Auberginen-Ziegenfrischkäse-Börek
Mittwoch, 26. August 2015
Wer das Börek noch eine Nummer flotter auf den Tisch bringen will, der mache es wie Nesrin und schiebt sie in den Ofen.
*Anmerkung m: ergab etwa 15 Stück
In Südfrankreich befinden wir uns inmitten eines Ausbruchs einer kleinen Eiszeit. Zumindest fühlt es sich so an. Seit Weihnachten klettern die Temperaturen selbst tagsüber selten über Null. Der Himmel zeigt sich in eben jenem momoton-grau-bleiernen Anstrich, der die Bewohner eines kleinen gallischen Dorfs einst veranlasste zu befürchten, er könne jederzeit auf sie hinabstürzen. Und um sich gegen die feuchte Kälte zu wappnen, benötigt man grob geschätzt eine Tonne an Klamotten, in denen man sich nur bewegen kann wie eines dieser beknackten Teletubbies. Der zusätzliche Mundschutz, die dauer-beschlagende Brille, die triefende Nase, drei Monate kaum Geselligkeit - es ist zum aus der Haut fahren.
Obendrein erneut verschärfte Beschränkungen... Ich komme mir vor wie ein zu eng geschnürtes Paket, das zu platzen droht. Ganz so, als hätte ich über Nacht mehrere Kleidergrößen zugenommen und nun presst mich alles ein, was ich mir über den Kopf oder Hintern ziehe: alles zwickt, kneift und passt nicht. Von allen Seiten werde ich gedeckelt.
Am liebsten würde ich einen Schrei lassen, mich mit gestreckter Faust ein Mal im Kreis drehen und alles niederbügeln, was mir zu nahe kommt. Ein Befreiungsschlag gegen diesen beißenden Zwinger, der mich umkreist und mir die Zähne zeigt. Ich kann es nicht leiden, wenn man versucht, mich klein zu halten - das hatte ich ausreichend im Elternhaus!
Warum ist nicht wenigstens Beamen schon erfunden?! Eine kleine Auszeit von dem Mist nehmen, mal wieder durchatmen - das würde schon Erleichterung veschaffen. Und zwar - wütend mit den Füßen aufstampfend - JETZT SOFORT! Ich habe die Nase voll! Selbst die Zeit hat eine eigenartige Kaugummi-artige Konsistenz - die Tage fließen zäh und schwer trennbar ineinander über...
Ja, Zwergenaufstand, ich weiß. Aber so mache ich mir wenigstens mal etwas Luft. Das ist schließlich schon ein Nadelöhr, durch das die Menschheit gerade gedrückt wird. Wie bedeutungslos aber sind individuelle Befindlichkeiten in Anbetracht geschichtlicher Abläufe, denen man nur staunend (fassungslos) hospitieren kann?! Trotzdem freue ich mich sehr darauf, wenn endlich ein Silberstreifen am Horizont zu sehen ist, der das Ende markiert. Der fehlt mir als hoffnungsstiftendes Licht enorm!
Ich schaue aus dem Fenster bis auf die verhangende Spitze des Troi Becs, jenen Berg, der unsere Tal und damit unseren Panoramablick begrenzt. Gott sei Dank habe ich diese Weite um mich, die schon vieles relativiert. Gott sei Dank ist mein Habibi die erste Wahl von Habibi! Gott sei Dank kann ich uns wenigstens was Feines kochen. Sonst könnte ich Vogelstrauß-Anfälle schwer unterdrücken.
Heute habe ich uns kleine Päckchen gewickelt - um wieder an oben anzuknüpfen. Börek zählt bekanntermaßen zu einem Lieblingsgericht. Börek kennt man in Zigarrenform, als Schneckchen oder als Spirale. Diese türkische Technik eine Füllung mit Teig zu ummanteln finde ich eine besonders hübsche - unten habe ich euch zu einem Youtube-Film verlinkt, der das sehr schön veranschaulicht. Man kann sie einzeln in der Muffinsform backen (prima für Vorspeisenteller) oder nebeneinander in einer dicht schließenden Form! Knuspernder, stimmungsaufhellender Genuss!
Zutaten 2P:
Zubereitung:
Hupps, dachte ich, jetzt habe ich bei meinem Jahresrückblick meine Kernausrichtung als Foodblog vergessen, nämlich den Blick auf die Rezepte-Statistik. Aber ums ganz ungeschminkt zu sagen: ich bin ein klarer Fall von *statistisch*-overdosed! Doch, mit einer Statistik in der Hand kann man mich wohl gerade hervorragend vor sich herjagen. Zumal - ich hatte es darüber - die Sachlage dank Zahlenspielereien nicht zwingend klarer und einsichtiger wird.
