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Freitag, 22. Juni 2018

2x Nigel: Buttermilch-Polenta mit grünem Frühlingsgemüse und Miso-Mayonnaise


Erbsen und Saubohnen bietet der Garten an und ein letztes Mal nehme ich Spargel vom Markt mit. Der Händler hat das endgültige Aus laut gemacht. So habe ich mich für diesen Teller gleich zwei Mal von Nigel Slater inspirieren lassen. Buttermilch-Polenta gab es ebensowenig hier jemals wie Miso-Mayo. Beides einen Versuch wert. Auch getrennt von einander. Und auch ohne dass man noch an grünem Spargel vorbei läuft. Dafür ließe sich ja die Menge an Saubohnen erhöhen. Oder noch ein paar Zuckerschoten dazujubeln. 

Ach, was schreibe ich: euch wird schon was einfallen. So schwer beim Kochen zu improvisieren, ist es ja nicht... Und ich verkneife mir mal irgendeinen altklugen Satz zum Thema *Improvisieren im Leben* im neuen Blogjahr. Obwohl... Hier auf dem Land, also der französischen Campagne ist ja das Imprivisationstanzen ganz groß. Vielleicht fallen euch zu diesem Essen ja obendrein ein paar Moves ein... in der Gruppe oder allein, um die Herdplatte oder in einer Jurte... immer schön raus damit!


Zutaten 2P:

Polenta
275ml Buttermilch
275ml Gemüsebrühe
120g Polenta
2 Lorbeerblätter
Salz, Pfeffer
1 Stück Parmesanrinde
2 TL Crème fraîche

Miso-Mayonnaise*:
80ml Erdnussöl (m: weniger)
2 TL weiße Miso-Paste
2 TL Senf, körnig
1 kleine Zitrone, die Zesten davon
Schnittlauch 

200g grüner Spargel
1 handvoll Erbsen
1 handvoll Saubohnen

Zubereitung:

Für die Polenta Buttermilch und Brühe miteinander erhitzen, Lorbeerblätter dazugeben ebenso wie die Käserinde und die Polenta einrieseln lassen. Bei leichter Hitze unter aufmerksamen Umrühren um das Anbrennen zu vermeiden die Polenta garen - dauert etwa 30-40min. Salzen, pfeffern und mit  Crème abschmecken.

Parallel dazu das Gemüse putzen: Erbsen puhlen, Saubohnen auch, diese aber zusätzlich aus ihrer Hülle befreien. Den grünen Spargel richten: Enden abschneiden und unteres Drittel schälen. 

Für die Mayo das Eigelb mit dem Senf vermengen und das Öl unter stetigem Rühren langsam anschütten. Mit Miso und Zitronenzesten abschmecken - *für diese Mayonnaise braucht es das Eigelb nicht zwingend. Für die Artischocken bereite ich eine ähnliche Begleitung (ohne Miso) zu und wenn ich mit Senf und etwas Zitronensaft beginne und das Öl in gleicher Manier einfließen lasse, dann entsteht eine ähnlich cremige Konsistenz (für alle Frisch-Eigelb-Verweigerer).

Den Spargel über Wasserdampf garen. Erbsen und Saubohnen kurz vor dem Servieren in kochendes Wasser geben und in zwei-drei Minuten gar ziehen lassen.

Die Polenta auf zwei Teller verteilen, Gemüse ebenfalls, die Mayo zum Gemüse setzen und mit Schnittlauchröllchen garnieren.

Inspiration: Nigel Slater und hier 


Dienstag, 19. Juni 2018

7


Auf den Tag sieben Jahre ist dieses Blog nun alt - und ich gebe freimütig zu, dass mich selbst überrascht, wie weit mich meine Motivation schon getragen hat!

Das ein oder andere Mehr als nur eine Idee zum Kochen habe ich Preis gegeben und so entwickelte sich *grain de sel - Salzkorn* eben nicht als reine Sammelei von Rezepten, damit andere sich an meiner Gartenküche inspirieren können, sondern zu einem *unklassischen* Foodblog. Oder einem Foodblog Plus. Oder einem *französischen Küche-Garten-Leben-Blog*. Oder ihr nennt es wie ihr wollt... 

Fakt ist: die reinen Zahlen repräsentieren einen Fundus von über 1300 Rezepten. Eintausenddreihundert!  Das ist jetzt nicht der Kilimandscharo, geht aber für meine Begriffe schon Richtung Mont Blanc! Ein Kochbuch, das wohl in Papier nur sehr ungemütlich auf die Knie zu legen wäre...

