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Donnerstag, 15. April 2021

Fatalismus: gemusterte Kräuter-Ravioli


Und wenn uns morgen eine Pandemie dahinrafft, dann haben wir heute noch gut gelebt! Mit nichts läßt sich dieser Fatalismus besser verwirklichen, als sich an meine Erkenntnis sowie außerdem an mein Blog-Motto zu halten: *Man kann sich das Leben etwas schöner kochen. Und wenn es nur ein Quäntchen ist - ça suffit!* Diese Aussage gilt immer, diese Aussage funktioniert immer. Selbst wenn das Boot hart auf Kante segelt. Nehmen wir jedes Essen als Henkersmahlzeit und das Jetzt und Hier wird wieder zum Fest! Oder auch: wie man das Selbstverständliche zum Besonderen macht - Zauberei für Fortgeschrittene!

Davor kann man in der Küche der Welt den Rücken zukehren und einfach vergessen, was im Draußen tobt. Man besinnt sich auf das Existentielle, man spielt in kleinsten Tönen Alchemie und hebt Zutaten in einen neuen Seinszustand.

Was bietet denn der Alltag an besseren Möglichkeiten, um mit seinen Liebsten einen guten Moment zusammenzuverbringen, als gemeinsam am Eßtisch eine anständige Mahlzeit zu teilen?

Die Notwendigkeit, essen zu müssen, kann auf diese Weise umgewandelt werden von reiner Pflichtveranstaltung zur Kürinszenierung. Und es ist gleichzeitig die Umsetzung einer meiner liebsten Kalendersprüche (von all den unzähligen, die im Laufe eines halben Lebens zu mir gefunden haben): *Die Dinge sind nie so, wie sie sind sie sind. Sie sind immer das, was man aus ihnen macht!* (Jean Anouilh).

 


Dabei sehen die Ravioli aufwendiger aus, als sie sind. Trotzdem war das natürlich Sonntagsküche bei uns: das ist die kulinarische Ostermontag-Nachlese - ich gehöre ja nun auch nicht zu den Geduldigsten auf diesem Planeten. Aber wer noch eines draufsetzen und weitergehen will, der darf daraus gerne winzige Tortellini-Artefakte basteln...  man kann sich schon zusätzliche Schikanen einbauen... also so ist das nicht... Im Vergleich verkünstelte ich mich auf jeden Fall deutlich mehr an den Trofie - nur so als kleine Leitlinie!

Ansonsten handelt es sich um eines dieser Gerichte, die ich deshalb so mag, weil es eigentlich ein arme Leute Essen ist: nicht die Exklusivität der Zutaten macht den Genuß, sondern die zugewandte Zubereitung. Teuerste Zutat (also im Ranking von Mehl, Kartoffeln, Eier und Kräuter) wird wohl der regionale Ziegen-Käse *Saint Félicien* gewesen sein - einen Käse, den ich sehr gerne für Füllungen aller Art verwende, weil er schön cremig ist und Charakter hat!

 

Zutaten 2-4P:

Nudelteig 
200g Mehl (m: 100g feiner Hartweizengrieß, 70g Dinkel 630, 30g Roggen 1150)
2 Eier
1 EL Olivenöl

Füllung:
250g Kartoffeln (m: mehlig, am Vortag gekocht)
120g Saint Félicien
40g Bergkäse (m: Tomme de Brebis)
2 EL Kräuter-Pesto (m: Bärlauch, Melisse, Minze, Verveine, Petersilie)
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette

Butter
feine Petersilien-Blättchen, Pimpinelle...

Zutaten:

Aus den Zutaten für den Nudelteig einen homogenen, elastischen Teig kneten, der nicht zu fest und nicht zu weich ist. In Folie wickeln und im Kühlschrank wenigstens 1 Stunde ruhen lassen.

Die Kartoffeln mit einer Gabel fein zerdrücken, mit den restlichen Zutaten vermengen und gut würzig abschmecken.

Dann mit Hilfe der Mercato auswellen. Teig vierteln und die Teigbahnen bis Stufe 6 von 7 auswellen. Dann jeweils eine Teigbahn glatt auslegen, auf die Hälfte legen, so dass sich eine deutlich sichtbare Bruchkante ergibt. Einen Pinsel nehmen und die Bahnen bis zur Falz (also Hälfte) mit etwas Wasser anfeuchten und mit feinen Kräuterblättchen belegen (m: Petersilie, Pimpinelle). Blättchen dann nochmals ein wenig von oben anfeuchte, Teigbahn zusammenklappen und wieder von vorne (also bei Stufe 2) durch die Marcato drehen bis Stufe 6. Dabei darauf achten, dass man mit der Bruchkante (zusammengeklappten Mitte) zuerst durch die Maschine dreht. Ansonsten gilt wie immer: schön mit Hartweizenmehl (feinem Grieß) arbeiten, sonst kleben die Ravioli nachher im Wasser zusammen.

Dann jeweils eine Teigbahn nehmen, zur Hälfte anfeuchten, im Abstand von 5cm in 2 Reihen ein Löffelchen Füllung setzen, die andere Hälfte Teigbahn darüberklappen, ringsherum um die Füllung gut andrücken und Quadrate schneiden. Nebeneinander auf ein mit Hartweizenmehl ausgelegtes Küchentuch auslegen und mit einem weiteren abdecken.

Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen und die Ravioli darin 2-3min garen.

Gleichzeitig in einer breiten, tiefen Pfanne einen guten Stich Butter zum Schmelzen bringen. Die Ravioli aus dem Wasser heben und direkt in der geschmolzenen Butter schwenken. Mit etwas frisch gemahlenem Pfeffer bestreuen und servieren.

*Anmerkung m: wichtig ist bei einer solch verzierten Pasta, dass man nur zarte, dünne Blättchen verwendet - auf keinen Fall mit Stielen: die Teigbahnen werden schließlich sehr dünn ausgewellt und sollen nachher beim Ravioli-Basteln nicht reißen!

 

Wenn wir schon dabei sind: prima eignen sich solche verzierten Teigbahnen, um daraus Cannelloni (hier mit Kerbel und Spargel) herzustellen - als weiterer Anreiz für Küchenfummeleien

 

Montag, 12. April 2021

Küchen-Philosophie, Märzgelb, Gigors und Wildtulpen


Erst die Kraft eigener Erfahrung füllt graue Theorie mit Farbe und Leben. So kann jeder entsprechend seiner Biographie mitreden: wer an Bulemie leidete, kann was zum Thema Eßstörung beitragen, wer eine schmerzhafte Trennung hinter sich hat, weiß auch etwas über Liebeskummer zu erzählen, jede Mutter kann Tipps zur Schwangerschaft raushauen ectpp. Eben so fühle ich mich als Botschafterin, wenn es um Rufmord geht. Rufmord habe ich am eigenen Leib erfahren, so dass ich nur zu gut weiß, wie niederschmetternd und entwürdigend diese Erfahrung ist, der man machtlos ausgeliefert ist und nichts entgegen stellen kann. Und das obwohl die Empörung über diese verlogenen Unterstellungen das Blut zum Kochen bringt. Je mehr man versucht, sich zu verteidigen, umso mehr gibt man den Affen Zucker.

