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Auberginen-Ziegenfrischkäse-Börek

Mittwoch, 26. August 2015

Zu den wenigen Fertigprodukten, die ich immer mal wieder kaufe, gehört Filoteig. Auch wenn man den eigentlich recht simpel selbst machen kann (beispielsweise ähnlich wie hierfür). Ein bißchen Wickelei und schon wird alles zur knuspernden Knabberei. Das kann man nur mögen. Die Auberginen-Börek bietet sich nicht nur als schöne Vorspeise an, sondern funktioniert auch prima als Fingerfood - etwa wenn wir mit den Gästen zusammen grillen. 

Am allerbesten schmecken die kleinen Börek direkt aus der Pfanne. Doch auch kalt und dadurch etwas weniger knusprig sind die immernoch super. Ach, und ich habe raten lassen, mit was die Börek gefüllt sind. Und: es wurde geraten - schwer geraten.

Wenig Aufwand - schöner Effekt. Ich mag diese Börek! Vorallem in der Kombi mit dem minz-knoblauchigem Tomatensalat.

Wer das Börek noch eine Nummer flotter auf den Tisch bringen will, der mache es wie Nesrin und schiebt sie in den Ofen.
Zutaten*:

1 mittelgroße Aubergine
1 Ziegenfrischkäse (ca. 125g)
1/2 Zitrone, Abrieb davon
Salz, Pfeffer
Cayenne
1 Packung Filo-Teig
geschmolzene Butter

verschiedene Tomatensorten (m: eigene)
1/2 Cantaloupe-Melone
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
einige Blätter frische Minze, fein geschnitten
Salz, Pfeffer
4 EL Olivenöl
2 EL Himbeer-Essig 

Zubereitung:

Den Grill auf 220° vorheizen. Die Aubergine mit einer Gabel (m: Fleischgabel) mehrfach einstechen. Die Aubergine unter dem Grill in ca. 25min garen - während der Hälfte der Zeit wenden.

Die Aubergine etwas abkühlen lassen, dann halbieren und mit Hilfe eines Eßlöffels das Fruchtfleisch rauslösen. Das Auberginenfleisch mit Ziegenfrischkäse mittels einer Gabel mischen. Mit Salz, Pfeffer, Zitronenschale und Cayennepfeffer abschmecken.

Den Filoteig mit der Aubergine so wie hier füllen - allerdings nahm ich hier anstelle des Öls geschmolzene Butter.

Tomaten vom Strunk befreien und in Schnitze schneiden. Die Melone bebenfalls in kleine Stücke schneiden. Aus den restlichen Zutaten ein Dressing zubereiten und den Salat damit marinieren. 

*Anmerkung m: ergab etwa 15 Stück

DER DIE DAS Börek

Samstag, 19. Oktober 2019


Eine Leserin kommentierte mal, dass die Zeit der Blog-Buster, also all solcher Rezepte, die von Blog zu Blog springen und von allen der Reihe nach für super befunden wurden, vorüber ist. Ja, früher war die deutschsprachige Foodblogszene irgendwie ein kleiner, übersichtlicher Damentennisverein (in dem auch Männer Willkommen waren). Man kannte sich, man wußte um die kulinarischen Vorlieben, man wußte, beim wem man für sich fündig wurde. Heute reden wir von einer gefühlten Kleinstadt, bei der man längst den Überblick, aber damit auch das Interesse aneinander verloren hat.

Früher registrierten sowohl Blogger als auch Leser sofort, wenn ein Foodie betonte, dass dies oder jenes Gericht rasend lecker war. Es wurde umgehend nachgekocht oder nachgebacken. Bei solchen Sensationen wollte schließlich keiner lediglich Zaungast bleiben. Allerdings wurde auch nicht in schönster Jamie-Oliver-Manier einfach ALLES als das weltbeste Rezept EVER beworben, sondern lediglich genau dann, wenn es WIRKLICH so war. Oder habe ich gerade einen nostalgischen Flash-Back und zeichne die Vergangenheit rosarot? Jedenfalls ist mir schon ewig (!) kein Blog-Buster mehr aufgefallen (falls ich nur blind bin: ich bitte um sachdienliche Hinweise...). Oder - so schwant es mir gerade - das läuft halt jetzt über Insta und deshalb bekomme ich nix mit?! Dann habe ich Pech gehabt...

