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Gulasch aus karamellisierten Zwiebeln, weißen Bohnen und Paprika

Sonntag, 30. März 2025


 

Ab und an schauen der Habib und ich die Sendung *First Date* - dabei treffen sich zwei bis dato Unbekannte zum ersten Mal in einem Resto auf ein Mittagessen. Die Wahrscheinlichkeit, dass man auf diese Weise seine Traumfrau/-mann kennenlernt geht gen Null. Dementsprechend ist die Erfolgsquote dieses Formats. Nahezu alle belassen es bei diesem einen Zusammenfinden.

Aber ich sammle Kennenlerngeschichten und es ist entspannend zuzugucken. Es kommt keiner um, es wird niemand massakriert: in aller Regel ist man aufgeregt und gibt sich Mühe. Meistens. Der Habib und ich spielen dann die zwei vom Balkon von der Muppet Show und üben Manöver-Kritik. Von außen sieht man immer schnell, dass es nicht passt. Manchmal zählen wir die *Tatsächich's* mit (sensationell inflationär!) oder staunen darüber welch hohen Wert Hinz und Kunz der Sportlichkeit verleihen. Gefühlt sind auf einen Schlag ALLE extrem sportlich - zumindest in der Öffentlichkeit. Zumindest in der Selbstdarstellung.

Wir lachen über die immer gleichen Aussagen, wie wichtig Humor sei und man selbst für jeden Spaß zu haben...Es wiederholt sich sehr. Und ich frage mich seitdem, wann Fit for Fun derart als Olymp verinnerlicht wurde. Und ob die Teilnehmer nicht selbst merken, dass sie sich widersprechen. Man datet offenkundig im Fernsehen, weil angeblich auf der Suche nach *was Ernstem*, weil unverbindlich und nur so zum Spaß überall zu finden ist... Warum steht nie einer hin und sagt: ich weiß Bescheid und wie das Leben spielt. Nämlich wenn aus Spaß Ernst wird... denn Ernst ist heute 3 Jahre alt (den Kalauer kennt ihr). Brust raus und dann: Verantwortung kann ich, komme ich mit zurecht! Hey, wir Deutsche waren mal weltweit bekannt für unsere Ernsthaftigkeit. Also ich finde, das kann man zumindest von Menschen, die bereits eine 4 vorm Alter haben, durchaus erwarten. Die sollten etwas Lebenserfahrung gesammelt haben und Konsequenz nicht schrecken!

Aber ich habe gut reden. Ich habe ja keine Ahnung,! Was heißt es heute, Single zu sein?? Seit 20 Jahren bin ich in Beziehung. Und ich bin wirklich keinen Augenblick neidisch auf all jene, die sich da an den Tischen gegenüber sitzen. Wenn man wieder und wieder Zeuge wird, mit welch großer Erwartung in die Dates gegangen wird und zu 99 Prozent funkt es nicht... Kein Sternenstaub weit und breit! Nee, das ist kein Zuckerschlecken! Und ich habe auch keinen guten Rat für alle, die nach einem Zuhause für ihr Herz suchen. Außer Geduld. Denn erzwingen kann man eine Begegnung nicht. Nur Geduld ist ein harter Reifen - das wiederum weiß ich aus eigener Erfahrung!



Wunderbar in die Zeit der leeren Markttische passen Gerichte mit Hülsenfrüchte. Weiße Bohnen bringe ich definitiv viel zu selten auf den Tisch - dabei mag ich ihre Cremigkeit sehr. Der Gulasch ist super geworden, der ideale Begleiter zu allem *Kartoffel-Artigen*. Hier gabs meine Lieblings-Kartoffel-Gnocchi dazu, es passen aber auch die Pici, Schupfnudeln, Kartoffel-Pü oder einfach Pellkartoffeln.


