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Samstag, 27. Juni 2020

Gastbeitrag von Hannah: „Snickers“ Eiscrème ZweiPunktNull


Eines vorneweg: Das Rezept, was ich hernach vorstelle, hat von den Inhaltsstoffen absolut nichts mit dem nährwerttechnisch eher bedenklichen Schokoriegel eines amerikanischen Lebensmittelgiganten zu tun.

Aaaber - mit eben jener industriezucker- und fettreichen Riegelbombe verbinden sowohl mein Mann als auch ich Grenzerfahrungen und in genau diesen kam uns der erste Biss in die Schokoummantelung, hindurch durch nussig, klebrig süße Karamellschicht einfach gigantisch gut vor. Das Phänomen dabei: Nie mehr schmeckte uns ein „Snickers“ wieder so gut und nie mehr sonst haben wir das Bedürfnis nach einem „Snickers“ gehabt außer in diesen Situationen: Bei meinem Mann war es eine Reise nach Nepal mit Trekking zum Mount Everest Base-Camp, und nachmittags ein obligatorisches „Snickers“ an einem der Kiosks auf dem Weg. Bei mir war es der Biss in ein Snickers, auf einer Skihütte erstanden, bei der ich auf einer Skitour ankam, durchgefroren und ausgehungert, unendlich glücklich und dankbar diese im Schneesturm gefunden zu haben und nun in einen Schokoriegel beißen zu dürfen.

Die Phase der Suche nach Grenzerfahrungen liegt bei uns beiden schon eine Weile zurück und so brauchen wir auch kein „Snickers“ mehr. Was wir aber nach wie vor lieben, ist die Kombination aus (Erd)nüssen und Schokolade. Dass diese auch gesünder geht, liegt auf der Hand - im „echten Snickers“ sind vermutlich verhältnismäßig wenig Nüsse und noch weniger Kakao – dafür in diesem Eis umso mehr. Fix gemacht, eine gute Verwertung von in der Sommerwärme schnell nachgereiften Tigerbananen und einfach lecker, ist es bei uns im Sommer eigentlich immer vorhanden. Nicht zuletzt, weil es DAS „Slokoslakeeneis“ unserer Tochter ist.


Bei den meisten „Nicecreamrezepten“, die man im Internet findet, wird das Obst zuerst tiefgefroren und dann verarbeitet. Hat zwar den Vorteil, dass man dann gleich eine (eis)kalte Masse hat, die man gleich essen kann, mir war das aber irgendwie zu unpraktisch und zu wenig flexibel. So habe ich einfach mal probiert die Bananen direkt zu verwenden, also ohne sie vorher zu gefrieren. Hat den Vorteil, dass man für diese Variante auch nicht unbedingt einen extrem leistungsstarken Mixer benötigt. Eine Eismaschine braucht man im Übrigen für dieses Eis auch nicht. Es ist auf jeden Fall cremig und ohne lange Kristalle. Lediglich leicht antauen sollte man es vorm Genießen.

Zutaten:

2 gut reife Bananen
200 ml Kokosmilch (Dose)
75 g weiche Medjool Datteln*, entsteint gewogen
50 g + 25 g Erdnuss Mus „Crunchy“**
25 g Edel Kakao Pulver, ungesüßt
1 El Hanfsamen, geschält

Zubereitung:

Alle Zutaten bis auf 25 g des Erdnussmus‘ mit einem Standmixer oder leistungsstarken Pürierstab sehr gut pürieren.
Masse in eine Gefrierbox geben und nun die restlichen 25 g Erdnussmus in Tropfen draufgeben und ganz leicht einrühren.
Im Tiefkühler gefrieren.

* Wer keine weichen Datteln bekommt, nimmt die härteren und weicht sie 30 Minuten in etwas heißem Wasser ein. Die Datteln dann kurz abtropfen lassen und wie oben verwenden.

** Ich verwende stets ungesüßtes Erdnuss Mus. Gerne die leicht gesalzene „Crunchy“ Variante. Alternativ geht auch feines Erdnussmus ohne Salz, dann einfach eine Prise Salz zugeben.

Varianten mit zusätzlichen gerösteten Nüssen, Kakaonibs, Schokostückchen… alles lecker.
Statt der Kokosmilch kann auch die gleiche Menge süße Sahne verwendet werden, oder halb, halb...


©Hannah Nußbaumer, lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Ettenheim, wo sie mit viel Leidenschaft einen Bio-Laden betreiben. Hannah liebt als Gartenarchitektin das Leben mit und im Garten, das Sammeln, Ernten und Kochen. Ohne ihre beiden Herzensmenschen um sich herum wollte sie nicht sein, und ohne schöne (Kinder)Bücher, Stifte und der Möglichkeit sich draußen zu bewegen würde ihr etwas fehlen. Das Binden von Blumenkränzen, das Herstellen eines Hefeteiges sowie das (Er)kennen der uns umgebenden Umwelt sollte ihrer Meinung nach den gleichen Stellenwert haben wie Algebra und Grammatik.