Brilliant in alle Facetten ausgeleuchtet hat Philip Roth in *Der menschliche Makel* das Thema Rufmord. Keiner stellt die einfachsten Fragen - schon gar nicht in der Öffentlichkeit, schreibt er: *Das Vorbringen der Anschuldigungen dient schon als Beweis. Man hört die Behauptung und glaubt ihr. Der Täter braucht kein Motiv, Logik und vernünftige Erklärungen sind entbehrlich. Man braucht nur ein Edikett.* Es gibt kein Gegengift gegen Rufmord, Bildung und Erziehung bieten kein Gegengewicht, weil den Menschen nichts *vor den niedrigsten Gedanken schützen* kann. Die Selbstgerechtigkeit der Masse wird getragen von Klatsch, Neid, Niedertracht, Langeweile und Lügen: *das Zeichen der Bösartigkeit der Menschen.* Wenn jemand an den Pranger gestellt wird, wollen alle mitspucken.

*Lerne, sagte er zu sich selbst, lerne, bevor du stirbst, jenseits der Jurisdikation, ihrer empörenden, ekelhaften, dummen Anschuldigen zu leben*, ist das Fazit des Hauptprotagonisten von *Der menschliche Makel* - was by the way ebenfalls mein eigenes ist.

Niemand, der Misshandlung erleben musste (egal ob körperlich, psychisch oder mental), wird nach dieser Erfahrung je wieder dem Irrglauben einheim fallen können, dass alle Menschen gut sind. An dieser Erkenntnis gibt es anschließend nichts mehr zu rütteln.

 



Das schicke ich als Erklärung voraus, warum mir das Diskretitieren von ganzen Menschengruppen nahe geht. Ich wieß bereits auf diese zunehmende Tendenz in unserer Gesellschaft hin. Zumal das Prinzip dahinter zu leicht zu durchschauen ist - spalte und herrsche - und der bösartige Diskurs gegen all jene, die nicht der Regierungsmeinung folgen, zu offensichtlich ist. Sie werden gebrandmarkt mit Begriffen wie *Verschwörungstheoretiker, Querdenker, Corona-Leugner, Aluhut-Träger, Maßnahmen-Verweigerer, Antisemiten, Covid-Idioten, Reichsbürger oder gar Nazis...* - die unterschiedlichsten Zutaten werden in einen Topf geschmissen und püriert. Und moralisch exekutiert. Bref: Rufmord.

Mag ich für einige eine skurrile Person sein, weil mir die Natur samt einem Schöpfer Sinn ergibt, so staune ich über Menschen, die nach  ALL DEM, WAS BISHER GESCHAH, immernoch ihr Vertrauen in die Politik setzen. Das geht mir nicht ins Hirn.

Das hängt bestimmt damit zusammen, dass ich in einer Hochburg der Resistence lebe, in der die Vergangenheit der Nazis allgegenwärtig ist. Außerdem triggert man als deutscher Reisende in der Welt in verlässlicher Wiederkehr die Assoziation *Hitler*. Mir fallen wenig Völker dieser Erde ein, die aufgrund ihrer jüngsten Vergangenheit ähnlich gute Gründe hätten, ein äußerst distanziertes Verhältnis zu ihren Machthabern beizubehalten wie die Deutschen.

Hier will ich das Online-Nachrichten-Magazin *Nachdenkseiten* heranziehen. Das Motto der Journalisten dort lautet: *Glaube nichts, hinterfrage alles, denke selbst*. Das kommt meiner eigenen Denkweise sehr entgegen. Herausgeber ist Albrecht Müller, ein alter Hase was das politische Geschäft angeht, da er selbst viele Jahre für die SPD unter Willy Brandt in vorderster Reihe im Wahlkampf und als Leiter der Öffentlichkeitsarbeit tätig war. Er weiß also aus Interna, worüber er schreibt. Albrecht Müller ist bekennender Pazifist, Sozialist und überzeugter Demokrat. Und gerade weil er ein glühender Verfechter der Demokratie ist, ist eines seiner Hauptanliegen, seine Leser auf deren mögliche Gefährdungen hinzuweisen. Dennoch wird diese Webseite leichtfüßig in die *Verschwörungstheoretiker-Ecke* geschoben. Es scheint auszureichen, dass die Artikel dort abweichen von dem, was die Massenmedien schreiben. 

Ich frage mich eh, was an dem Prädikat *querdenken* so viel Ressonanz heraufbeschwört. Jetzt ohne Partei zu ergreifen - einfach nur das Wort betreffend. Denn macht nicht genau das kreative Intelligenz aus, dass jemand in der Lage ist Brücken zu schlagen hin zu fachfremden Gebieten, über die facheigene Welt hinauszudenken, verschiedene Sparten zu vernetzen? Und was bitte ist soziales Intelligenz anderes als Empathie: sich hineindenken können in die Beweggründe anderer. Ja, das kann soweit gehen, das polare Gegenüber mitzudenken (einst im Mittelalter - als Polarität eine große Selbstverständlichkeit war - übrigens gängiger Usus). Nur derjenige, der das vermag, kann jovial sein - und sich geistig weiterentwickeln.

Ich weiß, das politische Gedächtnis der Bürger ist kurz. Und man muss die Motivation der Demos in Stuttgart definitiv nicht unterstützen. Aber die Stuttgarter haben mit Stuttgart 21 sehr aktuell vor der Nase, was Politik verbrechen kann - hervorragend nachzusehen in *Die Anstalt vom 29.01.2019*. Das verschnupfte Verhältnis zur Obrigkeit sollte für Außenstehende dadurch zumindest nachvollziehbar sein. Und ganz ehrlich: ich habe Menschen schon für blödere Dinge auf die Straße gehen sehen als für ihre Freiheitsrechte (dazu: auf Phoenix - Rechtswissenschaftler Prof. Uwe Volkmann)

So lange in großen Unternehmen wie in Fleischzerlegungsbetrieben oder Amazon-Logistik-Zentren wiederholte Superspreader-Orte festgemacht werden, müssen zumindest diese Last die Demonstrierenden wie Mallorca-Touristen nicht alleine tragen.

Und diese verquere Logik konnte mir bisher auch noch niemand richtig erklären, wenn als Totschlagargument gegen diese Demos aufgeführt wird, dass sich unter die Demonstrierenden Rechtsextreme mischen. Wenn vor dem Kühlregal im Supermarkt ein Nazi neben meiner Freundin steht, dann teilt sie seine Ideologie deshalb noch lange nicht. Oder wie sonst ist diese Aussage zu verstehen?



Warum ist eigentlich ausnahmslos jedwede Kritik an den Corona-Maßnahmen verboten? Nehmen wir als kleines Fallbeispiel die FFP2-Masken, die in Deutschland Pflicht sind. Warum nur in Deutschland? Wenn diese Maske doch um ein vielfaches mehr Schutz bietet, warum pfeift dann Frankreich darauf. Honi soit qui mal y pense und gedanklich bei der Masken-Affaire landet. Sehr erheiternd in Szene gestetzt vom *Browserbalett* (via philuko). Oder ist das zu naheligend? Oder bin dann auch ich ein Querdenker, wenn ich versuche eins und eins zusammenzuzählen?