Zutaten 2P:

2 weiße Zwiebeln
3 Knoblauchzehen
1 Dose weiße Bohnen (400g-Dose)
1 rote Paprika
2 EL Tomatenmark
1 TL Rohrzucker
8 Sardellen-Filets*
1 EL Kapern
1 TL Thymian, getrocknet
2 Lorbeer-Blätter
ca. 300ml Gemüsebrühe
Frühlingszwiebeln zum Betreuen
(m. junger Knoblauch)
Harissa
Pimenton de la vera
1/2 TL Kreuzkümmel, gemahlen
Pfeffer
Olivenöl


Zubereitrung:

Zwiebeln in ca. 1cm große Stücke schneiden. In Olivenöl bei mittlerer bis kleiner Hitze mit Geduld golden braten (nicht dunkel werden lassen!) - dauert gute 10 min. Zuletzt Knoblauch kurz mitbraten, dann Tomatenmark und Zucker. Nun die Sardellen-Filets einschmelzen lassen. 

Paprika - gehäutet mit Sparschäler - ebenfalls in 1 cm Würfel schneiden, in die Pfanne zugeben und die Gemüsebrühe (nicht zu stark gesalzen - Sardellen geben bereits einen salzigen Geschmack) anschütten. Bohnen, Thymian und Lorbeerblätter zufügen, ebenso den Pimenton, den Kreuzkümmel und das Harissa. Deckel auflegen und bei leichter Hitze ca. 15 min köcheln lassen. 

Zuletzt die Kapern untermischen und nochmals abschmecken. Lorbeer-Blätter entfernen. Zum Servieren mit Frühlingszwiebel-Grün, Schnittlauch oder jungem Knofi bestreuen.

Anmerkung m: wer sich an den Sardellen stört, ersetzt sie durch 1 TL helle Miso-Paste


Frühling-Kräuterleins mit Pici

Freitag, 28. März 2025

 

Eigentlich ist gerade Sauerkraut-Zeit! Auf den Markttischen ist nicht viel los. Um sich im Frühling auf andere Ideen zu bringen, stromert man am besten über die saftig grünen Wiesen und geht fürs Mittagessen ein Sträußchen erstes Grün pflücken. Und genau darum gehts heute: nämlich es soll nichts mehr sein als eine kleiner Anstoß, sein Augenmerk auf frische Kräuter zu lenken. 

Wildkräuter wie etwa Bärlauch - hier gehts zum Bärlauch-Spezial - oder aber den hübschen, nussigen Pimpinelle, Löwenzahn - Stichwort Salat mal so oder so, oder aber der schöne Löwenzahn -Honig - Klettkraut, Labkraut, Gänseblümchen - wie wärs mit Gnocchi damit - oder was euch sonst bekannt ist und zwischen die Finger kommt. Spitzen-Idee ist ja einfach ein Pesto aus verschiedenen Kräutern herzustellen. Pesto geht immer - wie etwa dieser Teller: Risotto mit Löwenzahn-Pesto, mit Spaghetti und pochiertem Ei, oder ganz klassisch als Gruß vom Land...

Ich habe mich heute auf den jungen Knoblauch konzentriert. Die Drôme ist bekanntermaßen Anbaugebiet für Knoblauch und so bekommt man seine Stangen als Sträußchen gebunden zu kaufen. Der frische Knoblauch bekommt auf dem heutigen Teller die vollen Schweinwerfer, dazu noch gutes Olivenöl, fleur de sel, Parmesan... Und beim Essen wird man dann festellen: das Gute ist schlicht - es braucht nicht viel zum glücklich sein...

Die Pici kennt ihr bereits - vielfach hier auf den Tisch gebraucht, weil so köstliche, selbstgemachte Pasta! Mittlerweile habe ich die Herstellung ein wenig vereinfacht  - s. Zubereitung



Zutaten 2P:

Kartoffel-Pici
70 g Kartoffeln, mehlig kochend
120g Mehl (m: Dinkel 630)
70g Hartweizenmehl
1 Ei (Größe L)
1 EL Öl
½ TL Salz
1/4 TL Kurkuma
Piment d'Espelette
Kräuter oder Pesto der Wahl
Olivenöl
Salz, Pfeffer
Parmesan


Zubereitung:

Die Kartoffeln als Salzkartoffeln kochen, gut ausdampfen lassen und mit der Gabel so fein wie möglich drücken. Die Kartoffeln sollten dabei noch lauwarm sein. Mit den restlichen Zutaten zu einem Teig verarbeiten. Der ist etwas weicher als ein herkömmlicher Nudelteig. Falls zu weich noch etwas Mehl, andernfalls etwas Wasser zugeben.

Mind. 30 min. ruhen lassen
.