Mittwoch, 24. Juni 2020

9 Macken - Penne all'arrabbiata de luxe


Noch befinden wir uns in der grain de sel - Salzkorn -Geburtstagswoche. Und nachdem ich wirklich SO nette Geburtstagswünsche erhielt, habe ich mich entschlossen, heute ein wenig mehr von mir Preis zu geben, nämlich 9 Macken. Die wird man ja sonst nie wieder los - und gerne benutze ich mein Blog zur Aufarbeitung oder Bewußtwerden. Die Möglichkeit besteht allerdings, dass ich meine Marotten trotzdem mit ins Grab nehme...

Voilà, heute also 9 Dinge über mich, die kein Mensch interessiert:

1. Eines meiner Lieblingsmesser in der Küche ist komplett stumpf - aber als Schaber unersetzlich.

2. Bei Besteck bin ich schwierig: es muss eine bestimmte Gabel, ein bestimmter Löffel, ein bestimmtes Messer sein - bei Geschirr bin ich leichter handhabbar außer bei Tassen, da mag ich den Caro am liebsten aus der einen, die Kurkuma-Milch aus einer anderen und den Tee wieder aus einer ganz bestimmten trinken...

3. Wenn meine Fingernägel die Länge von 3mm überschritten haben, werden sie wieder gestutzt. Ich HASSE lange Fingernägel. Da sammelt sich bei der Gartenarbeit nur der Dreck drunter - und schlimmer als das Aussehen finde ich das Gefühl dazu. Ich verwende zum Nagelkürzen einen Nagelknipser und brauche pro Nagel nicht mehr als 5 Knipser. Nagelfeilen sind eine Erfindung direkt aus der Hölle, das Geräusch Horror und jemanden beim Feilen zuzuschauen die Typographie des Grauens!

4. Seit ich denken kann, verwende ich die gleiche Gesichtscrème - ich fürchte, es hat sich der berühmt-berüchtigte Nasenspray-Effekt eingestellt: ich kann nicht mehr ohne sie, ihr gilt der letzte Griff abends und morgens der erste. Weil sie aus Deutschland stammt, habe ich einen mittelbeeindruckenden Vorrat davon. Eigentlich handelt es sich um eine Kindercrème.

5. Mit Schlagseite zur Manie entwickelte sich mein Drang, dem Habib wie er es nennt *seine Klamotten wegzunehmen*. Der Habib ist nämlich immer im Arbeitseinsatz und immer arbeitsbereit - Klamotte unabhängig. Sprich: in seinem Selbstverständnis trägt der Habib IMMER Arbeitskleidung. Ich versuche dagegen zu halten und dann mit Hilfe der Waschmaschine zu retten, was zu retten ist...

6. Ich hingegen trenne meinen Kleiderschrank akribisch in Ausgeh-Klamotte, wechsle für die Gartenarbeit oder richtige Drecksarbeit oder zum Schlumbeln drinne...

7. Spatzen füttern beim Sonntagscafé ist Hobby, Passion vielleicht mittlerweile ein Spleen. Denn wir haben es auch schon fertig gebraucht, mit einem extra Spatzen-Croissants aufzuschlagen. Gut, und zugegeben: SO viel Spatzen hats dann da auch nicht...

8. Mein Schnuckelkissen war lange, lange Zeit mein Heiligtum - kein Einschlafen ohne für mich möglich. Ich muss wohl nicht näher erklären, wie es dazu kommen konnte, dass ich es schaffte, mich seit dem Habib davon zu lösen...

9. Dafür dass der Habib quasi überhaupt keine Marmelade (und wenn dann Bitterorange) ißt und ich selbst ebenfalls nur in homöopathischen Dosen (hey, zu Grießbrei etwa oder für Plätzchen), koche ich jedes Jahr doch erstaunlich viele Gläser davon ein. Bei Marmelade bin ich Purist (Ausnahmen sind verbloggt) und ich bin eindeutig Team cremig und bestimmt nicht stückig.


Dieses Gericht stammt noch aus der Zeit, in der ich in der Küche nur Nudelabkochen zusammenbrachte. Das Küchentrauma, ihr wisst Bescheid. Kombiniert möglicherweise mit der Sorge, dass mir als kochende Frau etwas vom Sex-Appeal abgehen könnte. Wie sagen doch alljene, die nicht mehr als ein Spiegelei gebraten bekommen, mit lassivem Schlafzimmerblick: *Meine Qualitäten liegen woanders!* Leute, billige Klischees... oder nur billige Ausrede?!

Zumal man sich einfach gut verkaufen muss - that's all! Ich fand diese Pasta schon deshalb damals spitze, weil sie einen richtigen Namen hat: Penne all'arrabbiata. Klingt doch dementsprechend gleich auch nach richtig kochen. Und das, obwohl es eindeutig nicht viel mehr als Nudelabkochen ist...

Ich hatte sie bereits bei den Buddenbohms vorgestellt - heute präsentiere ich euch die *De-Luxe-Variante* (besser geht ja meist) mit confierten Kirschtomaten und Saubohnen. Ich esse diese Pasta immernoch sehr gerne - und nicht nur deshalb, weil sie praktisch nebenher zu fabrizieren ist...