Ich habe keinen blassen Dunst von Epidemologie. Also bin ich darauf angewiesen, dass mir das Experten näher bringen. Darf ich trotzdem bitte zur Kenntnis nehmen, dass die Meinungen dieser Experten eklatant (!) auseinander gehen. Ich habe nicht nur Prof. Dr. Drosten zugehört, sondern wie wohl viele, die versuchen kritisch mitzudenken, ebenso auch Prof. Dr. med. Sucharit Bhakdi (seine Expertise: Facharzt für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie, Professor em. der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, von 1991 bis 2012 Leiter des dortigen Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene, Begründer und Vorsitzender der MWGFD e.V - Mediziner für Gesundheit, Freiheit und Demokratie). Wer bin ich, dass ich beurteilen kann, wer nun die Wahrheit spricht und wer nicht? Wie ein Extremo oder Terrorist erscheint mir Herr Bakdhi nun nicht. Eine Meinung traue ich mir nicht zu bilden - ich stelle unvereinbare Widersprüche fest. Darum bleibe ich abwartend und skeptisch.

Alles worauf ich hinaus will, ist das gleiche Anliegen wie dieser Artikel der Nachdenkseiten *Vergifteter Diskurs statt Dialog*

  *Sagte nicht Rosa Luxemburg, „Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden“? Wurde Voltaire von seinem Biographen nicht das schöne Zitat zugeschrieben: „Ich lehne ab, was Sie sagen, aber ich werde bis auf den Tod Ihr Recht verteidigen, es zu sagen“. [...] Ist es wirklich zu viel verlangt, sich zu wünschen, dass auch die „Maßnahmen-Befürworter“ einmal in sich gehen und auch andere Meinungen akzeptieren und respektieren … sie müssen sie ja um Himmels Willen nicht teilen. Aber man sollte als aufgeklärter, zivilisierter Mensch Andersdenkenden doch bitte zumindest das Recht zugestehen, eine andere Meinung zu haben. Oder ist das wirklich zu viel verlangt? Wollen wir wirklich eine gleichförmige – ja gleichgeschaltete – Debattenkultur, in der nur erlaubt ist, was regierungskonform ist und nicht vom Mainstream abweicht?*

 


 

Andere dürfen nicht nur anders sein, andere MÜSSEN anders sein!

Deshalb muss man Ansichten anderer nicht zwangsläufig übernehmen, aber man sollte sie respektieren. Oder zumindest stehen lassen können. Ich muss schließlich auch aushalten, dass es anscheinend in einem demokratischen Europa eine Mehrheit dafür gibt, dass man Menschen in Not in Flüchtlingslager wie Moria steckt oder im Mittelmeer ertrinken lässt - obwohl ich das eigentlich unterträglich finde.

Aber Leute - ganz unmissverständlich zum Mitschreiben: Ich lasse mir doch nicht vorschreiben, was ich zu denken und zu empfinden habe! Wo kommen wir denn da hin! Das verbiete ich mir a-u-s-d-r-ü-c-k-l-i-c-h! Im Gegenzug habe ich nicht vor, an anderen herumzudoktorn. Egal unter welcher Fahne, egal welche Farbe gerade das politische Mikrophon in der Hand hält, mit diesem Credo falle ich ins Grab:

 

Samstag, 10. April 2021

April-Booster: fermentierte Bärlauch-Sauce

 

Wißt ihr, warum Bärlauch Bärlauch heißt? Mir wars bisher nicht bekannt. Der Name ist dem Volksglauben entlehnt, dass Bärlauch angeblich so kräftigend ist, dass er selbst klapprige Bären nach ihrem Winterschlaf wieder in Top-Form bringt! Jetzt wißt ihr Bescheid! Und auch warum kein Weg am Bärlauch vorbei führt!

Mag ja sein, dass jetzt nicht jedem Bärlauch richtig super schmeckt. Aber das gleicht er mit all seinen umwerfenden Vorteilen lässig aus. So stärkt er das Immunsystem, schützt vor freien Radikalen, er gilt als entzündungshemmend und antibakteriell, senkt den Blutdruck, sorgt für eine gute Darmflora, bref: er wirkt wie ein natürliches Antibiotika. Ich bin geneigt zu behaupten, Bärlauch ist das Lebertran der Pflanzenwelt.

Bon, ist vielleicht ein bißchen übertrieben, aber die grobe Richtung stimmt! Darauf, dass Bärlauch ein Frühlings-Booster ist, darauf einigen wir uns bestimmt!

Für mich gehört er als Frühlingsbote unbedingt auf den Teller. Zu meinen bisherigen Standarts wie Pesto und Öl kommt nun noch die fermentierte Bärlauch-Sauce hinzu, zu der mich *Buschfunkistan* angestiftet hat. Denn hier potenzieren wir die Heilwirkung von Bärlauch noch zusätzlich durch das Fermentieren, wodurch der Bärlauch obendrein probiotisch wird.

Wie lange diese Sauce hält, kann ich euch nicht sagen. Aber ich merke schon: bei mir kommt sie schnell weg. Bereits bei den fermentieren Rote Beten (dazu komme ich noch), habe ich festgestellt, dass die Fermentation die geschmacklichen Kanten etwas runder schleift. Schmeckt die Rote Bete fermentiert weniger erdig, so schmeckt der Bärlauch weniger nach Knoblauch.  Ich habe die Sauce bereits in eine Salat-Vinaigrette gemischt, in eine Quiche versteckt und als Topping eines Bärlauch-Risottos verwendet. Eine echte Bereicherung, die Sauce wird in diesem Haushalt definitiv ein Keeper!


 

Ach, und für alle, die man wie mich nicht mehr überzeugen muss von der Heilkraft von Mutter Natur, für die habe ich noch einen Tipp, den ich wiederum erhielt von einer lieben Leserin (coucou Lisa) - und den ich gemäß meinem neuen*Beeing a funghi in the forest*-Prinzip auch mit euch teilen will.

Noch hat die Pharma-Industrie keine Medikamente für Covid-Erkankte an der Hand, so dass sich einige in Selbsthilfegruppen organisieren - gerade wenn es um die Suche nach Therapie-Ideen rund um Langzeitfolgen geht. Hier kommt Artemisia unnua ins Spiel, der einjährige Beifuß. Populär ist er schon lange in Madagaskar und anderen afrikanischen Staaten, wo man erfolgreich Malaria damit behandelt (eine Entdeckung, die immerhin mit dem medizinischen Nobelpreis ausgezeichnet wurde). Erste Laborstudien zeigen sich vielversprechend ebenfalls Covid betreffend.

Und eine weitere Empfehlung kann ich euch direkt hinterherschieben. Und zwar haben wir das durch und durch sympathische Familienunternehmen *Kasimir und Lieselotte* entdeckt, mit deren Online-Handel wir die besten Erfahrungen gemacht haben - falls ihr euch entsprechend eindecken wollt. Bitte schön! Gerne geschehen!

 

Zutaten - 1 Glas:

150g Bärlauch
2 TL Steinsalz
Abrieb einer halben Zitrone
Wasser
 (optional Glasgewicht)*

Zubereitung:

Das Glas inklusive Deckel sterilisieren (m: mit kochendem Wasser). Die Kräuter waschen und in das vorbereitete Glas stopfen

Nun Wasser-Füllmenge und Kräutergewicht addieren und die exakte Salzmenge zum Fermentieren errechnen = 2 Prozent. Das Wasser sollte die Kräuter komplett bedecken, damit kein Sauerstoff an den Bärlauch gelangt. Deshalb kommt ein Glasgewicht (ebenfalls sterilisiert) zum Einsatz (m: ersetzt durch kleines Glasgefäß, das ich mit Wasser füllte und mir als Gewicht im Glas ausreichte).

Eine Woche  fermentieren lassen - gut zu erkennen an aufsteigenden Bläschen.