Für dieses Rezept hatte ich noch überlegt, ob ich es mit Blog-Buster übertitle, aber ich habe das Rezept ja nicht von einem anderen Blog aufgegriffen. Also ist es streng genommen kein Blog-Buster. Schon gar keiner, der bereits in Serie ging. Aber um es kurz zu machen: ich bin hin und weg. Diese krachige Kruste, dieses zarte Nudelstrudelartige samt Gemüse im Gratin... Ich werde mich ganz bestimmt nicht mehr in diesem Leben nach einer anderen Börek-Zubereitungsweise umschauen. Ich bin ja so völlig aus dem Häuschen, dass ich den, die oder das Börek schon zwei Mal auf den Tisch brachte. Ein Mal in der ursprünglichen Zucchini-Version und ein Mal mit Kürbis. Ein Mal mit begleitendem Tomaten-Salat und ein Mal mit Rote-Bete-Salat. 


Alors, ihr wollt einen Börek zubereiten, der euch aus den kulinarischen Schlappen schmeißt vor Begeisterung, bitte schön: hier ist das Rezept - obendrein ganz simpel in der Machart! Und wer jetzt bei der lediglichen Erwähnung von *Blog-Buster* nicht aufhorcht, tja, der ist selbst schuld, wenn ihm etwas entgeht...

Zutaten 2P:

6 Blätter Filo- oder Yufkateig (oder auch Brick-Teig)
500g Zucchini (oder 400g Kürbis)*
2 Knoblauchzehen
Piment d'Espelette
Salz, Pfeffer
2-3 EL Petersilie, fein gehackt
Olivenöl
150g Feta (oder Ziegenfrischkäse)
150g griech. Joghurt (m: Ziege)
50ml Milch
20ml Sonnenblumenöl
1 Ei



Zubereitung:

Zucchini grob raspeln (oder Kürbis). Die Raspeln zusammen mit dem fein gehackten Knoblauch in etwas Zucchini kurz in Öl dünsten (ca. 3-4min) - sprich: Zucchini kurz zusammenfallen lassen. Salzen, pfeffern und die fein gehackte Petersilie untermischen. Feta (oder Ziegenfrischkäse) fein darüber bröckeln und ebenfalls untermischen.

Ofen auf 180° (Umluft) vorheizen. Gratinform ölen.

Zwei Geschirrhandtücher zur Hand nehmen. Eines davon nass machen und auswringen. Auf einer Arbeitsfläche ausbreiten, das trockene darüber leben. Milch mit etwas Sonnenblumenöl mischen. Ein Filoblatt glatt ausbreiten. Mit der Milch-Öl-Mischung bepinseln. Auf der unteren, kurzen Seite eine Rolle Zucchini-Masse verteilen, Seitenränder einschlagen und mit Hilfe des trockenen Handtuchs wie ein Strudel aufrollen (geht, wenn der Anfang erst gemacht ist, dann weiter auch gut von Hand). Dann zu einer Schnecke aufrollen (nicht schlimm, wenn die irgendwo - ausversehen - reißen sollte) und in die Form setzen. Ingesamt 6 Schnecken formen.

Sowohl Joghurt, Milch, Sonnenblumenöl als auch das Ei miteinander verquirlen. Salzen und pfeffern. Über die Schneckchen gießen und im Ofen ca. 45min backen.

*Anmerkung m: der Zucchini fällt beim kurzen Andünsten deutlich mehr zusammen als der Kürbis, daher bekommt man gewichtsmäßig mehr im Börek unter - zu dick dürfen die Gemüse-Stränge, mit denen man die Filoblätter füllt, auch nicht sein/ Wenn die Schnecken etwas mehr Platz nebeneinander hätten wie in meiner Gratinform wäre das nicht schlecht.

Eine super Variante ist gewiss auch eine solche mit Spinat oder Mangold!

Inspiration: Lecker


DUBB: grüner Börek

Mittwoch, 22. April 2020


Ich gehöre zu alljenen, die nur Geschichen erzählen können, die mir irgendwie widerfahren. Meine Geschichten. Geschichten meines Umfelds. Geschichten meiner Zeit. Und gerade passieren ja Dinge - ich bekomme einfach nicht die Augen zugekniffen: in den ersten drei Wochen des Ausnahmezustands hat Frankreich bei 5,8 Millionen Kontrollen 359.000 Bußgeld-Strafzettel verteilt. 

Hilke vom Blog *Mein Frankreich* fasst nicht nur die strikten Regeln der Ausgangssperre zusammen, sondern etwa auch den französischen Bußgeld-Erlaß im Zusammenhang mit dem confinement:

*Zum 29. März 2020 gab es die inzwischen dritte Verschärfung. Die Grundstrafe bleibt bei 135 Euro. Das Bußgeld für die Nichteinhaltung der Maßnahmen erhöht sich bei einem Rückfall innerhalb von 15 Tagen auf 200 € und auf 450 € für die erhöhte Strafe, wenn sie nicht rechtzeitig bezahlt wird.

