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Pro Centum III

Mittwoch, 27. Mai 2020


Nach bald 9 Jahren Bloggerei haben sich über 1600 Posts angehäuft. Da kann man wohl den Überblick verlieren. Oder aus dem Vollen schöpfen. In unregelmäßigen Abständen werde ich euch aus dieser Fülle von Archiv 10 Posts herausfischeln, die ich besonders mag - wegen Rezept, Bild oder Text. In Anbetracht der zur Verfügung stehenden Gesamtmenge macht das einen kleinen Bruchteil aus - grob ein Hunderstel von dem, was dieses Blog zu bieten hat und daher als neue Ruprik *Pro Centum* genannt.



    °°°1  Kuhglück - ich kann nicht genug davon haben

    °°°2  weils einfach eine gute Idee ist: Rhabarber-Tarte-Tatin
 
    °°°3  an alle Zwergnasen und Wasserköpfe - einer meiner Lieblingstexte

    °°°4  ich denke gerne zurück an die Farben der Frauen

    °°°5  Holunderblütentarte mit Erdbeeren - wer kann sollte...
 
    °°°6  Pasta und Pesto gehen immer mit Daniel-Düsentrieb-Ei sowieso

    °°°7  Mai-Rübchen - so zart sind sie nie wieder

    °°°8  Yippie-Ya-Yeah: Erdbeerzeit

    °°°9  Rote-Beete-Risotto... voller Ausschlag meinerseits

    °°10  mein persönlicher Rubens-Karottensalat mit VIEL lila Knofi der Drôme





               ----------    Pro Centum I    ---------- 
               ----------    Pro Centum II   ----------



Pro Centum II

Donnerstag, 18. Juli 2019


Nach 8 Jahren Bloggerei haben sich über 1500 Posts angehäuft. Da kann man wohl den Überblick verlieren. Oder aus dem Vollen schöpfen. In unregelmäßigen Abständen werde ich euch aus dieser Fülle von Archiv 10 Posts herausfischeln, die ich besonders mag - wegen Rezept, Bild oder Text. In Anbetracht der zur Verfügung stehenden Gesamtmenge macht das einen kleinen Bruchteil aus - grob ein Hunderstel von dem, was dieses Blog zu bieten hat und daher als neue Ruprik *Pro Centum* genannt.



    °°°1   In the mood for Zucchini ... sie muten aber auch gerade etwas zu 

    °°°2   als Entscheidungshilfe gleich hinterher: DIE Tarte für alle Verweigerer

    °°°3   der Idioten-Detektor funktioniert nachwievor

    °°°4   deutlich weniger Flug-Verkehr als die Jahre zuvor

    °°°5   zig-fach wiederholt (auch mit mehr Dinkel-VK): diese Dinkelchen 

    °°°6   Brokkoli mindestens 1x die Woche - etwa im Salat

    °°°7   eines meiner absoluten Lieblingsessen: Schupfnudeln 
 
    °°°8   aus aktuellem Anlaß: der purbeste Bananenkuchen

    °°°9   Zum Tomate-Jublieren: Fliegenpilz-Suppe

    °°10   befreit von Komplexen und geht immer: Eis mit Obst



               ----------    Pro Centum I    ----------



Pro Centum

Mittwoch, 27. Februar 2019


Herrschaften, ich habe Strecke gemacht: im Sauseschritt nähere ich mich dem 1500sten Post. Da kann man wohl den Überblick verlieren. Oder aus dem Vollen schöpfen. In unregelmäßigen Abständen werde ich euch aus dieser Fülle von Archiv 10 Posts herausfischeln, die ich besonders mag - wegen Rezept, Bild oder Text. In Anbetracht der zur Verfügung stehenden Gesamtmenge macht das einen kleinen Bruchteil aus - grob ein Hunderstel von dem, was dieses Blog zu bieten hat und daher als neue Ruprik *Pro Centum* genannt.