Ansonsten bleibt das Wesentliche ganz beim Alten: über nichts freue ich mich mehr, wenn ich mal einen Blick hinter *die Maske* meiner Leserschaft erhasche und Feriengäste über das Blog zu uns den Weg nach Frankreich finden - eine Möglichkeit zum echten Austausch!

In diesem Sinne, liebe Leserschaft, bleiben Sie mir gewogen!

Sonntag, 17. Juni 2018

Bugs Bunny's Energie Balls


Nicht, dass ich den Eindruck hätte, Bugs Bunny würde an Energienot leiden, aber wenn - einfach mal angenommen - dann wären diese Häppchen mit Sicherheit die Droge seiner Wahl. Wobei sie nicht ganz so üppig sind (kalorientechnisch) wie der Titel verspricht. Aber hey, den Hasen will ich sehen, der nicht auf Karotte anspringt!

Nicht selten geht ja ein Hauen und Stechen los, wenn man ein vegetarisches - hier gar ein veganes - Gericht mit *falschen Namen* betitelt. Ach, wären doch alle Streitereien so unbedeutend wie eben solche Auseinandersetzungen - man würde sich ja regelrecht bemühen, sich mit anderen in die Wolle zu bekommen. Sich ein bißchen kitzeln und dann gegenseitig mit Karotten-Falafel oder Möhren-Bällchen füttern. Zum Runterkommen oder weitermachen.... je nach dem... Weitermachen könnte man - by the way - ganz fantastisch in beiderlei Hinsicht mit den herrlichen Möhren-Krokketen... nur damit die Munition nicht ausgeht.

Ich kann sie euch nur wärmstens empfehlen, diese Bugs Bunnys. Ich habe sie nun bereits zum zweiten Mal zubereitet, weil ich sie so köstlich finde. Und auch kalt kann man sie sich in den Mund schieben ganz in der Manier der Raffaelo-Werbung. Gut, etwas angezogener ginge auch. Aber durchaus mit einem einzigen Happs. Lecker! Mit dank an Charlotte für die Inspiration!


Zutaten - ca. 24 Stück:

2 Schalotten
1 Frühlingszwiebeln
2-3 Knoblauchzehen
1 EL Öl
4-5 mittelgroße Möhren (m: ca 450g)
100 g Haferflocken oder Semmelbrösel
(m: 60g Haferflocken/ Haferkleie, ca. 30g Semmelbrösel
50 g Cashewkerne
1 EL Paprikapulver
1 EL Koriander
1 EL Kreuzkümmel
1/2 EL Rohrzucker
1/2 EL Salz
1/2 EL Pfeffer
Piment d'Espelette
2 EL fein gehackter frischer Koriander

Sesamsauce
2 EL Tahini
2 EL Wasser
ein Spritzer Olivenöl
etwas Zitronensaft
1 Prise Salz

Zubereitung:

Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen.Zwiebeln und Knoblauch schälen und würfeln. Möhren schälen und grob raffeln. Öl in einer Pfanne erhitzen und Zwiebel- und Knoblauchwürfel darin andünsten. Karottenraffeln zugeben und unter Rühren einige Minuten mitschwitzen.
Haferflocken und Cashews in einem Alleszerkleinerer geben und nicht zu fein mahlen. In eine Schüssel geben und mit Möhrenmix und Gewürzen vermengen. Masse mit dem Pürierstab etwas zerkleinern, anschließend mit feuchten Händen etwa golfballgroße Kugeln formen und auf das Backblech setzen. Im Ofen 15 – 20 Minuten backen, dabei nach der Hälfte der Zeit einmal wenden.

Inzwischen Zutaten für Sesamsauce in einer Schüssel verrühren und z. B. einen grünen Salat vorbereiten – hier mit gebratenem Tofu - den braucht es nicht dazu, der mußte aber weg

Quelle: Charlotte aka Milchmädchen (nach Mia Frogner *Green Bonanza*)


Dienstag, 12. Juni 2018

12 von 12 - Juni 2018











1. ---- Aprilwetter, schon den ganzen Mai - genau dieses *Allesdrin* verspricht der Morgen. Gewitter wieder angesagt, Regenbogen vorprogrammiert...