Wenn es mehr als drei Verstöße innerhalb von 30 Tagen gibt, wird der Verstoß zum Vergehen. Es wird mit einer sechsmonatigen Haftstrafe, einer Geldstrafe von 3.750 Euro sowie einer zusätzlichen Strafe für gemeinnützige Arbeit (TIG) bestraft.

Frankreich überwacht mit Drohnen aus der Luft sowie Zivilstreifen die Einhaltung der Ausgangssperren.*

Ich WILL nicht von Drohnen überwacht werden! Nicht auf der Straße und nicht im Wald! Liebes Frankreich, wir zwei, das war lange Zeit ein großes, amoureuses Abenteuer, aber im Moment haben wir eine Krise!

Und die Geschichte aus unserer Nachbarschaft schiebe ich noch hinterher: Bertrand - aus der Lebensgemeinschaft - pflanzt als Kleinstbauer Biogemüse an. Arbeitend auf einem seiner Felder weit entfernt von den nächsten Häusern, während seine zwei kleine Buben drumherum spielten, wurde er von der Polizei angesprochen: *Was machen die zwei Kinder hier draußen?* Bertrand: *Ich bin alleinerziehend, ich arbeite, die Schulen sind geschlossen.* Polizei: *Sie haben genau 10 Minuten, um die Kinder nach drinnen zu bringen!*

Und jetzt erklärt mir BITTE, dass ich dieses Intermezzo falsch interpretiere! Was passiert nur gerade mit unserer Gesellschaft?
 

Ich komme mir vor wie in einer geschüttelten Schneekugel: alles außerhalb unseres Gartens ist in Auffuhr. Und ich kann nur warten, dass sich das Durcheinander wieder legt. In unruhigen Zeiten sind Rituale eine Festung. Also: lange schon kein DUBB mehr hochgehalten, oder?

Hiermit verweise ich euch zurück auf den Börek. Dieses Mal gefüllt mit halb Spinat und halb Wildkräutern, die so herrlich püschelig wuchern in den grünsten Wochen des Jahres. Und anstelle von einzelnen Schneckchen habe ich eine große gelegt - dabei gilt es zu beachen, dass man die allererste (innerste) Rolle etwas weniger füllt als die äußeren (wegen des engeren Einrollens). Einen weiteren Tipp habe ich noch: hat man mehr als zwei Personen am Tisch sitzen, kann man die Filoteig-Blätter doppelt legen - so sättigt der Börek gleich deutlich mehr... Ansonsten same-same: DUBB!


Bal kabakli gül böreği - Börek-Rosen mit Kürbis-Walnuss-Füllung

Dienstag, 12. Januar 2021


In Südfrankreich befinden wir uns inmitten eines Ausbruchs einer kleinen Eiszeit. Zumindest fühlt es sich so an. Seit Weihnachten klettern die Temperaturen selbst tagsüber selten über Null. Der Himmel zeigt sich in eben jenem momoton-grau-bleiernen Anstrich, der die Bewohner eines kleinen gallischen Dorfs einst veranlasste zu befürchten, er könne jederzeit auf sie hinabstürzen. Und um sich gegen die feuchte Kälte zu wappnen, benötigt man grob geschätzt eine Tonne an Klamotten, in denen man sich nur bewegen kann wie eines dieser beknackten Teletubbies. Der zusätzliche Mundschutz, die dauer-beschlagende Brille, die triefende Nase, drei Monate kaum Geselligkeit - es ist zum aus der Haut fahren. 

Obendrein erneut verschärfte Beschränkungen... Ich komme mir vor wie ein zu eng geschnürtes Paket, das zu platzen droht. Ganz so, als hätte ich über Nacht mehrere Kleidergrößen zugenommen und nun presst mich alles ein, was ich mir über den Kopf oder Hintern ziehe: alles zwickt, kneift und passt nicht. Von allen Seiten werde ich gedeckelt.

Am liebsten würde ich einen Schrei lassen, mich mit gestreckter Faust ein Mal im Kreis drehen und alles niederbügeln, was mir zu nahe kommt. Ein Befreiungsschlag gegen diesen beißenden Zwinger, der mich umkreist und mir die Zähne zeigt. Ich kann es nicht leiden, wenn man versucht, mich klein zu halten - das hatte ich ausreichend im Elternhaus!

Warum ist nicht wenigstens Beamen schon erfunden?! Eine kleine Auszeit von dem Mist nehmen, mal wieder durchatmen - das würde schon Erleichterung veschaffen. Und zwar - wütend mit den Füßen aufstampfend -  JETZT SOFORT! Ich habe die Nase voll! Selbst die Zeit hat eine eigenartige Kaugummi-artige Konsistenz - die Tage fließen zäh und schwer trennbar ineinander über...

