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Dienstag, 31. Dezember 2019

Bonne Année 2020



*Harmonie in allem ist das Ziel, dem der Mensch eifrig nachstreben soll. Wie im Weltall so soll die Harmonie auch im Menschen - gleichsam einer Welt im kleinen - vorhanden sein.* (Pythagoras)


Genau das wünsche ich Euch für das kommende Jahr: Harmonie in rauen Mengen! Denn nur im Einklang, in der Eintracht, im Miteinander erschafft sich eine fruchtbare Atmosphäre, die die eigene Weiterentwicklung möglich macht, *unharmonisches Leben ist dem Untergang geweiht*.

In diesem Sinn: allen Besuchern, Lesern, Begleitern, Mitdenkern und Nachkochern dieses Food-Blogs ein schönes, friedliches, gesundes BONNE ANNÉE! Bis 2020 also...

Sonntag, 29. Dezember 2019

Jahresrückblick 2019

Um ein Blog über lange Zeit aktiv zu halten, müssen - wie im richtigen Leben - viele Dinge zusammenkommen. Ein paar Ideen für zweidrei Posts reichen bei weitem nicht aus. Abgesehen von einer inneren Motivation, braucht es stimmende, äußere Umstände, beziehungsweise eine gewisse Grundstabilität der Lebensverhältnisse. Ich könnte es ebenso ein Rundum-Sorglospaket nennen. Denn alles Lebendige ist seiner Natur nach sehr fragil (und eigentlich ist es erstaunlich, dass man mit diesem Wissen so unbedarft vor sich hinleben kann).

Unabdingbar - wie zu allem - ist Gesundheit und Friede. Auf allen Ebenen. Also kein Leid und keine Plagen, kein Stress, keine finanziellen Sorgen, keine psychischen Beeinträchtigungen (Streit, Trennung, Nachbarschafskollegenfamilienzerfereien ect. pp.), keine Naturkatastrophen, politische Unruhen, keine Großprojekte, die allen Aufmerksamkeit abziehen, keine Unruhen egal welcher Art, die stürmische Wellen schlagen... ihr versteht wohl...

Bloggen ohne die Inspiraiton meines Habibs kann ich mir nicht vorstellen - er ist das leuchtende Herz meines Lebens, ein stetig sprudelnder Quell an Anregungen und mit ihm als Gegenüber ziehe ich viel Energie, sodass genug übrig bleibt für Nebenher-Bloggerei als launige Spielerei. So lange ich (weiter)blogge, so lange ist meine Welt in Ordnung. 

Gleichzeitig halte ich es dabei ganz mit Deutschlands einzig wahrem Chansonier Reinhard Mey, der sagt: *Ich schreibe sie (die Lieder), weil ich Lust habe, mir etwas von der Seele zu schreiben. Ich entdecke jeden Tag neu.* Tja, und genauso halte ich es mit dem Bloggen. Das tue ich in erster Linie aus reinem Selbstbezug, nämlich für mich selbst. Ich wollte schon immer Schreiben (zum 6.ten Blog-Geburtstag erzählte ich darüber) und je mehr ich mich im Formulieren übe, umso mehr mühe ich mich um Klarheit. Das tut mir gut, das bringt mir mehr Lebensqualität. Bref: am meisten profitiere ich selbst von meiner Bloggerei. Und nebenher verschönert das Kochen das Zusammenleben mit dem Habib nachwievor um ein kleines Quäntchen.

*Le roi est mort, vive le roi* - *Das Bloggen ist tot, es lebe das Bloggen*. Ich stimme Julia zu in ihrer Wahrnehmung, dass Bloggen out ist. So what? Was hat das mit meinem eigenen Schaffensprozess zu tun? Meine Aufrufzahlen sind seit Jahren konstant. Selbst an Tagen, an denen ich nichts Neues veröffentliche (= Foodblog-Vorteil). Kontinuität statt Wachstum. Nix womit man in Zeiten von Turbo-Kapitalismus angeben könnte. Aber deshalb zum heißen Scheiß Insta wechseln?