Dann die Lake zum guten Teil abschütten und den Bärlauch in einem Hochleistungsmixer feinst pürieren. Zur gewünschten Konsistenz wieder etwas Salz-Lake zufügen. Wieder in sterilisierte Gläser/ Flaschen/ Behälter füllen. Um den weiteren Fermentationsprozess zu verlangsamen, diese dann im Kühlschrank aufbewahren.

*Anmerkung m: ich habe das Glasgewicht durch ein mit Wasser gefülltes Gläschen ersetzt, welches in mein Füllglas passte/ ich habe mich wie Buschfunkistan nicht streng an die 2%-Regel gehalten - daher keine Gramm-Angaben

150g Bärlauch sind lediglich ein Richtwert - logo, könnt ihr auch mehr auf einen Schlag fermentieren!

Quelle: Buschfunkistan (youtube)

 

letztes Jahr habe ich euch - ganz Service-Blog - ein Board zusammengestellt:

**** Bärlauch-Spezial ****



Mittwoch, 7. April 2021

Post-Ostern: Senf-Eier mit Pellkartoffeln und Buttergemüse


Es war noch vor Covid  (die neue Zeitrechnung, die zukünftig wohl immer entscheidend sein wird: davor oder danach) als ich eine Doku sah über die Berliner Gastro-Szene. Ein Resto mit junger Equipe bot deutsche Hausmannskost an - begeistert, dass man heute (also damals) solche simplen Gerichte wieder auf die Karte setzen könne. Das wäre doch toll, dass Essen wie 'Pellkartoffeln mit Quark' oder 'Senf-Eier' so gut von der Kundschaft angenommen würde.

Da staunte ich auch. Also ehrlich jetzt, aber 'Pellkartoffeln mit Quark' wäre so ziemlich das allerletzte, was ich in einem Resto essen wollte. Jetzt nicht wegen dem Geschmack - der Habib isst das sogar sehr gerne -, aber  'Pellkartoffeln mit Quark' ist doch eigentlich kein Gericht. Das bringt man dann auf den Tisch, wenns schnell gehen muss und man keine Idee hat, was zubereiten. Das ist ja nun nicht gekocht! Also sowas geht wohl nur in der Großstadt, dachte ich mir, für echte Koch-Legastheniker, für Menschen ohne Küche und Kochtöpfe, für Workoholics, die noch nicht einmal Zeit haben, sich selbst einen Tee aufzugießen.

Aber wer weiß, ob nach dem Lockdown solche Gerichte noch laufen, denn selbst die hartnäckigsten Kochanfänger sollten in der Zwischenzeit gelernt haben (müssen), wie man Kartoffeln in Wasser gart und Kräuter klein hackt.

Was ich aber diesen ganz schlichten Essen zugute halten muss, ist, dass sie wunderbare Alltagküche sind, weil sie einem selbst in der Wiederholung immer gut schmecken. Schlicht schlägt raffiniert. Zumindest im Alltag, zumindest in meiner Welt.

Die Aussage dieses Berliner Kochs brachte mich dazu, selbst mal Senf-Eier zuzubereiten - tatsächlich habe ich das noch nie gegessen. Béchamel-Saucen hingegen - lange verpöhnt, diese Mehlpampe - mag ich seit meiner Kindheit. Ungeachtet ihres Rufs. Und ein paar hartgekochte Eier dürften gerade ebenfalls bei dem ein oder anderen übrig sein, oder? Ich habe unsere Eier dieses Jahr zum ersten Mal mit Rotkraut gefärbt. Sah sehr *alternativ* aus, *Camouflage-Eier* nannte sie der Habib, mais bon, pourquoi pas...


 

Zutaten 2P:

4 Eier, hart gekocht
1 EL Butter
2 EL Mehl
300ml Gemüsebrühe *
50ml Milch
50ml Sahne
Salz, Pfeffer
1 EL Tamari
2 TL Senf (Djon)
1 TL Honigsenf
1 TL gekörnter Senf
Pellkartoffeln
(m: pro Person 2 Kartoffeln)
400g gemischtes Gemüse (m: Karotten, Kohl, Lauch)
ein Stich Butter Butter schwenken
(optional: Petersilie zum Deokorieren)

Zubereitung;

Pellkartoffeln mit kaltem Wasser bedecken, Deckel auflegen und je nach Größe in etwa 30min weich garen. Abgießen, etwas ausdämpfen lassen, schälen und warm stellen.

Parallel Gemüse putzen, in einer breiten Pfanne knapp mit Gemüsebrühe bedecken, Deckel auflegen und bissfest garen. Abgießen und das Kochwasser auffangen. Warm stellen.

Für die Senfsauce die Butter in einem Topf schmelzen, das Mehl zufügen und mit einem Schneebesen 3-4min mitrösten ohne dass das Mehl dabei Farbe annimmt. 300ml des Kochwassers (Gemüsebrühe) anschütten und dabei stetig rühren, damit sich keine Klümpchen bilden. Ebenso Milch und Sahne zufügen. 10min sanft köcheln lassen. Sollte die Sauce noch zu zäh sein, etwas zusätzliche Brühe anschütten.

In dieser Zeit die Butter in der Pfanne flüssig werden lassen und das gegarte Gemüse kurz darrin schwenken.

Vor dem Servieren den Senf unter die Béchamel-Sauce rühren - die Sauce sollte nicht mehr aufkochen, sonst droht der Senf auszuflocken und er verliert außerdem an Würze -, salzen, pfeffern und mit Tamari abschmecken.

Pellkartoffeln mit Gemüse und Senfsauce servieren. 

*Anmerkung: eine gute Béchamel steht und fällt mit der richtigen Konsistenz: nicht zu dick, nicht zu dünn. Also Flüssigkeit nach und nach anschütten, damit man diese nach Wunsch justieren kann.

 

Sonntag, 4. April 2021

Aromatherapie: Frohe Ostern


Der Duft einer Mandelbaum-Plantage gleicht einem bunten, prall gefüllten Heißluftballon, der nicht mit Helium sondern mit Süße und Lieblichkeit gefüllt ist und der sich jedem mit einem Schwung über die Nase ergießt, der direkt davor steht. Mehr Rausch kann ein Riechorgan nicht verkraften! Ich war schwer versucht, mich einfach mit ausgebreiteten Armen unter die Bäume zu legen und zu hecheln wie ein Tier.

Aber vermutlich hätte unser Nachbar Max, dem die Mandelbäume gehören, mich dann für verrückt erklärt. Wobei ich noch grüble, ob das nicht die gesündeste Reaktion auf all den Wahnsinn, die Willkür, die Emotionalisierung, die Bedrohung, die Angstmacherei, das Aufeinanderhetzen und die Freiheitsberaubung wäre. Einfach liegen blieben, kurzes Winken, ein letztes freundliches Trapattoni angelehntes *Ich habe fertig* und implodieren.

Das klingt jetzt etwas depressiv, oder? Dabei bin ich nur immer wieder *down*. Und ich finde daran nichts Schlimmes, das freiraus zuzugeben. Mütend nennt es die Zeit. Und auch hier fällt wiederholt das Wort *bleiern*. Das darf man sich als beherrschende Zeitgeist-Stimmung ruhig ins Gedächtnis setzen, wenn später irgendwelche Hamster, die nicht miterlebt haben, wie das Kranke zum Maßstab aller Dinge erhoben wurde, neunmalklug fragen, ja, warum habt ihr denn diese Monate der zusätzlichen Zeit anstelle von Aufräumen nicht für Kreativität genutzt. Tja, weil Mercurius nicht mit Bleigewichten an den Füßen unterwegs ist, deshalb! Morgens kann ich sogar erschöpft aufwachen. Und das obwohl der Garten mich das schwarze Loch vergessen lässt.