 

 

Ja, Zwergenaufstand, ich weiß. Aber so mache ich mir wenigstens mal etwas Luft. Das ist schließlich schon ein Nadelöhr, durch das die Menschheit gerade gedrückt wird. Wie bedeutungslos aber sind individuelle Befindlichkeiten in Anbetracht geschichtlicher Abläufe, denen man nur staunend (fassungslos) hospitieren kann?! Trotzdem freue ich mich sehr darauf, wenn endlich ein Silberstreifen am Horizont zu sehen ist, der das Ende markiert. Der fehlt mir als hoffnungsstiftendes Licht enorm!

Ich schaue aus dem Fenster bis auf die verhangende Spitze des Troi Becs, jenen Berg, der unsere Tal und damit unseren Panoramablick begrenzt. Gott sei Dank habe ich diese Weite um mich, die schon vieles relativiert. Gott sei Dank ist mein Habibi die erste Wahl von Habibi! Gott sei Dank kann ich uns wenigstens was Feines kochen. Sonst könnte ich Vogelstrauß-Anfälle schwer unterdrücken.

Heute habe ich uns kleine Päckchen gewickelt - um wieder an oben anzuknüpfen. Börek zählt bekanntermaßen zu einem Lieblingsgericht. Börek kennt man in Zigarrenform, als Schneckchen oder als Spirale. Diese türkische Technik eine Füllung mit Teig zu ummanteln finde ich eine besonders hübsche - unten habe ich euch zu einem Youtube-Film verlinkt, der das sehr schön veranschaulicht. Man kann sie einzeln in der Muffinsform backen (prima für Vorspeisenteller) oder nebeneinander in einer dicht schließenden Form! Knuspernder, stimmungsaufhellender Genuss!


Zutaten 2P:

6 Filo-Blätter (Yufka/ Brick-Teig)
250g Kürbis, grob geraspelt
1 Schalotte
2 Knoblauchzehen
2 EL Petersilie, fein gehackt
2 EL Walnüsse, geröstet, gehackt
120g Schafkäse (Feta/ m: Ziegenkäse und ein Rest Bergkäse)
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
Olivenöl

100g Joghurt (m: Schafsjoghurt)
80ml Milch
25ml Öl  (m: Sonnenblumenöl)
2 TL Mehl
Salz, Pfeffer

flüssige Butter zum Bepinseln

Zubereitung:

Für die Füllung Schalotte und Knoblauch fein würfeln.  In etwas Olivenöl glasig dünsten, geriebenen Kürbis dazu und kurz ebenfalls mitbraten, bis er leicht zusammenfällt. Petersilie untermischen. Würzen und etwas abkühlen lassen. Zusammen mit Walnüsse und Käse in einer Schüssel vermischen.   Joghurt, Öl, Milch und Mehl klümpchenfrei miteinander vermengen, salzen und pfeffern.
Die Yufkablättern ausbreiten - je nach Größe zuschneiden. Ich habe meine rechteckigen Brick-Blätter schräg (nicht genau diagnola) halbiert, so dass ich ein sehr unregelmäßiges Fünfeck erhielt. Große runde Yufkablätter viertelt man - aber das wird euch klar, wenn ihr das unten verlinkte Filmchen anschaut..  
Ein Dreieck auf der Arbeitsfläche ausbreiten und mithilfe eines Pinsels etwas Butter auf ein Dreieck streichen. Mit Zeigefinger und Daumen die Mitte des Teigdreicks leicht anheben und nach rechts verdrehen, um auf diese Weise einen Wirbel zu bekommen. Mitte wie umliegender Teig mit dem Joghurtgemisch besprenkeln. In das Zentrum des Wirbels 1 Esslöffel der Füllung platzieren. Die Seiten des Yufkablattes über die Füllung schlagen. In eine gebutterte Gratinform setzen und das 11 mal wiederholen bis die Form voll ist.  In die Zwischenräume (falls vorhanden) das restliche Joghurt-Gemisch verteilen. Alle Röschen mit Butter bepinseln..  
Im vorgeheizten Backofen bei 190 °C Ober-, Unterhitze ca. 35 Minuten backen.
*Anmerkung m: im Outback bekomme ich nicht den besten Yufka-Teig. Würde ich in der Stadt leben, würde ich ihn mir möglicherweise beim Türken besorgen. Meine Brickblätter waren schon relativ trocken und rissen sehr leicht. Die Röschen funktionieren trotzdem - sie werden nur nicht ganz so perfekt. Bei uns gabs einen großen Salat dazu.
 