Mit dem Nudelholz zu Bahnen ausrollen von etwa 3-4 mm Dicke und in schmale Streifen schneiden. Diese Streifen werden mit der Hand zu einer Art dünnen Schupfnudel gerollt und dürfen ruhig etwas rustikal werden. Die Nudeln auf ein mit doppelgriffigem Mehl oder Hartweizengrieß bestreuten Brett verteilen.

Nun die Kräuter der Wahl fein schneiden (oder für ein Pesto alle zusammen in einen Hexler geben). Das Weiße des jungen Knoblauch kurz andünsten in einer Pfanne in etwas Olivenöl. Mit fleur de sel und Pfeffer würzen. Parallel die Nudeln in reichlich Salzwasser zum Kochen bringen und al dente garen - dauert gute 3 Minuten (probieren vorher) und beim Abschütten etwas Nudelwasser auffangen. Die nassen Nudeln in die Kräuterpfanne geben, ebenso das fein geschnittene Grün des Knofis und noch mehr Olivenöl. Gebenenfalls noch etwas Nudelwasser anschütten und mit reichlich Parmesan bestreuen.

Reisen bildet: Thymian-Pici in geschmorten, bunten Zwiebeln mit Salbei und Ziegenkäse

Mittwoch, 20. Mai 2020


Nichts hat in den letzten Jahren so sehr meine Persönlichkeit geformt wie das Reisen. Wie so oft unterscheide ich sehr fein - etwas, dass manchen möglicherweise einiges abverlangt. Zwischentöne, Baby, das setze ich hier einfach voraus! Reisen ist nun mal nicht gleich Reisen. Ich habe unterwegs genügend Menschen gesehen, deren Hauptmotiv zu reisen die sog. Schönwetter-Garantie, das Sun-Downer-Getränk am Strand, das Insta-Bild am Hotspot oder das Häkchen auf der Weltkarte ausmachten. Von denen grenze ich mich ab. Wenn ich vom Reisen rede, dann unter folgenden Prämissen:

* individuell und selbst-organisiert und zwar abseits unter Einheimischen - weil geführte Gruppenreisen einfach das glatte Gegenteil sind
* mit Zeit und nicht für 2-3 Wochen - weil nur auf längere Dauer ein Alltagsleben stattfindet
*  Nüchternheit - weil viele im Urlaub noch mehr trinken als sowieso schon
* Harmonie - weil wer von Stress und Streit abgelenkt ist keine Sinneskapazitäten frei hat für andere Wahrnehmungen

*Um zu begreifen, dass der Himmel überall blau ist, muss man um die Welt nicht reisen* (Goethe). Eben. Für mich ist Reisen die einzig wahre Schule des Lebens - nichts, rein gar nichts kann das ersetzen. Reisen ist der Antipode  von schnöder Theorie. Etwas über Mallorca zu lesen und tatsächlich dort gewesen zu sein, ist ein himmelweiter Unterschied! Nicht von ungefähr sagte ein Journalist wie Peter Scholl-Latour: *Ich bilde mir meine Meinung stets erst vor Ort!* Ja, lesen mag ebenfalls bilden, aber im Vergleich zum Reisen nur um ein winziges Bruchstück. Wie sagt mein Habib so gerne: *Der Erfahrung zuliebe muss man bereit sein, sich die Hände schmutzig zu machen.* Der Name dieses Planeten ist Programm: *Erde*.

Dann hilft das Fremde, das Andere, das Ungewisse, das Unbekannte nicht nur Neues kennenzulernen, es hilft vor allem seine eigene Kultur besser zu verstehen. *Distanz schafft klare Gedanken* - und ohne diesen Abstand zur eigenen Herkunft wird man sein Heimatland nie richtig einschätzen können, sondern macht den Frosch, der im Brunnen lebt, und das Ausmaß des Himmels nach dem Brunnenrand beurteilen muss... 

Reisen hat mir geholfen, mir bewußt zu machen, was der Unterschied zwischen Bedürfnis und Anspruch ist. Und die menschlichen Grundbedürfnisse gleichen sich weltweit, weil sie existenziell sind. Erst wenn diese ELEMENTAR bedroht sind, verlassen Menschen ihre Heimat. Vorher nicht. SO einfach, wie gerne getan wird, flüchtet niemand.