Leben als Gegenstromanlage. Das powert auf Langstrecke aus. Sich lebensmüde zu fühlen, kennt wohl jeder, der sein Herz nicht an den Holländer Michel verkauft hat. Reden und sich anvertrauen hilft! (großes Ausrufezeichen!) Selbst professionelle Motivationstrainer - die in solchen Konjunkturzeiten für ihr Buisness ihre Kundschaft wie Rahm abschöpfen dürfte - werden mit ihrem einstudierten *Wenn das Leben dir Zitronen gibt, mach Limonade daraus*-Parolen unter Leistungsdruck geraten.

Wir alle haben unsere Päckchen zu tragen. Jetzt mit der C-Kacke kommt für alle noch eines obendrauf. Und dann heißt es *lauf, Forrest, lauf!* (dabei habe ich den Film noch nicht einmal gesehen). Ein Belastungstest, dem meine verweichlichte Generation wenig Puffer entgegenzuhalten haben dürfte. Es lief zu lange in ruhigen Gewässern, da ist die Frustrationsgrenze recht tief angesetzt. Die Vulnerabilität der Psyche und so - ich hatte es davon. Aber ich will hier kein *Mimimi*-Jammerkonzert anstimmen. Wir wissen schließlich auch, schlimmer geht immer: nichts leichter als jedem eine weitere zusätzliche Schippe draufzuschmeißen. Was üblicherweise sonst wirkt, ist der beruhigende Hinweis, dass alles irgendwann vorüber geht. Aber seht ihr das Ende? Ganz ehrlich gefragt: woran zieht ihr euch gerade noch hoch? Was sind eure Phantasien, Wunschvorstellungen, Zukunftsvisionen,  an denen ihr euch aufrichtet?

Dann denke ich: ist Leben nicht allgemein ein Bemühen und Abstrampeln? Das ist doch lediglich die Konsumindustrie, die uns die große Party verkaufen will. *Leben gleicht jener beschwerlichen Art zu wallfahrten, wo man drei Schritt vor und zwei zurück tun muss* (Goethe). Der geschichtliche Aspekt einer Epoche hat noch selten zur Belustigung beigetragen, denn ich vermute, dass der Fun-Faktor von Umweltkatastrophen, Hungersnöten, Wirtschaftskrisen und Kriegen auch nicht sonderlich ist. Die Erde als Ort des Massakers, des Leid, des Elends. Nüchtern betrachtet nicht gerade ein place to bee für Träumer, Partygänger, Schöntuer und Jammerlappen. 

Und dann kommt mir eines meiner spirituellen Vorbilder in den Sinn: der Leibarzt des Dalai Lamas. Fast 30 Jahre seines Lebens verbrachte er in chinesischen Konzentrationslagern, erlebte furchtbare Misshandlungen. Doch er schaffte es Kraft seines Geistes seinen Zorn und seine Wut nie nach außen zu richten, sondern ertrug diese Umstände - wie ich finde mit übermenschlichen Kräften - um sie zur eigenen Bewährung und Läuterung zu verwenden. Abgesehen von all den Wunden, die ihm dabei geschlagen wurden, so blieb ihm allerdings zeitlebens eine tiefe Traurigkeit. Ob nicht gerade Leid, Trauer und Not die entscheidenden Triebfedern sind, um Verbindung zu suchen zu etwas, das größer und weiser ist als man selbst?

Letzte Woche hat mich die Aussage eines kleinen, rumänischen Jungen, der schwer an Krebs erkrankt gewesen war, beeindruckt. Auf die Frage, was er anderen Kindern raten würde, die ähnliches durchmachen müssen wie er, wiederholte er erst nachdenklich den letzten Teil der Frage, wurde sehr ernst, dachte einen Moment nach und antwortete: *Mutig sein, an sich glauben und jeden Tag beten.*

Den Boden, auf dem das eigene Denken fußt und wurzelt, kann jeder nur aus sich selbst heraus schaffen:

*Träume braucht man nicht zu retten*
*Doch* sagt Gräber. *Was denn sonst?*
*Glauben. Träume bilden sich neu*.
(*Zeit zu leben, Zeit zu sterben* von Remarque)

In diesem Sinne, verliert den Glauben nicht: Fröhliche Ostern!





Samstag, 3. April 2021

Ostergebäck: Pogne de Romans


Nach Romans auf den Markt habe ich euch hier schon mitgenommen (du meine Güte, schon 10 Jahre her - ich komme in ein Alter, in dem ich in Jahrzehnten rechnen kann!). Bestimmt sogar mehrfach, denn der Habib und ich sind sonntags sehr gerne an das Städtchen an dem Fluss, der Isère, gefahren. Besonders eine alteingesessene Bäckerei mit einem uralten, riesigen Holzbackofen mitten im Verkaufsraum hatte es uns angetan. Leider gibt es sie heute nicht mehr. Der Habib liebte besonders die dunkelschwarzen Krusten, wie sie nur die Hitze eines Feuers hinbekommt. Und es verleiht den Broten eben auch einen ganz eigenen Geschmack.

Was aber weiterhin Bestand hat und zwar als typisches Spezialität von Romans sur Isère ist die Pogne. Die Tradition des Pogne geht zurück bis ins Mittelalter, wo sie einst auschließlich zu Ostern zubereitet wurde: ein als Couronne gebackener Hefekuchen mit Butter und Eiern. Während der Fastenzeit waren in der Dauphiné Eier verboten, was einer der Gründe war, warum an Ostern viele Gebäcke mit Eiern auf den Tisch gestellt wurden. Heute wird die Pogne das ganze Jahr über gebacken.

Da ich in all den Jahren ein Mal zu oft mit einem französischen Rezept auf die Schnautze gefallen bin, habe ich mir mein eigenes Pogne-Rezept zusammengestellt. Und zwar in dem ich ein verlässlich deutsches mit einem französischen für die Pogne kombinierte. So hielt ich mich an die Teigführung von Meister Dietmar für seinen Osterbrioche, Parfüm (Gewürz) und Form habe ich der regionalen Spezialität des Pogne angepasst - nach Anleitung dieses Blogs. Völlig unverzichtbar ist das fleur d'oranger-Aroma. Die Orangenblüten verleihen dem Hefezopf direkt einen südfranzösischen Touch.

Sehr oft wird die Pogne gebacken mit  Pralines rouges (man kann diese bereits fertig im Supermarkt kaufen, ich habe euch verlinkt zu einem Selbermach-Rezept) -  - so wie ich ihn hier mal in Saoû auf dem foire aux fruits d'hiver fotographierte (tsss, auch schon 10 Jahre her...). Ich ziehe den schlichten Pogne vor.

Mein Pogne hätte durchaus eine noch etwas längere Gare vertragen - was möglicherweise an meiner etwas schlappen Hefe lag, die ihr Verfallsdatum kurz überschritten hatte. In Frankreich sieht man mir das nach: rustikal-romantisch darf hier Handwerkskunst ruhig aussehen. Ansonsten ist die Pogne völlig unkompliziert in der Zubereitung! Setzt ihr morgen früh den Vorteig an, dann könnt ihr für den Ostermontag das Brunch mit einem Pogne starten.