 
 

Sachzwänge und Gözleme

Dienstag, 13. Oktober 2015

Selbstredend stehe ich auf kulinarische Inspiration. Und wenn sie in Form eines kostenlosem Rezensionsexemplar ins Haus flattert, dann wird man bei mir auf keinen Widerstand stoßen. Nur wird mir mit den letzten beiden Büchern wieder SEHR bewußt, warum es mich (u.a.) noch nicht einen Augenblick in die Politik gezogen hat. Denn entweder man biedert sich der Obrigkeit an und bastelt an der Seilschaft, die einen in höhere Ränge ziehen kann. Oder man steht für eine Sache ein - und stößt dabei immer auf Interessenskonflikte. Je edler die Haltung umso kleiner die Lobby und so stärker die Gegner.

Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul, weil nun mal ein scharfes Urteil über ein Geschenk an Unverschämtheit grenzt - das finde ich auch. In sog. *Sachzwänge* kann man dennoch geraten. Über ein erbetenes Rezensionexemplar etwa wollte ich mich seither ganz ausschweigen, weil es wider Erwarten zwischen uns beiden einfach erschreckend gar nicht funkte. Oder? So hält man es doch, wenn einem die geschenkte, gehäkelte Mütze nicht paßt.

Zumal sie von dem angeschwärmten Herr Paulsen stammt. Dieses hier. So, jetzt ist es raus. Dass der das mit dem Kochbuchschreiben eigentlich sehr gut kann, habe ich aber die Tage gesehen, als mir dieses Buch von ihm in die Hände gelegt wurde. Tolle Fotos, super strukturiert, Rezepte, die anmachen (kleine Snacks sind nicht meine Kochwelt - doch das tut ja nix zur Sache). 

Vielleicht war die Mütze eigentlich für jemanden anderen bestimmt...

Um vorneweg solchen Bredouillen aus dem Weg zu gehen suche ich mir eigentlich extra Bücher nach meinen Interessen und Vorlieben aus - sonst schaufle ich mir  die Diplomatie-Falle ja selbst. Doch das alleine ist (leider) kein Garant, dass ich nur Schwärmen kann (Schwärmerei bleibt die Grundidee). Der Ehrlichkeit will ich verpflichtet bleiben - also lasse ich Taten sprechen in Form nachgekochter Rezepte. Susanne macht das regelmäßig und vorbildlich vor.
Der Einstieg mit *Türkei Vegetarisch* fing holprig an. Das *Lauch-Börek aus der Pfanne* schrabbte haarscharf an waschechtem Murgs vorbei - etwas, das mir in der Küche schon lange nicht mehr passiert ist. Zumindest konnten wir es essen - u.a. dank massiven Einsatzes von zusätzlichem Öl. Die Zubereitung bleibt mir auch im Nachhinein ein mittelgroßes Rätsel - ich kapiers nicht. 

Das zweite Gericht, das ich daraus nachkochte, sind *die gefüllten Teigtaschen aus der Pfanne/ Gözleme* mit *Krautsalat*. Prima. Krautsalat esse ich eindeutig zu selten. Auch der *Yufka-Teig* funktionierte gut wie bereits beim ersten Mal für das Börek. Für ungewöhnliche Teigtaschen bin ich bekannterweise prinzipiell zu haben. Wieso ich gerne an Susannes Teigtaschen-Event bei Zorra mitmache - mit dieser rustikalen, einfachen, türkischen Variante.

Das dritte ausgesuchte Rezept, die *Linsenlaibchen*, wollten wieder nicht richtig mitspielen. Gut, Linsenpuffer sind heikel. Bisher sind mir noch alle sehr trocken geraten. Diese auch. Außerdem stellt sich die Frage, ob eventuell ein Ei zuviel in der Zutatenliste steht? Sie liesen sich erst wenden mit der doppelten Zugabe von Semmelbrösel. Und Formen nur im Sinne von *mit dem Löffel Häufchen in die Pfanne setzen*. Außerdem fehlt mir der Hinweis, dass Linsen Gewürzfresser sind (ich gab vorsorglich zusätzlichen Senf dazu). 