Gleichzeitig ist Reisen der beste Anstoß zur Selbstschuulung. Etwa ganz mit dem Schiller-Gedicht *Blick in dein eignes Herz* - aber diese Räume und Gelegenheiten muss man erst einmal haben. Nach meinem Erleben kann man lediglich auf diese Weise Weltenbürger werden, ankommen und heimisch werden auf diesem Planeten - und dabei gleichzeitig in sich selbst. Denn erst unterwegs wird einem zutiefst bewußt, wie sehr man auf seinen gesunden Menschenverstand angewiesen ist. Man muss die Verantwortung ganz alleine für sich selbst tragen. Und wenn du dann deiner eigenen Wahrnehmung nicht vertrauten kannst... dann wirds Scheiße! So bekommt man Boden unter den Füßen, so erhält man Rückgrat, so entwickelt man Individualität, so wird man Freigeist.

Neben höchstpersönlichen Eindrücken gibt es gemeinsame Schnittmengen unter den Beobachtungen von Individualreisenden - und die kann man Außenstehenden nur schwer erklären. Für Jenny und Peter - auf deren Blog *Glaarkshouse* ich im Unimog durch die Welt mitgenommen wurde - müsste ich diese Aussage nicht näher erläutern. Ebensowenig wie mir ihre Andeutungen ausreichen, dass man als Deutscher weltweit den *Hilter* triggert. Oder ich mich nicht über Punkt 28 wundere. Oder wie sehr man sich für das hochgelobte Europa krumm und bucklig schämt in der Welt ob seinem Umgang mit den Flüchtlingen. By the way: der Reisedepeschen-Verlag hat ihr Buch *Roadtrip mit Jennifer und Peter Glas*  herausgebraucht - voller schöner Bilder und Geschichten für all jene, in derem Grundgefühl das Fernweh pocht und die noch vorhaben, davon etwas auszuleben!

Reisen verändert. Das ist der Preis und das ist okay. Nein, das ist mehr als okay: das ist der Zugewinn, der mit Gold nicht aufzuwiegen ist. Man verändert sich sogar so sehr, dass man anders wird als die anderen, die die vielbemühte *Komfort-Zone* nie verlassen haben. Und letztere zählen zu einer Gruppe, mit denen ich über viele Themen nicht mehr diskutiere. Kategorisch. Weil es keinen Sinn macht. Weil sie gar nicht wissen, wovon ich rede. Sie können es gar nicht wissen, weil ihnen die nötige Erfahrung dazu fehlt. Das macht dann einschlägige Gespräche nicht nur hochgradig sinnlos, die Gefahr ist enorm, dass man in diese freudlosen Rechthabereien gerät, auf die ich wirklich keinen Bock habe. Derlei Spiele müssen ohne mich gespielt werden. Weder bin ich gewillt, den Missionar zu machen und Blinden von Farben erzählen zu wollen, noch lasse ich mich kaputtquatschen von Leuten, die offensichtlich keine Ahnung haben und überhaupt nicht mitreden können. Ich kann gut damit leben, dass andere anders sind als ich. Und mich wiederum muss auch nicht jeder verstehen.

Anhand der Links (und es ist lediglich eine kleine handvoll ausgewählter) erkennt man, dass sich diese Themen und Werte wie ein roter Faden auf diesem Blog seit fast 9 Jahren durchziehen. Viele einschlägige Geschichten reihen sich wie Perlen auf eine Schnur. Dafür mache ich hier den Stellvertreter, davon möchte ich eine Prise zurück in die Welt schicken. Wer damit nichts anfangen kann oder sich gar provoziert fühlt, muss sich ein anderes Wohnzimmer im WorldWideWeb suchen. Denn dieses hier ist meines! (soviel zu dem entstandenen Shitstorm auch per Mail)

Um zurück auf die Zukunft des Reisens zu kommen (denn Jugendliche gehören in die Welt geschickt) verlinke ich euch zu Flocutus (via Buddenbohm), wo sich Lesenswertes findet, wie Covid sehr wahrscheinlich das Reisen verändern wird. Und wie sich das gerade neugewonnene Bewußtsein, welch ein großes Privileg das Reisen darstellt, auf die Motivation des Reisens auswirken könnte, darüber macht sich auf dem Reisedepeschen-Blog Philipp kluge Gedanken. 


