hatte - die ich euch natürlich unten einstelle. *Das ist Metallica. Sie sind weltweit einzigartig. Sie machen nichts normal, gehen nicht auf Nummer sicher,  sie machen nichts, was leicht verdaulich ist*, sagt Michael Kamen, der die Orchester-Patitur zu *Nothing Else matters* schrieb. Keine Ahnung, was ich mir gedacht habe, wie diese Platte zustande kam. Vermutlich gar nix. Oder halt so Klischée-mäßig: nebenher beim Bierkippen. Definitiv hätte ich nicht für möglich gehalten, dass an den einzelnen Songs derart lange (9 Monate im Studio!) getüfftelt, geprobt, gestückelt und konstruiert wurde: richtig feine Detail-Arbeit. Ich finde, man kann zu Heavy Metall stehen wie man will (und oft sehen die Jungs einer Heavy-Metall-Band ja ziemlich durch aus), aber das *Black Album* von Metallica ist ein Klassiker. Voll aufgedreht - oder gar live - sind die Songs wie Wellenbrecher, die dich mit voller Wucht mitreißen - ob du willst oder nicht.

Spannend finde ich rund um das Thema Heavy Metall die Aussage von Kerry King, dem Sänger von Slayer - jetzt rein phänomenologisch, mit einem versoffenen Assi-Ami-Satanisten teile ich bestimmt nicht das gleiche Mindset - , der lachend erklärt: *In Europa scheint Nacktheit okay zu sein. Gewalt und Wut aber nicht. In Amerika ist es genau anders herum.* Sehr erstaunlich! Denn bei Heavy Metall-Mucke dreht sich doch fast alles um Wut - eine der vielen Emotionen, die zum menschlichen Sein gehören. Und es sei - auch als Pazifistin - angemerkt, dass es durchaus soetwas wie *gerechten Zorn* gibt! Im Gespräch mit dem Habib darüber stellte ich fest, dass Wut ein Spitzen-Beispiel ist, um den Unterschied von Emotionen und Gefühl zu veranschaulichen: das eine vergeht wieder, wie es gekommen ist, das andere bleibt. Oder wie hat es - ebenfalls der Habib - mal beschrieben: Emotionen sind der Schaum auf den Wellen, Gefühl aber ist die Tiefe des Ozeans.

Um die Kurve zum Einstieg wieder zu bekommen: mein Kopfschütteln über den Buddha-Bowl-Blödsinn ist schon längst verflogen, an der Begeisterung für schön zusammengestellte Veggie-Teller ändert das nix.



Im Vergleich zu den Bowls die in Kürze hier noch folgen und vorgerstellt werden, könnte man bei diesem Vorschlag auch sagen, dass einfach der Salat keinen Extra-Teller bekommt hat - in diesem Fall der Couscous-Salat mit den ersten eigenen Tomaten und Gurken und natürlich VIEL Grün (Petersilie, Schnittlauch, Basilikum) aus dem Garten.

Das Highlight macht einmal mehr die Veggie-Bulette (ich habs ja angekündigt ;). Die Kale-Sweet-Potato-Fritters habe ich von Minimalistbaker aufgegriffen. Leider ließen sie sich bei mir nicht so gut formen wie in der Beschreibung. Solltet ihr sie nachbacken, lasst mich wissen, wie es euch erging. In der Pfanne aber hielten sie ganz gut zusammen (in meinem frisch eingeführten Index zur Frikadellen-Formstabilität erhalten diese Fritters eine 7-). Aber um ganz ehrlich zu sein, von der Konsistenz her hätten sie mir besser gefallen, wenn 1-2 Eier sie zusammengehalten hätten. Dafür waren sie geschmacklich absolut spitze - das Garam Masala passt wirklich ausgezeichnet für diese Puffer!