Fazit: Das letzte Buch von Katharina Seiser *Immer schon vegan* gefiel mir deutlich besser, wenngleich ich mich zu vegetarisch-kulinarischen Ideen immer gerne angeregt lasse. Jetzt seid ihr dran, euch einen eigenen Eindruck zu machen - wie im richtigen Leben...
Zutaten 8 Stück

500g Yufka-Teig
350g Mehl
1/2 TL Salz
1 Pr Zucker
1 1/2 TL Rapsöl
Mehl zum Bearbeiten

50g Butter

Käsefüllung:
200g Beyaz Peynir (Salzlakenkäse - m: ersetzt durch Ziegenfrischkäse)
1/2 Bund Petersilie, fein gehackt
1-2 Frühlingszwiebeln, klein geschnitten

Zubereitung:

Die Zutaten für den Teig zusammen mit 200ml Wasser sorgfältig verkneten, sodass ein elastischer Teig entsteht, der nicht mehr klebt. Abdecken und 45min ruhen lassen

Für die Füllung den Käse gut mit Hilfe einer Gabel zerdrücken und Petersilie und Frühlingszwiebeln untermengen. Den Teig in 8 gleichgroße Kugeln formen. Diese nacheinander sehr rund auswellen (ca. 22cm Durchmesser - man sollte den Untergrund durchsehen können). Auf einer Hälfte des Kreises nicht zu dick mit Füllung belegen, zuklappen und mit einer Gabel die Ränder fest aneinander drücken.

Butter in einem kleinen Topf schmelzen. In einer beschichteten Pfanne ein Gözleme nach dem anderen ohne Fett von beiden Seiten braten. Anschließend mit flüssiger Butter bestreichen und sofort servieren.

*Anmerkung m: Das Buch bietet verschiedene, alternative Füllungen an mit Kartoffeln oder Zwiebeln. Das Rezept sollte auch mit 4 großen, runden, gekauften Yufka-Blättern funktionieren - diese dann halbieren und entsprechend der Beschreibung füllen.
















Anmerkung m: Um die Rezepte lesen zu können, einfach auf die jeweiligen Beschreibungen klicken.

Mit Dank an den Brandstätter-Verlag, der mir ein Rezensionexemplar zur Verfügung stellte. Und ebenfalls mit Dank und der Hoffnung auf Verständnis an GU für ihr Rezensionexemplar

Statistisch: Curry-Eintopf mit Reisnudeln

Dienstag, 5. Januar 2021


Hupps, dachte ich, jetzt habe ich bei meinem Jahresrückblick meine Kernausrichtung als Foodblog vergessen, nämlich den Blick auf die Rezepte-Statistik. Aber ums ganz ungeschminkt zu sagen: ich bin ein klarer Fall von *statistisch*-overdosed! Doch, mit einer Statistik in der Hand kann man mich wohl gerade hervorragend vor sich herjagen. Zumal - ich hatte es darüber - die Sachlage dank Zahlenspielereien nicht zwingend klarer und einsichtiger wird.

Trotzdem habe ich jetzt für euch geschaut, welche drei Rezepte laut meiner Google-Blogspot-Statistik in den letzten 12 Monaten am häufigsten aufgerufen wurden. Mit großem Abstand zu allen anderen stehen auf Platz 1 bis 3 die, die direkt bei der Veröffentlichung einen enormen (ungewöhnlichen) Ausschlag verursachten - um anschließend kaum noch auf Interesse zu stoßen. Die Frage liegt nahe, was-wer-warum diese Ausreißer auslöste. Tja, und euch Leserschaft schließe ich dabei als Verursacher (leider) aus. Eine Idee habe ich natürlich doch. Aber die werdet ihr ohne mich genauso haben, wenn ich euch nun die drei Posts samt Rezepte benenne:

Schaue ich mir die Rezepte von 2020 einzeln durch, dann sortieren sich folgende drei Rezepte heraus, die ihr besonders mochtet und mehr oder minder durchgehend das Jahr über aufgerufen habt. Und das sind vorneweg die Spezials - was mich freut, denn die zusammenzustellen bedeutet Arbeit für mich:

Meine drei Lieblinge eines Jahres sind immer schwer zu benennen, weil ich ja die kulinarische Abwechslung liebe. Daher entscheide ich mich für 2020 für diese drei Grundrezepte, die ich weiterhin gerne immer wieder anders kombinieren werde - bref: Keeper:

Um - selbstredend - die DUBBs nicht zu vergessen:

So, jetzt gabs doch noch den ausführlichen Foodblog-Rückblick: ich weiß ja, wie viele von euch auf Listen stehen ;)! 

Aber um hier nochmals auf mein Dashboard zurückzukommen: manchmal dünkt es mir, als ziehe aus meiner Blog-Statistik vorrangig Blogspot aka Google irgendwelche Kenntnisse. Weil die mir gebotene Auswertung  wenig bis überhaupt nicht aussagekräftig ist. Als Beispiel zeige ich euch mal meine Suchbegriffe der letzten 24 Stunden (wenn ihr den Screenshot-Ausschnitt anklickt, wird er größer): ich bekomme dafür 9 konkrete Antworten im Verhältnis zu fast 5000 Fragezeichen (bezeichnet als *Sonstiges*). Was soll das bitte für eine Aufschlüsselung sein? Was denkt ihr?