    °°°4   KAROTTEN-FAVORITEN-SPEZIAL - von 2013! das ruft *Erweiterung*

    °°°5   KLATSCHMOHN - dauert noch was, bis die Felder wieder blühen

    °°°6   ESELSBRÜCKE mit Boy George

    °°°7   GROBIES DREIECKSBRÖTCHEN

    °°°8   KÄSEGRATINIERT - Nudeln mit Kürbis und Linsen

    °°°9   UMSTYLING - aus blond mach brünett

    °°10   DAS-CURRY-CHUTNEY



Keeper - Gemüse-Beilagen II

Montag, 19. Oktober 2020

 

Vergesse niemals die Kernaufgabe eines Foodblogs! Und diese ist für mich die Inspiration und Animation zum Kochen.

Mittlerweile habe ich über die Jahre schon einige Labels hier etabliert. Von Blog-Bustern über DUBBs - ihr wisst Bescheid: Rezepte, die von Blogs zu Blogs springen, weil sie so super sind und an denen wenig rumgedoktort wird (=Blog-Buster), plus die anderen, bei denen man höchstpersönlich zutiefst überzeugt ist, dass diese eigene Rezepte eine solche Karriere ebenfalls mehr als verdient hätten (=DUBBs). Dann habe ich *Pro Centum* eingeführt, nachdem sich hier nun schon über 1500 Posts stapeln, um den Fokus wieder zurückzulenken auf Vergangenes wegen Text, Bild oder Rezept.

Die letzte Neuerung war die des Keepers. Da ich ja nun vegetarisch koche, bedeutet das für meine Küche, dass ich Gemüse mit Gemüse kombiniere. Womit wir geraden Weges bei den Beilagen herausgekommen wären. Dabei klingt *Beilage* doch richtig mies. Fast schon wie ne Beleidigung (*ey, du Beilage!*) . Noch fieser: *Sättigungsbeilage*. Das würdigt nicht ansatzweise die schönen Rezepte, die sich dahinter verbergen. Und logischerweise greife ich immer wieder auf solche *Keeper* zurück - nur dass ich sie dann gerne neu kombiniere. Schließlich bin ich selbst ja auch Fan meiner Rezepte. Wenn man schon kocht, sollte doch zuerst einem selbst gut schmecken, was man auf den Teller bringt, oder etwa nicht?!

Heute lenke ich eure Aufmerksamkeit also auf vier solcher Klassiker. 

Auf dem untersten Foto oben seht ihr die Buchweizen-Pfannkuchen. Die galettes de sarrasin sind einfach spitze! Die Pfanne muss gut heiß sein - das ist entscheidend, dass sie schön luftig werden! Dazu das selbstgemachte Hummus (superlecker) sowie ofengeröstetes Gemüse, das ja IMMER geht!



Mit dem zweiten Foto habe ich die Ottolenghi-Polenta aus frischem Mais wieder zubereitet (mit Pilz-Gulasch) und dabei festgestellt, dass die beigefügte Flüssigkeitsmenge wohl sehr von der verwendeten Mais-Sorte abhängt. Dieses Mal benötigte ich deutlich mehr. Jo, und etwas größer könnte die Portion für zwei durchaus sein.


Von einem Rezept habe ich kein neues Foto gemacht, deshalb ziehe ich das bereits vorhandene von den Süßkartoffel-Gnocchi zum Neubewerben wieder heran. Sie sind wirklich völlig unkompliziert zu machen - selbst für Gnocchi-Skeptiker. Man muss lediglich die Arbeitsplatte gut bemehlen. Und ich erinnere mich gut: mit Süßkartoffel-Gnocchi hatte ich als Kochanfängerin schon richtig schlechte Erfahrung gemacht. Tja, es liegt halt nur an einem guten Rezept, welches mir auch besser gefällt als das andere, ältere, das bei mir zu finden ist. Wobei braune Butter, Salbei und Balsamico hervorragend dazu passen!