Trotzdem habe ich jetzt für euch geschaut, welche drei Rezepte laut meiner Google-Blogspot-Statistik in den letzten 12 Monaten am häufigsten aufgerufen wurden. Mit großem Abstand zu allen anderen stehen auf Platz 1 bis 3 die, die direkt bei der Veröffentlichung einen enormen (ungewöhnlichen) Ausschlag verursachten - um anschließend kaum noch auf Interesse zu stoßen. Die Frage liegt nahe, was-wer-warum diese Ausreißer auslöste. Tja, und euch Leserschaft schließe ich dabei als Verursacher (leider) aus. Eine Idee habe ich natürlich doch. Aber die werdet ihr ohne mich genauso haben, wenn ich euch nun die drei Posts samt Rezepte benenne:
Schaue ich mir die Rezepte von 2020 einzeln durch, dann sortieren sich folgende drei Rezepte heraus, die ihr besonders mochtet und mehr oder minder durchgehend das Jahr über aufgerufen habt. Und das sind vorneweg die Spezials - was mich freut, denn die zusammenzustellen bedeutet Arbeit für mich:
Meine drei Lieblinge eines Jahres sind immer schwer zu benennen, weil ich ja die kulinarische Abwechslung liebe. Daher entscheide ich mich für 2020 für diese drei Grundrezepte, die ich weiterhin gerne immer wieder anders kombinieren werde - bref: Keeper:
Um - selbstredend - die DUBBs nicht zu vergessen:
So, jetzt gabs doch noch den ausführlichen Foodblog-Rückblick: ich weiß ja, wie viele von euch auf Listen stehen ;)!
Aber um hier nochmals auf mein Dashboard zurückzukommen: manchmal dünkt es mir, als ziehe aus meiner Blog-Statistik vorrangig Blogspot aka Google irgendwelche Kenntnisse. Weil die mir gebotene Auswertung wenig bis überhaupt nicht aussagekräftig ist. Als Beispiel zeige ich euch mal meine Suchbegriffe der letzten 24 Stunden (wenn ihr den Screenshot-Ausschnitt anklickt, wird er größer): ich bekomme dafür 9 konkrete Antworten im Verhältnis zu fast 5000 Fragezeichen (bezeichnet als *Sonstiges*). Was soll das bitte für eine Aufschlüsselung sein? Was denkt ihr?
Aber was wollen wir machen? Soll man sich jetzt darüber beklagen? Blogspot bietet mir Technik-Honk eine Plattform, über die ich kostenlos bloggen kann - und diktiert mir ihre Vorgaben. Und ich muss (und kann) diese nur an euch weitergeben - wofür ihr kostenlos Rezeptideen von mir erhaltet.
Eigentlich wollte ich wie sonst mein Foodblogjahr mit einem Brot-Rezept beginnen. Aber wie las ich als Ausblick für 2021: das kommende Jahr wird uns Kreativität und Flexibilität abverlangen. Ein schöner Allgemeinplatz, der ja irgendwie immer passt. Also fange ich doch damit direkt an, in dem ich - die ich Rituale sehr schätze - mit meiner eigenen Tradition breche und mit einem Eintopf starte. Einem Eintop der Art, wie es ihn mindestens ein Mal die Woche gibt und wirklich immer Wohlgefühl am Eßtisch auslöst
Zutaten 2P:
2 Möhren (m: orange, gelb)
Zubereitung:
Die Reisnudeln in kochender Gemüsebrühe fünf Minuten ziehen lassen, durch ein Sieb abschütten und die Brühe auffangen.
In der Zwischenzeit das Gemüse putzen und in feine Streifen schneiden. Öl in einem großen Topf erhitzen und Zwiebel sowie Möhren- und Paprikastreifen und Lauch in das Öl geben, anschwitzen. Das Currypulvers sowie das Paprikapulver und Kurkuma und außerdem den Knofi hinzugeben und anrösten. Der Brühe anschütten, den Ing wer sowie das angeklopfte Zitronengras zufügen und das Gemüse 15 min sanft köcheln lassen.
Zitronengras und Ingwer entfernen, etwa zwei Drittel des Gemüses zur Seite nehmen und den Rest pürieren. Kokosmilch und Tomatenmark hinzugeben und
köcheln lassen. Nun den Brokkoli weitere 5min mitköcheln lassen. Zum Schluss die Nudeln in die Eintopf geben, wieder warm ziehen lassen, salzen, pfeffern und mit Harissa und Tamari abschmecken. Je nach gewünschter Schlonzigkeit noch etwas Brühe zufügen...
Mit gehackten frischen Kräutern toppen und servieren.
*Anmerkung m: ich habe die Wahl hier in F zwischen Kokosmilch und Kokoscrème - hier habe ich letztere verwendet.
Inspiration: Knusperstübchen