Dieses
Jahr - im Dezember kommt man ja so langsam in den Rückschau-Modus - saß
ich mit einem Mann am Tisch, der mir erzählte, schon mit Michael
Schanze Musik gemacht zu haben. Und mir saß ein anderer Mann gegenüber,
der mir totally unverfroren in den Ausschnitt starrte - was deswegen
schon befremdlich ist, weil meine Tittengröße das nicht hergibt und mir
dergleichen dementsprechen selten bis nie widerfährt (und was ich
übrigens seither auch nicht vermisst habe). Und dann war da noch dieser
Moment an unserem Tisch, als ein Mann seine Frau (die neben ihm saß) als
manisch-notorische Besserwisserin offenlegte. Alles strange Situationen
in einem ohnehin seltsamen 2020.
Kennt überhaupt noch jemand Michael Schanze? Der, der die Quizshow für Kinder im Zweiten moderierte, hier extra rausgesucht: 1,2 oder 3
- sieht nicht nur aus wie aus einem anderen Jahrhundert IST auch aus
einem anderen Jahrtausend. Die Ratekids sprangen dabei auf drei
aufblinkenden Feldern hin und her, die für die Antwortmöglichkeit
standen, bis der Moderator *1, 2 oder 3, letzte Chance… vorbei!* rief. Aufgelöst wurde dann mit: *Ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr, wenn das Licht angeht*
Kinners,
was ist das symbolisch, oder? Bis halt das Licht angeht. Doch
mittlerweile (man wird ja älter und erfahrener) denke ich: *Oder auch
nicht!* Dieses so oft gehörte *Ach, das wußte ich ja gar nicht?!*
ist doch in den allerallermeisten Fällen Getue, Gemache,
Scheinheiligkeit, Schmierentheater, Laienkasparei, simpelster aller
Vertuschungsversuche, mit denen man sogar erfolgreich durchgewunken
wird.
Die Wahrheit aber ist, dass wir meistens wissen, wenn etwas schwer schräg läuft. Die Frage ist: WILL man das wissen!
Heute
drückt in Frankreich wie in Deutschland die Gesellschaft niemanden mehr
religiöse Muster auf. Jeder hat die Freiheit, sich freiwillig daraus
etwas mitzunehmen - oder nicht. Die 10-Gebote etwa stehen für nichts
anderes wie praktische Lebenshilfe: wer sich an diesen Geboten
orientiert, wendet Unglück von seinem Leben ab. Dafür braucht es keinen
Raketentechniker, keine längere Meditationssitzungen oder den Geistesblitz
tieferer Erleuchtung - der gesunde Menschenverstand sollte zu dem
gleichen Ergebnis finden: sowas kommt von sowas. Oder ganz schlicht
zusammengefasst: *Was du nicht willst, was man dir tut, das füge auch
keinem anderen zu.* So kompliziert ist es gar nicht.
Mehr und mehr schlußfolgere ich, dass viele (die Mehrheit), die wider diese natürlichen Gesetze handeln, das absichtlich tun. Ganz mit Trude Simonsohn: *Die Leute, die Unrecht tun, wissen, dass sie Unrecht tun. Sie tun es trotzdem.*
Riesig
beeindruckend finde ich in diesem Zusammenhang, wie Papst Franziskus
manches in der katholischen Kirche versucht gerade zu rücken. Ich wüßte
nicht, dass sich vor ihm schon ein anderer Papst im gleichen Maßstab
bemühte. In seiner ersten Umwelt-Enzyklika "Laudato Si'" wirft er gar ein Dogma um. So weist Papst Franzikus darauf hin, dass es sich bei dem biblischen Auftrag *Macht euch die
Erde untertan* um einen Übersetzungsfehler handelt, denn es müsse heißen:
„Macht euch der Erde
untertan“
So
gehen doch Sensationen! Da wundere ich mich sehr, dass eine derart
wuchtige Aussagen nicht mehr mediale Aufmerksamkeit erhalten hat (gerade in
Zeiten von Klimakrise, fridays for future oder
greenwashing.... )
Weiter heißt es in seiner Enzyklika: "Wir sind in dem
Gedanken aufgewachsen, dass wir ihre [der Erde] Eigentümer und Herrscher seien,
berechtigt, sie auszuplündern." Zwei kleine Buchstaben, die
ausgetauscht den Sinn komplett drehen: der Mensch, der sich nicht über
die Erde zu erheben hat, sondern sich selbst zum Untertan der Erde
machen soll. Aber auch hier gilt doch wieder gleiches: haben wir doch
eigentlich gewußt, dass man sich als Mensch nur einzureihen hat wie alle
anderen Lebewesen. Sämtliche indigenen Völker haben uns vorgemacht, wie
man im Einklang mit der Natur lebt - um die Probleme zu verhindern, die
wir heute im großen Stil haben.
Und - Hand aufs Herz - liegt die Ursache von all dem Übel tatsächlich an zwei falschen Buchstaben?