 

Aber was wollen wir machen? Soll man sich jetzt darüber beklagen? Blogspot bietet mir Technik-Honk eine Plattform, über die ich kostenlos bloggen kann - und diktiert mir ihre Vorgaben. Und ich muss (und kann) diese nur an euch weitergeben - wofür ihr kostenlos Rezeptideen von mir erhaltet.

Eigentlich wollte ich wie sonst mein Foodblogjahr mit einem Brot-Rezept beginnen. Aber wie las ich als Ausblick für 2021: das kommende Jahr wird uns Kreativität und Flexibilität abverlangen. Ein schöner Allgemeinplatz, der ja irgendwie immer passt. Also fange ich doch damit direkt an, in dem ich - die ich Rituale sehr schätze - mit meiner eigenen Tradition breche und mit einem Eintopf starte. Einem Eintop der Art, wie es ihn mindestens ein Mal die Woche gibt und wirklich immer Wohlgefühl am Eßtisch auslöst



Zutaten 2P:

2 Möhren (m: orange, gelb)
1 Paprika, rot
einige Röschen Brokkoli 
1 Stange Lauch
1 Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
1 EL Currypulver
1/2 TL Paprikapulver
Harissa
1 Stange Zitronengras
1 Stück Ingwer, ca. 3-4cm
1/4 TL Kurkuma
2 EL Tomatenmark
ca. 500 ml Gemüsebrühe
200 ml Kokoscrème*
50g Reisnudeln/ Glasnudeln
Petersilie oder Koriander
1 EL Tamari-Sauce
Kokosöl

Zubereitung:

Die Reisnudeln in kochender Gemüsebrühe fünf Minuten ziehen lassen, durch ein Sieb abschütten und die Brühe auffangen.

In der Zwischenzeit das Gemüse putzen und in feine Streifen schneiden. Öl in einem großen Topf erhitzen und Zwiebel sowie Möhren- und Paprikastreifen und Lauch in das Öl geben, anschwitzen. Das Currypulvers sowie das Paprikapulver  und Kurkuma und außerdem den Knofi hinzugeben und anrösten. Der Brühe anschütten, den Ing wer sowie das angeklopfte Zitronengras zufügen und das Gemüse 15 min sanft köcheln lassen. 

Zitronengras und Ingwer entfernen, etwa zwei Drittel des Gemüses zur Seite nehmen und den Rest pürieren. Kokosmilch und Tomatenmark hinzugeben und köcheln lassen. Nun den Brokkoli weitere 5min mitköcheln lassen. Zum Schluss die Nudeln in die Eintopf geben, wieder warm ziehen lassen, salzen, pfeffern und mit Harissa und Tamari abschmecken. Je nach gewünschter Schlonzigkeit noch etwas Brühe zufügen...

Mit gehackten frischen Kräutern toppen und servieren.

*Anmerkung m: ich habe die Wahl hier in F zwischen Kokosmilch und Kokoscrème - hier habe ich letztere verwendet.  

Inspiration: Knusperstübchen

 

Jahresrückblick 2019

Sonntag, 29. Dezember 2019

Um ein Blog über lange Zeit aktiv zu halten, müssen - wie im richtigen Leben - viele Dinge zusammenkommen. Ein paar Ideen für zweidrei Posts reichen bei weitem nicht aus. Abgesehen von einer inneren Motivation, braucht es stimmende, äußere Umstände, beziehungsweise eine gewisse Grundstabilität der Lebensverhältnisse. Ich könnte es ebenso ein Rundum-Sorglospaket nennen. Denn alles Lebendige ist seiner Natur nach sehr fragil (und eigentlich ist es erstaunlich, dass man mit diesem Wissen so unbedarft vor sich hinleben kann).

Unabdingbar - wie zu allem - ist Gesundheit und Friede. Auf allen Ebenen. Also kein Leid und keine Plagen, kein Stress, keine finanziellen Sorgen, keine psychischen Beeinträchtigungen (Streit, Trennung, Nachbarschafskollegenfamilienzerfereien ect. pp.), keine Naturkatastrophen, politische Unruhen, keine Großprojekte, die allen Aufmerksamkeit abziehen, keine Unruhen egal welcher Art, die stürmische Wellen schlagen... ihr versteht wohl...

Bloggen ohne die Inspiraiton meines Habibs kann ich mir nicht vorstellen - er ist das leuchtende Herz meines Lebens, ein stetig sprudelnder Quell an Anregungen und mit ihm als Gegenüber ziehe ich viel Energie, sodass genug übrig bleibt für Nebenher-Bloggerei als launige Spielerei. So lange ich (weiter)blogge, so lange ist meine Welt in Ordnung. 