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Zutaten - ein Pogne:

Vorteig - 12-14 Stunden:
60g Weizenmehl (m: T65)
15g Hartweizenmehl (oder feiner - grieß)
90g Wasser
0,5 -1g Hefe*

Hauptteig - 14-16 Stunden:
Vorteig
250g Weizenmehl (m: T65)
50g Rohrzucker*
6g Salz
1 Ei
2 Eidotter (m: von kleinen Eiern)
65g Butter (ca. 8°C)
15g Crème fraîche 
17 g d’eau de fleur d’oranger (Orangenblütenwasser)
18g brauner Rum (optional)
7g Hefe
zum Bestreichen: 1 Ei 



 

Zubereitung:

Vorteig ansetzen, abdecken, bei Raumtemperatur anspringen lassen und dann in den Kühlschrank stellen.

Für den Hauptteig alle Zutaten miteinander vermengen, 7min langsam kneten und 5min schneller kneten. 20min Teigruhe.

Teig rund formen. Weitere 20min ruhen lassen. Mit dem Finger ein Loch in der Mitte eindrücken und vorsichtig einen Ring formen. Der Außendurchmesser des Pogne sollte 20cm haben. Pogne auf ein rundes Backblech, das mit Backpapier bedeckt ist (etwa der Boden einer Springform) setzen, Pogne zudecken mit Plastik (m: in große Plastiktüte gepackt) und in den Kühlschrank stellen. Die Pogne sollte währenddessen sichtbar aufgegangen sein, aber noch nicht volle Gare erreicht haben.

Nach ca. 14 Stunden den Ofen auf 190° vorheizen.

Den Pogne zwei Mal mit verquirltem Vollei bestreichen. Vier mal (quadratisch) einschneiden.

Fallend auf 180° ca. 35min backen.

*Anmerkung m: Für den Vorteig habe ich einfach einen Krümel Hefe verwendet - meine Waage bekommt 1g nur ungefähr angezeigt/ die Zuckermenge habe ich gegenüber Dietmars Rezept erhöht, im Bezug auf das französische verrringert

Zeitfahrplan: Vorteig morgens um 7 Uhr angesetzt, abends um 19.00 Uhr Hauptteig geknetet, geformt und in den Kühlschrank gestellt. Morgens um 10 Uhr gebacken.

Inspiration: Croquandfondantgourmant und Osterbrioche nach Dietmar   

 

letztes Jahr habe ich euch ein Board zusammengestellt - für alle Kurzentschlossene:

    **** OSTERN-SPEZIAL ****



Mittwoch, 31. März 2021

Spezie: wildes Pflanzerl


Seitdem ich gerne koche, habe ich schon so manche Gerichte durchdekliniert. Gnocchi etwa. Oder Serviettenknödel. Oder nach wie vor vegetarische Buletten. Gemüse-Puffer sind endlos spannend, vielseitig und wandelbar - und pimpen jeden Vegi-Teller (da steht echt mal ein Spezial-Board mit Lieblingen aus). Dabei kommt es nicht nur auf den Geschmack an, sondern dass sie gut zusammenhalten. Letzteres stellt sich spätestens in der Pfanne heraus, wenn sie sich gut wenden lassen - oder auf der Zielgerade zerbröseln. Worüber ich mich ja scheckig ärgern kann, wenn auf ein Rezept in der Hinsicht kein Verlaß ist. Das sollte euch bei mir nicht passieren - hoffe ich!!

Jetzt versuche ich gerade zwei Passionen miteinander zu verbinden: meine Spezies die Pflanzerl mit den Wildkräutern. Was denkbar einfach ist. Man tausche einfach in den Rezepten Spinat mit dem grünen Wildfang seiner Wahl.

Hier stelle ich ein schönes, grünes Pflanzerl vor, in das ich hauptsächlich Brennnessel verbastelt habe. Aber auch Bärlauch-Pesto kam zum Einsatz, das ich durch etwas Minze, Petersilie, Pimpinelle und Melisse erweitert habe. Warum sich in der Fülle beschränken? Zum ersten Spargel an diesen atemberaubenden Frühlingstagen auf der Terrasse ein Gedicht! Es geht halt nichts über Selberkochen!

 



Zutaten 2P - 5/6 Stück:

120 Quinoa
150g Erbsen (m: tiefgekühlte, eigene)
eine handvoll Brennnessel (ca. 40-50g)
1-2 TL Bärlauch-Pesto
40g Haferflocken
1 EL Semmelbrösel
40g geriebener Käse (m: Comté)
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
Olivenöl

 

Zubereitung:

Quinoa in 250ml Gemüsebrühe geben, ca. 12min köcheln lassen, dabei gelegentlich umrühren - dann bei geschlossenem Deckel etwa 10min weiter quellen lassen.

Erbsen in kochendem Wasser kurz gar ziehen lassen, abschütten, abschrecken und gut abtropfen lassen. 

Brennnessel in wenig kochendem Wasser zusammenfallen lassen, dann abschütten, etwas auskühlen lassen, gut ausdrücken und zusammen mit den Erbsen pürieren.

Alle Zutaten miteinand vermengen und daraus 5 oder 6 Buletten formen und im heißen Olivenöl von beiden Seiten golden braten.

Anmerkung m: wie ich beim Linksetzen feststellte, machte ich sonst gerne das Pesto recht puristisch - hier habe ich noch einige Nüsse (Mandeln - aber Pinienkerne oder Haselnüsse gehen ebenfalls prima) und Parmesan dazu gegeben!

 

die Grazie Feldhyazinthe

Freitag, 26. März 2021

Danser encore - Spaghetti à la Sophia Loren


Die Frühlingssonne zieht nach draußen. Ich laufe nur noch mit Unkrautstecher bewaffnet durch den Garten. Eine der ersten Lektionen von Großmeister Garten ist, dass man das, was einem lieb und teuer ist, verteidigen muss - sonst wird es schnell geschluckt von dem, was man eigentlich so nicht wollte. Ohhh wie genieße ich es, meinen Geist warm besonnen zu lassen und meine Gedanken wieder mir Frische, Licht, Düfte, Gezwitscher und Leichtigkeit zu füllen.

Da muss es am Herd schnell gehen. Die Spaghetti nach Sophia Loren will ich schon seit JAHREN nachkochen - nun habe ich es endlich geschafft. Zum Reinlegen! Das bißchen Sardelle in der Sauce gibt so einen Hauch von raffiniertem Gewürzdreh, der nur schwer zu benennen ist. Und etwas junges Grün - ob Knofi-Stangen, Bärlauch oder eben Rucola - macht sich hervorragend darin. Ohne irgend ein Kraut in der Hand kann ich jetzt nicht vom Garten in die Küche zurückmaschieren. Unmöglich!

Und dann geht da eine Bewegung durch Frankreich. Ich stelle euch den Chanson ein (sogar mit deutschem Untertitel verfügbar), ein Phänomen, das wie ein Zugvogel von französischer Großstadt zu französischer Kleinstadt zieht: das Lied *Danser encore*.  Musiker und Künstler aus Paris, Marseille, la Rochelle, Gap, Cahors undund... greifen den Chanson auf und fühlen sich veranlasst nachzuziehen... *Peut être qu'un jour cette musique sonnera comme un hymne national* schreibt ein Kommentator. On verra...

 

 

Zutaten 2P:

Sardellenbutter:
40g Butter, weich
4 Sardellen-Filets
Salz, Pfeffer
 
250g Ofentomaten*
eine handvoll junger Rucola
(m: plus 1 Stange junger Knoblauch)
Salz, Pfeffer
250g Spaghetti (m: demi-complet)

Zubereitung:

Die Butter schaumig rühren. Sardellen, Salz und Pfeffer unterrühren. Die Sardellenbutter auf ein Tellerchen geben und im Kühlschrank fest werden lassen.