Hierzu passt wunderbar das Zitat von Gus Speth, der als Professor für Nachhaltige
Entwicklung an der Yale-Universität und Chefberater der Nationalen
Umweltkommission gegen Ende seiner langen Karriere diese resignierte Bilanz zieht (via *Nachdenkseiten*):
„Früher dachte ich, dass die größten Umweltprobleme der Verlust der
Artenvielfalt, der Kollaps der Ökosysteme und der Klimawandel wären. Ich
dachte, 30 Jahre gute Wissenschaft könnte diese Probleme angehen. Ich
habe mich geirrt. Die größten Umweltprobleme sind Egoismus, Gier und
Gleichgültigkeit, und um mit ihnen fertig zu werden, brauchen wir einen
kulturellen und spirituellen Wandel. Und wir Wissenschaftler wissen
nicht, wie man das macht.”

Da habe ich leider ebenfalls keine Idee. Aber ich weiß, wie man nun
schöne, haltbare Rillen dank Gnocchi-Brett (cocuou Hannah) in Gnocchi
erhält! Juchhu! Eine würdige Veröffentlichung zum 2.Advent! Für mich nämlich ein echter Durchbruch an der Gnocchi-Front - und ich liebe Gnocchi! Ich bin so
begeistert von dem neuen - wieder von den Pasta-Grannies inspirierten -
Rezept, dass es bei uns ein Gnocchi-Gericht nach dem anderen gibt mit diesen Zier-Kartoffel-Gnocchi. Und mit ein Grund, wieso ihr hier direkt ein zwei- in-einem Rezept vorgestellt bekommt. Wichtig ist die verwendete Kartoffelsorte: unbedingt mehlig kochend - oder wie die Fränzis (hübscher) sagen: fondante (schmelzend).
Zutaten 2-4P*:
für die Gnocchi (4P):
500g Kartoffeln (mehlig kochend/ m: Agria)
200-220g feiner Hartweizengrieß (Semolina) oder Hartweizemehl
Salz
50g Ziegenfrischkäse
1 Eigelb
2 TL Thymian-Blättchen, getrocknet
für die Sauce (2P):
100g Gorgonzola (m: Bleu de Brebis)
100ml Milch
50ml Sahne
50ml Gemüsebrühe
ein guter Schuß Weißwein (m: Rosé)
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
Walnüsse, geröstet, gehackt
Salbeiblätter, frittiert
300g Brokkoli, über Wasserdampf gegart (oder Spinat)*
Zubereitung:
Kartoffeln als Pellkartoffeln kochen und noch warm durch die Presse drücken, zuerst mit dem Mehl (oder dem Hartweizengrieß) mischen, dann mit restlichen Zutaten. Den Teig nur so lange kneten, bis er homogen und nicht mehr klebend ist.
WICHTIG: nicht überkneten, sonst wird der Teig speckig und immer schön mit Hartweizenmehl (oder Grieß) bestreuen, damit die ausgelegten Gnocchi sowie später die kochenden Gnocchi nicht aneinander kleben!
Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Aus dem Kartoffelteig nacheinander Würste von etwa Fingerdicke rollen, 1cm-Stück abschneiden und diese über das Gnocchibrett rollen. Nebeneinander auf ein Küchentuch auslegen und abdecken bis alle fertig gestellt sind. Die Hälfte (für 2Personen) so lange kochen, bis sie nach oben steigen, dann sofort in kaltem Wasser abschrecken (soll helfen, dass Rillenmuster zu bewahren), gut abtropfen lassen und warm stellen.
Brokkoli über Dampf bissfest garen (oder Spinat waschen, hacken und in ein wenig Butter zusammenfallen lassen).
Ein Viertel des Gorgonzolas für die spätere Deko zur Seite legen. Ansonsten alle Zutaten für die Sauce miteinander erhitzen und glatt rühren - mit Mehlschwitze (roux) binden.
Den Brokkoli (oder Spinat) in die Sauce geben, nochmals abschmecken, Gnocchi unterrühren, mit frittierten Salbei-Blättern (auf dem Foto vergessen), restlichem Blauschimmel-Käse und etwas geriebenen Parmesan dekoriert servieren (bei Spinat anstelle des Salbeis geröstete Walnüsse verwenden).
*Anmerkung m: In meinem aufgegriffenen Rezept der Pasta-Grannies wird der Teig nur mit Kartoffeln und Hartweizenmehl zubereitet (ein Versuch wert).
Die Menge an Gnocchi reicht für 4 Personen: ich habe daher die Hälfte nebeneinander liegend eingefroren und dann in eine Tüte umgefüllt. Die geforenen Gnocchi habe ich geforen in das kochende Wasser geworfen (sie brauchen deutlich länger bis sie gar sind - und verlieren daher auch etwas von ihrem Rillenmuster). Ich habe sie ebenfalls in kaltem Wasser abgeschreckt, warm gestellt, aber beim 2. Mal (mit Spinat) kurz in einer Pfanne angebraten bevor ich sie unter die Sauce gemischt habe. Saulecker!
Inspiration: Pasta Grannies