Dieser Teller ist wieder einmal Blog-Spielerei. Die Kartoffel-Pici habe ich lediglich mengenmäßig etwas gestreckt, dass zwei appetitliche Esser wie wir es sind, auch gut davon satt werden. Dann muss man allerdings auf die Konsistenz des Teiges achten - ich benötigte einen Eßlöffel mehr an Öl, damit der Teig geschmeidig wird. Aber das solltet ihr dann beim Zusammenkneten erkennen.

Dazu gabs köstlich geschmorte Zwiebeln, wozu mich Susanne erneut inspirierte. In vergleichbarer Art oder so ähnlich alles schon hier gewesen. Die Unterschiede mögen nicht riesig sein, aber genau das macht ja die Lust am Kochen. Eine kleine Veränderung und schon steht ein anderer Teller auf dem Tisch. Kulinarische Vielfalt - nichts einfacher als das!

Zutaten 2P: 

Kartoffel-Pici
80 g Kartoffeln, mehlig kochend
120g Mehl (m: Dinkel 630)
70g Hartweizenmehl
1 Ei (Größe L)
1 EL Öl
½ TL Salz

2-3 EL Parmesan, frisch gerieben 
2 TL Thymian, getrocknet, fein gehackt 

500g Zwiebeln (m: gemischt)
weißer Port
2 Scheiben der Schale einer Bio-Zitrone
Olivenöl, großzügig
9 Salbei-Blätter 
1/2 TL Lavendel-Honig
Salz, Pfeffer 
etwas Zitronensaft

1 Ziegenfrischkäse (ca. 120g)

Zubereitung:

Die Kartoffeln als Pellkartoffeln kochen, ausdämpfen lassen, schälen und durch die Kartoffelpresse drücken. Sie sollen noch lauwarm sein. Mit den restlichen Zutaten zu einem Teig verarbeiten. Der ist etwas weicher als ein herkömmlicher Nudelteig. Falls zu weich noch etwas Mehl, andernfalls etwas Wasser zugeben.

Mind. 30 min. ruhen lassen
.


Mit der Nudelmaschine mit der gröbsten Einstellung zu Bahnen ausrollen und in schmale Streifen schneiden. Diese Streifen werden mit der Hand zu einer Art dünnen Schupfnudel gerollt und dürfen ruhig etwas rustikal werden. Die Nudeln auf ein mit doppelgriffigem Mehl oder Hartweizengrieß bestreuten Brett verteilen.
 


Zwiebeln in dünne streifen schneiden, mit etwas Salz in einer Schüssel vermischen und ca. 10 min stehen lassen.

Olivenöl in einer Pfanne, für die es einen Deckel gibt, erhitzen. Die Zwiebeln zugeben, kurz braten und durchrühren. Zitronenschale und Salbeiblätter zu den Zwiebeln geben. Mit Port ablöschen. Den Deckel auflegen und alles bei milder Hitze schmoren, ca. 10 min. Es sollte immer etwas Flüssigkeit auf dem Pfannenboden sein.

Den Honig zugeben, alles verrühren und mit Salz und Pfeffer würzen. Salbei-Blätter entfernen.

Parallel einen Topf mit reichlich Salzwasser aufsetzen.und die Pasta - je nach Dicke - etwa 3min kochen lassen. Probieren. Beim Abschütten etwas von dem Kochwasser auffangen.

Pasta mit Zwiebeln mischen - mit Kochwasser und etwas Olivenöl zu einer cremigen Konsistenz verhelfen. Pasta auf zwei Teller verteilen und den Ziegenkäse als Topping darüber zerbröckeln. Servieren.



Eskapismus: Wildkräuter-Kartoffel-Pflanzerl

Mittwoch, 1. April 2020


Wenn wir Menschen etwas naturgemäß richtig gut können, ja allesamt schon fast am Genie vorbei schrappen, dann ist es verdrängen. Den Turbo dafür kann man mit Alk oder Drogen aller Art reinhauen. Aber eigentlich ist das gar nicht nötig. Eigentlich ist die bereits angeborene Ausstattung komplett ausreichend. Kennt ihr die Fabel vom Tausendfüßler? Würde er drüber nachdenken, wie er einen Fuß vor den anderen setzen muss, käme er nicht vom Fleck. Für die Pros (#Team Bewußtheit) ist das jetzt DIE Gelegenheit, sich in Gelassenheit zu üben. Die stellt sich nämlich leider nicht zwingend von alleine ein - zumindest nicht bei mir.