Die Ofentomaten in einem kleinen Topf erhitzen.

Die Nudeln in reichlich kochendem Salzwasser bissfest kochen, abgießen und wieder in den Topf zurückgeben. Die Sardellenbutter zugeben und gut verrühren, dann Rucola und die Tomatensauce zugeben und alles innig vermischen.

Anmerkung m: wer keine Ofentomaten hat ersetzt sie so: Olivenöl in einem Topf erhitzen und  einen feingewürfelten Knoblauch darin goldgelb werden lassen, dann 2 TL Tomatenmark hinzugeben, kurz mitrösten, dann 400g Tomaten zugeben. Diese sanft etwa 1 Stunde schmurgeln lassen, falls nötig etwas Wasser zugeben. Am Schluss soll eine dickliche Masse übrig sein. Salzen, pfeffern und eine Prise Zucker zufügen.

Quelle: Petra aka Chili und Ciabatta

 


Sonntag, 21. März 2021

Marcel Marceau - Polenta-Bärlauch-Laibchen mit Rotwein-Schalotten

 

Von all den Möglichkeiten und Freiheiten, die ich mal als selbstverständlich annahm, vermisse ich u.a. besonders, mit dem Habib in einem Café zu sitzen und Menschen zu beobachten: eine echte, gemeinsame Passion, das Intersesse am Menschen, die Lust an der Phänomenologie, die Verfeinerung unserer homöopathischen Studien - das war immer SO inspirierend und wurde und wurde nicht fad. Das fehlt mir sehr!

Regelrecht unerträglich finde ich, dass durch die Maskentragerei die Gesichter hinter einem Stück Stoff verschwinden. All die nonverbale Kommunikation, die so en passant geschieht und die ganz leicht wildfremde Menschen für ein paar Augenblicke verbindet, fällt völlig weg. Kann man sich als soziales Wesen mehr behindert fühlen, als wenn man kein Lächeln mehr austauschen kann?

*Pantomimik ist ein Esperanto der Gebärden und damit die am weitesten verbreitete Weltsprache überhaupt*, sagt Marcel Marceau.

Vermutlich ist mir Frankreichs großer Pantomime Marcel Marceau durch meine Sehnsucht wieder in den Sinn gekommen. Ich hatte das große Glück Marcel Marceau noch live auf seiner letzten Tour zu sehen -  ungeachtet seines Alters füllte er in großer Lässigkeit die Bühne. 2007 verstarb er und liegt nun begraben auf dem schönen Pariser Park-Friedhof Père Lachaise. Mich fasziniert an Marcel Marceau, wie er es schafft, nur mit Mimik und Gebärde emotionale Geschichten zu erzählen ohne dass auch nur ein Wort seine Lippen verlässt.

Dabei habe ich eigentlich Clown-Sperre. Doch als eben solcher, als der tragischkomische Clown *Bip* feierte er besondere Erfolge: im Ringelhemd, einem weiß geschminkten Gesicht, einem zerbeulten Seidenhut und einer roten Blume wurde er einem weltweiten Publikum bekannt.

Früh schon, habe ich nun gelesen, war er angezogen vom Schauspiel. Aber in seiner Jugend war daran nicht zu denken: als in Straßburg lebender Jude hatte er im 2. Weltkrieg ganz andere Probleme. Zusammen mit seinem Bruder schloß er sich der Widerstandsbewegung an, fälsche Pässe (u.a. auch einen eigenen - den Namen sollte er später als Künstler behalten). Drei Mal half er dabei, jüdische Kinder über die Grenze in die Schweiz zu schmuggeln: Arte machte zu diesem Thema einen kleinen Kurzfilm.

Einer seiner großen Idole war der Stummfilm-Star Charlie Chaplin (dem er nur ein Mal und auch noch zufällig auf dem Flughafen begegnen sollte) - und so machte er die *Kunst der Stille* zu seinem Beruf. Erstaunlicherweise schaffte er ausgerechnet in Deutschland seinen großen Durchbruch. 1951 blieb er für zwei Monate in Berlin; zu seinen Aufführungen kamen auch Bertolt Brecht und der Kritiker Friedrich Luft, der schrieb: *Marceau macht eine Kunst, das muss man gesehen haben*. Oder wie sagt Marcel Marceau selbst in einem Interview, das er auf deutsch führte  (hier in der BR-Mediathek):

*Pantomie ist die Kunst der Bewegung, der Gebärde, die  Menschen zeigt in Handlungen, die komisch-tragisch sind und die die tiefsten Bestrebungen des Menschen zeigen [...] Wir Pantomimen machen das Unsichtbare sichtbar und das Sichtbare unsichtbar.*

Allein an seiner poetischen Art sich auszudrücken, zeigt sich die künstlerische Seele von Marceau, der sehr sprachbegabt war, gut deutsch und englisch sprach aber auch zeichnete und malte. 1978 gründete der die Schauspielschule École Internationale de Mimodrame de Paris, in der Pantomime, Tanz, Fechten und Schauspiel gelehrt wurden. Ich behaupte, Marceau ist nicht wegzudenken aus der reichen, lebendigen (und hoffentlich Pandemie-überlebenden) französischen Straßentheaterszene. 

Schon zu Lebzeiten zweifelte Marcel Marceau manchmal, ob für seine *Kunst der Stille* die Welt mittlerweile nicht zu laut geworden wäre: *Finden uns nicht die bewegensten Momente im Leben ohne Worte?*

Jede Form der Kommunikation kann man nicht hoch genug halten - ganz mit Humboldt: *Sprache ist der Schlüssel zur Welt* - aber ganz besonders das, was zwischen den Zeilen steht und was im echten Leben und Austausch die nonverbale Kommunikation (Mimik und Gestik) ausmacht, trägt die eigentliche Botschaft: ein Zucken der Mundwinkel, eine fahrige Handbewegung, das Hochgehen der Augenbrauen... Das Grimmsche Wörterbuch schreibt einleitend: *Die Gebärde, *ein lange wichtiges Wort mit viel weiterem Lebens- und Begriffskreis als jetzt, gleich seinem Zeitworte [gebaren]*

Und nun bleiben alle zarten, vagen Signale des Gesichts wie kleine Insekten in einem Fliegengitter hängen. Entbehrt ihr diese Form des menschlichen Miteinanders auch so sehr?



 

Ganz gewiß dauert es noch etwas, bis man von Winterküche auf Frühling umschwenken kann. Geduld - das große Zauberwort! Bis die ersten Frühbeete Früchte tragen, kann man sich zumindest aber schon mal an den ersten Kräutern laben. Und da gehts mir wie einem Wildtierchen: ich weiß gar nicht, wo ich zuerst reinbeißen soll: es leuchtet und winkt alles so einladend frisch und grün!