Zutaten 2P:

250g Penne
4 EL Tomatenmark
3-4 EL Olivenöl (evt. plus)
4 Knoblauchzehen
1/4 TL Harissa (evt. plus)
Salz, Pfeffer
1 Pr Zucker

200g confierte Kirschtomaten (m: eigene aus Froster)*
150g Saubohnen (m: eigene aus Froster
auch ganz gut durch junge Erbsen zu ersetzen)

Parmesan, frisch gerieben
frischer Basilikum

Zubereitung:

Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen und die Penne darin al dente garen. In der Zwischenzeit den Knoblauch fein hacken (oder durch die Presse) und den Parmesan reiben. In einer großen Pfanne das Olivenöl erhitzen.

Die gut abgetropfte Pasta in dem Öl kurz aber kräftig anbraten, dann das Tomatenmark zufügen (beides muss nicht genau bemessen sein). Beim Harissa sich rantasten – Nachschärfen geht immernoch. Nun solange weiterbraten, bis sich die ersten dunklen Stellen zeigen (Stichwort Röstaromen und die Penne bekommt dadurch richtig Biss). Salzen, pfeffern und die Prise Zucker darüber streuen. Kurz vor dem Servieren den Knoblauch untermischen und mitbraten sowie außerdem zuguterletzt die Kirschtomaten wie die Saubohnen unterziehen.

Nochmals abschmecken – nun ist die Gelegenheit, sich daran zu erinnern, warum die Penne all’arrabbiata heißt und die Harissamenge nach Gusto nach oben schrauben. Oder aber man verwendet dafür Chiliöl, das den gleichen Zweck erfüllt. Die Pasta mit reichlich Portion Parmesan servieren.

*Anmerkung m: die confierten Kirschtomaten mache ich zum Einfrieren meistens bei kleinerer Temperatur und dafür länger im Ofen. Es geht aber auch kürzer und heißer...

Dieser Teller schließt an das *Knoblauch-Spezial* an!

Badesaison ist eröffnet!
Badesaison ist eröffnet


Sonntag, 21. Juni 2020

Hochstapler: bunter Burger


In meinem bunten Burger versteckt sich ein Hochstapler in doppeltem Sinn, denn er kann die Brust noch so sehr aufpumpen, so halten ihn doch *Reste* zusammen. Genau genommen hatte ich mit einem Rest von Süßkartoffeln, die im Ofen gegart wurden (Teller folgt noch), überhaupt erst die Idee zu diesem Burger. Wenn es sich irgendwie vermeiden lässt, wird bei uns nicht weggeworfen, sondern eingeforen und harrt dann seiner Weiterverwertung. Gleiches gilt für den Tomaten-Apfel-Ketchup, den wir damals ebenfalls nicht sofort komplett verputzten. So bilden die Süßkartoffeln auf dem unteren Teil des Buns die süßlich-zitronige Creme während der Ketchup den fruchtig-säuerlichen Part auf dem oberen Teil übernimmt. Wir wollen ja ein ausgewogenes, spannendes und harmonisches Geschmackserlebnis kreieren, und nicht etwa der Willkür Tür und Tor öffnen - da darf man sich zu der Architektur schon Gedanken machen!

Eigentliches Grundgerüst meiner Burger-Vorstellung formierte das Drei-Gespann *Süßkartoffel-Bohnen-Avocado* - kann man gar nix mit falsch machen, die Drei funktionieren immer zusammen. Meine Avocado hatte sich jedoch am Stichtag geweigert, anständig reif zu sein - so mussten wir ohne sie auskommen. Und richtig vermisst habe ich sie dann beim Zubeißen auch nicht.

Kann man also wie ich auf Reste zurückgreifen, dann gilt es am Burgertag nur die Buns und die Patties zuzubereiten (und den Salat, wie es mir beim Schreiben wieder in Erinnerung kommt, es sei denn, man bringt ihn am Vortag auf den Weg) - so man kann nicht mehr von aufweniger Küche reden. Zumindest kam es mir nicht so vor. Für die Patties könnt ihr euch entscheiden, ob ihr anstelle von schwarzen Bohnen Kichererbsen verwendet - schmeckt beides gut, erstere sehen etwas hübscher darin aus, finde ich. Es ist eine Grundsatzgeschichte bei mir, dass ich nahezu immer meine Hülsenfrüchte selbst koche (seit Amy Chaplin stets mit einem Stück Kombu Alge) und sie dann einfriere. Ihr könnt ebenso Bohnen aus der Dose verwenden - wie ihr wollt. Wichtig - und zwar mit Achtung und Ausrufezeichen versehen! - ist, dass der Bohnen-Puffer definitiv überwürzt wird. Der Pattie bildet das Herzstück des Burgers und muss geschmacklich die Hauptrolle tragen - dafür braucht der Wumms! Sprich: viel hilft viel! Und bloss beim Abschmecken nicht schüchtern sein!

Begleitend gabs bei uns einen schlichten Krautsalat dazu - identisch wie hier: ganz unspektakulär aber schön frisch und knackig. Voilà, voilà, bleibt mir nur noch, viel Spaß beim Nachbasteln zu wünschen und guten Appetit! Und zum Schluß auf die alte Regel der Ernährungswissenschaften hinzuweisen: Bunt ist gesund!

Ein schönes Sommersonnenwende-Wochenende euch allen!