Nun, während der Ausnahmezustand herrscht, will ich mich heute dem Thema *Flausch* intensiver annehmen. Etwas Eskapismus können wir doch alle gerade gebrauchen, oder?

Um sich in flauschige Stimmung zu grooven, ist mein erster Vorschlag, sich einfach eine Weile in Dauerschleife das Intro der einstigen, harmlosen Vorabendserie *Ein Heim für Tiere* anzuhören. Und? Wirkt es schon? Also ich werde direkt in einen Heile-Welt-Modus zurückgebeamt, in der zuguterletzt alle Probleme gelöst, alle Tiere geheilt und sämtliche Missverständnisse geglättet werden.

Ein Lieblingsfilm, der mich jedes Mal erneut erheitert ist *Mein Sohn der Klugscheißer* - genau mein Humor! Eine Empfehlung, die ich schon ausgesprochen habe. Ebenso wie meinen wiederholten Verweis auf das Buch *Zuammen ist man weniger allein* - wem bei der Lektüre nicht warm ums Herz wird, der muss es dem Holländermichel verkauft haben.

Doch bevor ich nun durch treue Begeisterung den Blog-Papagei mache, habe ich euch einfach mal 10 Posts zusammengestellt, die mir zuverlässig gute Laune machen:

wie Boy George's Hare Krishna oder  Real-Love-Movie Overboard (*tiefer Seufzer!*) oder Kartoffel-Käse-Glück oder meine 10 Lieblings-Schoko-Rezepte oder die Dosis Romantik, die ich brauche oder meine Nüchternheit oder die bewußte Wertschätzung dessen, was gut ist oder die Orientierung am Licht oder das Glück der Begegnungen oder die Erinnerung an diese haarige Angelegenheit...

...  ich hoffe, ich kann bei euch auf diese Weise ebenfalls ein paar Endorphine aktivieren.

Charlottes Schwester hatte übrigens ein ähnliches Bedürfnis - weshalb das Milchmädchen nicht zögerte, bei sich nach Aufheiterung zu suchen...


Mein größtes Therapiezentrum ist die Natur. Ohne sie komme ich ganz leicht aus meinem inneren Gleichgewicht. Dieses Rezept richtet sich besonders an die, die naturnah oder mit einem Garten leben. Mit dem Frühling sprießt und treibt es. Und wie ein junges Reh/ alte Gemse/ mittelalte Ziege zieht es mich zum frischen Grün. In der Warteschleife stapeln sich die Rezepte mit Wildkräuter. Ihr verwendet einfach die Kräuter, die eure Umgebung hergibt. Die Stadtkinder können diese durch Mangold, Spinat oder Bärlauch ersetzen.

Zutaten 2P -  8 Stück

350g Kartoffeln
90g Wildkräuter
(Borretsch, Pimpinelle, Löwenzahn, Estragon, Giersch, Gänseblümchen, Rauke, Brennessel, junger Knoblauch...)
1 Schalotte
2 EL Sesam, geröstet
Salz, Pfeffer
Oliven-Öl

250g Ofentomaten
100g Soja-Geschnetzeltes
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen 
(oder wer hat junge Knoblauchstangen)
100ml Gemüsebrühe
1 kleine Karotte
1 kleine Stange Lauch
1 kleine Stange Sellerie
Harissa 
Salz, Pfeffer
1 Pr Zucker
Tamari-Sauce (Soja)
Oliven-Öl

Zubereitung:

Kartoffeln gar kochen, gut ausdämpfen lassen, schälen und durch die Kartoffelpresse drücken. Die Wildkräuter klein schneiden und zusammen mit der in feine Würfel geschnittenen Schalotte in heißem Olivenöl etwas zusammenfallen lassen - dann mit geröstetem Sesam den Kartoffeln zufügen. Alles gut vermengen, mit Salz und Pfeffer würzen und von der Masse Pflanzerl (Frikadellen) formen. 