 

Zu guter letzt bereitete ich uns den Fränzi-Klassiker gratin dauphinois nach Anne-Sophie Pic zu - siehe erstes Foto. Kartoffel-Gratin ist eigentlich immer unwiderstehlich. Die Art und Weise wie die Sterneköchin das Gratin zubereitet, gefällt mir wirklich gut. Aber ich spiele mit dem Gedanken, es doch mal original nachzukochen - also mit tüchtig viel Sahne. Nich, so wie bei Crème brûlée - manchmal macht Kaloriensparen einfach keinen Sinn. Außerdem haben wir ein Kartoffel-Gratin im Kopf, welches wir einst in einem urigen Dorf-Resto aßen, das von zwei Omis geführt wurde und welches es so schon lange nicht mehr gibt. Das ist nach wie vor ungeschlagen. Ich habe den Verdacht, dass das Gratin am besten schmeckt, wenn man es wieder aufwärmt. Bref: volle 10 von 10 Punkte bekommet das Pic-Gratin nicht. Zumindest nicht in meiner entschlankten Version. Aber es ist bis jetzt das beste Rezept, das ich kenne.

 

Jahresrückblick 2019

Sonntag, 29. Dezember 2019

Um ein Blog über lange Zeit aktiv zu halten, müssen - wie im richtigen Leben - viele Dinge zusammenkommen. Ein paar Ideen für zweidrei Posts reichen bei weitem nicht aus. Abgesehen von einer inneren Motivation, braucht es stimmende, äußere Umstände, beziehungsweise eine gewisse Grundstabilität der Lebensverhältnisse. Ich könnte es ebenso ein Rundum-Sorglospaket nennen. Denn alles Lebendige ist seiner Natur nach sehr fragil (und eigentlich ist es erstaunlich, dass man mit diesem Wissen so unbedarft vor sich hinleben kann).

Unabdingbar - wie zu allem - ist Gesundheit und Friede. Auf allen Ebenen. Also kein Leid und keine Plagen, kein Stress, keine finanziellen Sorgen, keine psychischen Beeinträchtigungen (Streit, Trennung, Nachbarschafskollegenfamilienzerfereien ect. pp.), keine Naturkatastrophen, politische Unruhen, keine Großprojekte, die allen Aufmerksamkeit abziehen, keine Unruhen egal welcher Art, die stürmische Wellen schlagen... ihr versteht wohl...

Bloggen ohne die Inspiraiton meines Habibs kann ich mir nicht vorstellen - er ist das leuchtende Herz meines Lebens, ein stetig sprudelnder Quell an Anregungen und mit ihm als Gegenüber ziehe ich viel Energie, sodass genug übrig bleibt für Nebenher-Bloggerei als launige Spielerei. So lange ich (weiter)blogge, so lange ist meine Welt in Ordnung. 

Gleichzeitig halte ich es dabei ganz mit Deutschlands einzig wahrem Chansonier Reinhard Mey, der sagt: *Ich schreibe sie (die Lieder), weil ich Lust habe, mir etwas von der Seele zu schreiben. Ich entdecke jeden Tag neu.* Tja, und genauso halte ich es mit dem Bloggen. Das tue ich in erster Linie aus reinem Selbstbezug, nämlich für mich selbst. Ich wollte schon immer Schreiben (zum 6.ten Blog-Geburtstag erzählte ich darüber) und je mehr ich mich im Formulieren übe, umso mehr mühe ich mich um Klarheit. Das tut mir gut, das bringt mir mehr Lebensqualität. Bref: am meisten profitiere ich selbst von meiner Bloggerei. Und nebenher verschönert das Kochen das Zusammenleben mit dem Habib nachwievor um ein kleines Quäntchen.

*Le roi est mort, vive le roi* - *Das Bloggen ist tot, es lebe das Bloggen*. Ich stimme Julia zu in ihrer Wahrnehmung, dass Bloggen out ist. So what? Was hat das mit meinem eigenen Schaffensprozess zu tun? Meine Aufrufzahlen sind seit Jahren konstant. Selbst an Tagen, an denen ich nichts Neues veröffentliche (= Foodblog-Vorteil). Kontinuität statt Wachstum. Nix womit man in Zeiten von Turbo-Kapitalismus angeben könnte. Aber deshalb zum heißen Scheiß Insta wechseln?