Was will ich machen: Insta ist nun mal nicht meine Welt. Das ist Quickie-Konsum. Das ist - sorry - der Straßenstrich des Internets. Haufenweise Laufkundschaft. Joh, iss ja gut, etwas übers Ziel geschossen, ich rudere ja direkt zurück (schließlich will ich selbst - in diesem Bild bleibend - ja auch kein Edel-Bordell sein ;-). Was weiß ich schon von Insta? Diese Plattform wurde nicht für mich erfunden, weder als Follower noch Betreiber: ein paar Fotos versehen mit Hashtags, die Inhalte finden sich schlecht bis überhaupt nicht wieder und nur der aktuelle Beitrag erhält Aufmerksamkeit. Das ist mir entschieden zu schnelllebig, zu fern meiner eigenen Werte und Gruppenbildung (sprich: community) war noch nie mein Ding.

Außerdem habe ich mich nach 8 Jahren Bloggerei hier schön eingegroovt. Bon, etwas weniger häufig in der Frequenz, aber nachwievor bin ich mit Freude dabei. Warum also etwas ändern wollen?



Womit wir kurz und knapp beim Jahresrückblick rausgekommen wären - samt 19 ausgewählten Lieblingsbildern daraus:


° was noch als Versäumnis aussteht: zwei Beiträge zu unserem Thailand-Aufenthalt, und zwar der über Pabuk sowie der Esoterik-Hochburg Koh Phangan - eigentlich so gut wie fertig...eigentlich.

° was war mein Lieblingsgericht: ohhh, da kann ich mich stets schlecht entscheiden, liebe ich doch alle meine Kinder. Aber die Moussaka war weit vorne, der ADORE-Teller, das Birk-Curry und die Spinat-Krapfen

° was habt ihr dieses Jahr besonders oft aufgerufen: aus diesem Jahr DAS Börek und Zorras Zucchinikuchen und all time favorites: meine Linzer (es hilft also stetig mit allen Körperteilen in eine bestimmte Richtung zu wedeln) und der Apfel-Mohn-Kuchen mit Buttermilch

° was neu ist: die Ruprik *Pro Centum* und *Paris ist weit weg* - werde ich beibehalten, machen mir beide Spaß

° was ich als Event wenigstens ab und an geschafft habe: 12 von 12

° was ich als Ruprik öfters füllen will: *Was schön war...* - was war der Garten eine Pracht im Frühling!

° was war einer der Beiträge, die mir besonders wert sind: eindeutig der über Polarität

° was ich zum ersten Mal machte: mir über ein Thema tiefere, zusammenhängende Gedanken über mehrere Posts hinweg, nämlich über das Klima

° was ein freudiger Austausch war:  der mit Mady und Danny bei # zu Tisch mit...

° was ich besonders viel gekocht habe dank Bomben-Ernte: Zucchini - und dadurch habe ich SO viel neue tolle, Rezepte entdeckt

° was dieses Jahr als Tradition leider ausfiel, weil das echte Leben alle Energie benötigte: Ideen für die Festtagsmenu - die Maultaschen wären auf jeden Fall darunter gewesen


Donnerstag, 19. Dezember 2019

Last-Minute-Plätzchen: Marzipan-Stollen-Würfel


Wie oft liest man: gen Ende des Kalenders nimmt das Jahr erst so richtig Fahrt auf. Termine überrollen Termine, man schaut sich selbst beim Abarbeiten zu, so, als würde man aus dem Fenster eines fahrenden Zuges blicken, aber statt Landschaft rauschen Tage an einem vorbei.

Mich nötigt die Zeit diese Woche sehr - nur genau umgekehrt. Alles wurde Slomo. Erstaunlich wie sehr sich damit die Wahrnehmung verändert. Alles wird holzschnitzartig. Überdeutlich. Aller Tingeltangel rieselt wie an glatten Oberflächen runter. Vielleicht schreibe ich darüber, wenn es sich wieder ungedrückt atmen lässt, wenn es lichter wird.

Bis dahin will ich euch dieses *Last-Minute-Plätzchen* vorstellen, die so schnurgerade wie eine Rakete in den Favoriten-Olymp schießen. Ich bin diesen Würfeln völlig verfallen. Was vermutlich mit daran liegt, dass ich mein Stollenrezept seither nicht gefunden habe. Geht es euch genauso, dann habe ich hier DEN Ersatz. Obwohl, was heißt *Ersatz*: die stehen lässig auf eigenem Sockel.