2. ---- der alltägliche Start in den Tag - unser Porridge - schmeckt noch besser mit Früchten aus dem Garten (für mich gerne mit geschroteten Leinsaaten, Walnüssen und Honig - minimale Änderungen...). Irgendwann esse ich mittags und abends auch nur noch das Gleiche... wäre am Schluß nicht das Schlechteste...

3. ---- Kurz nach Crest zum Einkaufen auf den kleinen Markt und einen kleinen café

4. ---- vorbei an den diesjährigen Kanonen von Bocksriemenzungen - so groß habe ich diese Wildorchidee noch selten gesehen...

5. ---- wieder stehen die Geier über dem Haus. Übrigens auch der Schlangenadler - das Bild wurde aber nur mittelprächtig. Ach, Vögel sind so schwer zu fotographieren. Sensationelle Fotos von Geiern hat gerade ein äußerst sympathischer Feriengast von uns geschossen - zum Bestaunen auf *Sonne und Lavendel*

6./ 7. ---- Mittagessen und Dessert. Der Blattsalat auf dem Garten bleibt außen vor. Tja, ansonsten: Erdbeerzeit... muß man lieben. Super Ernte diese Saison! Ein paar Gläschen Erdbeermarmelade sind bereits eingekocht - um mit etwas Quark zu essen im Winter beispielsweise. Marmeladenbrote ißt hier niemand...

8./ 9./ 10./ 11. ---- an unserem Lindenbaum hängen geblieben. Nicht nur, um Lindenblüten für zukünftigen Tee zum Trocknen auszulegen (kann man aber auch prima zu Sirup oder Gelee verarbeiten). Es riecht so gut. Es brummt so schön. Es ist so lebendig. Es gibt soviel zu beobachten. Insektensterben? Scheint weit entfernt, wenn man in einer blühenden Linde steht...

12. ---- *Säen ist nicht so beschwerlich als ernten* sagt Goethe. Darüber denke ich immer wieder nach. Ich bin mir da nicht ganz so sicher. Säen - wenn alles derart Handarbeit ist wie bei uns - finde ich durchaus auch sehr mühsam. Aber am Schluß hat Goethe wohl recht... wie immer. Erbsen tragen ebenfalls gut (schön beidhändig abrupfen), Himbeeren machen RICHTIG Freude (mit viel Fingerspitzengefühl abziehen) und die werde ich nun mit den Johannisbeeren zu meinen Pflichtgläsern Marmelade für die Linzer (brauche ich einfach auf Vorrat dafür - wer bisher nachgebacken hat, weiß warum) einkochen.

Wischen in einer Ferienwohnung, Yoga und - bien sûr - Unkrautrupfen erhalten keine Bilder - die Linde hatte schlicht den Zuschlag erhalten... 

... mehr Fotos zum 12. des Monats wie stets bei Mme Kännchen...


Montag, 11. Juni 2018

Erdbeerbomber: Erdbeer-Charlotte


Mich ganz auf die klassischen Aufgaben eines typischen Food-Blogs besinnend, gibt es heute ein Erdbeer-Rezept zum Angeben. Ich finde ja, dass die Charlotte ordentlich was hermacht. Und so aufwenig herzustellen, wie man meinen möchte, ist sie gar nicht.

Ihr kennt ja die Kategorie von Pâtisserie, in der ich mich bewege: ich hänge im Anfänger-Modus fest. Vermutlich wird sich das nie ändern - Süßbäckerei ist einfach nicht meine Kernkompetenz. Und dafür - kommt Leute, jetzt mal ehrlich - macht die Charlotte mords was her. Im Grunde genommen ist dieser Kuchen nichts anderes wie eine Erdbeer-Crème zusammengesetzt mit einem Biskuit (und beim Biskuit habt ihr im gleichen Zug eine ganze Fülle hochkarätiger Erdbeer-Rezept-Ideen).

Für meine Charlotte habe ich eifrig recherchiert, damit ich sie so basteln kann, wie ich sie mir vorstelle. Gerade als Dessert für eine größere Runde an Gästen halte ich sie für ideal. Gut, und auf der Sonntagskuchentafel wird sie an mit Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit allem anderen Gebäck die Schau stehlen.

Beim Machen habe ich mich ganz an das Prinzip *Never-change-a-winning-team* gehalten. Ich glaube, das ist ja auch der Grund, weshalb ich Backen (ausgenommen Brot) nicht so mag: man ist so ganz gezwungen, sich an die Zahlen zu halten, sonst kann man es vermasseln. Kochen hingegen bleibt ein kreativer und veränderlicher Prozess, auf den man bis zum Schluß Einfluß nehmen kann. Aber um es gleich vorweg zu nehmen: mit dieser Charlotte kann rein gar nix schief gehen, haltet ihr euch an die Vorgaben. Dann ist das sogar ein waschechter Anfänger-Kuchen.

Gerade bei Biskuitrollen, bzw. Biskuit-Rouladen ziehen viele schnell den Kopf ein. Ich kenne die Probleme ja ebenfalls (s. Biskuitrolle). Aber ähnlich wie bei Gnocchi kommt es nur auf ein gutes Rezept an und dem Gelingen steht nix im Weg. Und die Biskuit sowie die richtige Festigkeit der Mousse sind die eigentlichen Herausforderungen der Charlotte. Mit beidem bin ich hier sehr zufrieden: die Biskuit wurde herrlich locker und ließ sich wieder easy aufrollen und die Erdbeer-Crème war leicht, cremig, erdbeerig und von der Konsistenz comme il faut. Fertig ist der perfekte Angeber-Kuchen! Applaus vorprogrammiert...



Zutaten - 1 Schüssel von 2l Fassungsvermögen:

Biskuitrolle:
4 Eier
150g Rohrzucker
120g Mehl
30g Speisestärke
1/2 TL Backpulver
1/2 Zitrone, Schalenabrieb
1Pr Salz

200g Marmelade (m: Kirsche-Limone)

Füllung:
400g Erdbeeren
500g Joghurt
250g Mascarpone
100ml Kefir
60g Zucker*
20 Verveine-Blätter
1 Vanilleschote, das Mark davon
9 Blatt Gelatine


Zubereitung:

Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den Ofen auf 190° (O/U-Hitze) vorheizen.

Die Eier trennen. Die Eigelb mit 30g Zucker und den Zitronenschalen mit einem Schneebesen gut verrühren. Mehl, Backpulver und Speisestärke zusammen in eine Schüssel sieben. Den Eischnee mit dem restlichen Zucker von 120g und der Prise Salz steif schlagen. Eischnee und Mehl-Mischung abwechselnd mit dem Schneebesen unter das Eigelb ziehen - darauf achten, dass die Masse luftig bleibt. Glatt und gleichhoch auf der ganzen Größe des Backpapiers verstreichen. Für ca. 12min backen.

Biskuit mit Kristallzucker bestreuen, ein zweites Backpapier auflegen, beide Papiere greifen und das Biskuit drehen und so zugedeckt auf dem Backblech auskühlen lassen. Dann mit der Marmelade bestreichen, einrollen und in ca. 22 Scheiben von einem guten 1cm Dicke abschneiden. Die Schüssel relativ glatt mit Klarsichtfolie auslegen und dann dicht an dicht und so eng wie möglich mit den Biskuitscheiben belegen.

Für die Füllung die Erdbeeren waschen, klein schneiden und 250g davon pürieren. Mascarpone mit dem Joghurt und dem Erdbeer-Pü verquirlen. Ebenfalls Zucker, das ausgekratzte Vanillemark und den kleingeschnittenen Verveine untermischen. Die Gelatine 10min einweichen, gut ausdrücken und bei kleiner Flamme in einem Topf mit dem Kefir auflösen. Mit 2-3 Eßlöffen der Joghurtmasse mischen, dann Topf- und Schüsselinhalt sorgfältig miteinander vermengen. Die Füllung im Kühlschrank etwa 10min anziehen lassen, dann die kleingeschnittenen Erdbeeren unterheben und die Füllung auf die Biskuitscheiben gießen und mit den restlichen Scheiben abdecken (ich habe - s. Foto - für den Boden zwei restliche Scheiben, die ich nicht untergebracht hätte, klein geschnitten und in die Lucken gedrückt). Die Schüssel so mindestens für 4 Stunden im Kühlschrank fest werden lassen. 

Stürzen und gut gekühlt servieren.

*Anmerkung m: ausgemachte Süßmäuler nehmen eventuell noch etwas mehr Zucker für die Erdbeer-Crème (ich mags ja generell nicht zu süß).

Unnötig zu erwähnen, dass es jede Menge an Variationsmöglichkeiten für die Charlotte gibt, wenn man nur das Obst und die Marmelade austauscht. Ich will dieses Jahr noch eine Aprikosen-Charlotte werkeln!