Was will ich machen: Insta ist nun mal nicht meine Welt. Das ist Quickie-Konsum. Das ist - sorry - der Straßenstrich des Internets. Haufenweise Laufkundschaft. Joh, iss ja gut, etwas übers Ziel geschossen, ich rudere ja direkt zurück (schließlich will ich selbst - in diesem Bild bleibend - ja auch kein Edel-Bordell sein ;-). Was weiß ich schon von Insta? Diese Plattform wurde nicht für mich erfunden, weder als Follower noch Betreiber: ein paar Fotos versehen mit Hashtags, die Inhalte finden sich schlecht bis überhaupt nicht wieder und nur der aktuelle Beitrag erhält Aufmerksamkeit. Das ist mir entschieden zu schnelllebig, zu fern meiner eigenen Werte und Gruppenbildung (sprich: community) war noch nie mein Ding.

Außerdem habe ich mich nach 8 Jahren Bloggerei hier schön eingegroovt. Bon, etwas weniger häufig in der Frequenz, aber nachwievor bin ich mit Freude dabei. Warum also etwas ändern wollen?



Womit wir kurz und knapp beim Jahresrückblick rausgekommen wären - samt 19 ausgewählten Lieblingsbildern daraus:


° was noch als Versäumnis aussteht: zwei Beiträge zu unserem Thailand-Aufenthalt, und zwar der über Pabuk sowie der Esoterik-Hochburg Koh Phangan - eigentlich so gut wie fertig...eigentlich.

° was war mein Lieblingsgericht: ohhh, da kann ich mich stets schlecht entscheiden, liebe ich doch alle meine Kinder. Aber die Moussaka war weit vorne, der ADORE-Teller, das Birk-Curry und die Spinat-Krapfen

° was habt ihr dieses Jahr besonders oft aufgerufen: aus diesem Jahr DAS Börek und Zorras Zucchinikuchen und all time favorites: meine Linzer (es hilft also stetig mit allen Körperteilen in eine bestimmte Richtung zu wedeln) und der Apfel-Mohn-Kuchen mit Buttermilch

° was neu ist: die Ruprik *Pro Centum* und *Paris ist weit weg* - werde ich beibehalten, machen mir beide Spaß

° was ich als Event wenigstens ab und an geschafft habe: 12 von 12

° was ich als Ruprik öfters füllen will: *Was schön war...* - was war der Garten eine Pracht im Frühling!

° was war einer der Beiträge, die mir besonders wert sind: eindeutig der über Polarität

° was ich zum ersten Mal machte: mir über ein Thema tiefere, zusammenhängende Gedanken über mehrere Posts hinweg, nämlich über das Klima

° was ein freudiger Austausch war:  der mit Mady und Danny bei # zu Tisch mit...

° was ich besonders viel gekocht habe dank Bomben-Ernte: Zucchini - und dadurch habe ich SO viel neue tolle, Rezepte entdeckt

° was dieses Jahr als Tradition leider ausfiel, weil das echte Leben alle Energie benötigte: Ideen für die Festtagsmenu - die Maultaschen wären auf jeden Fall darunter gewesen


Baukasten: Lasagne weiß-grün

Sonntag, 2. Juni 2019


Wären die Menschen zufriedener, wenn das Leben wie ein Baukasten-System funktionieren würde? Wenn man - sagen wir mit der Volljährigkeit - einen Fragebogen ausfüllen dürfte, um verschiedene Eigenschaften, bestimmte Qualitäten festlegen zu können? Vielleicht kommt das ja in Zukunft. Mit der Gen-Forschung bieten sich bald vieleviele Möglichkeiten, wenn es beispielsweise um das Thema *Kinderwunsch* geht. Da wird bereits im vorhinein viel festzulegen sein. 

Aber ob ein paar Kreuzchen, für die man sich vorab entscheiden durfte, zu mehr Zufriedenheit im eigenen Leben führt? Hmmmm, ich weiß es nicht.... Für mich, die ich an Vorherbestimmung glaube, eh eine komplett verrückte Vorstellung. Aber heute - man gibt sich aufgeklärt - haben doch die meisten Firlefanz wie Kismet als mögliche Erklärung für Unerklärbares rausgestrichen. 