Zutaten 4 Burger:


Patties:
200g Kidney-Bohnen
200g schwarze Bohnen (oder Kichererbsen)*
1 kleine, rote Zwiebel
3 Knoblauchzehen
1 Ei (Grösse L)
1/2 - 1 TL Harissa
1 TL Dijon-Senf
1 EL Oliven-Tapenade
1 EL Tomatenmark
1/4 TL Pimenton de la vera
2 EL fein gehackte Kräuter
(m: Rosmarin, Oregano, Thymian)
1 EL Tamari-Sauce
2-3 EL Vollkornmehl (evt. plus/m: Einkorn)*

1 Tomate (m: eine große Rose de Berne)
1 Stück Gurke
4 Blätter Salat
4 Scheiben-Käse
12 Blätter Basilikum


1 Salzzitrone
1 EL Majo
Piment d'Espelette
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Für die Süßkartoffel-Crème alle Zutaten miteinander vermengen und abschmecken - eine Gabel oder ein Löffel reicht dafür, die derart gegarte Süßkartoffel ist bereits cremig.

Für die Patties kommt es darauf an, ob Bohnen selbst gekocht oder aus der Dose verwendet werden. Bei den (gut gespülten und abgetropften) Bohnen aus der Dose kann man einen Kartoffelstampfer verwenden, um die Bohnen etwas zu zerkleinern und zu zerdrücken. Für die selbstgekochten (die einfach eine andere Konsistenz wie die aus der Dose haben) nahm ich meinen Zauberstab zu Hilfe, um sie damit grob zu pürieren. Achtung: es soll kein Brei herauskommen, die Masse soll immernoch stückig, aber eben teils feiner sein (das hilft, dass die Patties besser zusammenhalten, aber noch einen guten Biss haben). Zwiebeln und Knoblauch fein würfeln (wer mag, drückt den Knofi durch die Presse ;). Dann alle Zutaten gut miteinander vermengen und noch besser/ schärfer/ würziger abschmecken.

Jetzt alles andere Gemüse: Salat, Gurke, Tomaten, Basilikum richten.

Mit feuchten Händen vier etwa gleichgroße Kugeln formen und diese dann zu nicht zu dünnen, runden Puffern drücken. Von einer Seite golden braten, wenden, dann den Käse auf das Pattie auflegen außerdem einen Deckel auf die Pfanne und den Bohnen-Bratling von der anderen Seite golden braten und dabei den Käse schmelzen lassen.

In dieser Zeit damit beginnen, den Burger zu richten:
Buns aufschneiden und die obere Bun-Hälfte und bestreichen mit
* Tomaten-Apfel-Ketchup
Auf die untere Hälfte kommt
* Salat
* Süßkartoffelcrème
* fertig gebackenes Bohnen-Käse-Pattie
* Tomate
* Gurke
* Basilikum
obere Bun-Hälfte auflegen: und los gehts!

Pyramiden-Hundswurz

Freitag, 19. Juni 2020

Neun


Neun Jahre auf den Tag genau blogge ich nun und nicht nur die Treuen wissen, dass sich dabei sehr viele Rezepte angesammelt haben. Zieht man die Events - also alles aus der Reihe wie 12 von 12/ zu Tisch mit.../ was schön war/ Restaurant-und Marktvorstellungen/ einzelne Gedanken uswusf. ab, bleiben immer noch weit, weit über 1000 Rezepte. Ganz ohne mit Werbung genervt zu haben. Da darf man sich ruhig umschauen, da gibts nicht viele Blogs, die da mitkönnen.

9 Jahre ist auch für mich eine Hausmarke. Und manchmal denke ich, 9 Jahre sind doch eigentlich eine ziemlich volle Kiste. Ich kann wirklich nicht sagen, wie lange ich noch bloggen werden - doch mit Sicherheit keine weiteren 9 Jahre mehr.

Schon deshalb Grund genug, die Feste zu feiern, wie sie fallen. Viele Mails habe ich seither erhalten, die sich bei mir bedanken, dass ich ihren kulinarischen Alltag auf diese Weise bereiche - und das quasi aus reinem Ehrenamt. Bitte schön - sehr gerne geschehen! Ob man sich nicht ebenso umgekehrt mal erkenntlich zeigen könnte, wurde ich dann oft gefragt.

Nun, warum dachte ich mir, nicht auch mal annehmen können. Heute will ich also all jenen fürs Merci Gelegenheit geben. Und Bücher gehen bei mir bekanntlich ja immer. Für die, die gerne wollen, habe ich eine kleine Auswahl in ungefährer Rangwunschliste zusammengestellt - einfachheitshalber bei Amazon. Es gilt: Bücher darf man mir gerne gebraucht schenken - die Buchstaben nützen sich ja nicht ab (#Grundsatzseinstellung/ #Ökologie/ #mirreichtdas). Und sehr gerne darf man mich in meiner neuen Passion den Heilkräutern unterstützen und empfehlenswerte Buch-Lieblinge an mich weiterreichen! Ach, und an (selbstgezogenem) Samen aller Art habe ich außerdem großen Sapß und Nutzen ;-)!


Ich bedanke mich bei Euch, dass ihr mich auf diesem Weg all die Jahre begleitet habt und sage:
*Gin-Gin auf 9 Jahre grain de sel - Salzkorn*!