Ich liebe diese kleinen Dinger und bin selbst mein bester Abnehmer. Trotzdem bleibt genug übrig, um die ein oder andere Tüte damit zu füllen - selbst wenn diese tradition allemande den Fränzis etwas exotisch dünkt. Ich fasse zusammen: diese Marzipan-Stollen-Würfel schmecken nicht nur göttlich, sondern mit ihnen hat man auf einen Schlag kinderleicht ein großes Blech oberleckerster Plätzchen hergestellt: Zutaten zusammenrühren, backen, in Würfel schneiden, genussbereit. Mehr Superlative können in einem einzigen Plätzchenrezept schwer zusammenkommen!


Zutaten - ein tiefes Blech:

400g Mehl
(m: davon 100g Einkorn-VK)
1 Pr Salz
1Päckchen Backpulver
100g Haselnüsse, gemahlen
250g Mager-Quark (m: 300g normalen)
120g Rohrzucker
200g Butter, weich
4 Eier
100g Zitronat
100g Orangeat
200g Rosinen
(m: 50g davon confit de gingembre)
200g Marzipan
1/4 TL Piment
1/4 TL Zimt
1/2 TL Kardamom
1/4 TL Muskatblüte
75g Rum
(m: 40ml Grand Manier, 1 Fläschen Rum-Aroma, 1/2 Fläschen Bittermandel)

100g Butter
(m: 75g)
Puderzucker


Zubereitung:

Rosinen, Zitronat und Orangeat (sowie den kandierten Ingwer) etwas kleiner hacken, in Rum (oder dem Aroma der Wahl) einweichen und gut durchziehen lassen (m: nur die Rosinen aromatisiert mit Grand Marnier - Fläschchen an kompletten Teig gegeben)

Eine Fettpfanne ca. 32 x 39 cm fetten. Die Backofen auf 175 °C (Umluft) vorheizen.

Die Haselnüsse in einer beschichteten Pfanne, ohne Fett, rösten. Das Marzipan, am besten vorher kurz ins Gefrierfach legen, grob raspeln.

Mehl, Salz und Backpulver mischen, in eine Schüssel geben, Nüsse, Quark, Zucker, Vanillezucker, Eier, Butter und die Gewürze zugeben und zu einem homogenen Teig verrühren. Die eingeweichten Rosinen, Orangeat und Zitronat, kandierter Ingwer unter den Teig mischen ebenso wie zuletzt das Marzipan. Den Teig in die Fettpfanne geben und glatt streichen. Im vorgeheizten Ofen ca. 20 - 25 Minuten backen.

Dann die Butter flüssig werden lassen und den noch warmen Kuchen damit  schön bestreichen.

Mit Puderzucker bestäuben und in Stücke oder Würfel schneiden. Auskühlen lassen. (m: erst auskühlen lassen - dann geschnitten)

*Anmerkung m: beim nächsten Mal werde ich ein paar gehackte Nüsse untermischen (mal als grobe Idee: plus 100g gehackte Nüsse, dafür 50g Mehl weniger)

Inspiration: CK


Dienstag, 10. Dezember 2019

WG- Essen: Pici mit Brokkoli-Pesto


Eines der ungelösten Rätsel meines Lebens bleibt, wieso eigentlich ich nie in einer dieser Hochglanz-WGs mit Putzplan gelebt habe. Immer - all die WG-Jahre - war Putzen das Top 1 Lieblingsstreitthema. Wer wann wie und wo zuletzt geputzt hat und warum XY schon ewig nirgendwo gar nix. Eine konnte beharrlich sämtliche Bestrebung Richtung allgemeiner Sauberkeit aussitzen, der andere schrabbte knapp am Putzfimmel vorbei - leider nur in seinem eigenen Zimmer. 

Komischerweise war rückblickend die unordentlichste Kombi gleichzeitig die kuscheligste. Wir waren zusammen im Urlaub, wir lagen dicht an dicht zum Video-Gucken auf dem Bett, wir schmissen eine Party, die so gut besucht war, dass zu ihrem Höhepunkt keiner mehr raus noch rein kam. Und wenn - ganz im Stil der jungen Wilden - bei einem wieder große Katastrophe angesagt war (bref: Beziehungskrisen aller Art), war immer jemand zum Reden da. Und irgendwelche Einheimischen oder Mitgeschleppten saßen abends hochverlässlich in der Küche... stets bereit für einen kleinen Absacker.