Geschwister im Blog-Universum: gebratene Bärlauch-Polenta


Zutaten 2P:

100g Maisgrieß
400ml Gemüsebrühe
1 Ei
1/2 Bund Bärlauch*
60g Bergkäse
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette 

Rotwein-Schalotten:
100g Schalotten (m: auch einige sehr kleine Zwiebelchen)
100ml Rotwein
100ml Portwein
1 Zweig Rosmarin
2 Zweige Thymian
1 Zweig Lavendel
2 Nelken
1 TL Zucker
 
Rotwein-Sauce:
60ml Rotwein
70ml Portwein
70ml Veggie-Jus
60ml Gemüsebrühe
2 EL Tamari
2 EL Balsamico-Reduktion
1/4 TL Thymian
1 Knoblauch
1 Stück Butter
Salz, Pfeffer
Roux* 

Zubereitung:

Für die Rotwein-Schalotten alle Zutaten in einen kleinen Topf geben. Die Flüssigkeit nahezu vollständig einköcheln lassen (m: bis auf 1 EL) und die Schalotten beiseite stellen.

Für die Sauce die Knofi fein würfeln und in der Butter kurz anrösten lassen. Dann ablöschen mit Rotwein und Portwein ablöschen. Brühe und Veggie-Jus zufügen - außerdem den Thymian. Etwas einköcheln lassen, abschmecken mit Balsamico-Reduktion, und Tamari. Salzen und pfeffern. Binden mit einer kleinen Roux. Die Rotwein-Schalotten zufügen.Warm stellen.

Bärlauch säubern und feinst hacken. Für die Gemüsesuppe aufkochen, die Polenta einrießen lassen und unter ständigem Rühren zu einem dicken Brei einkochen. Vom Herd ziehen und etwas abkühlen lassen.
 
Dann Bärlauch, Ei und Käse unter die Polenta mischen. Mit Salz, Pfeffer und Piment abschmecken und mit feuchten Händen flache Laibchen daraus formen.In einer Pfanne Öl erhitzen, die Laibchen darin beidseitig langsam (m: auf heißer Flamme) goldbraun braten.
 
Anmerkung m: Wer ein anderes Kraut wie Bärlauch bevorzugt - etwa Brennessel, Giersch...  darf sich hier kreativ ausleben!

 

Dieses Stück gehörte zur Aufführung auch damals in Baden-Baden - es blieb mir bis heute im Gedächntis: der Maskenbauer:

Freitag, 19. März 2021

Geistiges Tennis: Gnocchi mit Rosenkohl, Maronen und Birne


Die Inspiration zum heutigen Gericht las ich von einer Speisekarte ab: Gnocchi mit Rosenkohl, Maronen und Birnen. Hmmm, da lief mir alleine bei der Vorstellung das Wasser im Mund zusammen.

Klarer Fall: das muss auf den Tisch gebracht werden. Zumal der Rosenkohl aus den Beeten zu weichen hatte.

Um Gnocchi, Maronen und Birne miteinander zu verbinden, schmeichelt sich in meiner Version ein Käsesößchen um die drei. Und was soll ich sagen: es schmeckte mir genau so, wie es sich meine Sinne in der Theorie ausmalten. Schön, oder, wenn Phantasie und Realität übereinkommen und sich nahtlos ineinander fügen. Das kann Erde schließlich auch.

Heute will ich mir mal gar keine weiteren Gedanken über Welt, Menschen und Gesellschaft machen. Heute gibts einfach mal einen *Lecker-Lecker-Post* wie man das als Foodblog überlicherweise so betreibt. Heute mache ich es mir einfach. 

Die Kommentarfunktion hier wird eh bevorzugt benutzt, um ein Feedback zu den Gerichten zu geben. Was toll ist, schließlich lese ich gerne, dass meine Rezepte funktionieren und schmecken. Oder wie sie abgewandelt werden und wie damit gespielt wird. Nicht anders ergibt foodbloggen Sinn.

Von den Lesern, die sich auf meine Einleitungen beziehen, erhalte ich viel Post per Mail. Dafür wollte ich mich mal Blog-öffentlich bedanken. Ich freue mich sehr, wenn meine Gedanken aufgegriffen und innerlich bewegt werden. Ja, vieles schreibe ich für mich, um mir während dem Formulieren selbst einiges klar vor Augen zu stellen. Wenn darin aber jemand anderes noch einen Mehrwert für sich sieht, dann empfinde ich das als bereichernd.

Nehmt es mir nicht krumm, wenn ich nicht immer direkt und auch nicht auf alle Mails reagieren kann! Ich bemühe mich - manchmal brauche ich nur ein bißchen (mehr) Zeit. Doch seid euch gewiß, dass mich eure Mails im Gegenzug wiederum anregen, in neue Richtungen zu denken. Und richtig spitze sind natürlich eh all die Mails, die Neigungen und Interressen aufgreifen, die ich auf dem Blog offenbart habe und mich dann aufmerksam machen auf entsprechende, dazu passende Fundstücke! Damit kann man mir wirklich eine Freude machen! Echt, großes, geistiges Tennis - und Gedanken-Pingpong ist doch überhaupt das weltoberbeste, was passieren kann, oder?!

So, jetzt aber nur noch *Guten Appetit*, lasst euch mein Teller mit meinen neuesten Lieblings-Gnocchi-Rezept schmecken. So kocht man übrigens nicht nur Resto-Gäste zufrieden - ich habs ausprobiert! Knotschi-Soulfood (wenig Worte kann man hübscher entstellen wie Gnocci) par excellence!



 Zutaten 2P:

1/2 Gnocchi-Rezept*
100g Maronen, gegart (m: eigene)
300g Rosenkohl (bevorzugt kleinere Röschen)
1 Schalotte
1 kleine Birne
1 EL Butter
1 EL Mehl
ein Schuß Portwein
ein Schuß Weißwein
 ca. 150ml Milch
ein Schuß Sahne
Gemüsebrühe-Pulver
80g Bergkäse (m: Tomme de brebis)
Salz, Pfeffer 
etwas Muskatnuss-Abrieb
Piment d'Espelette
1-2 EL Olivenöl 

 

Zubereitung:

Den Gnocchiteig nach diesem Rezept zubereiten nur aus dem Teig kleine Kugeln formen und in diese mit dem Finger ein kleines Loch eindrücken. Abgedeckt auf einem mit Hartweizenmehl ausgestreutem Küchentuch lagern, bis alle geformt sind.

Den Rosenkohl putzen und den Strunk kreuzförmig einschneiden. Über Wasserdampf al dente garen.

In reichlich siedendem Salzwasser die Gnocchi garen bis sie nach oben steigen, herausschöpfen, gut abtropfen lassen und warm stellen.

Die Schalotte feinst würfeln. In einem kleinen Topf die Butter schmelzen, und die Schalotte glasig dünsten. Das Mehl einrühren, dann unter stetigem Rühren Portwein, Weißwein und Milch anschütten und darauf achten, dass sich keine Klümpchen bilden. Mit Gemüsebrühe-Pulver, Piment und Muskat würzen, salzen, pfeffern. die Maronen darin warm ziehen lassen, zuletzt den Käse gleichzeitig mit der Sahne darin schmelzen lassen. Darauf achten, dass die richtige Konsistenz erreicht ist - schön cremig, eventuell noch etwas Sahne oder Milch zufügen.

Birne vierteln, schälen, entkernen und in feine Scheiben schneiden. Parallel in einer großen Pfanne das Olivenöl erhitzen, die Gnocchi sanft golden anbraten, Rosenkohl und Birne zufügen. Alles miteinander kurz braten und zuletzt die Käse-Maronen-Sauce unterziehen.

*Anmerkung m: Dieses Mal habe ich die andere Hälfte von Gnocchi ebenfalls gekocht und dann eingefroren - ich werde das Rezept aktualisieren, wenn ich weiß, was sich mehr bewährt: ungekocht oder gekocht einfrieren.

 

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