Bitte macht euch in der Kommentarfunktion oder per Mail (Salzkorn@email.de) laut, wenn ihr mir ein Buch zukommen lassen wollt - doppelt brauche ich es nicht. Und ich freue mich auch, wenn ich das Buch dann mit einer bestimmten Person verbinden kann. Für derlei habe ich nämlich ein klebriges Gedächtnis!



Mittwoch, 17. Juni 2020

zu Tisch mit # 11 - AT und JA


Für diese Rubrik kommt mir zupass, dass ich mich bereits als Kind gerne in meine eigene Welt geflüchtet und zurückgezogen habe. *Erschöpfe dich nicht in Phantasien* - definitiv ein einst an mich gerichteter Warnhinweis. Selbst wenn der fliegende Teppich der Phantasie die billigste Art des Reisens ist, so kommt man doch immer nur in Wolkenkuckucksheim heraus. Wie habe ich vor Kurzem so treffend gelesen: *Reisen bedeutet Phantasie gegen Erfahrung auszutauschen.* Nichts, rein gar nichts toppt eigenes Erleben!

Während der Jahre, die ich in der Stadt gelebt und in der Kulturszene gearbeitet habe, schätzte ich als wunderbaren Nebeneffekt am Künstlertum die Freiheit, die dir auf diese Weise von der Gesellschaft zugebilligt wird. Du darfst dich als Künstler anders anziehen, ausdrücken, Dinge aussprechen, gegen gängigen Habitus verstoßen uswusf. - das wird dir alles nachgesehen: Du bist schließlich Künstler (und ein Großteil deines Umfeldes meistens auch). Diesen Umstand habe ich sehr geschätzt und gerne für mich in großen Weiten ausgelotet.

Zu meinem 11. Gäste-Tisch habe ich mir zwei Frauen in etwa meinem Alter ausgesucht. Was beide eint ist, dass sie mir vom Typ gut gefallen: beide wirken burschikos ohne dadurch etwas von ihrer Weiblichkeit einzubüßen. Beide sind nicht nach gängigem Schönheitsideal hübsch, haben auf mich aber eine anziehende Ausstrahlung, weil von ihnen etwas Gerades, Ungeschminktes ausgeht.

Als erstes begrüße ich Anna Thalbach, die ich mehr als Künstlerin denn als Schauspielerin wahrnehme. Ihr ganzes Wesen dünstet Freigeist aus. Und jedes Interview mit ihr legt Zeugnis ab, dass sie sich eigenen Werten und Maximen unterordnet - und keinen vorgegebenen. Als ich noch gerne Shopping-Queen schaute (Tisch #1 - was sich mit der Zeit abnutzt und selbst Guido Maria hat mittlerweile - wohl ob der Frequenz - an Elan eingebüßt), war die Folge mit Anna eine der lustigsten und vor allem kreativsten ever. Anna entspringt schließlich einer ganzen Künstlerdynastie von Familie - was nicht zu verbergen ist!

Wer künstlerisch arbeiten will, braucht sogar diesen gewissen Abstand zur Gesellschaft - so erst wird kritische Distanz möglich. Anna formuliert ihre kritische Meinung ganz unmissverständlich. Und allein deshalb bin ich schon verknallt in sie. Anna sagt: Das ist wie beim Monopoly-Spiel – das ist zu Ende, wenn einer alles hat und die anderen nichts. Ich glaube nicht an den Kapitalismus und lebe nicht gerne in diesem System - auch ohne deshalb Antworten griffbereit aus dem Hosensack ziehen zu können. Mir dünkt es so, als entkäme man nicht dieser endlosen Hauptmann von Köpenik-Mühle - nix hat sich geändert, es wird lediglich raffinierter.

Anna prangert als Berlinerin an, dass sich an Wohnraum vergriffen wird, so dass  Rentner gezwungen seien, mehr als die Hälfte ihrer Rente für Miete zu bezahlen. Das nennt sie *ein Verbrechen an der Menschlichkeit.* Auch Medizin sei ein Geschäft und in die Würste werde Müll gequetscht, damit man am Essen verdiene. *Wenn der Kapitalismus sich da dran vergreift – tut mir leid, dann finde ich jeden, der das System noch gut findet, einfach nur bescheuert.*

Sehr erheiterte mich Annas folgende Aussage, denn auch nach meiner Wahrnehmung eignen sich die meisten Beamte und Banker als ideale Besetzungen für Momos Erwerbstätige in der Zeitsparkasse. *Ich sehe bei den Politikern niemanden, der mitfühlend, kreativ wäre oder Lösungen anzubieten hätte. Auch ich habe leider keine Antwort darauf, wie die Menschen sich ordnen können, sodass die Moral gegen die Gier gewinnt. Ich kenne keinen, den ich gut finde. In der Politik werden alle grau, die sehen aus wie Büro-Trutschen. Das wäre sicher nicht die Herde, der ich folgen würde, wenn ich die Wahl hätte.*