So oder so bleibt die wichtigste Vorraussetzung - also ob mit Fragebogen oder ohne -, dass man wissen sollte, was man will. Ansonsten wirds selbst bei einem schlichten Multiple-Choice-Fragebogen doof. Wahlfreiheit bleibt Wahlfreiheit - ob groß oder klein. Bon, die hat man wohl weniger, wenn es darum geht, welche Kinder einem zugeteilt werden, aber für das eigene Leben darf man die Zügel durchaus in die Hand nehmen. Wenn man will. Oder ist das mehr ein Können?

In meiner Jugendzeit galt das Motto *Verwirkliche dich selbst*. Vorallem in beruflicher Hinsicht. Und das ging durchaus einher mit einem gewissen gesellschaftlichen Druck. Auf jeden Fall hielt mir dieses Angebot ganz deutlich vor Augen, dass in den Breitengraten, in denen ich aufwachse, Emanzipation sehr weit fortgeschritten ist. Ich hatte den Eindruck, wirklich alles machen zu können, was ich will. Ich musste halt nur wissen, wohin mit mir. Gleichzeitig versperrten mir diese vielen offenen Türen den schlichten Gedankengang, ebenso karrieretechnisch ganz kleine Brötchen zu backen und mein Glück in der Familie zu suchen. Das war in meinem Umfeld einfach keine Option: eine junge Frau braucht eine gute Ausbildung. Wenngleich ich immer wieder feststellen muss, dass bis heute Frauen in anderen Kulturen mit vielen Kindern um sich sehr glücklich sein können. Bei wenn-dann-Sätzen muss man in der Schlussfolgerung aufpassen (das weiß niemand besser wie die Mathematik).

Fakt ist: für die handelsübliche irdische Vorgehensweise hilft, wenn man Schritte absichtlich Richtung Zielvorstellung macht. Übrigens ist der gerade verlinkte Artikel ein Lieblingsartikel von mir - der wird demnächst in *Pro centum* wieder auftauchen. Ebenso wie dieser, bei dem es generell um *Zufriedenheit* geht. Ich bin der felsenfesten Überzeugung, dass man auch bekommt, was man will. Wer nur *Ferrari* oder *Waschbrettbauch* im Kopf hat, der hat früher oder später ein rotes Auto vor der Tür und kann eine durchtrainierte Köprermitte sein eigen nennen - und wenn es sich dabei um einen Gebrauchtwagen sowie einer Schönheitsoperation handelt. Stichwort Fokusierung. Dafür setzt man dann sämtliche Hebel in Bewegung, dafür ist man bereit viel zu tun. Und irgendwann zieht das wie ein Magnet.

Soweit so gut. Gehen die Wünsche allerdings tiefer, dann wird es schwieriger. Dafür braucht es eine Verbindung zu seinem Inneren, eine Vorstellung seiner selbst. Dann könnte ich erst - rein theoretisch - damit beginnen, die Dinge passend zu gestalten. Die Königsklasse quasi: ein eigenes Biotop. Zweifelhaft ob das überhaupt möchlich ist - es scheint mir sehr abhängig von einer Vielzahl an Faktoren. Eine fragile Angelegenheit zudem, wenn man die Schicksalsschläge miteinberechnet. Und vergessen darf man weiterhin nicht die eigene Beschränktheit durch die Betriebsblindheit: Der Frosch, der im Brunnen lebt, beurteilt das Ausmaß des Himmels nach dem Brunnenrand.

Ums Eck wartet der nächste Haken bereits: bin ich denn in der Lage, das Gegenteil direkt mitzudenken, also fähig, in Einheiten zu denken. Meine erste Mediävistik-Arbeit (daran erinnere ich mich gut) gründete auf der zentralen These, dass die Menschen im Mittelalter eben genau das gewohnt waren: Gegensätze bereits gedanklich zu verbinden. Ein RIESEN Unterschied zu heute, wo das Wissen um Polarität praktisch verloren ging. Aber nur auf diese Weise wäre man gewappnet für das *Gesamt-Paket* seiner Wünsche. Stichwort: Konsequenz.

Abgesehen davon glaube ich nicht, dass generell alle Menschen für Zufriedenheit geschaffen sind oder die einhergehende Eintönigkeit aushalten würden. Ach, wäre es so einfach mit der Zufriedenheit, dann wäre es ja jeder...


Hingegen bei dieser Lasagne funktioniert das Modell Baukausten hervorragend. Unter dem Sammelbegriff *Grün* bitte ich euch, so findig wie es nur geht zu sein. Gerade leben wir in der größtmöglichen Fülle von Grün. Also sammelt Brennnessel, greift den leidigen Gierscht dem Kochtopf zuliebe mit dem Messer an, zieht die Melde dazu - egal ob Wildkräuter oder Zuchtgrün: für diese Lasagne könnt ihr einen bunten Strauß an *Grün* mischen, wie er euch zur Verfügung steht.

Für *weiß* gelten gleiche Gesetze. Ich verwendete *Petersilienwurzel* - ein Mitbringsel aus Deuschland, denn das findet sich hier in Südfankreich auf den Märkten nicht - aber ebenso eignen sich Butterrübchen oder Sellerie. Wenn wir die Farbfamilie ausweiten auf *orange* dann könnt ihr gleichfalls ausweichen auf Karotte und Süßkartoffel. Hauptsache ihr macht diese adorable Lasagne nach - alles andere wäre ein Versäumnis!


Zutaten 2-4P:

100g Mehl
(halb Einkorn-Vollkorn)
1 Ei (Größe M)
Salz
1 EL Öl

500g Spinat
(m: plus Melde, Rauke, Brennnessel) *
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
etwas Butter

250g Petersilienwurzel*
150ml Gemüsebrühe
40g Butter
2 EL Mehl
50ml Weißwein (oder Rosé)
150ml Milch
1 EL Crème fraîche*
Salz, Pfeffer
Muskatnussabrieb

geriebener Käse (m: Tomme de Montagne)*
2 EL Semmelbrösel
etwas Olivenöl

Zubereitung: 

Aus den Zutaten für die Lasagneblätter einen homogenen Teig kneten und mindestens 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen. Dann den Teig auswellen (m: mit Marcato - Stufe 6 von 7) - ergab 6 Blätter passend für meine Kastenform. In einer breiten, hohen Pfanne Salzwasser zum Kochen bringen und die Lasagne-Blätter nacheinander kochen, abtropfen lassen und auf einem Leinentuch glatt auslegen.

Die Petersilienwurzel schälen, klein schneiden und in der Gemüsebrühe bei geschlossenem Deckel weich garen. Fein pürieren.

Grünzeugs waschen (mein Spinat war so zart und jung - die Stiele musste ich nicht entfernen) und entweder über Dampf zusammenfallen lassen oder in wenig Wasser und unter Wenden garen. Letzterenfalls zuerst abtropfen lassen, etwas abkühlen lassen und klein hacken.

Die Zwiebel und den Knoblauch fein würfeln und in etwas Butter hell golden braten. Spinat untermischen und mit den Gewürzen abschmecken.

Für die Béchamel die Butter zusammen mit dem Mehl anschwitzen, mit Wein und Milch unter ständigem Rühren ablöschen. Das Pü untermischen und zu einer cremigen Sauce vermengen. Salzen, pfeffern und mit Muskatnuss-Abrieb würzen.

Die Kastenform buttern und nun die Lasagne zusammen basteln: 2 EL von der Béchamel, etwas Grün, geriebener Käse, Lasagneblatt - das solange wiederholen bis zum Deckel. Diesen abschließen mit einem Lasagneblatt, etwas Béchamel sowie Semmelbrösel, geriebenem Käse und etwas Olivenöl. Bei 190° (O/U-Hitze) für ca. 25min in den Ofen schieben. 

*Anmerkung m: Gemüse und Grün ist wie oben erwähnt abwandelbar - auch ein anderer Bergkäse läßt sich zu der Lasagne denken

die kleinste von mir entdeckte Gottesanbeterin - so groß wie ein Haar am Unterarm...