Für die Sauce das Soja-Geschnetzeltes mit der gleichen Menge kochendem Wasser übergießen und quellen lassen. 

Schalotte und Knoblauch fein würfeln. Ebenso das Gemüse (Karotte/ Lauch/ Sellerie) in feine Würfel schneiden.

In dem Oliven-Öl zuerst die Schalotte glasig dünsten, dann das Gemüse und den Knoblauch sowie das Soja-Geschnetzeltes untermischen und ebenfalls mitbraten. Ofentomaten und Gemüsebrühe anschütten, Deckel auflegen und sanft ca. 15min simmern lassen. Salzen, pfeffern und mit Harissa und Tamari-Sauce würzen.

Parallel die Pflanzerl in heißem Öl von beiden Seiten golden braten. Zusammen mit der Sauce servieren.

Inspiration: ZDF

die erste Wildorchidee des Jahres - Himmantoglossum robertianum
... und weiter aufgeblüht - auch genannt: das Riesenknabenkraut oder Roberts Mastorchis

Von langer Hand - also weiter oben - bereits angekündigt: 10 Dinge, die Hubel-Trubel-Heiterkeit auslösen sollen. Bon, oder zumindest etwas in diese Richtung schubsen...





https://salzkorn.blogspot.com/2015/10/eine-haarige-angelegenheit-karottenflan.html       https://salzkorn.blogspot.com/2015/11/begegnungen-husarenkrapferln.html

Als Goodie obendrauf lege ich das Wohnzimmerkonzert der Backstreet Boys (mittlerweile leider nicht mehr ganz zu sehen - deshalb jetzt das Original - wobei ersteres NOCH alberner war). Weil jetzt VÖLLIG bin ich nun (als Kind dieser Zeit) auch nicht an Boygroups vorbeigekommen - ich war halt kein Fan-Girl. Aber eine CD einer Boygroup hatte ich dann doch, eben die von den Backstreet Boys. Und weil ich zu der gerne geputzt habe, lag sie lange Zeit in einer der gîtes... bis sie irgendwann irgendjemand hat mitgehen lassen... So, jetzt wißt ihr das auch.



WG- Essen: Pici mit Brokkoli-Pesto

Dienstag, 10. Dezember 2019


Eines der ungelösten Rätsel meines Lebens bleibt, wieso eigentlich ich nie in einer dieser Hochglanz-WGs mit Putzplan gelebt habe. Immer - all die WG-Jahre - war Putzen das Top 1 Lieblingsstreitthema. Wer wann wie und wo zuletzt geputzt hat und warum XY schon ewig nirgendwo gar nix. Eine konnte beharrlich sämtliche Bestrebung Richtung allgemeiner Sauberkeit aussitzen, der andere schrabbte knapp am Putzfimmel vorbei - leider nur in seinem eigenen Zimmer. 

Komischerweise war rückblickend die unordentlichste Kombi gleichzeitig die kuscheligste. Wir waren zusammen im Urlaub, wir lagen dicht an dicht zum Video-Gucken auf dem Bett, wir schmissen eine Party, die so gut besucht war, dass zu ihrem Höhepunkt keiner mehr raus noch rein kam. Und wenn - ganz im Stil der jungen Wilden - bei einem wieder große Katastrophe angesagt war (bref: Beziehungskrisen aller Art), war immer jemand zum Reden da. Und irgendwelche Einheimischen oder Mitgeschleppten saßen abends hochverlässlich in der Küche... stets bereit für einen kleinen Absacker.

Leider war keiner darunter, der kulinarisch ambitioniert gewesen wäre. Also niemand, der mal Bock auf Küchenorgie hatte und alle auf einen Schlag glücklich bekochte. Eher im Gegenteil. Meistens herrschte im Kühlschrank gähnende Leere. Und die Besitzverhältnisse der vorzufindenen Artikel waren nicht immer eindeutig zu klären (Top 4 unter den Lieblingsstreitthemen). Eine Spülmaschine in einer Vierer-WG halte ich im Übrigen für mehr als empfehlenswert. Weil Zustände, in denen man zuerst einen Teller waschen muss, bevor man sich ne Stulle schmieren kann... also diese Erfahrung habe ich somit als nicht wert zu wiederholen abgehakt.