An dieser Stelle hole ich meine zweite Gästin dazu: Jacinda Ardern! Oder?! Die hält doch mit ihrem Strahlelachen volle dagegen. Ein kleines Vorstellungsfilmchen gefällig? Vielleicht könnte man behaupten, dass Jacinda die menschlichste Form des Kapitalismus darstellt - weil sie ihn konsequent verbindet mit dem Begriff *kindness*. Sich selbst hat sie den sperrigen Zusatztitel "Ministerin für Kinderarmutsreduktion" gegeben. Mich sprechen ja sehr ihre Selbstzweifel an. So offenbart Jacinda in Interviews ganz ungeschönt ihre Unsicherheit, ob sie für eine solche Spitzenposition in der Politik überhaupt geeignet sei: *Ich mache mir ständig Sorgen, einen Fehler zu machen. Ich hasse es, Menschen zu enttäuschen.* Das ist eine Aussage, die ich den wenigsten Politikschaffenden so abnehmen würde. Ihr glaube ich. Ebenso nehme ich ihr ab, dass es sie nicht nach Macht und Einfluß dürstete: *In gewisser Weise frage ich mich, wieviel Zufall im Spiel war, dass ich jetzt hier sitze, denn ich hatte nie das Ziel, eines Tages Premierministerin zu werden. Deshalb verspürte ich auch nie diesen Druck, mich entsprechend profilieren zu müssen. Ich war immer nur ich selbst.*

Und anscheinend halten andere Jacinda gleichfalls für glaubhaft, denn ja da ist sie wieder die Vertrauensfrage - in Zeiten wie diesen die erste aller Gretchenfragen. Obwohl Neuseeland einen besonder harten Lockdown fuhr, stand eine erstaunliche Mehrzahl der Bevölkerung hinter ihrer Führung. Das kann nur damit zusammenhängen, dass Jacinda ihrem Volk Beispiel lebte. Für sie bedeutete ihre ständig wiederholte Aussage *be kind* (sei ein guter Mensch) während dem Lockdown ihr eigenes Gehalt um 20 Prozent zu reduzieren. Viele müssen gerade den Gürtel enger schnallen - sie dann auch. Tja, und der Erfolg gibt ihr recht: Neuseeland erklärt Covid für überwunden. Privat scheint sie sich obendrein den richtigen Vater für ihre Tochter (die sie by the wy während ihrer Regentschaft bekam) mit Clarke Gayford rausgesucht zu haben. Wie cool ist bitte sein Tweed: *
at what age is it unacceptable to run naked under a hose on the back lawn?

Ich bin mir sicher, wir Mädels würden uns gut verstehen. In meiner Vorstellung von diesem Treffen würden wir uns am Tisch einige Zeit um das Thema drehen, ob ein eigentlich unmenschliches System (der Kapitalismus bzw. Neoliberalismus) dennoch menschenfreundlich umgesetzt werden kann. Also ganz nach dem alten *Beachte das Was, mehr beachte das Wie*-Goethe-Zitat. Denn Jacinda hat - ebenfalls wie Anna - eigene Wertvorstellungen, die sie wohl seit sie Politikschaffende ist, noch nicht über Board geworfen hat: *Ich entschied  [während meine Kandidatur] , dass wir, anstatt uns nur darauf zu konzentrieren, was alles falsch gelaufen sei, positiv nach vorne schauen müssen, mit einer wirklich klaren Vision, wie wir die Dinge ändern können und wir es schaffen können, wieder Stolz auf all das zu sein, was uns wichtig ist – und das umfasst ganz Grundlegendes: Wohnungen, die Umwelt, das Wohlergehen unserer Kinder.

Nun, die Zukunft wird es zeigen. *Die Wahrheit einer Absicht ist die Tat*, sagt Hegel. Im Fall von Neuseeland wird man möglicherweise sehen können, was stärker ist: der politische Wille einzelner oder das System...

Was würde ich für diese Runde kochen? Ganz klar eine unkomplizierte französische Tarte wie diese hier und einen Salat dazu.


Sonntag, 14. Juni 2020

rosa-orangene Burger Buns mit Roter Bete und Chia


Alle zwei Jahre etwa brauche ich einen Burger. So sorry, aber die Ami-Kultur, das ist nicht unsere. Alleine der Transit-Stop in NY auf unserem Weg gen Guatemala ist gespickt mit schlechten Geschichten. Abgesehen von diesem - zugegebenermaßen - sehr kleinen Ausschnitt eigener Erfahrung, frage ich mich, wieso vorneweg Deutschland eigentlich derat viel amerikanische Kultur übernimmt. Das fällt besonders dann ins Augenmerk, wenn man dieses Gebaren mit Frankreich vergleicht, wo mit einer eigenen Kultur bewußt dagegen gehalten wird und man sich weigert, sich eine andere so massiv überstülpen zu lassen.

Nehme ich als Beispiel mal das deutschsprachige Fernseh-Programm. WARUM diese Flut an Ami-Blockbustern und -Serien? Wer schaut den Müll? Warum werden nicht auch mal griechische, italienische, portugisische, polnische..... Filme in ähnlichem Maß synchronisiert - um die reiche Fülle, die große Vielfalt, die Europa zu bieten hat, seinen Europäern auch zu vermitteln!?! Ich versteh's nicht. Bon, kann ich nur mit *Schade* abkürzen.