Gleichzeitig halte ich es dabei ganz mit Deutschlands einzig wahrem Chansonier Reinhard Mey, der sagt: *Ich schreibe sie (die Lieder), weil ich Lust habe, mir etwas von der Seele zu schreiben. Ich entdecke jeden Tag neu.* Tja, und genauso halte ich es mit dem Bloggen. Das tue ich in erster Linie aus reinem Selbstbezug, nämlich für mich selbst. Ich wollte schon immer Schreiben (zum 6.ten Blog-Geburtstag erzählte ich darüber) und je mehr ich mich im Formulieren übe, umso mehr mühe ich mich um Klarheit. Das tut mir gut, das bringt mir mehr Lebensqualität. Bref: am meisten profitiere ich selbst von meiner Bloggerei. Und nebenher verschönert das Kochen das Zusammenleben mit dem Habib nachwievor um ein kleines Quäntchen.

*Le roi est mort, vive le roi* - *Das Bloggen ist tot, es lebe das Bloggen*. Ich stimme Julia zu in ihrer Wahrnehmung, dass Bloggen out ist. So what? Was hat das mit meinem eigenen Schaffensprozess zu tun? Meine Aufrufzahlen sind seit Jahren konstant. Selbst an Tagen, an denen ich nichts Neues veröffentliche (= Foodblog-Vorteil). Kontinuität statt Wachstum. Nix womit man in Zeiten von Turbo-Kapitalismus angeben könnte. Aber deshalb zum heißen Scheiß Insta wechseln?

Was will ich machen: Insta ist nun mal nicht meine Welt. Das ist Quickie-Konsum. Das ist - sorry - der Straßenstrich des Internets. Haufenweise Laufkundschaft. Joh, iss ja gut, etwas übers Ziel geschossen, ich rudere ja direkt zurück (schließlich will ich selbst - in diesem Bild bleibend - ja auch kein Edel-Bordell sein ;-). Was weiß ich schon von Insta? Diese Plattform wurde nicht für mich erfunden, weder als Follower noch Betreiber: ein paar Fotos versehen mit Hashtags, die Inhalte finden sich schlecht bis überhaupt nicht wieder und nur der aktuelle Beitrag erhält Aufmerksamkeit. Das ist mir entschieden zu schnelllebig, zu fern meiner eigenen Werte und Gruppenbildung (sprich: community) war noch nie mein Ding.

Außerdem habe ich mich nach 8 Jahren Bloggerei hier schön eingegroovt. Bon, etwas weniger häufig in der Frequenz, aber nachwievor bin ich mit Freude dabei. Warum also etwas ändern wollen?



Womit wir kurz und knapp beim Jahresrückblick rausgekommen wären - samt 19 ausgewählten Lieblingsbildern daraus:


° was noch als Versäumnis aussteht: zwei Beiträge zu unserem Thailand-Aufenthalt, und zwar der über Pabuk sowie der Esoterik-Hochburg Koh Phangan - eigentlich so gut wie fertig...eigentlich.

° was war mein Lieblingsgericht: ohhh, da kann ich mich stets schlecht entscheiden, liebe ich doch alle meine Kinder. Aber die Moussaka war weit vorne, der ADORE-Teller, das Birk-Curry und die Spinat-Krapfen

° was habt ihr dieses Jahr besonders oft aufgerufen: aus diesem Jahr DAS Börek und Zorras Zucchinikuchen und all time favorites: meine Linzer (es hilft also stetig mit allen Körperteilen in eine bestimmte Richtung zu wedeln) und der Apfel-Mohn-Kuchen mit Buttermilch

° was neu ist: die Ruprik *Pro Centum* und *Paris ist weit weg* - werde ich beibehalten, machen mir beide Spaß

° was ich als Event wenigstens ab und an geschafft habe: 12 von 12

° was ich als Ruprik öfters füllen will: *Was schön war...* - was war der Garten eine Pracht im Frühling!

° was war einer der Beiträge, die mir besonders wert sind: eindeutig der über Polarität

° was ich zum ersten Mal machte: mir über ein Thema tiefere, zusammenhängende Gedanken über mehrere Posts hinweg, nämlich über das Klima

° was ein freudiger Austausch war:  der mit Mady und Danny bei # zu Tisch mit...

° was ich besonders viel gekocht habe dank Bomben-Ernte: Zucchini - und dadurch habe ich SO viel neue tolle, Rezepte entdeckt

° was dieses Jahr als Tradition leider ausfiel, weil das echte Leben alle Energie benötigte: Ideen für die Festtagsmenu - die Maultaschen wären auf jeden Fall darunter gewesen