 

Zutaten 8 Stück (2P):

eine mittelgroße Süßkartoffel (ca. 500g)
180g Kale (Krauskohl)
1 rote Zwiebel
ca. 30g Reismehl (eventuell mehr)*
1 TL Salz
1 1/2 TL Garam Masala
Avocado-Öl (m: Sonnenblumenöl) 

 

Zubereitung:

Süßkartoffel schälen und groß reiben. Die rote Zwiebel fein würfeln. Den Kale-Kohl feinst klein schneiden (m: mittels eines Hexlers). 

Alle Zutaten miteinander vermengen, würzen und so viel Reismehl zufügen, dass die Masse nicht mehr zu feucht ist, um Frikadellen zu formen (dementsprechend benötigt man möglicherweise etwas mehr Reismehl).

Öl in einer Pfanne erhitzen und die Puffer von beiden Seiten in ca. 4min golden braten lassen - es ist stets ratsam auf der ersten Seite in der Pfanne etwas Geduld zu zeigen, damit sie auf dieser Seite gut angebraten sind, bevor man sie das erste Mal wendet.

*Anmerkung m: ich kanns nicht mehr mit Gewissheit sagen, aber vielleicht habe ich etwas zu viel Reismehl verwendet, was mir dann die Probleme mit dem Formen verursacht hat. Bei uns gabs dazu Couscous-Salat und eine Knoblauch-Minz-Joghurt-Sauce

Quelle: the Minimalist Baker



 

Und BescheidBescheid - Achtung Durchsage das Widget: FollowByEmail (FeedBurner) betreffend:

Das Team von FeedBurner hat vor Kurzem in einer Ankündigung zu einem Systemupdate darüber informiert, dass der Dienst für E-Mail-Abos im Juli 2021 eingestellt wird. Dein Feed funktioniert auch nach Juli 2021 weiterhin, aber die automatisierten E-Mails an deine Abonnenten werden nicht mehr unterstützt.

Das tut mir leid - ich werde schauen, was meine Technik-Abteilung für Alternativ-Möglichkeiten sieht. Bref: hat von meinen Lesern jemand eine schlaue Idee?

Sonntag, 27. Juni 2021

Ottolenghis Süßkartoffel-Gratin mit Salbei


Auch wenn es schon viele Wochen zurückliegt, dass ich dieses Gratin (coucou Christiane) fotographiert habe, passt es gerade prima in die Zeit. Grund genug, es heute vorzustellen. Es ist ohne viel Aufwand zuzubereiten und während es im Ofen gart, kann man sich eine mächtige Schüssel Salat dazu richten. Es gilt lediglich zu beachten, dass die Garzeit des Gratins eine ordentliche Stunde beträgt - damit kein Stress aufkommen kann, weil man nur schnell... Es braucht halt seine Zeit im Ofen.

Aber dann besticht dieses Süßkartoffel-Gratin direkt mit dem ersten Bissen. Ich mag ausgesprochen gerne den entschiedenen Einsatz von Salbei: nicht kleckern - glotzen. Und die Süßkartoffeln können das sehr gut ab!

Wir genießen derweil diese Tage der Sommerfrische, wie es nur der junge, aufblühende Sommer kann, mit klaren, reinen Morgen und kühlen Nächten, die einen besonders tiefen Schlaf versprechen. Ich staune immer, wie tief ins Unterbewußtsein mich solche Nächte tragen können und was dort dann an überraschenden Botschaften für mich warten. Das Tagesbewußtsein - wie der Name bereits verrät - würde diese in mir schlummmernden Geschichten wohl nicht zu Tage bringen. Umso erhellender in solchen Nächten Schlaf geschenkt zu bekommen, der einen wie einen Kieselstein tiefer und tiefer fallen läßt.

Und das rund um die längsten Tage des Jahres - bizarre, n'est-ce pas? Jetzt haben wir den Zenit bereits wieder überschritten. *Wir sind doch noch gar nicht soweit*, meinte ich heute beim Frühstück zum Habib seufzend. *Tja*, antwortete er stoisch, *darauf kann das Universum keine Rücksicht nehmen.* Kümmern wir uns halt derweil ums Essen:



Zutaten 4-6P:

6 mittelgroße Süßkartoffeln (ca, 1,5kg)
5 EL groß gehackter Salbei (plus mehr zum Garnieren)
6 Knoblauchzehen,zerdrückt
Salz, Pfeffer
250g Sahne*

Zubereitung:

Den Ofen auf 200°C vorheizen. Die Süßkartoffeln ungeschält (m: geschält) in 5mm dicke Scheiben schneiden - mit Gemüsehobel oder Messer.