Wirklich Horror stelle ich mir allerdings vor, wie sich ein Großteil der Amerikaner ernährt (ernähren muss). Ernährungsindustrie total! Tja, erst kommt das volle Bäuchlein und erst wenn das nicht mehr knurrt, kann man sich wohl nach besserer Qualität umschauen. Ich glaube, dass  - Land unabhängig - Lebensumstände und Einkommen einen sehr großen Einfluß auf die Art und Weise der Ernährung ausüben. Sehr leider kleben Ernährung, Bildung und Verdienst dicht aneinander. Immerhin sendet selbst das Fast Food Land Number One schon längere Zeit neue Signale in die Welt mit einem Umdenken in dieser Hinsicht. In Amerika wächst das Bewußtsein für gesunde Ernährung parallel mit den Märkten, auf denen Organic Food angeboten wird.

Und dann ist Fast Food ja nicht gleich Fast Food. Ein selbst gemachter Burger kann wirklich Spass machen. Gerade weil wir momentan viel weniger Brot essen, biß ich mit viel Appetit in meinen selbst gebastelten Burger. Aber eines nach dem anderen: zuerst braucht es die Burger Buns. Diese hier sind nicht nur sehr unkompliziert zu machen (nämlich am gleichen Tag), sie sind an Flaumigkeit kaum zu überbieten. Doch, es wurde mir ein sehr vergnügliches Mittagessen - aber dazu in Kürze!


Für meine Buns habe ich mich grob an denen vom Plötzblog orientiert, um dann aber einen eigenen Weg einzuschlagen - ich wollte nämlich schöne, rosane Buns. Um die Farbe deutlich intensiver (von orange zu rot) zu gestalten, empfehle ich zusätzlich zur pürierten Rote Bete außerdem Rote-Bete-Saft zu verwenden. Damit werden sie bestimmt richtig rosa. Aber auch so wurden sie wunderbar wattig und dank Chia und Roter Bete kann man die Buns selbst am nächsten Tag noch hervorragend aufbacken, so dass sie fast wie frisch aus dem Ofen sind.


Zutaten - 10 Stück:

400g Weizenmehl 550 (m: Dinkel 630)
100g Einkorn-Vollkorn
140g Wasser (oder rote Bete-Saft)*
100g Milch
150g Rote Bete (gekocht + püriert)
30g Chia
20g Weizen-ASG
10g Hefe
8g Salz
75g Sonnenblumenöl
Mohn zum Wälzen

Zubereitung:

Die Rote Bete pürieren, mit dem Chia mischen und 10min quellen lassen.

Nun alle Zutaten - außer dem Öl - etwa 10min gut durchkneten. Dann das Öl nach und nach zufügen und weitere 5min kneten - der Teig sollte sich vom Schüsselrand lösen. Den Teig bei Raumtemperatur etwa 1 Stunde gehen lassen - er sollte sich dabei sichtlich entwickelt haben und bereits ein gutes Stück aufgegangen sein.

Den Teig in 10 gleichgroße Buns (von etwa 110g) teilen und rund schleifen. Die Oberseite anfeuchten und in Mohn wälzen.

Die Teiglinge auf ein Backblech mit Abstand setzen und 2 Stunden bei Raumtemperatur gehen lassen (üblicherweise mit dem Schluss nach unten - m: nicht gemacht). Die Buns sollten schön aufgegangen sein und Vollgare haben.

Die Buns vor und nach dem Backen mit Wasser absprühen (m: nicht gemacht).

Bei 220°C fallend auf 200°C 20 Minuten mit Dampf backen.

Anmerkung m: Ich habe für uns die Hälfte zubereitet und habe Buns aus ca. 110g Teig gemacht - so wird das ein anstängig großes Bun! Den Zucker kann man dank der Roten Bete rauskürzen, das Öl reduzieren durch das Chia und die Farbe wird noch intensiver - so mache ich sie das nächste Mal - wenn man Wasser (zumindest teilweise) mit Rote Bete-Saft ersetzt!

ACHTUNG: wer Dinkelmehr verwendet muss die Knetzeit verkürzen und aufpassen, dass er den Teig nicht überknetet - Dinkel ist dahingehend empfindlich!

Inspiration: Plötzblog


Freitag, 12. Juni 2020

12 von 12 - Juni 2020













Ein früher Termin verlegt das Frühstück ins John-Irving-Café und verwandelt es in ein französisches: mit Croissant und café. Viele der kleinen Restos und Cafés nutzten hier das confinement zum Renovieren. Die Comic-Wand ist neu gestaltet und spiegelt die große Passion des Kneipers (Prof. Dr. Comic himself), der mehrfach versicherte, die dafür verwendeten Comics wären wirklich nicht zu retten gewesen (anscheinend in seinen Augen kurz vor Blasphemie ein derartiger Umgang mit Comics). Und wieder stelle ich mit Erstaunen fest wie in unserem Umfeld Covid nicht stattfindet. Unisono hören wir das gleiche Lied: wir auf dem Land hattens doch gut. Schön wars, friedlich wars, zurückgezogen wars. Und Platz genug haben wir ja...

Vorbei an meinen Lieblingen, den Wildorchideen. Das rosarote Waldvöglein (ach, allein des Namens wegen muss man sich doch ans Herz greifen, oder) und der Bocksriemenzunge, eine der spektakulärsten ihrer Art! Und SO fotogen!

Dabei ruft das Wetter heute eigentlich alle Mann nach drinne. Man sieht es nicht, aber es stürmt unordentlich! Für Süddeutschland, das morgen unser Wetter übernimmt, kann ich vorhersagen: es wird ungemütlich!

Wie auch in den letzten 12ern finden sich nicht nur Wildorchideen, auch gibt es wieder eine Art Buddha-Bowl. Und das, obwohl ich nicht ein einziges Rezept in dieser Richtung veröffentlicht habe. Vielleicht, weil es ja ein ganz einfacher Teller ist. Aber einer der alles anbietet, das ich gerne esse.

Außerdem zeige ich euch wieder, was ich gerade am Trocknen bin -  und ich sammle und sammle mit großem Eifer und Begeisterung. Gerade eben u.a. Passionsblume. Und mir fällt auf: in was einer Fülle und einem Eldorado ich lebe mit Garten und Naturschutzpark. Und ich frage mich, wie ich derart lange brauchte, um mich ernsthaft für Heilkräuter zu interessieren.

Ungestümes Wetter hin oder her: geerntet wird - Johannisbeeren, Erbsen, Himbeeren, Erdbeeren und Mispeln. Auf die Tomaten müssen wir noch ein bißchen warten, aber manche blühen hoffnungsfroh!

Nicht nur draußen gibt es genug zu tun, der Habib ist unermüdlich dabei, unsere neue gîte auszubauen, *das Heimchen* (# ich stehe auf Handwerker!!!!). Das Foto von dem Porte-Fênetre Richtung Terrasse ist heute nicht gemacht (s. Azuro-Himmel), dafür zeigt das nächste den aktuellsten Stand der Küche. Wir sind auf der Zielgeraden!

Schnell vorbei an dem Blutströpfchen - das wird gut durchgezauselt wie alle und alles draußen. Dann heute wieder Yoga mit Sjana. Gestern habe ich es mal mit Cat Meffan versucht, aber an Sjana kommt gerade keine(r) ran. Sehr bemerkenswert: das Mädchen hat erst Ende letzten Jahres ihre Yogatrainer-Ausbildung gemacht hat. Bestes Beispiel dafür, dass keine Erziehung dahin reicht, wo Leidenschaft und Berufung hinkommen. Ich mag an ihren Flows die Geschwindigkeit, die super zur Atmung passt, den Aufbau, die Kreativität und nicht zuletzt ihre ruhige Ausstrahlung - zudem macht sie nebenher eine Spitzen-Figur!

Letzter Akt des Tages: die Beteiligung bei Mme Kännchen und ihrem monatlichen Event - immer damit verbunden, auch bei anderen zu schauen, was sie heute getrieben haben (nebenher bin ich genervt von dem neuen Google-Dashboard: ich empfinde sämtliche Abläufe als wesentlich umständlicher und offensichtlich angelegt für eine Handhabung am Handy *gmpfhhh*!)

Dienstag, 9. Juni 2020

Knoblauch-Spezial


Kein Essen in Südfrankreich ohne Knoblauch. Eher wird mittags der Rouge weggelassen, aber doch nicht der Knoblauch! Bitte, wo würden wir hinkommen? Sonst fehlt ja der Geschmack! Für den schönen, köstlichen, lila Knoblauch ist die Drôme schließlich Anbaugebiet. So kann es nicht erstaunen, dass man sich zum Banausen klassifiziert, wenn man zum Kochen dieses Granulat im Glas verwendet. Überhaupt: wer benutzt schon freiwillig so etwas gänzlich Unnötiges wie Knoblauchpulver???

Zur Zeit liegt der frische, junge Knoblauch auf den Markttischen, noch nicht gebündelt - das wird er erst später, wenn er getrocknet ist - sondern man kauft gerade einzelne Knollen. Genau jetzt wird die tägliche Knoblauchdosis einfach mindestens verdoppelt. Wenn sonst standartmäßig ein bis zwei Zehen in ein Gericht wandern, dann haut man jetzt schon mal das Viertel einer Knolle rein.

Bei der Gelegenheit offenbare ich meine Abneigung gegen Knoblauchpressen. Ich weiß wirklich nicht, für was die Dinger gut sein sollen, außer dass man auf diese Weise die Hälfte der Knoblauchzehe einbüßt. Zumal fein gehackt der Knoblauch viel lieblicher schmeckt. Ausnahme macht Tsatsiki - für den drücke ich den Knoblauch durch die Presse, weil sich die dadurch entwickelte Schärfe besser macht. Aber sonst.

Ich habe euch mal ein paar einschlägige, knoblauchlastige Gerichte zusammengesucht - dabei auch ein *Symbol-Bild* fürs französische Barbecue eingeschmuggelt, weil die beliebte Rouille eben einfach nie und nicht wegzudenken ist. Für einen Teller mit Spaghetti mit Pesto bedarf es das wohl nicht, oder? Denn das weiß ja jeder, wieviel Unsinn ein Pesto ohne Knoblauch macht. In den kommenden Tage werde ich euch zwei weitere, knoblauchlastige Evergreens meiner Küche vorstellen - wir wollen die neue Knoblauch-Saison ja entsprechend feiern!







Das ist nur eine kleine Auswahl an knoblauchlasigen Rezepten - ich habe versucht, mich vor allem für die zu entscheiden, in denen der Knoblauch einfach unmöglich wegzulassen ist...


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