Leider war keiner darunter, der kulinarisch ambitioniert gewesen wäre. Also niemand, der mal Bock auf Küchenorgie hatte und alle auf einen Schlag glücklich bekochte. Eher im Gegenteil. Meistens herrschte im Kühlschrank gähnende Leere. Und die Besitzverhältnisse der vorzufindenen Artikel waren nicht immer eindeutig zu klären (Top 4 unter den Lieblingsstreitthemen). Eine Spülmaschine in einer Vierer-WG halte ich im Übrigen für mehr als empfehlenswert. Weil Zustände, in denen man zuerst einen Teller waschen muss, bevor man sich ne Stulle schmieren kann... also diese Erfahrung habe ich somit als nicht wert zu wiederholen abgehakt.


Ein einziges Essen hat es in die WG-Historie geschafft, und zwar die Brokkoli-Sauce von unserem kanadischen Mitbewohner Timi (coucou Timi!). Selbstredend war die Küche totally unterausgestattet. Und mehrere Brokkoli für mehrere Mitesser mit dem Messer derart fein zu trimmen, dauerte fast schon unzumutbar lange. Mehr als zu begleitenden Spaghetti reichte die Ausdauer definitiv nicht.

Mit einem Hexler hingegen geht das im Handumdrehen. Genügend Zeit, um nebenher sogar noch die hochgeschätzten Pici zu rollen. Für mich schmeckt das Gericht auf diese Weise ein bißchen nach WG de luxe!   

Zutaten 2P:

Kartoffel-Pici
50 g Kartoffeln, mehlig kochend
100g Mehl (m: D1050)
50g Hartweizenmehl
1 Ei
1 EL Öl
½ TL Salz 


1 Brokkoli (m: eher größer)
3 Knoblauchzehen
Olivenöl
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
2 EL feinst gehackte Walnüsse*
(optional: etwas Sahne + Crème fraîche)
Noilly Prat
Gemüsebrühe 

Parmesan

Zubereitung:

Die Kartoffeln als Pellkartoffeln kochen, ausdämpfen lassen, schälen und durch die Kartoffelpresse drücken. Sie sollen noch lauwarm sein. Mit den restlichen Zutaten zu einem Teig verarbeiten. Der ist etwas weicher als ein herkömmlicher Nudelteig. Falls zu weich noch etwas Mehl, andernfalls etwas Wasser zugeben.


Mind. 30 min ruhen lassen
.

Den Nudelteig dritteln. Mit der Nudelmaschine mit der gröbsten Einstellung zu Bahnen ausrollen und in schmale Streifen schneiden mit Hilfe eines Spachels. Diese Streifen nun von Hand zu einer Art dünnen Schupfnudel rollen - sie dürfen ruhig etwas rustikal werden. Die Nudeln auf ein mit doppelgriffigem Mehl oder Hartweizengrieß bestreuten Brett verteilen.
Mit einem sauberen Küchentuch abdecken.


Das Ende des Strunks vom Brokkoli kappen, restlichen Stiel schälen und in einem Hexler klein hacken - nicht zu Mus, sondern gerade noch leicht stückig.

Den Knoblauch halbieren, vom Trieb befreien und fein würfeln.

Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen.

Den Brokkoli in Olivenöl in einer schweren Pfanne mit Geduld rösten - ca. 7-8min. Dann den Knoblauch und die Nüsse zufügen und ebenfalls kurz mitbraten. Mit einem Schuß Noilly ablöschen und einreduzieren lassen. 3-5 El Gemüsebrühe zufügen.

Die Pasta - je nach Dicke - etwa 3min kochen lassen. Probieren, abschütten, abtropfen lassen und unter den Brokkoli mischen. Die schlonzige Konsistenz überprüfen - wer mag mischt hier noch etwas Sahne und Crème unter - oder (wie im Original) gibt eine unzüchtige Menge Olivenöl dazu. Nochmals abschmecken. Zum Servieren mit Parmesan bestreuen.

*Anmerkung m: Die Walnüsse sind auch prima durch Pinienkerne zu ersetzen. Wahlweise zieht man etwas Mandelmus unter - ebenfalls köstlich! 


Sonntag, 8. Dezember 2019

Gastbeitrag: Hannahs Pistazienstangerl


Es gab Zeiten in meinem Leben, da gehörten die nahenden Weihnachtsfeiertage eher zu den Tagen im Jahr, von denen ich mir wünschte, dass sie schnell vorübergehen mögen. Zu überschattet von unguten Gefühlen, zu anstrengend in ihrer Konstellation, zu viel Raum, um die eigene Traurigkeit zu spüren. Vielleicht auch ein "Klassiker": Weihnachten trifft man traditionell als "Familie" aufeinander und das kann durchaus mit Spannungen verbunden sein. Schließlich garantiert die Blutsverwandtschaft noch lange keine Harmonie. Und auch - oder gerade weil - wir uns an Weihnachten bemühten, etwas aufrecht zu halten, was es nie gegeben hatte, wurde die Sache nicht einfacher und vermutlich waren alle Beteiligten froh, wenn man am 27.12 das Rollenspiel wieder für ein Jahr beenden durfte.

Schon damals hatte ich im Gefühl, dass Weihnachten für mich erst richtig schön sein kann, wenn ich meine eigene Familie habe und vor allem, wenn ein Kind im Weihnachtszauber aufgeht und uns teilhaben lässt an seinem puren Staunen, seiner Freude und Ehrlichkeit.

So freue ich mich jetzt jedes Jahr mehr und anders auf die Weihnachtstage. Und wie sagt man: "Vorfreude ist die schönste Freude"  die Adventszeit spannt sich als Zeit der Vorfreude vier Wochen lang auf. Zu den schönsten Freuden im Advent gehört für mich - und vermutlich für viele, die hier auf Michas Blog in den letzten Tagen die Suchfunktion nach Lebkuchen, Kipferln und Co bemüht haben - das Backen. Ich gehöre nun nicht zu denjenigen, die ihre Adventsplätzchen schon früh im November backen. Bei uns gibt es die ersten Plätzchen zum 1. Advent und mit Backen beginne ich in der Woche zuvor, insofern kann ich Michas Einladung, hier ein Plätzchen-Rezept zu teilen auch erst nach gelungenem Versuch folgen.

Das Original Rezept stammt aus einem *Landfrauenkochbuch* von einer gewissen Christine Ameres und titelt als "Pistazienstangerln". Ehrlich gesagt finde ich  diese Bezeichnung nicht ganz so treffend. Man könnte sie auch "Nussecken" nennen. Aber was soll's? "Pistazienstangerln" habt ihr vielleicht noch nicht auf dem Plätzchenteller, Pistazien sind drin und geschmacklich sind sie top: eine Mischung aus Florentiner und Engadiner Nusstorte. Tja, und wieder einmal ist für mich erwiesen: In der Küche gilt durchaus - ganz wie in der Mathematik: Plus x Plus = Plus! Zudem sind sie schnell gemacht und benötigen keine "Reifezeit". Ich könnte mir sogar vorstellen, dass sie frisch am allerbesten schmecken. Optimal also für kurzentschlossene Adventsbäcker und -bäckerinnen. Ich habe das Originalrezept für uns etwas ins Vollwertige abewandelt (s. Ergänzung in Klammern):

Eine Adventszeit voller Vorfreude und Wunder wünscht Hannah... 
 

Zutaten:

Teig:
150 g Mehl (Dinkelvollkorn, gesiebt)
100 g Speisestärke (Mais)
1 TL Weinsteinbackpulver
1 Ei
50 g brauner Zucker (Muscovado Vollrohr)
125 g weiche Butter

Belag:
100 g Butter
100 g braune Zucker (70 g Kokosblütenzucker)
2 EL Honig
1 EL süße Sahne
100 g gehobelte Mandeln
100 g gehackte Pistazien
(+ 30 g Walnüsse, grob gehackt)
(+ Mark ½ Vanilleschote)

Zubereitung:

(Gesiebtes) Mehl, Speisestärke und Backpulver mischen. Ei, Zucker und weiche Butter zugeben und alles gut verkneten. Teig kalt stellen.

Für den Belag Butter, Zucker, Honig und Sahne (und Vanillemark) aufkochen. Mandeln, Pistazien (und Walnüsse) unterrühren. Masse auf Raumtemperatur abkühlen lassen.

Ofen auf 175 Grad O/U Hitze vorheizen.

Den Teig auf einem bemehlten Backpapier auf Backblechgröße auswellen. Auf dieses ziehen und mit der Nussmasse bestreichen.

Im heißen Ofen ca. 20-25 Minuten backen.

Das erkaltete (!) Gebäck in Wunschformen – Stangen, Rechtecke, Rauten…- schneiden.

Freitag, 6. Dezember 2019

Nikolaus-Spezial


Ob die heutigen Kinder den Nikolaus vom Santa Claus noch unterscheiden können? Gibt es da überhaupt einen Unterschied? Oder kommt der eine halt an Nikolaus und der andere an Weihnachten? Das ist schon verwirrend am Zeitgeist, dass sich mit der weltweiten Mischung der Nationen gleichzeitig auch die Bräuche vermischen. Am Schluß hat die Mehrzahl mittlerweile bei Nikolaus den Coca-Cola-Weihnachtsmann vor Augen.

Na will ich mal nicht päpstlicher als der Papst sein: roter Mantel, Rauschebart - sehr viel mehr Erkennungsmerkmale braucht es ja auch nicht, damit jeder weiß, wer gemeint ist.

Wenn ich an Nikolaus denke, dann denke ich an eine völlig aus den Rudern gelaufene Inszenierung meiner frühen Kindheit in meinem Elternhaus, in der zwei Onkel der etwas weiteren Verwandtschaft zu sehr in ihren Rollen aufgingen. Freundlich formuliert. Vorallem der Begleiter des Nikolaus, Knecht Ruprecht, verlor alles Maß und führte sich auf wie ein Henker, dem die Verurteilten vors Schafott gestellt wurden. Für meine Schwestern und mich wurde es der leibhaftige *Nightmare before Cristmas*: die eine versteckte sich kreidebleich hinter den Beinen der Mutter, die andere übergab sich vor lauter Grusel und die nächste machte in die Hose. Schön geht irgendwie anders... Da rettete selbst die Liebe zum Detail nichts mehr - wie das extra in Gold eingeschlagene Buch, aus dem der Nikolaus die Maßregelungen für (un)artige Kinder vorlas (*Bohr nicht so oft in der Nase!*) - um die Maskarade ins Gute zu wenden. Warum meine Eltern da mitspielten und auch noch Fotos von dem Elend machten? Ich weiß es nicht...

Tja, was so alles hinter verschlossenen Wänden und innerhalb der Familien stattfindet, was selten bis nie das Licht der Öffentlichkeit erreicht - *Heim* und *heimlich* haben nicht von ungefähr den gleichen Wortstamm - da steht schon die dicke Gipsschicht der Fassade schützend davor. Man wills auch eigentlich gar nicht so genau wissen, oder?

In puncto merkwürdige Familiengeschichten fällt mir Caroline Kebekus ein. Die Komikerin erzählt auf der Bühne, wie sie als Kind mit ihre Familie fast jedes Wochenende durch Deutschland auf irgendeine Baumarkt-Eröffnung fuhren... weil es dort Gratis-Würstchen gab. Damit sie sich mit ihren Geschwistern mehrfach anstellen konnte, wurden verschiedene Klamotten in den Kofferraum gepackt. Schon schön schräg, oder? Aber irgendwo müssen all die Verrückten ja herkommen. Die fallen ja nicht einfach so von der Decke. Hat nicht jeder auf seine Art ne Schraube locker? Und vermutlich hält man sich so im Vergleich noch für einigermaßen normal...

Schauen wir lieber, was der Nikolaus üblicherweise - also traditionell kulinarisch - in seinem Sack mitgebracht hat (mache mögens harmlos). Nüsse und Mandarinen verbinde ich mit Nikolaus, Orangen und Granatäpfel,  kleinere Süßigkeiten sowie freundliche zuckrige Geschenkideen wie etwa das Granatapfel-Elexier oder das Chai-Sirup. Aber was schreibe ich?! Genau dafür habe ich euch heute ein Extra-Board zusammengestellt, das Nikolaus-Spezial mit ausgewählten Lieblingen:

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