Alle Zutaten in einer großen Schüssel mischen. Nun die Süßkartoffel-Scheiben in einer Gratinform mit hohem Rand setzen - mit der Hand nimmt man ganze Pakete und setzt sie aufrecht in die Form, parallel zum Rand (m: Schichtung runder Form angepasst). Zuletzt drückt man die Scheiben mit der flachen Hand etwas nach unten. Die in der Form vergessenen Knofi-und Salbeireste auf dem Gratin verteilen. Die Gratinform dicht mit Alufolie schließen (m: vorher abgedeckt mit Backpapier, da Alufolien-Skeptikerin) und für 45min in den Ofen schieben.

Nun Alufolie entfernen, Sahne anschütten und für weitere 25min unabgedeckt in den Ofen schieben. Die Sahne sollte nun eingedickt sein und die Süßkartoffeln mit einem Messer leicht durchzustechen - also gar - sein. Mit etwas in Streifen geschnittenem Salbei bestreuen und servieren. 

Anmerkung m: ich habe die Sahne etwas verschlankt, indem ich sie mit teils mit Milch aufgegossen habe und dafür ein wenig Kartoffelstärke in die kalte Milch mischte, damit die Flüssigkeit beim Garen auch gut andickt.

 

 

Mittwoch, 23. Juni 2021

Bulgur-Burger-Pattie

 

Na, hat ihr euch schon gefragt, wann hier die nächsten Veggie-Puffies erscheinen? Ich bin großer Fan von sämtlichen Frikadellen, Gemüse-Bratlingen und Pflanzerln aller Art, weil sie die vegetarische (wie vegane) Küche einfach sehr bereichern. Und gerade die veganen Puffer machen es spannend bis zum Schluß - also bis zu dem Moment, in dem man sie in der Pfanne drehen will - wie gut sie zusammenhalten. Nichts geht mal wieder über gelingsichere Rezepte! In der Wartehalte an fotographierten Tellern stapeln sich die einschlägigen Veggie-Frikadellen-Kameraden nur so. Kochen tue ich ja weiterhin - und fotographieren meist auch - aber ich finde gerade die Zeit schwerlich, Fotos zu bearbeiten, Rezepte einzutippen und meine Gedanken zu sortieren, um einen begleitenden Text zu schreiben. Man bräuchte eine Blog-Sekretärin ;)

Trotzdem aber habe ich weiterhin Spaß daran, neue (vor allem vegane) Rezepte auszuprobieren. Die Wahrscheinlichkeiten stehen also gar nicht schlecht, dass ich am Bloggerball bleibe (wenn ich schon kein Fußball gucke). Nur vorgestern hat ein Gewitterschauer - dem die halbe Nacht ein beeindruckendes Wetterleuchten vorausging - die Natur ENDLICH mal wieder gegossen, so dass es sich anschließend herrlich im Garten arbeiten ließ. Nichts geht doch über einen anständigen Regenguß, der der Trockenheit die Stirn bietet! Davor hatten wir viele Feriengäste vom Tribe hier, mit denen man ja besonders viel zu erzählen hat. Dann beginnt hier wieder das ländliche Sommerprogramm mit kleineren und größeren Veranstaltungen... ich bin halt weiterhin schwer abgelenkt. Und ehrlich gesagt, wünsche ich mir für euch genauso, dass ihr ausgefüllt seid vom echten Leben.

Gut, aber essen müssen wir trotzdem weiterhin. Hier also ein weiterer Vorschlag für einen Veggie-Puffer und zwar aus dem schönen Kochbuch *Veggistan - der Zauber der orientalischen Gemüseküche*! Ganz viele Seiten sind zum Nachahmen noch vorgemerkt, diesen Reis-Spinat-Auflauf habe ich euch bereits vorgestellt.



Was ich an den Rezepten sehr mag ist, dass sie äußerst großzügig berechnet sind - man merkt, dass die Köchin nicht vorhat. von ihrem Tisch jemand hungrig aufstehen zu lassen.

Für Burger habe ich eigentlich keine ausgeprägte Schwäche. Aber wie toll ist es, mal wieder mit den Fingern zu essen - das mache ich viel zu selten! Da kommt doch das Kind in einem hoch, oder?

 Für diese Burger (ihr erinnert euch vielleicht an rosa Brötchen samt dem letzten damit vorgestellten Burger) habe ich die Mengenangaben halbiert und dann daraus 3 Frikadellen geformt. Sollte man keine Burger damit füllen sondern Bratlinge zubereiten, dann rate ich daraus 4-5 Stück zu braten. Wenn man sie mit Vorsicht behandelt, dann sind die auf einer Skala für Frikadellen-Formstabilität (0 = Brösel/ 10 = Wackerstein) eine solide 6+. Die Autorin Sally Butcher merkt dazu an: *Diese Burger vertragen die übliche Behandlung auf dem Grill nicht so gut - zu weich und locker* - aber das wissen wir ja, dass Gemüsepflanzerl für den Grill selten bis nie funktionieren...


Zutaten - 4P*:

125g feiner Bulgur
200ml kochendes Wasser
100g rote Linsen
300g kaltes Wasser
1 EL Vollkornmehl (m: Einkorn)
1 große Zwiebel
2 Tomaten, gewürfelt (m: ersetzt durch getrocknete Tomaten und Tomatenmark)*
1 Karotte, gewürfelt
1/2 Bund Koriander
2 EL Tahini
1/2 TL gemahlener Kreuzkümmel
1/2 TL gemahlener Koriander
1/4 TL Pimenton dela vera
1/2 TL Chilipulver
Salz, Pfeffer
Erdnussöl zum Braten

Zubereitung:

Den Bulgur in dem kochenden Wasser aufsetzen, mit einer Gabel auflockern, Deckel auflegen und quellen lassen.

Die Linsen im kalten Wasser aufsetzen (m: mit einem Stück Kombu-Alge*) und in 20min weich kochen, abschütten und gut abtropfen lassen.

Nun die Linsen mit allen Zutaten in einem Mixer feinhexeln. Dann sorgfältig mit dem Bulgur vermengen und nochmals würzig abschmecken.

Mit feuchten Händen 4 Frikadellen formen (m: aus der Hälfte 3 Stück gemacht) und im heißen Öl von jeder Seite etwa 3-4 Minuten braten.

Anmerkung m: großzügig berechnete Menge/ in der Burger-Kombi auf das zurückgreifen, worauf man Lust hat - zugegeben, ich hätte sie fotographieren können, BEVOR sie vom Burger geschluckt wurden, damit sie besser zu sehen sind ;)/ bei uns gab es dazu Süßkartoffel-Pommes/ Tomaten brauche noch eine gute Woche, bis man die erste ernten kann, daher ersetzt


Samstag, 19. Juni 2021

10, Super-Rabatt für Kurzentschlossene und 3x Triple-DUBB

 

Upps, schon wieder ein Jahr weiter! Heute wird das Blog runde 10 Jahre alt - ich musste selbst nochmal nachschauen, nachdem ich mich bereits ein Jahr älter gerechnet hatte. Das vergangene Jahr hat uns vermutlich alle etwas mehr Substanz abverlangt (Stichwort *Zeitdehnung*). Ich will gar nicht weiter eingehen auf irgendwelche Zahlenfickereien (von Statistiken habe ich eh einen Grad völliger Übersättigung erreicht) und treue Leser sollten mittlweile von mir mitbekommen haben, dass die reine Maß-und-Zahl-Welt nicht die meine ist (weil:*Beachte das WAS, mehr beachte das WIE* - Goethe). Ebensowenig wie ich irgendwelche Posts und Aufrufe rückblickend bewerten möchte, will ich in die Zukunft schauen. Vielleicht bleibt der Takt hier nun etwas ruhiger, vielleicht zieht er wieder an... on verra... Lassen wir uns zusammen überraschen?

Merci für eure Begleitung bis hierher und euer Interesse!

Zum 9ten Jubilar habt ihr mir ja eine Bücher-Sause veranstaltet, die sich gewaschen hatte und an der ich immernoch sehr zehre! Heute haue ich dafür einen Superdupersonderrabatt heraus und zwar für die Wochen, die im Juli noch zu haben wären. Viel kann ich euch nicht mehr anbieten, denn viel ist nämlich nicht mehr zu haben: schaut auf unserem Belegungsplan. Also für alle Kurzentschlossene, die schon immer einmal Urlaub bei Sonne und Lavendel machen wollten, für alle, die sich nun mit ihrer Buchung an uns wenden und dabei sagen, dass sie über *Grain de Sel - Salzkorn* kommen, für die wird sich das in einem sensationellen Preis niederschlagen - Feste muss man schließlich feiern, wie sie fallen... und wie man kann. Voilà, voilà - jetzt wißt ihr Bescheid. Jedes weitere Zögern wäre also ein blöder Fehler! Wir sehen uns hier :)

 





Und dann möchte ich euch das Essen nicht vorenthalten, dass wir zusammen mit Robert und seiner Freundin teilten, als sie bei uns Urlaub machten. Ich habe schnell nebenher fotographiert, um hier ein bißchen darüber erzählen zu können. Ich weiß doch, was sich gehört: quasi Foodie-Treffen für Foodies, da kann ich euch nicht außen vor lassen!

Ich wollte für die beiden etwas kochen, das mir schmeckt, das mich im Vorbereiten nicht stresst und von dem ich ganz und gar überzeugt bin. Womit wir auf geradem Weg bei meinen DUBB-Rezepten herausgekommen wären. Tatsächlich habe ich es geschafft in allen drei Gängen drei DUBBs unterzubringen. Ein persönlicher Rekord! Und weil seither nicht alle von mir entsprechend als DUBB gekennzeichnet sind, hat das auch einen Mehrwehrt für euch.

Die Vorspeise war in etwa dieser Linsen-Salat allerdings mit gekeimten Linsen, begleitet von Günthers vollem Roggen mit Sonnenblumenkerne (das demnächst in meiner DUBB-Brotzusammenfassung erscheinen wird) bestrichen mit der Tomatenbutter, die ich jeden Sommer unzählige Male zubereite, weil halt DUBB...

Mit der Hauptspeise wollte ich ganz nebenbei für die rein pflanzliche Küche werben. Ich habe meine Neuentdeckung die veganen Würstchen in einer Variante mit Brennnessel und einer weitern mit viel jungem Knoblauch, Rosmarin und Thymian auf den Teller gebracht - als Dipp den tollen Apfel-Ketchup (und einer Blitz-Aioli) und den Anna-Kartoffeln, zu denen man in Foodistan eigentlich nix mehr sagen muss.

Das Dessert ist nicht vollständig zu meiner Zufriedenheit geraten (Foto übrigens ebenfalls nicht), weil ich mir die Crème eigentlich etwas fester gewünscht hatte. Denn als ich die zerkrümmelte Meringue untermischte, ließ sich ein Törtchen nicht mehr so stapeln, wie ich es vorhatte. Und zwar hatte ich auf einem runden, ausgestochenen Boden meines Schoko-Kuchens eine leichtere Eton-Mess-Version mit viel Verveine und Holunderblütensirup sowie Erdbeeren serviert, getoppt von den Lavendel-Sablés. Bref: es hätte etwas mehr Stand vertragen, die Kombi gefiel mir aber sehr.



Robert erzählt ein wenig von seinem Aufenthalt: wenn ihr gucken wollt! Gerne wieder, ihr beiden, ihr habt ja gesehen: eine Woche ist zu kurz!

 

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...