Ein einziges Essen hat es in die WG-Historie geschafft, und zwar die Brokkoli-Sauce von unserem kanadischen Mitbewohner Timi (coucou Timi!). Selbstredend war die Küche totally unterausgestattet. Und mehrere Brokkoli für mehrere Mitesser mit dem Messer derart fein zu trimmen, dauerte fast schon unzumutbar lange. Mehr als zu begleitenden Spaghetti reichte die Ausdauer definitiv nicht.

Mit einem Hexler hingegen geht das im Handumdrehen. Genügend Zeit, um nebenher sogar noch die hochgeschätzten Pici zu rollen. Für mich schmeckt das Gericht auf diese Weise ein bißchen nach WG de luxe!   

Zutaten 2P:

Kartoffel-Pici
50 g Kartoffeln, mehlig kochend
100g Mehl (m: D1050)
50g Hartweizenmehl
1 Ei
1 EL Öl
½ TL Salz 


1 Brokkoli (m: eher größer)
3 Knoblauchzehen
Olivenöl
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
2 EL feinst gehackte Walnüsse*
(optional: etwas Sahne + Crème fraîche)
Noilly Prat
Gemüsebrühe 

Parmesan

Zubereitung:

Die Kartoffeln als Pellkartoffeln kochen, ausdämpfen lassen, schälen und durch die Kartoffelpresse drücken. Sie sollen noch lauwarm sein. Mit den restlichen Zutaten zu einem Teig verarbeiten. Der ist etwas weicher als ein herkömmlicher Nudelteig. Falls zu weich noch etwas Mehl, andernfalls etwas Wasser zugeben.


Mind. 30 min ruhen lassen
.

Den Nudelteig dritteln. Mit der Nudelmaschine mit der gröbsten Einstellung zu Bahnen ausrollen und in schmale Streifen schneiden mit Hilfe eines Spachels. Diese Streifen nun von Hand zu einer Art dünnen Schupfnudel rollen - sie dürfen ruhig etwas rustikal werden. Die Nudeln auf ein mit doppelgriffigem Mehl oder Hartweizengrieß bestreuten Brett verteilen.
Mit einem sauberen Küchentuch abdecken.


Das Ende des Strunks vom Brokkoli kappen, restlichen Stiel schälen und in einem Hexler klein hacken - nicht zu Mus, sondern gerade noch leicht stückig.

Den Knoblauch halbieren, vom Trieb befreien und fein würfeln.

Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen.

Den Brokkoli in Olivenöl in einer schweren Pfanne mit Geduld rösten - ca. 7-8min. Dann den Knoblauch und die Nüsse zufügen und ebenfalls kurz mitbraten. Mit einem Schuß Noilly ablöschen und einreduzieren lassen. 3-5 El Gemüsebrühe zufügen.

Die Pasta - je nach Dicke - etwa 3min kochen lassen. Probieren, abschütten, abtropfen lassen und unter den Brokkoli mischen. Die schlonzige Konsistenz überprüfen - wer mag mischt hier noch etwas Sahne und Crème unter - oder (wie im Original) gibt eine unzüchtige Menge Olivenöl dazu. Nochmals abschmecken. Zum Servieren mit Parmesan bestreuen.

*Anmerkung m: Die Walnüsse sind auch prima durch Pinienkerne zu ersetzen. Wahlweise zieht man etwas Mandelmus unter - ebenfalls köstlich! 


Herbst-Spezial

Mittwoch, 9. Oktober 2019


Etwas später als versprochen: das Herbst-Sezial! Kinners, je größer die Auswahl umso schwerer fällt es mir, mich auf ein paar Vorschläge zu begrenzen! DAS Apfelmus gehört untrennbar zu meinem Herbst, ebenso wie die heißgeliebte Bortsch, oder die Quittenschnitten. All die herrlichen Apfekuchen, endlich wieder Walnuss- und Granatapfel-Zeit und überhaupt steht einem wieder der Sinn nach Deftigem wie etwa meiner vegetarischen Hähnchenkeule. Vor vier Jahren stellte ich euch mal einen süßen Herbst zusammen. Für heute bekommt ihr eine feine Auslese von 24 kulinarischen Herbst-Ideen, für die ich euch Bild mit Rezeptelink verbunden habe: